BfS-Leitfaden zur Untersuchung und radiologischen Bewertung bergbaulicher Altlasten Entscheidungshilfen zur Modellierung des Luft- und Wasserpfades bei der Altlastensanierung Für die Expositionspfade über Luft und Wasser soll der "Leitfaden zur Untersuchung und radiologischen Bewertung bergbaulicher Altlasten" helfen, Entscheidungen über die Sanierung bergbaulicher Hinterlassenschaften künftig nach einheitlichen, wissenschaftlich begründeten, ökonomisch angemessenen und transparenten Regeln zu treffen. Handlungsanleitungen und Entscheidungshilfen zur Modellierung der flüssigen oder gasförmigen Freisetzungen aus bergbaulichen Objekten ermöglichen ein gestuftes Vorgehen. Das Bundesamt für Strahlenschutz ( BfS ) entwickelte den "Leitfaden zur Untersuchung und radiologischen Bewertung bergbaulicher Altlasten" mit dem Ziel, die Entscheidung über die Sanierung bergbaulicher Hinterlassenschaften künftig nach einheitlichen, wissenschaftlich begründeten, ökonomisch angemessenen und transparenten Regeln zu treffen. Sofern die Modellierung der Freisetzung und Ausbreitung von Radionukliden für die Dosisermittlung gemäß Berechnungsgrundlagen Bergbau erforderlich ist, soll diese durch ein gestuftes Herangehen und die Anwendung von speziellen expositionspfadbezogenen Ausschlusskriterien optimiert werden. Leitfadenelemente Dazu wurden für den Expositionspfad Luft und den Expositionspfad Wasser konkrete Handlungsanleitungen entwickelt (Leitfadenelemente). Die fachlichen Grundlagen und ausführliche Erläuterungen zu den Handlungsanleitungen sind in Fachbeiträgen enthalten. Für den Expositionspfad Luft entsprechen die Modellgrundlagen zur atmosphärischen Ausbreitung von Radionukliden nicht mehr dem Stand der Wissenschaft. Für detaillierte Ausbreitungsrechnungen der aus bergbaulichen Hinterlassenschaften freigesetzten Radionuklide in die Atmosphäre wird daher auf das im Auftrag des Bundesumweltministeriums und des BfS entwickelte Atmosphärische Radionuklid-Transport-Modell (ARTM) verwiesen. Arbeitshilfe radioaktive Altlasten Im Februar 2023 wurde mit der Arbeitshilfe radioaktive Altlasten eine Empfehlung von Bundesumweltministerium, BfS und den zuständigen Landesbehörden veröffentlicht. Sie dient als Hilfestellung, um einen bestehenden Altlastenverdacht durch Kontamination mit Radionukliden zu prüfen und zu bewerten. In der Arbeitshilfe werden die Grundsätze und Vorgaben für die Sanierungsplanung sowie das Verhältnis zu anderen rechtlichen Vorschriften dargestellt. Nutzer-Erfahrungen willkommen Das BfS ist an Ihren Erfahrungen bei der Nutzung des Leitfadens und Vorschlägen zu seiner Verbesserung interessiert. Ihre Anregungen, die wir auswerten und gegebenenfalls bei einer Überarbeitung des Leitfadens berücksichtigen werden, senden Sie bitte per E-Mail an bhoffmann@bfs.de . Stand: 09.10.2024
Die Luftqualität in Berlin hat sich im Jahr 2022 weiter verbessert. Wie die ersten Auswertungen der vorläufigen Daten automatischer Messstationen und zusätzlicher kleiner Passivsammler zur Messung von Stickstoffdioxid (NO 2 ) an Hauptstraßen in der Stadt ergaben, hat sich der Trend abnehmender Belastungen durch NO 2 und gesundheitsschädliche Partikel („Feinstaub“) weiter fortgesetzt oder auf niedrigem Niveau stabilisiert. Der Luftqualitätsgrenzwert für NO 2 konnte das dritte Jahr in Folge berlinweit vollständig eingehalten werden. Für Partikel PM10 gelingt dies schon seit 2016. Damit zählt 2022 zu den Jahren mit der geringsten Luftbelastung seit Beginn der Messungen in den 1980er respektive 1990er Jahren. Während der Grenzwert für das Jahresmittel