Description: Erfassung des Umgangs der deutschen Bevölkerung mit Radon als Grundlage für Risikokommunikation und Stärkung des Schutzverhaltens Forschungs-/ Auftragnehmer: GIM ‐ Gesellschaft für Innovative Marktforschung GmbH Projektleitung: Dr. T. Jerković, A. Wachenfeld-Schell Beginn: 01.11.2020 Ende: 31.01.2022 Finanzierung: Forschungsprogramm Strahlenschutz des Bundesumweltministeriums, Fördermittel EUR 129.579 Euro Das Strahlenschutzgesetz sieht vor, die Gesundheit von Menschen in Gebieten mit hohen Radon -Vorkommen zu schützen. Bei privat genutzten Bestandsgebäuden setzen Bund und Länder auf Eigenverantwortung der Bevölkerung. Die Risikokommunikation zu Radon ist ein wichtiger Bestandteil zur Förderung der Informiertheit und des richtigen Schutzverhaltens. Erkenntnisse über die bestehende Informiertheit, Risikowahrnehmung und Handlungsbereitschaft der Bevölkerung sind eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung der Risikokommunikation im Bereich Radon . Je genauer Informationen und Kommunikationsangebote auf die Lebenswelt der Rezipient*innen ausgerichtet werden, umso eher kann die Risikokommunikation zu informierten Entscheidungen bzgl. Radon‐Schutz beitragen. Zielsetzung Vor diesem Hintergrund sollte in einer empirischen Studie der Umgang der Bevölkerung mit Radon untersucht werden. Die Erkenntnisse unterstützen dabei, geeignete Maßnahmen abzuleiten, um die Aufmerksamkeit und Sensibilität der Bevölkerung für das Thema zu erhöhen. In einer kombinierten qualitativen und quantitativen Studie, der eine eingehende Literaturrecherche vorangestellt war, wurden das Wissen zu Radon und möglichen Schutzmaßnahmen, die Risikowahrnehmung , Informationsverhalten und Handlungsintentionen erhoben. Außerdem wurde die Wirkung von Kommunikationsbausteinen auf die Handlungsintention untersucht. Methodik und Durchführung Bei der Literaturrecherche wurde eine Sekundäranalyse aktueller Studien zu den Themen „Einstellung zu Radon“ und Radon -Präventionsmaßnahmen durchgeführt. Im Fokus standen zielführende Theorien, Methoden und Operationalisierungen für die empirische Erhebung. Die systematische Erfassung relevanter Literatur legte den Schwerpunkt auf empirische Primär- und Metastudien zu theoretischen und methodischen Ansätzen und deren Operationalisierung in wissenschaftlich anerkannten Journals. Die qualitative Vorstudie lieferte ein tieferes Verständnis des Informationsverhaltens, zu Einstellungen und Handlungsintentionen in Bezug auf Radon . Zudem wurden empirische Erkenntnisse für die Entwicklung des quantitativen Erhebungsinstruments und die Auswahl geeigneter Stimuli für den quantitativen Test gewonnen. Für die qualitative Erhebung wurden im April 2021 insgesamt 30 Interviews von je 1,5 Stunde Dauer in Dresden, Berlin und München sowie zwei 2,5-stündige Fokusgruppen mit je 8 Teilnehme*rinnen in Dresden und Berlin durchgeführt. In der quantitativen online-Befragung wurden für die internetnutzende deutsche Wohnbevölkerung ab 18 Jahren die Einstellung zu Radon und Radonprävention sowie die Wirkung ausgewählter Kommunikationsbausteine zum Thema Radonprävention erhoben. Insgesamt wurden 3000 vollständige Interviews durchgeführt. Ergebnisse Die qualitativen Ergebnisse zeigen, dass die Beschäftigung mit dem Thema Radon sowohl in Einzelinterviews als auch in der Gruppe zu einer deutlichen Sensibilisierung für das Risiko führt, auch wenn das Risiko weiterhin als eher gering eingestuft wurde. Die quantitative Untersuchung ergab, dass die gestützte, namentliche Bekanntheit von Radon , nach einer kurzen Erklärung mit 65 % relativ hoch liegt. In dieser Gruppe sind sich nur 30 % sicher, Radon zu kennen, 35 % glauben von Radon schon gehört zu haben. Die Bekanntheit von Radon nimmt dabei mit dem Alter und der formalen Bildung zu. Von den rund zwei Dritteln der Befragten, die Radon kennen, geben 10 % an, dass sie ihre Kenntnisse für (sehr) groß halten, während rund 60 % ihre Kenntnisse als (sehr) gering einschätzen. Auch sieht die große Mehrheit der Befragten kaum ein Risiko für sich persönlich, das von Radon ausgeht. Lediglich 6 % der Befragten geben an, dass sie das Risiko , das von Radon ausgeht, für "hoch" bzw. "sehr hoch" halten, während 52 % der Befragten es für (sehr) gering halten. Außerdem halten nur wenige Befragte die Wahrscheinlichkeit für (sehr) hoch, dass ihr Wohnraum eine erhöhte Radonkonzentration aufweist (4 % ), während 66 % es für (sehr) unwahrscheinlich halten. Um zukünftig die Menschen mit Informationen zum Thema Radon erreichen zu können, ist das Maß an Vertrauen , das einem Absender entgegengebracht wird, relevant. Öffentliche Institutionen genießen ein hohes Vertrauen und allgemeine Informationen über das Vorkommen und die Auswirkungen von Radon haben für die meisten Befragten eine hohe Relevanz. Die Ergebnisse dieses Vorhabens sind eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung der Risikokommunikation im Bereich Radon . Stand: 10.02.2023
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Tags: München ? Dresden ? Radon ? Wohnung ? Berlin ? Strahlenschutzgesetz ? Interview ? Strahlenschutz ? Risikokommunikation ? Metastudie ? Finanzierungshilfe ? Literaturauswertung ? Marktforschung ? Studie ? Risikobewusstsein ? Befragung ? Gebäudebestand ? Eigenverantwortung ? Empirische Untersuchung ? Finanzierung ? Forschungsprogramm ? Öffentliche Einrichtung ? Beschäftigung ?
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Language: Deutsch
Issued: 2023-02-10
Time ranges: 2023-02-10 - 2023-02-10
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