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Sonderforschungsbereich (SFB) 806: Unser Weg nach Europa: Kultur-Umwelt Interaktion und menschliche Mobilität im Späten Quartär, Teilprojekt E07 (D06): Schwarzer Kohlenstoff als Indikator für Mensch-Umwelt Interaktionen in den letzten 190.000 Jahren

Teilprojekt E7 hat in Phase 1 (als F3) Methoden zur Analysen von schwarzem Kohlenstoff entwickelt und, in Phase 2 (als D6), auf verschiedene geoarchäologische Archive angewendet, um Paläoumwelt- und menschliche Einflüsse auf die lokale Brandgeschichte zu rekonstruieren. Die Feuersignale korrelieren mit menschlicher Aktivität und Paläoklima . Ziel ist, die Feuersignale aus den Geoarchiven und archäologischen Fundstellen des SFB von NE-Afrika bis zum Balkan zwischen 190-15 kaBP zu vernetzen, auch durch räumliche Modellierung der Transportweiten von Brandrückständen. Wir erwarten, dass die Interaktion zwischen Feueraktivität, Paläoklima und menschlicher Mobilität sich entlang des Korridors von Afrika nach Europa verändert. Die Synthese der natürlichen und menschlichen Feuergeschichte wird helfen, die Rolle von Feuern für unseren 'Unseren' Weg nach Europa zu verstehen.

Errichtung und Betrieb einer integrierten H2-Pilotanlage als Vorstufe der großindustriellen Produktion und des Exports von grünem Wasserstoff und Derivaten an diversen Standorten in der Republik Serbien

Errichtung und Betrieb einer integrierten H2-Pilotanlage als Vorstufe der großindustriellen Produktion und des Exports von grünem Wasserstoff und Derivaten an diversen Standorten in der Republik Serbien, Errichtung und Betrieb einer integrierten H2-Pilotanlage als Vorstufe der großindustriellen Produktion und des Exports von grünem Wasserstoff und Derivaten an diversen Standorten in der Republik Serbien

Verbesserung der Konnektivität am Grünen Band Balkan

Das Projekt zielt darauf ab zu einer Verbesserung der Raum- und Landnutzungsplanung am Grünen Band Balkan (BGB) beizutragen. Die Aktivitäten legen einen Schwerpunkt auf die Rolle der Raum- und Landnutzungsplanung bei der Umsetzung von Grüner Infrastruktur (GI) zur Sicherung und Entwicklung des BGB. Beispielhaft liegt ein räumlicher Fokus auf Albanien und Nordmazedonien. In einer grenzübergreifenden Modellregion 'Jablanica-Shebenik', bestehend aus mehreren Gemeinden beider Länder, wird ein konkretes Praxisbeispiel erarbeitet.

