Die angepasste Bewirtschaftung auf Grünland in der AUKM-Förderkulisse „Naturschutzorientierte Grünlandbewirtschaftung durch spezielle Mahdverfahren oder Beweidung mit Schafen/ Ziegen“ (NatGlMad) zielt auf den Schutz folgender Gebiete: FFH-, SPA- und Naturschutzgebiete, wertvolle Grünlandbiotope wie Moorbiotope, Feuchtwiesen, Feuchtweiden, wechselfeuchtes Auengrünland, Binnensalzstellen, artenreiche Frischwiesen, Trockenrasen, feuchte Grünlandbrachen, artenreiche frische Grünlandbrachen, trockene Grünlandbrachen mit FFH-relevanten Trockenrasenarten, wiedervernässte Grünlandbrachen sowie FFH-Lebensraumtypen (LRT) 1340, 5130, 6120, 6210 (6212, 6214), 6230, 6240, 6410, 6440, 6510, 7140, 7150, 7210 und 7230 und deren Entwicklungsflächen, Flächen zum Wiesenbrüter, Insekten- und Amphibienschutz
Die angepasste Bewirtschaftung auf Grünland in der AUKM-Förderkulisse „Naturschutzorientierte Grünlandbewirtschaftung mit Verzicht auf jegliche Düngung (Beweidung erlaubt) oder Nutzungspause“ (NatGDue) zielt auf den Schutz folgender Gebiete: FFH-und Naturschutzgebiete, wertvolle Grünlandbiotope wie Moorbiotope, Feuchtwiesen, Feuchtweiden, wechselfeuchtes Auengrünland, Binnensalzstellen, artenreiche Frischwiesen, Trockenrasen, feuchte Grünlandbrachen, artenreiche frische Grünlandbrachen, trockene Grünlandbrachen mit FFH-relevanten Trockenrasenarten, wiedervernässte Grünlandbrachen sowie FFH-Lebensraumtypen (LRT) 1340, 5130, 6120, 6210 (6212, 6214), 6230, 6240, 6410, 6440, 6510, 7140, 7150, 7210 und 7230 und deren Entwicklungsflächen, Flächen zum Wiesenbrüter, Insekten- und Amphibienschutz
Die Beilharz GmbH & Co. KG stellt Produkte im Bereich der Straßenausrüstung her. Dazu zählen unter anderem Leitpfosten, Reflektoren, Amphibienschutz, Absperrschranken, Leitbaken und Leitkegel. Kunststoffhohlkörper wie beispielsweise Kraftstofftanks, Fässer, Kanister oder Straßenleitpfosten und Leitbaken werden nach dem Stand der Technik durch die sogenannte Extrusionsblastechnik bzw. mittels Blasformverfahren hergestellt. Dabei werden überwiegend hydraulisch betriebene Produktionsanlagen zum Einsatz. Diese haben einen relativ hohen Energieverbrauch. An Straßenausrüstungen wie z.B. die Leitpfosten werden hohe Qualitätsanforderungen gestellt. So müssen sie aus Gründen der Sichtbarkeit klar weiß sein und dürfen keine Verfärbungen haben. Daher wurde für deren Produktion bisher ausschließlich Neuware eingesetzt. Ziel des Umweltinnovationsvorhabens war es nun, den Rezyklateinsatz in Straßenleitpfosten technisch möglich zu machen und zudem einen geschlossenen Kreislauf zu verwirklichen. Im Rahmen des Vorhabens investierte die Beilharz GmbH & Co. KG daher in eine innovative Hohlkörperblasanlage, die in dieser Größenordnung erstmals über eine elektrische Schließeinheit in Kombination mit einem Dreifachextruder verfügt. Mit dieser Anlage ist es nun erstmalig möglich, mittels Mehrschichtverfahren Straßenleitpfosten mit einem Rezyklatanteil von bis zu 80 Prozent herzustellen. Das Rezyklat stellt die Beilharz GmbH & CO. KG selbst aus alten Leitpfosten her. Dafür wurde in eine neue Recyclinganlage und einen Granulierextruder investiert. Aufgrund des elektrischen Antriebs ist die neue Anlage zudem deutlich energieeffizienter. Bei einer Leitpfosten-Jahresproduktion von 400 Tonnen reduzieren sich der Energieverbrauch um 112.000 kWh und die jährlichen CO 2eq -Emissionen im Vergleich zum Stand der Technik um insgesamt 631 Tonnen. Branche: Chemische und pharmazeutische Erzeugnisse, Gummi- und Kunststoffwaren Umweltbereich: Ressourcen Fördernehmer: Beilharz GmbH & Co. KG Bundesland: Baden-Württemberg Laufzeit: 2018 - 2019 Status: Abgeschlossen
