API src

Found 1092 results.

Related terms

Schwermetalldepositionen

Schwermetalldepositionen Bei den Schwermetallen Blei, Cadmium und Quecksilber ist ein Rückgang der atmosphärischen Einträge (Deposition) zu verzeichnen. Modellrechnungen zeigen: In Deutschland liegen die Schwermetalleinträge aus der Atmosphäre an den UBA Stationen im ländlichen Hintergrund im Jahr 2023 im Bereich von 0,14 – 0.54 kg Blei pro km², 7,4 – 16.1 g Cadmium pro km² und 3,2 – 10,2 g Quecksilber pro km². Herkunft der Schwermetalle Die Schwermetalle Blei (Pb), Cadmium (Cd) und Quecksilber (Hg) sind gekennzeichnet durch Toxizität und chemische Stabilität. Diese Eigenschaften führen dazu, dass sich diese Stoffe in der Umwelt anreichern, Schäden an Ökosystemen verursachen und auch schädliche Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit zeigen können. Sie werden in erheblichem Umfang ⁠ anthropogen ⁠ (durch menschliche Tätigkeiten) in die ⁠ Atmosphäre ⁠ ausgestoßen/abgegeben. In der Atmosphäre können sie weiträumig und grenzüberschreitend transportiert werden. Durch Depositionsvorgänge (Ablagerung) gelangen sie aus der Atmosphäre auch in andere Umweltmedien. Ein erheblicher Teil der Schwermetalle gelangt aber auch durch erneute Freisetzung bereits früher deponierter Mengen in die Atmosphäre. Es finden somit eine Resuspension (Blei, Cadmium) und Reemission (Quecksilber) statt. In Deutschland sind im Zeitraum 1990 bis 2023 grundsätzlich rückläufige Schwermetallemissionen zu beobachten. Dies zeigt sich auch in den gemessenen und modellierten Depositionsdaten. Im Rahmen des europäischen Überwachungsprogramms EMEP wird mittels atmosphärischer Chemie-Transportmodelle die gesamte Ablagerung (nasse und trockene ⁠ Deposition ⁠) ausgewählter Schwermetalle flächendeckend für die EMEP-Region (Europa und Zentralasien) berechnet. Die Daten der Modellrechnungen werden in jährlichen Berichten durch das Meteorological Synthesizing Centre - East (⁠ MSC ⁠-E) veröffentlicht. Gesamtdepositionen von Blei Die Gesamtdeposition von Blei in der EMEP Region lag 2022 in der Größenordnung von 0,1 bis 1 kg/km²/Jahr mit den höchsten Werten in Zentraleuropa und niedrigsten im nördlichen Teil der EMEP Region. Saisonale Änderungen in der Depositionsrate spiegeln den Einfluss von staubgetragener ⁠ Deposition ⁠ aus Afrika und Zentralasien wider, die am stärksten auf Südeuropa auswirkt. In Zentral-sowie Südeuropa dominieren außerdem die Depositionen aus EMEP Regionen und primären anthropogenen Quellen, insbesondere in Ländern mit bedeutenden eigenen nationalen Emissionen wie Deutschland oder Polen. In kleineren Nachbarländern hingegen tragen grenzüberschreitende Transporte maßgeblich zu den Depositionen bei. Insgesamt beläuft sich der Anteil der grenzüberschreitenden Deposition in der EMEP Region auf über 50%. Innerhalb Deutschlands traten die niedrigsten Pb-Depositionen (< 0,5 kg Pb/km²) vorwiegend im Norden und in der Mitte sowie am Alpenrand auf (siehe Karte „Modellierte Gesamtdeposition EMEP Gebiet 2022“). Gesamtdepositionen von Cadmium Die Cadmium-Gesamtdepositionen in der EMEP Region variieren im Bereich von 5 bis 60 g Cd/km². In Deutschland traten die höchsten Cd-Depositionen (z. T. > 60 g Cd/km²) in Westdeutschland (NRW), die niedrigsten Cd-Depositionen (z. T. < 15 g Cd/km²) vorwiegend in Teilen Nord-, Süd und Mitteldeutschlands (MV, TH, BY) auf (siehe Karte „Modellierte Gesamtdeposition EMEP Gebiet 2022“). Gesamtdepositionen von Quecksilber Die Quecksilber-Gesamtdepositionen im EMEP Gebiet lagen in 2022 größtenteils im Bereich von bis zu 25 g Hg/km² mit einzelnen Hotspots im Osten Europas. Die höchsten Hg-Depositionen in Deutschland traten großräumig in Westdeutschland (NRW), die niedrigsten Hg-Depositionen (< 10 g Hg/km²) großräumig vorwiegend in der Mitte Süd- und Norddeutschlands (siehe Karte „Modellierte Gesamtdeposition EMEP Gebiet 2022). Messungen des Luftmessnetzes des Umweltbundesamtes Schwermetalldepositionen werden auch im Luftmessnetz des Umweltbundesamtes (⁠ UBA ⁠) bestimmt. Dabei wird die nasse ⁠ Deposition ⁠ erfasst, d. h. die mit Regen und Schnee eingetragenen Schwermetalle. Die nasse Deposition trägt ca. ¾ zur Gesamtdeposition bei. Die „EBAS“ Datenbank enthält unter anderem auch Schwermetalldepositions-Daten aller deutschen Messstationen. Die nasse Schwermetalldepositionen an sechs UBA-Luftmessstationen im Jahr 2023 sind in der Tabelle „Nasse Jahresdepositionssummen von Schwermetallen und Halbmetallen im Luftmessnetz des Umweltbundesamtes 2023“ zusammengefasst. Die nassen Depositionen von Blei (0,14 – 0.54 kg/km²), Cadmium (7,4 – 16.1 g/km²) und Quecksilber (3,2 – 10,2 g/km²) liegen meist unter den mit dem EMEP-Modell für Deutschland berechneten Gesamtdepositionen, welche zusätzlich die trockenen Depositionen beinhalten..

EOCap4Africa: Erdbeobachtung in Afrika: Kapazitätsentwicklung für den Erhalt von Ökosystemen und ihren Leistungen

Das Projekt „Erdbeobachtung in Afrika: Kapazitätsentwicklung für den Erhalt von Ökosystemen und ihren Leistungen“ (EOCap4Africa) zielt darauf ab, die Fähigkeiten zukünftiger Wissenschaftler*innen und Naturschutzmanager in der Anwendung von Fernerkundungsdaten für den Schutz und die nachhaltige Nutzung von Ökosystemen zu stärken. In enger Zusammenarbeit mit vier afrikanischen Partnerinstituten (Ghana, DRC, Ruanda, Botsuana) aus dem Hochschulbereich wird ein Lehrplan für ein fernerkundliches Mastermodul, mit einem Fokus auf Feuchtgebietsmonitoring, entwickelt.

