API src

Found 82 results.

Related terms

Neue Leitlinien deutscher Arktispolitik

Neue Leitlinien deutscher Arktispolitik In der Arktis erwärmt sich die Luft zwei- bis dreimal schneller als im globalen Mittel. Neben dem Klimawandel gefährden zunehmende wirtschaftliche Aktivitäten die Umwelt der Arktis. Mit den Leitlinien übernimmt Deutschland mehr Verantwortung für die Region und bekennt sich zu einem konsequenten Klima- und Umweltschutz als wesentliches Element deutscher Arktispolitik. Eine Region im Wandel Die Erkenntnisse der Polar- und Klimaforschung sagen voraus, dass sich die Arktis in Zukunft weiter verändern wird. Für das letzte Jahrhundert wurde im weltweiten Vergleich ein besonders starker Temperaturanstieg in der Arktis verzeichnet. Die Lufttemperatur erwärmt sich dort zwei- bis dreimal schneller als die globale Mitteltemperatur. In der Arktis betrug der Temperaturanstieg im 20. Jahrhundert etwa 2° Celsius im Mittel, in manchen Regionen sogar 5° Celsius. Bis zum Jahr 2100 gehen Klimafachleute von einer Erwärmung von bis zu 6° Celsius aus. Die Veränderungen in der Arktis wirken sich über Rückkopplungsprozesse auf das gesamte Erdsystem aus. Bereits jetzt verändert sich das atmosphärische Strömungssystem über der Nordhalbkugel und beeinflusst das Wettergeschehen in Europa und damit auch in Deutschland. Das Abschmelzen des kontinentalen Eises und das Auftauen des Permafrostbodens haben globale Auswirkungen, wie einen Anstieg des Meeresspiegels oder eine Veränderung der Atmosphärengase. Mit der Verringerung der sommerlichen Meereisausdehnung sind die arktischen Ökosysteme einer stetig wachsenden Belastung ausgesetzt, da die Rohstoffvorkommen der Arktis leichter zugänglich und Schifffahrtswege in bisher unzugängliche Meeresgebiete ausgedehnt werden. Zentrale Elemente zukünftiger deutscher Arktispolitik Mit den Arktisleitlinien hebt die Bundesregierung die Bedeutung einer ganzheitlichen deutschen Arktispolitik und die gemeinsame Verantwortung aller Akteure für diese sensible Region hervor. Maßgebend für das umweltpolitische und wirtschaftliche Handeln der Bundesregierung in der Arktis sind das Vorsorge- und ⁠ Verursacherprinzip ⁠. Neben der Einhaltung bestehender internationaler und regionaler Übereinkommen und Klimaschutzzielen ist Deutschland unter anderem bestrebt, die Seeschifffahrt in der Arktis umweltverträglicher zu gestalten, um die Auswirkungen durch Abgase, Abwasser und Abfälle, durch Unterwasserlärm und die Einschleppung nicht-heimischer Arten zu verringern. Deutschland setzt sich für rechtsverbindliche Regelungen für eine ökologisch verträgliche Erkundung von Bodenschätzen und deren Abbau unter höchsten Umweltstandards ein. Ein weiteres wichtiges Anliegen sind die Ausweisung von Schutzgebieten und Ruhezonen sowie die nachhaltige Nutzung der lebenden Meeresressourcen, um die einzigartige arktische ⁠ Biodiversität ⁠ zu erhalten. Bei allem Handeln muss die besondere Stellung der indigenen Bevölkerung in der Arktis beachtet werden, um deren Rechte auf Freiheit, Gesundheit und Selbstbestimmung in ihrem Lebensraum zu wahren. Rolle des Umweltbundesamtes Die Reduzierung von Umweltverschmutzungen und Stoffeinträgen in der und in die Arktis sowie die Weiterentwicklung bestehender internationaler, umweltrelevanter Regelungen zum Schutz der Arktis sind aktuelle Themen. Die Expertinnen und Experten des Umweltbundesamtes arbeiten aktiv in Arbeitsgruppen des Arktischen Rates oder beraten das Auswärtige Amt in Umweltfragen. Weitere Informationen und die Leitlinien finden Sie auf der Internetseite des Auswärtigen Amtes . Weitere Informationen zur Arktis finden Sie außerdem auf den Themenseiten des UBA und auf der Internetseite des BMUV.

