Der Seefrosch wird im Gegensatz zur letzten Roten Liste von Kühnel et al. (2009) in der vorliegenden Fassung der Gattung Pelophylax zugeordnet. Zuvor wurde der Name Rana ridibunda Pallas, 1771 genutzt. Der Seefrosch wurde in allen Bundesländern nachgewiesen, allerdings fehlt die Art fast flächendeckend in Mecklenburg-Vorpommern und in Schleswig-Holstein sowie in weiten Teilen Niedersachsens und Nordrhein-Westfalens (Schiemenz & Günther 1994, Günther 1996 c). Die TK25-Q-Rasterfrequenz (Zeitraum 2000 – 2018) beträgt 16,51 % und liegt in der Kriterienklasse „mäßig häufig“. Ohst (2008) konnte am Oberlauf der Donau, entlang des Rheins und im Ruhrtal auch genetische Marker allochthoner, mit P. ridibundus eng verwandter Arten (P. kurtmuelleri, P. cf. bedriagae) in zum Teil hohen Anteilen nachweisen. Allochthone Wasserfrösche, die vorwiegend vom Balkan und aus Anatolien stammten, wurden in mehreren europäischen Staaten ausgesetzt, u. a. in Frankreich, der Schweiz und in Belgien (Übersicht bei Plötner 2005, Holsbeek et al. 2008). Auch in Deutschland wurden allochthone Individuen angesiedelt, z. B. im Raum Essen (Kordges 1988) und in Südbayern (Mayer et al. 2013). Aufgrund fehlender Reproduktionsbarrieren können sich allochthone Tiere mit einheimischen Seefröschen kreuzen und fertile Nachkommen hervorbringen (Plötner et al. 2010). Rückkreuzungen zwischen solchen F1-Hybriden und autochthonen Individuen führen wiederum zu Introgressionen allochthonen Erbguts in den indigenen Genpool. Ausmaß, Dynamik und räumliche Muster solcher Hybridisations- und Introgressionsprozesse sind für die meisten der einheimischen Seefroschpopulationen weitgehend unbekannt, was die Beurteilung der Bestands- und Gefährdungssituation von P. ridibundus erheblich erschwert. Darüber hinaus ist unklar, in welchem Umfang vitale Seefrösche (vor allem Weibchen) aus heterotypischen Kreuzungen zwischen Seefröschen und hybridogenetischen Teichfröschen hervorgehen. Gleiches trifft für die Introgression lessonae-spezifischer Gene in den ridibundus-Genpool zu (vgl. Uzzell et al. 1977, Günther & Plötner 1988, Plötner et al. 2008). Aufgrund der unzureichenden Daten und der Vielzahl offener Fragen, die nur auf der Grundlage molekularer Untersuchungen geklärt werden können, ist es gegenwärtig nicht möglich, für autochthone P. ridibundus den langfristigen oder kurzfristigen Bestandstrend einzuschätzen. Eine Einschätzung der aktuellen Bestandssituation als mäßig häufig ist dennoch plausibel, da die Rasterfrequenz aufgrund möglicher Verwechslungen mit dem Teichfrosch wahrscheinlich unterschätzt wird. Es wird vermutet, dass es in den letzten Jahrzehnten zu Bestandsrückgängen bzw. -abnahmen gekommen ist. Daraus ergibt sich die Rote-Liste-Kategorie “Daten unzureichend“. Im Gegensatz zur RL 2009 werden aufgrund der aktuellen Datenlage der kurzfristige wie auch der langfristige Bestandstrend nicht mehr als stabil (ehemals als „gleich bleibend“ bezeichnet), sondern als unbekannt eingeschätzt. Aus diesem Grund ändert sich die Rote-Liste-Kategorie von „Ungefährdet“ zu „Daten unzureichend“. Die vermuteten Bestandsrückgänge sind vor allem auf großräumige Meliorationsmaßnahmen sowie den Ausbau von Fließgewässern (Begradigungen und Vertiefungen) und damit die Zerstörung natürlicher, vegetationsreicher Still- und Flachwasserbereiche (Auen, Altarme) zurückzuführen. Darüber hinaus führen unsachgemäße