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Impfreport Rheinland-Pfalz 2014

Description: [Redaktioneller Hinweis: Die folgende Beschreibung ist eine unstrukturierte Extraktion aus dem originalem PDF] IMPFREPORT 2014 Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchungen in Rheinland-Pfalz Inhalt Herausgeber Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz Mainzer Straße 112 56068 Koblenz Autor Florian Burckhardt Layout Achim Ginkel Bildnachweis Titelseite © cassis / Fotolia.com Ein herzliches Dankeschön an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Gesundheitsämtern für ihren unermüdlichen Einsatz! Hintergrund ....................................................................................................................................................................4 Methoden ........................................................................................................................................................................5 Ergebnisse .......................................................................................................................................................................6 Datenübermittlung ...................................................................................................................................................6 Vorgelegte Impfausweise .........................................................................................................................................6 Poliomyelitis ...............................................................................................................................................................8 Tetanus .......................................................................................................................................................................10 Diphtherie ..................................................................................................................................................................12 Pertussis .....................................................................................................................................................................14 Haemophilus influenzae Typ b (Hib) ....................................................................................................................16 Hepatitis B .................................................................................................................................................................18 Mumps .......................................................................................................................................................................20 Röteln .........................................................................................................................................................................22 Masern .......................................................................................................................................................................24 Geburtskohorte und Zeitpunkt der Impfempfehlung ......................................................................................27 Vollständigkeit der Erfassung ................................................................................................................................27 Varizellen ...................................................................................................................................................................28 Meningokokken ........................................................................................................................................................30 