Description: Die Untersuchungen sollen das Verstaendnis trophischer Interaktionen in Lebensgemeinschaften von Seenufern erweitern, wobei Makrozoobenthosoganismen im Mittelpunkt stehen. Freilandexperimente sollen in zwei Lebensraeumen des Bodenseeufers durchgefuehrt werden. In der Geroellbrandungszone in Wassertiefen bis zu 1 m (Eulitoral) und im Infralitoral bei Wassertiefen von mehreren Metern. In der Geroellbrandungszone unterscheiden sich die Substrattypen durch die Korngroessen und davon abhaengig die Lueckenraeume. Im Infralitoral werden Hart- und Weichsubstrate unterschieden. Als vertebrate Raeuber sind Fische und Wasservoegel wichtig. Es sollen folgende drei Hypothesen getestet werden. (a) Der Lueckenraum der Geroellbrandungszone ist von einer diversen Makroinvertebratengemeinschaft besiedelt, wobei der omnivore Flohkrebs Gammarus roeseli die Biomasse dominiert. Benthivore Fische im Lueckenraum sind Schmerlen (Nemachilus barbatulus) und junge Trueschen (Lota lota). Trueschen, die starken Frassdruck auf Gammarus ausueben, sind auf grobes Geroell mit weiten Lueckenraeumen angewiesen. In grobem Geroell wird Gammarus von Trueschen kurz gehalten und kleinere Invertebrate (z.B. Chironomiden) sind staerker vertreten. In feinerem Geroell ist Gammarus frassgeschuetzt und dezimiert seinerseits die kleinen Invertebraten. (b) Im Infralitoral werden Hartsubstrate potentiell von der Dreikantenmuschel Dreissena polymorpha besiedelt. Dreissena wird von Wasservoegeln gefressen. Werden Wasservoegel ausgeschlossen, so weisen solche Flaechen eine staerkere Besiedelung durch Dreissena auf. Als ueberlegener Raumkonkurrent behindert Dreissena die Besiedlung durch andere sessile Organismen. Durch die Produktion von Pseudofaeces macht Dreissena urspruenglich planktische Nahrung fuer benthische Detritusfresser verfuegbar und stimuliert so die benthische Sekundaerproduktion. (c) Auf Weichsubstraten im Infralitoral beguenstigt der Ausschluss von Fischen und Wasservoegeln das Auftreten von submersen Makrophyten, da der direkte Pflanzenfrass durch Vertebraten reduziert wird, aber auch weil mehr Schnecken aufkommen, die ihrerseits Makrophyten indirekt foerdern, indem Sie Aufwuchs abweiden.
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Tags: Flohkrebs ? Besiedlung ? Quappe ? Schnecke ? Substrat ? Wasservogel ? Fisch ? Makrophyten ? Bodensee ? Biofilm ? Habitat ? Wirbellose ? Nahrungsproduktion ? Plankton ? Wirbeltier ? Makrozoobenthos ? Dreikantmuschel ? Benthos ? Korngröße ? Biomasse ? Biozönose ? Ernährung ? Freilandversuch ? Lebewesen ?
Region: Baden-Württemberg
Bounding boxes: 9° .. 9° x 48.5° .. 48.5°
License: Creative Commons Namensnennung-keine Bearbeitung-Nichtkommerziell 4.0
Language: Deutsch
Time ranges: 1998-07-01 - 2007-12-31
Webseite zum Förderprojekt
https://gepris.dfg.de/gepris/projekt/5117484 (Webseite)Accessed 1 times.