API src

Found 346 results.

Related terms

Pegel Denn (Messstellen-Nr: 2718070900)

'Pegel: Denn / Gewässer: Kesselinger Bach' ist eine Pegel-Messstelle und dient zur Überwachung von Oberflächengewässern in Rheinland-Pfalz. Die Pegelmessstelle Denn (ID: 418) befindet sich am Gewässer Staffelerbach im Flusseinzugsgebiet Ahr. Die Messstelle dient zur Messung des Wasserstands. Weiterhin wird der Abfluss an der Messstelle gemessen.

LfU hat Hitzefolgen auf die Gewässer im Blick

Hitze und Trockenheit haben vielfältige Auswirkungen auf unsere Gewässer. Waren früher die sogenannten Hundstage Anfang August von hohen Temperaturen geprägt, treten Hitzewellen heute immer zeitiger auf - so auch in diesem Jahr. Mit langanhaltender Wärme und sinkenden Abflüssen geraten unsere Flüsse bereits jetzt im Juni unter Druck. Das Landesamt für Umwelt begleitet im Sommer 2026 die Entwicklungen mit umfangreichen Messungen und Untersuchungen. Direkt zu den Informationen: Wassertemperaturen Situationsberichte Fließgewässer Blaualgen (Fließgewässer, Badeseen) FAQs August 2026 Die sommerliche Hitze führt dazu, dass die Temperaturen in unseren Gewässern steigen. Durch den damit verbundenen Sauerstoffmangel kann es zu einer Gefährdung der Lebewesen kommen. Daher greift bei hohen Wassertemperaturen ein mehrstufiges Handlungskonzept des Landes, mit dem Wärmeeinleitungen reduziert werden sollen. In der ersten Handlungsstufe (>25 °C) werden von den Struktur- und Genehmigungsdirektionen alle bedeutenden rheinland-pfälzischen Wärmeeinleiter angeschrieben und aufgefordert, vorsorgliche Maßnahmen zu ergreifen. Solche Maßnahmen sind beispielsweise: Messung der Gewässertemperatur vor und nach der Einleitung von Kühlwasser sowie eine Prüfung, ob innerhalb des Betriebes andere Kühlmöglichkeiten genutzt werden können. In der zweiten (>27 °C), dritten (>28 °C) und vierten (>29 °C) Handlungsstufe verschärfen sich die Maßnahmen bis hin zu Produktionseinstellungen. Bereits in den Sommern 2018, 2019, 2022 und 2025 wurde die Stufe 2, im Jahr 2018 zudem Stufe 3 ausgerufen, wonach einige Firmen für einige Wochen vor allem ihre Produktionen mit hohem Kühlwasserbedarf stark eingeschränkt und sämtliche alternativen Rückkühlmöglichkeiten genutzt haben. Am 23. Juni 2026 wurde durch das Ministerium für Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt und Forsten (MLWUF) die erste Handlungsstufe ausgerufen (zur Pressemitteilung des MLWUF vom 23. Juni ) und am 26. Juni 2026 wurde die zweite Handlungsstufe ausgerufen (zur Pressemitteilung des MLWUF vom 26. Juni ). Am 30. Juni 2026 informierte das Ministerium über die aktuelle Lage und das Fortbestehen der zweiten Handlungsstufe (zur Pressemitteilung des MLWUF vom 30. Juni ) Das LfU erhebt kontinuierlich die Wassertemperaturen an den großen Flüssen und stellt diese online zur Verfügung: Tagesmittelwerte für Rhein, Mosel, Lahn, Nahe und Saar Wassertemperaturvorhersage Rhein FAQ Sommerliche Hitzewelle – Welches Risiko besteht für Fische, Wirbellose und Pflanzen in unseren Gewässern? Gewässeruntersuchungsstationen ( Karte der Stationen ) Situationsberichte Fließgewässer Situation Unterer Oberrhein und Untere Nahe am 05.08.2026 © LfU / Brunke Nahemündung am 04.08.2026 Zum Fotoprotokoll Situationsbericht zur Gewässerökologie vom 14.07.2026 © LfU Abb.1: Makrophytenbestände im Buhnenfeld von Bacharach © LfU Abb. 2: Massenentwicklung von fädigen Algen © LfU Abb. 3.1: Trockengefallene Exemplare von Dreissena © LfU Abb. 3.2: Corbicula bei Niedrigwasser © LfU Abb. 3.3 Große Flussmuschel © LfU Abb. 4: Tote Muschelkörper Anlässlich des niedrigen Abflusses des Rheins kleiner des MNQ (Pegel Mainz), hat das Referat Gewässerökologie des LfU in KW 29 eine kursorische Untersuchung der Gewässerbiologie des Rheins bei Heidenfahrt (km 513,6; Unterer Oberrhein) und oberhalb Bacharach (km 541,3; Mittelrhein) durchgeführt. Die Wassertemperaturen lagen am Untersuchungstag bei 26,1°C bzw. 25,7°C an den Probestellen im Rhein bei Heidenfahrt und Bacharach. Damit wurden die Temperaturen von über 28°C der Untersuchungen aus KW 27 nicht erreicht, allerdings lag ein deutlich niedriger Wasserstand vor. Neben dem Hitzestress kann nun der Stress durch Niedrigwasser für die aquatische Lebensgemeinschaft ein zunehmender Faktor sein. Floristische Untersuchungen In Heidenfahrt wurden in einem Seitenarm bei Fluss-km 513,7 sehr gut entwickelte Makrophyten-bestände vorgefunden. Es wurden viele der erwartbaren Arten von strömungsberuhigten Fließ-gewässerabschnitten gefunden: Großes Nixkraut ( Najas marina ), Krauses Laichkraut ( Potamogeton crispus ), Kamm-Laichkraut ( Potamogeton pectinatus ), Raues Hornblatt ( Ceratophyllum demersum ), Ähriges Tausendblatt ( Myriophyllum spicatum ), Durchwachsenes Laichkraut ( Potamogeton perfoliatus ), Knoten- Laichkraut ( Potamogeton nodosus ), Quellmoos ( Fontanalis ) und Schmalblättrige Wasserpest ( Elodea nuttalli i). Auch bei Bacharach wurden in stärker eingetieften Buhnenfeldern bei der kursorischen