Kurzinformation des wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages. 2 Seiten. Auszug der ersten drei Seiten: Wissenschaftliche Dienste Kurzinformation Zur Verbreitung des Kalikokrebses in Deutschland Der wissenschaftliche Name des Kalikokrebses lautet seit kurzem Faxonius immunis. Aller- dings findet man in einigen Arbeiten noch die alte Bezeichnung Orconectes immunis. Zur Verbreitung des Kalikokrebses in Deutschland Der Kalikokrebs (Faxonius immunis) kommt innerhalb Deutschlands in Baden-Württemberg (entlang des Oberrheintals von Kehl bis Mannheim) vor. „Dort kommt er neben dem Haupt- strom und dessen Aue auch in den meisten Zuflüssen und Gräben vor. Durch Überlandwande- rung besiedelt er zunehmend Kleingewässer zum Amphibien- und Libellenschutz, die nicht direkt mit dem Gewässernetz verbunden sind. Außerdem gibt es einzelne Vorkommen der Art im Schwarzwald, die auf Besatz zurückzuführen sind. Linksrheinisch ist die Art derzeit von Beinheim (Frankreich) bis Speyer verbreitet, in der Pfalz dringt sie zunehmend in Seitenbäche vor.“ Neuerdings wurde auch von ersten Vorkommen in Hessen berichtet (Höhe von Wiesba- den; besiedelt dort die Auen). „Weiter nördlich, im felsig-steinigen Mittelrhein kann die Art sich nur schlecht halten, eine Drift einzelner Tiere bis zum Niederrhein ist aber nicht auszu- schließen.“ 1 Zu Problemen der Verbreitung des Kalikokrebses „Der Kalikokrebs verfügt über die Fähigkeit, sich schnell zu entwickeln. Krebse, die Anfang April aus dem Ei schlüpfen, erreichen in Kleingewässern bereits im ersten Jahr die Ge- schlechtsreife. Die Krebsart besitzt mit bis zu 495 Eiern pro Weibchen (Chucholl, 2012) ein ho- hes Reproduktionspotential. Sie verfügt außerdem über die Fähigkeit, Wohnröhren in lehmi- gen oder schlammigen Untergrund anzulegen und kann so mehrere Monate Trockenheit über- dauern. Durch Überlandwanderung besiedelt die Art Gewässer, die nicht direkt mit dem Fließ- gewässernetz verbunden sind. Dies tut sie am Oberrhein das ganze Jahr (Herrmann et al, 2018). Hat sie ein solches isoliertes Kleingewässer erreicht, bildet die Art sehr hohe Dichten aus. [… ] 1 Informationen der Projektgruppe „Management des invasiven Kalikokrebses zum Schutz von Amphibien und Libellen in Kleingewässern“: Alexander Herrmann; Pädagogische Hochschule Karlsruhe vom 8. August 2018. WD 8 - 3000 - 083/18 (10. August 2018) © 2018 Deutscher Bundestag Die Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages unterstützen die Mitglieder des Deutschen Bundestages bei ihrer mandatsbezogenen Tätigkeit. Ihre Arbeiten geben nicht die Auffassung des Deutschen Bundestages, eines seiner Organe oder der Bundestagsverwaltung wieder. Vielmehr liegen sie in der fachlichen Verantwortung der Ver- fasserinnen und Verfasser sowie der Fachbereichsleitung. Arbeiten der Wissenschaftlichen Dienste geben nur den zum Zeitpunkt der Erstellung des Textes aktuellen Stand wieder und stellen eine individuelle Auftragsarbeit für einen Abgeordneten des Bundestages dar. Die Arbeiten können der Geheimschutzordnung des Bundestages unter- liegende, geschützte oder andere nicht zur Veröffentlichung geeignete Informationen enthalten. Eine beabsichtigte Weitergabe oder Veröffentlichung ist vorab dem jeweiligen Fachbereich anzuzeigen und nur mit Angabe der Quelle zulässig. Der Fachbereich berät über die dabei zu berücksichtigenden Fragen.