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Alternative und verworfene Entsorgungsoptionen hochradioaktiver Abfälle

Endlagerung in tiefen Gesteinsschichten Der Deutsche Bundestag sprach sich 2017 mit breiter Mehrheit für die Endlagerung hochradioaktiver Abfälle in tiefen Gesteinsschichten aus. Er legte ein Verfahren fest, mithilfe dessen innerhalb Deutschlands ein langfristig sicherer Standort anhand vorher festgelegter Kriterien gefunden werden soll. Zum Start der Endlagersuche wurde gesetzlich festgelegt, dass eine Standortentscheidung im Jahr 2031 angestrebt wird. Die Arbeiten der Bundesgesellschaft für Endlagerung ( BGE ) mbH nehmen nach aktuellen Angaben der BGE mbH aber erheblich mehr Zeit in Anspruch als erwartet. Die daraus zu ziehenden Schlüsse für das Verfahren werden nun von den beteiligten Institutionen ausgewertet. Der Entscheidung 2017 waren intensive Diskussionen in der Endlagerkommission vorausgegangen. Sie hatten zum Ergebnis, dass aus wissenschaftlicher Sicht derzeit keine andere Entsorgungsoption mit einem so hohen Sicherheitsniveau wie die tiefengeologische Endlagerung zur Verfügung steht. Laufende Bewertung alternativer Entsorgungsmöglichkeiten Im Sinne eines selbsthinterfragenden Verfahrens hat der Gesetzgeber dem BASE den Auftrag gegeben, diesen Wissensstand regelmäßig zu prüfen und alternative Entsorgungsoptionen zu bewerten. Im Abschlussbericht der Endlagerkommission werden die folgenden Alternativen zur Endlagerung in einem Endlagerbergwerk genannt: Alternative Entsorgungsoptionen Endlagerung hochradioaktiver Abfälle in tiefen Bohrlöchern Die Endlagerung hochradioaktiver Abfälle in Bohrlöchern wird seit den 1950er Jahren diskutiert. Die meisten Konzepte gehen dabei von vertikalen Bohrlöchern mit einer Tiefe von bis zu 5000 Meter aus. Als Einlagerungshorizont werden in der Regel kristalline Gesteine des Grundgebirges in Tiefen zwischen 3000 und 5000 Meter angenommen. Mehr Anzeigen Weniger Anzeigen Bis heute existieren nur wenige Konzepte zur Endlagerung in tiefen Bohrlöchern, von denen bisher keines umgesetzt wurde. Eine wirtschaftliche Umsetzung erscheint nur für kleine Abfallinventare denkbar, die in einer geringen Anzahl von Bohrlöchern günstiger als in einem Endlagerbergwerk entsorgt werden könnten. Keines der bisher veröffentlichten Konzepte hat Industriereife erlangt. Eine Umsetzung erfordert in jedem Fall weitere Forschung und Entwicklung. Für die Bundesrepublik Deutschland ist angesichts des zu entsorgenden Inventars, des Entwicklungsstands der Bohrlochkonzepte und des laufenden Standortauswahlverfahrens eine Entsorgung hochradioaktiver Abfälle in tiefen Bohrlöchern nach heutigem Stand keine Option. Bis heute existieren nur wenige Konzepte zur Endlagerung in tiefen Bohrlöchern, von denen bisher keines umgesetzt wurde. Eine wirtschaftliche Umsetzung erscheint nur für kleine Abfallinventare denkbar, die in einer geringen Anzahl von Bohrlöchern günstiger als in einem Endlagerbergwerk entsorgt werden könnten. Keines der bisher veröffentlichten Konzepte hat Industriereife erlangt. Eine Umsetzung erfordert in jedem Fall weitere Forschung und Entwicklung. Für die Bundesrepublik Deutschland ist angesichts des zu entsorgenden Inventars, des Entwicklungsstands der Bohrlochkonzepte und des laufenden Standortauswahlverfahrens eine Entsorgung hochradioaktiver Abfälle in tiefen Bohrlöchern nach heutigem Stand keine Option. Entsorgung in Langzeitzwischenlagern Auch nach Inanspruchnahme einer Langzeitzwischenlagerung ist ein Endlager in Deutschland erforderlich. Notwendige Einschlusszeiten und Größe des Endlagers