Description: Ob Mensch, Tier oder Pflanze – in Berlin leben Arten, die für die grüne Metropole typisch sind. Und so soll es auch bleiben. Viele, die heute hier leben, kommen ursprünglich vom Land und haben hier ihre Nische und zweite Heimat gefunden. Viele Vögel, die in der Stadt leben oder dort auf dem Durchzug oder im Winter vorkommen, haben allerdings zunehmend Probleme in diesem Lebensraum. Dazu trägt der Zuwachs an großflächigen Glasfassaden bei, denn Glas kann eine tödliche Falle für Vögel sein. Vögel haben keinen so engen Blick auf unsere Welt, wie wir Menschen. Das ist ganz wörtlich zu verstehen, denn bei den meisten Vögeln sitzen die Augen an den Seiten des Kopfes. Dadurch haben sie eine Weitwinkelsicht, wenn nicht sogar einen “Rundum-Blick”. Das ist nötig, um permanent nach Beutegreifern, Artgenossen oder Nahrung Ausschau zu halten. Durch diese Sichtweise ist aber das räumliche Sehvermögen der meisten Vögel deutlich eingeschränkt. Vögel können Glas einfach nicht erkennen und das führt leider oft zum Tode. Je größer und durchsichtiger die Glasfläche ist, desto höher ist auch die Gefahr für die Vögel. Besonders schlecht sichtbar und damit gefährlich für Vögel sind verglaste Gebäudeecken. Neben der Transparenz spielt vor allem auch die Spiegelung des Glases eine Rolle. Je nach Scheibentyp, Beleuchtung und Helligkeit reflektiert das Glas die Umgebung. Kommt es zu Spiegelungen von natürlichen Objekten, wie z.B. des Himmels oder von Bäumen, nehmen die Vögel die Glasscheibe nicht als Hindernis wahr. Das Ergebnis ist eine Vielzahl von Kollisionen. Abhilfe ist im Prinzip recht einfach zu schaffen und sollte bereits bei der Planung berücksichtigt werden: Das Glas muss für Vögel sichtbar gemacht werden. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: Ersatz durch lichtdurchlässiges, aber undurchsichtiges Material, wie z.B. Milchglas. Markierungen auf der ganzen durchsichtigen Fläche (z.B. durch Linien- oder Punktraster). Experimente und Untersuchungen haben gezeigt, dass bereits ganz einfache Markierungen die Zahl der Unfälle deutlich reduzieren. Die Markierungen sollten horizontal einen Abstand von 10 cm zueinander und vertikal einen Abstand von 5 cm nicht überschreiten. Es können aber auch kreativ verschiedenste Muster in unterschiedlichen Farben aufgebracht werden. Schwarze und orange Markierungen sind unter den meisten Bedingungen am besten sichtbar. Markierungen sollten möglichst an der Außenseite angebracht werden, um auch die Spiegelung zu brechen. Als wirkungslos haben sich hingegen die traditionellen Greifvogelsilhouetten erwiesen. Ein Schutz könnte mit diesen nur erreicht werden, wenn diese in sehr hoher Dichte angebracht werden, was wiederum die Durchsicht aus dem Gebäude erheblich einschränken würde. Bei größeren Projekten empfiehlt es sich Fachleute hinzu zu ziehen, um angepasste Lösungen für die Markierung von Glasflächen zu entwickeln. Auch hier schreitet die Forschung voran. Ausgewählte Glasflächen wie beispielsweise des Umweltbildungszentrums am Wuhleteich, oder verspiegelte gartenkünstlerische Objekte in einzelnen Gartenkabinetten wurden mit schwarzen, horizontal verlaufenden Linienfolien ausgestattet, um Vogelschlag zu vermeiden. Diese Art der Markierung ist immer noch durchsichtig genug für uns Menschen, kann aber auch von Vögeln gut gesehen werden, sodass Kollisionen verhindert werden. Auch das zur IGA 2017 gebaute Tropenglashaus wurde umfangreich nachgebessert und hinsichtlich der Markierungen der Gläser optimiert. Vogelfreundliches Bauen mit Glas und Licht
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Tags: Glas ? Vogel ? Berlin ? Baum ? Gebäude ? Großstadt ? Prädator ? Beleuchtung ? Umweltbildung ? Vogelschlag ? Pflanze ?
Region: Berlin, Stadt
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Language: Deutsch
Issued: 2025-01-07
Time ranges: 2025-01-07 - 2025-01-07
Vogelfreundliches Bauen mit Glas und Licht
https://www.berlin.de/sen/uvk/natur-und-gruen/naturschutz/artenschutz/freilandartenschutz/vogelfreundliches-bauen-mit-glas-und-licht/ (Webseite)Accessed 1 times.