Untersuchung ein vergleichbares Arteninventar vorgefunden (Abbildung 1). Die Makrophyten profitieren aktuell, in moderat durchströmten Bereichen, von der hohen Sonneneinstrahlung und dem klaren Wasser. In flachen oder vom Hauptstrom abgeschnitten Bereichen wurden Massenentwicklungen von fädigen Algen festgestellt (Abbildung 2). In Bereichen welche nicht oder nur wenig durchströmt sind, können sich Nährstoffe anreichern. In Kombination mit erhöhter Sonneneinstrahlung und erhöhten Wassertemperaturen können Massenentwicklungen von fädigen Algen begünstigt werden. Faunistische Untersuchung An beiden Probestellen konnten in durchströmten Bereichen vitale Bestände der Körbchenmuscheln ( Corbicula fluminea ) sowie an größeren Hartsubstraten auch der Quaggamuschel ( Dreissena rostriformis bugensis ), in Heidenfahrt sogar ein Exemplar der Großen Flussmuschel ( Unio tumidus ; Abb. 3.3) gefunden werden. Bei Bacharach sind die dort in hoher Dichte vorkommenden Körbchenmuscheln in den flachen Buhnenfeldern zunehmend im Hitze- und Niedrigwasserstress. Obwohl sie in der Lage sind, sich kriechend fortzubewegen, führen die fallenden Wasserstände dazu, dass sich die Muscheln im Spülsaum in großer Zahl ansammeln, zunehmend trockenfallen (Abb. 3.1) und verenden (Abb. 3.2). In den trockengefallenen Buhnenfeldern wurden bereits viele neue Leerschalen von Körbchenmuscheln gefunden. Das kann also einerseits auf den Hitzestress und auf den gleichzeitig auftretenden Habitatverlust durch Niedrigwasser zurück zu führen sein. Weiterhin wurden bei Bacharach einige tote Muschelkörper ohne Muschelschale an der Wasseroberfläche treibend gesichtet (Abb.4). Dabei handelt es am wahrscheinlichsten um im Spülsaum abgestorbene Individuen, die durch die Wellenbewegungen, verursacht durch vorbeifahrenden Schiffsverkehr in die Flachwasserbereiche verfrachtet wurden. Sollte Hitzeperiode länger anhalten, ist davon auszugehen, dass die Auswirkungen auf die Muscheln weiter zunehmen werden. Eine erneute Untersuchung des Buhnenfelds wird anlassbezogen durchgeführt, um die Entwicklung des Muschel-bestands zu dokumentieren. Neben den Muscheln wurden an beiden Standorten ein der Jahreszeit entsprechendes Artenspektrum von für den Rhein typischen Wirbellosen gefunden. Unter anderem wurden vitale Bestände von Kahnschnecken ( Theodoxus fluviatilis ), Schwämmen ( Ephydatia fluviatilis ), Höckerflohkrebsen ( Dikerogammarus villosus ) und Schlickkrebsen ( Chelicorophium sp. ) nachgewiesen. Bei Bacharach konnten an der Steinschüttung der strömungszugewandten Seite des Buhnenkopfes verschiedene aquatische Insektenlarven gefunden werden (Köcherfliegen: B rachycentrus subnubilus, Hydropsyche cf. bulgaromanorum ), Eintagsfliegenlarven fanden sich in den makrophytenbewachsenen Flachwasserbereichen: Baetis sp. und Epheron virgo ). Die im Rahmen der Untersuchung beobachteten Jungfische machten einen vitalen Eindruck. Es konnten keine Anzeichen für Fischsterben oder gravierende Beeintträchtigungen der Fischfauna festgestellt werden. In den Buhnenfeldern, in denen Wasserflächen bereits von der Strömung abgeschnitten sind, kann es infolge von kritischen Temperaturerhöhungen bzw. Austrocknung zum Verenden von aquatischen Organismen kommen, zu denen auch Jungfische gehören können. Fazit Infolge der angespannten Lage infolge des Niedrigwassers und der episodisch hohen Wassertem-peraturen zeigt die aquatische Biozönose beginnende Verluste (v. a. Muscheln). Diese zeigen momentan noch keine dramatischen Ausmaße. Bei weiter anhaltender Dürrephase ist aber vor allem in den Ufer- und Flachwasserbereichen davon auszugehen, dass festhaftenede bzw. wenig mobile Organismen, wie Muscheln oder auch Wasserpflanzen in größerem Umfang trockenfallen und absterben. In Buhnenfeldern können Wasserflächen durch die sinkenden Wasserstände vom Flusslauf abgetrent werden. Darin eingeschlossenen Organismen (auch Jungfische) können infolge von starker Temperaturerhöhung und weiterer Austrocknung verenden. Situationsbericht zur Gewässerökologie vom 30.06.2026 © Wieczorek, LfU Ahr bei Bad Bodendorf © Wieczorek, LfU Ahr bei Sinzig © Fischer, LfU Nahe bei Dietersheim © Fischer, LfU Nahe bei Gensingen © Fischer, LfU Nahe bei Gensingen © Fischer, LfU Nahemündung bei Bingen © Wieczorek, LfU Rhein bei Bacharach © Wieczorek, LfU Rhein gegenüber Ilmen Aue In der Kalenderwoche 26 und 27 wurde tageweise Wassertemperatur > 28 °C an der Station Mainz, RUST (27.06. - 29.06.2026) und der Station Worms (28.06.2026) erreicht. In Palzem (Mosel) wurden am 27.06. - 28.06.2026 sogar Wassertemperaturen >29 °C erreicht. An der Nahe lagen die Wassertemperaturen im Zeitraum 25.06.