Innovatives Dialogmodell für globale Zusammenarbeit vorgestellt

Innovatives Dialogmodell für globale Zusammenarbeit vorgestellt Auf der Hamburg Sustainability Conference 2024 haben die Internationale Academy Transformation for Environment and Sustainability (TES Academy) am Umweltbundesamt, das Centre for International Postgraduate Studies of Environmental Management (CIPSEM) und das Global Diplomacy Lab ein innovatives Dialogmodell für die internationale Zusammenarbeit zu Herausforderungen der Nachhaltigkeit vorgestellt. Die Hamburg Sustainability Conference (HSC 2024) versammelte am 7. und 8. Oktober 2024 über 1.600 Teilnehmende aus aller Welt und bot ihnen eine Plattform, um Wissenschaft, Politik und Praxis bei der Bewältigung der drängendsten Nachhaltigkeitsprobleme unserer Zeit zu verbinden. Zu den herausragenden Beiträgen gehörte die Accelerator Group Session „Navigating Uncertainty: Diplomacy and Sustainability Actors Forging New Alliances“, in der die TES Academy des UBA , das Centre for International Postgraduate Studies of Environmental Management (CIPSEM) , das Global Diplomacy Lab (GDL) und 17 internationale Prozessmitwirkende ein innovatives, replizierbares Dialogmodell für Herausforderungen im Bereich der ⁠ Nachhaltigkeit ⁠ vorstellten. Dieses niederschwellige Dialogmodell, das in den vergangenen sieben Monaten entwickelt und getestet wurde, kann die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren fördern, die in nachhaltigkeitsrelevanten Bereichen wie Governance und Führung, ⁠ Klimawandel ⁠, gemeinsame Wasserressourcen usw. arbeiten. Das Modell basiert auf den Grundsätzen der Inklusivität, der Kollaboration und der Ko-Kreation nachhaltiger Lösungen und lässt sich an unterschiedliche Herausforderungen anpassen. Die Partner brachten 20 Expertinnen*Experten aus 16 Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas zusammen , darunter 16 CIPSEM-Alumni und 3 Mitglieder des GDL-Netzwerks, um eine diverse „Community of Practice“ zu bilden. In der Session „Navigating Uncertainty“ führten diese Akteurinnen*Akteure aus dem Bereich Nachhaltigkeit und Diplomatie fruchtbare Diskussionen mit Partnern aus der Entwicklungszusammenarbeit, Forschungseinrichtungen, dem Privatsektor und Stiftungen, wie neue Allianzen Vertrauen schaffen und die Zusammenarbeit langfristig fördern können. Kollaborative Wissensproduktion und Weiterentwicklung von Methoden Was den gesamten Prozess besonders wirkungsvoll machte, war sein kollaborativer Ansatz. Er förderte die gemeinsame Wissensproduktion und die Entwicklung eines praktischen Instruments, das es den Teilnehmenden ermöglichte, sich mit realen Fällen zu befassen, die sie selbst vorgeschlagen hatten. Ziel war es, Ansätze zur Überwindung von Hindernissen für die lokale, regionale und internationale Zusammenarbeit in einer zunehmend unsicheren Welt zu verstehen und zu empfehlen. Dieser transformative Lernprozess ging über traditionelle Formate hinaus, in dem er verschiedene Perspektiven einbezog, um neue Akteure zu finden, neue Erkenntnisse über Ursachen zu gewinnen und gemeinsam Lösungen für die Herausforderungen der Nachhaltigkeit zu entwickeln. Aufbauend auf den Erkenntnissen aus diesem Prozess wurde in der Session auf der HSC mit einem interaktiven Format daran weitergearbeitet, wie kollaborative Anstrengungen konkrete Veränderungen in Richtung einer nachhaltigen und gerechten Zukunft vorantreiben können. Die Teilnehmenden untersuchten wichtige Aspekte zur Weiterentwicklung des Dialogmodells und zu möglichen Anwendungsfällen. Die Diskussionen konzentrierten sich auf die Identifizierung von Hindernissen für einen inklusiven Dialog und deren Überwindung sowie auf das Erkennen radikaler Ideen und Mechanismen zur Entwicklung und Verbreitung erfolgreicher Praktiken. Darüber hinaus konkretisierten die Teilnehmenden, was engagierte Akteure brauchen, um Maßnahmen zur Bewältigung von Nachhaltigkeitsherausforderungen zu ergreifen, und konzentrierten sich dabei auf den Aufbau von Widerstandsfähigkeit und Agilität. Sie erörterten auch, wie man auf weniger engagierte, aber relevante Akteure zugehen kann, um neue Allianzen zu bilden, und untersuchten mögliche Anreize dafür. Wichtige Erkenntnisse aus der Session sind: Die Kollaboration verschiedener internationaler Akteure aus den Bereichen Nachhaltigkeit und Diplomatie können zu innovativen Maßnahmen führen, um komplexe lokale, regionale und globale Herausforderungen zu bewältigen. Durch die Einbindung unterschiedlicher Akteurinnen*Akteure, darunter auch CIPSEM-Alumni und Mitglieder des GDL-Netzwerks, hat das Dialogmodell neue Akteure und Lösungen aufgedeckt, die das Potenzial haben, neue Kooperationsformen zu schaffen. Der Prozess machte deutlich, wie wichtig es ist, lokale Realitäten zu verstehen und gleichzeitig eine globale Perspektive zu wahren, um die Zusammenarbeit über Grenzen und Sektoren hinweg zu fördern. Keynote von Prof. Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes Der Präsident des UBA, Prof. Dirk Messner, führte zu Beginn in den Kontext der Session ein. Er betonte die entscheidende Rolle des Friedens und der internationalen Zusammenarbeit bei der Verwirklichung einer nachhaltigen Entwicklung. Er betonte, dass aktuelle globale Krisen wie der Klimawandel, der Verlust der biologischen Vielfalt und die Umweltverschmutzung durch bewaffnete Konflikte verschärft werden, so dass die internationale Zusammenarbeit wichtiger denn je ist. Dirk Messner hob auch das Konzept des „Kooperationshexagons“ hervor, in dem wichtige Faktoren für Zusammenarbeit – wie Gegenseitigkeit, Vertrauen, Kommunikation, Reputation, Fairness und ein gemeinsames Identitätsgefühl („Wir-Identität“) – genannt werden. Diese Mechanismen sind für die Förderung der Zusammenarbeit in unsicheren Zeiten unerlässlich. Prominente Teilnehmende und internationale Beiträge Zu den prominenten Teilnehmenden der HSC 2024 gehörten Achim Steiner, Administrator des ⁠ UN ⁠-Entwicklungsprogramms (UNDP), Ajay Banga, Präsident der Weltbank, und Bundeskanzler Olaf Scholz, zusammen mit den Staatsoberhäuptern von Barbados, Namibia und Armenien. Sie betonten in ihren Statements die weltweite Verpflichtung, die Fortschritte bei den Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) zu beschleunigen. Die Hamburg Sustainability Conference 2024 hat einen neuen Maßstab für die internationale Zusammenarbeit im Bereich der Nachhaltigkeit gesetzt. Die Konferenz bestätigte die Bedeutung gemeinsamer Wissensproduktion und transformativer Dialogprozesse für den Aufbau einer nachhaltigeren und kooperativen Welt. TES Academy, CIPSEM und GDL sind stolz darauf, Teil dieser wegweisenden Bestrebungen gewesen zu sein, und freuen sich darauf, mit kooperativen Ansätzen zur Bewältigung der Herausforderungen der Nachhaltigkeit weiter voranzutreiben. Für weitere Informationen kontaktieren Sie uns gerne über tes-academy [at] uba [dot] de .