Pneumokokken .........................................................................................................................................................32 Individuelle Impfabdeckung ..................................................................................................................................34 Diskussion .....................................................................................................................................................................35 Ausblick .........................................................................................................................................................................37 Literatur ........................................................................................................................................................................38 Anhang ..........................................................................................................................................................................40 Abkürzungen ............................................................................................................................................................40 STIKO-Impfkalender ...............................................................................................................................................41 Alle Zahlen auf einen Blick ....................................................................................................................................42 Kartenlegende Landkreise und kreisfreie Städte ...............................................................................................45 3 Hintergrund Der Schutz der Gesundheit seiner Bürger ist eine der wichtigsten Aufgaben des Staates und umfasst unter anderem den Schutz vor Infektionskrankhei- ten. Diese konnten im letzten Jahrhundert drama- tisch zurückgedrängt werden. Neben verbesserter Hygiene, insbesondere bei der Trinkwasserversor- gung und der Entdeckung der Antibiotika waren dafür vor allem die Schutzimpfungen breiter Be- völkerungsschichten die Grundlage. könnten dieses Ziel wieder in weite Ferne rücken. Eine der Ursachen hierfür ist die eher zögerliche Bereitschaft einiger Eltern, ihr Kind entsprechend der Empfehlungen zwei Mal gegen Masern impfen zu lassen. Sie fragen sich, warum sie ihr gesundes Kind gegen diese vermeintlich harmlose Kinder- krankheit spritzen lassen sollen und eventuelle Nebenwirkungen riskieren. Weltweit infizierten sich noch 1950 jährlich etwa 50 Millionen Menschen mit Pocken, bis zu 30% verstarben daran (1). Die Weltgesundheitsorgani- sation WHO konnte im Jahr 1980 nach Jahrzehn- ten konsequenter, weltweiter Impfkampagnen die Welt für pockenfrei erklären. Eine weitere Geißel der Menschheit, die Kinderlähmung, ist nur noch in drei Ländern endemisch. Europa ist im Jahr 2002 dank kontinuierlicher Impfbemühungen von der WHO als poliofrei zertifiziert worden. Eine Eradikation von Infektionskrankheiten ist nur möglich, wenn der Mensch das einzige Erregerre- servoir ist und der Anteil der Geimpften mehrere Jahre hinweg über der sogenannten Herdenim- munität liegt (2). Die Herdenimmunität ist erre- gerspezifisch und wirkt wie eine Brandschneise im Wald: sie lässt den Infektionserreger „ins Leere“ laufen, da er bei einem hohen Anteil an Geimpften in der Bevölkerung nicht mehr genügend empfäng- liche Opfer für seine Vermehrung und Weiterver- breitung findet. Solange die Impfquoten über der Herdenimmunitätsschwelle liegen, können sich keine großflächigen Epidemien in der Bevölkerung