von NO 2 von 40 µg/m³ (40 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter Außenluft) im Jahr 2019 noch an zahlreichen Straßen mit Werten bis zu 48 µg/m³ überschritten wurde, lag die höchste NO 2 -Belastung 2022 bei nur rund 37 µg/m³ (vorläufige Auswertung). Auch wenn es an einzelnen Stationen zu einem leichten Anstieg von NO 2 um bis zu 2 µg/m³ kam, sank die Belastung im Mittel über alle mehr als 40 verkehrsnahen Stationen um 2 bis 3 µg/m³ gegenüber dem Jahr 2021. Dies ist gerade deswegen bemerkenswert, weil es im Jahr 2022 nach den pandemiebedingten Rückgängen eine gewisse Zunahme der Verkehrsmengen gab. Die meisten Stickoxide stammen nach wie vor aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe, ob im Straßenverkehr, bei der Hausheizung, in Kraftwerken oder Industrieanlagen. Grund für den Rückgang der NO 2 -Belastung sind Maßnahmen des Luftreinhalteplans, etwa Fahrverbote für ältere Dieselverbrenner oder T-30-Strecken, der Umstieg auf Elektrobusse und die Modernisierung von Dieselbussen bei der BVG, die Zunahme von Elektrofahrzeugen im Landesfahrzeugpool, die Einrichtung zusätzlicher Tempo-30-Zonen und die Anlage weiterer Radfahrstreifen. Aber auch die allgemeine Modernisierung der Fahrzeugflotte privater Pkw leistet einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung des Schadstoffausstoßes. Der Anteil von Diesel-Pkw, bei denen die Abgasreinigung auch im städtischen Verkehr wirklich funktioniert, hat in den letzten Jahren stark zugenommen. In Berlin sind daher im Herbst 2022 alle streckenbezogenen Dieselfahrverbote für Diesel bis einschließlich Euro 5 aufgehoben worden. Aufgrund eines Urteils des Verwaltungsgerichts Berlin von Oktober 2018 und dem anschließenden Luftreinhalteplan waren Ende 2019 für acht Straßen Dieseldurchfahrtverbote eingeführt worden. Ziel dieser Notmaßnahme war eine schnelle Verbesserung der Luft in besonders hoch belasteten Straßenabschnitten, wenn dort eine Einhaltung von Grenzwerten anders nicht schnell zu erreichen war – der Bedarf war daher regelmäßig zu prüfen: Die erste Überprüfung der Durchfahrtverbote erlaubte im Juni 2021 die Aufhebung auf vier der acht Strecken. Aufgrund des im Sommer 2022 erkennbaren Trends einer weiter sinkenden NO 2 -Belastung konnten im September auch die weiteren vier Dieselfahrverbote (Leipziger Straße, Hermannstraße, Silbersteinstraße, Alt-Moabit) aufgehoben werden. Aufgrund der guten Entwicklung insgesamt kann der Grenzwert für NO 2 an all diesen Straßen auch ohne Fahrverbote sicher eingehalten werden. Die Luftqualität wird in Berlin für drei unterschiedliche Gebietsbetroffenheiten („Belastungsregimes“) beurteilt: verkehrsnah an Hauptverkehrsstraßen, im städtischen Hintergrund in Wohngebieten mit wenig Verkehr sowie am Stadtrand ohne direkten Verkehrseinfluss. Für diese drei Betroffenheiten sind im Folgenden die Auswertungen der noch vorläufigen Messdaten 2022 zusammengestellt: Vorläufige Jahresmittelwerte für Stickstoffdioxid (Grenzwert: 40 µg/m³): Die höchsten Jahresmittelwerte wurden am Mehringdamm und Spandauer Damm mit je 37 µg/m³ gemessen. Vorläufige Jahresmittelwerte für Partikel PM10 (Grenzwert: 40 µg/m³): Der höchste Jahresmittelwert wurde mit 24 µg/m³ an der Silbersteinstraße gemessen. Hier trugen 2022 umfangreiche Hochbauarbeiten an Gebäuden nahe der Messstation zur Partikelbelastung bei. Der Tagesgrenzwert für PM10 von 50 µg/m³ als Tagesmittelwert wurde 2022 an verkehrsnahen Messstationen nur an drei bis elf Tagen überschritten, zulässig laut EU-Regeln sind 35 Tage. Der höchste Tagesmittelwert von 100 µg/m³ trat an