<p>Trinkwasser aus der Leitung: nachhaltig, gesund, günstig</p><p>Was Sie für klimafreundliche Trinkwassernutzung tun können</p><p><ul><li>Löschen Sie Ihren Durst mit Wasser aus der Leitung: Das ist das kostengünstigste und umweltfreundlichste Getränk.</li><li>Lassen Sie Arbeiten an der Trinkwasserinstallation nur von Fachbetrieben ausführen.</li><li>Gehen Sie sorgsam mit warmem Wasser um: So sparen Sie Geld und Energie.</li><li>Schützen Sie unsere Trinkwasserressource: Schützen Sie das Grundwasser und die Oberflächengewässer indem Sie keine Abfälle oder Giftstoffe in Ausguss oder Toilette werfen.</li><li>Erkundigen Sie sich, ob noch alte Bleileitungen in der Trinkwasserinstallation Ihres Wohnhauses verbaut sind. Bis zum 12.01.2026 müssen diese ausgetauscht oder stillgelegt werden.</li></ul></p><p>Gewusst wie</p><p>Trinkwasser ist in Deutschland von konstant hoher Qualität und eines der am besten kontrollierten Lebensmittel. Das Trinken von Leitungswasser erzeugt weniger als ein Prozent der Umweltbelastungen von Mineralwasser.</p><p><strong>Trinkwasser trinken:</strong> Ob gesprudelt oder nicht: Frisches Trinkwasser aus der Leitung kann in Deutschland nahezu ausnahmslos ohne Bedenken getrunken werden. Denn das Trinkwasser in Deutschland besitzt sehr gute Qualität. Dies gilt für die großen zentralen ebenso wie auch – mit ganz wenigen Ausnahmen – für die kleineren Wasserversorgungsanlagen. Beachten Sie dabei: Trinkwasser, das länger als vier Stunden in der Trinkwasserinstallation "stagniert" (gestanden) hat, sollte nicht zur Zubereitung von Speisen und Getränken genutzt werden. Lassen Sie Stagnationswasser ablaufen und machen Sie die "Fingerprobe": Frisches Wasser ist merklich kühler als Stagnationswasser.</p><p><strong>Qualität prüfen:</strong> Ihr Wasserversorger ist verpflichtet, Sie durch geeignetes und aktuelles Informationsmaterial über die Qualität des Trinkwassers zu informieren (z.B. über die Analysedaten und weitere Informationen im Internet). Die letzten Meter der Wasserleitung liegen allerdings nicht mehr in der Verantwortung der Wasserversorger, sondern in der Verantwortung der Hauseigentümer. Insbesondere im Falle von Verunreinigungen durch Blei, aber auch durch Mikroben (z.B. Legionellen) sind diese letzten Meter entscheidend. Beachten Sie hierzu unsere Tipps zu <a href="https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/essen-trinken/blei-im-trinkwasser">Blei im Trinkwasser</a> und <a href="https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/heizen-bauen/warmwasser">Warmwasser</a>.</p><p><strong>Fachkundige Installation: </strong>Schützen Sie das Trinkwasser innerhalb Ihres Hauses vor Problemen und Verunreinigungen, indem Sie Arbeiten an der Trinkwasserinstallation nur von Fachbetrieben ausführen lassen. Der Installationsbetrieb sollte für Leitungen und Armaturen nur Produkte mit dem Prüfzeichen eines akkreditierten Zertifizierers verwenden. Ihr Wasserversorger führt dafür ein "Verzeichnis eingetragener Installationsbetriebe".</p><p><strong>Geringe Kosten:</strong> Trinkwasser ist im Vergleich zu anderen Getränken extrem günstig. Für einen Cent bekommt man in etwa 2 Liter Trinkwasser aus der Leitung (inkl. Abwassergebühr). Ein Zwei-Personen-Haushalt braucht durchschnittlich jährlich 80 m3 Trinkwasser. Die Kosten dafür betragen im Schnitt 170 € für das Wasser und zusätzlich rund 250 € Abwassergebühr. Das macht 210 Euro pro Person und Jahr. Mit anderen Worten: Pro Tag macht das rund 60 Cent für über 100 Liter Trinkwasser als Lebensmittel und für alle sonstigen häuslichen Verwendungszwecke.1</p><p><strong>Energie sparen:</strong> Warmwasser muss extra erhitzt werden. Im Schnitt fließen 10 % der Energiekosten eines Haushalts in die Bereitung von Warmwasser. Ein sparsamer Umgang mit warmem Wasser spart Geld und vermeidet CO2-Emissionen. </p><p><strong>Wasser nicht unnötig verschmutzen:</strong> Unverbrauchte oder abgelaufene Arzneimittel gehören genau so wenig in den Abfluss wie Farbreste oder andere wassergefährdende Chemikalien. Wie Sie diese in Ihrem Wohngebiet am besten entsorgen, erfahren Sie aus der interaktiven <a href="http://www.arzneimittelentsorgung.de/">Entsorgungslandkarte</a>. Geruchsbildende Abfälle wie Windeln oder Damenbinden gehören ebenso wie auch "normale" Abfälle in den Restmüll. Damit verhindern Sie das Verstopfen Ihrer Abwasserleitungen und entlasten die Kläranlagen.