Description: Three Mile Island, Goiania, Palomares: 3 radiologische Unfälle Textfassung des Videos " Three Mile Island, Goiania, Palomares: 3 radiologische Unfälle " Radiologische Notfälle sind sehr selten. Und alle Menschen, die mit künstlichen Strahlenquellen zu tun haben, tun alles dafür, dass es nicht zu Notfällen kommt. Einige hat es trotzdem schon gegeben. Die bekanntesten sind sicherlich die beiden schwersten: die Reaktorunglücke in Tschornobyl und Fukushima. Mit Tschornobyl beschäftigen wir uns in den nächsten Videos. Heute schauen wir uns ein paar andere Beispiele ganz genau an. Auch ziemlich bekannt ist der Reaktorunfall, der sich am 28. März 1979 im Kernkraftwerk Three Mile Island ereignet hat. Das Werk liegt im US-Bundesstaat Pennsylvania, in der Nähe der Stadt Harrisburg. Im Kernkraftwerk fielen zwei Kühlpumpen aus. Technische Probleme und Fehlentscheidungen des Personals führten dazu, dass unbemerkt Kühlflüssigkeit entweichen konnte und der Reaktorkern nicht mehr mit Kühlwasser bedeckt war. Mehr als ein Drittel des Brennstoffs im Reaktor ist damals geschmolzen. Der Druckbehälter um den Reaktorkern blieb intakt, sodass es nicht zum Schlimmsten kam, dennoch gelangten geringe Mengen an radioaktiven Gasen und verunreinigtes Wasser in die Umwelt. Die Krisenkommunikation der Verantwortlichen war damals leider nicht gut und führte zu einer massiven Verunsicherung bei den Bewohnerinnen und Bewohnern. Schwangeren und kleinen Kindern wurde damals in einem Fünf-Meilen-Radius die Evakuierung empfohlen. Über 100.000 Menschen verließen damals zeitweise die Region. Gesundheitliche Schäden für die Bevölkerung wurden damals nicht nachgewiesen. Der Unfall war aber auf jeden Fall eine enorme psychische Belastung für die Anwohnerinnen und Anwohner. Durch die Lehren von Three Mile Island kam es in den folgenden Jahren zu vielen Neuerungen im Strahlenschutz. Unter anderem wurden die Sicherheitsstandards der Kernkraftwerke in den USA überarbeitet und es gab Verbesserungen in der Ausbildung des Personals. Auf der INES-Skala, die dabei hilft, die Bedeutung eines nuklearen Ereignisses einzuschätzen, wurde Three Mile Island in Stufe fünf, ernster Unfall, einsortiert. Ebenfalls auf Stufe fünf liegt ein Unfall ganz anderer Art: Im brasilianischen Goiania brachen 1987 zwei Müllsammler in ein verlassenes Gebäude ein. Dort hatte zwei Jahre zuvor ein privates Institut für Strahlentherapie ein Strahlentherapiegerät zurückgelassen, ohne die Behörden darüber zu informieren. In dem Gerät befand sich ein Strahlungskopf mit radioaktivem Cäsium-137. Die beiden Männer stahlen den Bestrahlungskopf, ohne zu wissen, was es war. Sie versuchten, ihn zu öffnen, schafften es aber nur, ein Loch hineinzubohren. Sie und das Haus, in dem sie waren, wurden kontaminiert. Und sie erlitten Symptome der Strahlenkrankheit: Verbrennungen und Übelkeit. Da sie diese Symptome aber nicht mit dem Gerät in Verbindung brachten, verkauften sie es an einen Schrotthändler. Der zerlegte den Kopf ganz und stellte fest, dass die Substanz darin, das Cäsium-137, im Dunkeln schwach blau leuchtete. Fasziniert nahm er sie mit nach Hause, führte sie Familie und Bekannten vor und verteilte sogar Teile davon an sie. Viele von ihnen zeigten schnell Symptome der Strahlenkrankheit, die aber erst erkannt wurde, als die Frau des Schrotthändlers die inzwischen fast leere Kapsel mit ins Krankenhaus nahm. Nun wurde endlich erkannt, dass es sich um einen radiologischen Notfall handelte. 112.000 Personen wurden auf eine Kontamination hin untersucht. 249 von ihnen waren mit dem Cäsium in Kontakt gekommen und hatten es teils auch in den Körper aufgenommen. Dabei kam zum ersten Mal Preussisch Blau, als Dekorporationsmittel zum Einsatz. Wie das funktioniert, haben wir schon in einem früheren Video erklärt. Wir stellen euch den Link in die Videobeschreibung. Vier Personen starben dennoch in den ersten Wochen nach dem Unfall. Darunter auch die Frau des Schrotthändlers, die als erste vermutet hatte, dass ihre Symptome mit der leuchtenden Substanz in Verbindung stehen könnten. 67 Quadratkilometer des Stadtgebiets wurden untersucht und 85 kontaminierte Häuser gefunden. Bei 41 war die Kontamination so stark, dass die Familien, die dort wohnten, evakuiert werden mussten. Einige Häuser konnten dekontaminiert werden, andere wurden abgerissen und die Erde rundherum abgetragen. 3500 Kubikmeter radioaktiver Abfall wurden sicher eingelagert. Wieder eine ganz andere Art von Unfall ereignete sich 1966 über dem spanischen Ort Palomares. Ein US-Bomber mit vier Wasserstoffbomben an Bord kollidierte in der Luft mit einem Tankflugzeug. Beide Flugzeuge stürzten ab. Drei der Wasserstoffbomben landeten auf dem Festland,die vierte im Meer. Alle wurden geborgen. Dabei kam es zwar glücklicherweise bei keiner der vier Bomben zu einer nuklearen Detonation. Jedoch explodierten von zwei dieser Bomben, die mit Plutonium-239 gefüllt waren, die konventionellen Sprengladungen der Zünder. Mehrere Kilogramm radioaktiven Plutoniums wurden freigesetzt und 400 Hektar Land kontaminiert. Das Franco-Regime spielte den Unfall und die Kontamination systematisch herunter. Es gab ein Dekontaminationssprogramm, aber keine Evakuierung. Große Teile der kontaminierten Flächen wurden weiter andwirtschaftlich bewirtschaftet. Diese Gebiete werden bis heute überwacht und es gibt mehrere Sperrzonen. Laut Angaben der spanischen Gesundheitsbehörden gibt es keine erhöhten Krebsraten in diesen Gebieten. Im nächsten Video zeigen wir dann einmal ganz genau, was in Tschornobyl passiert ist. Das solltet ihr nicht verpassen, Also bleibt dran, abonniert unseren Kanal und bis dahin: Bleibt gut geschützt. Stand: 14.03.2024
Tags: Brennstoff ? Cäsium ? Pennsylvania ? Tschernobyl ? Fukushima ? Gesundheitsschaden ? Kühlmittel ? Kühlwasser ? Plutonium ? Radioaktiver Abfall ? Island ? USA ? Cäsium-137 ? Flugzeug ? Gebäude ? Kernkraftwerk ? Kind ? Strahlenschutz ? Krankenhaus ? Brachfläche ? Detonation ? Kerntechnischer Unfall ? Reaktor ? Ausbildung ? Meeresgewässer ? Strahlenkrankheit ? Sicherheitsnorm ? Landfläche ? Druckbehälter ? Urbaner Raum ? Stadt ?
License: Alle Rechte vorbehalten
Language: Deutsch
Issued: 2024-03-14
Last harvest: 10.06.2026 00:32
Accessed 1 times.