Bei vielen historisch ueberlieferten Experimenten in der Chemie-Ausbildung liegt ein beachtliches Potential der Schadstoffbildung von z.T. erheblicher toxikologischer Relevanz. Wie wir erstmalig feststellen konnten, werden z.B. bei dem Beilstein-Test zum einfachen qualitativen Nachweis von organischen Halogenverbindungen erhebliche Mengen an hochtoxischen Dioxinen und Furanen gebildet. Hierdurch koennen Studierende wie auch Laborraeume signifikant kontaminiert werden. Dies zum Anlass nehmend, haben wir gemeinsam mit dem Institut fuer Organische Chemie (Prof. Dr. H. Hopf) eine systematische experimentelle Untersuchungsreihe ins Leben gerufen, in der gaengige Ausbildungsversuche aus Standardlehrbuechern auf ihre Umwelt- und Arbeitsplatzrelevanz untersucht werden. Hieraus sind inzwischen mehrere gemeinsame Publikationen entstanden, die bei uns wie auch an anderen Hochschulen zu einer allmaehlichen Anpassung der Ausbildung in der Chemie an die Erfordernisse des Umweltschutzes und der Arbeitshygiene beitragen werden.
Vorsorgemedizinische Untersuchungen und diagnostische Moeglichkeit zur Erkennung von Erkrankungen allergischer Natur bei Personen, die organische Staeube einatmen (z.B. bei Siloarbeiten/Bauern/Vogelzuechtern); Zusammenarbeit mit Lungenfachaerzten und Fachkliniken.
Betreuung eines deutschlandweiten Forschungsprojektes zur PAK-Belastung am Arbeitsplatz: Planung, Durchführung und Auswertung von betrieblichen Probenahmen (Urin, Blut, personengebundene Raumluftmessungen), Analyse der Proben sowie Diskussion der Ergebnisse im Rahmen regelmäßiger Sitzungen des PAK-Projektarbeitskreises am HVBG.
Die Insektensammlung des DEI ist mit etwa 3.000.000 präparierten Objekten eine faktische Datensammlung, die kritisch erschlossen werden muss. Nur so können die in der Sammlung enthaltenen Primärinformationen sowohl auf dem Gebiet der Taxonomie als auch für andere biologische sowie zoogeographische Untersuchungen nutzbar gemacht werden. Die Neuordnung von Sammlungsteilen unter modernen wissenschaftlichen Gesichtspunkten zur Sicherstellung der internationalen Verfügbarkeit der Bestände und die Publikation damit zusammenhängender Kataloge sind wesentliche Projektbestandteile.
In hygienisch anspruchsvollen Bereichen (z.B. Lebensmittel-, Pharma- und Kosmetikindustrie) werden ständig steigende Hygieneanforderungen an Berufs- bzw. Arbeitsbekleidung gestellt. Hierdurch soll eine nachteilige Beeinflussung der hergestellten Produkte vermieden werden, die von unzweckmäßiger Arbeitsbekleidung ausgehen kann. Untersuchungen haben jedoch erhebliche Hygienemängel, aufgrund mangelnder Aufbereitungsmöglichkeiten, bei Schuhen nachgewiesen. Bei der Wiederaufbereitung der Fußbedeckung muss gemäß DIN 10524 eine hygienegerechte Reinigung sichergestellt sein. Bis heute war jedoch eine professionelle, reproduzierbar sichere und hygienische Aufbereitung von Sicherheitsschuhen nicht möglich, da kein geeignetes Verfahren existierte. Sicherheitsschuhe sind Schuhe, welche die sicherheitstechnischen Anforderungen erfüllen und sind mit Zehenkappen für hohe Belastungen ausgestattet. Das Ziel des Forschungsprojektes war die Entwicklung eines hygienischen Aufbereitungsverfahrens für Sicherheitsschuhe mit flüssigem Kohlenstoffdioxid (C02), das sowohl eine hygienische Aufbereitung als auch die Erhaltung der jeweils vorgeschriebenen Schutzfunktionen gewährleistet. Der besondere Vorteil von flüssigem CO2 liegt darin, dass es materialschonend und nicht toxisch ist und dass keine Trocknung erforderlich ist. Im Rahmen des Forschungsprojektes wurden unter Praxisbedingungen verschiedenste Materialien, Schuhkomponenten und komplexe Composite in einer C02-Reinigungsmaschine auf ihre Beständigkeit in flüssigem CO2 untersucht. Hierbei wurde getestet, inwieweit die relevanten sicherheitstechnischen Parameter nach 25 Zyklen des Aufbereitungsprozesses erfüllt wurden. Zusätzlich wurde das Aufbereitungsverfahren hinsichtlich der Reinigungs- und Desinfektionsleistung überprüft und mit Hilfe von Additiven optimiert. Aus den Bereichen Obermaterialien, Futtermaterialien, Decksohlen, Zehenkappen, Laufsohlen und weiteren konstruktiven Elementen erfüllten nach 25 Aufbereitungszyklen in flüssigem CO2 einige Materialien die sicherheitsrelevanten Parameter und können in einem Sicherheitsschuh verarbeitet werden. Fett- und zuckerhaltige Anschmutzungen wurden von glatten bzw. gering strukturierten Obermaterialien durch Zusatz von Schmutzfängern und Bürsten gut mit flüssigem CO2 gereinigt. Die Materialauswahl ist jedoch entscheidend für den Reinigungserfolg von proteinhaltigen Anschmutzungen, da diese mit steigender Zahl der Aufbereitungszyklen von einigen Materialien schlechter abgelöst werden. Blut wurde auch durch Zusatz von Proteasen nicht vollständig entfernt. Die Keimreduktion wird durch Erhöhung des Druckes und durch Zusatz antimikrobieller Additive wie Isopropanol gesteigert. Auch hier stellt die Materialauswahl einen wichtigen Faktor im Hinblick auf die Keimreduktion, das zu wählende Aufbereitungsprogramm und die einzusetzenden Additive dar usw.