</p><p><strong>Was Sie noch tun können:</strong></p><p>Hintergrund</p><p><strong>Umweltsituation:</strong> In Deutschland garantiert die gute Einhaltung der Trinkwasserverordnung (TrinkwV), dass Trinkwasser gesundheitlich unbedenklich und frei von vermeidbaren Verunreinigungen ist und am "Wasserhahn" in einwandfreiem Zustand entnommen werden kann. Mehr als 99 % der Messwerte des deutschen Trinkwassers genügen den Güteanforderungen der TrinkwV oder übertreffen sie deutlich.</p><p><strong>Gesetzeslage: </strong>Die zweite novellierte Fassung der <a href="https://www.recht.bund.de/eli/bund/bgbl_1/2023/159">TrinkwV vom 23.06.2023</a> setzt neue Vorgaben der <a href="http://data.europa.eu/eli/dir/2020/2184/oj">EU-Trinkwasserrichtlinie</a> um und sorgt dafür, dass unser Trinkwasser auch weiterhin bedenkenlos und ohne Gefahren für die Gesundheit genutzt werden kann. Die EG-Trinkwasserrichtlinie verpflichtet die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU), jährlich einen Bericht an die Verbraucher*innen über die Qualität ihres Trinkwassers vorzulegen. In Deutschland verfassen diese Berichte das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und das Umweltbundesamt (UBA).</p><p>1 Die Werte des Absatzes wurden nach Daten des Statistischen Bundesamtes, abgerufen am 08.08.2024, berechnet.</p>
<p>Wenn die Kopfschmerztablette abgelaufen ist und das Rheuma-Gel angetrocknet - wohin damit? Über die richtige Entsorgung von alten Medikamenten informieren wir in unserem Film.</p><p>Medikamente gelangen auf verschiedenen Wegen in die Umwelt und können Organismen und Ökosysteme belasten. Deshalb ist es wichtig, abgelaufene Arzneimittel umweltgerecht zu entsorgen.</p><p>Fast überall in der Umwelt werden Arzneimittelrückstände gefunden: in Flüssen, Böden aber auch im Grundwasser und vereinzelt auch in geringsten Konzentrationen im Trinkwasser. In Deutschland wurden 414 unterschiedliche Arzneimittelrückstände nachgewiesen, wenn auch meist in niedriger Konzentration, zum Beispiel Schmerzmittel, Antibiotika und Hormone. Einige dieser Substanzen schaden der Umwelt: Zum Beispiel wurde unterhalb von Kläranlagenabläufen eine Verweiblichung von männlichen Fischen beobachtet, die in Kontakt mit hormonell wirksamen Arzneistoffen gekommen waren.</p><p>Arzneimittel gelangen vor allem über das Abwasser in die Umwelt. Die meisten Wirkstoffe werden nach der Einnahme wieder ausgeschieden – oft in unveränderter Form. Unsachgemäß über den Ausguss oder die Toilette entsorgte Medikamente gelangen also zusätzlich in das Abwasser und können so zur Belastung für die Umwelt werden. Dieser Anteil ist bislang nicht unerheblich: eine Umfrage im Jahr 2013 ergab, dass in Deutschland 47 Prozent der Befragten flüssige Arzneimittel zumindest gelegentlich über das Abwasser entsorgen. Mit richtiger Entsorgung können Sie daher erheblich dazu beitragen, die Umwelt zu schützen.</p><p>So entsorgen Sie richtig</p><p>Unverbrauchte oder abgelaufene Arzneimittel können in Deutschland in vielen Regionen mit dem Restmüll entsorgt werden. Um Dritte, wie spielende Kinder, nicht zu gefährden, sollten die Medikamente so eingewickelt sein, dass sie nicht sichtbar sind (z.B. in Zeitungspapier). Auch Reste flüssiger Arzneimittel können vielerorts gut verschlossen in den Restmüll gegeben werden. In Deutschland wird der Restmüll größtenteils verbrannt. Durch die Verbrennung werden die biologisch aktiven Bestandteile von Medikamenten (auch flüssigen) zerstört und stellen somit kein Problem mehr für die Umwelt dar. </p><p>Medikamente können bei vielen Schadstoffmobilen oder Schadstoffsammelstellen zurückgegeben werden. </p><p>Einige Apotheken nehmen nicht verbrauchte Medikamente zurück. Fragen Sie in Ihrer Apotheke, ob Sie Ihre Altmedikamente dort zurückgeben können.</p>