Was ist Tollwut? Wo kommt Tollwut vor und welche Tiere sind betroffen? Wie wird das Tollwutvirus übertragen? Wie lässt sich Tollwut bei Tieren erkennen? Wie können Tiere vor Tollwut geschützt werden? Besteht durch Tollwut ein Risiko für Menschen?

Tollwut, auch als "Rabies" oder "Lyssa" bezeichnet, ist eine Infektionskrankheit, die durch Lyssaviren ausgelöst wird. Das Virus wird mit dem Speichel infizierter Tiere ausgeschieden. Die Infektionskrankheit kann bei Tieren und Menschen auftreten. In Deutschland ist Tollwut bei Tieren eine anzeigepflichtige Tierseuche. Tollwut kommt bei Wild- und Haustieren in vielen Ländern der Welt vor - vor allem in Afrika und Asien, aber auch in Polen, Rumänien, Moldawien und in der Ukraine. Säugetiere, vor allem Fleischfresser, aber auch Vögel und Fledermäuse können sich mit dem Tollwutvirus infizieren. Deutschland ist seit 2008 frei von der "terrestrischen" Tollwut, das heißt Tollwut kommt bei auf dem Land lebenden Tieren in Deutschland nicht mehr vor. Einzelne Nachweise gibt es bei Fledermäusen. Wurde Tollwut in den vergangenen Jahren bei Hunden in Deutschland festgestellt, handelte es sich um aus dem Ausland importierte oder mitgebrachte Hunde, die das Virus bereits in sich trugen. Tollwutviren werden durch Bisse, vor allem von Hunden, über den Speichel übertragen. Eine Übertragung kann auch durch das Belecken offener Hautwunden erfolgen. Tollwut kann bei Tieren als rasende Wut oder in stiller Form auftreten. Bei der rasenden Wut treten Wesensveränderungen wie Ängstlichkeit, Unruhe, Mattigkeit, Verweigerung von Futter- und Wasseraufnahme, Schluckbeschwerden, Unterkieferlähmung (Speicheln) auf. Im späteren Verlauf sind Aggressivität und Lähmungserscheinungen symptomatisch. Die stille Form der Tollwut äußert sich durch Lähmungserscheinungen, Krämpfen und plötzlichem Tod. Treten Krankheitssymptome auf, verläuft die Tollwut fast immer tödlich. Den besten Schutz gegen Tollwut bietet eine vorbeugende Impfung. Bei Reisen ins Ausland sollten keine Tiere, insbesondere Hunde oder Katzen, aus unbekannter Herkunft mitgebracht werden. Hunde, Katzen und Frettchen dürfen nur mit einem ausreichenden Tollwut-Impfschutz nach Deutschland einreisen. Gegen Tollwut können Tiere frühestens im Alter von zwölf Wochen geimpft werden. Bis ein wirksamer Impfschutz ausgebildet ist, dauert es weitere 21 Tage. Welpen dürfen daher frühestens im Alter von 15 Wochen nach Deutschland einreisen. Für die Einreise von Hunden, Katzen und Frettchen aus anderen Ländern im Reiseverkehr gelten je nach Tollwutstatus des Herkunftslandes unterschiedliche tierseuchenrechtliche Bestimmungen. Dabei wird unterschieden, ob diese Tiere im Reiseverkehr ihren Besitzer begleiten oder gehandelt beziehungsweise verkauft werden. Für Einreise aus Mitgliedstaaten der EU und aus Drittländern gelten ebenfalls unterschiedliche Anforderungen. Weitere Informationen: Regelungen für Reisen mit Hunden, Katzen und Frettchen innerhalb der EU Regelungen zur Einreise mit Hunden, Katzen und Frettchen in die Europäische Union Ja, Tollwut gehört zu den Zoonosen, das heißt, die Krankheit kann vom Tier auf den Menschen übertragen werden. Da die Ansteckung durch ein tollwutkrankes Tier über den Speichel erfolgt, sollte nach einem Kontakt zu einem tollwutverdächtigen Tier eine Biss- oder Kratzwunden sofort mit viel Wasser und Seife gründlich auswaschen. Besteht bei einem betreffenden Tier ein Tollwutverdacht oder ist dieser ungeklärt, muss schnell ein Arzt aufgesucht und auf den Biss hingewiesen werden. Ohne sofortige Behandlung verläuft die Tollwut auch bei Menschen tödlich.