Denkanstöße 14 - Der Luchs in West- und Mitteleuropa

[Redaktioneller Hinweis: Die folgende Beschreibung ist eine unstrukturierte Extraktion aus dem originalem PDF] DER LUCHS IN WEST- UND ­MITTELEUROPA Denkanstöße 14 D 14 | Mai 2023 Empfehlungen für den Schutz des Eurasischen Luchses Lynx lynx in West- und Mitteleuropa Schlussfolgerungen aus dem Workshop der „Bonn Lynx Expert Group“ in Bonn, Deutschland,16. bis 19. Juni 2019 Die Denkanstöße basieren auf den Schlussfolgerungen aus dem Workshop der „Bonn Lynx Expert Group“ in Bonn, Deutschland, 16. bis 19. Juni 2019. Diese wurden ursprünglich in englischer Sprache veröffentlicht in den CATnews Nr. 14 – Herbst 2021. Bei dieser Veröffentlichung handelt es sich um eine Übersetzung des Newsletters CATnews – Special Issue – The Eurasian lynx in Continental Europe. Herausgeber: Christine und Urs Breitenmoser. Co-Chairs IUCN / SSC, Cat ­Specialist Group, KORA, Stiftung KORA, Talgut-Zentrum 5, CH-3063 Ittigen CATnews ist der Newsletter der Cat Specialist Group, einer Sektion der Species Survival Commission SSC der International Union for Conservation of Nature (IUCN). Die Bezeichnung der geografischen Einheiten in dieser Veröffentlichung und die Darstellung des Materials bedeuten nicht, dass dies der Meinung der IUCN über den rechtlichen Status eines Landes, eines Territoriums oder eines ­Gebiets oder seiner Behörden oder über die Abgrenzung oder Grenzen entspricht. Wir danken für die gute Kooperation! INHALT 1. Herausforderungen für die ­Erhaltung des Eurasischen ­Luchses in Kontinentaleuropa – eine Einführung4 2.Erhaltungszustand des Eura­sischen Luchses in West- und Mitteleuropa7 3.Erhaltung der nordosteuropäischen Tieflandpopulation des Eurasischen Luchses14 4.Erhaltungsbedarf der Luchs­population in den Karpaten 19 5.Balkanluchs und das „Balkan Lynx Recovery Programme“ 26 6.Herausforderungen bei der Erhaltung der böhmisch-bayerisch-öster­reichischen ­Luchspopulation  7. 31 Der Eurasische Luchs im Dinarischen Gebirge und in den südöstlichen ­Alpen und die Notwendigkeit einer Bestandsstärkung 35 8.Die Entwicklung der Harzer Luchs­population 41 9.Situation des Luchses im Juragebirge 48 10. Situation des Eurasischen Luchses in den Vogesen 56 11. Wiederansiedlung des E ­ urasischen Luchses im Pfälzerwald, ­Deutschland 62 12. Die Rückkehr des Luchses in den Nordwesten Polens 71 13. Schritte zu einer Luchspopulation im Schwarzwald? 74 14. Der Beitrag von Trittstein-­Ansiedlungen zur Verbesserung der Verbreitung des Luchses 76 15. SCALP: Monitoring des Eurasischen Luchses in den Alpen und darüber hinaus  82 16. Günstiger Erhaltungszustand und Management auf Populations­ebene – die böhmisch-bayerisch-öster­reichische Luchspopulation als Fallbeispiel  87 17. Grenzüberschreitende Zusammen­arbeit bei der Erhaltung des ­Luchses unter der Schirmherrschaft der Oberrheinkonferenz 91 18. Auswirkungen der Fragmentierung und Vernetzung von Luchs­habitaten auf die Populationsgenetik in K ­ ontinentaleuropa 94 19. EUROLYNX: Wissenschaftliche Zusammen­arbeit bei der Untersuchung der Bewegungsökologie des Eurasischen Luchses in seinem Verbreitungs­gebiet  99 20. Gesundheitsüberwachung im Wildtierschutz: Erfahrungen mit dem ­Eurasischen Luchs in der Schweiz 21. EAZA-Zuchtprogramme als Quelle für Luchswiederansiedlungen  105 124 22. Empfehlungen für den Schutz des Eurasischen Luchses Lynx lynx in West- und Mitteleuropa 127 3| URS BREITENMOSER1*, JOCHEN KREBÜHL2, CHRISTOPH HEIDER3 & CHRISTINE ­BREITENMOSER-WÜRSTEN4 1. HERAUSFORDERUNGEN FÜR DIE ­ERHALTUNG DES EURASISCHEN ­ LUCHSES IN KONTINENTALEUROPA – EINE EINFÜHRUNG Der Eurasische Luchs Lynx lynx besiedelte einst ganzGegenwärtig gibt es in Kontinentaleuropa drei kleine bis Kontinentaleuropa, wurde aber einerseits mit demmittelgroße autochthone und elf winzige bis kleine wieder- Rückgang der Wälder und des Wildtierbestandes undeingeführte Populationen, die sich auf 23 Länder verteilen andererseits dem menschlichen Bevölkerungswachstum,(von Arx et al. 2021). In den letzten Jahren wurden neue der Ausdehnung der Anbauflächen und der Zunahme derWiederansiedlungsprojekte initiiert (z. B. Idelberger et Viehbestände allmählich verdrängt. Die endgültige Aus-al. 2021, Tracz et al. 2021). Es wurden Anstrengungen rottung der Restpopulationen erfolgte im Laufe des 19.unternommen, um getrennte Populationen miteinander zu Jahrhunderts. Eine Ausnahme bildeten die Populationenverbinden (Molinari et al. 2021), und die genetische Sa- im nordosteuropäischen Tiefland, in den Karpaten undnierung früherer Wiederansiedlungspopulationen wurde im südlichen Dinarischen Gebirge, die alle in den spätendiskutiert und – in einem Fall (Fležar et al. 2021) – bereits 1940er Jahren ein Minimum erreichten, aber schließlichin Angriff genommen. Solche Projekte erfordern den Zu- überlebten (für einen Überblick über den historischengang zu geeigneten Ausgangstieren und den Transport Rückgang und die Originalliteratur siehe Breitenmoser &von umgesiedelten Luchsen über internationale Grenzen Breitenmoser-Würsten 2008). Die Wiederansiedlungspro-hinweg. Gemäß den IUCN-Leitlinien für Wiederansied- gramme begannen vor fast 50 Jahren; nicht ausschließ-lungen und andere Umsiedlungen zu Erhaltungszwecken lich, aber meistens mit Fundtieren aus der slowakischen(IUCN/SSC 2013), aber auch gemäß den EU- und/oder Population. Bis