Description: Entdeckeheft Schmetterlinge - Handreichung für Lehrkräfte [Redaktioneller Hinweis: Die folgende Beschreibung ist eine unstrukturierte Extraktion aus dem originalem PDF] 1 Handreichung zum Entdeckeheft Alter Falter Dieses umfangreiche Begleitmaterial zum Entdeckeheft „Alter Falter“ richtet sich an Lehrkräfte, Pädagog:innen und alle Menschen, die noch mehr über die Welt der Schmetterlinge erfahren möchten. Sie finden hier Hintergrundwissen, Tipps und Ideen für die Umsetzung der einzelnen Themen aus dem Heft. Die Nummerierung in dieser Hand- reichung entspricht jener im Entdeckeheft. Die Lehrplanbezüge beziehen sich auf den Rahmen- lehrplan von Rheinland-Pfalz. Themen allgemein: Handreichung Alter Falter-Entdeckeheft Grundschule Sachunterricht: Orientierungsrahmen „Natürliche Phänomene und Gegebenheiten“ und „Umgebungen erkunden und gestalten“ Tipp Verweis Experiment Spiel Entdecktipp Inhaltsverzeichnis Einleitungsseite.............................................................................................. Seite 2 Körperbau .................................................................................................... Seite 6 Metamorphose ............................................................................................ Seite 10 Eier und Raupen ........................................................................................... Seite 14 Raupen und Pflanzen ................................................................................... Seite 17 Puppe ........................................................................................................... Seite 19 Spezialisten: Ameisenbläulinge ................................................................... Seite 21 Tanzende Schmetterlinge ............................................................................ Seite 23 Lebensraum und Gefahren .......................................................................... Seite 25 Überwinterung ............................................................................................ Seite 29 Was kann ich tun ......................................................................................... Seite 31 Auf dieser Seite geht es um freie Assoziationen und einige grund- legende Informationen: ein bunter Einstieg. Bevor die Kinder Ihnen Löcher in den Bauch fragen, hier gesammeltes Fachwissen: Wenn ich ein Falter wär … Hast Du schon mal einen Schmetterling angeschaut und gedacht: Ach krass, wie unpraktisch? Wohl nicht, aber überleg doch mal: Wenn du ein Schmetterling wärst, hättest du Flügel groß wie Zimmertüren! Du wärst leicht wie eine Feder und jeder Windstoß könnte dich weit abtreiben. Aber das ist nicht nur unpraktisch, sondern bietet auch viele Vorteile.2. Ihre Namen sind oft ganz verrückt! Kennst du den Wegerich-Schecken- falter? Oder das Dreieck-Grasmückeneulchen? Die Namen beziehen sich meist auf ihre Nahrungspflanzen, ihr Aussehen oder ihren Lebensraum. Wie würdest du heißen, wenn du ein Falter wärst? Und um Ameisen soll es auch noch gehen! Apfel-Trompeten-Falter Genau! Falter–Notizen Wer ist gemeint? 1. Schreibe und male alles auf, was dir zu Faltern einfällt. 3. In der Fachsprache meinen die Worte Falter und Schmetterling genau dasselbe, nämlich: alle Insekten, die Flügel mit Schuppen haben. Rüssel Falter? Hmm, lecker! er s in h Kle Fuc bunt nt Muster M o Trage Buchstaben A: Hintergrundwissen zu Schmetterlingen 13 k . Unter www.lepiforum.org findet man Fotos aller Falter Mitteleuropas in allen Stadien und dazu viel Hintergrundwissen. Ein paar Schmetterlings-Fakten zum Staunen: Handreichung Alter Falter-Entdeckeheft • Etwa 1% aller Schmetterlingsarten können nicht fliegen, manche bewegen sich springend fort. Dazu gehören einige Palpenfalter (Gelechiidae). • Erst im 17. Jahrhundert