ausbreiten. Jeder Bürger profitiert heute direkt von der Pocken- und Polio- „Gesundheitsdividende“, welche nur den Impfanstrengungen der Vergan- genheit zu verdanken ist. Die weltweite Maserneradikation sollte ursprüng- lich bis zum Jahr 2010 abgeschlossen sein. Die Umsetzung dieses Zieles wurde dann von der WHO zunächst auf 2015, aktuell auf 2020 ver- schoben (3, 4). Die großen Masernausbrüche in Deutschland, insbesondere Berlin seit Januar 2015 4 ein Kompromiss geschlossen zwischen Erreichbar- keit der Impflinge im Kleinkindalter und Zeitpunkt der Infektionsgefährdung ab der Pubertät. Diese und andere Gesichtspunkte werden in Deutschland anhand der aktuellen wissenschaft- lichen Datenlage von den Experten der Ständigen Impfkommission (STIKO) abgewogen und fließen in die jährlichen Impfempfehlungen ein. Zurzeit werden folgende Kinderschutzimpfungen von der STIKO empfohlen: Polio, Tetanus, Diphtherie, Per- tussis, Haemophilus influenzae Typ b, Hepatitis B, Masern, Mumps, Röteln, Varizellen, Pneumokok- ken, Meningokokken C und Rotaviren (Stand Juli 2015). Der vorliegende Bericht leistet einen wichtigen Beitrag zur wissenschaftlichen Dokumentation der Durchimpfungsraten von Kindern im Einschu- lungsalter im Jahr 2014 in Rheinland-Pfalz. Diese werden für jede STIKO-empfohlene Kinderimp- fung und für jeden Kreis beschrieben und bewertet. Methoden Direkte und indirekte Effekte einer Impfung gegen Erreger mit ausschließlicher Mensch-zu-Mensch Übertragung Erfreulicherweise zeigen die Daten der Einschulun- tersuchungen von Jahr zu Jahr eine kontinuierliche Zunahme der Impfquoten. Es muss verdeutlicht werden, dass die Gesundheitsrisiken von Masern, wie die vieler anderer „Kinderkrankheiten“ stark unterschätzt und unerwünschte Arzneimittelwir- kungen der Impfstoffe -zum Teil bewusst- massiv überzeichnet werden. Auch ist zum Beispiel bei der Rötelnimpfung für Jungen oder der Polioimpfung in Deutschland aus epidemiologischer Sicht der Nutzen für die Bevölkerungsgesundheit größer als das Risiko und der Aufwand der Impfung für den Einzelnen. Bei anderen Infektionskrankheiten wie etwa Hepatitis-B wird durch die Impfempfehlung Landesuntersuchungsamt, Impfreport 2014 Dieser Bericht basiert auf Daten, die durch die Schulärzte der kommunalen Gesundheitsäm- ter in Rheinland-Pfalz bei den Untersuchungen 2013/2014 für den Einschulungsjahrgang 2014 erhoben wurden. Gesetzliche Grundlage hierfür ist § 34 Abs. 11 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG), welcher besagt, dass „bei Erstaufnahme in die er- ste Klasse einer allgemein bildenden Schule (…) das Gesundheitsamt oder der von ihm beauftrag- te Arzt den Impfstatus zu erheben und die hierbei gewonnenen aggregierten und anonymisierten Daten über die oberste Landesgesundheitsbehör- de dem Robert Koch Institut (RKI) zu übermitteln (hat)“. Im Regelfall erheben die Gesundheitsämter den Impfstatus der Kinder anhand des internatio- nal gültigen Impfbuches im Rahmen der Schulein- gangsuntersuchung. Pro Kind wird für jede Schutz- impfungen vermerkt, wie viele Impfdosen verab- reicht wurden und ob ein vollständiger Impfschutz vorliegt. Seit 2007 werden die erhobenen Daten am Gesundheitsamt in eine lokale Datenbank Landesuntersuchungsamt, Impfreport 2014 eingespeist und anonymisiert an das Statistische Landesamt Rheinland-Pfalz, Bad Ems übertragen. Von dort werden die impfrelevanten Daten an das Landesuntersuchungsamt (LUA) übermittelt, wel- ches sie auf Plausibilität prüft, statistisch auswer- tet und aggregiert an das RKI schickt. Die allgemeine Impfempfehlung gegen Varizellen wurde 2006 von der STIKO von einer auf zwei Do- sen erhöht, die Impfempfehlung gegen Pneumo- kokken