Wassernutzung privater Haushalte

Wassernutzung privater Haushalte Im Schnitt nutzt jede Person in Deutschland täglich 126 Liter Trinkwasser im Haushalt. Für die Herstellung von Lebensmitteln, Bekleidung und anderen Bedarfsgütern wird dagegen so viel Wasser verwendet, dass es 7.200 Litern pro Person und Tag entspricht. Ein Großteil dieses indirekt genutzten Wassers wird für die Bewässerung von Obst, Gemüse, Nüssen, Getreide und Baumwolle benötigt. Direkte und indirekte Wassernutzung Jede Person in Deutschland verwendete im Jahr 2022 im Schnitt täglich 126 Liter Trinkwasser , etwa für Körperpflege, Kochen, Trinken, Wäschewaschen oder auch das Putzen (siehe Abb. „Trinkwasserverwendung im Haushalt 2023“). Darin ist auch die Verwendung von Trinkwasser im Kleingewerbe zum Beispiel in Metzgereien, Bäckereien und Arztpraxen enthalten. Der überwiegende Anteil des im Haushalt genutzten Trinkwassers wird für Reinigung, Körperpflege und Toilettenspülung verwendet. Nur geringe Anteile nutzen wir tatsächlich zum Trinken und für die Zubereitung von Lebensmitteln. Die tägliche Trinkwassernutzung im Haushalt und Kleingewerbe ging von 144 Liter pro Kopf und Tag im Jahr 1991 lange Jahre zurück bis auf täglich 123 Liter pro Kopf im Jahr 2016. 2019 wurden von im Schnitt täglich 128 Liter pro Person verbraucht, 2022 waren es 126 Liter. Der Anstieg im Vergleich zu 2016 begründet sich durch den höheren Wasserbedarf in den jeweils heißen und trockenen Sommermonaten (siehe Abb. „Tägliche Wasserverwendung pro Kopf“). Doch wir nutzen Wasser nicht nur direkt als Trinkwasser. In Lebensmitteln, Kleidungstücken und anderen Produkten ist indirekt Wasser enthalten, das für ihre industrielle Herstellung eingesetzt wurde oder für die Bewässerung während der landwirtschaftlichen Erzeugung. Dieses Wasser wird als virtuelles Wasser bezeichnet. Virtuelles Wasser zeigt an, wie viel Wasser für die Herstellung von Produkten benötigt wurde. Deutschlands Wasserfußabdruck Das virtuelle Wasser ist Teil des „Wasserfußabdrucks“ , der die direkt und indirekt verbrauchte Wassermenge einer Person, eines Unternehmens oder Landes angibt. Das Besondere des Konzepts ist, dass die Wassermenge, die in den Herstellungsregionen für die Produktion eingesetzt, verdunstet oder verschmutzt wird, mit dem Konsum dieser Waren im In- und Ausland in Verbindung gebracht wird. Der Wasserfußabdruck macht deutlich, dass sich unser Konsum auf die Wasserressourcen weltweit auswirkt. Der durch Konsum verursachte, kurz konsuminduzierte Wasserfußabdruck eines Landes, wird auf folgende Weise berechnet; in den Klammern werden die Werte des Jahres 2021 für Deutschland in Milliarden Kubikmetern (Mrd. m³) ausgewiesen: Nutzung heimischer Wasservorkommen – Export virtuellen Wassers (= 30,66 Mrd. m³) + Import virtuellen Wassers (188,34 Mrd. m³) = konsuminduzierter Wasserfußabdruck (219 Mrd. m³) Bei einem Wasserfußabdruck von 219 Milliarden Kubikmetern hinterlässt jede Person in Deutschland durch ihren Konsum einen Wasserfußabdruck von rund 2.628 Kubikmetern jährlich – das sind 7,2 Kubikmeter oder 7.200 Liter täglich. 86 % des Wassers, das man für die Herstellung der in Deutschland konsumierten Waren benötigt, wird im Ausland verbraucht. Für Kleidung sind es sogar nahezu 100 %. Grünes, blaues und graues Wasser Beim Wasserfußabdruck wird zwischen „grünem“, „blauem“ und „grauem“ Wasser unterschieden. Als „grün“ gilt natürlich vorkommendes Boden- und Regenwasser, welches Pflanzen aufnehmen und verdunsten. Als „blau“ wird Wasser bezeichnet, das aus Grund- und Oberflächengewässern entnommen wird, um Produkte wie Textilien herzustellen oder Felder und Plantagen zu bewässern. Vor allem Agrarprodukte haben einen großen Anteil am blauen Wasserfußabdruck von Deutschland (siehe Abb. „Sektoren mit den höchsten Beiträgen blauen Wassers zum Wasserfußabdruck von Deutschland“). Der graue Wasserfußabdruck veranschaulicht die Verunreinigung von Süßwasser durch die Herstellung eines Produkts. Er ist definiert als die Menge an Süßwasser, die erforderlich ist, um Gewässerverunreinigungen so weit zu verdünnen, dass die Wasserqualität die gesetzlichen oder vereinbarten Anforderungen einhält. Bei den nach Deutschland eingeführten Agrarrohstoffen und Baumwollerzeugnissen sind die Anteile an grünem, blauem und grauem Wasser auch bei gleichen Produkten je nach Herkunft unterschiedlich hoch: Für ein Kilogramm Kartoffeln aus Deutschland werden 119 Liter Wasser benötigt. Davon ist mit 84 Litern der größte Teil grünes Wasser. Für die gleiche Menge an Kartoffeln aus Israel werden 203 Liter eingesetzt. Davon sind 103 Liter blaues und 56 Liter graues Wasser. Für Kartoffeln aus Ägypten werden 418 Liter benötigt. Mit 278 Litern blauem und 118 Litern grauem Wasser steckt damit im Vergleich zu israelischen Kartoffeln sogar noch das Zweieinhalbfache blauen und grauen Wassers in ihnen. Daher ist der Kauf dieser Kartoffeln am problematischsten. Obwohl in Usbekistan für den Anbau der Baumwolle mit 13.160 Litern pro Kilogramm weniger Wasser benötigt wird als in Afrika, wo man für dieselbe Menge Baumwolle 22.583 Liter pro Kilogramm einsetzt, ist der Anbau in einem regenreichen afrikanischen Land wie Mosambik weniger problematisch: Mit 22.411 Litern an grünem Wasser und 172 Litern an grauem Wasser sind die Auswirkungen für den Anbau von einem Kilogramm Baumwolle weniger gravierend als in Usbekistan mit nur 203 Litern grünem Wasser. Dort werden 12.943 Liter des verwendeten Wassers als problematisch eingeschätzt, weil mit 11.126 Litern der Großteil des Bewässerungswassers dazu beiträgt, dass die geringen Wasserressourcen des Landes durch den Baumwollanbau bedroht sind. Außerdem verursacht ein Anteil von 1.817 Litern grauem Wasser am Wasserfußabdruck von einem Kilogramm Baumwolle aus Usbekistan eine beträchtliche Verschmutzung. Bei der Entnahme von blauem Wasser zur Bewässerung von Plantagen kann es zu ökologischen Schäden und lokalen Nutzungskonflikten kommen. Ein bekanntes Beispiel ist der Aralsee: Der einst viertgrößte Binnensee der Erde war im Jahr 1960 mit einer Fläche von 67.500 Quadratkilometern nur etwas kleiner als Bayern. Heute bedeckt er aufgrund gigantischer Wasserentnahmen für den Anbau von Baumwolle und Weizen nur noch etwa 10 % seiner ehemaligen Fläche. Bis 2014 verlor er 95 % seines Wasservolumens bei einem gleichzeitigen Anstieg des Salzgehalts um das Tausendfache. Auch in weiteren Gebieten auf der ganzen Welt trägt der Konsum in Deutschland dazu bei, dass deren Belastbarkeit überschritten wird (siehe Karte „Hotspots des Blauwasserverbrauchs mit Überschreitung der Belastbarkeitsgrenzen durch Konsum in Deutschland“).

