There is an urgent need to transform global food systems, which currently are major contributors to climate change, biodiversity loss, and fail to provide nutritious diets for all. Not the least, the production, trade and consumption of palm oil, soy, beef, cocoa and other agricultural commodities are driving the loss of tropical forests and other natural ecosystems, through the expansion of cropland and pastures. In response, recent years have seen a groundswell of commitments from companies, finance actors and governments to sever the link between food supply-chains and deforestation. Yet, these pledges have failed to deliver and commodity-driven deforestation remains stubbornly high in the tropics. To reverse this trend, we aim to - together with public and private sector decision makers, practitioners, and local stakeholders - co-create a robust analytical framework for assessing the effectiveness and equity of policies to halt commodity-driven deforestation. This framework will rest on clearly defined theories of change - identified in collaboration with stakeholders - which elucidate causal mechanisms, enabling factors and barriers for policies to reduce deforestation. We will analyze a broad range of strategies for promoting deforestation-free supply-chains, from interventions aiming to reduce or shift demand (e.g., lowering consumption or changing sourcing) to initiatives targeting supply-chain actors (e.g., certification, due diligence, jurisdictional approaches, or technical support to farmers). We aim to develop a framework that allows for a system-wide assessment of such interventions and initiatives across different sustainability domains: environmental, social and economic. Finally, drawing upon state-of-the-art data and methods, the analytical framework will be used to evaluate existing supply-chains initiatives for key commodities and countries (e.g., palm oil is Indonesia, cocoa in Cameroon, and soy or beef in Brazil), providing an informed portfolio of policy options for promoting deforestation-free commodity landscapes.
Das Ziel von SP4 in Kili-SES-1 war es, die Beziehung zwischen dem Angebot von Naturleistungen (NCP) und dem menschlichen Wohlbefinden im sozial-ökologischen System (SES) des Kilimandscharos zu analysieren. Dabei wurde untersucht, wie ökonomische Präferenzen, sozioökonomische Charakteristika und die Interaktion auf Märkten diese Beziehung beeinflussen. Kili-SES-2 ergänzt diese Analyse durch die Untersuchung von Transformationspotenzialen. Da das SES u.a. aufgrund von Klimawandel und Populationsdynamiken einem steten Wandel unterworfen ist, ist die Anpassungsbereitschaft von Menschen innerhalb des SES von zentraler Bedeutung für die Resilienz des Systems. Der Impuls für Veränderungen in Interaktionsmustern mit der Natur, um sich an ökologische Veränderungen im SES anzupassen, kann von Institutionen, Initiativen oder von Einzelpersonen in einer Gemeinschaft ausgehen. In SP4 liegt der Fokus weiterhin auf der Rolle von Individuen, deren Transformationspotenzial anhand von zwei Leitfragen untersucht wird: Wie reagieren Menschen im SES auf Veränderungen im NCP-Angebot und welches Potential haben sie, andere Menschen im SES ebenfalls zu einer Veränderung ihrer Interaktionsmuster mit der Natur zu bewegen? Um die erste Frage zu beantworten, untersuchen wir individuelle Einflussfaktoren für die Bereitschaft, Änderungen in der Interaktionsweise mit der Natur vorzunehmen. Insbesondere betrachten wir die Rolle von Merkmalen der NCP-Änderung (z.B. Angebotsanstieg vs. - rückgang) und Merkmalen der Lösungspfade (marginale vs. transformative Veränderung). Die Beantwortung der zweiten Frage erfordert ein Verständnis dafür, wie individuelle Veränderungen zu gesellschaftlichen Veränderungen führen können, wobei neben den soziodemografischen Merkmalen einer Person insbesondere ihre Einbettung in das soziale Netzwerk betrachtet wird. Diese Fragestellungen sollen in drei miteinander verbundenen Arbeitspaketen (WPs) analysiert werden. In WP1 wird ein multifaktorielles Vignettenexperiment verwendet, um die individuelle Bereitschaft zu Verhaltensänderungen aufgrund einer Änderung des NCP-Angebots in Abhängigkeit von den Merkmalen der NCP-Änderung und der möglichen Lösungspfade zu untersuchen. In WP2 wird eine auf dem Experiment aufbauende Fragebogenuntersuchung durchgeführt, die neben soziodemografischen Charakteristika insbesondere die Rolle der Wahrnehmung von Problemen, Lösungspfaden und vorhandenen Ressourcen analysiert. In WP3 wird schließlich durch ein Experiment und der Analyse des sozialen Netzwerkes der jeweiligen Person betrachtet, wer besonders geeignet ist, um Veränderungen in der Gemeinschaft zu verbreiten. Insgesamt wird unsere Forschung damit umfassende Informationen für die Beurteilung der Frage liefern, wie Individuen im Kili SES auf ökologische Veränderung reagieren und so maßgeblich zum Verständnis der Dynamiken innerhalb des SES beitragen. SP4 liefert auf diese Weise wichtiges System- und Transformationswissen für die Arbeit der Forschungsgruppe.