Müllmenge in der arktischen Tiefsee steigt stark an

Innerhalb von zehn Jahren ist die Verschmutzung an einem Messpunkt in der arktischen Tiefsee um mehr als das 20-fache gestiegen. Dies ergab eine Studie des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI), die im Februar 2017 in der Fachzeitschrift Deep-Sea Research I veröffentlicht wurde. Seit 2002 dokumentieren AWI-Wissenschaftler den Müll an zwei Messpunkten im sogenannten AWI-Hausgarten. Dabei handelt es sich um ein Tiefsee-Observatorium, das aus 21 Messstationen in der Framstraße zwischen Grönland und Spitzbergen besteht. Die Wissenschaftler haben an den beiden Messpunkten den Meeresgrund in einer Tiefe von 2500 Metern beobachtet. Dafür nutzten sie das ferngesteuerte Kamera-System OFOS (Ocean Floor Observation System). Seit Beginn der Messung haben sie auf insgesamt 7058 Fotos 89 Müllteile entdeckt. Da sie mit den Kameras nur ein relativ kleines Gebiet beobachten können, haben die Wissenschaftler die Mülldichte auf eine größere Fläche hochgerechnet. So kommen sie in dem Untersuchungszeitraum von 2002 bis 2014 auf einen Durchschnittswert von 3485 Müllteilen pro Quadratkilometer. Unter den fotografierten Müllteilen konnten vor allem Plastik und Glas ausmacht werden. Glas driftet nicht über größere Distanzen, sondern sinkt sofort an Ort und Stelle auf den Meeresgrund. Die Messreihe zeigt entsprechend, dass die Mülldichte in der arktischen Tiefsee mit der Intensivität der Schifffahrt in der Region zunimmt. Über die genaue Herkunft des Plastikmülls lässt sich dagegen kaum etwas sagen. Denn meist hat das Plastik schon eine weite Reise hinter sich, bevor es den tiefen Meeresgrund erreicht.

Verabschiedung einer neuen integrierten Politik der EU für die Arktis

Am 27. April 2016 verabschiedete die Hohe Vertreterin der Union für Außen- und Sicherheitspolitik und die Europäische Kommission einen Politikvorschlag, der als Richtschnur für das Handeln der Europäischen Union in der Arktis dienen wird. Die Europäische Union wird ihre bisherige Tätigkeit und ihr Engagement in der Region durch 39 Maßnahmen verstärken, deren Schwerpunkt auf Klimawandel, Umweltschutz, nachhaltiger Entwicklung und internationaler Zusammenarbeit liegt. Der besonderen Bedeutung von Forschung, Wissenschaft und Innovation wird in allen diesen vorrangigen Bereichen Rechnung getragen. Zur Arktis zählen das zentrale Nordpolarmeer, die regionalen Nebenmeere (z. B. Barents-, Kara- und Tschuktschensee) sowie die Gebiete, die Kanada, dem Königreich Dänemark, Finnland, Island, Norwegen, der Russischen Föderation, Schweden und den Vereinigten Staaten gehören. Drei EU-Mitgliedstaaten sind folglich auch arktische Staaten, während Island und Norwegen dem Europäischen Wirtschaftsraum angehören.

Arktis-Staaten unterzeichnen Abkommen über Fischfangverbot

Die Anrainer-Staaten der Arktis einigten sich am 16. Juli 2015 auf ein Fischfangverbot in den Gewässern rund um den Nordpol. Die USA, Russland, Kanada, Dänemark für Grönland und Norwegen unterzeichneten in Oslo ein entsprechendes Abkommen, wonach die kommerzielle Fischerei in einer 2,8-Millionen-Quadratkilometer-Zone verboten ist.