Operational Dataset about drilling in the Moodies Group of the Barberton Greenstone Belt (BASE – Barberton Archean Surface Environments)

Abstract

Weltzugvogeltag 2024 in Südwest-Niedersachsen: Wie schützen wir Zugvögel bei uns in der Region?

Landkreise Cloppenburg, Emsland, Osnabrück, Vechta – Thorsten Obracay arbeitet seit 2022 an der Staatlichen Vogelschutzwarte Niedersachsen im Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) für das EU-Projekt LIFE IP „GrassBirdHabitats“ als Gebietsbetreuer für die Region Südwest Niedersachsen in den Landkreisen Vechta, Osnabrück, Cloppenburg, Emsland und am Dümmer. Die bedrohten Wiesenvogelarten Uferschnepfe, Kiebitz, Brachvogel, Bekassine und Rotschenkel, die im Fokus des Projekts stehen, brüten hier im Südwesten Niedersachsens. Die kalten Monate verbringen sie als typische Zugvögel in südlichen Gefilden – in ihren Rast- und Überwinterungsgebieten entlang des Atlantiks von Portugal bis Guinea-Bissau. Am 11. Mai ist Weltzugvogeltag: An diesem Tag soll auf die Bedrohungen und Schutzerfordernisse für Zugvögel, die in verschiedenen Ländern und Regionen leben, aufmerksam gemacht werden. Zugvögel begeistern seit jeher die Menschen und werden mit der Ankunft des Frühlings willkommen geheißen. Gemeinsam mit knapp 50 Mitarbeitenden im Projekt werden verschiedene Schutzmaßnahmen umgesetzt, um für bedrohte Zugvogelarten ideale Brutbedingungen in ihrem mitteleuropäischen Brutgebieten zu schaffen. Das internationale Projekt schützt Wiesenvögel sowohl in Niedersachsen und Friesland in den Niederlanden, als auch auch entlang ihrer gesamten Zugroute. Thorsten Obracay zeigt einen Einblick in die Tätigkeiten der Vogelschutzwarte des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) und ein wichtiges Arbeitsfeld. Thorsten Obracay arbeitet seit 2022 an der Staatlichen Vogelschutzwarte Niedersachsen im Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) für das EU-Projekt LIFE IP „GrassBirdHabitats“ als Gebietsbetreuer für die Region Südwest Niedersachsen in den Landkreisen Vechta, Osnabrück, Cloppenburg, Emsland und am Dümmer. Die bedrohten Wiesenvogelarten Uferschnepfe, Kiebitz, Brachvogel, Bekassine und Rotschenkel, die im Fokus des Projekts stehen, brüten hier im Südwesten Niedersachsens. Die kalten Monate verbringen sie als typische Zugvögel in südlichen Gefilden – in ihren Rast- und Überwinterungsgebieten entlang des Atlantiks von Portugal bis Guinea-Bissau. Am 11. Mai ist Weltzugvogeltag: An diesem Tag soll auf die Bedrohungen und Schutzerfordernisse für Zugvögel, die in verschiedenen Ländern und Regionen leben, aufmerksam gemacht werden. Zugvögel begeistern seit jeher die Menschen und werden mit der Ankunft des Frühlings willkommen geheißen. Gemeinsam mit knapp 50 Mitarbeitenden im Projekt werden verschiedene Schutzmaßnahmen umgesetzt, um für bedrohte Zugvogelarten ideale Brutbedingungen in ihrem mitteleuropäischen Brutgebieten zu schaffen. Das internationale Projekt schützt Wiesenvögel sowohl in Niedersachsen und Friesland in den Niederlanden, als auch auch entlang ihrer gesamten Zugroute. Thorsten Obracay zeigt einen Einblick in die Tätigkeiten der Vogelschutzwarte des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) und ein wichtiges Arbeitsfeld. Welche Wiesenvogelarten gibt es bei Ihnen in Südwest-Niedersachsen und wie geht es den Brutvögel während der aktuellen Brutsaison? Welche Wiesenvogelarten gibt es bei Ihnen in Südwest-Niedersachsen und wie geht es den Brutvögel während der aktuellen Brutsaison? Kiebitz, Uferschnepfe, Brachvogel, Rotschenkel und Bekassine sind die regelmäßig vorkommenden Feuchtwiesenarten, auf die das Projekt im Besonderen abzielt. Von der Verbesserung der Lebensbedingungen in den hiesige Brutgebieten profitieren aber auch viele weitere Arten wie Feldlerche, Wiesenpieper und verschiedene Entenarten. Wir stellen fest, dass sich die aktuelle Brutsaison durch sehr nasse, für Feuchtwiesen-Arten günstige Bedingungen auszeichnet. Allerdings konnten durch den nassen Herbst auch Flächen nicht gemäht beziehungsweise gepflegt werden und sind durch ihren langen Bewuchs für die am Boden brütenden Vögel eher ungünstig. Am Dümmer − mit den umfangreichen Wiesen im öffentlichen Eigentum innerhalb des Schutzgebiets − zeichnen sich in diesem Frühjahr sehr gute Bestände ab. Weniger gut stellt sich die aktuelle Situation in den Landkreisen Cloppenburg und Emsland dar. Aufgrund der Hochwassersituation und dadurch bedingter fehlender Mahd sind viele Flächen hoch bewachsen und werden von den Wiesenvögeln zur Brut gemieden, da sie eine gute Sicht von ihrer Brutstätte benötigen, um sich vor Gefahren schützen zu können. Sie weichen in diesem Jahr auf die nassen nicht bewirtschafteten Ackerflächen aus. Außerhalb der Schutzgebiete können die Bruten von uns jedoch nicht ausreichend vor landwirtschaftlichen Arbeitsgängen geschützt werden. In vielen Regionen fallen die Gelege und Küken zudem Beutegreifern zum Opfer. Welche Schutzmaßnahmen konnte das Projekt für die bedrohten Wiesenvögel hier vor Ort bereits umsetzen? Welche Schutzmaßnahmen konnte das Projekt für die bedrohten Wiesenvögel hier vor Ort bereits umsetzen? In der Dümmerniederung konnten großflächig Verbesserungen der Lebensräume für die offenlandliebenden Arten umgesetzt werden, wie beispielsweise die Entfernung von Gehölzen und Verbuschungen an Weg- und Grabenrändern. Wiesenvögel sind Bodenbrüter und meiden solche Strukturen, da sie Versteckmöglichkeiten für Fressfeinde wie Fuchs und Marder bieten. Zur Erhaltung der