ändern sich durch eine vorgeschaltete Langzeitzwischenlagerung nicht. Die technischen Randbedingungen einer Langzeitzwischenlagerung sind aus heutiger Sicht realisierbar. Die über mehrere Jahrhunderte zu erwartenden Alterungsprozesse im radioaktiven Inventar und deren Auswirkungen sowie mögliche zukünftige Bedrohungen aufgrund ziviler und naturbedingter Einwirkungen sind aber nicht prognostizierbar. Mehr Anzeigen Weniger Anzeigen Ein für viele nachfolgende Generationen anstehender Sanierungsbedarf der Gebinde, der entsprechende Know-how-Erhalt, die sicherheitstechnischen, gesellschaftlichen, organisatorischen und finanziellen Aspekte sprechen gegen eine aktive Verfolgung einer solchen Strategie. Sollte der Gesellschaft dennoch eine Langzeitzwischenlagerung mangels Endlager aufgenötigt werden, müssen die Alterungsmechanismen von Behältern und Inventaren weiterhin wissenschaftlich erforscht und der Kenntnisgewinn in der Praxis Berücksichtigung finden. Ein für viele nachfolgende Generationen anstehender Sanierungsbedarf der Gebinde, der entsprechende Know-how-Erhalt, die sicherheitstechnischen, gesellschaftlichen, organisatorischen und finanziellen Aspekte sprechen gegen eine aktive Verfolgung einer solchen Strategie. Sollte der Gesellschaft dennoch eine Langzeitzwischenlagerung mangels Endlager aufgenötigt werden, müssen die Alterungsmechanismen von Behältern und Inventaren weiterhin wissenschaftlich erforscht und der Kenntnisgewinn in der Praxis Berücksichtigung finden. Entsorgung durch Partitionierung und Transmutation Auch beim Einsatz von Verfahren zur Partitionierung und Transmutation wäre ein Endlager in Deutschland erforderlich. Die notwendigen Einschlusszeiten und die Größe des benötigten Endlagers würden sich nicht wesentlich ändern. P&T-Technologien stehen heute großtechnisch nicht in ausreichendem Maße zu Verfügung, um alle Abfallarten und alle Transuranelemente behandeln zu können. Sie müssten erst entwickelt werden. Mehr Anzeigen Weniger Anzeigen Eine P&T-Behandlung der deutschen Abfälle würde mindestens 100 bis 150 Jahre dauern. Notwendig wäre der großtechnische Einsatz von Transmutationsreaktoren, Wiederaufbereitungs- und Brennstofffertigungsanlagen – mit den entsprechenden radiologischen Risiken. Zur Nutzung von P&T wäre ein neuer gesellschaftlich tragbarer Konsens zur Nutzung nukleartechnischer Anlagen notwendig. Eine P&T-Behandlung der deutschen Abfälle würde mindestens 100 bis 150 Jahre dauern. Notwendig wäre der großtechnische Einsatz von Transmutationsreaktoren, Wiederaufbereitungs- und Brennstofffertigungsanlagen – mit den entsprechenden radiologischen Risiken. Zur Nutzung von P&T wäre ein neuer gesellschaftlich tragbarer Konsens zur Nutzung nukleartechnischer Anlagen notwendig. Verworfene Entsorgungsoptionen Warum schießt man die radioaktiven Abfälle nicht einfach in den Weltraum? Warum lagert man sie nicht im arktischen Eis oder im Inneren der Erde? Faszinierende Ideen – das Problem wäre aus den Augen, aus dem Sinn. Expert:innen haben diese Ideen geprüft und am Ende verworfen. Hier erfahren Sie, warum. Bitte auswählen In den Weltraum Ins Erdinnere Ins Eis Ins Ausland In den Weltraum Warum schießt man radioaktive Abfälle nicht einfach in den Weltraum? Eine faszinierende Idee: Das Problem wäre für immer von der Erde entfernt. Angesichts der großen Abfallmengen und des Gewichts allein der in Deutschland gelagerten verbrauchten Brennelemente stößt der Vorschlag schnell an seine Grenzen. Wie viele Raketenstarts wären nötig? Was würde das kosten? Und vor allem: Wie groß wären die Risiken? Am 28. Januar 1986 explodierte z. B. die