wurde (u.a. von Maria Sybilla Merian) der Zusammenhang zwischen dem „Gewürm“ und den „Sommervögelein“ erforscht und verstanden. • „Schmetterling“ kommt vom Wort Schmetten, ein ostmitteldeutsches Wort für Schmand oder Rahm. Einige Arten werden davon angezogen, worauf auch der englische Name butterfly hindeutet. • Schmetterlinge und viele andere Insekten schmecken mit den Füßen. Das geschieht über kleine Härchen und hilft ihnen, einen geeigneten Ort für die Eiablage zu finden. • Die Fühler der Schmetterlinge übernehmen vielfältige Aufgaben: riechen, tasten, schmecken oder auch die Temperatur wahrnehmen. • Ein Schmetterling durchläuft während seines Lebens vier Phasen: Ei, Raupe, Puppe und Imago (erwachsener Schmetterling). • Die Kokons des Seidenspinners werden zur Herstellung von Seide genutzt. Eine synthetische (künstliche) Herstellung der identischen Zusammensetzung ist bisher nicht gelungen. Es gibt jedoch schon seit den 1880er Jahren Kunstseide, die heutzutage der echten Seide sehr nahe kommt. • Das Blut von Schmetterlingen (die sogenannte Hämolymphe) hat eine gelbliche Farbe. • Ein Schmetterling ist mit dem Zeitpunkt des Schlüpfens sofort geschlechtsreif. • Schmetterlinge kommunizieren mithilfe von chemischen Duftstoffen (Pheromone). Ein paarungsbereites Weibchen kann von einem paarungsbereiten Männchen über mehrere Kilometer hinweg gerochen werden. Und ich dachte, Falter sind nur die Nachtfalter. Ja, Eulenfalter haben ein ähnliches Flügelmuster. Im Englischen meint„ M oth“aber alle Nachtfalter! Wenn du bei diesem Falter unten an der Schnur ziehst, flattert er geschmeidig durch dein Zimmer. Eine ausführliche Anleitung findest du hier: www.entdeckehefte.de/falter Der wissenschaftliche Name der Ordnung Lepidoptera setzt sich zusammen aus: lepis = Schuppe und pteron= Flügel. Lepidopterologie ist demnach die Schmetterlings- oder Falterkunde und beschäftigt sich mit Insekten mit beschuppten Flügeln. • Schmetterlinge haben im Laufe der Evolution unterschiedliche Taktiken zur Abwehr von Fressfeinden entwickelt: Mimikry (Nachahmung anderer Tiere, z.B. Wespen), Mimese (Tarnung, z.B. durch Nachahmung der Gestalt von Blättern) oder Augen- flecken (Augen auf den Flügeln, die denen räuberischer Säugetiere ähneln). 21 SCHWING–SCHMETTERLING Schmetterlinge sind so vielfältig wie die Blumen auf einer wilden Wiese. Weltweit gibt es knapp 160.000 beschriebene Arten, wobei nur die Antarktis nicht von ihnen besiedelt ist. Jährlich werden etwa 700 Arten neu entdeckt. In Deutschland leben 3.600 Arten. • Manche Schmetterlinge leben nur ein paar Tage. Die Pfauenspinner (Saturniidae) etwa nehmen im Imago-Stadium keine Nahrung mehr zu sich und verhungern, nach- dem sie sich (im besten Fall) fortgepflanzt haben. 4 Ach so, Schmetter- linge sind nicht nur Tagfalter? dagegen sind nur eine einzelne Untergruppe der Nachtfalter. Andere Untergruppen heißen zum Beispiel Spinner, Spanner, Schwärmer und Eulen. Eulen? Wie die Vögel? Hat die Blume für das Lösungswort auf der Rückseite ein. einen Knick, rling war der Schmette zu 2 Rosaroter Sportplatz-Spinner Lockige Kuchen-Eule Welche? Das erfährst du hier im Heft. Außerdem gibt es Experimente, Spiele, Bastelanleitungen und ein Brennnessel-Rezept für Mutige. Nimmersatt Einleitungsseite Krass, wie unpraktisch! B: Tipps, Hinweise und Erweiterungen zu den Aufgaben Aufgabe 1: Falter-Notizen Falter? Hmm, lecker! Hier sammeln die Kinder alles, was sie schon zu Schmetterlingen wissen und was sie zu diesem Thema assoziieren. Dies kann alleine oder in der Gruppe geschehen. Vorteil der Gruppenarbeit: Beim gemeinsamen Brainstormen kommen mehr Ideen auf und die Liste wird deutlich länger. Dauer:ca. 10 Minuten Sozialform:Einzel- oder Gruppenarbeit Lehrplanbezug: Deutsch: Sprache und Sprachgebrauch untersuchen. An Wörtern, Sätzen, Texten