Zielsetzung: Mit verbesserter Technik der Frühdiagnose soll der vorausgesagte Anstieg der Asbest-Krebserkrankungen bis 2025 aufgefangen werden. Aktivitäten/Methoden: Untersuchung eines spezifischen Kollektivs mit reiner Krokydolith-Exposition über vier Jahre; arbeitsmedizinische Untersuchung nach BG-Grundsatz 1.2; HRCT, Analyse von Morphologie und Kinetik asbeststaubassoziierter Plaquesbildungen.
Über den monokausalen Zusammenhang zwischen einer Radonexposition und dem Lungenkrebs bzw. zwischen einer Exposition gegenüber silikogenen Stäuben und Lungenkrebs gibt es schon eine Reihe an wissenschaftlichen Erkenntnissen. Über die Wechselwirkungen verschiedener beruflicher Noxen gibt es, wie auch in diesem Falle, bisher jedoch nur sehr spärliche bzw. gar keine Informationen. In den Berufskrankheitenverfahren ist, dem in der BK-Verordnung implizit angenommenen monokausalen Zusammenhang zwischen beruflicher Exposition und Berufskrankheit Rechnung tragend, auch nur die Entschädigung des Versicherten nach einer BK-Ziffer möglich. Nach dem BSG-Urteil vom 12.06.1990 (2 RU 14/90) wird jedoch in Zukunft eine BK-Entschädigung auch dann möglich sein, wenn jeweils die einzelne Noxe für sich allein zwar noch keine versicherungsrechtlich ausreichende Kausalität für die Entstehung der Erkrankung anbringt, wohl aber im gemeinsamen Zusammenwirken. Für die praktische Umrechnung dieses Urteils bedarf es somit noch einer Reihe von wissenschaftlichen Untersuchungen. Im Rahmen einer Fall-Kontroll-Studie mit detaillierten Angaben zur Arbeits- und Raucheranamnese der Probanden wird gegenwärtig im GSF-Institut für Epidemiologie das Lungenkrebsrisiko durch Radon-Folgeprodukte (RnFP) abgeschätzt. Unter Hinzunahme der Informationen, die sich aus den Silikose-Akten und vor allem aus den im GDAW archivierten Röntgenbildern gewinnen lassen, kann der Forschungsansatz auch auf Wechselwirkungen zwischen RnFP einerseits und Quarzstaub sowie Asbest andererseits erweitert werden. Das kanzerogene Risikopotential von Quarzstaub wird gegenwärtig auch international sehr heiß diskutiert. Ziel des Projektes ist es, das Lungenkrebsrisiko durch ein kombinierte Wirkung von RnFP Quarzstaub und Asbest quantitativ zu beschreiben. Die umfassenden probandenbezogenen Daten, die sowohl aus persönlichen Angaben des Probenden als auch aus den Unterlagen des GDAW stammen, bieten möglicherweise darüber hinaus die Chance, zwischen einem multiplikativen und einem additiven Modellansatz zu differenzieren.