US-Raumfähre „Challenger“ kurz nach dem Start. Einer von mehr als zehn katastrophalen Unfällen in der Geschichte der Raumfahrt. Ins Erdinnere Warum verbringt man hochradioaktive Abfälle nicht ins Erdinnere? Eine weitere Idee geht in die entgegengesetzte Richtung: Radioaktive Abfälle werden nicht im Weltraum entsorgt, sondern wandern mit den Verschiebungen der Erdplatten unter die Erdkruste bis ins Erdinnere, weit entfernt von der Erdoberfläche. Die technische Machbarkeit eines solchen Verfahrens ist jedoch ungeklärt. Dort, wo die tektonischen Platten zusammenstoßen und sich eine Platte unter die andere schiebt, befinden sich auch Erdbebenzonen oder Vulkangebiete. Die Folgen und Risiken wären nicht abschätzbar. Ins Eis Warum verbringt man radioaktive Abfälle nicht einfach ins arktische Eis? Bereits in den 1950er-Jahren wurde über die Endlagerung radioaktiver Abfälle im antarktischen Eis nachgedacht. Die Abfälle sollten so im „ewigen“ Eis verschwinden. Mit der Wärme, die sie ausstrahlen, würden sie sich langsam durch das Eis schmelzen, das über ihnen wieder zufriert. Die früheren Annahmen zur „Ewigkeit“ der antarktischen Eismassen sind heute auch wegen des Klimawandels nicht mehr haltbar. Ins Ausland Warum bringt man hochradioaktive Abfälle nicht ins Ausland? Einige Länder würden die hochradioaktiven Abfälle gegen entsprechende Zahlung wahrscheinlich nehmen. Doch ob in diesem Fall auch die Sicherheitsinteressen vorrangig sind, kann nicht garantiert werden. Der Export ins Ausland verbietet sich allein schon aus ethischen Gründen und ist aus gutem Grund gesetzlich verboten. Die Endlagerung von radioaktiven Abfällen, die in Deutschland entstanden sind, soll auch in nationaler Verantwortung gelöst werden. Forschung im BASE Forschung hinterfragt bestehendes Wissen, Konzepte und Methoden, untersucht offene Fragen und schließt Wissenslücken. Für das BASE ist Forschung ein wesentliches Instrument, um Sicherheit in der nuklearen Entsorgung weiterzuentwickeln. Forschung zu alternativen Entsorgungsoptionen Nationale und internationale Entwicklungen Bereits diskutiert werden Optionen wie Bohrlochlagerung, Langzeitzwischenlagerung und Partitionierung und Transmutation. Neben diesen Alternativen sind im Forschungsprojekt aber auch mögliche neue Alternativen und Ansätze zu identifizieren und zu bewerten. Mehr Anzeigen Weniger Anzeigen Das BASE hat 2020 ein Forschungsprojekt zu alternativen Entsorgungsoptionen initiiert, das 2023 endete. Im Rahmen dieses Projektes wird der Stand von Wissenschaft und Technik (W&T) analysiert und jährlich darüber berichtet. Die Ergebnisse werden das BASE dabei unterstützen, die Öffentlichkeit zu informieren und Anfragen qualifiziert nach dem Stand von W&T beantworten zu können. Aus Sicht des BASE lässt sich festhalten, dass die geplante Entsorgung der hochradioaktiven Abfälle in einem Endlagerbergwerk die sicherste Lösung ist - zum jetzigen Zeitpunkt und in absehbarer Zukunft. Das BASE wird Entwicklungen im Bereich alternativer Entsorgungstechnologien weiter beobachten. Verfolgung und Aufbereitung des Standes von Wissenschaft und Technik bei alternativen Entsorgungsoptionen für hochradioaktive Abfälle (altEr) 17.06.2022 Das BASE hat 2020 ein Forschungsprojekt zu alternativen Entsorgungsoptionen initiiert, das 2023 endete. Im Rahmen dieses Projektes wird der Stand von Wissenschaft und Technik (W&T) analysiert und jährlich darüber berichtet. Die Ergebnisse werden das BASE dabei unterstützen, die Öffentlichkeit zu informieren und Anfragen qualifiziert nach dem Stand von W&T beantworten zu können. Aus Sicht des BASE lässt sich