Die Arktis im Wandel

Die Arktis im Wandel Gute Nachrichten: US-Präsident Obama und der kanadische Premierminister Trudeau haben Bohrungen nach Öl und Gas für große Teile der Arktis untersagt. Damit sollen die vielfältigen Ökosysteme sowie die Interessen der Ureinwohner geschützt werden. Das Umweltbundesamt (UBA) informiert auf seinen Internetseiten zur einzigartigen Nordpolregion. Die Arktis ist im Wandel: Klimaveränderungen und das Abschmelzen des Eises rücken das Gebiet in den Fokus geopolitischer und ökonomischer Interessen. Veränderungen der Arktis haben auch Auswirkungen auf uns und unser Leben. Daher ist die gesamte Welt gefordert, die sensiblen Ökosysteme zu bewahren. Umweltschützer auf der ganzen Welt freuen über eine der letzten Entscheidungen von Barack Obama als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika: Gemeinsam mit seinem kanadischen Amtskollegen Justin Trudeau hat er riesige Meeresgebiete in der Arktis unter Schutz gestellt. Für diese Gebiete vor der US-Amerikanischen und Kanadischen Arktisküste, die insgesamt etwa so groß sind wie Spanien, dürfen künftig keine neuen Lizenzen für Öl- und Gasbohrungen vergeben werden. Dadurch soll das Risiko von Umweltverschmutzungen durch Ölbohrungen verringert werden. Denn durch das harsche ⁠ Klima ⁠ und die extremen Wetterbedingungen in der Arktis sind Rettungs- und Säuberungsaktionen beispielsweise nach einer Havarie besonders kompliziert und kostspielig. Auswirkungen des Klimawandels Die Nordpolregion leidet stärker unter dem ⁠ Klimawandel ⁠ als andere Teile der Welt und reagiert sehr sensibel auf Veränderungen. Die Eisbedeckung des Arktischen Ozeans schwindet und mit ihr auch der Lebensraum für zahlreiche Tiere. Doch nicht nur das Gesicht der Arktis verändert sich unaufhörlich – die Vorgänge im hohen Norden wirken auf die ganze Welt. Die abschmelzende Eiskappe Grönlands lässt den Meeresspiegel ansteigen, der tauende Permafrostboden entlässt Klimagase in die Luft, die ihrerseits wieder den Klimawandel begünstigen. Nicht zuletzt hat das Klima der Arktis gravierenden Einfluss auf Klima- und Wetterbedingungen der gesamten nördlichen Hemisphäre. Politische und wirtschaftliche Interessen Die Arktis steht auch für Deutschland mehr und mehr im Fokus politischer und wirtschaftlicher Interessen. Im Jahr 2013 verabschiedete die Bundesregierung Leitlinien zur deutschen Arktispolitik und bekennt sich darin zu einer umwelt- und naturverträglichen sowie nachhaltigen wirtschaftlichen Nutzung der Arktis. Das ⁠ UBA ⁠ stellt gemeinsam mit dem Bundesamt für Naturschutz den Erhalt der einzigartigen Lebensräume im arktischen Raum in den Fokus und entwickelt Anforderungen an eine Nutzung der Arktis mit hohen Umweltstandards sowie wissenschaftliche Grundlagen zur Bewertung der Auswirkungen menschlicher Tätigkeiten – wie Schifffahrt, Forschung, Wirtschaft, Fischerei oder Tourismus – auf die arktische Umwelt. Informationen zur Arktis auf UBA.de Für interessierte Bürgerinnen und Bürger informiert das UBA online zu den einzigartigen Ökosystemen der Nordpolregion, menschlichen Aktivitäten, rechtlichen Grundlagen. Hier geht es direkt zu unseren Arktisseiten .

Durchschnittliche Seeeisausdehnung in der Arktis im Februar 2013

Im Februar 2013 betrug die arktische Eisausdehnung 14,66 Millionen Quadratkilometer. Das sind 980.000 Quadratkilometer weniger als im monatlichen Durchschnitt der Jahre 1979 bis 2000.

Ständiges Sekretariat für den Arktischen Rat in Tromsø gegründet

Der Arktische Rat wird in der Stadt Tromsø ein ständiges Sekretariat beziehen. Der norwegische Außenminister Barth Eide und der Direktor des ständigen Sekretariats des Arktischen Rates Magnús Jóhannesson unterschrieben dazu am 21. Januar 2013 ein Abkommen. Bisher wechselte das Sekretariat zwischen den Mitgliedstaaten hin und her. Es war in den vergangen Jahren provisorisch am Norwegischen Polarinstitut in Tromsoe untergebracht.