Grabenräumungen zu Verlusten von Individuen. Auch von wasserbaulichen Anlagen und steilwandigen Gruben können zum Teil erhebliche Gefahren für den Seefrosch ausgehen. So fanden Schneeweiß & Wolf (2016) in einem Schacht eines Staubauwerks ca. 800 adulte See- und Teichfrösche (der Seefroschanteil betrug ca. 90 %), von denen 25 % bereits verendet waren. In landwirtschaftlich intensiv genutzten Gebieten dürfte die Verschmutzung von Gräben und Kanälen mit Gülle und Agrochemikalien einen negativen Einfluss auf die Bestandsentwicklung des Seefroschs haben, zumal P. ridibundus eine relativ geringe Toleranz gegenüber einem niedrigen Sauerstoffgehalt des Wassers aufweist und sich auch außerhalb der Reproduktionsperiode im Gewässer oder im Uferbereich aufhält. Sauerstoffmangel kann sich nicht nur negativ auf die Entwicklung von Seefroschlarven auswirken, sondern auch zu einer erhöhten Mortalität unter Adulten führen, die im Gewässer überwintern (Tunner & Nopp 1979, Berger 1982, Plénet et al. 1998). Vor allem in kleineren stehenden Gewässern können während langanhaltender Frostperioden hypoxische Bedingungen eintreten, da diese dann oft vollständig und über längere Zeiträume zufrieren, wodurch die Aufnahme atmosphärischen Sauerstoffs verhindert wird und die Sauerstoffproduktion durch Photosynthese stark eingeschränkt ist. Möglicherweise ist das ein Grund, warum P. ridibundus vor allem entlang der Flussläufe verbreitet ist und selbst größere Seen in bestimmten Regionen (z. B. in Mecklenburg-Vorpommern) frei von Seefröschen sind. Die wichtigste Schutzmaßnahme ist der Erhalt naturnaher Fließgewässer einschließlich der Auwälder (Plötner 2001, 2005) sowie die Förderung ihrer Dynamik. In stehenden Gewässern sollte der Schutz der Laichzonen und Röhrichtbestände oberste Priorität genießen. Im unmittelbaren Umgebungsbereich von individuenstarken, autochthonen Seefroschpopulationen sind extensive Bewirtschaftungsmaßnahmen anzustreben. Auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und mineralischen Düngern ist nach Möglichkeit zu verzichten.
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Teilprojekt E7 hat in Phase 1 (als F3) Methoden zur Analysen von schwarzem Kohlenstoff entwickelt und, in Phase 2 (als D6), auf verschiedene geoarchäologische Archive angewendet, um Paläoumwelt- und menschliche Einflüsse auf die lokale Brandgeschichte zu rekonstruieren. Die Feuersignale korrelieren mit menschlicher Aktivität und Paläoklima . Ziel ist, die Feuersignale aus den Geoarchiven und archäologischen Fundstellen des SFB von NE-Afrika bis zum Balkan zwischen 190-15 kaBP zu vernetzen, auch durch räumliche Modellierung der Transportweiten von Brandrückständen. Wir erwarten, dass die Interaktion zwischen Feueraktivität, Paläoklima und menschlicher Mobilität sich entlang des Korridors von Afrika nach Europa verändert. Die Synthese der natürlichen und menschlichen Feuergeschichte wird helfen, die Rolle von Feuern für unseren 'Unseren' Weg nach Europa zu verstehen.
Coriomeris alpinus ist ein Gebirgsbewohner. Die Art lebt in den Pyrenäen, den Alpen und auf den Höhen des Balkan. Da Verbreitungsgebiet strahlt über die Türkei bis in den Iran aus. Das Vorkommen der Art in Deutschland galt lange als fraglich. In der Vorgängerliste war sie eingestuft. CPH gibt bislang keine deutschen Funde an. Aktuell liegt jetzt ein Beleg aus Bayern bei Oberstdorf vor.
