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s/alpenforschung/Algenforschung/gi

Systematik und Taxonomie von Boden-/Luft- und Flechtenalgen (unter Verwendung von Kulturen)

An der Universitaet Innsbruck werden seit ueber 25 Jahren taxonomische Untersuchungen vor allem an Bodenalgen unter Anwendung von Kulturmethoden durchgefuehrt. Dabei muessen Algenisolate aus Boeden oder aus Flechten unter besonderen Kulturbedingungen gehalten werden, um ihre Morphologie, Zytologie und saemtliche Reproduktionsprozesse studieren zu koennen. Dies ist Voraussetzung fuer taxonomisch-systematische Forschungen im Hinblick auf die Praxis der Untersuchung und Bestimmung von Algenorganismen in Boeden oder anderen aerischen Biotopen sowie in Flechten. Besondere Beachtung finden Gruenalgen und Xanthophyceen, die unter den angegebenen Organismen dominieren. Am Institut fuer Botanik der Universitaet Innsbruck besteht die Sammlung von Algenkulturen (Internationale Abkuerzung IBSG), die derzeit etwa 1600 Isolate aus verschiedenen Bodentypen und Lokalitaeten sowie von aerischen Standorten und aus Flechten umfasst. Etwa ein Drittel davon ist bis zum Artrang bestimmt und durch Beschreibungen und Abbildungen dokumentiert. Dies stellt eine wertvolle Vergleichsbasis fuer weitere Untersuchungen an Algenorganismen dar, die auch durch den intensiven Austausch mit den groessten Algensammlungen des Auslandes dokumentiert ist. Dieser Sammlung kommt die Funktion einer Dateenbank lebender Organismen zu, die in Zukunft fuer vergleichende Algenforschung dienen wird.

Sondierungsvorhaben zur Evaluierung der ganzheitlichen Verarbeitung des nachwachsenden Rohstoffes Alge

Alge des Jahres 2013: Lingulodinium polyedrum

Algenforscher haben den Einzeller Lingulodinium polyedrum zur Alge des Jahres 2013 gewählt. Die Wissenschaftler, die den Dinoflagellaten auswählten und in der Sektion Phykologie der Deutschen Botanischen Gesellschaft organisiert sind, wollen damit eine Algenart würdigen, deren Leuchtfähigkeit fasziniert, einen ausgeprägten Tag-Nacht-Rhythmus hat und als Sensor genutzt wird, wie PD Dr. Mona Hoppenrath vom Deutschen Zentrum für marine Biodiversitätsforschung (DZMB) bei Senckenberg am Meer in Wilhelmshaven ausführt.

Alge des Jahres 2016: Eisalge Melosira arctica

Mitglieder der Sektion Phykologie der Deutschen Botanischen Gesellschaft (DBG) haben die Melosira arctica zur Alge des Jahres 2016 gekürt. An ihr wollen Wissenschaftler die Auswirkungen des Klimawandels studieren. Nach Kenntnissen neuester Studien ist die Eis- und Kieselalge Melosira arctica die mit Abstand produktivste Alge im arktischen Ozean und war im Jahr 2013 für rund 45 Prozent der arktischen Primärproduktion verantwortlich, teilte der Biologe Klaus Valentin vom Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven mit.

Alge des Jahres 2012: Armleuchteralge Chara

Die Armleuchteralgen der Gattung Chara sind von den Algenforschern der Sektion Phykologie der Deutschen Botanischen Gesellschaft zur Alge des Jahres 2012 gewählt worden. Mit der Entscheidung wird eine Algengattung gewürdigt, von der 20 heimische Arten auf der Roten Liste der gefährdeten Organismen stehen.

Alge des Jahres 2008: Micrasterias

Algenforscher der Sektion Phykologie der Deutschen Botanischen Gesellschaft wählen die Zieralge Micrasterias zur Alge des Jahres 2008.

Alge des Jahres 2007: Seetang Laminaria

Algenforscher der Sektion Phykologie der Deutschen Botanischen Gesellschaft rufen den Seetang der Gattung Laminaria zur Alge des Jahres aus.