<p>Küchenrolle, Taschentücher, abgelaufene Medikamente oder Feuchttücher – all diese Dinge landen in Deutschland im WC. Die Folge: Verstopfungen oder lahmgelegte Pumpwerke führen zu Schäden in Millionenhöhe an unseren Abwassersystemen, Arzneimittelwirkstoffe gelangen in Flüsse und Seen und können die Hormonsysteme der dort lebenden Organismen stören.</p><p>Nicht nur die Reparatur von verstopften Rohren und lahmgelegten Pumpen kosten die Wasserversorger Millionen. Auch um das Wasser von den zahllosen unerwünschten Stoffen zu befreien, die dort nicht hingehören, wird seitens der Kläranlagen ein hoher Aufwand betrieben. Das Ziel ist, Abwasser so zu behandeln, dass es in die Umwelt zurückgeführt werden kann, ohne die Gewässerqualität zu beeinträchtigen. Gleichzeitig gibt es in Deutschland für die oben beispielhaft genannten Abfälle gute Verwertungs- und Entsorgungswege, die wir auch nutzen sollten. Das schützt die Gewässer und auch die in den Gewässern lebenden Organismen.</p><p>Feuchttücher, Küchenrolle, Taschentücher</p><p>Küchenrolle, Taschentücher, feuchte Toilettentücher und Feuchttücher haben aufgrund ihrer unterschiedlichen Anforderungen andere Eigenschaften und Zusammensetzungen als Toilettenpapier. Herkömmliches Toilettenpapier ist darauf ausgelegt, im Wasser schnell zu zerfasern. Küchenrollen und Taschentücher sind allerdings im nassen Zustand deutlich fester und überstehen teilweise sogar einen Waschgang in der Waschmaschine. Beim Abwassertransport beziehungsweise der -behandlung können sie dadurch zu Verstopfungen in den Leitungen führen oder diese begünstigen. Wenn sie den Weg bis zur Kläranlage geschafft haben, müssen sie dort mit Rechen oder Sieben aufwendig aus dem Abwasser entfernt, gesammelt und in der Regel anschließend verbrannt werden. Die Kosten hierfür tragen wir alle – über den Abwasserpreis. Auch andere feste Abfälle wie Tampons, Slipeinlagen, Wattestäbchen, Zigarettenkippen, Kondome oder Verbände müssen in der Kläranlage zeit- und kostenaufwändig aussortiert werden.</p><p>Bei der Herstellung von Küchenrollen und Taschentüchern werden außerdem sogenannte Nassfestmittel auf Basis von synthetischen Polymeren verwendet. Sie sind schwer biologisch abbaubar, weshalb ihr Eintrag ins Abwassersystem zu vermeiden ist.</p><p>Papiertaschentücher, Küchenrollen aber auch Feuchttücher aus synthetischen Fasern sind deshalb kein geeigneter Ersatz für Toilettenpapier und dürfen nicht in die Toilette. Es ist mit dem Wasserhaushaltsgesetz (WHG) und dem Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) sogar grundsätzlich verboten, Abfälle über das Abwasser, also zum Beispiel über die Toilette oder den Ausguss, zu entsorgen. Außerdem ist es nicht sinnvoll, feste Abfälle mit entsprechendem Aufwand an Energie und Trinkwasser ins Abwassersystem einzuleiten, um sie anschließend mit erhöhtem Aufwand in der Kläranlage wieder abzutrennen. Toilettenpapier wird von den meisten Abwasserentsorgern geduldet, da es damit in der Regel bei ordnungsgemäßer Verwendung keine Probleme gibt und dies auch im Sinne der Hygiene ist.</p><p>Küchenabfälle und Essenreste</p><p>Auch Küchenabfälle oder Essensreste haben im Abwasser nichts zu suchen – sie locken in den offen Kanälen Ratten und anderes Ungeziefer an. Öle und Fette, zum Beispiel vom letzten Fondue-Essen, sollten ebenfalls nicht über die Toilette entsorgt werden, denn sie verschmutzen die Abwasseranlagen und die Behandlung ist aufwändiger und verursacht zusätzliche Kosten. Küchenabfälle und Essenreste gehören deshalb in den Bio- oder Hausmüll.</p><p>Medikamente</p><p>Medikamente oder Drogen können in den meisten Kläranlagen derzeit nur zum Teil oder gar nicht entfernt werden. Was viele nicht wissen: viele Arzneimittelwirkstoffe werden nach der Einnahme zu einem hohen Anteil wieder ausgeschieden – oft in unveränderter Form. Unsachgemäß über den Ausguss oder die Toilette entsorgte Medikamente gelangen zusätzlich in das Abwasser und können so zur Belastung für die Umwelt werden. Das in der Kläranlage behandelte Wasser kann noch Medikamentenreste enthalten, die mit dem Kläranlagenablauf in die Gewässer oder bei Ausbringung von Klärschlamm und bei Verwendung als Bewässerungswasser auf die Böden gelangen.</p><p>In Deutschland wurden bereits über 400 unterschiedliche Arzneimittelrückstände in Wasser und Boden nachgewiesen, wenn auch meist in niedriger Konzentration, zum Beispiel Schmerzmittel, Antibiotika und Hormone. Einige dieser Substanzen in Konzentrationen, die der Umwelt schaden: Zum Beispiel wurde unterhalb von Kläranlagenabläufen eine Verweiblichung von männlichen Fischen beobachtet, die in Kontakt mit <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/wasser/fluesse/zustand/arzneimittelwirkstoffe#hormonell-wirksame-stoffe">hormonell wirksamen Arzneimittelwirkstoffen</a> gekommen waren. Die Funktionsfähigkeit und Steuerung der Hormonsysteme der Organismen in den Ökosystemen kann gefährdet und gestört werden.