Weidewirtschaft werden Weidezäune gebaut. Im weiteren Betreuungsgebiet in Cloppenburg und dem Emsland sind verschiedene Drittmittelprojekte angeschoben worden, um Gelder für die weitere Gebietsentwicklung im Sinne des Wiesenvogelschutzes umsetzen zu können. Aber auch viel Vernetzung mit den Akteuren (Landnutzern, Flächeneigentümern, Natur- und Wasserbehörden etc.) vor Ort hat stattgefunden, um die Kräfte aller Beteiligten in den verschiedenen Gebieten zum Wiesenvogelschutz zu bündeln und zielgerichtet einzusetzen. Sind erste Erfolge in der Region bereits sichtbar? Sind erste Erfolge in der Region bereits sichtbar? Dort, wo alle notwendigen Maßnahmen umgesetzt werden konnten, zeigt sich, dass erfolgreicher Wiesenvogelschutz möglich ist und die Rückgänge der Wiesenvogelgemeinschaft aufgehalten und sogar umgekehrt werden. Ein Beispiel dafür ist die Dümmerniederung; hier brüten insgesamt 1.500 Brutpaare der genannten Wiesenvögel. Allerdings sind solche Entwicklungen in der Mehrzahl der Projektgebiete noch nicht vorhanden – deshalb wird mit dem LIFE IP Projekt dieses Ziel verfolgt. So konnte in einigen Flächen bereits der stark negative Trend der Bestandsentwicklung durch erste Einzelmaßnahmen zumindest gebremst werden. Durch die Netzwerkarbeit sind sehr gute Ansätze für eine gemeinsame Anstrengung zur zukünftigen Entwicklung der Schutzgebiete und dem Schutz der Arten geschaffen und mit den Projektanträgen der Grundstein für weitere Maßnahmenumsetzungen gelegt. Wie können wir uns einen Arbeitsalltag mit den gefiederten Schützlingen vorstellen? Wie können wir uns einen Arbeitsalltag mit den gefiederten Schützlingen vorstellen? Ich stehe dauerhaft in intensivem Austausch mit Akteuren, nutze meine Gebietskenntnisse und daraus ableitend entstehen Planungen für Verbesserungen als Wiesenvogellebensraum. Es entsteht parallel aber auch viel Büroarbeit wie Anträge für Finanzmittel und Genehmigungen schreiben, Ausschreibungen für Maßnahmen verfassen, viele Gespräche mit Landnutzern, Eigentümern oder Naturschutzbehörden. Die praktische Arbeit im Feld ist ebenso abwechslungsreich: Aktuell erfassen wir beispielweise Bestände während der Brutzeit und versuchen möglichst viele Schutzmaßnahmen umzusetzen während die Jungvögel vor Ort sind. Welche Herausforderungen und Ziele gibt es im Südwesten Niedersachsens zu bewältigen? Welche Herausforderungen und Ziele gibt es im Südwesten Niedersachsens zu bewältigen? Unsere größte Herausforderung ist es, ausreichend große Bereiche für den Wiesenvogelschutz zu vernässen und zu managen, damit wieder ausreichend große Populationen erfolgreich brüten können. Dazu zählt auch, dass die Flächen vor Fressfeinden geschützt sind, möglichst offengehalten werden und ausreichend Wasser halten. Was macht die Arbeit mit Zugvögeln so faszinierend? Was macht die Arbeit mit Zugvögeln so faszinierend? In unserem Projekt können wir durch besenderte Vögel feststellen, dass einzelne von unseren zierlichen Vögeln aus Niedersachsen bis nach Afrika fliegen. Im kommenden Jahr reisen sie wieder zu uns zurück, und wir können sehen, dass sie an den gleichen Flächen in der Region brüten und hier auch ihre Jungvögel großziehen. Es fasziniert, dieses hoffentlich Aufwachsen und das erfolgreiche Abfliegen Richtung Süden zu beobachten. Gibt es einen idealen Zeitpunkt um Zugvögel bei uns in Niedersachsen zu beobachten? Gibt es einen idealen Zeitpunkt um Zugvögel bei uns in Niedersachsen zu beobachten? Ein idealer Zeitraum für die Beobachtung der ziehenden Watvögel ist ab Ende April bis etwa Mitte Mai. Sowohl die bei uns brütenden Arten wie Uferschnepfe, Kiebitz, Brachvogel, Rotschenkel und Bekassine sind dann hier in unseren Gebieten anzutreffen, als auch die weiter nördlich brütenden Arten wie zum Beispiel Grünschenkel, Wald- und Bruchwasserläufer und Kampfläufer rasten auf dem Weg in ihre Brutgebiete bei uns. Gerade jetzt kann sich ein Besuch in den Vogelschutzgebieten der Region daher besonders lohnen. Hintergrundinformation zum LIFE IP Projekt „GrassBirdHabitats“ (LIFE19 IPE/DE/000004) Hintergrundinformation zum LIFE IP Projekt „GrassBirdHabitats“ (LIFE19 IPE/DE/000004) Der Schutz von Wiesenvögeln wie Uferschnepfe, Kiebitz und Brachvogel sowie deren Lebensräumen stehen im Fokus des von der Europäischen Union im Rahmen des LIFE-Programms geförderten Projekts. Ziel ist es, ein strategisches Schutzkonzept für Wiesenvogellebensräume in Westeuropa zu entwickeln, um Aktivitäten zu vernetzen und gezielte Schutzmaßnahmen abzustimmen. In Niedersachsen werden hierfür in 27 Projektgebieten wie beispielweise am Dümmer, der Unterelbe oder der Hunteniederung, wiesenvogelfreundliche Maßnahmen umgesetzt. Hier gilt es beispielsweise, die Flächennutzung zu extensivieren und die Wasserstände zu optimieren. Das Gesamtbudget des über zehn Jahre laufenden Projekts beträgt rund 27 Millionen Euro, darin zwölf Millionen Anteil des Landes Niedersachsen. Das Niedersächsische Umweltministerium als Projektträger hat die Staatliche Vogelschutzwarte im Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) mit der Umsetzung des Projekts beauftragt . Partner in Niedersachsen sind die Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer und das Büro BioConsultOS. Projektpartner in den Niederlanden sind die Provinz Friesland, die Universität Groningen sowie die landwirtschaftliche Kooperative Collectief Súdwestkust (SWK) und der Naturschutzverband BondFrieseVogelWachten (BFVW). Im Rahmen des Projektes werden über 40 Arbeitsplätze der einzelnen Projektpartner finanziert.

