Dieser bundesweite Datensatz beinhaltet die Ortsvereine für Geflügelzucht einheimischer Geflügelrassen von Pute, Ente und Gans als Punktdaten im INSPIRE-Datenmodell "Landwirtschaftliche Anlagen und Aquakulturanlagen". Die Datengrundlage bildet die Fachdatenbank für tiergenetische Ressourcen in Deutschland (TGRDEU) im Kleintierbereich Geflügel. Bereitgestellt wird sie vom Informationszentrum für Biologische Vielfalt (IBV) der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). Die Geokodierung der Ortsvereine erfolgte auf Ebene der Orte bzw. Ortsteile. Stand der verwendeten Daten: 31.12.2016.
Zielsetzung:
Hintergrund
Agrarlandschaften sichern die Versorgung der Menschen. Die ländlichen Produktionsräume werden jedoch zunehmend von den Folgen des Klimawandels beeinträchtigt. Intensive landwirtschaftliche Nutzung trägt ihrerseits zum Klimawandel bei, und die Lebensräume der Agrarlandschaften verzeichnen einen ungebremsten Verlust an biologischer Vielfalt.
Aufgrund eines zunehmenden Bedarfs an landwirtschaftlichen Produkten ist nicht von einer Ausweitung von Extensivierungen in den Agrarlandschaften auszugehen. Zwar liegen Untersuchungen zu den Ursachen und Auswirkungen der negativen ökologischen Entwicklungen in den Agrarlebensräumen in großer Zahl vor (z.B. Hertzog et al. 2023). Was bislang jedoch weitgehend fehlt sind Strategien, die eine vielschichtige Landnutzung und Vorgehensweisen zum Schutz natürlicher Ressourcen unmittelbar verknüpfen. Wichtig für die Konzeption solcher Strategien wäre, die ökologischen und sozio-ökonomischen Wechselwirkungen von Landnutzung und den Lebensräumen, in denen Landnutzung stattfindet, zu analysieren und die hieraus resultierenden Erkenntnisse in die Praxis zu transferieren.
Zielsetzung
Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung, Erprobung und Implementierung eines Programms zur nachhaltigen Stärkung der Resilienz von Agrarlandschaften gegenüber Klimawandelfolgen bei gleichzeitiger Erhöhung der Biodiversität und Ressourcensicherheit in den landwirtschaftlich genutzten Ökosystemen.
Die konkreten Teilziele sind:
- Identifizierung von Handlungsoptionen auf der Basis systematischer Analysen der Wechselwirkungen von Ökologie und Bewirtschaftung
- Evidenzbasierte und partizipatorische Erarbeitung von Handlungsoptionen und Maßnahmenszenarien
- Gestaltung von Umsetzungsprozessen als Mehrgewinnstrategien
- Dauerhafte Sicherstellung notwendiger Umsetzungsprozesse als adaptives Management
Ein wesentliches Ziel des Projekts ist, die verschiedenen Komponenten evidenzbasierte Identifizierung von Maßnahmen - Bewertung von Maßnahmen hinsichtlich ihrer Auswirkungen – Zusammenstellung und Priorisierung von Handlungsszenarien – dauerhafte Programmimplementierung - zu einer Gesamtstrategie zusammen zu führen.