arbeiten. Kunst: Fläche; gestalten. Idee für eine Erweiterung: Die Kinder überlegen sich Fragen, die sie zum Thema haben. Die Fragen werden gesammelt und aufgehängt. Im Laufe des Projektes kann darauf im- mer wieder Bezug genommen und abschließend geprüft werden, ob alle offenen Fragen beantwortet wurden. Handreichung Alter Falter-Entdeckeheft Tipp: Die Kinder schneiden Schmetterlinge (ganz einfache Falterform) aus buntem Tipp Papier aus und schreiben ihre Fragen darauf. Aufgabe 2: Wenn ich ein Falter wär Lockige Kuchen-Eule Bei dieser Aufgabe setzen sich die Kinder mit den oft vielsagenden Namen der Schmet- terlinge auseinander. Schauen Sie zuerst gemeinsam in Bestimmungsbücher, auf Schmetterlingsposter o.ä. und analysieren Sie die Namen. Je nach Alter und Wissens- stand können Sie die Kinder selbst sammeln lassen, nach welchen Mustern die Na- mensgebung erfolgte oder diese in Form von Beispielen vorgeben. Hier haben wir Ihnen die Gruppen, Erläuterungen und Beispiele schon vorbereitet: Namen nach Nahrung: Viele Schmetterlinge werden nach den Futterpflanzen der Raupen benannt. Das macht ihre spezialisierte Ernährung deutlich. Die Raupen des Distelfalters (Vanessa cardui) ernähren sich hauptsächlich von Disteln. Der Kleine Kohl- weißling (Pieris rapae) frisst vornehmlich an Kohlgewächsen wie Kohl, Rüben und Senf. Nach Aussehen: Der Schwalbenschwanz (Papilio machaon) hat charakteristische Fortsätze an den Hinterflügeln, die an die Schwanzfedern einer Schwalbe erinnern. Das Tagpfauenauge (Aglais io) hat auffällige Augenflecken auf den Flügeln, die an die Augen- flecken auf den Federn eines Pfaus erinnern. Die Farbe der Zitronenfalter (Gonepterix rhamni) entspricht denen von Zitronen: reif und gelb die Männchen, unreif und grün die Weibchen. Die Familien der Bläulinge (Lycaenidae) und Weißlinge (Pieridae) werden nach der vorherrschenden weißen bzw. blauen Farbe von vielen Arten benannt. Nach Aussehen und Lebensraum: Der Dottergelbe Alpenwiesenspanner (Crocota tinc- taria) erzählt (fast) alles in seinem Namen. Das Waldbrettspiel (Pararge aegeria) ist oft in lichten Wäldern sowie in baumreichen Gärten und Parks anzutreffen. Sein Muster erinnert an ein Spielbrett. Die Heidekraut-Bunteule (Anarta myrtilli) kommt dort vor, wo Heidekraut wächst und sie ist auffällig bunt. Nach Verhalten oder Bewegung: Die Familie der Spanner (Geometridae) ist nach der Form ihrer Raupen benannt: Sie haben ihre Füße ganz vorne und ganz hinten, der Körper „spannt“ sich dazwischen auf. In Aufgabe 8 wird die Spannerraupe als „Brück- enraupe“ bezeichnet. Die meisten Schwärmer (Sphingidae) sind dämmerungs- und nachtaktiv. Einige wenige, wie das Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum), 3 4 sind tagaktiv. Schwärmer sind exzellente Flieger mit muskulösem Körper für schnelle Flügelschläge, sie haben einen „schwärmenden“ Flug mit deutlich hörbarem Brummen. Als regelmäßige Blütenbesucher sind sie für die Bestäubung wichtig. Nach dieser Vorbereitung geben sich die Kinder selbst einen Falternamen. Dauer:10–20 Minuten Sozialform:Einzel- oder Gruppenarbeit Lehrplanbezug: Deutsch: Sprechen und Zuhören, über Lernerfahrungen sprechen. Sprache und Sprachgebrauch untersuchen. An Wörtern, Sätzen, Texten arbeiten. Idee für eine Erweiterung: Die Kinder erfinden noch den wissenschaftlichen Namen zu ihrem Falter. Dazu nehmen sie ihren tatsächlichen Vor- und Nachnamen und ergänzen jeweils eine der folgenden Endungen: -idae -ia -ata -us -ini -is -des -illi -thea Im nächsten Schritt können sie ihren Falter auch noch malen. Handreichung Alter Falter-Entdeckeheft Idee für eine Erweiterung: Anhand von Abbildungen, etwa aus einem Schmetterlings- buch, können die Kinder überlegen, woher sich die Namen der Arten ableiten. Tipp: Die Poster der SNU „Tagfalter“ und „Nachtfalter“ in Rheinland-Pfalz