-28.06.2026 bei >27 °C. Aufgrund der besonderen Situation hat das Referat Gewässerökologie des LfU die aktuelle Situation der Gewässerbiologie des Rheins und weiteren Flüssen stichpunktartig in dem oben genannten Zeitraum untersucht. Am Rhein bei Bacharach wurden vitale Bestände der üblicherweise erwartbaren Arten (Krebstiere wie z. B. Dikerogammarus; Muscheln der Gattung Corbicula, Schnecken und Fließgewässer-Insekten (z. B. Ephoron) gesichtet. Stichpunktartige Untersuchungen entlang des Rheins und an den Gewässern Nahe und der Ahr zeigten ein starkes Wachstum von Wasserpflanzen die (z. B. Knotiges Laichkraut und Wasserhahnenfuß) sowie abschnittsweise ein erhöhtes Algenwachstum. An den untersuchten Stellen wurden am Ufer vitale Jungfischschwärme gesichtet. Insgesamt können trotz der deutlich erhöhten Wassertemperaturen aktuell keine akuten Schäden bei der Wirbellosen- oder Fischfauna gefunden werden. Allerdings verursachen langandauernde Hitzewellen physiologischen Stress, der das Krankheits- und Infektionsrisiko v. a. bei Fischen erhöhen und die Vitalität der Populationen vermindern kann. Zum Fotoprotokoll Anlässlich des niedrigen Abflusses des Rheins kleiner des MNQ (Pegel Mainz), hat das Referat Gewässerökologie des LfU in KW 29 eine kursorische Untersuchung der Gewässerbiologie des Rheins bei Heidenfahrt (km 513,6; Unterer Oberrhein) und oberhalb Bacharach (km 541,3; Mittelrhein) durchgeführt. Die Wassertemperaturen lagen am Untersuchungstag bei 26,1°C bzw. 25,7°C an den Probestellen im Rhein bei Heidenfahrt und Bacharach. Damit wurden die Temperaturen von über 28°C der Untersuchungen aus KW 27 nicht erreicht, allerdings lag ein deutlich niedriger Wasserstand vor. Neben dem Hitzestress kann nun der Stress durch Niedrigwasser für die aquatische Lebensgemeinschaft ein zunehmender Faktor sein. Floristische Untersuchungen In Heidenfahrt wurden in einem Seitenarm bei Fluss-km 513,7 sehr gut entwickelte Makrophyten-bestände vorgefunden. Es wurden viele der erwartbaren Arten von strömungsberuhigten Fließ-gewässerabschnitten gefunden: Großes Nixkraut ( Najas marina ), Krauses Laichkraut ( Potamogeton crispus ), Kamm-Laichkraut ( Potamogeton pectinatus ), Raues Hornblatt ( Ceratophyllum demersum ), Ähriges Tausendblatt ( Myriophyllum spicatum ), Durchwachsenes Laichkraut ( Potamogeton perfoliatus ), Knoten- Laichkraut ( Potamogeton nodosus ), Quellmoos ( Fontanalis ) und Schmalblättrige Wasserpest ( Elodea nuttalli i). Auch bei Bacharach wurden in stärker eingetieften Buhnenfeldern bei der kursorischen Untersuchung ein vergleichbares Arteninventar vorgefunden (Abbildung 1). Die Makrophyten profitieren aktuell, in moderat durchströmten Bereichen, von der hohen Sonneneinstrahlung und dem klaren Wasser. In flachen oder vom Hauptstrom abgeschnitten Bereichen wurden Massenentwicklungen von fädigen Algen festgestellt (Abbildung 2). In Bereichen welche nicht oder nur wenig durchströmt sind, können sich Nährstoffe anreichern. In Kombination mit erhöhter Sonneneinstrahlung und erhöhten Wassertemperaturen können Massenentwicklungen von fädigen Algen begünstigt werden. Faunistische Untersuchung An beiden Probestellen konnten in durchströmten Bereichen vitale Bestände der Körbchenmuscheln ( Corbicula fluminea ) sowie an größeren Hartsubstraten auch der Quaggamuschel ( Dreissena rostriformis bugensis ), in Heidenfahrt sogar ein Exemplar der Großen Flussmuschel ( Unio tumidus ; Abb. 3.3) gefunden werden. Bei Bacharach sind die dort in hoher Dichte vorkommenden Körbchenmuscheln in den flachen Buhnenfeldern zunehmend im Hitze- und Niedrigwasserstress. Obwohl sie in der Lage sind, sich kriechend fortzubewegen, führen die fallenden Wasserstände dazu, dass sich die Muscheln im Spülsaum in großer Zahl ansammeln, zunehmend trockenfallen (Abb. 3.1) und verenden (Abb. 3.2). In den trockengefallenen Buhnenfeldern wurden bereits viele neue Leerschalen von Körbchenmuscheln gefunden. Das kann also einerseits auf den Hitzestress und auf den gleichzeitig auftretenden Habitatverlust durch Niedrigwasser zurück zu führen sein. Weiterhin wurden bei Bacharach einige tote Muschelkörper ohne Muschelschale an der Wasseroberfläche treibend gesichtet (Abb.4). Dabei handelt es am wahrscheinlichsten um im Spülsaum abgestorbene Individuen, die durch die Wellenbewegungen, verursacht durch vorbeifahrenden Schiffsverkehr in die Flachwasserbereiche verfrachtet wurden. Sollte Hitzeperiode länger anhalten, ist davon auszugehen, dass die Auswirkungen auf die Muscheln weiter zunehmen werden. Eine erneute Untersuchung des Buhnenfelds wird anlassbezogen durchgeführt, um die Entwicklung des Muschel-bestands zu dokumentieren. Neben den Muscheln wurden an beiden Standorten ein der Jahreszeit entsprechendes Artenspektrum von für den Rhein typischen Wirbellosen gefunden. Unter anderem wurden vitale Bestände von Kahnschnecken ( Theodoxus fluviatilis ), Schwämmen ( Ephydatia fluviatilis ), Höckerflohkrebsen ( Dikerogammarus villosus ) und Schlickkrebsen ( Chelicorophium sp. ) nachgewiesen. Bei Bacharach konnten an der Steinschüttung der strömungszugewandten Seite des Buhnenkopfes verschiedene aquatische Insektenlarven gefunden werden (Köcherfliegen: B rachycentrus subnubilus, Hydropsyche cf. bulgaromanorum ), Eintagsfliegenlarven fanden sich in den makrophytenbewachsenen Flachwasserbereichen: Baetis