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Dokumentation der Arbeitsgruppe 1 des 1. Forums Endlagersuche 2022

Description: 1. Forum Endlagersuche, 20.-21. Mai 2022, Mainz Abb. 1: Logo Forum Endlagersuche, Grafik: BASE Dokumentation 1. Forum Endlagersuche 20.-21. Mai 2022 Halle 45 in Mainz und online (hybrid) Protokoll AG 1 nach der öffentlichen Online-Konsultation 1. Forum Endlagersuche, 20. - 21. Mai 2022, Mainz AG 1 Methodenentwicklung AG 1 Methodenentwicklung: Was leisten die vorläufigen Sicherheitskonzepte und Endlager-Auslegungen in der Methodenentwicklung? Ergebnisprotokoll 21.05.2022, 10:30-12:45 Uhr Teilnehmende: In der Spitze nahmen 85 Personen (72 digital/13 vor Ort) an der Veranstaltung teil. Referent:innen: Dr. Thomas Loser (BGE mbH), Thomas Bever (BGE mbH), Prof. Dr. Röhlig (TU Clausthal) AG-Pat:innen: Asta von Oppen (PFE), Bettina Gaebel (PFE) Moderation: Dagmar Gebhardt Vortrag Dr. Lohser, Herr Bever (BGE mbH) Vorstellung repräsentative vorläufige Sicherheitsuntersuchung (rvSU) und vorläufige Sicherheitskonzepte (u. a. Erläuterung der Unterschiede der Endlagerkonzepte für die drei Wirtsgesteine; Endlagerbehälterent- wicklung; Erläuterung Temperaturentwicklung und Platzbedarf für das Endlager je nach Teufe) Vortrag Prof. Dr. Röhlig (TU Clausthal) Vorstellung Kriterien für Endlagerkonzepte nach Endlagersicherheitsverordnung und Varianten zur Geometrie des Endlagers. Zentrale Herausforderung ist lt. Prof. Röhlig die verbal-argumentative Begründung, die die BGE mbH vornehmen will. Die Entscheidung für die Auswahl bestimmter Konzepte und die Auslegung aus der Vielzahl der Möglichkeiten müsse sehr gut begründet sein, damit es nachvollziehbar und verfahrenssicher sei. Er stellt das geplante Vorgehen der BGE mbH infrage, ein behälterbasiertes Sicherheitskonzept im Kristallingestein nur zu verfolgen, wenn in einem Untersuchungsraum oder Teiluntersuchungsraum ein ewG nicht möglich ist.1 Herr Prof. Röhlig berichtet, dass eine Stellungnahme der Entsorgungskommission (ESK) in den nächsten Tagen veröffentlicht werden solle, die die Festlegung einer wirtsgesteinsunabhängigen „Grenztemperatur“ als nicht durch das Vorsorgeprinzip gerechtfertigt einschätzt. Die im Gesetz von 2017 noch als „ausstehend“ bezeichneten Forschungsergebnisse lägen inzwischen vor. Daher wäre es nach Auffassung der ESK fachlich möglich, von den 100°C abzuweichen2. Frage Prof. Röhlig: Kann die Einschlussanforderung der Endlagersicherheitsanforderungsverordnung auch durch Typ 2 (Sicherheitskonzept für Kristallingestein über Behälter und nicht ewG) erreicht werden? Dies sollte so bald wie möglich geprüft werden. Prof. Röhlig gibt kritisch zu bedenken, dass die derzeitige Vorgehensweise davon ausgeht, dass Untersuchungsräume/Teiluntersuchungräume des Typs 2 nur dann in Betracht gezogen werden, wenn nicht einer oder mehrere des Typs 1 der Kategorie A oder B zugeordnet werden können. Dies könnte bedeuten, dass ein Untersuchungsraum des Typs 2, der geeignet wäre, nicht einbezogen wird. Diskussion Frau von Oppen fragt nach, wann man etwas über die Auslegung der oberirdischen Anlagen erfahren wird. Herr Bever erklärt, dass die Planung der oberirdischen Anlagen läuft. Insbesondere würden Überlegungen angestellt, was von der Anlieferung der Behälter bis zur Einlagerung notwendig ist, hier seien noch viele Fragen offen und es müssten Konzepte entwickelt werden. 1 Vorschlag zur Korrektur des Satzes aus der Online-Konsultation (8.7. bis 22.7.2022): „Er stellt das geplante Vorgehen der BGE mbH infrage, ein behälterbasiertes Sicherheitskonzept im Kristallingestein nur zu verfolgen, wenn ein ewG in keinem Untersuchungsraum oder Teiluntersuchungsraum möglich ist.