können Tipp kostenfrei bei der Stiftung bestellt werden. Aufgabe 3: Wer ist gemeint? Bei dieser Aufgabe räumen wir mit weitverbreiteten Missverständnissen auf. Im Eng lischen meint„ M oth“ab er alle Nacht falter! Hintergrundwissen Im allgemeinen Sprachgebrauch meint „Schmetterling“ meist nur die Tagfalter und „Motten“ häufig alle Nachtfalter. Das ist wissenschaftlich nicht korrekt. Die Begriffe richtig zu nutzen ist gar nicht kompliziert, darum hier die Erklärung: Schmetterlinge / Falter (synonym verwendet): alle Insekten, die Flügel mit Schuppen haben (als ausgewachsenes Tier). In der Taxonomie der Name einer Ordnung innerhalb der Insekten. Tagfalter: Jene Untergruppe der Schmetterlinge, die hauptsächlich tagsüber fliegt. Die Form iher Fühler-Enden ist ein Hinweis auf die Zugehörigkeit zu dieser Gruppe: Sie sind kolbenförmig verdickt. In Deutschland zählen etwa 190 Arten zu den Tagfaltern. Nachtfalter: Alle Schmetterlinge, die nicht zu den Tagfaltern gehören. In Deutschland sind das etwa 3.500 Arten. Es gibt auch Nachtfalter, die tagaktiv sind, z.B. die meisten Widderchen. Die Form der Fühlerenden kann ganz unterschiedlich aussehen, es gibt viele verschiedenen Formen, z.B. gefiedert. Motten: Eine Familie (Untergruppe) der Nachtfalter, zu ihr gehören etwa 90 Arten. Dies kann gemeinsam besprochen werden und die Kinder füllen das Lösungswort aus. Dauer:10 Minuten Sozialform:Gruppenarbeit Lehrplanbezug: Deutsch: Sprechen und Zuhören, über Lernerfahrungen sprechen. Sprache und Sprachgebrauch untersuchen. An Wörtern, Sätzen, Texten arbeiten 5 Interessant: Die Einteilung in Tag- und Nachtfalter ist nicht ganz eindeutig. Sie stam- mt aus einer Zeit, als Tiere und Pflanzen durch sichtbare Merkmale und Verhaltens- weisen in Ordnungen und Familien eingeteilt wurden. Heutzutage erfolgt die taxonomische Einteilung anhand genetischer Untersuchungen; die Verwandschaftsverhältnisse sind damit viel genauer bestimmbar. So wurde etwa festgestellt, dass einige Nachtfalter-Familien näher mit Tagfaltern verwandt sind als mit anderen Nachtfaltern. Die Einteilung in Tag- und Nachtfalter wurde bisher jedoch beibehalten. Idee für eine Erweiterung: Die Begriffe noch mal auf einem großen Blatt /an der Tafel sammeln und zuordnen. Eine Vertiefung erfolgt in Aufgabe 4. Aktivität: Schwing-Schmetterling Handreichung Alter Falter-Entdeckeheft Schmetterlinge schwingen geschmeidig durch die Lüfte: Das kann auch unser Schwing-Schmetterling! Dies ist ein größeres Projekt und nimmt 2–3 Stunden in Anspruch. Die Kindern können einen bestimmten Schmetterling abmalen oder einen eigenen erfinden oder z. B. jenen von Aufgabe 2 darstellen. Hier ist gegenseitige Hilfe nötig. Material:Ausgedruckte Vorlage, etwa 1 Meter Schnur, langer Ast / Stab, Pappe, Schere, Lineal, Klebeband, Klebestift, Stifte / Farbe, Pinsel, Münzen Dauer:3–6 Stunden (je nach Alter und Zeitaufwand für die Bemalung) Sozialform:Einzel- oder Tandemarbeit Lehrplanbezug: Kunst: Raum und Körper; gestalten Unter www.pindactica.de/schwing-schmetterling finden Sie eine ausführliche, bebilderte Anleitung zum Projekt.
Text(
Publication,
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Origins: /Land/Rheinland-Pfalz/Stiftung Natur und Umwelt
Tags: Zitronenfalter ? Schwalbenschwanz ? Ameise ? Schmetterling ? Schwalben ? Insekt ? Eule ? Rübe ? Rheinland-Pfalz ? Säugetier ? Futterpflanze ? Vogel ? Wiese ? Mimikry ? Deutschland ? Grundschule ? Nahrungspflanze ? Papier ? Temperatur ? Metamorphose ? Tarnung ? Antarktis ? Mitteleuropa ? Kind ? Kunstfaser ? Larve ? Pheromon ? Ei ? Blut ? Garten ? Geruchsstoff ? Pflanze ? Arbeit ? Ernährung ? Überwinterung ? Wald ?
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Language: Deutsch
Time ranges: 2025-01-01 - 2025-12-31
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