Description: Die verlinkte Webseite enthält Informationen der Website chemikalieninfo.de des Umweltbundesamtes zur chemischen Verbindung Dichlordiethylsulfid.<br> Stoffart: Einzelinhaltsstoff.<br> Aggregatzustand: flüssig.<br> Stoffbeschaffenheit: Feststoff oder visköse Flüssigkeit.<br> Farbe: farblos - gelb. Es gelten folgende Umweltgefahren: Sonstige Umweltgefahren Text: Bis(2-chlorethyl)sulfid wurde im ersten Weltkrieg als Kampfstoff verwendet. Es ist ein sehr gefährlicher Wasserschadstoff. Gelöstes Yperit wird in Wasser hydrolysiert und verursacht dabei eine pH-Wert-Senkung. Ungelöste Substanz sinkt zu Boden und ist dadurch in stehenden Gewässern über lange Zeit (evtl. Jahre) beständig. Yperit-Dämpfe in der Luft werden durch Luftfeuchtigkeit, Sauerstoff und Sonnenlicht langsam entgiftet. Auch durch Oxidation mit Chloraminen kann es unschädlich gemacht werden. Zitat: Schadstoffinformationen für die Anwendung der baufachlichen "Richtlinien für die Planung und Ausführung der Sicherung und Sanierung belasteter Böden" des BMBau für Liegenschaften des Bundes Sonstige Umweltgefahren Text: Forsetzung: - Wirksamkeit im Gelände bei warmem und trockenem Wetter etwa 2 bis 3 Tage, bei feuchtem, kaltem Wetter bis zu 10 Tagen, bei kaltem Wetter, insbesondere im Winter bei Temperaturen um Gefrierpunkt, ist Beständigkeit von mehreren Wochen bis zu 1 oder 2 Monaten wiederholt beobachtet worden, in geschlossenen Räumen noch nach Monaten bis zu einem Jahr. GEFAHRENHINWEISE: Kemlerzahl: 66 GRENZ- UND RICHTWERTE: - Störfallverordnung Mengenschwelle A: 1 kg SEßHAFTIGKEIT: - bei 10 °C: 8 d; - bei 20 °C: 4 d; - bei 30 °C: 2 d ; - Die Wirkung nach Geländebegiftung bleibt bei 15 °C 2 bis 20 Tage erhalten; - Die Wirkung nach Geländebegiftung bleibt bei -10 °C bei einer Schneedecke und Windstille bis zu 8 Wochen erhalten; - Sehr beständig und seßhaft. STABILITÄT, LAGERUNG: - Sehr stabile Verbindung; Unter Normalbedingungen stabil; - Pyrolyse beginnt bei 140 °C und ist oberhalb 450 °C vollständig; Oberhalb 150 °C beginnt die thermische Zersetzung; der Zerfall ist bei 500 °C vollständig ; Zersetzungstemperatur: 149-177 °C; - Bei 140 °C zersetzen sich 16% in 72 h, bei 180 °C 44% in 2 h, bei 220 °C 86% in 2 h; - Pyrolyseprodukte bei 140 °C: Ethylenchlorid, 1,2-Bis-(2-chlorethylsulfido)-ethan, 2,2''-Bis-(2-chlorethyl-sulfido)-diethylsulfid, höhere analoge Verbindungen, Polyethylensulfid, 1,4-Dithian, HCl und andere Verbindungen. - Stabilisatoren: Tetramethylammoniumbromid, Hexamethylentetramin, Pyridin und andere Amine. VERHALTEN GEGENÜBER ANDEREN WERKSTOFFEN: - Dringt in Holz in Faserrichtung sehr tief ein. Muß verbrannt werden. - Dringt in Ziegel und Mörtel 3 bis 10 mm ein. (Entgiftung kaum möglich). Zitat: Bestandsaufnahme von Rüstungsaltlastverdachtsstandorten in der Bundesrepublik Deutschland - Band 3: Kampfstofflexikon Sonstige Umweltgefahren Text: Fortsetzung: Auch aufgrund der niedrigen log Pow-Werte von 1,36-2,73 ist mit keiner bzw. einer geringen Bioakkumulation zu rechnen. ÖKOTOXIZITÄT: AQUATISCHE ÖKOTOXIZITÄT: S-Lost ist aufgrund seiner starken zellschädigenden und karzinogenen Wirkung ein gefährlicher Umwelt- und Wasserschadstoff. TERRESTISCHE ÖKOTOXIZITÄT: Ein phytotoxischer Effekt wurde sowohl an der Wurzel als auch an Blättern beobachtet, nach Einsatz von S-Lost wurde Laubabwurf festgestellt. Zitat: Kriterien zur Beurteilung und Deponierung von kontaminierten Materialien aus Rüstungsaltlasten Sonstige Umweltgefahren Text: ALLGEMEINE INFORMATIONEN: - Wird bei niedriger Temperatur etwas zähflüssig; - Erstarrt in der Kälte -13 °C kristallinisch; - Erstarrt beim Eingießen in kaltes Wasser zu langen, farblosen Nadeln; - Schwaden sind kaum sichtbar und nahezu geruchlos; HYDROLYSEEIGENSCHAFTEN: - In Wasser allmählich zersetzlich; - In Wasser Hydrolyse nach einer reversiblen Gleichung. Bei jeder Temperatur besteht ein Gleichgewicht zwischen hydrolysierter und nicht hydrolysierter Substanz; - In alkalischem Milieu ist die Reaktionsgeschwindigkeit um etwa 20% höher; - Im sauren Medium wird die Hydrolysegeschwindigkeit verringert; - Spritzer sind außerordentlich beständig auch gegenüber Feuchtigkeit; - Wärme, Emulgatoren, Alkalihydroxid, Sodazusätze beschleunigen die Hydrolyse; - Daten zur Hydrolysegeschwindigkeit