Das Mesotheliom galt lange Zeit als typischer, durch Asbestfaserstaub verursachter Berufskrebs. Tierexperimentelle Erkenntnisse legen es jedoch nahe, das Spektrum der Risikofaktoren auf weitere natuerliche und kuenstliche biobestaendige Mineralfasern zu erweitern. Geprueft wurde anhand von Angaben zur Berufsvorgeschichte und von Ergebnissen der Lungenstaubfaseranalyse, ob ein gehaeuftes Auftreten derartiger Nicht-Asbestfasern bei Mesotheliom-Patienten nachgewiesen werden kann. 324 Mesotheliom-Patienten aus sieben Kliniken wurden mit 315 Kontroll-Patienten aus diesen Kliniken und weiteren 182 Kontrollpersonen aus der Bevoelkerung verglichen. Die Diagnose der Mesotheliomerkrankung wurde durch eine Arbeitsgruppe erfahrener Pathologen abgesichert. Klinischer Verlauf der Mesotheliomerkrankung wurde weiterhin beobachtet. Berufliche und ausserberufliche Risikofaktoren wurden durch speziell geschulte Interviewer mit einem standardisierten Fragebogeninstrument erhoben. Bei einem Teil der operierten Patienten konnten auch die elektronenmikroskopischen Analysen der Fasern im Lungengewebe vorgenommen werden. Die Einwirkung von Asbestfasern bestaetigt sich erwartungsgemaess sowohl aus den Interviews als auch aus der Lungenstaubfaseranalytik als der ueberragende Risikofaktor. Der Schaetzwert fuer das Mesotheliomrisiko (Odds Ratio) unterscheidet sich zwischen den Personengruppen mit der staerksten und der schwaechsten Asbestfaserstaub-Einwirkung am Arbeitsplatz mit beiden Methoden etwa um den Faktor 100. Ausserdem Hinweise auf eine krebserzeugende Wirkung anderer Mineralfasern. Bei der differentialaetiologischen Bewertung bestehen jedoch erhebliche Schwierigkeiten. Insbesondere die am meisten verwendeten kuenstlichen Mineralfasern sind naemlich meist bei denjenigen Patienten anzutreffen, die auch Asbest eingeatmet haben. Signifikante Wirkungsbeitraege der Auswertungen der Interviews in den Personengruppen mit der hoechsten Dosis eingeatmeter Fasern und den hoechsten Inzidenzschaetzern bleiben auch bei Asbestadjustierung erhalten. Die Studie liefert somit den ersten Hinweis auf einen eigenen Beitrag kuenstlicher Mineralfasern zum Mesotheliomrisiko. Bereits fuer Amphibolfaserkonzentrationen zwischen 100 000 und 200 000 Fasern je Gramm getrockneten Lungengewebes ergibt sich ein signifikant erhoehtes Mesotheliomrisiko fuer den Menschen. Dies trifft zu, obwohl es sich bei den Kontrollpatienten zu einem erheblichen Anteil um Lungenkrebspatienten handelt, so dass wegen der gesicherten lungenkarzinogenen Wirkung des Amphibolasbestes mit einem zu niedrigen Schaetzwert fuer das Mesotheliomrisiko gerechnet werden muss. Insgesamt liefern die Ergebnisse einen bedeutsamen Beitrag zur aktuellen Diskussion um Art und Ausmass praeventiver Massnahmen im Arbeits- und Umweltschutz bei der Verwendung von biobestaendigen mineralischen Nicht-Asbestfasern kritischer Abmessungen. Der zweifelsfreie Nachweis einer krebserzeugenden Wirksamkeit fuer eine, Nicht-Asbestfaserart gelingt jedoc
Wissenschaftliche Untersuchungen des Umweltbundesamtes belegen die Gefährlichkeit von faserigem Asbeststaub auch im Umweltbereich. Trotz anfänglichen Widerstands beendet daraufhin die Industrie die Produktion und den Einsatz von Spritzasbest. Seit 1979 ist Spritzasbest in Deutschland verboten.
Die Auswirkungen wiederholter Exposition mit verschiedenen statischen Magnetfeldern des MRT (Magnetresonanztomographie) auf die Endpunkte Fortpflanzung und Embryonalentwicklung sollen im Tiermodell untersucht werden.