festhalten, dass die geplante Entsorgung der hochradioaktiven Abfälle in einem Endlagerbergwerk die sicherste Lösung ist - zum jetzigen Zeitpunkt und in absehbarer Zukunft. Das BASE wird Entwicklungen im Bereich alternativer Entsorgungstechnologien weiter beobachten. Verfolgung und Aufbereitung des Standes von Wissenschaft und Technik bei alternativen Entsorgungsoptionen für hochradioaktive Abfälle (altEr) 17.06.2022 FAQ Werden auch Alternativen zur tiefengeologischen Lagerung in Deutschland untersucht? Nach welchen Kriterien wird der Endlagerstandort gesucht? Wie viele hochradioaktive Abfälle müssen endgelagert werden? Werden auch Alternativen zur tiefengeologischen Lagerung in Deutschland untersucht? Die Kommission Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe („Endlagerkommission“) , die wesentliche Grundlagen für das heute gültige Standortauswahlgesetz geschaffen hat, hat sich intensiv mit Alternativen zu einer tiefengeologischen Lagerung in Deutschland auseinandergesetzt ( z. B. Langzeitoberflächenlagerung, technische Umwandlung, tiefe Bohrlöcher). Sie ist zu dem Schluss gekommen, dass nach heutigem Stand von Wissenschaft und Technik keine der Alternativen dieselbe Sicherheit garantieren kann wie der Einschluss in tiefe geologische Schichten. Der Export der Abfälle ins Ausland wurde sowohl von der Kommission als auch vom Deutschen Bundestag mit Blick auf die Verantwortung für die Abfälle und mögliche Risiken abgelehnt. Das BASE betreibt darüber hinaus aufgabenbezogene Forschung. Hierzu zählt auch die umfassende Beobachtung des Standes von Wissenschaft und Technik. Nach welchen Kriterien wird der Endlagerstandort gesucht? In einem ersten Schritt werden die im Standortauswahlgesetz formulierten Ausschlusskriterien wie Vulkanismus, Erdbeben und Bergbau geprüft. Regionen/Standorte, die eines dieser Kriterien erfüllen, sind nicht für ein Endlager geeignet. Im nächsten Schritt wird geprüft, welche Gebiete die sogenannten Mindestanforderungen erfüllen. Demnach sollen u.a. mindestens 300 Meter Gestein das Endlager von der Erdoberfläche trennen. Eine ausreichend mächtige Schicht aus Tongestein, Steinsalz oder Kristallingestein (z.B. Granit) soll die hochradioaktiven Abfälle umgeben. Nur Regionen bzw. Standorte, die alle Mindestanforderungen erfüllen, sind für ein Endlager geeignet. Zwischen den dann verbleibenden Gebieten werden weitere geowissenschaftliche Vor- und Nachteile abgewogen. Hierzu werden die im StandAG formulierten geowissenschaftlichen Abwägungskriterien angewendet. Beispielsweise wird geprüft, inwiefern radioaktive Stoffe über Wasserpfade an die Erdoberfläche gelangen könnten oder wie gut das Gestein, das die Abfälle umschließt, die gefährlichen Stoffe zurückhalten und so am Übergang in die Biosphäre hindern kann. Erst bei vergleichbaren geologischen Voraussetzungen werden die sogenannten planungswissenschaftlichen Abwägungskriterien angewendet. So sollen Naturschutzgebiete, Kulturdenkmäler oder dicht besiedelte Gebiete möglichst nicht beeinträchtigt werden. Die Ausschluss- und Abwägungskriterien sowie die Mindestanforderungen werden in jeder Phase des Standortauswahlverfahrens von der Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH angewendet. Wie viele hochradioaktive Abfälle müssen endgelagert werden? Bis zum Ausstieg aus der Nutzung der Atomenergie werden voraussichtlich 1750 Behälter mit hochradioaktiven Abfällen anfallen. Dies entspricht einem Volumen von rund 27.000 Kubikmetern. Weiterführende Informationen Faktencheck: Transmutation Transmutation – Wohin mit dem ganzen Müll? Forschungsstrategie und -agenda des BASE