[.. next page ..]Wissenschaftliche Dienste Kurzinformation Seite 2 Zur Verbreitung des Kalikokrebses in Deutschland Besondere Probleme bereitet der Kalikokrebs in Kleingewässern (s. hierzu Artikel von Martens 2016), er ist eine massive Bedrohung für schützenswerte Amphibien und Libellen.“ 2 Im Institut für Biologie und Schulgartenentwicklung der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe arbeitet Prof. Dr. Andreas Martens in einer Forschungsprojektgruppe „Management des invasi- ven Kalikokrebses zum Schutz von Amphibien und Libellen in Kleingewässern“ an Proble- men, die durch die Ausbreitung des Krebses sich ergeben. Die Gruppe beschäftigt sich insbe- sondere mit der Überlandwanderung, konkreten Auswirkungen auf die Fauna und ersten Ma- nagementansätzen der Art. Literaturhinweise: Chucholl C. 2012. Understanding invasion success: life-history traits and feeding habits of the alien crayfish Orconectes immunis (Decapoda, Astacida, Cambaridae). Knowledge and Man- agement of Aquatic Ecosystems 404: 04. Gelmar C, Pätzold F, Grabow K, Martens A. 2006. Der Kalikokrebs Orconectes immunis am nördlichen Oberrhein: ein neuer amerikanischer Flusskrebs breitet sich schnell in Mitteleu- ropa aus. Lauterbornia 56, 15-25. Herrmann A, Schnabler A, Martens A. 2018. Phenology of overland dispersal in the invasive crayfish Faxonius immunis (Hagen) at the Upper Rhine River area. Knowledge and Manage- ment of Aquatic Ecosystems 419, 30. Herrmann, A., Stephan, A., Keller, M., Martens, A. 2017. Zusammenbruch der Makro- zoobenthos-Diversität eines Kleingewässers nach der Invasion durch den Kalikokrebs Orconec- tes immunis: eine Fallstudie. Ergebnisse der Jahrestagung der der Deutschen Gesellschaft für Limnologie 2017. 160-166. Martens A. 2016. Der Kalikokrebs: eine wachsende Bedrohung für Amphibien und Libellen am Oberrhein. Naturschutzinfo 2016: 24-26. *** 2 Ebd. Fachbereich WD 8 (Umwelt, Naturschutz, Reaktorsicherheit, Bildung und Forschung)
Ziel: Erhaltung von Zielarten und ihren Lebensräumen in der Kulturlandschaft Hintergrund/Inhalt: Das Projekt setzt in diesem Jahr den Schwerpunkt auf die Umsetzung des bis jetzt erarbeiteten Zielartenkonzeptes länderübergreifend in allen drei Bereichen des Biosphärenreservates Rhön. Im Rahmen des Projektes sollen weitere Artenschutzmaßnahmen durch die zuständigen Behörden angeschoben werden. Ein Schwerpunkt bildete dieses Jahr der Schutz der Schwarzstörche als Leitart für intakte Waldökosysteme. Als weitere Leitartensystem gelten die Amphibien und Reptilien, deren Schutz durch den Anschub von spezifischen Maßnahmen konkretisiert werden soll. Hinzu tritt neu der Schutz und die Renaturierung der Ulster, die als der Fluss der Rhön schlechthin gilt, da er alle drei Teile der Rhön (Thüringen, Bayern, Hessen) durchströmt. Die in den früheren Jahren vorgenommen Bachverbauungen sollen zurückgebaut werden und die Ulster einen naturnahen Zustand zurück erhalten. Das naturschutzfachliche Management des Ufer begleitenden Feucht-grünlandes stellt eine weitere Komponente des Ulster-Moduls dar.