Die Datenbank ICS (Informationssystem Chemikaliensicherheit) ist die zentrale Vollzugsdatenbank des Umweltbundesamtes. In ihr sind umfangreiche Faktendaten enthalten, die die Grundlage für die Stoffbewertung in den Vollzügen REACH, PflSchG, BiozidG, und AMG bilden. Durch die steigenden Anforderungen an die Datenbankinhalte als auch an die Datenbankinfrastruktur wurde es notwendig, ICS neu zu konzeptionieren. Im ersten Schritt wurde das hier vorliegende Fachkonzept erstellt, dass den Rahmen für die später zu erarbeitenden Feinkonzepte und die Implementierung festlegt. Das Fachkonzept ist in mehrere Teilkonzepte mit unterschiedlichen Inhalten aufgegliedert. Es beinhaltet die Geschäftsanwendungsfälle, und daraus abgeleitet, die Systemanwendungsfälle, die die Arbeit mit ICSneu aus Nutzersicht beschreiben. Aus diesen Anwendungsfällen wurden die Rollen und Rechte abgeleitet, die vollzugsübergreifend ausgeprägt sind. Entsprechend der vollzugsübergreifenden Arbeits- und Sichtweise auf das System wurde ein neues fachliches Datenmodell erstellt, das ein vollzugsunabhängiges und erweitertes Stoff-Identitätskonzept und die Modellierung der Faktendaten beinhaltet. Ein wesentlicher Punkt ist dabei die Flexibilität bei der Erweiterung der Faktendaten mit entsprechenden Strukturierungsmöglichkeiten. Die Funktionalitäten des neuen Systems werden in einem Navigations-, Recherche- und Import-/Export-Konzept beschrieben. Für die interne Kommunikation werden die Anforderungen an die Schnittstellen der zu integrierenden Funktionen/Systeme aus/für eine Vorgangsbearbeitung (VBS) und ein Dokumentenmanagement (DMS) ausgeführt. Die Systemarchitektur beschreibt die Umsetzung des Fachkonzeptes in einer zukunftsorientierten und diensteorientierten Architektur mit Browser basierendem Thin-Client. Die einzelnen Dienste werden ausführlich dargestellt. Im Migrationskonzept werden die Anforderungen und das Vorgehen beim Systemwechsel von ICS auf ICSneu beschrieben. Die IT-Sicherheit wird in einem verfahrensbezogenen IT-Sicherheitskonzept behandelt, die Aspekte des Betriebs sind in einem verfahrensbezogenen Betriebskonzept dargestellt.
Die Luftgüte in Stallanlagen gilt als ein beachtenswerter Faktor für die Gesundheit der Nutztiere und die Arbeitsplatzhygiene. Sie wird wesentlich beeinflusst von der Emission luftfremder Stoffe, von denen hauptsächlich die Gase Ammoniak, Kohlenstoffdioxid und die Partikeln der Bioaerosole zu betrachten sind. Bei den Partikeln ist hinsichtlich einer Wirkung auf Individuen außer ihrem Ursprung noch die Partikelgröße zu beachten, die die Eindringtiefe in den Atemtrakt bestimmt. Um hier ein mögliches Belastungspotential abschätzen zu können, werden die Konzentrationen der luftgetragenen Stoffe in der Stallluft gemessen. Zu einer Beurteilung der Luftgüte werden für die einzelnen Komponenten vorhandene oder diskutierte Grenzwerte z.B. aus dem Arbeitsschutz herangezogen. Unterschiedliche Zeitmaßstäbe werden berücksichtigt.
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