<p> Die wichtigsten Fakten <ul> <li>Der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche an der landwirtschaftlich genutzten Fläche erhöhte sich nach den Daten des Statistischen Bundesamtes von 2,9 % auf 11,2 % im Zeitraum 1999 bis 2024.</li> <li>Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den Flächenanteil des ökologischen Landbaus an der landwirtschaftlich genutzten Fläche bis 2030 auf 30 % zu erhöhen.</li> <li>Bei gleicher Entwicklung wie in den Vorjahren wird das Ziel bis 2030 voraussichtlich nicht erreicht.</li> </ul> </p><p> Welche Bedeutung hat der Indikator? <p>Der ökologische Landbau ist eine besonders umwelt-, klima- und naturverträgliche Art der Bewirtschaftung. Ziel sind möglichst geschlossene Nährstoffkreisläufe und ein Wirtschaften im Einklang mit der Natur.</p> <p>Im ökologischen Landbau werden keine mineralischen Düngemittel eingesetzt. Vielfältige Fruchtfolgen mit Zwischenfruchtanbau erhalten und fördern Bodenleben und -fruchtbarkeit. Der Verzicht auf chemisch-synthetische <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/pflanzenschutzmittel">Pflanzenschutzmittel</a> fördert die biologische Vielfalt in der Agrarlandschaft. Die artgerechtere Tierhaltung dient dem Tierwohl und sorgt für Akzeptanz in der Bevölkerung. Dem ökologischen Landbau kommt somit eine Vorreiterrolle für eine nachhaltige Landbewirtschaftung zu.</p> </p><p> Wie ist die Entwicklung zu bewerten? <p>Der Flächenanteil unter ökologischer Bewirtschaftung stieg im Zeitraum 1999 bis 2024 von 2,9 % auf 11,2 %. Demnach ist der Flächenanteil im Betrachtungszeitraum langsam aber stetig gewachsen. Ziel der Bundesregierung ist ein Flächenanteil von 30 % Ökolandbau an der Landwirtschaftsfläche bis 2030. Im <a href="https://dns-indikatoren.de/assets/Publikationen/Indikatorenberichte/2022.pdf">Indikatorenbericht 2022</a> ist dieses neue Ziel verankert. Von der Zielerreichung ist Deutschland jedoch noch weit entfernt: Selbst bei Fortsetzung der Zunahme auf dem Niveau der vergangenen Jahre würde das 30 %-Ziel in 2030 nicht erreicht werden. Wichtig ist es daher, Wachstumshemmnisse zu identifizieren und durch effiziente Maßnahmen zu beheben. Planungssicherheit und eine kontinuierliche Förderung sind erforderlich, um die Bereitschaft der Landwirt*innen zu erhöhen, dauerhaft auf Ökolandbau umzustellen. Mit der <a href="https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/bio-strategie-2030.pdf">Bio-Strategie 2030</a> will das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (<a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/bmleh">BMLEH</a>) dieses Ziel erreichen.</p> </p><p> Wie wird der Indikator berechnet? <p>Das Statistische Bundesamt nutzt verschiedene Erhebungen (u.a. Agrarstrukturerhebung und Bodennutzungshaupterhebung) zur Ermittlung der ökologisch bewirtschafteten Fläche. Erfasst werden ökologisch bewirtschaftete Flächen von Agrarbetrieben von mehr als fünf Hektar, die dem Kontrollverfahren der EU-Rechtsvorschriften unterliegen. Die Bezugsgröße, die zur Berechnung des Flächenanteils herangezogen wird, ist die landwirtschaftlich genutzte Fläche (ebenfalls ab fünf Hektar), die jährlich in der Bodennutzungshaupterhebung erfasst wird. Das <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/bmleh">BMLEH</a> verwendet für den <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/indikator">Indikator</a> eine abweichende Datengrundlage. Der Indikator umfasst Flächen, die gemäß der europäischen <a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?qid=1550672761780&uri=CELEX:32007R0834">Öko-Basis-Verordnung</a> bewirtschaftet und den Kontrollstellen der Länder gemeldet werden. Enthalten sind auch Kleinstbetriebe unterhalb einer Größe von fünf Hektar. Bei der Anteilsberechnung werden diese allerdings auf die gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche (ab fünf Hektar) bezogen. Die Daten des BMLEH weisen daher methodisch bedingt einen höheren Ökoflächenanteil auf. Der Flächenanteil des ökologischen Landbaus auf Grundlage der BMLEH-Statistik weist für das Jahr 2024 einen leichten Zuwachs auf 11,5 % auf. Ab dem Jahr 2026 werden nur noch die durch das Statistische Bundesamt erhobenen Daten verwendet. Gleichzeitig soll sich die Datengrundlage für den Ökolandbau durch eine Novellierung des Agrarstatistikgesetzes ab 2026 verbessern.</p> <p><strong>Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie im Daten-Artikel <a href="https://www.umweltbundesamt.de/node/10952">"Ökologischer Landbau"</a>.</strong></p> </p><p> </p><p>Informationen für...</p>