Salzrasen der Ostseeküste sind durch unregelmäßige Überflutungen mit Salz- oder Brackwasser geprägt. Vom Kattegat über die deutsche und polnische Ostseeküste bis ins Baltikum und den Bottnischen Meerbusen nimmt der Salzgehalt ab, das Klima wird kontinentaler und die Winter entsprechend eisreicher. Aufgrund der Glazialgeschichte hebt sich an den nördlichen Ostseeküsten auch heute noch die Landoberfläche. Dagegen senkt sie sich im Südwesten der Ostsee, wodurch sich Küstenüberflutungsmoore mit Torfböden bildeten. Aufgrund des Fehlens der Tide und des geringen Salzgehalts können sich an der Ostsee schon ufernah Gehölze oder Brackwasser-Röhrichte etablieren. Nur weil seit Jahrhunderten der Gehölz- oder Röhrichtaufwuchs durch Mahd oder Beweidung verhindert wurde, konnten großflächige Salzrasen entstehen. Eine wichtige Ursache für den Rückgang der Salzrasen und ihrer charakteristischen Pflanzenarten während der letzten Jahrzehnte ist die Nutzungsaufgabe. Um Salzrasen und ihre charakteristischen Biozönosen zu erhalten, wird die Aufrechterhaltung extensiver Beweidung im Rahmen verschiedener Förderprogramme in den Ostseeländern finanziell unterstützt. Zudem wurde in mehreren Renaturierungsprojekten eine Beweidung brachgefallener Salzrasen wieder eingeführt. In der Doktorarbeit werden Effekte des Nutzungsregimes (kontinuierlich beweidete, brachgefallene und wieder in Beweidung genommene Salzrasen) auf die Artenzusammensetzung und -vielfalt der Vegetation auf drei räumlichen Maßstabsebenen (1-25-625 m2) analysiert. Dafür wurden entlang des ökologischen Komplexgradienten der Ostsee Untersuchungsflächen in Dänemark, Deutschland und Estland ausgewählt. Diese Flächen werden weiterhin hinsichtlich ihrer Vegetationsstruktur und Standortbedingungen charakterisiert. Das Renaturierungspotenzial hängt u. a. von der Überdauerung keimfähiger Samen in den Samenbanken des Bodens ab, so dass die Zusammensetzung der Samenbank auf den ausgewählten Flächen anhand von Samenbankanalysen untersucht wird. Da Samen seltener und gefährdeter Arten in klassischen Samenbankanalysen schwer nachzuweisen sind, werden zusätzlich Vergrabungsexperimente mit Samen einiger dieser Arten durchgeführt, um Aussagen zu deren Überdauerungsfähigkeit (Persistenz) machen zu können. Salzrasen wird nicht nur wegen ihrer charakteristischen Pflanzenarten, sondern vor allem aufgrund ihrer Bedeutung für Brut- und Rastvögel (oder für Amphibien) ein hoher Naturschutzwert beigemessen. Die meisten Naturschutzprojekte in Salzrasen zielen auf den Vogel- und/oder Amphibienschutz ab und das Beweidungsregime wird auf diese Ziele hin optimiert. In der Doktorarbeit wird untersucht, wie sich ein solches Management auf die botanischen Naturschutzziele (Erhaltung der charakteristischen Salzrasenflora und dabei insbesondere seltener und gefährdeter Arten) auswirkt. Damit soll die Arbeit auch dazu beitragen, Konkurrenz und/oder Synergien zwischen botanischen und zoologischen Naturschutzzielen transparenter zu machen.
Weite Teile der Kulturlandschaften Mitteleuropas sind von verschiedenen, z.T. intensiven Nutzungsansprüchen dominiert. Der Erhalt der Artenvielfalt in solchen Zivilisationslandschaften gehört daher zu den wichtigsten Herausforderungen des Naturschutzes. Amphibien zählen aufgrund ihrer komplexen Lebensraumansprüche zu den Tiergruppen, deren Bestände in diesen Ökosystemen oftmals stark zurückgegangen sind. Vor diesem Hintergrund wurde 1988 das Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben "Amphibienlebensräume in der Zivilisationslandschaft" gestartet, in dessen Rahmen modellhaft mehrere Gewässer in einem typischen Landschaftsausschnitt in der Nähe von Bonn neu angelegt wurden. Durch eine zeitlich gestaffelte wissenschaftliche Begleituntersuchung in mehreren Phasen war es möglich, die langfristigen Auswirkungen dieser Maßnahme auf die Amphibienbestände bis in das Jahr 2003 zu verfolgen. Im vorliegenden Band werden die wesentlichen Erkenntnisse dieses Projekts abschließend zusammengefasst und in ihren naturschutzfachlichen Konsequenzen diskutiert. Das Autorenteam vom Forschungsmuseum A. Koenig in Bonn kann dabei zeigen, dass Amphibienbestände in einem Gewässerverbund auch in agrarisch und infrastrukturell geprägten Landschaften unter bestimmten Rahmenbedingungen dauerhaft überleben und neu angesiedelt werden können. Neben der Langzeitdynamik von sieben Arten in fünf Gewässern werden viele naturschutzfachlich wichtige Aspekte analysiert, u.a. Ausbreitung und Genfluss sowie Altersstruktur, Überlebensraten und Rekrutierung. Auch die Verwendung feldherpetologischer Erfassungs- und Markierungsmethoden wird vergleichend betrachtet und bewertet. Die Ergebnisse des Vorhabens liefern zahlreiche Ansatzpunkte sowohl für den konkreten Amphibienschutz als auch für Strategien zur regionalen Vernetzung und Sicherung der "ökologischen Stabilität" von Agrarlandschaften, von denen auch andere Artengruppen profitieren können.