Arktisches Meereis schrumpft das dritte Jahr in Folge

Das arktisches Meereis erreichte am 7. März 2017 seine größte Ausdehnung. Dieses Maximum ist 2017 so gering wie noch nie seit Beginn der satellitengestützten Messungen vor 38 Jahren. Das teilte das US-amerikanische Datenzentrum für Schnee und Eis am 22. März 2017 mit. Demnach waren in der Arktis etwa 14,4 Millionen Quadratkilometer mit Eis bedeckt. Im Vergleich zum Jahr 2016 ist das Eis um 100.000 Quadratkilometer geschrumpft. Das ist das dritte Jahr in Folge, in dem die Eisbedeckung geringer wird.

US-Behörde NOAA legt Bericht zum "State of the Climate 2016" vor

Am 10. August 2017 legte die US-Behörde NOAA ihren 300 Seiten starken Klimabericht zum "State of the Climate 2016" vor. Der Report beschreibt den Zustand des Klimas weltweit. Die Treibhausgas-Konzentration stieg 2016 auf einen neuen Rekordwert von 402,9 ppm im Jahresdurchschnitt. Das ist ein Anstieg um 3,5 ppm gegenüber dem Vorjahr. 2016 war das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor 137 Jahren und übertrifft das bisherige Rekordjahr 2015. Den Anstieg beziffert die NOAA auf 0,45 bis 0,56 Grad Celsius im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 1981 bis 2010. Die Oberflächentemperatur der Ozeane stieg gegenüber dem Mittelwert von 1981 bis 2010 um 0,65 bis 0,74 Grad Celsius. Das sind 0,02 bis 0,05 Grad mehr, als noch im Jahr zuvor gemessen wurden. Die Meeresspiegel-Messungen zeigen einen neuen Höchststand. Der durchschnittliche Meeresspiegel lag 2016 um knapp 8,3 Zentimeter höher als 1993, als die Satellitenmessungen begannen. Die Ausdehnung des arktischen Meereises erreichte im letzten Jahr einen neuen Tiefstand. Im März, wenn das Meereis seine maximale Ausdehnung erreicht, wurde 2016 der niedrigste Wert seit Beginn der satellitengestützten Messungen vor 37 Jahren festgestellt. Was das Meereis-Minimum im September betrifft, ergaben die Messungen den zweitniedrigsten Wert. Nur 2007 erreichte die Ausdehnung einen noch geringeren Wert. Insgesamt 93 tropische Wirbelstürme wurden 2016 gezählt (und mit Namen versehen). Das sind deutlich mehr als die 82 Wirbelstürme im Durchschnitt der Jahre 1981 bis 2010. Laut NOAA-Bericht gab es in jedem Monat des Jahres 2016 auf mindestens zwölf Prozent der globalen Landfläche schwere Dürren. Auch das ist Rekord. Besonders betroffen: der Nordosten Brasiliens, Westbolivien, Peru und Westkanada. An dem Klimabericht haben 450 Wissenschaftler aus 60 Ländern mitgewirkt.

Studie beziffert persönlichen Beitrag zur Eisschmelze in der Arktis

Für jede Tonne Kohlendioxid, die ein Mensch irgendwo auf der Erde freisetzt, schwindet das sommerliche Meereis in der Arktis um drei Quadratmeter. Dies ist das Ergebnis einer neuen Studie, die am 3. November 2016 in der Zeitschrift Science von Dr. Dirk Notz, Max-Planck-Forschungsgruppenleiter "Meereis im Erdsystem" am Max-Planck-Institut für Meteorologie (MPI-M) und Prof. Julienne Stroeve vom US-Amerikanischen National Snow and Ice Data Center sowie dem University College London, veröffentlicht wurde. Diese Zahlen erlauben es erstmals, den persönlichen Beitrag zur globalen Klimaerwärmung intuitiv zu erfassen. Die Studie erläutert auch, warum Klimamodelle häufig ein langsameres Abschmelzen des Eises simulieren - und sie zeigt, dass das 2°C Erwärmungsziel nicht ausreicht, um das Arktische Meereis auch im Sommer zu erhalten.

Arktisches Meereis auf dem Rückzug

Am 14. September 2016 wurde in einer gemeinsamen Pressemitteilung der Universität Hamburg, CEN – Centrum für Erdsystemforschung und Nachhaltigkeit, und dem Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung Bilanz der Sommerschmelzperiode 2016 gezogen. Im September 2016 ist die Fläche des Arktischen Meereises auf eine Größe von knapp 4,1 Millionen Quadratkilometern abgeschmolzen. Dies ist die zweitkleinste Fläche seit Beginn der Satellitenmessungen. Weniger Meereis gab es nur im Negativ-Rekord-Jahr 2012 mit 3,4 Mio km2. Seit Ende August 2016 sind die Nordost- und die Nordwestpassage in der Arktis wieder offen. Die südliche Route der Nordwestpassage wurde in diesen Wochen von Yachten und einem Kreuzfahrtschiff durchfahren.