Untersuchungen zum Vorkommen und zu den Steuergrößen von geruchsstoffproduzierenden benthischen Cyanobakterien in der Wahnbachtalsperre

Im Wasser aus der Wahnbachtalsperre war in den vergangenen Jahren zeitweise vor allem während des Sommers ein erdig-muffiger Geruch wahrnehmbar. Erdig-muffige Gerüche im (Trink)wasser stehen meist in Verbindung mit zwei Naturstoffen (Geosmin, Methylisoborneol), die von aquatischen Organismen gebildet werden. Untersuchungen in den Jahren 2006 und 2007 sollten klären, ob und wann die Geruchsstoffe im Wasser der Wahnbachtalsperre nachzuweisen sind. Cyanobakterien wurden als Produzenten identifiziert und aus Litoralproben der Wahnbachtalsperre isoliert. An verschiedene Uferzonen der Wahnbachtalsperre wurden benthische Cyanobakterien nachgewiesen. Diese kamen besonders ausgeprägt während des Spätsommers vor (August, September) und traten in lichtexponierten Bereichen auf. Im Vergleich zu 2006 war die flächenmäßige Verbreitung 2007 intensiver. Deutliche Mattenstrukturen auf verschiedenen Substraten waren erkennbar, allerdings war die Artenvielfalt 2007 eingeschränkter. In Proben aus den Uferbereichen wurde Geosmin sowohl zellgebunden als auch im Wasser gelöst detektiert, wobei die zellgebundenen Konzentrationen stets höher waren. Im Freiwasser waren beide Geruchsstoffe nicht nachweisbar. In Laborexperimenten mit aus der Wahnbachtalsperre isolierten Cyanobakterien wurden die Einflüsse von Nährstoffen und Licht auf das Wachstum und die Geosminproduktion untersucht.

Feuchte Felsen - Algendiversität unter extremen Bedingungen

Algensystematik als interdisziplinaere Herausforderung

Forschungen zur Systematik von Organismengruppen umfassen sowohl taxonomische (beschreibende und ordnende) als auch phylogenetische (stammesgeschichtliche) Betrachtungen. Zeitgemaesse Systematik erfordert den Brueckenschlag von klassischen zu modernen Methoden und vom Freiland zum Labor. Dieser Ansatz wurde schon vor Jahrzehnten von prominenten Phykologen angeregt (RIETH 1964; PRINGSHEIM 1967), ist jedoch bisher kaum realisiert worden. Systematik wird meistens von einzelnen Wissenschaftlern betrieben. Das interdisziplinaere Herangehen (und nur das verspricht Erfolg) bleibt zu oft auf der Strecke. Die Ursachen sind vielfaeltig und liegen auf wissenschaftsorganisatorischem und subjektivem Feld. Inzwischen hat sich die Systematik zu einem der am meisten defizitaeren Wissenschaftszweige entwickelt. In der Stellungnahme des Wissenschaftsrates zur Umweltforschung in Deutschland (1994) wird darauf verwiesen, dass die Biodiversitaet und ihre Rolle bei der Stabilitaet von Oekosystemen bisher zu geringe Beachtung findet. Der 'Einzelkaempfer' am Lichtmikroskop, der allein auf morphologische Kriterien angewiesen ist, stoesst sehr bald an seine Grenzen bei der Bestimmung von Algentaxa. Andererseits ist auch ein Molekularbiologe hilflos, der zwar bestimmte Abschnitte des Erbmaterials der Untersuchungsorganismen kennt, aber kaum in der Lage ist, die Vielgestaltigkeit der Organismen im Mikroskop zu beherrschen. Ultrastrukturforscher reiben sich an verschiedensten, nur im Elekronenmikroskop sichtbaren Zellstrukturen und vergessen oft dabei, dem Freilandoekologen Hilfestellung zu geben, um die Organismen determinieren und somit die Struktur der Oekosysteme klar zu definieren. Eine Loesung ist nur in Sicht, wenn es zur engen Kooperation zwischen den Disziplinen kommt. Die Organismendiversitaet in Gewaesseroekosystemen ist ueberwaeltigend. Betrachten wir exemplarisch die mikroskopisch kleinen Primaerproduzenten in Gewaessern - die Algen - so muessen wir jedoch feststellen, dass immer mehr Algengruppen resignativ und provisorisch mit Namen belegt werden, die eine korrekte Reproduzierbarkeit der Resultate in Frage stellt. Mikrophyten haben eine hohe produktionsbiologische Bedeutung, ihre klare taxonomische Zuordnung waere also zwingend notwendig. Im Labor fuer Algologie des IGB werden oekologisch interessante Vertreter der Gruenalgen sowie der zentrischen Kieselalgen mittels klassischer und moderner Methoden bearbeitet. Dazu wurden die Moeglichkeiten des IGB durch Kooperation mit anderen Einrichtungen erweitert. Dies betrifft vor allem die Transmissionselektronenmikroskopie (Arbeitsgruppen von Prof Schnepf, Universitaet Heidelberg und Dr Pulz, Institut fuer Getreideverarbeitung GmbH, Bergholz-Rehbruecke) und die Molekularbiologie (Arbeitsgruppen von Dr Huss, Universitaet Erlangen und Dr Friedl, Universitaet Bayreuth)...

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