Description: Das Weißbuch 'Anpassung an den Klimawandel' der Europäischen Kommission definiert Gemeinschaftsaufgaben zur Anpassung an den Klimawandel. Auch die deutsche Bundesregierung wird ihren ersten 'Aktionsplan Anpassung' auf der Grundlage der Deutschen Anpassungsstrategie (DAS) vorlegen. Die Bundesländer sind aufgerufen, Handlungsoptionen in ihrem Kompetenzbereich zu bestimmen. Einige Bundesländer, darunter Sachsen- Anhalt, haben mittlerweile Anpassungsstrategien und Aktionsprogramme entwickelt, die zum Teil allerdings noch im politischen Abstimmungsverfahren stehen. Eine zentrale, in den Anpassungsstrategien auf allen Ebenen genannte Aufgabe für die Gestaltung von Aktionsplänen ist die Priorisierung von Handlungsoptionen unter dem Gesichtspunkt von Nutzen und Kosten. Bis heute gibt es dafür keine überzeugende ökonomische Forschungsstrategie. Im Grundsatz ist die Methodik der Nutzen-Kosten-Analyse geklärt: Die Kosten der Anpassungsmaßnahmen vermiedenen Klimaschäden (als Nutzen) gegenüberzustellen. Die ökonomische Methodik ist jedoch sowohl zur Abschätzung von vermiedenen Schäden, als auch zur Ermittlung von Anpassungskosten bislang unentwickelt. Das gilt insbesondere auf der regionalen Ebene. Die bisher angewandten Methoden sind durchgängig 'top down', d.h. sie ermitteln die vermiedenen Schäden und die Kosten der Anpassung aus einer globalen Perspektive. Bei den Kosten der Anpassung auf der regionalen Ebene geht es aber vielmehr um konkrete Handlungsfelder und -aktionen, die im Rahmen der Programm-Budget-Planung der Länder zu ermitteln sind. Hier wäre also ein 'bottom up'-Verfahren wesentlich aussagekräftiger als ein herunterskalierter Globalansatz. Hinzu kommt, dass Kosten für die Anpassung an den Klimawandel makroökonomische Effekte, z.B. Beschäftigungseffekte, in den Regionen auslösen, die in einer erweiterten Kosten-Nutzen-Analyse auszuweisen sind. Am Beispiel des Landes Sachsen-Anhalt wird ein solcher Bottom-Up-Ansatz als innovatives Verfahren der ökonomischen Anpassungsforschung in einem regionalen Kontext entwickeln und modellhaft ausgearbeitet. Dies gilt zunächst nur für die Abschätzung der Kosten der Anpassung und die Erfassung von regionalen ökonomischen Effekten. Auf der Basis der Projektergebnisse könnte die Methodik systematisch in die Verfahren zur Abschätzung der Nutzen (= vermiedenen Schäden) und der Priorisierung von Maßnahmenpaketen auf Landesebene eingezogen werden. Der in diesem Projekt angestrebte erste Schritt ist ein eigenständiger Schritt, weil hier Methoden der Kostenzurechnung und der Ermittlung von regionalen wirtschaftlichen Effekten entwickelt werden, die nicht zwingend mit der Kosten-Nutzen-Analyse und anderen Formen der Priorisierung von Maßnahmen der Klimaanpassung verknüpft sind, sondern als 'Grundlagenermittlung' für die ökonomische Priorisierung betrachtet werden und z.B. in der mittelfristigen Haushaltsplanung Beachtung finden können.
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Tags: Sachsen-Anhalt ? Beschäftigungswirkung ? Gesamtwirtschaftliche Wirkung ? Regionalplanung ? Aktionsplan Anpassung ? Kosten-Nutzen-Analyse ? Kostenrechnung ? Regionalpolitik ? Schadensvermeidung ? Anpassungsstrategie ? Klimakosten ? Bewertungsverfahren ? Kostenanalyse ? Kostenschätzung ? Makroökonomie ? Wirtschaftsmodell ? Planungsmethode ? Regionalmodell ? Ökonomische Bewertung ? Aktionsplan ? Klimaanpassung ? Regionalentwicklung ? Bottom-Up-Verfahren ? Dringlichkeitsreihung ? Planning-Programming-Budgeting ?
Region: Saxony
Bounding boxes: 13.25° .. 13.25° x 51° .. 51°
License: Creative Commons Namensnennung-keine Bearbeitung-Nichtkommerziell 4.0
Language: Deutsch
Time ranges: 2010-06-14 - 2010-12-31
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