Arktisches Wintereis auf Minimum

Das arktische Meereis hat sich im Winter 2016 noch weniger ausgedehnt als im Negativrekord-Jahr 2015. Wissenschaftler des National Snow and Ice Data Centre und der Nasa teilten am 29. März 2016 mit, dass die Meereisbedeckung nur etwa 14,52 Millionen Quadratkilometer erreicht hatte. Seit Beginn der Messungen im Jahr 1979 hatte das Jahr 2015 bisher die niedrigste Ausdehnung mit 14,54 Millionen Quadratkilometern zu verzeichnen, die am 25. Februar 2015 festgehalten wurde. In diesem Jahr wurde das Maximum später als sonst erreicht – am 24. März. Die Lufttemperaturen über dem Arktischen Ozean waren in den Monaten Dezember, Januar und Februar zwei bis sechs Grad höher als im Mittel – in nahezu allen Regionen. Entsprechend gering war die Ausdehnung des Meereises: Sie lag um 1,12 Millionen Quadratkilometer unter dem Durchschnitt der Jahre 1981 bis 2010 von 15,64 Millionen Quadratkilometern.

Arktisches Eis erreicht viertniedrigstes Minimum

Nach den Berechnungen des National Snow and Ice Data Center in Boulder, Colorado, USA erreichte das arktische Eis am 11. September sein Minimum für 2015. Die Eisausdehnung erreichte dabei mit 4,41 Mio km² die viertniedrigste Ausdehnung seit Beginn der Satellitenbeobachtungen. Das diesjährige Minimum wurde vier Tage vor dem statistischen Mittel der Jahre 1981 bis 2010 erreicht. Die minimale Eisausdehnung von 2015 liegt in der Reihenfolge der Jahre 2012 (bisher geringste Ausdehnung), 2007 und 2011. Die neun geringsten Eisausdehnungen der Arktis traten alle in den letzten neun Jahren auf.

Arktisches Wintereis erreicht neues Minimum

Das US-amerikanische National Snow and Ice Data Center meldete, dass am 25. Februar 2015 das arktische Meereis sein winterliches Jahresmaximum erreicht habe. Mit einer Fläche von 14,54 Millionen Quadratkilometern stellt es einen neuen Minusrekord seit Beginn moderner Satellitenaufzeichnungen auf. Verglichen mit dem langjährigen Durchschnitt zwischen 1981 und 2010 erstreckte sich das Eis über eine um 1,1 Millionen Quadratkilometer kleinere Fläche. Außerdem erreichtes das arktische Meereseis sein Maximum ungewöhnlich früh im Jahr. Normaler Weise tritt dies erst im ersten Märzdrittel ein.

Die Arktis im Wandel

Die Arktis im Wandel Gute Nachrichten: US-Präsident Obama und der kanadische Premierminister Trudeau haben Bohrungen nach Öl und Gas für große Teile der Arktis untersagt. Damit sollen die vielfältigen Ökosysteme sowie die Interessen der Ureinwohner geschützt werden. Das Umweltbundesamt (UBA) informiert auf seinen Internetseiten zur einzigartigen Nordpolregion. Die Arktis ist im Wandel: Klimaveränderungen und das Abschmelzen des Eises rücken das Gebiet in den Fokus geopolitischer und ökonomischer Interessen. Veränderungen der Arktis haben auch Auswirkungen auf uns und unser Leben. Daher ist die gesamte Welt gefordert, die sensiblen Ökosysteme zu bewahren. Umweltschützer auf der ganzen Welt freuen über eine der letzten Entscheidungen von Barack Obama als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika: Gemeinsam mit seinem kanadischen Amtskollegen Justin Trudeau hat er riesige Meeresgebiete in der Arktis unter Schutz gestellt. Für diese Gebiete vor der US-Amerikanischen und Kanadischen Arktisküste, die insgesamt etwa so groß sind wie Spanien, dürfen künftig keine neuen Lizenzen für Öl- und Gasbohrungen vergeben werden. Dadurch soll das Risiko von Umweltverschmutzungen durch Ölbohrungen verringert werden. Denn durch das harsche ⁠ Klima ⁠ und die extremen Wetterbedingungen in der Arktis sind Rettungs- und Säuberungsaktionen beispielsweise nach einer Havarie besonders kompliziert und kostspielig. Auswirkungen des Klimawandels Die Nordpolregion leidet stärker unter dem ⁠ Klimawandel ⁠ als andere Teile der Welt und reagiert sehr sensibel auf Veränderungen. Die Eisbedeckung des Arktischen Ozeans schwindet und mit ihr auch der Lebensraum für zahlreiche Tiere. Doch nicht nur das Gesicht der Arktis verändert sich unaufhörlich – die Vorgänge im hohen Norden wirken auf die ganze Welt. Die abschmelzende Eiskappe Grönlands lässt den Meeresspiegel ansteigen, der tauende Permafrostboden entlässt Klimagase in die Luft, die ihrerseits wieder den Klimawandel begünstigen. Nicht zuletzt hat das Klima der Arktis gravierenden Einfluss auf Klima- und Wetterbedingungen der gesamten nördlichen Hemisphäre. Politische und wirtschaftliche Interessen Die Arktis steht auch für Deutschland mehr und mehr im Fokus politischer und wirtschaftlicher Interessen. Im Jahr 2013 verabschiedete die Bundesregierung Leitlinien zur deutschen Arktispolitik und bekennt sich darin zu einer umwelt- und naturverträglichen sowie nachhaltigen wirtschaftlichen Nutzung der Arktis. Das ⁠ UBA ⁠ stellt gemeinsam mit dem Bundesamt für Naturschutz den Erhalt der einzigartigen Lebensräume im arktischen Raum in den Fokus und entwickelt Anforderungen an eine Nutzung der Arktis mit hohen Umweltstandards sowie wissenschaftliche Grundlagen zur Bewertung der Auswirkungen menschlicher Tätigkeiten – wie Schifffahrt, Forschung, Wirtschaft, Fischerei oder Tourismus – auf die arktische Umwelt. Informationen zur Arktis auf UBA.de Für interessierte Bürgerinnen und Bürger informiert das UBA online zu den einzigartigen Ökosystemen der Nordpolregion, menschlichen Aktivitäten, rechtlichen Grundlagen. Hier geht es direkt zu unseren Arktisseiten .