Durch genaue Kenntnis der Laichwanderung von Amphibien in einem Teilbereich des Wiener Praters sollen Grundlagen fuer die Errichtung einer Amphibienschutzanlage erhoben werden.
Im Rahmen des Vorhabens 'Amphibienlebensräume in der Zivilisationslandschaft' soll praktisch erprobt werden, wie eine vom Menschen stark beeinflusste und intensiv genutzte Landschaft strukturiert sein muss, um für zahlreiche Amphibienarten ein dauerhaftes Überleben zu ermöglichen. Die Projektziele sind im Einzelnen: - die Weiterentwicklung von Vernetzungsstrategien und Konzepten für einen (regionalen) Biotopverbund für Amphibien, - die Entwicklung von übertragbaren Planungsgrundlagen, die sowohl den Ansprüchen der Nutzer als auch dem Ziel einer vielfältigen, artenreichen Kulturlandschaft genügen; - die Erarbeitung von konkreten Leitlinien und Handlungsempfehlungen zum Amphibienschutz. Das Projektgebiet liegt in einer intensiv genutzten Agrarlandschaft im Drachenfelser Ländchen südlich von Bonn. Kleinere, aber verinselte Waldparzellen mit z.T. eingestreuten oder benachbarten Laichgewässern sind von großen Landwirtschaftsschlägen, stark befahrenen Landstraßen und Siedlungsbau umgeben. Hinsichtlich Biotoptypen und Nutzungsformen stellt das Gebiet somit eine typische Zivilisationslandschaft dar und bietet im Sinne einer Durchschnittslandschaft gute Voraussetzungen für die Erarbeitung übertragbarer Ergebnisse. In diesem Gebiet wurden 1988 zusätzlich zu vier bereits bestehenden Gewässern drei Foliengewässer neu angelegt. Mit den 1992-1995 im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung durchgeführten Untersuchungen konnten vor allem die dynamische Erstbesiedlungsphase dokumentiert und analysiert werden. Nachdem nach einem Zeitraum von etwa fünf Jahren die vorhandenen Laichgewässer einen etablierten und vergleichsweise stabilen Zustand erreicht haben sollten, wurde die wissenschaftliche Begleituntersuchung Mai 2000 mit dem Ziel einer abschließenden Bilanzierung wiederaufgenommen. Dabei soll durch die Einbeziehung populationsgenetischer Untersuchungen und deren Verknüpfung mit langjährigen freilandökologischen Daten eine umfassende Analyse von Bestandsentwicklungen, genetischer Vielfalt und ökologischer Stabilität von Amphibienvorkommen in der Agrarlandschaft ermöglicht werden. Im Ergebnis sind somit praktische Entscheidungshilfen für den Naturschutz in der Agrarlandschaft zu erwarten, die zu einer Integration der Interessen von Naturschutz und Naturnutzern beitragen können.