</p><p>Alte Medikamente können i.d.R. über den Hausmüll <a href="https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/arzneimittel/humanarzneimittel/entsorgung-von-arzneimitteln">entsorgt</a> werden. Das Umweltbundesamt empfiehlt jedoch, unverbrauchte Arzneimittel über Apotheken und Schadstoffsammelstellen zu entsorgen, um sicherzustellen, dass die Medikamente verbrannt und somit vollständig zerstört werden. Außerdem wird so verhindert, dass Kinder an die Medikamente gelangen und diese versehentlich verschlucken.</p><p>Farben, Lacke, Lösungsmittel</p><p>Farb- und Lackreste sowie Lösungsmittel sollten ebenso wenig im WC entsorgt werden. Sie können die Bausubstanz und Technik öffentlicher Abwasseranlagen angreifen. Da sie häufig Substanzen enthalten, die für die Mikroorganismen giftig sind, gefährden sie außerdem den biologischen Abbau in den Belebtschlammbecken der Kläranlagen.</p><p>Hinweise zur korrekten Entsorgung von eingetrockneten Farben und Lacken und leeren Gebinden finden sich jeweils auf deren Verpackungen. Flüssige Farb- und Lackreste und auch Lösungsmittel selbst müssen über Schadstoff-Sammelstellen entsorgt werden. Umweltbewusste Baumärkte nehmen die Reste teilweise aber auch wieder direkt zurück. Informieren Sie sich direkt beim Kauf über Möglichkeiten zur Rücknahme.</p><p><p>Alle Haushalte in Deutschland verfügen über eine Toilette, 97 Prozent der Haushalte sind an das Kläranlagensystem angeschlossen. Damit nimmt Deutschland weltweit einen Spitzenplatz in der Sanitärversorgung ein. In über 9.000 kommunalen Kläranlagen werden jährlich etwa zehn Milliarden Kubikmeter Abwasser behandelt. Das behandelte Abwasser wird wieder in den Wasserkreislauf – i.d.R. in die Oberflächengewässer – zurückgeführt. Mit dem behandelten Abwasser gelangt auch eine Vielzahl von Stoffen in die Gewässer und ggf. auch in Böden, die aufgrund ihrer Wirkungen und Langlebigkeit dort unerwünscht sind. Dazu zählen Arzneimittel, Biozide, Coffein und Drogen sowie Abbauprodukte dieser Stoffgruppen. Diese Stoffe haben unterschiedliche Quellen – so auch die häusliche Toilette. Fast 100 Prozent des Abwassers werden biologisch behandelt. Das Hauptziel dabei ist, eine Belastung der Gewässer durch organische Substanzen und Nährstoffe zu minimieren. Für viele der oben genannten kritischen Stoffe reicht diese Behandlung nicht aus, sie können die Kläranlage ungehindert passieren und damit in die Umwelt gelangen. Abhilfe würden weitere Behandlungsstufen der Kläranlagen ermöglichen. In den letzten beiden Jahrzehnten sind auf etwa 30 Kläranlagen diese sogenannten vierten Reinigungsstufen eingeführt worden. Damit können die Konzentrationen der kritischen Stoffe im Ablauf der Kläranlage drastisch reduziert werden.</p><p>Jedoch gilt unabhängig von der Ausstattung der Kläranlagen mit einer vierten Reinigungsstufe der Grundsatz: Was nicht ins Abwasser gelangt, muss auch nicht wieder entfernt werden. Deshalb ist die Reduktion von Einträgen unerwünschter Stoffe an der Quelle – auch im häuslichen Bereich – ein wichtiger Beitrag um die Qualität unserer Gewässer zu verbessern.</p></p><p>Alle Haushalte in Deutschland verfügen über eine Toilette, 97 Prozent der Haushalte sind an das Kläranlagensystem angeschlossen. Damit nimmt Deutschland weltweit einen Spitzenplatz in der Sanitärversorgung ein. In über 9.000 kommunalen Kläranlagen werden jährlich etwa zehn Milliarden Kubikmeter Abwasser behandelt. Das behandelte Abwasser wird wieder in den Wasserkreislauf – i.d.R. in die Oberflächengewässer – zurückgeführt. Mit dem behandelten Abwasser gelangt auch eine Vielzahl von Stoffen in die Gewässer und ggf. auch in Böden, die aufgrund ihrer Wirkungen und Langlebigkeit dort unerwünscht sind. Dazu zählen Arzneimittel, Biozide, Coffein und Drogen sowie Abbauprodukte dieser Stoffgruppen. Diese Stoffe haben unterschiedliche Quellen – so auch die häusliche Toilette. Fast 100 Prozent des Abwassers werden biologisch behandelt. Das Hauptziel dabei ist, eine Belastung der Gewässer durch organische Substanzen und Nährstoffe zu minimieren. Für viele der oben genannten kritischen Stoffe reicht diese Behandlung nicht aus, sie können die Kläranlage ungehindert passieren und damit in die Umwelt gelangen. Abhilfe würden weitere Behandlungsstufen der Kläranlagen ermöglichen. In den letzten beiden Jahrzehnten sind auf etwa 30 Kläranlagen diese sogenannten vierten Reinigungsstufen eingeführt worden. Damit können die Konzentrationen der kritischen Stoffe im Ablauf der Kläranlage drastisch reduziert werden.