der Silbersteinstraße aufgrund von Bauarbeiten auf. In Wohngebieten im städtischen Hintergrund wurden ein bis drei Überschreitungstage gezählt. Am Stadtrand lagen alle Tagesmittelwerte unter 50 µg/m³. Vorläufige Jahresmittelwerte für Kleinstpartikel PM2,5 (Grenzwert: 25 µg/m³): Die Belastung durch die feinen Partikel PM2,5 ist im Jahresmittel gleichmäßig über Berlin verteilt. Diese Partikel werden in der Atmosphäre über weite Strecken transportiert und breiten sich großräumig aus. Partikel PM2,5 stammen auch aus der Verbrennung von Holz in Kaminöfen. Diese Quelle trägt stadtweit, gerade in Außenbezirken, zur PM2,5-Belastung bei. Vorläufige Bewertung für Ozon: Für das Reizgas Ozon war die Belastung deutlich höher als 2021. Die geltenden Zielwerte wurden geringfügig überschritten. Ozon wird während des atmosphärischen Transports aus Stickoxiden und Kohlenwasserstoffen unter Einfluss von Sonneneinstrahlung gebildet – in der Regel steigt die Konzentration mit wachsendem Abstand zu den Quellen an und ist am Stadtrand häufig höher. Aufgrund des sehr sonnigen und heißen Wetters 2022 wurden daher in Friedrichshagen am Müggelsee an 27 Tagen Acht-Stunden-Mittelwerte über 120 µg/m³ gemessen – der Zielwert sieht maximal 25 Überschreitungen vor. Zudem wurde an vier Stationen (Marienfelde, Grunewald, Wedding und Neukölln) je einmal die Informationsschwelle von 180 µg/m³ als Stundenmittelwert überschritten. Dann erfolgt eine standardisierte Mitteilung an Medien, um die Bevölkerung über Verhaltungsempfehlungen zu informieren, siehe hier: Empfehlungen bei hohen Ozon-Konzentrationen Für Maßnahmen zur Reduzierung der Ozonbelastung ist die Bundesebene zuständig. Alle Daten des Berliner Luftgütemessnetzes sind abrufbar unter: Berliner Luftgütemessnetz per App: Berlin Luft – Die App des Berliner Luftgütemessnetzes Alle Daten für 2022 sind noch vorläufig.
Die aktuellste umfängliche Darstellung des Endlagerprojekts Cigéo, welche auch mögliche erhebliche grenzüberschreitende Umweltauswirkungen in Deutschland betrachtet und bewertet und die dem BASE zugänglich ist, ist die auch in Ihrem Erlass angesprochene Publikation des Öko-Instituts e.V. aus dem Jahr 2013 mit dem Titel „Wissenschaftliche Beratung und Bewertung grenzüberschreitender Aspekte des französischen Endlagervorhabens "Cigéo" in den Nachbarländern Rheinland-Pfalz, Saarland und Großherzogtum Luxemburg“. Da nach meiner Kenntnis seitdem keine aktuellere, vollumfängliche Bewertung des geplanten Verfahrens außerhalb der Andra veröffentlicht wurde, stütze ich mich bei der Bewertung möglicher erheblicher grenzüberschreitender Umweltauswirkungen in Deutschland vor allem auf diese Studie. Nach kursorischer Prüfung des Gutachtens auf Plausibilität und der daraus abgeleiteten Schlussfolgerungen sind keine erheblichen Umweltauswirkungen im Sinne der Espoo- Konvention zu erwarten. Jedoch basiert diese Einschätzung teilweise auf nicht vollständig nachvollziehbaren Grundannahmen bzw. auf Annahmen, welche aus dem Untertagelabor Meuse/Haute Marne in Bure abgeleitet wurden und somit nicht unbedingt spezifisch für das geplante Endlager Cigéo sind. Für eine abschließende Beurteilung ist somit die Prüfung der Antragsunterlagen abzuwarten. Folgende Aspekte zum Gutachten des Öko-Instituts und zu den darin getroffenen Bewertungen sind bei der kursorischen Durchsicht aufgefallen und deshalb bei dieser Einschätzung zu beachten. Dabei handelt es sich um Aspekte, welche auch bei einer zukünftigen Prüfung der Antragsunterlagen mit einbezogen werden sollten: 1. Betriebssicherheit und Störfälle in der