Description: Forschungen zur Systematik von Organismengruppen umfassen sowohl taxonomische (beschreibende und ordnende) als auch phylogenetische (stammesgeschichtliche) Betrachtungen. Zeitgemaesse Systematik erfordert den Brueckenschlag von klassischen zu modernen Methoden und vom Freiland zum Labor. Dieser Ansatz wurde schon vor Jahrzehnten von prominenten Phykologen angeregt (RIETH 1964; PRINGSHEIM 1967), ist jedoch bisher kaum realisiert worden. Systematik wird meistens von einzelnen Wissenschaftlern betrieben. Das interdisziplinaere Herangehen (und nur das verspricht Erfolg) bleibt zu oft auf der Strecke. Die Ursachen sind vielfaeltig und liegen auf wissenschaftsorganisatorischem und subjektivem Feld. Inzwischen hat sich die Systematik zu einem der am meisten defizitaeren Wissenschaftszweige entwickelt. In der Stellungnahme des Wissenschaftsrates zur Umweltforschung in Deutschland (1994) wird darauf verwiesen, dass die Biodiversitaet und ihre Rolle bei der Stabilitaet von Oekosystemen bisher zu geringe Beachtung findet. Der 'Einzelkaempfer' am Lichtmikroskop, der allein auf morphologische Kriterien angewiesen ist, stoesst sehr bald an seine Grenzen bei der Bestimmung von Algentaxa. Andererseits ist auch ein Molekularbiologe hilflos, der zwar bestimmte Abschnitte des Erbmaterials der Untersuchungsorganismen kennt, aber kaum in der Lage ist, die Vielgestaltigkeit der Organismen im Mikroskop zu beherrschen. Ultrastrukturforscher reiben sich an verschiedensten, nur im Elekronenmikroskop sichtbaren Zellstrukturen und vergessen oft dabei, dem Freilandoekologen Hilfestellung zu geben, um die Organismen determinieren und somit die Struktur der Oekosysteme klar zu definieren. Eine Loesung ist nur in Sicht, wenn es zur engen Kooperation zwischen den Disziplinen kommt. Die Organismendiversitaet in Gewaesseroekosystemen ist ueberwaeltigend. Betrachten wir exemplarisch die mikroskopisch kleinen Primaerproduzenten in Gewaessern - die Algen - so muessen wir jedoch feststellen, dass immer mehr Algengruppen resignativ und provisorisch mit Namen belegt werden, die eine korrekte Reproduzierbarkeit der Resultate in Frage stellt. Mikrophyten haben eine hohe produktionsbiologische Bedeutung, ihre klare taxonomische Zuordnung waere also zwingend notwendig. Im Labor fuer Algologie des IGB werden oekologisch interessante Vertreter der Gruenalgen sowie der zentrischen Kieselalgen mittels klassischer und moderner Methoden bearbeitet. Dazu wurden die Moeglichkeiten des IGB durch Kooperation mit anderen Einrichtungen erweitert. Dies betrifft vor allem die Transmissionselektronenmikroskopie (Arbeitsgruppen von Prof Schnepf, Universitaet Heidelberg und Dr Pulz, Institut fuer Getreideverarbeitung GmbH, Bergholz-Rehbruecke) und die Molekularbiologie (Arbeitsgruppen von Dr Huss, Universitaet Erlangen und Dr Friedl, Universitaet Bayreuth)...
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Tags: Heidelberg ? Genom ? Algologie ? Diatomeen ? Grünalgen ? Molekularbiologie ? Deutschland ? Stellungnahme ? Taxonomie ? Umweltforschung ? Algen ? Klassifikation ? Ökosystem ? Lebewesen ? Zusammenarbeit ? Gewässer ? Biodiversität ? Zellstruktur ? Hochschule ? Transmissionselektronenmikroskopie ?
Region: Zoologischer Garten Berlin
Bounding boxes: 13.3371° .. 13.3371° x 52.50794° .. 52.50794°
License: Creative Commons Namensnennung-keine Bearbeitung-Nichtkommerziell 4.0
Language: Deutsch
Last harvest: 27.05.2026 00:03
Time ranges: 1995-01-01 - 2000-12-31
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