FAQ: Ist Sachsen-Anhalt ein „Land der Zugvögel“? In welchen Regionen in Sachsen-Anhalt gibt es die meisten Zugvögel? Welche Zugvögel kommen in Sachsen-Anhalt am häufigsten vor? Welche Arten sind häufiger und welche seltener während des Vogelzugs in Sachsen-Anhalt anzutreffen? Welche Entwicklungen lassen sich beobachten? Wie wirkt sich der Klimawandel aus? Verbessern oder verschlechtern sich die Lebensbedingungen für die Zugvögel in Sachsen-Anhalt? Wie gefährlich ist die Vogelgrippe für Zugvögel? Wann gab es zuletzt bei Zug- und Wildvögeln größere Ausbrüche der Vogelgrippe? Wie verbreitet sich die Vogelgrippe?

Dieses Spektakel hoch oben am Himmel kennen Sie ganz sicher: In den Wintermonaten gleiten große Vogelgruppen in akkuraten V-Formationen über uns hinweg. Alljährlich lässt sich diese Szenerie beobachten, wenn die Zugvögel ihre Reviere verlassen, um in warmen Quartieren in Südeuropa und Afrika zu überwintern. Ob Sachsen-Anhalt ein „Land der Zugvögel“ ist, erfahren Sie in unserem FAQ.