Betriebsphase: Allgemein: Grundsätzlich erscheinen sowohl die gewählte Vorgehensweise als auch die Schlussfolgerung, dass die abgeschätzte Dosis so gering sei, dass in den Nachbarländern nur von einer vernachlässigbaren Dosis durch die normalbetrieblichen Ableitungen radioaktiver Stoffe durch die Fortluft vom Endlager Cigéo ausgegangen werden könne, plausibel. Die Tatsache, dass nur Freisetzungen in die Umgebungsluft betrachtet werden, stützt sich laut dem Gutachten des Öko-Instituts auf die Aussage der Andra, dass „keine radioaktiven Abwässer in einen dortigen Vorfluter abgegeben werden“. Übliche Kriterien zur Abschätzung möglicher Strahlenexpositionen wie nuklidspezifische Aktivitätswerte, die Freisetzungshöhe über Grund sowie die standortspezifischen meteorologischen und ggf. auch orographischen Verhältnisse konnten nicht herangezogen werden, da entsprechende Angaben von der Andra fehlten. Auch die Vorgehensweise zu den abschätzenden Ausbreitungsrechnungen erscheint grob nachvollziehbar. Das Öko-Institut konnte bei seinen Berechnungen nicht von einem nuklidspezifischen Quellterm ausgehen. Hier kann nicht beurteilt werden, inwiefern es Auswirkungen auf die grundsätzliche Aussage der geringen Gefährdung hätte, wenn den Ausbreitungsrechnungen ein nuklidspezifischer Quellterm zugrunde gelegt würde. Postadresse: Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung, 11513 Berlin Besucher-, Zustell- und Lieferadresse: Wegelystraße 8, 10623 Berlin Dienstsitz Salzgitter: Willy-Brandt-Straße 5, 38226 Salzgitter Seite 2 von 5 Gemäß dem Gutachten des Öko-Instituts lagen seitens der Andra keine Angaben dazu vor, welche Störfälle der Auslegung des Endlagers Cigéo zugrunde gelegt werden sollen. Einzelaspekte: Aktualität des Regelwerks: Das Öko-Institut (2013) bezieht sich auf die 2013 gültige AVV zu § 47 der Strahlenschutzverordnung (Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit 28.08.2012). Beide Regelwerke (AVV und Strahlenschutzverordnung) wurden zwischenzeitlich aktualisiert. Es stellt sich die Frage, ob eine Berücksichtigung aktueller Regelwerke zu einer anderen Bewertung führen könnte. Die aktuelle Strahlenschutzverordnung (Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit 29.11.2018) schreibt zum Beispiel für die Berechnung der Exposition der Bevölkerung in der Nähe kerntechnischer Anlagen und Einrichtungen die Verwendung eines Lagrange-Partikelmodells vor. Damit ersetzt dieses Modell das bisher eingesetzte Gauß-Fahnenmodell, das ab 2020 für diesen Zweck nicht mehr verwendet werden darf. Ausbreitungsrechnungen: In Öko-Institut (2013) lassen sich nur grobe Angaben zur verwendeten Methode der Ausbreitungsrechnungen finden. Es fehlen z.B. Informationen darüber, welches Programm für die Berechnung des atmosphärischen Transportes verwendet wurde. Informationen zur Durchführung der Transportrechnungen und zu den Eingabedaten für das Gauß-Fahnen Modell, wären zur Nachvollziehbarkeit der Rechnungen hilfreich. Zudem fehlen Literaturzitate zu entsprechenden Annahmen in den Berechnungen, welche diese Annahmen begründen oder untermauern könnten. So wird angenommen, dass auf dem gesamten Weg des atmosphärischen Transports eine mittlere Luftturbulenz vorliegt (Diffusionskategorie D). Die Begründung, warum diese Diffusionskategorie eine konservative Wahl ist, ist nicht plausibel erklärt. Die Wahl der Diffusionskategorie D sollte besser begründet werden. Weiterhin wird angenommen, dass die Freisetzung am Endlager über einen Fortluftkamin erfolgt. Dessen (bislang nicht festgelegte) Höhe wird im Gutachten variiert. Die