Das Areal reicht im Norden von Dänemark und Schweden und im Süden von Sizilien über den Balkan bis weit in den Osten über die europäischen Grenzen hinaus. Die Art erreicht mit den isolierten Funden in Deutschland ihre westliche Verbreitungsgrenze. Nachsuche und Wiederfunde in Sachsen-Anhalt und Sachsen. Die Angabe von Trends ist nicht möglich. Hier handelt es sich um den Wiederfund einer Reliktart am westlichen Arealrand. Der Fundort in Sachsen-Anhalt, an dem die Art in Deutschland wieder nachgewiesen werden konnte, hat keinen konkreten Flächenschutz. Er liegt am Rande eines FFH- und Landschaftsschutzgebietes. Die Fundstelle, 20 qm einer Windschutzhecke in direkter Nachbarschaft zu einer aufgegebenen Streuobstwiese, einem Halbtrockenrasen und einer intensiv genutzten Ackerfläche, ist sehr kleinflächig. In dieser Hecke stehen drei alte Pyramidenpappeln, die zusammenzubrechen drohen. Es ist zu vermuten, dass das Vorkommen von X. lativentris dort am Boden mit den Pappeln und ggf. wie bei der Schwesterart X. formicetorum mit dort vorhandenen Ameisenkolonien assoziiert ist. Durch einen erfolgten Besitzerwechsel droht die Fläche in intensive Bewirtschaftung genommen zu werden, was ein Fällen der Pappeln mit sich bringen würde. Trotz intensiver Nachsuche in der unmittelbaren und weiteren Umgebung der Fundstelle konnten keine weiteren Nachweise der Art geführt werden. Der Fundort in Sachsen ist recht ähnlich charakterisiert. Er liegt am Rande einer Wiederaufforstungsfläche, umgeben von intensiv genutzen Äckern. Wiederfund für Deutschland: 1999, nach über 50 Jahren ( Jung 2009). Péricart (1972) gibt Funde aus dem Harz und von Borkum an, die er selbst nicht geprüft hat. Hätte in der Vorgängerliste in Kategorie 0 geführt werden müssen. Aus Niedersachsen liegen keine gesicherten Nachweise für die alten Meldungen vor.
Bei der Fransenfledermaus sind von der ursprünglich angenommenen weiten Verbreitung der Nominatform alle Anteile der Iberischen Halbinsel, Südfrankreichs, der Südalpen, der Apennin-Halbinsel, Sloweniens, Westkroatiens, Südwestungarns, Zentral- und Ostanatoliens, Nordafrikas, des Nahen Ostens, des Kaukasus, der Ukraine östlich der Krim und aller noch weiter östlich gelegenen Regionen weggefallen, da es sich dort um andere Taxa handelt (Çoraman et al. 2018). Damit ist M. nattereri s. str. rein west-, mittel- und osteuropäisch verbreitet. Die südlichen Fransenfledermäuse (Südalpen bis Südfrankreich, Apennin, Iberische Halbinsel) wurden als Myotis crypticus abgetrennt (Juste et al. 2018). Da die Populationen auf dem Balkan klein sind, dürften Deutschland, Frankreich und die Britischen Inseln die größten Populationsanteile besitzen. Ein Anteil von > 1/10 des weltweiten Anteils in Deutschland erscheint realistisch (C. Dietz, schriftl. Mitt.).
Deutscher Name: Metallischer Rosenkäfer. Nach den neuen Studien von Vondráček et al. (2018) kommen in Deutschland zwei Unterarten vor: Protaetia cuprea bourgini ( Ruter , 1967) und P. c. metallica ( Herbst , 1782). Protaetia cuprea metallica ( Herbst , 1782) ist in allen Regionen (außer im Saarland) aktuell vorhanden, überall meist häufige Art lichter Laubwälder, Entwicklung am Boden oft in Nestern der großen Waldameisen. Protaetia cuprea bourgini ( Ruter , 1967) in den Südwesten einstrahlend bis Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Rheinland und Hessen, dort überall aktuelle Funde. Die Meldung der aus Südosten vom Balkan bis nach Norditalien und Südösterreich einstrahlenden Protaetia cuprea obscura ( Andersch , 1797) aus Westfalen ( Bleich et al. 2020) ist irrtümlich (Terlutter mdl. 2019).