In allen Landschaften Deutschlands kommt die Erdkröte flächendeckend, wenn auch mit unterschiedlicher Häufigkeit, vor. Entsprechend der Vielfalt der von ihr bewohnten Großlandschaften sind auch die in den einzelnen Bundesländern bewohnten Lebensräume sehr unterschiedlich. In Deutschland kommt die Erdkröte von Meerespiegelhöhe bis auf 1.720 m ü. NHN vor. Sie ist neben dem Grasfrosch die häufigste Amphibienart Deutschlands (Kriterienklasse „sehr häufig“). Die TK25-Q Rasterfrequenz (Zeitraum 2000 – 2018) beträgt 72,15 %. Die scheinbare Abnahme der Anzahl besetzter Raster im Zeitraum 2000 bis 2018 ist ein typisches Phänomen bei der Erfassung sehr häufiger und weit verbreiteter Arten (vgl. Geiger et al. 2016). Von etlichen der unbesetzten Rasterfelder liegen Nachweise z. B. aus Protokollen von Amphibienschutz-Zaunanlagen vor. Teilweise befinden sich darunter auch große Populationen, diese Daten werden durch die Betreuer und Betreuerinnen der Amphibienschutzanlagen jedoch häufig nicht in den relevanten Datenbanken hinterlegt, sodass Meldedefizite entstehen. Die Bestandstrends sind nicht leicht abschätzbar. Sicher hat sich die Beseitigung vieler stehender Kleingewässer (vor ca. 1980) stark negativ ausgewirkt. Die dadurch verursachten Rückgänge wurden durch das Neuanlegen von Abgrabungen, Fischteichen, Gartenteichen sowie von Kleingewässern im Rahmen von Naturschutzprogrammen der Länder nur teilweise kompensiert. Der langfristige Trend wird deshalb als „mäßiger Rückgang“ eingeschätzt. Grundlage für die Beurteilung des kurzfristigen Bestandstrends bilden Zählungen an Amphibienschutzanlagen (insbesondere an stark befahrenen Straßen) und langjährige Beobachtungen von Experten und Expertinnen. Auch wenn lokal festgestellte zeitweilig starke Rückgänge als Ausdruck der arttypischen Fluktuationen interpretiert werden und unberücksichtigt bleiben, ist über die vergangenen 20 Jahre eine mäßige Abnahme erkennbar. Insgesamt ergibt sich die Rote-Liste-Kategorie „Ungefährdet“. Der kurzfristige Bestandstrend wurde von zuvor „stabil“ (ehemals als „gleich bleibend“ bezeichnet) in die Kriterienklasse „mäßige Abnahme“ hochgestuft. Die Rote-Liste-Kategorie „Ungefährdet“ ändert sich dadurch nicht. Die Erdkröte ist regional gefährdet durch: Verluste durch den Straßenverkehr, verstärkt durch Straßenausbau und zunehmenden Verkehr, auch auf Nebenstrecken. Dadurch wird zudem eine Trennung von Teillebensräumen bewirkt, die zur Fragmentierung und Isolation der Vorkommen beitragen; Beseitigung von Gewässern und Eintrag von Pestiziden und Düngemitteln in die Laichgewässer; Intensivierung der Nutzung und großflächige Monotonisierung der forst- und landwirtschaftlichen Flächen, beispielsweise durch Nadelwaldmonokulturen, vor allem in Mittelgebirgen bis hin zu Hoch- und Kammlagen, oder die Beseitigung von Hecken- und Saumstrukturen in den Ackerlandschaften. Notwendige Maßnahmen für den Schutz der Erdkröte sind: Amphibienschutzmaßnahmen an Straßen und Maßnahmen gegen die Landschaftszerschneidung, die der Sicherung der saisonalen Erdkrötenwanderung und dem Erhalt der Jahreslebensräume dienen; bei fest verbauten Querungshilfen müssen die Unterhaltungspflichtigen neben den jährlichen Reinigungsarbeiten auch kontrollieren, ob die technischen Voraussetzungen für die ökologische Funktion (Reck et al. 2019) gegeben sind. Dazu gehören Zustand und Dichtigkeit der Leit- und Sperreinrichtungen, der Zustand des Bodensubstrates, das Beseitigen neu erkannter Barrieren, z. B. Ausspülungen, an Leit- und Sperreinrichtungen und im Umfeld der Schutzanlagen. Die Anforderungen und Aufgaben werden im „Merkblatt zur Anlage von Querungshilfen für Tiere und zur Vernetzung von Lebensräumen an Straßen“ detailliert beschrieben (FGSV 2008). Eine überarbeitete Fassung dieses Regelwerks, welche die Inhalte des „Merkblatts zum Amphibienschutz an Straßen“ (BMVBS 2000) integriert und aktualisiert, steht kurz vor der Veröffentlichung.
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 12 |
| Land | 38 |
| Weitere | 16 |
| Wissenschaft | 4 |
| Zivilgesellschaft | 2 |
| Type | Count |
|---|---|
| Förderprogramm | 8 |
| Taxon | 2 |
| Text | 39 |
| Umweltprüfung | 7 |
| unbekannt | 7 |
| License | Count |
|---|---|
| Geschlossen | 55 |
| Offen | 8 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 63 |
| Englisch | 2 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Archiv | 3 |
| Bild | 4 |
| Datei | 2 |
| Dokument | 23 |
| Keine | 17 |
| Unbekannt | 2 |
| Webseite | 29 |
| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 31 |
| Lebewesen und Lebensräume | 63 |
| Luft | 20 |
| Mensch und Umwelt | 63 |
| Wasser | 26 |
| Weitere | 56 |