Weltklimarat legt Bericht zum Klimawandel vor

Gemeinsame Presseerklärung von Bundesumweltministerium, Bundesforschungsministerium und Umweltbundesamt Altmaier ruft zu entschlossenem Handeln auf – Wanka: Klimaforschung bleibt Priorität Bundesumweltminister Peter Altmaier und Bundesforschungsministerin Johanna Wanka werten den neuesten Bericht des Weltklimarats als untrügliches Zeichen dafür, dass der Klimawandel voranschreitet. „Der IPCC zeigt der Weltgemeinschaft, dass ein ambitionierter Klimaschutz unumgänglich ist“, unterstrich Altmaier nach der Vorstellung des Berichts des Weltklimarats IPCC heute in Stockholm. „Forschung ist der Schlüssel zum Verständnis des Klimawandels. Der IPCC-Bericht ist der weltweit bedeutendste Sachstandsbericht zur Klimaforschung“, betonte auch Wanka. Der jetzt vorgestellte Bericht ist der erste Teil des fünften IPCC-Sachstandsberichts. An ihm wirkten hunderte von Wissenschaftlern mit, auch 40 Forscher aus Deutschland waren daran beteiligt. Der ⁠ IPCC ⁠ stellt im Auftrag der Vereinten Nationen in seinen Berichten den aktuellen wissenschaftlichen Sachstand der ⁠ Klimaänderung ⁠ fest. Die Ergebnisse  der internationalen Klimaforschung bestätigen unzweifelhaft, dass der ⁠ Klimawandel ⁠ voranschreitet. Im gesamten ⁠ Klimasystem ⁠ finden vielfältige Veränderungen statt: Nicht nur die Temperatur der unteren ⁠ Atmosphäre ⁠ steigt, auch die Ozeane werden wärmer, Gletscher tauen, Permafrostböden erwärmen sich, Eisschilde verlieren an Masse, der Meeresspiegel steigt weiter an. Mit großer Sicherheit wird auch bestätigt, dass von Menschen verursachte Treibhausgase für den größten Teil der beobachteten Klimaänderung verantwortlich sind. Um die globale Erwärmung zu begrenzen, müssen Treibhausgasemissionen erheblich gemindert werden. Bundesumweltminister Peter Altmaier forderte mehr Ehrgeiz beim ⁠ Klimaschutz ⁠: „Mit entschlossenem Handeln können wir eine Erwärmung um mehr als 2 Grad noch verhindern. Das ist eine wichtige Botschaft für die internationalen Klimaschutzverhandlungen.  Es gilt, bis 2015 ein neues ambitioniertes Abkommen auszuhandeln. Die EU muss hier die Führung übernehmen. Darum müssen wir dringend den Emissionshandel stärken, das EU-Klimaschutzziel anschärfen und für 2030 ein ambitioniertes Klimaschutzziel vereinbaren.“ Auch für die nationale Klimapolitik seien die IPCC-Ergebnisse von unmittelbarer Bedeutung. „Die Bundesregierung hat sich mit dem Energiekonzept ehrgeizige Klimaschutzziele gesetzt. Das Ziel, die Emissionen in Deutschland bis 2050 um 80 bis 95 Prozent gegenüber 1990 zu senken, ist auf Berechnungen des IPCC zurückzuführen. Mit der Energiewende haben wir den schrittweisen und langfristig angelegten Umbau unserer Energieversorgungssysteme begonnen. Der Klimaschutz ist – neben dem Atomausstieg – ein entscheidender Treiber für diesen Umbau.