Description: [Redaktioneller Hinweis: Die folgende Beschreibung ist eine unstrukturierte Extraktion aus dem originalem PDF] LANDESAMT FÜR UMWELT, WASSERWIRTSCHAFT UND GEWERBEAUFSICHT Feldhamster in Rheinland-Pfalz Impressum Herausgeber: Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht Rheinland-Pfalz, Kaiser-Friedrich-Straße 7, 55116 Mainz Inhalt und Konzept: Dipl.-Biol. Holger Hellwig Dienstleistungen für Landschaft und Natur, Bingen Fotos: Holger Hellwig, Robert Groß, Alfred Limbrunner Redaktion: Ludwig Simon und Dr. Dieter Rühl Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht Rheinland-Pfalz (LUWG) Kaiser-Friedrich-Straße 7, 55116 Mainz, Telefon: 0 61 31 60 33-0 Herstellung: LUWG Auflage: 300 Expl. © 2009 Alle Rechte, insbesondere die der Vervielfältigung, des Nachdrucks und der Übersetzung sind vorbehalten. Der Autor ist für den Inhalt der Broschüre selbst verantwortlich. de Kornworm Der Feldhamster ist eine der „schillerndsten Persönlichkeiten“ der rheinland- pfälzischen Agrarlandschaften. Unter den älteren Mitbürgern sind nur wenige, die nicht über den Hamster, den „Kornworm“ – wie er im Rheinhessischen heißt – zu berichten wissen. Als Bekämpfung einer ehemals wahren Landplage hat die Hamsterjagd viele Menschen geprägt und fast einen eigenen Berufsstand her- vorgebracht – den Hamsterfänger. Bis in die 1980er Jahre hinein galt der Hamster als Ernteschädling und wurde von Bauern und professionellen Hamsterfängern zeit weise unerbittlich ver- folgt. Insbesondere in den armen Jahren nach den Kriegen mussten Menschen und Hamster gleichsam um jedes verlorene Korn miteinander ringen. Egal wie unerbittlich man in diesen Zeiten den Tieren nachstellte und egal wie gerissen so mancher dabei war, nie war es gelungen, sich des Körner- diebes nachhaltig zu entledigen. Vielmehr fiel der Rückgang der Hamster- dichten mit einem anderen Phänomen zusammen: dem landwirtschaftlichen Strukturwandel. Mit dem beispiellosen Rückgang der Feldhamsterdichten ging in den 80er Jahren die Einstufung des Nagers in die Rote Liste der gefährdeten Tierarten einher. Um der Gefährdung des Feldhamsters auf den Grund zu gehen, wurde 1996 durch das Landesamt für Umweltschutz und Gewerbeaufsicht Rheinland-Pfalz eine Studie, das Artenschutzprojekt Feldhamster, in Auftrag gegeben. Auf der Basis dieser Studie rief das Land 2001 ein Artenhilfsprogramm ins Leben, welches zusammen mit Landwirten den Fortbestand des Hamsters in Rheinland-Pfalz sichern soll. „Schützenhilfe“ gab dabei auch die Europäische Union, die den Feldhamster über die Flora-Fauna-Habitatrichtlinie als Art des Anhangs IV unter einen strengen Schutz stellte und die den Umgang mit dem Feldhamster auch in Rheinland-Pfalz seither aufmerksam beobachtet. Aus der Fortschreibung des Artenschutzprojekts 2003 und 2004 ist die vorliegende Broschüre entstanden. Ein echter Alteuropäer... Ursprünglich ein Bewohner der weiten Steppenlandschaften Osteuropas, trat der Hamster schon vor Hunderten von Jahren seine weite Reise nach Mitteleu- ropa an. Möglich wurde das durch die Landwirtschaft, die vor allem die frucht- Verbreitung in Europa baren Lößböden urbar machte und mit dem Getreideanbau Verhältnisse schuf, die einer Steppenlandschaft gar nicht so unähnlich sind. Getreidebestände dienten dem Feldhamster als baumfreie Grassteppe mit hervorragender Ver- sorgungslage, wo ihm der Bauer unfreiwillig nahrhafte Getreidekörner in Hülle und Fülle zur Verfügung stellte. Diese sammelt der Hamster für seinen Winter- vorrat in einem unterirdischen Bau. Da der mehrfarbige Körnerdieb bevorzugt tief grabbare Lößböden unter tro- ckenem, kontinentalem Klima besiedelt, trifft er bei uns auf seine westliche Verbreitungsgrenze. So ist er in Belgien und den Der Hamster liebt die Niederlanden nur noch sporadisch vertreten. baumfreie Steppe. Seine Hauptverbreitung in Deutschland liegt im Erfurter Becken, in der Kölner Bucht, der Würz- burger Senke sowie auch der deutschen und französischen Oberrheinebene mit ihren Randgebieten. ...und ein Rheinland-Pfälzer! In Rheinland-Pfalz kommt der Feldhamster in der Oberrheinebene, den Lößge- bieten in der nördlichen Vorderpfalz und Rheinhessen vor. Über weite Strecken ist in den geeigneten Lebensräumen mit einer durchschnittlichen Hamster- dichte von 0,1 bis 0,5 Tieren pro Hektar zu rechnen – nicht viel für ein Tier, das im Umkreis von 300 bis 400 m einen Artgenossen finden muss, um sozusagen nicht allein auf weiter Flur zu sein. In den Kernverbreitungsgebieten in Rheinhessen und vor allem rund um die Landeshauptstadt Mainz finden sich Hamsterdichten von bis über 10 Tiere pro Hektar. Auch diese hohen Dichten kommen allerdings bei weitem nicht an die Feldhamsterpopulationen der 1960er und 1970er Jahre heran.
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Origin: /Land/Rheinland-Pfalz/LfU
Tags: Kölner Bucht ? Nagetier ? Mainz ? Oberrheinebene ? Rheinhessen ? Pfalz ? Feldhamster ? Hamster ? Rheinland-Pfalz ? Agrarreform ? Gefährdete Tierart ? Belgien ? Niederlande ? Agrarlandschaft ? Lössboden ? FFH-Richtlinie ? Europäische Union ? Osteuropa ? Getreideproduktion ? Rote Liste gefährdeter Arten ? Steppe ? Studie ? Kontinentales Klima ? Europa ? Landwirtschaft ? Wasserwirtschaft ?
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Language: Deutsch
Time ranges: 2009-01-01 - 2009-12-31
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