in der Literatur sind zumeist unter Laborbedingungen gewonnen, d.h. sie sind i.d.R. nicht übertragbar auf die realen Umweltbedingungen. VERHALTEN IM WASSER; AQUATISCHE TOXIZITÄT: - Sehr gefährlicher Wasserschadstoff; - Setzt die Oberflächenspannung des Wassers herab und bildet daher auf der Wasseroberfläche einen Film; - Ungelöstes Dichlordiethylsulfid sinkt zu Boden und ist dadurch in stehenden Gewässern über lange Zeit (evtl. Jahre) beständig; - Nach Erfahrungen bei Kampfstoffvernichtungsaktionen: kann unter Wasser jahrelang wirksam bleiben; - Wasserlöslichkeit ausreichend, um stehende Gewässer zu vergiften (bei großen Mengen bis zu 2 Mon.). LUFT: Dämpfe in Luft durch Luftfeuchtigkeit, Sauerstoff und Sonnenlicht langsam entgiftet ABBAUPRODUKTE: 2-Chlor-2''-hydroxydiethylsulfid, 2,2''-Dihydroxydiethylsulfid SONSTIGES: - Erfahrungen z.B. im Irak und Libyen haben gezeigt, daß Lost im Gelände, in demontierten Produktionsanlagen und in schadhaft gewordenen Vorratsgefäßen durch jahrelangen Witterungseinfluß nur wenig an Aktivität einbüßt. Sonstige Umweltgefahren Text: VERHALTEN IN DER UMWELT: AUSBREITUNG IN DER UMWELT: Das Mackay-Modell berechnet die Verteilung von S-Lost in Wasser, Luft und Boden zu 60 %, 38 % und 2 %. Der Transport in der Umwelt erfolgt durch Versickerung, Ver- dunstung, Winddrift, Auflösung in Gewässern, Drift in Fließgewässer. Das SESOIL-Modell berechnet für eine Eindringtiefe in den Boden von 3 m einen Zeitraum von 7 Jahren, eine Gefährdung des Grundwassers kann aufgrund der schnell verlaufenden Hydrolyse des gelösten S-Lost ausgeschlossen werden. Gelöstes S-Lost wird im Wasser hydrolysiert. Der ungelöste Anteil setzt sich am Boden ab und kann durch Entstehen oligomerer oder polymerer, ebenfalls blasenbildender Verbindungen aufgrund der niedrigen Lösungsgeschwindigkeit zumindest in stehenden Gewässern u.U. jahrelang persistent sein. Die Volatilisierung ist im Vergleich zur Hydrolyse von untergeordneter Bedeutung. Die Halbwertszeit für die Volatilisierung von der Bodenoberfläche wird auf 20 Minuten bei 25°C geschätzt. BIOTISCHER ABBAU: Ein nennenswerter biologischer Abbau ist infolge der starken zellschädigenden Wirkung (alkylierend) nicht zu erwarten. ABIOTISCHER ABBAU: HYDROLYSE: S-Lost hydrolysiert über ein cyclisches Ethylensulfoniumkation sowie ein bei hohen Konzentrationen durch Dimerisierung von S-Lost und seinem Hydrolyseprodukt reversibel gebildetes Zwischenprodukt zunächst zu 2-Chlor-2''-hydroxy- diethylsulfid, anschließend zu 2,2''-Dihydroxydiethylsulfid (Thiodiglycol). PHOTOLYSE: Photolyse findet statt. Photolyse wurde berechnet. BIOAKKUMULATIN: BCF = 22,90 und 520,20 berechnet mit den berechneten log Pow von 1,36 und 2,73. Für den BCF wurden Werte von 6,5 und 105 angegeben; es besteht nur eine geringe Tendenz zur Anreicherung in Fischen und aquatischen Lebewesen, das Gefährdungspotential wird durch Hydrolyse weiter abgeschwächt.
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ChemicalCompound {
name: "Dichlordiethylsulfid",
synonyms: [
"1,1'-Thiobis(2-chlorethan)",
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"2,2'-dichlordiäthylsulfid",
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"Bis(2-chlorethyl)-sulfid",
"Bis-(2-chlorethyl)-sulfid",
"Bis-(β-chlorethyl)-sulfid",
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"β,β'-Dichlordiethylsulfid",
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Tags: Holzwerkstoff ? Ziegel ? Mörtel ? Amin ? Deponierung ? Pyridin ? Sulfid ? Rüstungsaltlast ? Fisch ? Fließgewässer ? Grundwassergefährdung ? Sauerstoff ? Wassertemperatur ? Stillgewässer ? Deutschland ? Irak ? Libyen ? Aquatische Toxizität ? Bodentemperatur ? Entgiftung ? Feststoff ? Ökotoxizität ? Photolyse ? Pyrolyse ? Störfall-Verordnung ? Temperatur ? Witterungsbeständigkeit ? Karzinogen ? Oberflächenspannung ? Biologischer Abbau ? Gewässerorganismen ? Wassergefährdende Stoffe ? Bodenbelastung ? Halbwertszeit ? Industrieanlage ? Luftfeuchtigkeit ? Bodensanierung ? Chemische Verbindung ? Hydrolyse ? Bewertungskriterium ? Abiotischer Abbau ? Bioakkumulation ? Umweltgefährdung ? Gefährdungspotenzial ? Richtwert ? Standortbedingung ? Versickerung ? Wasseroberfläche ?
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