heute wurden Eurasische Luchse innationalen Rechtsvorschriften müssen für solche Er- Kontinentaleuropa in Frankreich, der Schweiz, Deutsch-haltungsmaßnahmen eine geeignete Ausgangspopulation land, Polen, der Tschechischen Republik, Italien, Öster-ermittelt, der Erhaltungszustand der Ausgangspopulation reich und Slowenien wieder angesiedelt (siehe Beiträge inbewertet und tierärztliche Gesundheitsvorkehrungen ge- dieser Sonderausgabe). Einige Wiederansiedlungsprojek-troffen werden, um die Übertragung von Krankheitserre- te scheiterten bereits in einem frühen Stadium, und allegern zu verhindern. Die „traditionellen“ Quellpopulationen neu entstandenen Populationen der Wiederansiedlungenin den Karpaten und vor allem in der Slowakei haben sind immer noch relativ klein, meist isoliert und weisenjedoch ihre eigenen Erhaltungsprobleme (Kubala et al. einen recht hohen Grad an Inzucht auf, unter anderem2021), was (erneut) die Diskussion über die Nutzung von aufgrund der begrenzten Anzahl von NachzuchttierenErhaltungszuchtprogrammen als Quelle für Wiederansied- (Breitenmoser & Breitenmoser-Würsten 2008).lungen ausgelöst hat (Lengger et al. 2021). Letztendlich sollten diese jetzt isolierten Populationen alle zu wenigen 1 2 3 4 |4 IUCN/SSC Cat Specialist Group, Stiftung KORA, Muri, Schweiz *Email: u.breitenmoser@kora.ch Stiftung Natur und Umwelt RLP, Mainz, Deutschland HIT Umwelt- und Naturschutz Stiftungs-GmbH, Siegburg, Deutschland IUCN/SSC Cat Specialist Group, Stiftung KORA, Muri, Schweiz großen und lebensfähigen Metapopulationen zusammen-Die Ergebnisse des Symposiums sind in dieser Sonder- geführt werden, um die negativen Auswirkungen derausgabe zusammengefasst. Im Anschluss an die Be- Fragmentierung ihres Lebensraums abzumildern (Premierstandsaufnahme erarbeiteten die Teilnehmenden Empfeh- et al. 2021). Erschwerend kommt hinzu, dass Kontinen-lungen (Bonn Lynx Expert Group 2021), um den Schutz taleuropa drei phylogenetisch unterschiedliche Linien desdes Luchses in Kontinentaleuropa zu koordinieren. Die Eurasischen Luchses beherbergt, die als gültige Unter-Ergebnisse des Bonner Workshops wurden dem Sekreta- arten anerkannt sind (Kitchener et al. 2017). Ist also jederriat und dem Ständigen Ausschuss des Übereinkom- Luchs überall willkommen? Wie sollen wir Gebiete für diemens über die Erhaltung der europäischen wildlebenden Unterarten in denjenigen Regionen abgrenzen, in denenPflanzen und Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume wir keine Informationen über die ursprünglichen Bewoh-(Berner Konvention) des Europarates vorgelegt, der am 6. ner haben?Dezember 2019 die Empfehlung Nr. 204 (Ständiger Aus- schuss 2019) verabschiedete. Diese ist mit den am Ende Diese Fragen und die komplexe Situation erfordern einedieses Sonderheftes vorgestellten Empfehlungen (Bonner einvernehmliche Strategie zum Schutz des EurasischenLuchsexpertengruppe 2021) deckungsgleich. Luchses, vereinbarte Standards und Protokolle, die die internationale und interregionale Zusammenarbeit erleich-Die geografische Bezeichnung ‚Kontinentaleuropa‘ be- tern, sowie gemeinsame Leitlinien und einen koordiniertenzieht sich im Kontext des vorliegenden Tagungsbandes Ansatz für den Erhalt des Luchses in Kontinentaleuropa.und der Empfehlungen auf das historische und aktuelle Aktuelle Herausforderungen sind z. B.Verbreitungsgebiet des Eurasischen Luchses südlich der 1. die Abgrenzung von Erhaltungseinheiten, 2. die genetische Sanierung von Inzuchtpopulationen, 3. die Ausgangspopulationen für weitere Umsiedlungen, 4. die Vernetzung kleiner Populationen und 5. das Management von Luchspopulationen im Hinblick auf die Koexistenz mit Menschen. großen autochthonen Populationen in Fennoskandina- vien und Russland. Die Bonner Konferenz konzentrierte sich auf die biologischen und ökologischen Aspekte im Hinblick auf die Wiederherstellung lebensfähiger Meta- populationen des Luchses in dieser Region. Obwohl wir uns der Bedeutung der menschlichen Dimension eines solchen Unterfangens voll bewusst sind, konnten wir Vom 16. bis 19. Juni 2019 trafen sich rund 50 Luchsex-aus praktischen Gründen nicht auch die sozialwissen- pertinnen und -experten in Bonn (Abb. 1, Anhang I), umschaftlichen Aspekte der Luchserhaltung behandeln. Alle über den Erhalt des Eurasischen Luchses in Kontinental-Teilnehmenden waren sich jedoch einig, dass die Dis- europa zu diskutieren. Ziele des Workshops waren,kussionen in Bonn fortgesetzt werden sollten und dass in 1. den Erhaltungszustand der kontinentalen Luchspo- pulationen und die Durchführung von Projekten zur Erhaltung des Luchses zu überprüfen, 2. Empfehlungen für einen koordinierten langfristigen An- satz zur Wiederansiedlung und Erhaltung des Luchses in West- und Mitteleuropa zu diskutieren und 3. sich auf die Entwicklung von Standards und gemein- samen Protokollen für die praktische Erhaltungsarbeit zu einigen. Zukunft weitere Themen des Luchserhalts in Kontinental- europa behandelt werden müssen. Die Bonner Luchskonferenz wurde gemeinsam von der HIT Umwelt- und Naturschutz Stiftung, der Stiftung Natur und Umwelt (SNU) Rheinland-Pfalz, der IUCN SSC Cat Specialist Group und der Stiftung KORA organisiert. Finanzielle Unterstützung wurde großzügig von der HIT Umwelt- und Naturschutz Stiftung, der SNU, dem EU-Förderprogramm LIFE und dem Europarat (Berner Konvention) gewährt. 5|

