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Sind die branchentypischen, nicht stoffspezifischen Risikomanagementmaßnahmen angemessen oder wird das Risiko für die Umwelt unterschätzt?

Description: Gemäß der Europäischen Chemikalienverordnung REACH müssen sowohl Registranten als auch Anwender von Chemikalien (Stoffen) prüfen, in welchen Phasen des Lebenszyklus dieser Stoffe es zu einem Eintrag in die Umwelt kommen kann und wie hoch die erwarteten Einträge sind. Die Schätzung dieser Emissionen basiert auf der Anwendung von branchentypischen Verwendungsbedingungen (Freisetzungsraten für die Emissionen aus dem Prozess in die Umwelt) und die Minderung dieser Emissionen durch ggf. installierte Risikominderungsmaßnahmen (RMMs) mit definierter Effizienz. Die Angaben zur Effizienz von RMMs enthalten meist keine stoffspezifischen Angaben, sondern basieren auf pauschalen Werten, Schätzungen oder firmeninternen Wissen. Es besteht die Gefahr, dass die Reinigungsleistung einzelner Risikominderungsmaßnahmen für einige Stoffgruppen niedriger ist als allgemein angenommen. Im Rahmen der Stoffsicherheitsbeurteilung würden Emissionen in die Umwelt damit möglicherweise unterschätzt. Als Folge würden in der Risikobewertung verschiedene Phasen des Lebenszyklus dieser Stoffe dann u.U. als sicher bewertet und damit ein Risiko für die Umwelt unterschätzt werden. Eine Sammlung von Risikominderungsmaßnahmen und deren Effizienz stellt die 'risk managment library' des Europäischen Branchenverbandes der Chemischen Industrie (CEFIC) dar. CEFIC bekundete bereits zu mehreren Gelegenheiten, dass diese Sammlung einer Aktualisierung bedarf. Das Forschungsprojekt soll prüfen, inwieweit die branchentypischen, nicht stoffspezifischen Risikominderungsmaßnahmen auf bereits eingestufte oder potentiell besorgniserregende Stoffe anzuwenden sind. Es ist zu prüfen, ob durch die Verwendung der nicht stoffspezifischen Effizienz von RMMs bei der Expositionsschätzung im Rahmen der Stoffsicherheitsbeurteilung ein Risiko für die Umwelt durch eine Unterschätzung der Emissionen zu befürchten ist. Speziell bei Freisetzung von besonders besorgniserregenden Stoffen (SVHCs) wären dann erhebliche Wirkungen in der Umwelt zu erwarten. Anhand von Beispielbranchen mit relevanten Umwelteinträgen von Stoffen, die der am Anfang dieses Absatzes definierten Bewertung entsprechen, soll untersucht werden, welchen Einfluss Risikominderungsmaßnahmen bei der Risikobewertung haben und ob die angesetzten Maßnahmen und deren Effizient angemessen und plausibel insbesondere für SVHCs sind. Hierzu sollen Beispielrechnungen durchgeführt sowie stoffspezifische Risikominderungsmaßnahmen für SVHCs und deren Effizienz zusammengestellt werden. Es sollen weiterhin Stoffgruppen und Branchen identifiziert werden, bei denen die Gefahr der Unterschätzung des Umweltrisikos besteht.

Types:
SupportProgram

Tags: REACH-Verordnung ? Besonders besorgniserregender Stoff ? Chemische Industrie ? Schadstoffemission ? Stoffsicherheitsbeurteilung ? Bewertungskriterium ? Bewertungsverfahren ? Emissionsminderung ? Gefahrstoff ? Reinigungsleistung ? Risikoanalyse ? Risikominderung ? Stoffbewertung ? Umweltgefährdung ? Umweltrisikobewertung ? REACH ? Expositionsbewertung ? Forschungsprojekt ? Wirtschaftszweig ? Risikomanagement ? Risikobewertung ? Stoffeintrag ? Modellrechnung ? Effizienzkriterium ? Eignungsfeststellung ?

Region: Vulkanhafen

Bounding boxes: 9.95207° .. 9.95207° x 53.52954° .. 53.52954°

License: Creative Commons Namensnennung-keine Bearbeitung-Nichtkommerziell 4.0

Language: Deutsch

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Time ranges: 2011-08-22 - 2015-11-30

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