und Meningokokken kam ebenfalls 2006. Bei einigen Kreisen gibt es leider nach wie vor eine unvollständigen Erfassung der Impfquoten für Meningokokken und Pneumokokken. Wir ver- zichten in diesem Bericht auf die Veröffentlichung der Impfquoten dieser Impfungen bei einem Kreis, wenn dort bei mehr als 5% der untersuchten Kin- der mit Impfbuch keine Erfassung erfolgte. Der Ergebnisteil umfasst für Rheinland-Pfalz und aufgegliedert für seine Landkreise und kreisfreien Städte folgende Angaben: ■■ Anzahl aller Schulanfänger ■■ Anzahl aller untersuchten Kinder ■■ Anzahl untersuchter Kinder mit vorgelegtem Impfbuch ■■ Anzahl vollständig grundimmunisierter Kinder pro Schutzimpfung ■■ Grundimmunisierungsquoten pro Schutzimp- fung in Tabellenform ■■ Geografische Übersicht der Impfquote pro Impfung ■■ Jahrestrends der Impfquoten von 2004 bis 2014 im Vergleich mit Bundeswerten Die Kapitel zu den beschriebenen Erregern ent- halten kurze Einleitungen zu den von ihnen ver- ursachten Krankheitsbildern. Für eine ausführli- chere Darstellung sei auf gängige Lehrbücher oder die Internetseiten des RKI verwiesen. Die Begriffe Impfrate und Impfquote werden im Text synonym verwendet, da sich die Ergebnisse im Text auf ei- nen Einschulungsjahrgang und damit auf eine fe- ste Zeitdauer beziehen. Präziser formuliert ist die Impfrate die Impfquote pro Zeiteinheit, hier ein Jahr. Durchimpfungsraten können sich alternativ auf die Zahl aller Kinder, aller untersuchten Kinder 5 oder auf die Zahl der untersuchten Kinder mit vor- gelegtem gültigem Impfbuch beziehen. Die ersten beiden Bezugsgrößen unterschätzen die tatsächli- che Durchimpfungsrate, da alle Kinder ohne vor- gelegtem Impfbuch als ungeimpft gezählt werden, auch wenn sie in Wirklichkeit geimpft wurden und ihr Impfbuch am Stichtag lediglich zu Hause ver- gessen hatten. Die letzte Bezugsgröße ist näher am wahren (unbekannten) Wert, daher werden im Bericht die Durchimpfungsraten bezogen auf Kin- der mit Impfbuch dargestellt. Ergebnisse mit Impfbuch Datenübermittlung Die 24 Landkreise (LK) und 12 kreisfreien Städte (KS) in Rheinland-Pfalz werden von 24 in die Kreis- verwaltungen integrierten Gesundheitsämtern be- treut, von denen 23 das Computerprogramm Mi- kropro: JÄD (5) und eines das Programm der Firma ISGA verwenden. Vorgelegte Impfausweise Eine hohe Impfquote bei gleichzeitig niedriger Zahl an mitgeführten Impfbüchern kann die tat- sächlichen Impfquoten verzerren. Daher wird im vorliegenden Impfreport bei den Tabellen zu den einzelnen Impfungen auch die Vollständigkeit der vorgelegten Impfausweise dargestellt, um die Va- lidität der Daten deutlich zu machen. Um künftige Unsicherheiten zu vermeiden, sollte grundsätzlich darauf hingewirkt werden, dass Schulanfänger bei der Schuleingangsuntersuchung ihr Impfbuch mit sich führen. Insgesamt führten 93% der Schulanfänger ihren Impfausweis bei der Schuleingangsuntersuchung mit sich, eine genaue Auflistung der kreisspezifi- schen Werte ist in der Tabelle „Impfausweise“ auf- geführt. Demnach wurden im Kreis Kusel, im Rhein Hunsrück-Kreis und im Rhein-Pfalz-Kreis über 95% der Impfbücher mitgeführt, während in Bitburg- Prüm, Kaiserslautern, Landau, Pirmasens und Worms weniger als 90% der Kinder ihr Impfbuch bei der Untersuchung vorlegten. Die historische Entwicklung der Impfraten ab 2004 wurde so weit wie möglich berücksichtigt und den nationalen Impfquoten des Jahres gegen- übergestellt. Die bundesweiten Vergleichszahlen der Schuleingangsuntersuchung 2014 lagen bei Drucklegung noch nicht vor. Die Landeswerte 2014 werden daher mit den ver- öffentlichten Bundeswerten von 2013 verglichen. Die Datenerfassung in den verschiedenen