sp. und Epheron virgo ). Die im Rahmen der Untersuchung beobachteten Jungfische machten einen vitalen Eindruck. Es konnten keine Anzeichen für Fischsterben oder gravierende Beeintträchtigungen der Fischfauna festgestellt werden. In den Buhnenfeldern, in denen Wasserflächen bereits von der Strömung abgeschnitten sind, kann es infolge von kritischen Temperaturerhöhungen bzw. Austrocknung zum Verenden von aquatischen Organismen kommen, zu denen auch Jungfische gehören können. Fazit Infolge der angespannten Lage infolge des Niedrigwassers und der episodisch hohen Wassertem-peraturen zeigt die aquatische Biozönose beginnende Verluste (v. a. Muscheln). Diese zeigen momentan noch keine dramatischen Ausmaße. Bei weiter anhaltender Dürrephase ist aber vor allem in den Ufer- und Flachwasserbereichen davon auszugehen, dass festhaftenede bzw. wenig mobile Organismen, wie Muscheln oder auch Wasserpflanzen in größerem Umfang trockenfallen und absterben. In Buhnenfeldern können Wasserflächen durch die sinkenden Wasserstände vom Flusslauf abgetrent werden. Darin eingeschlossenen Organismen (auch Jungfische) können infolge von starker Temperaturerhöhung und weiterer Austrocknung verenden. In der Kalenderwoche 26 und 27 wurde tageweise Wassertemperatur > 28 °C an der Station Mainz, RUST (27.06. - 29.06.2026) und der Station Worms (28.06.2026) erreicht. In Palzem (Mosel) wurden am 27.06. - 28.06.2026 sogar Wassertemperaturen >29 °C erreicht. An der Nahe lagen die Wassertemperaturen im Zeitraum 25.06.-28.06.2026 bei >27 °C. Aufgrund der besonderen Situation hat das Referat Gewässerökologie des LfU die aktuelle Situation der Gewässerbiologie des Rheins und weiteren Flüssen stichpunktartig in dem oben genannten Zeitraum untersucht. Am Rhein bei Bacharach wurden vitale Bestände der üblicherweise erwartbaren Arten (Krebstiere wie z. B. Dikerogammarus; Muscheln der Gattung Corbicula, Schnecken und Fließgewässer-Insekten (z. B. Ephoron) gesichtet. Stichpunktartige Untersuchungen entlang des Rheins und an den Gewässern Nahe und der Ahr zeigten ein starkes Wachstum von Wasserpflanzen die (z. B. Knotiges Laichkraut und Wasserhahnenfuß) sowie abschnittsweise ein erhöhtes Algenwachstum. An den untersuchten Stellen wurden am Ufer vitale Jungfischschwärme gesichtet. Insgesamt können trotz der deutlich erhöhten Wassertemperaturen aktuell keine akuten Schäden bei der Wirbellosen- oder Fischfauna gefunden werden. Allerdings verursachen langandauernde Hitzewellen physiologischen Stress, der das Krankheits- und Infektionsrisiko v. a. bei Fischen erhöhen und die Vitalität der Populationen vermindern kann. In den Sommermonaten kommt es in Seen und staugeregelten Fließgewässern wie der Mosel seit einigen Jahren zur so genannten Blaualgenblüte. Blaualgen sind Cyanobakterien, deren Kolonien sich als grüne Schlieren oder schwimmende, grüne Teppiche zeigen. Weil Blaualgen Giftstoffe abgeben können, die beim Kontakt mit den Schleimhäuten zu Reizungen, Bindehautentzündungen der Augen oder Quaddeln auf der Haut führen können, sollten grün gefärbte Bereiche gemieden werden. Beim Verschlucken kann es zu Magen-Darm-Beschwerden kommen. Auch Haustiere sind fernzuhalten. Aktuelle Lage (13.08) Badeseen : Bitte informieren Sie sich über die aktuelle Situation an den Badegewässern unter www.badeseen.rlp.de Mosel : Beginnend mit dem Jahr 2017 kam es in den Jahren 2018 und 2019 zur stark ausgeprägte Algenblüten die vom LfU und der Bundesanstalt für Gewässerkunde in Koblenz (BfG) untersucht wurden. Die aktuellen Messwerte können unter https://wasserportal.rlp-umwelt.de/auskunftssysteme/chemisch-physikalische-gewaesseruntersuchung/karte-untersuchungsstationen abgefragt werden. Auf der jeweilige Seite der Station sieht man die aktuellen Werte und bei der 30-Tage-Gangline werden die Tagesmittelwerte angezeigt. Weitere Informationen finden Sie unter Blaualgen in der Mosel Gewässer-Untersuchungsstationen FAQ Blaualgen Vor und während der gesetzlich festgelegten Badesaison vom 1. Juni bis 31. August werden die 68 in Rheinland-Pfalz ausgewiesenen EU-Badegewässer von den Gesundheitsämtern der Kreisverwaltungen und dem Landesamt für Umwelt (LfU) untersucht. Die Überwachung der Gewässer erfolgt durch Besichtigungen, Probenahmen und Analysen der Proben. Während die Gesundheitsämter die Keimbelastung messen, kontrolliert das LfU die chemische, physikalische und biologische Beschaffenheit. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei der Blaualgenblüten. Ab einem Schwellenwert von 12 Mikrogramm Blaualgen-Chlorophyll a pro Liter Wasser werden Warnhinweise im Internet veröffentlicht und an den Badegewässern selbst aufgehängt. Informationen zu den einzelnen rheinland-pfälzischen Badeseen finden Sie im Badegewässeratlas unter www.badeseen.rlp.de . Daten, Karten und Anwendungen der Wasserwirtschaftsverwaltung Sommerliche Hitzewelle – Welches Risiko besteht für Fische, Wirbellose und Pflanzen in unseren Gewässern? Blaualgen (Cyanobakterien) in Gewässern 2025 2022 2019