“ Die Bundesforschungsministerin Johanna Wanka sagte in Berlin: "Es wird deutlich, dass noch nicht alle Fragen zum Klimawandel abschließend beantwortet sind. Wir dürfen daher in unserem Engagement bei der Klimaforschung nicht nachlassen. Hier sehe ich weiterhin eine klare Priorität bei der Forschungsförderung." Seit dem letzten IPCC-Bericht hat das ⁠ BMBF ⁠ rund 490 Millionen Euro in die Klimaforschung investiert. Wanka betonte, dass der neue Bericht wichtige Anhaltspunkte liefert, wo noch Forschungslücken bestehen. "Wir werden den Bericht jetzt genau auswerten und prüfen, wo durch gezielte Forschungsförderung die Wissenschaft in die Lage versetzt werden kann, die noch fehlenden Antworten zu liefern." Jochen Flasbarth, Präsident des Umweltbundesamtes, verwies auf zentrale Aussagen des Berichts: „Die globale Mitteltemperatur der unteren Atmosphäre ist seit Ende des 19. Jahrhunderts bereits im Mittel um 0.85 Grad Celsius gestiegen. Jedes der drei vergangenen Jahrzehnte war wärmer als alle vorhergehenden seit 1850. Auch viele extreme Wetterereignisse zeigen Veränderungen, so sind Hitzewellen in einigen Regionen häufiger aufgetreten.“ Infolge der fortgesetzten Tauprozesse von Gletschern und Eisschilden und der Ausdehnung des erwärmten Ozeanwassers stieg der globale mittlere Meeresspiegel im Zeitraum von 1901 bis 2010 um etwa 19 Zentimeter. Dessen Anstieg hat sich in den letzten 20 Jahren sogar noch beschleunigt. Im letzten Jahrzehnt ist sechsmal so viel Grönlandeis geschmolzen wie in den 10 Jahren davor. „Die Aussagen des Weltklimaberichts sind gegenüber dem letzten Bericht von 2007 noch sicherer und fundierter geworden. Sie zeigen einen großen Handlungsbedarf auf.“ Prof. Dr. Peter Lemke vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar und Meeresforschung, ergänzte: „Aussagen über mögliche künftige Entwicklungen des Klimas sind auf der Grundlage von erweiterten und verbesserten Modellen belastbarer und sicherer geworden. Ein weiterer ungebremster Ausstoß von Treibhausgasen ließe an vielen Stellen des Klimasystems deutliche Veränderungen erwarten, wie sie seit hunderten bis tausenden von Jahren nicht aufgetreten sind.“ Dazu zählen Niederschläge, Eis und Schnee, einigen Extremwetterereignisse, Meeresspiegelanstieg und ⁠ Versauerung ⁠ der Ozeane. Alle Regionen der Erde wären betroffen. Viele der Änderungen im Klimasystem blieben für Jahrhunderte bestehen, auch wenn keine Treibhausgase mehr freigesetzt würden. Der Bericht stellt fest, dass der globale Temperaturanstieg in der bodennahen Luft in den vergangenen 15 Jahren langsamer war, als in den Jahrzehnten davor. Daraus kann man aber nicht auf eine Abschwächung des globalen Klimawandels schließen. Denn es handelt sich dabei nur um kurzfristige Veränderungen, die vor allem auf natürliche Schwankungen zurückgehen und den langfristigen Erwärmungstrend überlagern. Darüber hinaus belegen das Schmelzen der Gletscher, die Erwärmung der Ozeane, das Schmelzen des arktischen Meereises und viele andere Größen die weitere Erwärmung des Klimas. Der Bericht ist der erste von 3 Teilbänden des 5. IPCC-Sachstandsberichtes. Der zweite Band beschäftigt sich mit den Folgen des Klimawandels und Fragen der Anpassung, der dritte mit den Handlungsoptionen zur Vermeidung weiterer Treibhausgasemissionen. Ihre Veröffentlichung ist für Ende März und Mitte April 2014 geplant.

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