Regionale Emissionsstrukturen einschließlich des durch die regionale Klimaänderung bedingten geänderten Kohlenstoffhaushalts der Ökosysteme lassen sich aus CO2-Emissionskatastern nicht ableiten. Sie sind aber wesentlich für das Verständnis des CO2-Haushalts. Wegen der Langlebigkeit des CO2 lassen sich regional bedingte, schwache Änderungen der Emissionen auch nicht unmittelbar aus Variationen der atmosphärischen Messreihen bestimmen. Tatsächlich ist aber davon auszugehen, dass die atmosphärische CO2-Konzentration in Deutschland und Mitteleuropa aufgrund der hier abnehmenden Emissionen im Vergleich zum weltweiten Trend langsamer zunimmt. Für derartige Untersuchungen ist eine detaillierte Analyse hochaufgelöster und besonders genau erfasster Daten erforderlich. Unter Verwendung der CO2-Messreihen ausgewählter Messstandorte, die Daten mit einer besonders hohen Messgenauigkeit erheben (Schauinsland und Zugspitze), soll auf Basis von Modellrechnungen der tägliche CO2-Beitrag regionaler Herkunft aus dem Footprint der Messstationen quantifiziert werden. Aus der Differenz des Footprints und den Mess- und Modellwerten des betreffenden Tages kann auf den großräumigen nordhemisphärischen Hintergrund geschlossen werden. Diese tägliche Quantifizierung basiert auf Messungen und synchronen Modellrechnungen, die kontinuierlich im Zweistundentakt durchgeführt werden. Basierend darauf soll dann eine monatliche Quantifizierung des deutschen und mitteleuropäischen Beitrags erfolgen. Durch Abgleich mit den Inventardaten soll ein Rückschluss auf die biogenen Emissionen erfolgen. Auf Basis der fortlaufend durchgeführten monatlichen Beurteilung ist auch eine Analyse des Jahresmittelwerts möglich. Ziel dieser Untersuchung ist eine fortlaufende Aufschlüsselung des CO2-Anstiegs in einen Anteil, der sich regional auf Deutschland und Mitteleuropa bezieht, im Vergleich zur großräumig hemisphärischen Zunahme der CO2-Konzentrationen in der Atmosphäre.