</p><p>Jedoch gilt unabhängig von der Ausstattung der Kläranlagen mit einer vierten Reinigungsstufe der Grundsatz: Was nicht ins Abwasser gelangt, muss auch nicht wieder entfernt werden. Deshalb ist die Reduktion von Einträgen unerwünschter Stoffe an der Quelle – auch im häuslichen Bereich – ein wichtiger Beitrag um die Qualität unserer Gewässer zu verbessern.</p>
<p>Abfall vermeiden und richtig entsorgen: Wie Sie im Alltag weniger Müll produzieren, wo Sie Sondermüll wie Farbreste, Altbatterien oder Medikamente entsorgen sollten und was auf keinen Fall in die Tonne gehört.</p><p>Tipps, um Müll im Alltag zu vermeiden:</p><p>Problemabfälle im Haushalt: Wohin mit dem Sondermüll?</p><p>Auch im Haushalt können problematische Abfälle anfallen. Sie können schädliche Inhaltsstoffe enthalten, wie Fluorchlorkohlenwasserstoffe, Cadmium, Quecksilber, Blei, Nickel, Kupfer, Säuren oder Laugen. Solche „Problemabfälle“ sollten gesondert entsorgt werden. <br><br>Diese Abfälle sollten Sie beim Wertstoffhof oder beim Schadstoffmobil abgeben:</p><p>Was in der grauen Restmülltonne entsorgt werden kann, ist bundesweit nicht einheitlich geregelt. Nähere Informationen dazu können Sie bei Ihrer Gemeinde oder Kommune oder dem Stadtreinigungsbetrieb einholen. Die Kommunen legen nämlich in ihren Abfallsatzungen fest, welche Abfälle nicht in der Restmülltonne entsorgt werden. Bringen Sie Abfälle, bei denen Sie sich nicht sicher sind, zum Wertstoffhof oder geben sie beim Schadstoffmobil ab.</p><p>Wohin mit Elektroaltgeräten?</p><p>Verbraucherinnen und Verbraucher müssen nach dem Elektro- und Elektronikgerätegesetz ihre alten Geräte in einer separaten Sammlung abgeben. Die Abgabe bei Wertstoffhöfen oder dem Handel ist für sie kostenlos. Manche Kommunen organisieren auch die Abholung, z.B. über die Sperrmüllabfuhr. Funktionstüchtige Geräte können Sie über Gebrauchtwarenbörsen oder -häuser einer weiteren Nutzung zuführen.</p><p>Kann ich meine Medikamente über die Toilette entsorgen?</p><p>Nein! Auf gar keinen Fall sollten Altmedikamente über die Toilette in die Kanalisation gespült werden, da die Inhaltsstoffe häufig in den Kläranlagen nicht oder nur unzureichend abgebaut werden und somit zu einer Belastung von Flüssen und Seen und letztlich des Trinkwassers führen können.</p>
In diesem Vorhaben soll die Apothekerschaft angesprochen und für die Thematik 'Arzneimittel in der Umwelt' sensibilisiert und als Multiplikatoren für einen bewussteren Umgang mit Arzneimitteln motiviert/gewonnen werden, um den Eintrag von Arzneimitteln in die Umwelt zu reduzieren. Kernpunkt des Vorhabens soll eine zielgruppenspezifische Kommunikationskampagne sein, die mit Hilfe der erarbeiteten Empfehlungen des Handbuches, das im Rahmen eines vorausgegangenen UFOPLAN-Vorhabens erarbeitet wurde, vorbereitet und umgesetzt wird. Es wird eine modulare Umsetzung des Kommunikationsprojektes angestrebt. In jetzigem Folgeprojekt soll nun die Apothekerschaft angesprochen und bereits während der pharmazeutischen Ausbildung für das Thema 'Arzneimittel in der Umwelt' sensibilisiert werden. Dabei ist zunächst zu prüfen, inwieweit die Thematik in die Ausbildung der ApothekerInnen integriert werden kann (das Thema sollte zunächst bei wichtigen Funktionsträgern der Apothekerschaft verankert werden, um eine Akzeptanz innerhalb der Apothekerschaft zu gewährleisten). Zusätzlich wäre es wünschenswert, das Thema ebenfalls in die Fort- und Weiterbildung von ApothekerInnen einfließen zu lassen. Für eine erfolgreiche Umsetzung sind geeignete Lehrmodule zur Integration in den Lehrbetrieb zu konzeptionieren. Als wichtiges Element dieses Vorhabens wird die Erstellung eines Informationsportals im Internet angesehen, auf dem z.B. allgemeine Informationen , E-Learning-Materialien und E-Vorträge eingestellt sind, die zur Wissensvermittlung innerhalb von Weiterbildungsmaßnahmen, Vortragsreihen oder der Lehre genutzt werden können.
