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Nutzungsregime, Biodiversität und Renaturierungspotenzial von Salzrasen der Ostsee: Vegetationsökologische Analysen entlang eines komplexen ökologischen Gradienten

Description: Salzrasen der Ostseeküste sind durch unregelmäßige Überflutungen mit Salz- oder Brackwasser geprägt. Vom Kattegat über die deutsche und polnische Ostseeküste bis ins Baltikum und den Bottnischen Meerbusen nimmt der Salzgehalt ab, das Klima wird kontinentaler und die Winter entsprechend eisreicher. Aufgrund der Glazialgeschichte hebt sich an den nördlichen Ostseeküsten auch heute noch die Landoberfläche. Dagegen senkt sie sich im Südwesten der Ostsee, wodurch sich Küstenüberflutungsmoore mit Torfböden bildeten. Aufgrund des Fehlens der Tide und des geringen Salzgehalts können sich an der Ostsee schon ufernah Gehölze oder Brackwasser-Röhrichte etablieren. Nur weil seit Jahrhunderten der Gehölz- oder Röhrichtaufwuchs durch Mahd oder Beweidung verhindert wurde, konnten großflächige Salzrasen entstehen. Eine wichtige Ursache für den Rückgang der Salzrasen und ihrer charakteristischen Pflanzenarten während der letzten Jahrzehnte ist die Nutzungsaufgabe. Um Salzrasen und ihre charakteristischen Biozönosen zu erhalten, wird die Aufrechterhaltung extensiver Beweidung im Rahmen verschiedener Förderprogramme in den Ostseeländern finanziell unterstützt. Zudem wurde in mehreren Renaturierungsprojekten eine Beweidung brachgefallener Salzrasen wieder eingeführt. In der Doktorarbeit werden Effekte des Nutzungsregimes (kontinuierlich beweidete, brachgefallene und wieder in Beweidung genommene Salzrasen) auf die Artenzusammensetzung und -vielfalt der Vegetation auf drei räumlichen Maßstabsebenen (1-25-625 m2) analysiert. Dafür wurden entlang des ökologischen Komplexgradienten der Ostsee Untersuchungsflächen in Dänemark, Deutschland und Estland ausgewählt. Diese Flächen werden weiterhin hinsichtlich ihrer Vegetationsstruktur und Standortbedingungen charakterisiert. Das Renaturierungspotenzial hängt u. a. von der Überdauerung keimfähiger Samen in den Samenbanken des Bodens ab, so dass die Zusammensetzung der Samenbank auf den ausgewählten Flächen anhand von Samenbankanalysen untersucht wird. Da Samen seltener und gefährdeter Arten in klassischen Samenbankanalysen schwer nachzuweisen sind, werden zusätzlich Vergrabungsexperimente mit Samen einiger dieser Arten durchgeführt, um Aussagen zu deren Überdauerungsfähigkeit (Persistenz) machen zu können. Salzrasen wird nicht nur wegen ihrer charakteristischen Pflanzenarten, sondern vor allem aufgrund ihrer Bedeutung für Brut- und Rastvögel (oder für Amphibien) ein hoher Naturschutzwert beigemessen. Die meisten Naturschutzprojekte in Salzrasen zielen auf den Vogel- und/oder Amphibienschutz ab und das Beweidungsregime wird auf diese Ziele hin optimiert. In der Doktorarbeit wird untersucht, wie sich ein solches Management auf die botanischen Naturschutzziele (Erhaltung der charakteristischen Salzrasenflora und dabei insbesondere seltener und gefährdeter Arten) auswirkt. Damit soll die Arbeit auch dazu beitragen, Konkurrenz und/oder Synergien zwischen botanischen und zoologischen Naturschutzzielen transparenter zu machen.

Types:
SupportProgram

Tags: Röhricht ? Synergistische Wirkung ? Vegetation ? Dänemark ? Estland ? Botanik ? Amphibien ? Mahd ? Vogel ? Salz ? Überschwemmung ? Deutschland ? Renaturierung ? Pflanzenart ? Pflanzensamen ? Winter ? Brackwasser ? Salzgehalt ? Gefährdete Arten ? Gehölz ? Ostseeraum ? Extensive Beweidung ? Baltikum ? Amphibienschutz ? Artenbestand ? Management ? Persistenz ? Artenzusammensetzung ? Beweidung ? Fortpflanzung ? Kontinentales Klima ? Ostseeküste ? Klima ? Arbeit ? Standortbedingung ? Biozönose ? Naturschutz ? Schutzziel ? Biodiversität ? Ostsee ? Gezeiten ? Kontinuierliches Verfahren ? Artenschutz [Tier] ? Vegetationsgliederung ?

Region: Vulkanhafen

Bounding boxes: 9.95207° .. 9.95207° x 53.52954° .. 53.52954°

License: Creative Commons Namensnennung-keine Bearbeitung-Nichtkommerziell 4.0

Language: Deutsch

Organisations

Time ranges: 2005-07-01 - 2008-06-30

Status

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