Klimaschutzstaatssekretär Erwin Manz überreicht Urkunden an neue Partnerbetriebe Naturschutz / Netzwerk besteht aus über 300 landwirtschaftlichen Betrieben in ganz RLP, die individuelle Naturschutzmaßnahmen auf ihren Höfen umsetzen „Mehr Naturschutz in der Agrarlandschaft kommt nicht nur der Biodiversität zugute. Auch die Landwirtschaft profitiert durch vielfältige Agrarökosysteme, die wichtige Ökosystemdienstleistungen wie Bestäubung durch Insekten, Schutz des Bodens vor Erosion durch Wind und Wasser oder auch den Erhalt der Bodenfruchtbarkeit durch ein vielfältiges Bodenleben bereitstellen. Unsere Partnerbetriebe Naturschutz stehen für die gelingende Zusammenarbeit zwischen Naturschutz und landwirtschaftlicher Praxis“, so Klimaschutzstaatssekretär Erwin Manz anlässlich der Urkundenüberreichung von 27 weiteren „Partnerbetrieben Naturschutz“ am heutigen Montag in Bad Kreuznachnach. Damit ist das landesweite Netzwerk Partnerbetrieb Naturschutz auf nunmehr 329 Betriebe angewachsen. Die 27 neuen Betriebe haben sich Ende 2024 um die Teilnahme am Demonstrationsvorhaben Partnerbetrieb Naturschutz beworben und durchliefen seitdem eine Beratungsphase, in der ein naturschutzfachliches Leitbild für jeden einzelnen Betrieb erstellt und eine Zielvereinbarung über die Umsetzung konkreter Naturschutzleistungen durch die Betriebe getroffen wurden. Ziel dieses Beratungsangebotes ist es, gemeinsam mit der Landwirtschaft der Biodiversitätskrise zu begegnen, indem Lebensräume von Tieren und Pflanzen in der Kulturlandschaft geschaffen oder erhalten werden. Gesellschaftliche Anerkennung durch ökologisches Engagement, betriebliche Diversifizierung durch Dienstleistungsangebote im Naturschutz oder Zusatzeinkommen durch Vertragsnaturschutzmaßnahmen können wichtige Aspekte für eine nachhaltige Ausrichtung landwirtschaftlicher Betriebe sein. Beispiele für mögliche Maßnahmen sind unter anderem das Anlegen von Ackerwildkrautflächen, der Erhalt von Streuobstwiesen durch deren Bewirtschaftung sowie der Erhalt von artenreichem Grünland durch späte Mahd und den Verzicht auf Düngung. Die Betriebe schaffen verschiedene Lebensräume, etwa durch Hecken für eine Vielzahl von Tieren, etwa für das Rebhuhn oder den Neuntöter oder durch das Anlegen von Lerchenfenstern und Altgrasinseln für bodenbrütende Vögel. Lerchenfenster sind dabei abgesteckte Bereiche in einem Getreidefeld, die nicht bearbeitet werden, um die Nester der am Boden brütenden Lerchen nicht zu zerstören. Altgrasinseln sind Bereiche im Grünland, die nicht bearbeitet werden, um auch hier Nester zu erhalten. Als Partnerbetrieb Naturschutz können sich alle landwirtschaftlichen Betriebe, unabhängig ihrer Betriebsschwerpunkte und unabhängig davon, ob es sich um Bio- oder konventionell wirtschaftende Betriebe handelt, bewerben und Teil des Netzwerkes werden. Best-Practice-Beispiele und weitere Infos gibt es unter www.partnerbetrieb-naturschutz.rlp.de
60 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Deutschland ist Pachtland. Eigentümer* landwirtschaftlicher Flächen können dem massiven Rückgang der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft entgegenwirken und Naturschutzmaßnahmen in ihren Pachtverträgen vereinbaren. Seit 2018 unterstützt sie hierbei die fachliche Beratung von "Fairpachten" - ein Förderprojekt der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt (BPBV). In persönlichen, individuellen Gesprächen werden passende Naturschutzmaßnahmen identifiziert und entsprechende Vertragsvorlagen zur Verfügung gestellt. Mehr als 1.170 Beratungen hat Fairpachten im Zeitraum von April 2018 bis Februar 2024 durchgeführt und ein Netzwerk von Ehrenamtlichen aufgebaut. Die hohe Beratungsnachfrage zeigt, dass Fairpachten ein Baustein ist, um in der Agrarlandschaft flächendeckend eine Trendwende hin zu mehr Biodiversität zu bewirken. Seit 2024 führt der Bundesverband des Naturschutzbund Deutschland e. V. (NABU) das Beratungsangebot im Rahmen des Kompetenznetzwerks Agrarnaturschutz fort.
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