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Nr. 65.12.25: Zusammenstellung von Links zu Stellungnahmen und Beiträgen zum Zwischenbericht Teilgebiete der Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH (Stand: 04.06.2021)

Description: Beitrag im Rahmen der FKTG: Görlitzer Schiefergebirge (Teilgebiet 009_00TG_194_00IG_K_g_SO): Das Görlitzer Schiefergebirge besteht aus stark deformierten sedimentären Einheiten des Kambriums, Ordoviziums, Silurs, Devons und Unterkarbons mit eingeschalteten Vulkaniten. Diese Gesteine wurden grünschieferfaziell metamorph überprägt. Belegt sind verschuppte Einheiten des Paläozoikums bis in eine Tiefe von über 800 m in der Bohrung B10/1961 mit einer Endteufe von 809 m (Abb. 11). Eine tektonische Interpretation des Görlitzer Schiefergebirges als Akkretionskeil vor dem Lausitzer Block (Göthel, 2001) legt nahe, dass die Einheiten des Görlitzer Schiefergebirges strukturell neben den Gesteinen der Lausitz liegen. Die Bohrungsdaten stimmen mit dieser Interpretation überein. Nördlich der Innerlausitzer Störung, welche die Grenze des Schiefergebirges zum Lausitzer Granodioritkomplex bildet, wurden keine Kristallingesteine erbohrt. // Im Bereich des Görlitzer Schiefergebirges kann weder kristallines Wirtsgestein nachgewiesen noch aufgrund des tektonischen Settings der Einheit erwartet werden. Die Ausweisung der Region als Teilgebiet ist nicht nachvollziehbar. Stellungnahme der BGE: Fachliche Einordnung: Fachlich nachvollziehbare Hinweise, die durch die angewendete Methodik für den ZBTG erklärt werden können. Begründung: Die Anwendung der Mindestanforderungen erfolgte im Rahmen von § 13 StandAG über einen stratigraphischen Ansatz, d. h. das Wirtsgestein nimmt nur einen Teil der betrachteten Einheit, hier der großstrukturellen Einheit des Saxothuringikums, ein. Die aus dieser Methodik resultierenden Ergebnisse sind damit generell überschätzend, weisen also zu große identifizierte Gebiete aus. // Die detaillierte Auswertung des LfULG enthält wertvolle Anmerkungen und Hinweise, die im weiteren Standortauswahlverfahren Berücksichtigung finden werden. Um an diesem Punkt exemplarisch die Aussagen des LfULG Sachsens nachzuvollziehen, dass im Bereich des Görlitzer Schiefergebirges weder kristallines Wirtsgestein nachgewiesen, noch aufgrund des tektonischen Settings der Einheit erwartet werden kann, wurde eine Detailbetrachtung der Bohrungsdaten und der GK400 des LfULG Sachsens vorgenommen. Dabei handelt es sich um einen Arbeitsstand, der hier exemplarisch dargestellt ist, jedoch keine abschließende Bewertung darstellt. // Die Abbildung 1 zeigt einen Ausschnitt der GK400 des LfULG im Bereich des Görlitzer Schiefergebirges. Die Lage des Teilgebiets 009_00TG_194_00IG_K_g_SO ist grau schraffiert dargestellt. Südlich der Innerlausitzer Störung stehen Granodiorite und Granite, nördlich davon hauptsächlich paläozoische Gesteine des Görlitzer Schiefergebirges an. Weiter nördlich treten die mesozoischen sedimentären Abfolgen der Nordsudetischen Senke auf. // [ABBILDUNG] Abbildung 1: Geologischer Ausschnitt aus der GK400 (LfULG, DokID_11839344_5) im Bereich des Görlitzer Schiefergebirges; geologische Einheiten und Legende wurden stark vereinfacht und schematisiert; grüne Punkte zeigen Bohrungsdaten, in denen keine kristallinen Wirtsgesteine im Sinne der Begriffsbestimmung der BGE vorkommen (BGE 2020j) Die BGE hat die Schichtenverzeichnisse aus Bohrungen im Bereich des Görlitzer Schiefergebirges vorläufig ausgewertet. Die Bohrungen im digitalen Datenbestand der BGE nördlich der Innerlausitzer Störung haben eine Mindestteufe von 300 m u. GOK MD (measured depth); die größte Endteufe liegt bei 819,7 m u. GOK MD (Bohrung B4/1963). Die digitalen Schichtenverzeichnisse wurden auf kristalline Wirtsgesteine gemäß Begriffsbestimmung (BGE 2020j) durchsucht. Die Filterung ergab, dass lediglich eine Bohrung, B16/1962, am westlichen Rand des Görlitzer Schiefergebirges in der Endteufe von 500 m u. GOK MD das potentielle kristalline Wirtsgestein Quarzit angetroffen hat. Nach der aktuellen Begriffsbestimmung (BGE 2020j) würden regionalmetamorphe Quarzite in der Amphibolit-Fazies grundsätzlich endlagerrelevante kristalline Wirtsgesteine darstellen. Die petrographische Bezeichnung „Quarzit“ in den verkürzten Schichtenverzeichnissen sagt jedoch nur aus, dass das Gestein überwiegend aus Quarz besteht und beschreibt im Regelfall ein metamorphes Gestein. Als „Quarzite“ können jedoch auch silifizierte Sandsteine, also hydrothermal veränderte