Description: [Redaktioneller Hinweis: Die folgende Beschreibung ist eine unstrukturierte Extraktion aus dem originalem PDF] BERICHT Hochwasser im Mai 2024 (Pfingsthochwasser) Impressum Herausgeber Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz Kaiser-Friedrich-Straße 7 • 55116 Mainz Telefon: 06131/6033-0 www.lfu.rlp.de Bearbeitung: Norbert Demuth, Nicole Gerlach, Yvonne Henrichs, Tobias Heppelmann, Dr. Margret Johst Layout:Stabsstelle Planung und Information Titelbild:Hochwasser am Schwarzbach in Thaleischweiler (© SGD Süd Regionalstelle Kaiserlautern) Stand: Januar 2025 © Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz 2025 Nachdruck und Wiedergabe nur mit Genehmigung des Herausgebers INHALTSVERZEICHNIS ZUSAMMENFASSUNG4 1WETTERGESCHEHEN6 1.1Feuchteverhältnisse im Mai 20246 1.2Niederschlag an Pfingsten im Mai 20248 1.3Starkregen an Pfingsten im Mai 202411 2HOCHWASSERVERLAUF16 2.1Schwarzbach-Einzugsgebiet16 2.2Ruwer- und Leuk-Einzugsgebiete17 2.3Saar und Mosel18 2.4Höchststände und Jährlichkeiten19 2.5Pegelaufzeichnungen und Ausfälle22 2.6Schäden an den Pegeln24 3HOCHWASSERVORHERSAGEN26 3.1Vorhersagen für Schwarzbach und Hornbach27 3.2Vorhersagen für die Ruwer30 3.3Vorhersagen für die Saar und die Mosel32 4HOCHWASSERMELDUNGEN36 4.1Einsatzzeiten und Einsatzumfang36 4.2Hochwassermeldungen37 LITERATUR Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz 42 3 ZUSAMMENFASSUNG Mitte Mai 2024 entwickelte sich das Tiefdruckgebiet „Katinka“, das von Donnerstag, 16.05. bis Samstag, 18.05.2024 von Baden-Württemberg über Rheinland-Pfalz und das Saarland Richtung Nordrhein-Westfalen zog. Ab der Nacht auf den 17.05.2024 trat im südwestlichen Rheinland-Pfalz (Südpfalz bis Trier) sowie vor allem im Saar-Einzugsgebiet ergiebiger bis teils extrem ergiebiger Dauerregen mit Mengen von 60 bis über 100 mm in 30 Stunden auf. Einige Messstationen registrierten Niederschlagsmengen von mehr als 100 mm in 24 Stun- den, die damit deutlich über dem langjährigen mittleren Monatsniederschlag für den Mai und im Bereich 100-jährlicher Niederschlagsereignisse lagen. Auf den Dauerregen vom 17.05.2024 folgten am 19.05.2024 (Pfingstsonntag) gewitterartige, lokal eng begrenzt extrem heftige Starkregen, die insbesondere im Bereich Kirn zu lokalen Überflutungen führten. Der ergiebige Dauerregen auf teilweise bereits feuchte Böden führte ab dem Morgen des 17.05.2024 zu schnell ansteigenden Wasserständen an den Flüssen in der Südpfalz (u. a. Wieslauter), in der Südwestpfalz (Schwarzbach-Einzugsgebiet), im oberen Glan-Einzugs- gebiet, im Saar-Einzugsgebiet sowie in den kleinen Moselzuflüssen im Bereich Trier (u. a. Ruwer und Leuk). Die Hochwasser-Höchststände wurden zwischen dem Nachmittag des 17.05. und dem Morgen des 18.05.2024 erreicht. Lediglich am Schwarzbach-Pegel Contwig wurde der Höchststand aufgrund bisher noch nicht genauer bekannter Retentions- effekte erst am Abend des 18.05.2024 erreicht. Die größten Hochwasser traten im Schwarzbach-Einzugsgebiet auf. Hier wurden an vier Pegeln (Steinalben / Queidersbach, Würschhauser Mühle 2 / Wallhalbe, Oberauerbach / Auerbach und Contwig / Schwarz- bach) Höchststände im Bereich 100-jährlicher Hochwasser registriert (Statistik mit Berück- sichtigung des Pfingsthochwassers). An acht der insgesamt zehn Pegel im Schwarzbach- Einzugsgebiet wurden die höchsten Wasserstände seit Beginn der Messung erfasst. Auch an den kleinen Moselzuflüssen bei Trier (u. a. Ruwer) sowie an der Saar traten sehr hohe Hochwasser mit statistischen Wiederkehrzeiten zwischen 30 und 70 Jahren auf. Während des Hochwassers wurde kein Pegel zerstört, im Ruwer-Einzugsgebiet wurden jedoch zwei Pegel beschädigt. Zudem waren einzelne Pegelsonden z. B. durch eine hohe Sandfracht nicht voll funktionsfähig und am Hornbach-Pegel Althornbach war im Bereich der Höchst- stände die Datenübertragung wegen einer Stromabschaltung unterbrochen. Da der Schwerpunkt des Dauerregens am 17.05.2024 mittig über dem Saar-Einzugsgebiet lag, stiegen die