Description: Das Mesotheliom galt lange Zeit als typischer, durch Asbestfaserstaub verursachter Berufskrebs. Tierexperimentelle Erkenntnisse legen es jedoch nahe, das Spektrum der Risikofaktoren auf weitere natuerliche und kuenstliche biobestaendige Mineralfasern zu erweitern. Geprueft wurde anhand von Angaben zur Berufsvorgeschichte und von Ergebnissen der Lungenstaubfaseranalyse, ob ein gehaeuftes Auftreten derartiger Nicht-Asbestfasern bei Mesotheliom-Patienten nachgewiesen werden kann. 324 Mesotheliom-Patienten aus sieben Kliniken wurden mit 315 Kontroll-Patienten aus diesen Kliniken und weiteren 182 Kontrollpersonen aus der Bevoelkerung verglichen. Die Diagnose der Mesotheliomerkrankung wurde durch eine Arbeitsgruppe erfahrener Pathologen abgesichert. Klinischer Verlauf der Mesotheliomerkrankung wurde weiterhin beobachtet. Berufliche und ausserberufliche Risikofaktoren wurden durch speziell geschulte Interviewer mit einem standardisierten Fragebogeninstrument erhoben. Bei einem Teil der operierten Patienten konnten auch die elektronenmikroskopischen Analysen der Fasern im Lungengewebe vorgenommen werden. Die Einwirkung von Asbestfasern bestaetigt sich erwartungsgemaess sowohl aus den Interviews als auch aus der Lungenstaubfaseranalytik als der ueberragende Risikofaktor. Der Schaetzwert fuer das Mesotheliomrisiko (Odds Ratio) unterscheidet sich zwischen den Personengruppen mit der staerksten und der schwaechsten Asbestfaserstaub-Einwirkung am Arbeitsplatz mit beiden Methoden etwa um den Faktor 100. Ausserdem Hinweise auf eine krebserzeugende Wirkung anderer Mineralfasern. Bei der differentialaetiologischen Bewertung bestehen jedoch erhebliche Schwierigkeiten. Insbesondere die am meisten verwendeten kuenstlichen Mineralfasern sind naemlich meist bei denjenigen Patienten anzutreffen, die auch Asbest eingeatmet haben. Signifikante Wirkungsbeitraege der Auswertungen der Interviews in den Personengruppen mit der hoechsten Dosis eingeatmeter Fasern und den hoechsten Inzidenzschaetzern bleiben auch bei Asbestadjustierung erhalten. Die Studie liefert somit den ersten Hinweis auf einen eigenen Beitrag kuenstlicher Mineralfasern zum Mesotheliomrisiko. Bereits fuer Amphibolfaserkonzentrationen zwischen 100 000 und 200 000 Fasern je Gramm getrockneten Lungengewebes ergibt sich ein signifikant erhoehtes Mesotheliomrisiko fuer den Menschen. Dies trifft zu, obwohl es sich bei den Kontrollpatienten zu einem erheblichen Anteil um Lungenkrebspatienten handelt, so dass wegen der gesicherten lungenkarzinogenen Wirkung des Amphibolasbestes mit einem zu niedrigen Schaetzwert fuer das Mesotheliomrisiko gerechnet werden muss. Insgesamt liefern die Ergebnisse einen bedeutsamen Beitrag zur aktuellen Diskussion um Art und Ausmass praeventiver Massnahmen im Arbeits- und Umweltschutz bei der Verwendung von biobestaendigen mineralischen Nicht-Asbestfasern kritischer Abmessungen. Der zweifelsfreie Nachweis einer krebserzeugenden Wirksamkeit fuer eine, Nicht-Asbestfaserart gelingt jedoc
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Tags: Asbeststaub ? Asbest ? Interview ? Schadstoffexposition ? Umweltschutzmaßnahme ? Krankenhaus ? Arbeitsplatz ? Berufskrankheit ? Kanzerogenität ? Krebserkrankung ? Krebsrisiko ? Mineralfaser ? Studie ? Luftschadstoff ? Empirische Untersuchung ? Risikofaktor ?
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License: Creative Commons Namensnennung-keine Bearbeitung-Nichtkommerziell 4.0
Language: Deutsch
Last harvest: 07.10.2026 00:04
Time ranges: 1987-03-01 - 1994-03-31
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