Sedimentgesteine, beschrieben worden sein. Der Metamorphosegrad lässt sich in diesem Zusammenhang nur im Kontext der Nebengesteine und der Genese der geologischen Einheit ableiten. Bei genauerer Betrachtung des verkürzten Schichtenverzeichnisses der Bohrung B16/1962 wird klar, dass es sich hierbei um eine geringmächtige Einheit in einer (niedrigmetamorphen) Abfolge sedimentärer Gesteine (Quarzit und Quarzit-Tonschiefer) handelt. // Zusammenfassend können wir den Anmerkungen und Interpretationen des LfULG zum Görlitzer Schiefergebirge daher sehr gut folgen. Dieser Arbeitsstand wird im Rahmen der Arbeiten von Schritt 2 der Phase I weiterentwickelt. Seite 12-13: Die genutzten Datengrundlagen zur Ermittlung des identifizierten Gebietes innerhalb des kristallinen Grundgebirges des Saxothuringikum in Sachsen ergab sich aus den methodischen Anwendungsprinzipien der BGE zur Anwendung der Mindestanforderungen im Rahmen von § 13 StandAG für das gesamte Bundesgebiet (vgl. Tabelle 2). Zur Anwendung der Mindestanforderungen wurden die vom LfULG gelieferten 3D-Modelle verwendet und Bereiche zwischen diesen 3D-Modellen wurden durch ein Tiefenmodell, das aus der Karte zur Tiefenlage des Grundgebirges von Reinhold (2005) abgeleitet wurde, sowie der GÜK 250 (BGR 2019), ergänzt. Zusätzlich wurden die vom LfULG gelieferten Schichtenverzeichnisse auf Vorkommen von kristallinem Wirtsgestein entsprechend der Begriffsbestimmung der BGE gefiltert (BGE 2020j). Im nun anstehenden Schritt 2 der Phase I erfolgt auf Basis der ermittelten Teilgebiete die Ermittlung von Standortregionen für die übertägige Erkundung. Dafür werden auch bereits gelieferte Kartenwerke, Daten oder Veröffentlichungen, die im Schritt 1 der Phase I für den ZBTG methodisch noch keine Berücksichtigung fanden, sowie Hinweise aus den Stellungnahmen der Bundes- und Landesbehörden, herangezogen und geprüft. Zudem werden im Augenblick die Bohrakten von einigen Tausend Tiefbohrungen (> 300 m u. GOK), die noch nicht im Datenbestand der BGE sind, durch die Wismut GmbH gescannt und durch Dienstleister die ausführlichen Schichtenverzeichnisse in digitale Bohrdatenbanken überführt. Ausgewählte bohrlochgeophysikalische Messungen an interessanten und repräsentativen Tiefbohrungen in kristallinen Wirtsgesteinen sollen in diesem Zuge in LAS-Dateien konvertiert werden. Diese Daten sind eine wichtige Grundlage für die Bewertung von Teilgebieten in kristallinem Wirtsgestein in den mitteldeutschen Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg. // Für die weitere fachliche Auseinandersetzung des seitens der BGE ermittelten Teilgebiets 009_00TG_194_00IG_K_g_SO wurde dieses durch das LfULG in regionalgeologische Einheiten mit einheitlichen lithologischen und strukturellen Eigenschaften untergliedert. Dabei hat das LfULG folgende Einheiten differenziert: Westerzgebirgische und vogtländische Granite, Chemnitzbecken, Granulitgebirge, Erzgebirge, Ostthüringische-Nordsächsische Einheit, Nordsächsischer Block, Wurzen-Caldera, Frankenberger Zwischengebirge, Meißener Pluton, Lausitzer Granodiorit-Komplex, Lausitzer Grauwacken-Einheit und Görlitzer Schiefergebirge. [...] Die regionalgeologischen Einheiten Görlitzer Schiefergebirge, Lausitzer Grauwacken-Einheit, Ostthüringisch-Nordsächsische Einheit und Chemnitzbecken wurde als nicht plausibel identifiziert, weil die Gesteine dort nach Aussage des LfULG die Wirtsgesteinsdefinition für kristallines Wirtsgestein nicht erfüllen (Sächsisches Landesamt für Umwelt Landwirtschaft und Geologie (LfULG) 2021, S. 32). // Die Hinweise des LfULG werden aktuell seitens der BGE detailliert überprüft. An dieser Stelle gehen wir daher nur exemplarisch auf die Einheiten „Görlitzer Schiefergebirge“ und den „Lausitzer Granodiorit-Komplex“ und dessen Abgrenzung zur „Lausitzer Grauwacke-Einheit“ ein. Initiale Rückmeldung im Rahmen der FKTG: nicht vorhanden. Stellungnahme einer externen Prüfstelle:nicht vorhanden.

Types:
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Origin: /Bund/BGE/FKTG-Datenbank

Tags: Lausitz ? Sachsen-Anhalt ? Thüringen ? Land Brandenburg ? Erzgebirge ? Sachsen ? Abraum ? Bismut ? Endlagerung ? Sandstein ? Karte ? Metamorphose ? Geologie ? Quarz ? Sedimentgestein ? Tiefbohrung ? Landwirtschaft ? Gestein ?

Region: Peine

Bounding boxes: 10.2352° .. 10.2352° x 52.31928° .. 52.31928°

License: other-closed

Language: Deutsch

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Issued: 2021-09-07

Time ranges: 2021-09-07 - 2021-09-07

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