ausgewählten Freisetzungshöhen von 50 m, 75 m und 100 m sind nicht nachvollziehbar. In der AVV (Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit 28.08.2012) sind die Parameter p und q für die Stabilitätsklassen (Diffusionskategorien) A – F bei 50 m, 100 m und 180 m festgelegt. Es sollte besser begründet werden, warum eine weitere Freisetzungshöhe von 75 m ausgewählt wurde und warum eine Höhe von 100 m als ausreichend gilt. Störfallbetrachtung: Bei der Störfallbetrachtung fehlen Informationen darüber, welcher Störfall postuliert wird (z. B. Brand). Es wird zwar erwähnt, das die größten Freisetzungen bei einem Störfall mit gleichzeitigen mechanischen und thermischen Einwirkungen zu erwarten sind, aber es wird nicht nachvollziehbar dargelegt, um welchen Störfall es sich explizit handelt und ob er überirdisch oder unterirdisch stattfindet. Deswegen ist es schwierig zu beurteilen, ob die verwendete Aktivität plausibel ist. Es wird vermutet, dass die gleichen Annahmen wie in Kap. 4 verwendet wurden, dies wird aber im Kap. 5 nur beiläufig erwähnt. Zudem wurden in Kap. 4 für die Transport- bzw. Dosisberechnungen drei meteorologische Szenarien angewendet. Für diese Szenarien wurden Dosen für Inhalation und Gamma-Bodenstrahlung unterschieden, in Kap. 5 wird für das jeweilige Szenario nur eine Gesamtdosis ausgewiesen. Diese Diskrepanz bzw. die unterschiedliche Vorgehensweise zwischen Postadresse: Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung, 11513 Berlin Besucher-, Zustell- und Lieferadresse: Wegelystraße 8, 10623 Berlin Dienstsitz Salzgitter: Willy-Brandt-Straße 5, 38226 Salzgitter Seite 3 von 5
Beim Wolfsmonitoring werden in Niedersachsen folgende Themen behandelt: Wolfsnachweise, Wolfsterritorien, Nutztierschäden, Totfunde (von Wölfen), Verbreitung / Verbreitungsgebiet. Wolfsmeldungen können über einen Meldeboten getätigt werden. Eine fachliche Beratung zum Thema Wolf ergänzt das Angebot, welches in das niedersächsische Wildtiermanagement eingebunden ist. Über das Portal Wolfsmonitoring.com der Landesjägerschaft Niedersachsen e. V.) können jedoch nicht nur Informationen zum Wolf, sondern auch zu den durch ihn verursachten Nutztierrissen eingesehen werden. Auch wird hier die Entwicklung der Population und ihrer Ausbreitung abgebildet. Zuständig für alle Belange des Wolfes in Niedersachsen ist das Wolfsbüro, welches beim Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) am Standort Hannover angesiedelt ist.
Nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima im März 2011 führte die Strahlenschutzkommission (SSK) im Auftrag des BMU mehrere Projekte im Umfeld der mit der friedlichen Nutzung der Kernenergie in Deutschland verbundenen Risiken durch. Die Aufgabenstellung für die Arbeitsgruppe A510 („Erfahrungsrückfluss Fukushima“) bezog sich auf die nukleare Notfallvorsorge und Gefahrenabwehr. Zur Bearbeitung dieses Themas wurden sieben Teilbereiche und 42 Arbeitspakete eingerichtet. Der hier vorgelegte Abschlussbericht zum Arbeitspaket AP5500 befasst sich mit dem Themenkomplex Ausbreitungsmodelle, deren Ergebnisse eine wesentliche Grundlage bei der Ermittlung der radiologischen Lage im Ereignisfall bilden. Untersucht werden die Modelle, die aktuell im Rahmen des Notfallschutzes in Deutschland und in der Schweiz operationell eingesetzt werden (ABR, ADPIC, ARTM, LASAIR, LPDM, RODOS, SAFER). Die in diesem Bericht dokumentierten Ergebnisse bilden die Grundlage für das Thema Ausbreitungsrechnung in der SSK-Empfehlung zur „Weiterentwicklung des Notfallschutzes durch Umsetzen der Erfahrungen aus Fukushima“.