Pegel Bad Bodendorf (Messstellen-Nr: 2718060700)

'Pegel: Bad Bodendorf / Gewässer: Ahr' ist eine Pegel-Messstelle und dient zur Überwachung von Oberflächengewässern in Rheinland-Pfalz. Die Pegelmessstelle Bad Bodendorf (ID: 400) befindet sich am Gewässer Ahr im Flusseinzugsgebiet Ahr. Die Messstelle dient zur Messung des Wasserstands. Weiterhin wird der Abfluss an der Messstelle gemessen.

Pegel Müsch 2 (Messstellen-Nr: 2718009400)

'Pegel: Müsch 2 / Gewässer: Ahr' ist eine Pegel-Messstelle und dient zur Überwachung von Oberflächengewässern in Rheinland-Pfalz. Die Pegelmessstelle Müsch 2 (ID: 613) befindet sich am Gewässer Ahr im Flusseinzugsgebiet Ahr. Die Messstelle dient zur Messung des Wasserstands.

Ahr river overbank sediments: grain sizes, carbonates and soil organic parameters (Mayschoß-Transect, core Ahr2022-1_1, Ahr2022-1_2, Ahr2022-2_1, Ahr2022-2_2)

Four sediment cores from the Mayschoß floodplain (Ahr) were analysed for grain size, carbonates and soil organic parameters. For this purpose, the freeze-dried samples were sieved (2 mm) to remove large organic matter and the samples were separated into fine (< 2mm) and coarse (> 2 mm) fractions. For the grain size analysis, the fine fraction (< 2 mm), sieved samples (10 g) were left overnight in 35% hydrogen peroxide (H2O2). The samples were then heated to remove organic matter. In addition, the samples were dispersed by a 10 ml solution of 0.4 N sodium pyrophosphate (Na4P2O7) and ultrasonicated (45 min). The sand fraction was separated by dry sieving (classes: coarse sand: 2000 - 630 µm, medium sand: 630 - 125 µm, find sand: 200 - 125 µm and finest sand: 125 - 63 µm). X-ray granulometry (XRG, SediGraph III 5120, Micromeritics) was used to measure the fine fraction (coarse silt: 63 - 20 µm, medium silt: 20 - 6.3 µm, fine silt: 6.3 - 2.0, coarse clay: 2.0 - 0.6 µm, medium clay: 0.6 - 0.2 and fine clay < 0.2 µm). The coarse fraction was divided into two classes (2-10 mm, > 10 mm) by dry sieving. The roundness of gravels (> 10 mm) was also determined (> 10 mm rounded, > 10 mm sub-rounded, > 10 mm angular). The carbonate content of the fine fraction was determined using the Scheibler method. A pre-test is therefore carried out to determine the sample quantity. The more carbonate is contained, the smaller the required sample quantity. During the measurement, a defined amount of 10 % hydrochloric acid (HCL) is then added to the sample and the outgassing of the resulting CO2 is measured. The amount of HCL can be used to calculate the amount of dissolved calcium carbonate (CaCO3). For further geochemical analysis, the samples were pulverised and homogenised using the Retsch vibrating mill MM 200. The content of total carbon, nitrogen and sulphur of the fine fraction was analysed using the vario EL cube (Elementar). For this purpose, the ground fine soil sample was mixed with tungsten oxide (WO3) in a ratio of 1:3 and wrapped in tin foil for analysis. Due to the higher accuracy, the sulphur values of the X-ray fluorescence spectrometry (XRF) were included in the data set. The samples (8 g) were pressed into uniform pills with a carbon-based binder using a Vaneox press at 20 t for 2 min. Elemental analysis was performed in a He atmosphere using a Spectro Xepos energy dispersive XRF spectrometer. The complete XRF dataset including errors, reproducibility and security of the measurement is also available on Pangaea. Finally, the inorganic and organic carbon as well as the C/N and C/S ratios were calculated. The surface elevation was extracted from Brell et al. (2023).

Sonderbefliegung Hochwasser Ahr 2021

Sonderbefliegung des Ahrtals im Zusammenhang mit dem Hochwasser (Befliegungsdatum 24., 28. und 29. Juli 2021). 40 cm Bodenauflösung.