Anlass/Ziel: Asbest gilt als die primäre Ursache für die Entstehung von malignen Mesotheliomen des Lungenfells, des Bauchfells und des Herzbeutels, die entsprechend nach BK 4105 als Berufskrankheiten anerkannt werden. Des Weiteren kann Asbest auch Lungenkrebs und Kehlkopfkrebs verursachen (BK 4104). In Deutschland, Frankreich, England und anderen Industrienationen ist immer noch infolge der langen Latenzzeiten ein Anstieg der Mesotheliomerkrankungen zu ver zeichnen, obwohl aufgrund der gesetzlichen Regelungen inzwischen die Asbestproduktion und -anwendung eingestellt worden ist. Ziel dieser Studie ist die Prüfung von Mesothelin und weiteren molekularen Markern als potenzielle Tumormarker zur Früherkennung von Mesotheliomen in einem Risikokollektiv ehemals Asbestexponierter der Zentralstelle asbeststaubgefährdeter Arbeitnehmer (ZAs). Das Früherkennungs-Projekt ist zunächst als Pilotstudie geplant. Hierbei handelt es sich um die Fortführung einer Längsschnitt-Studie, die auf Proben von 627 ehemals asbestexponierten Personen zurückgreift, die vor über 10 Jahren im Rahmen der so genannten HRCT-Studie asserviert worden waren. Kooperationspartner des Projektes sind, neben dem BGFA und der Firma FDI (Fujirebio Diagnostics, Inc.; Malvern, PA, USA), das Institut für Arbeitsmedizin der RWTH Aachen, das Deutsche Mesotheliomregister in Bochum und das Institut für Klinische Chemie an den BG Kliniken Bergmannsheil in Bochum. Die Pilotstudie dient als Vorbereitung für eine größere prospektive Studie. Eine derartige Studie würde einen wertvollen Beitrag zur Sekundärprävention von Mesotheliomen liefern und durch die Möglichkeit einer frühen Intervention langfristig auch die Chancen neuer Therapieansätze erhöhen. Mesothelin ist möglicherweise auch ein geeigneter Angriffspunkt für eine Immunotherapie. Methode: Bestimmung von Mesothelin und weiteren Tumormarkern, Ermittlung von Vitalstatus bzw. Todesursache der ehemaligen Studienteilnehmer. Überprüfung und Ergänzung von Mesotheliomdiagnosen über das Deutsche Mesotheliomregister, Bestimmung der statistischen Kenngrößen für die Tumormarker in Hinblick auf die Früherkennung von Krebs.
Untersuchung von Mortalitaet und Gewichtsveraenderung gehaelterter Miesmuscheln in Abhaengigkeit von im Wasser suspendierten Asbestfasern.
Die Ziele des Forschungsvorhabens sind Antworten aus experimentellen Studien zu folgenden Fragen: - Verlaeuft die Pathogenese in der Rattenlunge durch Stoffe, deren krebserzeugende Wirkung fuer Ratte und Mensch erwiesen ist, z.B. durch Quarz und Asbest, aehnlich oder wesentlich anders als nach Gabe anderer schwerloeslicher Feinstaeube? - Kann eine chronische granulozytaere Entzuendung in der Rattenlunge auch durch die kanzerogene, leicht loesliche Partikel oder durch Gase oder Fluessigkeiten erzeugt werden und ohne eine andauernde Entwicklung schwerloeslicher Partikel zur Tumorbildung fuehren? - Hierzu sollten histologische, histochemische und immunbiologische Untersuchungen an Ratten geplant werden, deren Ergebnisse ableiten sollen, ob die Extrapolation der Staubkanzerogenitaet von der Ratte auf den Menschen gerechtfertigt ist.
Der Asbestverbrauch fuer extrem beanspruchte Strassendecken in der Bundesrepublik Deutschland betraegt seit seinem erstmaligen Einsatz Anfang der 70iger Jahre etwa 1000 t/a, was einer Spurlaenge von 300 km/a entspricht. Eine Abschaetzung der Asbestemission im Strassenbelagabrieb ergab pro 300 km etwa 28 t, so dass heute nach dem Bau von inzwischen ueber 2000 km asbesthaltiger Strassendecken mit einer Emission von fast 200 t/a zu rechnen ist. Ueber die Relevanz der hier emittierten Asbeststaeube liegen bisher keine Untersuchungen vor. In diesem Vorhaben sollen Informationen ueber die Menge und die Art von Asbestfeinstaubemissionen bei Verschleiss von Strassenbelaegen durch experimentelle Untersuchungen in der natuerlichen Umgebung erarbeitet werden.
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 33 |
| Wissenschaft | 12 |
| Type | Count |
|---|---|
| Ereignis | 1 |
| Förderprogramm | 32 |
| License | Count |
|---|---|
| Offen | 33 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 31 |
| Englisch | 3 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Datei | 1 |
| Keine | 31 |
| Webseite | 1 |
| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 33 |
| Lebewesen und Lebensräume | 33 |
| Luft | 33 |
| Mensch und Umwelt | 33 |
| Wasser | 33 |
| Weitere | 33 |