Description: Das Projekt "Interaktionen zwischen Blüten und Schmetterlingen" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Universität Basel, Botanisches Institut, Abteilung Pflanzenökologie durchgeführt. Blütenpflanzen dominieren das Festland der Erde mit einer faszinierenden Vielfalt von ca. 1/4 Million Arten. Ein essentieller, wenn nicht gar der wichtigste Grund für diese Vielfalt sind die Interaktionen von Blüten mit Bestäubern, den Überträgern von Pollen. In diesen Interaktionen lag und liegt offensichtlich ein enormes evolutives Potential, das übrigens schon von Darwin gesehen wurde und das eine wichtige, wenn auch noch immer unterschätzte Rolle für die Formulierung seiner Evolutionstheorie gespielt hat. Als Verköstigungsmittel spielte bei ursprünglichen Blütenpflanzen sicher Pollen die Hauptrolle. Pollen ist aber für die Pflanze ein kostbares und in der Produktion aufwändiges Gut. So war die Entwicklung von nektarproduzierenden Drüsen (Nektarien) sicher ein wichtiger evolutiver Schritt, die 'Kosten' für die Belohnung von Blütenbesuchern zu senken. Nun ist aber auch Nektar nicht einfach billiges Zuckerwasser, wie lange angenommen wurde. So weist der Nektar von Blüten, die auf die Bestäubung von Schmetterlingen spezialisiert sind, höhere Aminosäurengehalte als die meisten, von anderen Tieren bestäubten Blüten auf. Diesen Befund interpretierten die Wissenschaftler als evolutive Anpassung an Schmetterlinge, da blütenbesuchenden Schmetterlingen ausser Nektar kaum andere Stickstoffquellen zur Verfügung stehen und vor allem weibliche Schmetterlinge Stickstoff für die Produktion und Reifung ihrer Eier benötigen. In der Folge wurden auch von verschiedenen Forschern Experimente durchgeführt, allerdings ohne eindeutig positive Effekte von Nektaraminosäuren auf die Reproduktion von Schmetterlingen nachweisen zu können. Erst 30(.) Jahre nach dem Postulat der Bakers, gelang uns dieser Nachweis2. Im Gegensatz zu den vorherigen Untersuchungen berücksichtigten wir auch die Bedingungen, unter welchen die Raupen aufwuchsen, und konnten zeigen, dass weibliche Schmetterlinge des Landkärtchens (Araschnia levana), die sich aus Raupen mit einem limitierten Futterangebot entwickelt hatten, so wie es in der freien Natur meistens der Fall sein dürfte, mit Nektaraminosäuren ihre Eiproduktion signifikant erhöhen können. Sie erreichen so fast die Eizahlen von Weibchen, die im Raupenstadium optimal gefüttert wurden. In den früheren Versuchen hatte man immer mit Schmetterlingen von optimal gefütterten Raupen gearbeitet, eine Situation, wie sie in der freien Natur wohl nur selten vorkommt. Unser gelungener Nachweis hat ein breites Echo gefunden3, doch fehlen nach wie vor Untersuchungen, die überprüfen, ob es sich bei dem positiven Befund um ein allgemeines Pänomen oder doch eher um einen Einzelfall handelt. Zentrale Fragen: 1) Ist die gesteigerte Fitness durch Nektaraminosäuren beim Landkärtchen (Araschnia levana) ein generelles Phänomen bei Schmetterlingen? 2) Können Nektaraminosäuren auch die Fitness von männlichen Schmetterlingen erhöhen? 3) Wie beeinflusst die globale Klimaerwärmung die Interaktionen zwischen nektarspendenden Blüten und Schmetterlingen?
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Origin: /Bund/UBA/UFORDAT
Tags: Schmetterling ? Aminosäure ? Larve ? Pflanzenökologie ? Basel ? Stickstoff ? Blüte ? Blütenpflanze ? Pflanzenproduktion ? Globale Erwärmung ? Artenvielfalt ? Drüse ? Ei ? Evolution ? Fortpflanzung ? Klimafolgen ? Landfläche ? Klimawandel ? Pollen ? Pollentransport ? Wechselwirkung ?
License: cc-by-nc-nd/4.0
Language: Deutsch
Time ranges: 2009-04-01 - 2010-04-30
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