Katrin Eder: „Brutvögel zu schützen, bedeutet unsere Natur zu erhalten“

Neue Fassung der Roten Liste der Brutvögel in Rheinland-Pfalz veröffentlicht – Mehr Brutvogelarten als je zuvor gefährdet – Es gibt aber auch positive Entwicklungen „Über die Hälfte aller Brutvogelarten in Rheinland-Pfalz gilt als gefährdet. Fast jede fünfte Art muss als vom Aussterben bedroht eingestuft werden. Das ist ein spürbarer Verlust an Artenvielfalt. Grund für diesen Verlust ist unter anderem der Klimawandel, zum Beispiel beim vom Aussterben bedrohten Kiebitz. Starkregenereignisse können zum Verschlammen der Nester des Bodenbrüters führen und damit zum Totalausfall seiner Gelege. Wir führen deshalb zum Beispiel ein Projekt zum Schutz des vom Aussterben bedrohten Kiebitzes durch. Die Rote Liste ist also auch eine Handlungsaufforderung an uns“, sagte Umwelt- und Klimaschutzministerin Katrin Eder. Seit 1976 stellen Rote Listen den Bestand der Brutvögel in Rheinland-Pfalz dar. Sie bieten die Basis für die Naturschutzpolitik des Landes. Die letzte Rote Liste der Brutvögel wurde 2014 veröffentlicht. Für die Rote Liste der Brutvögel von diesem Jahr haben mehrere Hundert ehrenamtliche Ornithologinnen und Ornithologen unter der Leitung der Vogelschutzwarte des Landesamts für Umwelt (LfU) die Situation von Brutvögeln in Rheinland-Pfalz von 2017 bis 2022 beobachtet. Für die Untersuchungen wurden Bestandserfassungen, Kartierungen, Experteneinschätzungen und Auswertungen wissenschaftlicher Publikationen kombiniert. Der vom Klimaschutzministerium finanzierte Auf- und Ausbau standardisierter Vogelmonitoring-Programme hat zu einer deutlichen Verbesserung der Datengrundlage dieser Roten Liste gegenüber den vergangenen geführt. „Rote Listen sind unser Frühwarnsystem und eine wichtige Voraussetzung für unsere Fachplanungen. Sie zeigen uns auch, ob Schutzprogramme wirken, und helfen bei der Einrichtung von Schutzgebieten. Das LfU hat mittlerweile Rote Listen für 14 Organismengruppen und für Biotoptypen erarbeitet. Zuletzt erschien 2023 die Rote Liste der Farn- und Blütenpflanzen“, erläuterte Dr. Dirk Grünhoff, Präsident des Landesamtes für Umwelt. Ergebnisse Insgesamt wurden 174 regelmäßig in Rheinland-Pfalz brütende Vogelarten untersucht. Rund 55 Prozent davon, das heißt 95 Arten, sind in ihrem Bestand bedroht. Das sind 15 Prozent mehr als 2014 und mehr als je zuvor. Knapp 38 Prozent, das heißt 66 Arten, sind ungefährdet. 13 Arten beziehungsweise 7,5 Prozent befinden sich auf der sogenannten Vorwarnliste, das heißt sie verzeichnen merkliche Rückgänge, sind aber aktuell noch nicht bedroht. Besonders bedenklich ist, dass fast jede fünfte Art als „vom Aussterben bedroht“ eingestuft werden muss. 36 Arten haben sich im Vergleich mit der Roten Liste von 2014 hinsichtlich ihrer Kategorisierung verschlechtert. Stark gefährdet ist zum Beispiel die Zippammer. Sie ist als eine Art der trockenwarmen offenen bis lichten Hanglagen mit Geröll und Mauern ein typischer Bewohner unserer Weinanbaugebiete an Rhein, Mosel, Ahr und Nahe. Rund 75 Prozent ihres deutschen Bestandes leben in Rheinland-Pfalz. Damit kommt Rheinland-Pfalz eine besondere Verantwortung für ihren Schutz zu. Das Umweltministerium investiert daher in Datenerhebungen, um gezielte Schutzmaßnahmen ergreifen zu können. Eine Neuerung bei der Roten Liste von diesem Jahr ist die Einteilung der Brutvögel nach Lebensräumen. Sie ermöglicht eine detailliertere Erfassung der Gründe für die Gefährdung und dann eine gezieltere Bekämpfung. Unterschieden werden Agrarlandschaft, Feuchtgebiete, Gesteinsbiotope, Kleingehölze, Siedlungsraum und Wälder. Den größten Anteil gefährdeter Arten (85 Prozent) verzeichnen die Vögel, die auf landwirtschaftlich genutzten Flächen leben. Hierzu zählen zum Beispiel die vom Aussterben bedrohten Arten Braunkehlchen und Wiesenpieper sowie das Rebhuhn und die Feldlerche. Intensivierung und Industrialisierung der Landwirtschaft lassen Insektenlebensräume und damit Nahrungsquellen verschwinden. Sie verschlechtern außerdem die Brutbedingungen von Wiesenbrütern. Im Westerwald beispielsweise gibt es daher ein vom Klimaschutzministerium finanziertes Projekt, in dem Landwirtschaft und Naturschutz zusammenarbeiten. Der Klimawandel gefährdet viele Vogelarten. Denn anhaltende Trockenheit führt dazu, dass Wasserquellen in allen Lebensräumen wegfallen und damit Brut- und Nahrungsplätze. Die Rote Liste der Brutvögel zeigt auch positive Entwicklungen. Sechs Arten werden aktuell in einer niedrigeren Gefährdungskategorie geführt als 2014. Dazu zählen der Gänsesäger und die Bartmeise, die sich neu in Rheinland-Pfalz etabliert haben. „Die Ansiedlung zweier neuer Brutvogelarten zeigt: Erhalt und Wiederherstellung von Lebensräumen zahlen sich aus. Wir werden uns auch künftig mit Naturschutzmaßnahmen in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft dafür einsetzen, den Lebensraum von Brutvögeln zu erhalten und damit unsere Natur und unser Klima zu schützen. Ich danke allen Ehrenamtlichen für ihre wertvolle Arbeit, ohne die eine wirksame Naturschutzpolitik nicht möglich wäre“, schloss Katrin Eder. Die Rote Liste der Brutvögel ist hier einsehbar. Ein Video zur Roten Liste der Brutvögel gibt es hier .

Sonderbefliegung Hochwasser Ahr 2021

Sonderbefliegung des Ahrtals im Zusammenhang mit dem Hochwasser (Befliegungsdatum 24., 28. und 29. Juli 2021). 40 cm Bodenauflösung.