[Redaktioneller Hinweis: Die folgende Beschreibung ist eine unstrukturierte Extraktion aus dem originalem PDF] Problem Feuchttücher In Toiletten entsorgte Feuchttücher, wie z. B. feuchtes Toilettenpapier aus Vlies, stellen die Abwasserentsor- ger vor schwierige technische Probleme. Feuchttücher jeglicher Art sollen daher nicht über die Toilette entsorgt werden. Das Vlies besteht aus einem Polyester-Viskose- Gemisch oder aus Fasern, die mit Kunstharzen ge- festigt sind – genau das wird zum Problem für die Kläranlagen. Die Feuchttücher verstopfen Rohre, Kanäle sowie Überläufe und verfan- gen sich in den Abwasserpumpen. Lange, verfilzte und zähe Stränge belasten die Pumpen und bringen sie letztendlich zum Stillstand. Dieses Problem der Verstopfung © OOWV wird als Pumpenkiller bezeichnet. Die Kosten für die Behebung der Störungen müssen alle Verbraucherinnen und Verbraucher bezahlen! Zudem schwimmen die Tücher in den Kläranlagen an der Oberfläche der Wasserbecken und verringern so den Sauerstoffaustausch. Dadurch wird insbesondere die biologische Reinigungsstufe der Kläranlage gestört, wie dies auch bei über die Toilette entsorgten Medika- menten, Essensresten und Chemikalien der Fall ist. Es geht auch ohne Feuchttücher aus Vlies! ■■ Verwenden Sie Feuchttücher aus Papier, diese lösen sich in Wasser auf. ■■ Befeuchten Sie Toilettenpapier oder benutzen Sie einen Waschlappen. ■■ Sollten Sie dennoch Feuchttücher aus Vlies nutzen, bitte in einem Restmüll-Abfalleimer entsorgen. Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Kaiser-Friedrich-Str. 1, 55116 Mainz Telefon: 06131 16-0 Unsere Kooperationspartner ■■ Landesamt für Umwelt ■■ Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz ■■ Bund Umwelt- und Naturschutz (BUND) ■■ DWA, Landesverband Hessen/Rheinland-Pfalz/ Saarland ■■ Bioland Rheinland-Pfalz/Saarland e. V. ■■ Handwerkskammern Rheinland-Pfalz ■■ Energieagentur Rheinland-Pfalz ■■ Gartenakademie Rheinland-Pfalz ■■ Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz ■■ Landesforsten Rheinland-Pfalz ■■ SGD Nord und SGD Süd ■■ Landesuntersuchungsamt Weitere Informationen erhalten Sie unter: www.umweltschutz-im-alltag.rlp.de Impressum „Umweltschutz im Alltag“ ist eine Initiative des rhein- land-pfälzischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten für einen effizienten und nach- haltigen Umweltschutz Redaktion: Sell, LfU Fotos: Pixabay, Oldenburgisch-Ostfriesische Wasser- verband (OOWV), DWA, LfU © Landesamt für Umwelt (LfU); Juni 2019 Umweltschutz im AllTAG Was gehört ins klo und was nicht? Was ins Klo sollteWas gehört warum nicht ins klo?wARUM KEINE mEDIZIN INS kLO? Im Prinzip ganz einfach! Nur zwei Dinge gehören in die Toilette:Feste AbfälleWas passiert?Wohin damit?Feuchttücher, Feuchtes Toilet- tenpapierverstopfen die Rohrlei- tung, setzen Pumpwerke außer BetriebSchwarze MülltonneWindeln, Zahn- seide, Putzlappenverstopfen die Rohrlei- tung, setzen Pumpwerke außer BetriebSchwarze MülltonneViele Medikamentenrückstände lassen sich in Kläran- lagen nur teilweise aus dem Abwasser entfernen. Ei- nige medizinische Substanzen werden fast vollständig entfernt, andere Stoffe verlassen die Kläranlage ohne nennenswerten Abbau. Im Durchschnitt lassen sich etwa 40 Prozent der Substanzen eliminieren. Speiseresteverstopfen die Rohleitun- gen und locken Ratten anBiotonneHeftpflaster, Slipeinlagenverstopfen RohrleitungenSchwarze MülltonneWattestäbchen, Kondomelassen sich in Kläranlage nicht entfernenSchwarze MülltonneZigaretten, Korkenmüssen in Kläranlage Schwarze Mülltonne mühsam entfernt werdenMedikamente, Tablettenkontaminieren das Abwasser und schädigen LebewesenSchadstoffsamm- lung/ -mobil, schwar- ze Mülltonne, flüssige Medikamente im Behältnis lassenWC-Steinevergiften das Abwassernicht verwendenFlüssige AbfälleWas passiert?Wohin damit?Farben, Lacke, Pflanzenschutz- mittel, Verdünnervergiften das AbwasserSchadstoffsammlung, SchadstoffmobilChemikalienzerfressen RohleitungenSchadstoffsammlung, SchadstoffmobilPutzmittel, Rohr- reinigervergiften das Abwasser, zerfressen Rohrleitungen und DichtungenSchadstoffsammlung, SchadstoffmobilFett, Speiseölführt zu Rohrverstop- fungenSchwarze MülltonneTapetenkleisterführt zu Rohrverstop- fungenSchadstoffsammlung, SchadstoffmobilStreubare AbfälleWas passiert?Wohin damit?Asche, Katzen- streu, Vogelsandverstopft die Rohleitun- genSchwarze Mülltonne ■■ Menschliche Ausscheidungen ■■ Toilettenpapier Was nicht ins Klo sollte Leider landen oft Abfälle in der Kanalisation, die eine Gefahr für Abflussrohre, Rohrleitungen, Abwasser- pumpwerke und die Umwelt darstellen. Diese Sachen