Dieses Projekt nutzt ein experimentelles Design, um die längerfristigen Effekte von Trainingsmaßnahmen zu ökologischen Anbaumethoden in Indonesien zu evaluieren, einem Land, das einerseits mit einer massiven Bodenschädigung durch Überdüngung und intensive Nutzung chemischer Pestizide zu kämpfen hat, andererseits aber auch durch ein wachsendes politisches Interesse an nachhaltigem Anbau gekennzeichnet ist. Entsprechend wird dieser durch Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen gefördert.Dieses Projekt baut auf einem abgeschlossenen Forschungsprojekt auf, das die kurzfristigen Effekte eines Trainings zu ökologischen Anbaumethoden evaluierte. Es beinhaltete eine randomisierte kontrollierte Studie, im Zuge derer in den Jahren 2018 und 2019 bereits 1.200 Kleinbauern befragt wurden und die Hälfte zu einem Training zu ökologischen Anbaumethoden eingeladen wurde (eine dritte Welle ist für 2021 geplant). Im Rahmen des hier beantragten Projekts sollen diese 600 Bauern zu einem zweiten Training eingeladen werden, um das bereits erlernte Wissen zu vertiefen und sie zur weiteren Anwendung zu motivieren. Das Training wird durch digitale Bodentests ergänzt. Schließlich soll eine vierte Datenerhebungswelle durchgeführt werden. Damit wird ein einmaliger Datensatz im Bereich des ökologischen Landbaus geschaffen. Mit diesem Projekt soll folgender wissenschaftlicher Beitrag geleistet werden. Erstens unterscheiden in diesem Kontext nur sehr wenige Studien zwischen kurz- und längerfristigen Effekten, die meisten evaluieren nur einmalig und kurz nach der Informationsmaßnahme. Jedoch erfordert das Verständnis des tatsächlichen Effekts und dessen Nachhaltigkeit ein besseres Verständnis der längerfristigen Folgen. Zudem ist der Effekt wiederholter Informationsbereitstellung bisher kaum erforscht. In diesem Projekt soll explizit auf das längerfristige Adoptionsverhalten und wiederholte Trainingsmaßnahmen fokussiert werden. Zweitens ist der kausale Effekt von Maßnahmen, die einen Übergang von konventionellen zu ökologischen Anbaumethoden fördern sollen, bisher kaum erforscht, insbesondere in Schwellen- und Entwicklungsländern. Die meisten Studien kontrollieren nicht für eine mögliche Selbstselektion in solche Maßnahmen und liefern daher keine kausalen Ergebnisse. Das randomisierte Design in diesem Projekt erlaubt hingegen die Identifizierung von kausalen Effekten, sowohl hinsichtlich der Adoption selbst als auch hinsichtlich der resultierenden Wohlfahrtseffekte. Drittens leistet das Projekt einen Beitrag zur stetig wachsenden Literatur, die das Potenzial kostengünstiger digitaler Technologien untersucht, die Kleinbauern in Entwicklungs- und Schwellenländern individualisierte Informationen zur Verfügung stellen. Hierfür wird das Training mit Bodentests kombiniert, die durch eine kostengünstige App ermöglicht werden. Individualisierte Bodeninformationen könnten für nachhaltige Anbaumethoden besonders relevant sein, da diese typischerweise wissensintensiver sind.