Rückstände aus der Trinkwasseraufbereitung

Rückstände aus der Trinkwasseraufbereitung Rückstände von bestimmten Verfahren der Aufbereitung von Grundwasser zu Trinkwasserzwecken können gegenüber dem natürlichen Hintergrund von Böden erhöhte Radionuklidgehalte aufweisen. Beim Umgang mit diesen Rückständen können unter ungünstigen Umständen Beschäftigte (innerhalb des Wasserwerks, aber auch im Zuge der Verwertung beziehungsweise Beseitigung) einer erhöhten Strahlung ausgesetzt sein. Der Artikel beschreibt die Entstehung dieser Rückstände und zeigt auf, welche Expositionspfade zu einer erhöhten Strahlenexposition für Beschäftigte führen können. Natürliche Radionuklide im Rohwasser Rückstandsarten bei der Wasseraufbereitung Beseitigung oder Verwertung Rechtlicher Rahmen Expositionspfade und Expositionsszenarien Literatur Natürliche Radionuklide im Rohwasser Radionuklide der natürlichen Zerfallsreihen von Uran -238, Uran -235 und Thorium-232 sind in allen Gesteinen in Spuren anzutreffen. Wenn Rohwasser mit diesen Gesteinen in Kontakt kommt, lösen sich Radionuklide zu einem kleinen Teil aus dem Gestein heraus und gelangen in das Grundwasser. Die Aktivitätskonzentration hängt entscheidend von der Gesteinsart und deren chemischer Zusammensetzung ab. Die Studie Strahlenexposition durch natürliche Radionuklide im Trinkwasser in der Bundesrepublik Deutschland des Bundesamtes für Strahlenschutz ( BfS ) bestätigte dies. Die Tabelle zeigt einen Auszug der Ergebnisse: Medianwerte (Med) und Maximalwerte (Max) der Aktivitätskonzentrationen häufig vorkommender natürlicher Radionuklide im Rohwasser in Millibecquerel pro Liter, abhängig von der Gesteinsart der wasserführenden Grundwasserschicht ( Strahlenexposition durch natürliche Radionuklide im Trinkwasser in der Bundesrepublik Deutschland ) Gesteinsart U -238 Ra -226 Pb -210 Po -210 Ra -228 Med Max Med Max Med Max Med Max Med Max Basalt <0,74 5,7 1,0 2,8 1,9 20 0,99 5,6 <0,81 5,4 Gneis <0,74 15 2,2 7,0 7,8 29 1,8 8,3 4,3 7,8 Granit 1,2 53 12 98 9,5 70 2,0 19 11 29 Kalkstein 6,0 210 5,9 160 3,2 23 1,3 18 5,4 110 Sand 3,6 120 7,1 36 2,1 18 1,3 19 6,7 46 Schiefer 1,1 97 2,6 27 2,1 19 1,8 9,4 3,7 26 Sandstein 17 590 12 380 3,6 31 2,9 630 9,3 210 sonstiges Gestein 2,5 620 8,0 300 4,1 270 2,0 410 7,5 130 Die Aktivitätskonzentration der Radionuklide im Rohwasser ist zudem abhängig von dem Redox-Potential , dem pH-Wert im Rohwasser und der Löslichkeit der Radionuklide . nach oben Rückstandsarten bei der Wasseraufbereitung Um die Vorgaben der Trinkwasserverordnung einzuhalten, müssen Rohwässer gegebenenfalls zu Trinkwasserqualität aufbereitet werden. Zur Entfernung von Störstoffen wendet man je nach chemischer Zusammensetzung des Wassers unterschiedliche Verfahren zur Wasseraufbereitung an. Die dabei anfallenden Rückstände sind nach einer Definition [1] des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW) hauptsächlich eisenhaltige Schlämme, kalkhaltige Schlämme, Flockungsschlämme, Aktivkohle und Siebgut. Weitere Rückstände können beim Austausch von Filtermaterial (zum Beispiel Filtersand/Filterkies) oder speziellen Absorberharzen sowie beim Anlagenrückbau (zum Beispiel Rohre mit Ablagerungen) anfallen. Bisher wurden bei der Trinkwasseraufbereitung Radionuklide normalerweise nicht gezielt entfernt. Trotzdem können sich diese in einem Teil der Rückstände über das natürliche Niveau von Böden und Gesteinen hinaus anreichern. Im Oberflächenwasser ist die Konzentration natürlicher Radionuklide geringer als im Grundwasser; deshalb sind vor allem bei der Aufbereitung von Grundwasser Rückstände mit erhöhten Radionuklidgehalten zu erwarten. Medianwerte (Med) und Maximalwerte (Max) der Aktivitätskonzentrationen häufig vorkommender natürlicher Radionuklide im Oberflächenwasser und im Grundwasser in Millibecquerel pro Liter ( Strahlenexposition durch natürliche Radionuklide im Trinkwasser in der Bundesrepublik Deutschland ) Wasserart U -238 Ra -226 Pb -210 Po-210 Ra -228 Med Max Med Max Med Max Med Max Med Max Grundwasser 5,4 620 8,4 380 2,7 82 1,6 630 7,8 210 Oberflächen-Wasser 1,3 39 4,3 32 2,2 29 1,6 19 4,2 42 Bisher sind bei Rückständen aus der Aufbereitung von Grundwasser zu Trinkwasser erhöhte Radionuklidgehalte in Eisenschlämmen und Kalkschlämmen aus der Entsäuerung sowie in Austauschharzen, Aktivkohle und Filterkiesen aus der Enteisenung/Entmanganung bekannt. Bei Thermalwasserquellen wurde zudem von radionuklidhaltigen Inkrustationen berichtet . In den vor allem bei der Aufbereitung von Oberflächenwasser anfallenden Flockungsschlämmen und im Siebgut sind keine erhöhten Radionuklidgehalte zu erwarten. Der DVGW hat mit dem Arbeitsblatt W256 [2] Hinweise und Hintergrundinformationen zu Vorkommen, Verwertung und Entsorgung von radionuklidhaltigen Rückständen in der Wasserversorgung veröffentlicht. nach oben Beseitigung oder Verwertung Nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz ist die Verwertung gegenüber einer Beseitigung vorzuziehen. Allerdings entfällt bei einer Gefahr für Mensch und Umwelt der Vorrang zur Verwertung. Von den oben aufgeführten Rückständen können Eisenschlämme, Kalkschlämme aus der Entsäuerung und Filterkiese grundsätzlich wiederverwertet werden. Der DVGW empfiehlt in seinem Merkblatt W221-3 [1] für diese Rückstände verschiedene Verwertungsmöglichkeiten: Eisenschlämme werden in der Umwelttechnik verwendet, um den Gehalt an Schwefelwasserstoff und Phosphat zu senken. Außerdem kommen sie in der Ziegelindustrie und in der Zementindustrie sowie bei der Herstellung von Pflanzgranulat als Sekundärrohstoff zum Einsatz. In der Vergangenheit wurden etwa 35 Prozent der Eisenschlämme deponiert; aus abfallrechtlichen Gründen wird dieser Anteil in Zukunft voraussichtlich sinken. Kalkschlämme aus der Entsäuerung werden zur Verbesserung ("Melioration") des pH-Wertes im Boden in der Land- und Forstwirtschaft ausgebracht. Die Verwertung dieser Rückstände - etwa bei der Herstellung von Kalk und Zement oder zur Herstellung künstlicher Bodensubstrate – ist denkbar. Da Filterkiese aus der Enteisenung und Entmanganung über mehrere Jahre bis Jahrzehnte im Wasserwerk im Einsatz bleiben, fallen diese nur selten als Rückstand bei den Wasserversorgern an. Deshalb haben sich für diese Rückstände keine festen Entsorgungswege durchgesetzt. Von Einzelfällen ist