In dem Vorhaben wurden experimentelle zeitauflösende Untersuchungen zur Radonfreisetzung sowie zeit- und ortsauflösende Untersuchungen der atmosphärischen Ausbreitung im Nahbereich von Halden durchgeführt. Dabei wurden singuläre Radonfreisetzungen und die Ausbreitungsbedingungen in Abhängigkeit von den topographischen und meteorologischen Verhältnissen adäquat erfasst. Eigene Untersuchungen lagen dabei insbesondere aus dem Raum Johanngeorgenstadt vor. An einer Tafelhalde und einer Halde in Hanglage wurde exemplarisch untersucht, inwieweit morphologische Unterschiede eine Rolle bei der Radonfreisetzung aus den Haldenkörpern spielen. Zudem wurden die Faktoren Abdeckung und natürliche Bodenbildung und Zusammensetzung des Haldenmaterials betrachtet. Als Untersuchungsgegenstände wurden die Halde an der Haberlandmühle sowie die Schurfschachthalde 19 verwendet. Mit den durchgeführten Untersuchungen wurde bestätigt, dass die Haldenmorphologie der Schurfschachthalde 19, Oberjugel, einen deutlichen Einfluss auf die Konzentration von Radon in der Bodenluft und in der atmosphärischen Luft über der Halde hat. Die an fünf verschiedenen Halden des Johanngeorgenstädter Raumes durchgeführten Untersuchungen zeigten, dass die Konvektionsprozesse in den Halden stark differieren. Neben klimatischen Einflussfaktoren wurden die Haldengröße und auch strukturelle Inhomogenitäten im Haldenkörper als Ursache erkannt. Eine wesentliche Zielstellung des Forschungsauftrages bestand darin, eine Methodik zu entwickeln, die es erlaubt, entsprechende Prognosen auch für weitere Standorte bzw. Objekte mit einem vertretbaren Aufwand durchzuführen. Dazu wurde ein entsprechender Vorschlag erarbeitet, welcher auf dem im Rahmen des Vorhabens entwickelten Modell beruht. Als Eingangsdaten wurden sowohl Standortparameter, als auch Klimadaten benötigt. Die Standortparameter mussten teilweise aus Felduntersuchungen gewonnen werden, teilweise konnten sie aus topografischen Informationen und Altunterlagen zum Objekt abgeleitet werden. Auf der Grundlage dieser Daten kann dann mit dem dargestellten Modellkonzept eine Prognose für den Zeitverlauf der Konzentration und für die entsprechenden Jahresmittelwerte erfolgen. Während der Bearbeitung der Aufgabenstellung erkannte Defizite wurden dargestellt und Hinweise für weiterführende Arbeiten gegeben. Insbesondere wurde eine Verifizierung der entwickelten Methode an weiteren Standorten empfohlen.
Aufgabe der AG 2 Betriebssicherheit (bestimmungsgemäßer Betrieb/Störfälle) Diskussion über z.B.: Was kann die Betriebssicherheit beeinflussen? Welche Arten von Störfällen sind denkbar? Wie können die möglichen Auswirkungen von Störfällen abgeschätzt werden? Wo liegt das größte Risiko? Sind Asse-Störfälle mit Nuklearunfällen vergleichbar? … Störfälle, auslegungsüberschreitende Ereignisse, Notfälle Anlagenzustand/ EreignisHäufigkeitReaktion Auswirkungen Normaler Betriebregelmäßig„Erhalten“ keine „Anomaler“ Betrieb, Betriebs-Störunghäufig„Beheben“ keine (Auslegungs-) Störfallselten„Beherrschen“ Betrieb der Anlage kann nicht fortgeführt werden; keine gravierenden Auswirkungen außerhalb der Anlage; Vorsorgemaßnahmen müssen getroffen werden, damit Grenzwerte der Strahlenexposition eingehalten werden Auslegungs- überschreitendes Ereignis, Notfallextrem selten„Auswirkungen Radiologische Auswirkungen außerhalb der begrenzend Anlage möglich; Einsatz von oder mindern“ Notfallmaßnahmen außerhalb der Anlage kann erforderlich sein. Wie kann man mögliche Auswirkungen von Störfällen (oder Notfällen) abschätzen? Störfallanalysen: • Identifizierung von möglichen Ereignisabläufen • Berechnung von möglichen Freisetzungen (Quellterme) • Berechnungen der Ausbreitung in der Umwelt • Berechnung der radiologischen Folgen (Kontamination der Umwelt, Dosis der Bevölkerung,) Atmosphärischer Transport Freisetzung Ablagerung Kontamination landwirtschaftlicher Erzeugnisse Dosis durch • Wolke • Boden • Atmung • Nahrung