Arktis

Arktis Die Arktis hat ihr Gesicht in den letzten Jahrtausenden verändert - Eiszeiten, Klimaveränderungen und Einwanderungswellen haben die Region geprägt. Nun geht der Wandel vergleichsweise rasant vonstatten: Das "ewige Eis" auf der Nordhalbkugel, könnte in wenigen Jahrzehnten nur noch in den Wintermonaten auftreten. Die gesamte Welt ist gefordert, das sensible Ökosystem um den Nordpol zu bewahren. „Unsäglich langsam nur vermochte das menschliche Auge die Nebel des Eismeeres zu durchdringen; hinter der Nebelwand lag das Land des Mythos.“ Fridtjof Nansen, 1861-1930 Norwegischer Polarforscher Die Arktis – der kleinste Ozean der Erde umgeben von den nördlichen Landesteilen Alaskas, Kanadas, Russlands und Skandinaviens – Eiswüste des hohen Nordens, endlose Schneefelder, mächtige Gletscher, Tundra, lange, dunkle Winter und sehr kurze Sommer, hochsensibles ⁠ Ökosystem ⁠, Vogelparadies und Reich des Eisbären. Aber auch Heimat vieler Menschen unterschiedlicher Ethnien, Rohstoffreservoir und exklusives Reiseziel. Eine Region im Wandel, aber mit großer Bedeutung für die Welt. Der ⁠ Klimawandel ⁠ macht der Arktis stärker zu schaffen als anderen Gebieten der Erde. Der Blick in den hohen Norden zeigt ein fragiles Ökosystem in großer Gefahr: wirtschaftliche Interessen stehen vielerorts dem Umwelt- und Gesundheitsschutz entgegen. Der Schutz der Arktis ist eine globale Aufgabe, zu der jeder Mensch seinen Teil beitragen kann. Informationsplattform zu Besonderheiten der Arktis Um das Verständnis zur Einzigartigkeit des Nordpolarmeers und der angrenzenden Kontinente, die als Arktis definiert werden, zu wecken, sind unter dem Menüpunkt „ Wissenswertes zur Arktisregion “ die natürlichen Gegebenheiten kurz beschrieben. Im Gegensatz zur Antarktis ist der arktische Raum seit Jahrtausenden von Menschen besiedelt. Die historischen sowie die aktuellen menschlichen Aktivitäten rund um den Nordpol finden Sie unter dem Menüpunkt „ Menschen in der Arktis “ kurz und knapp zusammengestellt. Durch die langjährige Besiedelung der arktischen Gebiete und die zum Teil hoch aktuellen, wirtschaftlichen Interessen der Anrainerstaaten ist für das Verständnis der umweltpolitischen Situation der Arktis die Kenntnis von internationalen Abkommen und Vereinbarungen besonders wichtig, die im Menüpunkt „ Rechtlicher und institutionellen Rahmen der Arktis “ zusammengestellt sind. Welcher konkreten Gefährdung die Arktis ausgesetzt ist und welche Lösungsansätze zum Schutz der Nordpolregion existieren, erfahren Sie unter dem Menüpunkt „ Umweltschutz in der Arktis “.

Schmelzwassertümpel lassen die arktische Meereisdecke schneller schmelzen

Die arktische Meereisdecke ist im zurückliegenden Jahrzehnt nicht nur geschrumpft, sondern auch deutlich jünger und dünner geworden. Wo früher meterdickes, mehrjähriges Eis trieb, finden Forscher heute vor allem dünne, einjährige Schollen, die in den Sommermonaten großflächig mit Schmelzwassertümpel bedeckt sind. Meereisphysiker des Alfred-Wegener-Institutes, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) haben im Sommer 2011 erstmals die Lichtdurchlässigkeit des arktischen Meereises großflächig mit einem Tauchroboter vermessen und dabei diese Veränderung in Zahlen fassen können. Das Ergebnis: Überall dort, wo sich Schmelzwasser auf dem Eis ansammelt, dringt viel mehr Sonnenlicht und somit Energie in das Eis ein als an wasserfreien Stellen. Die Folge: Das Eis schmilzt schneller und der Lebensraum im und unter dem Eis erhält mehr Licht. Diese Erkenntnisse wurden im Fachmagazin Geophysical Research Letters im Dezember 2012 veröfentlicht.

Arktische Küsten auf dem Rückzug

Die Küstenlinie in arktischen Dauerfrostgebieten reagiert auf den Klimawandel mit verstärkter Erosion und zieht sich im Durchschnitt um einen halben Meter pro Jahr zurück. Dies bedeutet große Veränderungen für die küstennahen arktischen Ökosysteme und die dort lebende Bevölkerung. Zu diesen Ergebnissen kommt ein Konsortium von mehr als dreißig Wissenschaftler aus zehn Ländern, die waren an der Erstellung des 170 Seiten starken Zustandsberichts „State of the Arctic Coast 2010“ beteiligt. Initiiert und koordiniert wurde die Studie vom Internationalen Arktischen Wissenschaftsrat (IASC), dem internationalen Verbundprojekt „Land-Ocean Interactions in the Coastal Zone (LOICZ)“, der Internationalen Permafrost –Gesellschaft (IPA), sowie der Arbeitsgruppe „Arctic Monitoring and Assessment Programme (AMAP)“ des Arktischen Rates. Gemeinsam wurden mehr als 100.000 Kilometer und damit ein Viertel aller arktischen Küsten untersucht und diese Ergebnisse wurden am 18. April 2011 erstmalig veröffentlicht. Besonders dramatisch sind die Veränderungen in der Laptev-, der Ostsibirischen und der Beaufortsee, in denen die Erosionsraten der Küsten zum Teil mehr als 8 Meter pro Jahr betragen.

1 2 3 4 57 8 9