Projektbeginn des EU-Projekts „LIFE Godwit Flyway“ in Portugal

Hannover – Im Juni 2023 hat die EU das neue internationale LIFE Natur Projekt „Conservation of the Black-tailed Godwit along the Flyway“ – kurz „LIFE Godwit Flyway“ – bewilligt. Antragsteller und Projektkoordinator ist das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz. Projektpartner sind die Universität Groningen (NL), die Universität Aveiro (PT), Companhia das Lezírias (ein Landwirtschaftsbetrieb im Tejo-Delta, PT), Natur- und Umweltschutzvereinigung Dümmer (NUVD, D), das Umweltministerium in Gambia und das Department of Parks and Wildlife Management (Naturschutzbehörde), Gambia. Das Umweltministerium hat den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) mit der Umsetzung des Projektes beauftragt . Im Juni 2023 hat die EU das neue internationale LIFE Natur Projekt „Conservation of the Black-tailed Godwit along the Flyway“ – kurz „LIFE Godwit Flyway“ – bewilligt. Antragsteller und Projektkoordinator ist das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz. Projektpartner sind die Universität Groningen (NL), die Universität Aveiro (PT), Companhia das Lezírias (ein Landwirtschaftsbetrieb im Tejo-Delta, PT), Natur- und Umweltschutzvereinigung Dümmer (NUVD, D), das Umweltministerium in Gambia und das Department of Parks and Wildlife Management (Naturschutzbehörde), Gambia. Das Umweltministerium hat den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) mit der Umsetzung des Projektes beauftragt . Das von der EU kofinanzierte Naturschutzprojekt dient dem Schutz der bedrohten Vogelart Uferschnepfe (englisch: Black-tailed Godwit) entlang ihres Zugwegs. Der Start des internationalen Projekts findet bei den Projektpartnern der Companhia das Lezirias und der Universität Aveiro bei Lissabon statt. Vertreter der Projektpartner sowie der Europäischen Union werden zur feierlichen Auftaktveranstaltunga erwartet. Seit vielen Jahrzehnten gehen die Brutbestände von Wiesenvögeln, zu denen die Uferschnepfe zählt, zurück. Die wichtigsten Ursachen hierfür liegen in den Brutgebieten, da eine immer intensivere Landnutzung, Entwässerung, Flächenverbrauch, aber auch zunehmende Gefährdung durch Beutegreifer den Wiesenvögeln zusetzen. Auch auf den Zugwegen, in den Rast- und Überwinterungsgebieten drohen den gefährdeten Vogelarten Gefahren. Mit dem neuen Projekt „LIFE Godwit Flyway“ sollen Brut-, Rast- und Überwinterungsgebiete für die Uferschnepfe gesichert und ökologisch optimiert werden. Hierfür stellt die EU etwa zehn Millionen Euro bis 2023 zur Verfügung. Weitere sechs Millionen Euro müssen von den Projektpartnern beigesteuert werden. „Niedersachsen ist das wichtigste Wiesenvogelland Deutschlands. Bei uns brüten unter anderem Uferschnepfen, Kiebitze, Rotschenkel, Bekassinen und Wachtelkönige. Die Brutbestände in Niedersachsen machen einen hohen Anteil der gesamtdeutschen Brutbestände aus“, sagt Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer, der deshalb betont: „Daraus resultiert eine besondere Verantwortung für den Schutz der Wiesenvögel, nicht nur in Deutschland, sondern darüber hinaus auch in Europa und in den Überwinterungsgebieten in Afrika.“ Zu diesem Zweck hat sich das Land Niedersachsen mit internationalen Partnern in Portugal, Spanien den Niederlanden und Gambia zusammengetan. Ziel ist es, wichtige Lebensräume für die Uferschnepfe zu schützen und zu verbessern, um das Überleben dieser einzigartigen Vogelart über ihren gesamten Jahreslauf zu sichern. Dabei steht die Uferschnepfe stellvertretend für viele weitere Vogelarten, die auf Feuchtlebensräume angewiesen sind. Die Eröffnung des Projekts findet am 2. Februar, dem internationalen Wetlands-Day statt. „Der Welttag der Feuchtgebiete bietet einen passenden Rahmen zum Auftakt dieses wichtigen Projekts, weil der erfolgreiche Schutz der selten gewordenen Uferschnepfe eben nur über intakte Feuchtgebiete funktioniert,“ erklärt NLWKN-Projektleiter Heinrich Belting, der am Dümmer eines der wichtigsten Brutgebiete der Uferschnepfe Niedersachsens betreut. Der Veranstaltungsort liegt in der Nähe der Mündung des Tajo, wo sich auch die portugiesischen Projektgebiete befinden. Hier hält sich zurzeit auch eine Vielzahl von Uferschnepfen auf. Während die Brutgebiete in Mitteleuropa noch unter Wasser stehen und in Winterruhe verharren, haben viele der Uferschnepfen ihre Überwinterungsgebiete in West-Afrika schon verlassen und befinden sich in den Rastgebieten in Südeuropa. Dort müssen sie nun reichlich Nahrung finden, um die restliche Zugstrecke zu meistern, um dann beispielsweise in Deutschland und in den Niederlanden im Frühling erfolgreich brüten zu können. Hintergrundinformationen zum Projekt Hintergrundinformationen zum Projekt Das neue internationale LIFE-Projekt in Niedersachsen „Uferschnepfenschutz entlang des Flyways - Conservation of the Black-tailed Godwit along the flyway” Das neue internationale LIFE-Projekt in Niedersachsen „Uferschnepfenschutz entlang des Flyways - Conservation of the Black-tailed Godwit along the flyway” LIFE22-NAT-DE- LIFE Godwit Flyway (Akronym) LIFE22-NAT-DE- LIFE Godwit Flyway (Akronym) Projekt-Eckdaten Zeitraum: 88 Monate - Projektstart: 1. Juli 2023 - Ende: 31. Oktober 2030 Antragsteller/Coordinating Beneficiary: Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz Projektpartner: Universität Groningen (NL), Universität Aveiro (PT), Companhia das Lezírias (ein Landwirtschaftsbetrieb im Tejo-Delta, PT), Natur- und Umweltschutzvereinigung Dümmer (NUVD, D) Das Umweltministerium in Gambia und das Department of Parks and Wildlife Management (Naturschutzbehörde, Gambia) sind assoziierte Partner. Projektbudget gesamt: 15.848.352 € Projektgebiete in Niedersachsen: Natura 2000 Gebiete V18 Unterelbe, V37 Dümmer „LIFE Godwit Flyway“ zielt darauf ab, sichere Habitate für die Uferschnepfe (Limosa limosa limosa) entlang der ostatlantischen Zugroute zu erhalten und zu schaffen. In den letzten drei Jahrzehnten wurde ein starker Rückgang der Uferschnepfenpopulation beobachtet, der eine direkte Folge der Intensivierung der Landwirtschaft, der Lebensraum- und zunehmender Prädationsverluste ist. In der Summe führen diese Faktoren zu viel zu niedrigen Überlebensraten in den Brut-, Rast- und Überwinterungsgebieten. Eine Umkehrung der negativen Bestandsentwicklung ist notwendig, um das Überleben dieser Charakterart des niedersächsischen Feuchtgrünlands zu erreichen. Die Uferschnepfe ist eine so genannte Schirmart: Die den Lebensraum verbessernden Maßnahmen kommen vielen gefährdeten Brutvögeln der Feuchtgebiete zugute. Zudem profitieren Insekten, Amphibien, Bodenlebewesen, der Boden und der Klimaschutz. Das Projekt stützt sich auf das Fachwissen eines Konsortiums aus Ökologen und Naturschützern und ist in Deutschland, Portugal, den Niederlanden und in Gambia angesiedelt. Es gliedert sich in elf Arbeitspakete mit folgenden Maßnahmen: 1) Optimierung und Erweiterung der Lebensräume in zwei Kernbrutgebieten in Niedersachsen durch Flächenankauf, Optimierung von Bruthabitaten und Prädationsmanagement. 2) Verbesserung der Lebensräume für Vögel der Feuchtgebiete an den Rastplätzen im Tejo-Mündungsgebiet in Portugal, das als Drehscheibe für Zugvögel entlang der ostatlantischen Flugroute gilt. Zu den Maßnahmen in Portugal gehören die Wiederherstellung von Salinen und Küstenlagunen sowie die Einführung vogelfreundlicher Reisanbaumethoden. 3) Einführung klimaangepasster und vogelfreundlicher Reisanbaumethoden im Senegal und in Gambia, um geeignete Überwinterungshabitate für die Uferschnepfe zu schaffen. Darüber hinaus wird das Projekt die Ausweisung eines 176 750 ha großen UNESCO-Biosphärenreservats in Gambia unterstützen, von dem sowohl die Natur als auch die Menschen profitieren werden. „LIFE Godwit Flyway“ ergänzt die laufenden europäischen Maßnahmen zur Erhaltung der Uferschnepfe und verwandter Brutvögel in Feuchtgebieten, darunter das LIFE19 IPE/DE/000004 GrassBirdHabitats.

Release of WMO report: State of Global Water Resources 2022

As a result of climate change and human activities, the hydrological cycle is out of balance. This is the key message of WMO’s State of Global Water Resources report 2022. After the successful pilot of last year, the present report has been extended to include information for various variables of the global water cycle such as river discharge, groundwater, evaporation, soil moisture, inflow to reservoirs etc. In addition, it gives an overview of major extreme hydrological disasters in 2022. To achieve maximum global coverage and bridge data gaps, the report used a combination of in situ data, global hydrological and land surface modelling systems and remotely sensed data. For the validation of river discharge data, observational river discharge data collected from the National Hydrological and Meteorological Services (NHMSs) and GRDC has been used. Ulrich Looser, the former head of GRDC, has been involved in the preparation and review of the recent assessment report. Discharge trends in 2022 from the “State of Global Water Resources 2022” report. Source: WMO Discharge trends in 2022 from the “State of Global Water Resources 2022” report. Source: WMO The assessment of river discharge and reservoir inflow patterns showed that over 50% of global catchment areas and reservoirs displayed deviations from typically normal conditions. Similar to 2021, most of these areas were drier than normal, while a smaller percentage of basins displayed above or much above normal conditions. More than 60% of major water reservoirs saw below or normal inflow, posing a challenge for providing water to all users in an increasingly variable climate. Although for the present assessment a significantly greater amount of data was available in comparison to 2021, the report highlights the lack of accessible verified hydrological data, in particular from Africa, the Middle East and Asia. To adapt better to changing hydrological regimes and the global variability in the water cycle, more investments in monitoring and data sharing are needed. Further information and the full report are available at the website of WMO .

1 2 3 4 5108 109 110