Das Projekt "Charakterisierung von Schiffsemissionen und ihr Eintrag ins Meer" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Deutsche Forschungsgemeinschaft durchgeführt. PlumeBaSe beschäftigt sich mit der detaillierten Analyse der Zusammensetzung organischer Aerosole, freigesetzt während der Verbrennung fossiler Treibstoffe durch Schiffe, und deren weiterem Weg in der marinen Umwelt. Durch die hochaufgelöste Beprobung der Aerosole und ihrer Transformationsprodukte vom Schiffsschornstein bis in die Ostsee wird eine Brücke zwischen Atmosphären- und Meeresforschung geschlagen. Der zunehmende globale Warentransport auf dem Wasserweg erhöht den Druck auf marine Ökosysteme. Große Schiffe emittieren, zusätzlich zu gasförmigen Schadstoffen, große Mengen an Partikeln reich an Spurenmetallen und organischen Schadstoffen zunächst in die Atmosphäre von wo aus die Schadstoffe ins Meer gelangen. Negative Auswirkungen saurer Oxide und organischer Schadstoffe sind bekannt, weniger hingegen wurde bisher die Deposition der Schiffsaerosole und deren Beitrag zur Meeresverschmutzung untersucht. Besonders lückenhaft ist das Verständnis für die Alterungsprozesse während des atmosphärischen Transports sowie in der Wassersäule, beispielweise durch UV-Strahlung oder reaktive Sauerstoffspezies, obwohl die Transformationsprodukte sehr unterschiedliche Auswirkungen auf Biota haben und die Molekülstruktur den weiteren Weg in der Umwelt maßgeblich beeinflussen können.Um diese Wissenslücken zu schließen, soll in PlumeBaSe durch eine vielschichtige Umweltbeprobung eine neuartige, umfassende Erhebung des Emissionstransports und der Aerosolalterung erreicht werden. Die Projektpartner des Leibniz Instituts für Ostseeforschung Warnemünde (IOW), der Universität Rostock (UR) und der Karls-Universität Prag (CU) befassen sich mit den folgenden zentralen Hypothesen: (H1) Schiffsemissionen tragen signifikant zur Verschmutzung des Oberflächenwassers bei, der Eintrag ist besonders hoch entlang der Hauptschifffahrtsrouten. (H2) Während des atmosphärischen und marinen Transports ändern sich die physikalischen (Partikelgrößenverteilung) und chemischen (molekulare Profile) Eigenschaften der emittierten Aerosole, was ihren weiteren Weg in der Umwelt beeinflusst. (H3) Die Veränderungen auf molekularer Ebene können verfolgt und genutzt werden um Schadstoffeinträge über die Atmosphäre von den über Nassabscheider eingebrachte Verschmutzungen zu unterscheiden.Diese angestrebten Zielsetzungen werden in drei Arbeitspaketen adressiert via I. Zeitlich und räumlich hochaufgelöster Analyse von Partikelgrößenverteilungen direkt in den Abgasfahnen der Schiffe unter Nutzung eines unbemannten Luftschiffes, kombiniert mit hochsensitiven gerichteten und ungerichteten chemischen Analysen der II. atmosphärischen Schadstoffe in Partikeln unterschiedlicher Größe, sowie der III. Schadstoffe im Meerwasser. Die Ostsee stellt durch die hohe Schiffsverkehrsdichte, gute Erreichbarkeit und Regulation der Schiffsemissionen ein ideales Untersuchungsgebiet dar, welches sich auch als Modellsystem für die Beeinflussung küstennaher Ozeane durch Schiffsverkehr weltweit eignet.
Das Projekt "Teilprojekt E07 (D06): Schwarzer Kohlenstoff als Indikator für Mensch-Umwelt Interaktionen in den letzten 190.000 Jahren" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Institut für Nutzpflanzenwissenschaften und Ressourcenschutz (INRES), Bereich Bodenwissenschaften, Allgemeine Bodenkunde und Bodenökologie durchgeführt. Teilprojekt E7 hat in Phase 1 (als F3) Methoden zur Analysen von schwarzem Kohlenstoff entwickelt und, in Phase 2 (als D6), auf verschiedene geoarchäologische Archive angewendet, um Paläoumwelt- und menschliche Einflüsse auf die lokale Brandgeschichte zu rekonstruieren. Die Feuersignale korrelieren mit menschlicher Aktivität und Paläoklima . Ziel ist, die Feuersignale aus den Geoarchiven und archäologischen Fundstellen des SFB von NE-Afrika bis zum Balkan zwischen 190-15 kaBP zu vernetzen, auch durch räumliche Modellierung der Transportweiten von Brandrückständen. Wir erwarten, dass die Interaktion zwischen Feueraktivität, Paläoklima und menschlicher Mobilität sich entlang des Korridors von Afrika nach Europa verändert. Die Synthese der natürlichen und menschlichen Feuergeschichte wird helfen, die Rolle von Feuern für unseren 'Unseren' Weg nach Europa zu verstehen.
