Description: Fakultät Umweltwissenschaften – Institut für Waldbau und Waldschutz – Professur für Waldschutz Abschlussbericht Waldbrandgefährdung und Waldbrandvorbeugung im Nationalpark Harz und in angrenzenden Wirtschaftswäldern (500 m) als Fallstudie für Mittelgebirge in Deutschland (HarzWB) Technische Universität Dresden Fakultät Umweltwissenschaften Professur für Waldschutz 01062 Tharandt Datum: 30.11.2022 Projektleitung: Prof. Dr. M. Müller Projektbearbeitung: M.Sc. M. Böhme Einleitung Für die Wälder der deutschen Mittelgebirge stellt sich immer drängender die Frage, wie sich das Waldbrandrisiko als Folge des Klimawandels zukünftig darstellt und wel- che waldbrandvorbeugenden Maßnahmen notwendig sind. Im Nationalpark Harz wa- ren Waldbrände in der Vergangenheit vorrangig eine Bedrohung für die Waldflächen und deren Schutzfunktion. Am Beispiel Schierke wird jedoch deutlich, dass auch der Schutz von unmittelbar an den Nationalpark grenzenden Wohngebieten vor Waldbrän- den einen hohen Stellenwert einnimmt. Die Gesellschaft als Ganzes wird nicht umhin- kommen, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, welchen Wert der Wald im Natio- nalpark Harz für sie hat und welche Funktionen er zukünftig erfüllen soll. Neben den höhenstufen- und klimaentsprechenden natürlichen Vegetationsformatio- nen der oberen Lagen, ist der historisch bedingte Anteil von Fichtenreinbeständen auf Waldflächen der Region Oberharz immer noch hoch. Während bisher regelmäßige Niederschläge und höhenlagenabhängig niedrige Temperaturen zu einer sehr gerin- gen Gefährdungseinschätzung im Bergland führten, zeigen Modellierungen bereits eine Veränderung für das klimatische Waldbrandrisiko auf. Nach Modellberechnungen für den Oberharz beträgt die erwartete jährliche Zahl an Tagen mit erhöhtem Wald- brandrisiko bis 2040 wahrscheinlich 20 Tage (NW-FVA, 2015). Die Art der Bewirtschaf- tung und der daraus resultierende Altersaufbau der Fichte mit einer deutlichen Über- besetzung der III. Altersklasse (NW-FVA, 2015), die extreme Trockenheit der letzten Jahre und ein damit einhergehender massiver Borkenkäferbefall haben dazu beigetra- gen, dass die Fichte großflächig geschädigt oder abgestorben ist. In der Folge ist die Brennstoffbelastung (Brandlasten) auf den Waldflächen gestiegen, auch wenn Art, Zu- sammensetzung und Mengen variieren. In Waldnationalparken stellt sich die Frage einer erhöhten Waldbrandgefahr auch deshalb, weil durch das Belassen von liegen- dem und stehendem Totholz potenziell höhere Brandlasten bei gleichzeitig geringerer Walderschließung und einem hohem Besucheraufkommen aufeinandertreffen. Zu- sätzlich kommen im Bergland durch die komplexere Topografie (z. B. Exposition, Hangneigung) und Witterung (z. B. Sonneneinstrahlung, Windverhältnisse) weitere Ri- sikofaktoren hinzu, die sich von der Situation im Tiefland unterscheiden. 1
Origin: /Land/Sachsen-Anhalt/MWL
Tags: Fichte ? Dresden ? Waldbrand ? Borkenkäfer ? Totholz ? Waldbrandprävention ? Topographie ? Wohngebiet ? Harz ? Waldfläche ? Fallstudie ? Forst ? Nationalpark ? Waldschutz ? Witterung ? Mittelgebirge ? Flachland ? Modellierung ? Umweltwissenschaft ? Flächenanteil ? Klimafolgen ? Waldbrandgefahr ? Abschlussbericht ? Forstwirtschaft ? Niederschlag ? Solarstrahlung ? Wald ? Gebirge ? Hang ? Waldfunktion ?
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Language: Deutsch
Issued: 2023-05-05
Modified: 2023-05-05
Time ranges: 2023-05-05 - 2023-05-05
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