bekannt, dass die Kiese zur Inbetriebnahme neuer Filteranlage in anderen Wasserwerken oder im Straßenbau eingesetzt werden. Zudem könnten sie im Landschafts- und Wegebau verwertet werden. Informationen zur Menge der verwerteten oder deponierten Rückstände sind nicht veröffentlicht und liegen auch dem DVGW nicht vor. Für Ablagerungen ist bisher keine Verwertungsoption bekannt, während Aktivkohle und Absorberharze aufgrund des hohen Kohlenstoffanteils grundsätzlich thermisch verwertbar sind. nach oben Rechtlicher Rahmen Anfang 2014 veröffentlichte die Europäische Atomgemeinschaft ( EURATOM ) europäische Grundnormen zum Strahlenschutz . Darin werden Rückstände aus Grundwasserfilteranlagen als ein relevanter Industriezweig eingestuft. Die EURATOM -Mitgliedsländer sind verpflichtet, diese Regelungen in nationales Recht umzusetzen. Strahlenschutzgesetz und Strahlenschutzverordnung In Deutschland erfolgte dies im Jahr 2017 mit dem Strahlenschutzgesetz . Ergänzend hierzu wurde die Strahlenschutzverordnung im Jahr 2018 überarbeitet. Beide gesetzlichen Regelungen sind seit dem 31.12.2018 in Kraft. In der Anlage 1 zum Strahlenschutzgesetz werden Filterkiese, Filtersande und Kornaktivkohle erstmals in der Liste der zu berücksichtigenden Rückstände mit aufgeführt und unterliegen somit den Regelungen des Strahlenschutzgesetzes. Weitere Vorgaben Sofern Rückstände aus Wasserwerken in Bauprodukten wiederverwertet werden, sind zudem die Vorgaben der europäischen Empfehlung zur natürlichen Radioaktivität in Baumaterialien einzuhalten, nach der von handelsüblichen Baustoffen keine erhöhte Strahlenexposition für die Bevölkerung ausgehen sollte. Im Strahlenschutzgesetz sind auch Regelungen für Bauprodukte niedergelegt, die ebenfalls zum 31.12.2018 in Kraft traten. Weiterhin ist zu prüfen, ob die geplante Verwertung oder Beseitigung abfallrechtlich zulässig sind. Insbesondere bei einer Verwertung im Landschaftsbau oder im Straßenbau sind die Anforderungen an die stoffliche Verwertung von mineralischen Reststoffen/Abfällen der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA) zum Auslaugverhalten von mineralischen Reststoffen zu berücksichtigen. Für den Transport von Materialien muss das Europäische Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße (ADR) eingehalten werden. nach oben Expositionspfade und Expositionsszenarien Je nach Menge, Radionuklidgehalt im Rückstand und Entsorgungsvariante können Beschäftigte - in Wasserwerken oder bei Entsorgungs- beziehungsweise Verwertungsfirmen - beim Umgang mit Rückständen aus Wasserwerken einer erhöhten Strahlenexposition ausgesetzt sein. Ob tatsächlich eine erheblich erhöhte Strahlenexposition (mehr als einem Millisievert pro Jahr zusätzlich zur natürlichen Umweltradioaktivität) für Beschäftigte zu befürchten ist, lässt sich anhand einer Dosisabschätzung ermitteln. Bei einer Dosisabschätzung sollten die Situationen Aufenthalt der Beschäftigten in Räumen, in denen Rückstände lagern, Umgang mit den Rückständen bei Lagerung, Verwertung, Transport oder Beseitigung und Wartung beziehungsweise Reinigung von Betriebsanlagen betrachtet werden. Aus Sicht des Strahlenschutzes sind dabei die Expositionspfade äußere Gammastrahlung , Inhalation von Staub und Inhalation von Radon und Radonzerfallsprodukten zu berücksichtigen. Weiterhin können bei einer Deponierung oder einer Verwertung im Straßenbau und vor allem im Landschaftsbau Radionuklide aus den Rückständen mit dem Sickerwasser freigesetzt und ins Grundwasser eingetragen werden. Für die Allgemeinbevölkerung ergibt sich bei einer Nutzung dieses Grundwassers unter Umständen ein zusätzlicher Expositionspfad. Die Verwendung beeinträchtigten Grundwassers aus einem Privatbrunnen zu Trinkwasserzwecken oder zur Beregnung ist daher bei einer Dosisabschätzung zwingend zu berücksichtigen. Abschätzung der Strahlenexposition für Beschäftige in Wasserwerken, bei Entsorgungsbetrieben und bei Verwertern In verschiedenen Studien wurde für den Umgang mit Eisen-, Mangan- und Kalkschlämmen die Strahlenexposition für Beschäftige in Wasserwerken, bei Entsorgungsbetrieben und bei Verwertern abgeschätzt ("Ermittlung von Arbeitsfeldern mit erhöhter Exposition durch natürliche Radionuklide und überwachungsbedürftige Rückstände – Rückstände aus der Trinkwasseraufbereitung, Teil I und Teil II "). Im Ergebnis ist selbst unter ungünstigen Annahmen eine Überschreitung des Dosisrichtwerts für die Bevölkerung von einem Millisievert pro Jahr nicht zu befürchten. Aus den bisher veröffentlichten Aktivitätsgehalten zu Aktivkohle und Inkrustation aus Wasserwerken ist ebenfalls keine erhöhte Strahlenexposition für die Bevölkerung abzuleiten. Bei der Entsorgung oder Verwertung von Filterkiesen aus der Manganentferung/Eisenentfernung sowie von hochbeladenen Austauschharzen, die bei der gezielten Entfernung von Uran entstehen, kann eine Überschreitung des Dosisrichtwertes nach bisherigem Kenntnisstand unter ungünstigen Umständen nicht gänzlich ausgeschlossen werden. In diesen Fällen wird eine Einzelfallbetrachtung empfohlen. Sollte nach dieser Prüfung der Dosisrichtwert tatsächlich überschritten sein, ist in diesen Fällen zu klären, welche Maßnahmen zur Dosisminderung mit vertretbarem Aufwand eingeführt werden können. Hierzu zählen beispielsweise das Tragen persönlicher Schutzausrüstung oder die Suche nach alternativen Entsorgungswegen. Berechnungsvorschriften Das BfS erstellt aktuell Berechnungsvorschriften, mit denen sich die effektive Dosis für Beschäftigte und Personen der Bevölkerung aufgrund einer Exposition durch NORM -Stoffe abschätzen lässt (Berechnungsgrundlagen NORM ). Bis zur Fertigstellung dieser Berechnungsvorschrift bietet das BfS Empfehlungen für eine vereinfachte Abschätzung der Strahlenexposition für Beschäftigte und Personen der Bevölkerung an. nach oben Literatur [1] DVGW (2014): Rückstände und Nebenprodukte aus Wasseraufbereitungsanlagen; Teil 3: Vermeidung, Vermarktung und Verwertung. DVGW -Arbeitsblatt W221-3 [2] DVGW (2020): Radionuklidhaltige Rückstände aus der Aufbereitung von Grundwasser – Bewertung und Entsorgung. DVGW -Arbeitsblatt W256 Stand: 27.07.2026

Sonderbefliegung Hochwasser Ahr 2022

Sonderbefliegung des Ahrtals im Zusammenhang mit dem Hochwasser (Befliegungsdatum 14. Juni 2022). 40 cm Bodenauflösung.

1 2 3 4 5 … 33 34 35