Das Projekt "Was bestimmt die Konzentration von Aerosolpartikeln in der marinen Grenzschicht über dem atlantischen Ozean?" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Leibniz-Institut für Troposphärenforschung e.V. durchgeführt. Aerosolpartikel spielen eine wichtige Rolle für das regionale und globale Klima. Weltweit gibt es deshalb zahlreiche Messstationen, von denen allerdings nur ein kleiner Teil die marine Grenzschicht (MBL) erfasst, obwohl etwa 70% der Erdoberfläche mit Wasser bedeckt sind. Dieses Projekt soll dazu beitragen, das Wissen über Quellen und Austauschprozesse von Aerosolpartikeln in der MBL mithilfe einer Messkampagne über den Azoren im Nordostatlantik, welche nahezu unbeeinflusst von lokalen Quellen sind, zu verbessern.Die zentrale Hypothese ist, dass sowohl Ferntransport aus Nordamerika, als auch Partikelneubildung in der freien Troposphäre (FT) und an Wolkenrändern mit anschließendem Vertikaltransport wesentlich zur Anzahlkonzentration der Aerosolpartikel in der MBL beitragen. Das Verständnis der Partikelquellen und Senken zusammen mit dem vertikalen Partikelaustausch zwischen MBL und FT ist daher eine Grundvoraussetzung für die Vorhersagbarkeit der Partikelanzahlkonzentration in den unteren Schichten der MBL wo sie z.B. für die Wolkenbildung von großer Bedeutung ist. Diese Prozesse sind bisher über dem offenen Ozean nur unzureichend quantifiziert. Zur Verifizierung der Hypothese sollen vertikale Austauschprozesse und Partikelquellen über den Azoren mit hoher räumlicher Auflösung untersucht werden. Dazu werden mit einer am TROPOS entwickelten hubschraubergetragenen Messplattform Partikelanzahlkonzentration und Vertikalwind mit einer zeitlichen Auflösung gemessen, die erstmalig eine direkte Bestimmung des vertikalen turbulenten Partikelflusses in verschiedenen Höhen ermöglicht. Die hierfür notwendigen schnellen Partikelmessungen von mind. 10 Hz werden durch den Einsatz eines schnellen Partikelzählers ermöglicht, welcher am TROPOS im Rahmen eines abgeschlossenen DFG-Projektes entwickelt und erfolgreich eingesetzt wurde. Durch dieses Gerät ist es ebenfalls möglich zu prüfen, ob auch in dieser Region regelmäßig die Neubildung von Aerosolpartikeln an Wolkenrändern stattfindet, wie es an Passatwolken auf Skalen von wenigen Dekametern beobachtet wurde. Weiterhin werden Anzahlgrößenverteilungen von Aerosolpartikeln sowie Absorptionskoeffizienten bei drei Wellenlängen bestimmt. Damit sind Rückschlüsse auf die Herkunft der untersuchten Aerosolpartikel möglich.Da die Hubschrauberflüge zeitlich begrenzt sind und damit nur Momentaufnahmen darstellen, werden zusätzlich kontinuierliche Messungen der Partikelanzahlgrößenverteilung an zwei bodengebundenen Stationen installiert. Eine dieser Stationen ist wenige Meter über Meeresniveau gelegen, die andere auf 2200 m und somit in der FT. Damit wird auf der Basis kontinuierlicher Messungen über einen Zeitraum von einem Monat die Untersuchung der Austauschprozesse zwischen MBL und FT ermöglicht. Mit Hilfe der gewonnen Datensätze können Einflüsse globaler Klimaänderungen auf das lokale Klima und mögliche Rückkopplungseffekte über den Einfluss von Aerosol auf Wolken in dieser Region besser eingeordnet werden.
Origin | Count |
---|---|
Bund | 1249 |
Land | 2 |
Type | Count |
---|---|
Förderprogramm | 1243 |
Text | 4 |
unbekannt | 3 |
License | Count |
---|---|
geschlossen | 4 |
offen | 1246 |
Language | Count |
---|---|
Deutsch | 1171 |
Englisch | 239 |
Resource type | Count |
---|---|
Dokument | 2 |
Keine | 768 |
Webseite | 480 |
Topic | Count |
---|---|
Boden | 1015 |
Lebewesen & Lebensräume | 1057 |
Luft | 957 |
Mensch & Umwelt | 1250 |
Wasser | 965 |
Weitere | 1250 |