dürfen daher nicht in der Toilette ent- sorgt werden: 1. Gemüse- und Fleischabfälle, Es- sensreste, Speiseöle und -fette OIL 2. Hausmüll: Zigarettenkippen, Feu- erzeuge, Rasierklingen, Flaschenver- schlüsse, Altpapier, Plastik und andere feste Abfälle 3. Medikamente (fest und flüssig) 4. Hygieneartikel: Babywindeln, Slip- einlagen, Damenbinden, Inkontinenzprodukte, Tam- pons, Kondome, Haare, Wattestäbchen, Papiertü- cher und vor allem Feuchttücher 5. Sondermüll: Batterien, chlorhaltige und ätzende Putz- und Reinigungsmittel, Altöl, Chemikalien, Far- ben und Lacke Grafiken: © DWA Die nicht vollständig abgebauten Medikamentenrück- stände gelangen mit dem Kläranlagenablauf in unsere Bäche und Flüsse. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass selbst geringe Konzentrationen einzelner Wirk- stoffe negative Auswirkungen auf die Umwelt haben können. Wohin mit der alten Medizin? Ihre Altmedikamente können Sie bei vielen Apotheken, aber in jedem Fall beim Schadstoff- Mobil oder bei der Schadstoff- Sammelstelle abgeben. Dort ist nicht nur eine sichere Lagerung, sondern auch der Weg in die Abfallverbrennung gewährleistet. Altmedikamente können über den Restmüll entsorgt werden, wenn dieser thermisch verwertet (verbrannt) wird. In 86 % der Kreise und kreisfreien Städte in Rheinland-Pfalz ist dies der Fall. Auskunft erteilt Ihre Kreis- oder Stadtverwaltung. Altmedikamente sollten im Restmüll nicht sichtbar sein, damit sie nicht in die Hände von Kindern oder Unbefugten gelangen. Weitere Informationen finden Sie auf www.umweltschutz-im-alltag.rlp.de
[Redaktioneller Hinweis: Die folgende Beschreibung ist eine unstrukturierte Extraktion aus dem originalem PDF] Weitere ansprecHpartner MINISTERIUM FÜR UMWELT, ENERGIE, ERNÄHRUNG UND FORSTEN Landesärztekammer Rheinland-Pfalz Deutschhausplatz 3; 55116 Mainz Tel.: 06131 28822-0 E-Mail: kammer@laek-rlp.de Sehr geehrte Damen und Herren, Landesapothekerkammer Rheinland-Pfalz Am Gautor 15; 55131 Mainz Tel.: 06131 27012-0, Fax: 06131 2701222 E-Mail: geschaeftsstelle@lak-rlp.de Gemeinde- und Städtebund Rheinland-Pfalz e. V. Deutschhausplatz 1; 55116 Mainz Tel. 06131 23 98 - 0, Fax 06131 23 98 -139 E-Mail: info@gstbrp.de Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA) Landesverband H/RP/S Frauenlobplatz 2; 55118 Mainz Tel.: 06131 604712, Fax: 06131 604714 E-Mail: info@dwa-hrps.de LDEW Landesverband der Energie- und Wasserwirt- schaft Hessen/Rheinland-Pfalz e. V. Kupferbergterrasse 16; 55116 Mainz Tel.: 06131 627 69-10, Fax: 06131 627 69-23 E-Mail: kontakt-mz@ldew.de iMpressUM Herausgeber: Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz Kaiser-Friedrich-Str. 1 • 55116 Mainz • www.mueef.rlp.de Fotos: Josef Groß, SGD Nord; Catherine Antoni, MUEEF; ABDA; Fotolia; pixabay MINISTERIUM FÜR UMWELT, ENERGIE, ERNÄHRUNG UND FORSTEN Kaiser-Friedrich-Straße 1 55116 Mainz Poststelle@mueef.rlp.de www.mueef.rlp.de http://twitter.com/UmweltRLP http://www.facebook.com/UmweltRLP GEWÄSSER SCHÜTZEN Einträge von Arzneimitteln vermeiden jedes Jahr werden in Deutschland rund 1,4 Milliarden Packungen Arzneimittel verkauft, 53% davon sind verschreibungspflichtig, der Rest sind frei verkäufliche Medikamente. Darin enthalten sind 2.300 in Deutsch- land zugelassene Wirkstoffe, von denen rund die Hälfte negative Auswirkungen auf die Umwelt haben können, wenn sie in Wasser oder Böden gelangen. Rückstände dieser Arzneimittel werden zunehmend in Gewässern nachgewiesen. So transportierte der Rhein im Jahr 2016 rund 18 Tonnen eines Antidiabetikums und 1,8 Tonnen eines Schmerzmittels, dazu noch viele weitere Stoffe. Dies zum Anlass genommen möchten wir Sie mit diesem Faltblatt über den richtigen Umgang mit Arz- neimitteln informieren. Denn die Vermeidung von Arzneimitteleinträgen in die Gewässer ist ein wichtiger Beitrag, den jeder leisten kann, um die Belastung der Umwelt zu reduzieren. Ulrike Höfken Ministerin für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz Wie gelangen Medikamentenrückstände ins Gewässer?VERANTWORTUNGSVOLLER UMGANG MIT ARZNEIMITTELNTipps zur ENTSORGUNG VON ARZNEIMITTELN Eingenommene Arzneimittel werden zum Teil im Körper umgewandelt, zum Teil aber auch unverändert wieder ausgeschieden. Salben und Cremes werden beim Wa- schen und Duschen von der Haut abgespült. Immer wieder werden auch alte Medikamente über die Toilette oder das Waschbecken entsorgt. Über den Abfluss ge- langen all diese Stoffe ins Abwasser und zur Kläranlage.Durch den richtigen Umgang mit Arzneimitteln können Sie Abfälle und unnötige Umwelteinträge vermeiden. Daher:In Rheinland-Pfalz sind 86% der Kreise