Land- kreisen war 2004 sehr heterogen. Die Raten wer- den für 2004 aus Gründen der Transparenz zwar dargestellt, sind nach Ansicht des LUA allerdings eine Unterschätzung der wahren Impfraten. Durch die Umstellungen bei der Erfassung und die flächendeckende Einführung neuer EDV-Systeme in den Kreisen kam es ab 2005 zu einer leichten Überzeichnung der Daten für 2006. Ab 2009 wer- den entsprechend dem Übereinkommen mit dem Robert Koch-Institut alle diejenigen Kinder als vollständig geimpft gezählt, welche die empfoh- lene Mindestanzahl Impfungen bekommen haben. 6 Landkreis, Kreisfreie Stadt LK Ahrweiler LK Altenkirchen LK Alzey-Worms LK Bad Dürkheim LK Bad Kreuznach LK Bernkastel-Wittlich LK Birkenfeld LK Bitburg-Prüm LK Cochem-Zell LK Donnersbergkreis LK Germersheim LK Kaiserslautern LK Kusel LK Mainz-Bingen LK Mayen-Koblenz LK Neuwied LK Rhein-Hunsrück-Kreis LK Rhein-Lahn-Kreis LK Rhein-Pfalz LK Südliche Weinstraße LK Südwestpfalz LK Trier-Saarburg LK Vulkaneifel LK Westerwaldkreis KS Frankenthal KS Kaiserslautern KS Koblenz KS Landau KS Ludwigshafen KS Mainz KS Neustadt KS Pirmasens KS Speyer KS Trier KS Worms KS Zweibrücken Rheinland-Pfalz Anzahl Schulanfängeruntersuchte Schulanfängerabsolut 1056 1288 1147 1111 1418 928 393 872 576 662 1218 930 557 2024 1848 1613 916 1087 1378 889 699 1355 474 1824 393 791 920 396 1632 1785 471 317 457 812 790 277 353041055 1288 1142 1111 1418 928 389 872 576 662 1218 925 557 2023 1847 1610 916 1087 1378 889 698 1355 474 1823 393 791 920 396 1631 1784 471 316 456 812 790 275 35276960 1163 1043 1041 1328 859 368 783 541 622 1126 846 531 1902 1732 1517 874 1023 1314 822 657 1278 441 1707 369 666 870 354 1482 1673 439 279 423 749 690 248 32720 Impfbuch- in Prozent * abdeckung 91,0% 90,3% 91,3% 93,7% 93,7% 92,6% 94,6% 89,8% 93,9% 94,0% 92,4% 91,5% 95,3% 94,0% 93,8% 94,2% 95,4% 94,1% 95,4% 92,5% 94,1% 94,3% 93,0% 93,6% 93,9% 84,2% 94,6% 89,4% 90,9% 93,8% 93,2% 88,3% 92,8% 92,2% 87,3% 90,2% 92,8% (+) (+) (+) (+) (+) (+) (+) (-) (+) (+) (+) (+) (++) (+) (+) (+) (++) (+) (++) (+) (+) (+) (+) (+) (+) (-) (+) (-) (+) (+) (+) (-) (+) (+) (-) (+) (+) Tabelle 1: Anzahl Schulanfänger, untersuchte Schulanfänger und Schulanfänger mit Impfbüchern nach Landkreis (LK) und kreisfreier Stadt (KS), Rheinland-Pfalz 2014; * bezogen auf untersuchte Schulanfänger Impfbuchvollständigkeit: (-): unter 90%, (+) zwischen 90% und 95%, (+ +) über 95% Mitgeführte Impfausweise pro Kreis, Rheinland-Pfalz 2014, Kartenlegende siehe Anhang Landesuntersuchungsamt, Impfreport 2014 Landesuntersuchungsamt, Impfreport 2014 7 Poliomyelitis Bis zum Jahr 1988 wurden täglich über 1000 Kin- der aus über 125 Ländern lebenslang durch das Poliovirus gelähmt (6). Es gibt für Polio keine Hei- lung, lediglich eine symptomatische Linderung der Folgen. Im Jahr 1988 rief die Weltgesund- heitsorganisation (WHO) zusammen mit UNICEF, Rotary und dem US-amerikanischen CDC die glo- bale Kampagne zur Polioeradikation ins Leben. Polio-Grundimmunisierungen 2004-2014, Rheinland- Pfalz (Linie) und Deutschland (Balken); RLP: *Werte für 2004 unvollständig aufgrund von EDV-Problemen; ** ab 2007: Datenquelle Statistisches Landesamt RLP weiterhin aufrecht, denn nur so kann eine Wie- dereinschleppung dieser verheerenden Seuche in bereits poliofreie Regionen verhindert werden (12). Diese Gefahr wurde 2010 für vier ehemals po- liofreie Länder der WHO-Region Europa Wirk- lichkeit: Tadschikistan, Russische Föderation, Turkmenistan und Kasachstan (13). Im Juli 2011 folgte die autonome Region Xinjiang Ugur in Chi- na. Genetische Analysen zeigten, dass die Polio- Wildviren aus Pakistan eingeschleppt wurden. Nach konzertierten Impfaktionen