“ 2 Zwischenzeitlich erschienen: https://www.entsorgungskommission.de/sites/default/files/reports/ESK_Stellungnahme_100GradKriteriumStandortauswahlgesetz_ ESK98-12052022.pdf Dokumentation AG-Protokolle Seite 2 von 17 1. Forum Endlagersuche, 20. - 21. Mai 2022, Mainz AG 1 Methodenentwicklung Herr Eichhorn (Geologischer Landesdienst Bayern) fragt, warum Behältertypen, die für Kristallin vorgesehen sind, nicht auch für die anderen Wirtsgesteine verwendet werden, wenn sie doch sicherer sind? Prof. Röhlig erörtert, dass Behältertypen nicht eins zu eins übertragbar seien. Grundsätzlich könne man sich aber Gedanken machen, ob man speziellere Behältertypen auch für Ton und Salz entwickelt. Herr Wenzel kritisiert die aktuelle Stellungnahme der ESK zum Thema Grenztemperatur. Herr Borkel erklärt, Stellungnahmen und Diskussionsbeiträge der ESK seien eine fachliche Position, jedoch nicht verbindlich. Herr Wenzel sieht die im Standortauswahlgesetz geforderte Klärung ausstehender Forschungsfragen nicht als erfüllt an und fragt, ob es für die Grenztemperatur nicht internationale Standards geben sollte. Prof. Röhlig erläutert, dass es keine internationalen Standards für diesen Auslegungsparameter geben könne, da dieser konzeptspezifisch abzuleiten und zu begründen ist. Er erklärt, dass 100 Grad keine Temperatur ist, die sich für eine Standardisierung eignet. Das Vorsorgeprinzip rechtfertige keine allgemeine Festlegung. Herr Borkel verweist auf zwei abgeschlossene Forschungsvorhaben, die in Auftrag gegeben worden sind: ein Review zur Grenztemperatur und eine experimentelle Studie zur Durchlässigkeit von Steinsalz bei Temperaturen oberhalb von 100 °C. Letzteres war eine relevante Diskussion zur der Zeit, als das Standortauswahlgesetz vorbereitet und verabschiedet wurde. Das Ergebnis dieser Studie ist, dass keine erhöhte Durchlässigkeit des Steinsalzes beobachtet werden konnte. Grundsätzlich dürfe die BGE Konzepte entwickeln. Das BASE nimmt im Verfahren Prüfrunden vor und bewertet, ob verfahrenskonform vorgegangen wurde. Frau von Oppen hält es für sinnvoll, dieses Thema in einem eigenen Workshop zu behandeln (sie verweist auch auf ihren Antrag dazu). Diskutiert wird, wer Ausrichter für diesen Workshop sein sollte. Herr Sailer sieht hier BASE oder BMUV als mögliche Ausrichter oder auch das Planungsteam. Frau von Oppen fragt Herrn Krauß, ob er sich dies für das BASE vorstellen könne. Er sagt, dies müsse BASE-intern diskutiert werden und schlägt Abteilung F vor. Prof. Röhlig fragt, ob das NBG hierfür infrage komme. Herr Brunsmeier sieht dies nicht im Aufgabenbereich des NBG. Herr Sailer erläutert, dass für die BGE mbH die 100 Grad Celsius als Grenztemperatur gelten, solange dies im Gesetz festgelegt sei; er hält es für wichtig, dass das BMUV hier spätestens Ende 2023 eine Entscheidung trifft (nach Abschluss der Fachdiskussion), bevor der Endbericht zu Phase 1 geschrieben sei. In Bezug auf diese wichtige Frage müsse möglichst früh Klarheit im Verfahren herrschen, weil die Grenztemperatur enormen Einfluss auf den Ausschluss von Regionen habe. Herr Brunsmeier stimmt Herrn Sailer zu und betont den Einfluss auf das Gesamtsystem (Verschlusssysteme, Materialien, Kritikalität etc.). Herr Brunsmeier hält es allerdings für problematisch, dass die BGE mbH im Papier zu Methodenentwicklung schreibt, sie arbeite bereits an der Anpassung der Grenztemperatur. Es werden auch Vergleiche mit dem Vorgehen in der Industrie genannt, wo der Operator Vorschläge unterbreitet. Es müsse transparent gemacht werden, welche weiteren Auswirkungen eine Änderung der Temperatur hätte. Frau von Oppen erklärt, das Vorgehen der BGE mbH bei der Erforschung der Behälter- und Endlagerkonzepte müsse systematisch und nachvollziehbar sein. Frau Seidel antwortet, dass die Anforderungen hier sehr hoch seien. Prof. Röhlig erörtert, dass es vermutlich darauf hinauslaufen werde, dass man nicht nur ein Endlagerkonzept pro Wirtsgestein betrachten kann, sondern man mehrere Varianten längerfristig berücksichtigen muss. Anlagen •Folien Vortrag Dr. Lohser, Herr Bever •Folien Vortrag Prof. Dr. Röhlig •Etherpad Dokumentation AG-Protokolle Seite 3 von 17

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Origin: /Bund/BASE/Endlagersuche

Tags: Clausthal ? Bayern ? Mainz ? Steinsalz ? Salz ? Standortauswahlgesetz ? Endlager ? Temperaturentwicklung ? Endlagerung ? Papier ? Pyrolyse ? Literaturauswertung ? Studie ? Forschungsprojekt ? Lagerung ? Standardisierung ? Vorsorgeprinzip ? Workshop ?

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Language: Deutsch

Time ranges: 2022-08-11 - 2022-08-11

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