und kreisfreien Städte an eine Abfallverbrennung angeschlossen, die eine sichere Entsorgung gewährleisten. Feste und flüs- sige Medikamentenreste können in der Regel mit dem Restmüll entsorgt werden. Arzneimittelreste und ihre Umwandlungsprodukte können in den meisten Kläranlagen jedoch nicht ausrei- chend aus dem Wasser gereinigt werden und gelangen so in die Bäche und Flüsse. Bewusst einkaufen ■■ Informieren Sie sich vor dem Kauf über Inhaltsstoffe und Nebenwirkungen und lassen Sie sich von Arzt oder Apothekern beraten. ■■ Prüfen Sie in Abstimmung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt Alternativen. Lässt sich die Einnahme vermeiden? Könnte ein gesünderer Lebensstil erfolgreicher sein? Sparsam verwenden ■■ Überprüfen Sie regelmäßig den Bestand Ihrer Haus- apotheke vor dem Kauf neuer Medikamente. In der Umwelt sind viele Arzneimittel kaum oder nur schwer biologisch abbaubar. Dort können sie nachteilige Auswirkungen auf Kleinstlebewesen und Fische haben. Durch Versickerung können sie auch das Grundwasser erreichen und dort zur Belastung unserer wichtigsten Trinkwasserquelle führen. Gelangen Arzneimittel erst einmal in unseren Wasser- kreislauf, sind sie nur schwer wieder daraus zu entfer- nen. Dies erfordert einen hohen technischen Aufwand und verursacht zusätzliche Kosten. Darum ist es wich- tig, den Eintrag soweit wie möglich zu vermeiden oder zu reduzieren. Tragen Sie durch einen verantwortungsvollen Umgang mit Arzneimitteln und die richtige Entsorgung zum Schutz unserer Gewässer bei! ■■ Lassen Sie sich zur notwen- digen Packungsgröße von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten, um Medikamen- tenreste und -abfälle zu vermeiden. ■■ Antibiotika sollten möglichst nicht in die Umwelt gelangen, weil sie dort zur Entstehung von Resistenzen beitragen. Verwenden Sie Antibiotika daher nur nach Anleitung. Arzneimittel sicher aufbewahren ■■ Arzneimittel stets nach Anleitung lichtgeschützt, kühl, trocken und sicher vor Zugriff durch Unbefugte und Kinder lagern. ■■ Wird Ihr Restmüll verbrannt, können Sie alte Arzneimittel über die Restmülltonne entsorgen. Der Restmüll wird bei hohen Temperaturen verbrannt, dadurch entstehen keine Gewässerbelastungen. Bitte achten Sie darauf, dass Arzneimittel im Restmüll nicht sichtbar sind, um unbefugten Zugriff zu vermeiden. Eine Karte zur Abfallentsorgung in jedem Kreis und wei- tere Tipps zur Entsorgung von Altmedikamenten finden Sie auf der Homepage des Bundes: www.arzneimittelentsorgung.de oder über Ihre Kreisverwaltung. ■■ In jedem Fall können Altmedikamente beim Schadstoff-Mobil oder bei einer Schadstoff- Sammelstelle abgegeben werden. Hier ist eine sichere Lagerung und Verbrennung gewährleistet. Nähere Informationen erhalten Sie bei Ihrer Kreisverwaltung. ■■ Viele Apotheken bieten weiterhin die Rücknahme alter Medikamente an. ■■ Zytostatika (therapeutische Substanzen zur Krebsbehandlung, Chemotherapie) sollten nur über die Schadstoffsammlung oder Apotheken entsorgt werden. ■■ Entsorgen Sie flüssige Medikamentenreste in der Verpackung und spülen Sie sie nicht aus. Achten Sie darauf, dass flüssige Medikamente nicht auslaufen können und nicht in den Wasserkreislauf gelangen. Alte Medikamente gehören niemals in die Toilette oder den Ausguss!
<p>Die Abwasserabgabe könnte einen sinnvollen Beitrag leisten, um große Kläranlagen mit einer so genannten vierten Reinigungsstufe auszustatten, so eine Studie im Auftrag des UBA. Mit diesen Anlagen würden weniger Mikroverunreinigungen – etwa Arzneimittel – über das Abwasser in die Gewässer gelangen.</p><p>Die Abwasserabgabe zahlen Kommunen und Industriebetriebe an die Länder dafür, dass auch die Einleitung von deren behandeltem Abwasser eine Restbelastung für die Gewässer darstellt. Die Studie ergab, dass eine aus dieser Abgabe gespeiste Förderung das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis bietet. 75 Prozent der jährlichen Investitionskosten für eine vierte Reinigungsstufe sollten für einen Zeitraum von 15 Jahren bezuschusst werden. Eine Beschränkung auf Kläranlagen, an die mehr als 100.000 Einwohner angeschlossen sind, würde einen effizienten Einsatz der Gelder sichern, weil über sie rund 50 Prozent der gesamten Schadstofffracht behandelt werden können. Das Ergebnis der Studie reiht sich gut in ein umfassendes Konzept zur Reduzierung der Gewässerbelastung durch Mikroschadstoffe ein, an dem das <a href="https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/u?tag=UBA#alphabar">UBA</a> derzeit arbeitet.</p>
| Organisation | Count |
|---|---|
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