der WHO von über 4,5 Millionen Personen konnte das Wieder- aufflammen der Polio gestoppt werden (14). Das Beispiel Syrien zeigt, wie leicht sich die Po- lio wieder in einer ehemals gut durchgeimpften Bevölkerung ausbreiten kann, wenn die nachfol- genden Generationen –in Syrien durch den bür- gerkriegsbedingten Zerfall der Gesundheitsver- sorgung- nicht mehr geimpft werden. Seit 1995 galt Polio in Syrien als ausgerottet bis sich im Nach 25 Jahren, acht Milliarden Dollar und zwei- einhalb Milliarden geimpften Kindern gelang es den 20 Millionen Freiwilligen, das Virus durch Unterbrechen der Infektketten weltweit zunächst auf vier, dann drei endemische Länder zurückzu- drängen: Pakistan, Afghanistan und Nigeria. Indi- en wurde dank massiver Anstrengungen Anfang 2012 von der Liste der endemischen Länder ge- strichen (7) und im März 2014 von der WHO als poliofrei zertifiziert. (8) In Deutschland sank die Zahl der an Kinderläh- mung erkrankten Kinder durch die Einführung der Polio-Schluckimpfung (9) nach nur einem Jahr von über 4600 im Jahr 1961 auf nur etwa 290 in 1962 (7) und weniger als 50 im Jahr 1965 (10). Obwohl der letzte endemische Poliofall in Deutschland 1990 erfasst (11) und die WHO- Region Europa 2002 als poliofrei zertifiziert wur- de, hält die STIKO in Deutschland die allgemei- ne Impfempfehlung mit inaktiviertem Impfstoff 8 Landkreis, Kreisfreie Stadt LK Ahrweiler LK Altenkirchen LK Alzey-Worms LK Bad Dürkheim LK Bad Kreuznach LK Bernkastel-Wittlich LK Birkenfeld LK Bitburg-Prüm LK Cochem-Zell LK Donnersbergkreis LK Germersheim LK Kaiserslautern LK Kusel LK Mainz-Bingen LK Mayen-Koblenz LK Neuwied LK Rhein-Hunsrück-Kreis LK Rhein-Lahn-Kreis LK Rhein-Pfalz LK Südliche Weinstraße LK Südwestpfalz LK Trier-Saarburg LK Vulkaneifel LK Westerwaldkreis KS Frankenthal KS Kaiserslautern KS Koblenz KS Landau KS Ludwigshafen KS Mainz KS Neustadt KS Pirmasens KS Speyer KS Trier KS Worms KS Zweibrücken Rheinland-Pfalz Polio Grundimmunisierung untersuchte Schulanfänger mit Impfbuchabsolutin Prozent 960 1163 1043 1041 1328 859 368 783 541 622 1126 846 531 1902 1732 1517 874 1023 1314 822 657 1278 441 1707 369 666 870 354 1482 1673 439 279 423 749 690 248 32720948 1127 1018 1013 1296 842 366 761 524 602 1111 837 520 1858 1681 1458 858 999 1293 797 646 1263 435 1662 365 650 839 340 1445 1645 410 263 411 738 675 244 3194098,8% 96,9% 97,6% 97,3% 97,6% 98,0% 99,5% 97,2% 96,9% 96,8% 98,7% 98,9% 97,9% 97,7% 97,1% 96,1% 98,2% 97,7% 98,4% 97,0% 98,3% 98,8% 98,6% 97,4% 98,9% 97,6% 96,4% 96,0% 97,5% 98,3% 93,4% 94,3% 97,2% 98,5% 97,8% 98,4% 97,6% Impfbuch- abdeckung (+) (+) (+) (+) (+) (+) (+) (-) (+) (+) (+) (+) (++) (+) (+) (+) (++) (+) (++) (+) (+) (+) (+) (+) (+) (-) (+) (-) (+) (+) (+) (-) (+) (+) (-) (+) (+) Tabelle 2: Grundimmunisierung gegen Poliomyelitis nach Landkreis (LK) und kreisfreier Stadt (KS), Rheinland-Pfalz 2014; Impfbuchvollständigkeit: (-): unter 90%, (+) zwischen 90% und 95%, (+ +) über 95% Polio-Durchimpfung im Regionalvergleich (Anteil grun- dimmunisierter Kinder bezogen auf vorgelegte Impfaus- weise), Rheinland-Pfalz 2014 Landesuntersuchungsamt, Impfreport 2014 Landesuntersuchungsamt, Impfreport 2014 9

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Tags: Antibiotikum ? Koblenz ? Gesundheitsgefährdung ? Berlin ? Rheinland-Pfalz ? Kleinkind ? Nebenwirkung ? Deutschland ? Infektionsschutzgesetz ? Epidemie ? Kind ? Gesundheitsschutz ? Infektionskrankheit ? Öffentliche Gesundheit ? Schule ? Stadt ? Europa ? Weltbevölkerung ? Krankheitserreger ? Wald ? Möbel ?

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Language: Deutsch

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