Wasserstände an der Saar und infolgedessen auch an der Mosel sehr stark an, an den Meldepegeln Fremersdorf (Saar) und Trier (Mosel) um rund vier Meter in 12 Stunden. In Fremersdorf wurde am Vormittag des 18.05.2024 ein Höchststand von 770 cm, etwas über dem Wert eines 50-jährlichen Hochwassers, erreicht. Am Pegel Trier lag der Höchststand mit 960 cm am Nachmittag des 18.05.2024 etwas unterhalb eines 10-jährlichen Hochwassers. Die Niederschlagsvorhersagen waren für das Schwarzbachgebiet ab dem Morgen des 16.05.2024 relativ verlässlich, sodass hier bereits früh auf ein drohendes Hochwasser hin- gewiesen werden konnte. Allerdings lag das vorhergesagte Niederschlagszentrum in zahl- reichen Wettervorhersagen bis zum Abend des 16.05.2024 zu weit östlich, sodass die 4 Hochwasser im Mai 2024 (Pfingsthochwasser) Hochwasservorhersagen für das Glan- und Nahegebiet zunächst zu hoch und für das Saar-Einzugsgebiet und auch die kleinen Moselzuflüsse im Bereich Trier deutlich zu niedrig waren. Hierbei ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Unsicherheit der Hochwasservorhersage auch durch die Unsicherheiten der Wasserstands-Abfluss-Beziehungen, die Nieder- schlags- und Wasserstandsmessungen sowie verschiedene Unsicherheitsfaktoren im Wasserhaushaltsmodell (z. B. Retentionseffekte bei Ausuferung) begründet sind. Für den Schwarzbach-Pegel Contwig war der Anstieg bis in einen Bereich eines 100-jährli- chen Hochwassers in der veröffentlichten Spannweite der Hochwasservorhersagen enthal- ten gewesen. Allerdings war die lange Stagnation des Wasserstandes am 18.05.2024 nicht modellierbar und damit der nochmalige Wasserstandsanstieg um gut einen halben Meter dann nicht mehr vorhersagbar. Für die Saar und die Mosel waren die vorhergesagten Höchststände am 16.05. und 17.05.2024 zunächst deutlich zu niedrig, was hauptsächlich durch zu niedrige Niederschlagsvorhersagen begründet war. Erst am Morgen des 18.05.2024 war für den Pegel Trier etwa 10 Stunden vor dem gemessenen Höchststand von 960 cm eine bis auf 10 cm genaue Höchststandvorhersage möglich. In der Zeit vom 16.05. bis 22.05.2024 war die Hochwasservorhersagezentrale des Landes- amtes für Umwelt in Mainz rund um die Uhr in Dienstbereitschaft und neben dem Vorher- sage- und Meldedienst in regelmäßigem Austausch mit dem Deutschen Wetterdienst sowie dem Katastrophenschutz des Landes. Insgesamt wurden 13 Hochwasserberichte für die Flüsse Nahe, Glan, Mosel, Saar und Rhein erstellt und verbreitet. Zudem wurden über die Warnkarte und über Warn-Apps für insgesamt 23 Warngebiete 43 regionsbezogene Hoch- wasserwarnungen ausgelöst, bei denen es sich ab dem 16.05.2024 zunächst um Vorwar- nungen für nahezu alle Warngebiete zwischen der Pfalz und dem Westhunsrück und später um konkrete Hochwasserwarnungen einer bestimmten Gefährdungsstufe handelte. Für die Gebiete von Wieslauter, Schwarzbach, Ruwer und Leuk sowie für die Saar wurden ab dem 17.05.2024 rote bzw. violette Warnungen (hohe bis extrem hohe Hochwasserge- fährdung) ausgelöst. Zudem wurden aus den Vorhersagesystemen insgesamt 89 pegelbe- zogene Vorabinformationen aufgrund vorhergesagter, mindestens 10-jährlicher Hochwas- ser über die Hochwassermeldekette versendet. Alle Melde- und Informationswege haben störungs- und fehlerfrei funktioniert. Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz 5
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Origin: /Land/Rheinland-Pfalz/LfU
Tags: Saar ? Baden-Württemberg ? Mainz ? Mosel ? Nordrhein-Westfalen ? Trier ? Pfalz ? Bach ? Hochwasserprognose ? Messstation ? Fluss ? Rheinland-Pfalz ? Saarland ? Hochwasser ? Überschwemmung ? Rhein ? Starkregen ? Einzugsgebiet ? Mühle ? Pedosphäre ? Wettervorhersage ? Prognoseverfahren ? Flusspegel ? Katastrophenschutz ? Niederschlag ? Wasserhaushalt ? Wasserstand ? Wasserstandsmessung ?
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Language: Deutsch
Time ranges: 2025-01-01 - 2025-12-31
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