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Pulmonale Reaktionsmuster auf kuenstliche Mineralfasern

Description: Epidemiologische und tierexperimentelle Untersuchungen ueber fibrogene und neoplastische Potenzen der Feinstaeube natuerlicher Mineralfasern erforderten die Entwicklung kuenstlicher Mineralfasern als Asbestersatzstoffe. Offen ist bisher die Frage, ob auch den Asbestersatzstoffen ein dem Asbest vergleichbares Potential zur Entwicklung von Fibrosen und Tumoren zukommt. Wesentliche Schritte zur formalen Pathogenese bei der Entwicklung boesartiger Faser-assoziierter Tumoren sind bisher nicht geklaert. In der vorliegenden Studie wurden zur Pruefung moeglicher fibrogener und neoplastischer Potenzen kuenstliche Mineralfasern der Steinwolle (Rockwool) im Tierexperiment geprueft. Fuer das in vivo-Experiment wurden Rockwool-Feinfaserproben eingesetzt. Die Feinfasern hatten einen Durchmesser kleiner 2 Mikrometer, eine Laenge von groesser 5 Mikrometer. In die rechte Lunge von maennlichen Wistar-Ratten wurden dann 0,2 ml der Rockwool-Feinfaser-Suspension (10 mg Rockwool/ml physiologischer Kochsalzloesung) instilliert. Die Ratten wurden anschliessend zu Zeitpunkten von einem Tag bis zu 10 Monaten nach einmaliger Instillation der Fasern getoetet. Die Aufarbeitung und Analyse der Lungen erfolgte mit morphologischen, physiologisch-analytischen und molekulargenetischen Methoden. Dabei konnten histomorphologisch folgende Veraenderungen dokumentiert werden: Es kam zu metaplastischen Veraenderungen der bronchialen und alveolaeren Oberflaechenepithelien. Weiterhin traten Granulombildungen auf, und zwar in Verbindung mit einer nur leichtgradigen, vorwiegend peribroncheolaeren Fibrosierung. Es traten fokale, fibroese Verdickungen der Pleurahauptschicht auf, ebenso wie es zu metaplastischen Veraenderung der Mesothelzellen kam. Die immunhistochemischen und molekulargenetischen Untersuchungen zur Rolle des Tumor-Suppressor-Gens p53 lieferten bislang keinen Hinweis auf eine Mutation im Bereich des untersuchten Genlocus. Eine Akkumulation des Proteins deutete jedoch auf eine Schaedigung einzelner Zellen durch die instillierten Fasern hin. Nach diesen Ergebnissen hat die kuenstliche Rockwool-Faser im Vergleich zu natuerlichen Mineralfasern ein schwaecheres fibrogenes Potential. Tumore wurden im Untersuchungszeitraum nicht dokumentiert.

Types:
SupportProgram

Tags: Protein ? Staub ? Feinstaub ? Mutation ? Steinwolle ? Asbest ? Bronchien ? Epidemiologie ? Ratte ? Ersatzstoff ? Krebserkrankung ? Kunstfaser ? Lunge ? Mineralfaser ? Studie ? Tierversuch ? Faser ? Zelle ? Pathogenese ? Tumor ? Tumorgenese ?

Region: Nordrhein-Westfalen Nordrhein-Westfalen

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License: Creative Commons Namensnennung-keine Bearbeitung-Nichtkommerziell 4.0

Language: Deutsch

Organisations

Last harvest: 28.07.2026 23:56

Time ranges: 1993-01-01 - 1994-12-31

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