Gute Beschreibungen von M. broelemanni stammen von Verhoeff (1897) und Kurnik (1987). Die Beschreibung von Kurnik (1987) enthält einen guten Schlüssel zur Identifizierung der weiblichen Individuen von M. broelemanni, M. transsilvanica und M. voigti anhand der Vulven. Die Art M. voigti wird seit den 1960er Jahren regelmäßig im Neißetal bei Ostritz (Sachsen) nachgewiesen, aber erst im Jahr 2015 wurde M. broelemanni dort gefunden, obwohl die Lokalität seit den 1960er Jahren in mehreren Probenahmen untersucht wurde. Im August 2010 gab es ein schweres Hochwasser an der Neiße mit einem Wasserstand von bis zu fünf Metern über Mittelwasser. Vermutlich wurde M. broelemanni während dieses Hochwassers aus Gärten an diesen Ort verdriftet. Drei weitere Funde im Jahr 2023 stammen aus der Umgebung von Passau nahe Donau und Inn. M. broelemanni ist somit neu für die deutsche Fauna (Decker et al. 2025). Diese Art ist im Balkan weit verbreitet und dort auf Mischwälder, Gehölze und Auenwälder beschränkt (Kime & Enghoff 2021). In Tschechien, der wahrscheinlichsten Herkunft der sächsischen Exemplare, ist M. broelemanni in Gärten, Gartenanlagen, Parks, auf Halden und in ehemaligen Tagebaugebieten verbreitet, kommt aber auch in naturnahen Habitaten und Kulturlandschaften der Weißen Karpaten vor (Kocourek et al. 2023). In Österreich findet man die Art meist in anthropogen beeinflussten Habitaten, seltener in Wäldern, Gebüschen und Auenwäldern (Kurnik 1987). Molekulare Barcoding-Daten des sächsischen und eines bayerischen Individuums aus Flintsbach am Inn waren identisch, was auf die gleiche Herkunft der beiden Populationen schließen lässt (Decker et al. 2025). Wegen ihrer geringen Mobilität, ist es extrem unwahrscheinlich, dass die Art auf natürlichem Wege ohne Verschleppung in Erde oder Kompost nach Deutschland gekommen ist und zudem aus einer natürlichen Ursprungspopulation stammt. Weitere Daten sind erforderlich, um die Herkunft und Einschleppungswege der deutschen Populationen von M. broelemanni zu klären. Aufgrund der Ökologie der Art und deren Fähigkeit zur Besiedlung neuer Lebensräume entlang von Flüssen, kann aber geschlossen werden, dass die Art sich bereits in Deutschland etabliert hat und vermutlich entlang von Inn, Donau und Neiße weiter verbreitet ist als ursprünglich bekannt.
Während die Nominat-Unterart Amara chaudoiri chaudoiri Schaum, 1858 ein osteuropäisches Areal besiedelt und in Deutschland nicht nachgewiesen ist, ist die ssp. incognita im südöstlichen Mitteleuropa und auf dem Balkan weit verbreitet und kommt nördlich bis nach Tschechien, Polen, Österreich und Süddeutschland vor (Hieke 1970, Hieke in Müller-Motzfeld 2006). In Deutschland gelangen bislang nur sehr wenige Funde, vier davon in Bayern, einzelne in Baden und bei Frankfurt a.M. (F. Hieke 2012, in litt.), wobei letztere von Horion (1972) mit dem Verdacht auf Fundortverwechslungen angezweifelt werden. Alle bisherigen Meldungen datieren vor 1960. Das Taxon ist in Deutschland vermutlich ausgestorben.
In Deutschland potenziell gefährdet, da bisher nur zwei jüngere Vorkommen in Thüringen und Hessen sowie Altfunde aus Sachsen und Sachsen-Anhalt bekannt wurden; offenbar sind die deutschen Vorkommen isoliert, denn die nächste Fundorte liegen im Elsass, in Polen, Tschechien und Österreich. Art der halboffenen Landschaft. Neuere und aktuelle Nachweise nur aus Thüringen, Eisenach 1988, 1989 und 2012 ( Rößner & Apfel 2008, Apfel & Rößner 2014); ältere Belege auch aus Sachsen-Anhalt, Sachsen ( Rößner 2016) und Hessen: Groß-Gerau 1954 ( Rößner & Schaffrath 2017). Südeuropäische Art, die von Spanien und Italien über den Balkan bis Griechenland und in die Türkei gefunden wird, verbreitet in Südeuropa, östlich in der Türkei und im Kaukasus, es existieren aber auch Nachweise aus den Nachbarländern (s. o.). Mit weiteren Funden in Deutschland ist zu rechnen ( Rößner 2012), auch mit Altfunden, da die Käfer leicht mit anderen Melinopterus -Arten verwechselt werden können, und ein Vorkommen bis vor kurzem aus Deutschland nicht bekannt war.
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 65 |
| Europa | 14 |
| Kommune | 1 |
| Land | 22 |
| Weitere | 9 |
| Wissenschaft | 29 |
| Zivilgesellschaft | 4 |
| Type | Count |
|---|---|
| Daten und Messstellen | 1 |
| Ereignis | 1 |
| Förderprogramm | 46 |
| Taxon | 11 |
| Text | 32 |
| unbekannt | 5 |
| License | Count |
|---|---|
| Geschlossen | 47 |
| Offen | 49 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 77 |
| Englisch | 38 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Bild | 4 |
| Datei | 2 |
| Dokument | 26 |
| Keine | 50 |
| Unbekannt | 1 |
| Webseite | 27 |
| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 67 |
| Lebewesen und Lebensräume | 95 |
| Luft | 47 |
| Mensch und Umwelt | 92 |
| Wasser | 52 |
| Weitere | 84 |