Messergebnisse zur Radioaktivität in: Balkan Pfanne (02.02.2021)

Messdaten zur Überwachung der Radioaktivität in der Umwelt, in Lebens- und Futtermitteln

Schwerpunktprogramm (SPP) 1006: Bereich Infrastruktur - Internationales Kontinentales Bohrprogramm, Teilprojekt: Auswirkungen von Klimavariabilität auf terrestrische Ökosysteme in Südosteuropa während MIS 12-11 und MIS 19 anhand hochauflösender Pollenanalysen der Ohridsee-ICDP-Kernsedimente

Mit dem Ziel eines verbesserten Verständnisses der terrestrischen Ökosystem- und Klimaentwicklung während extremer Glaziale und Interglaziale des Quartärs generiert das Projekt neue Pollen-Datensätze für die marinen Isotopenstadien (MIS) 12 und 11 sowie (als neues Element innerhalb des hier gestellten Fortsetzungsantrags) 19c in SE-Europa. Dies geschieht durch hochauflösende palynologische Analysen von ICDP-Kernen aus dem Ohridsee (SW-Balkan). Die Arbeitspakete (1) und (2) der ersten zwei Projektjahre haben folgende Ergebnisse erbracht: (i) einen palynologischen Datensatz in jahrhundertskaliger (ca. 450 Jahre) Auflösung für MIS 11 mit hohen Zählsummen für Pollen ( größer als 500 Pollenkörner), Sporen und Algen sowie darauf basierenden quantitativen Klimarekonstruktionen; (ii) den ersten jahrhundertskalig (ca. 400-800 Jahre) aufgelösten palynologischen Datensatz für MIS 12 in Europa. Die Integration der palynologischen Daten mit sedimentologischen und geochemischen Daten von Partnern des Ohridsee-Konsortiums sowie der Vergleich mit anderen Proxy-Datensätzen aus dem Mittelmeerraum hat zu einem erheblichen Wissenszuwachs zur terrestrischen Ökosystem- und Klimadynamik während MIS 12-11 in SE-Europa und darüber hinaus geführt. Die wichtigsten Projektresultate sind aktuell (d.h. nach 23 Projektmonaten) wie folgt: (i) Nachweis eines starken Kälteereignisses bei ca. 405 ka unter voll interglazialen Rahmenbedingungen, was belegt, dass jahrtausendskalige Klimavariabilität während MIS 11 in SE-Europa ca. 7 kyrs vor Ende des wämsten Sub-Stadiums 11c und früher als im marinen Bereich einsetzte; (ii) Nachweis der kurzfristigen Expansion thermophiler Taxa während MIS 12, was eine sensitive Reaktion terrestrischer Ökosysteme auf Dansgaard-Oeschger (D-O)-artige Wärmeevents während vollglazialer Rahmenbedingungen dokumentiert; (iii) Nachweis seltener Taxa im Einzugsbereich des Ohridsees während MIS 12, was dessen Rolle als pleistozänes Refugium unterstreicht. Das hier beantragte Projektjahr wird auf Arbeitspaket (3) fokussieren. Dieses umfasst: (i) eine noch höhere zeitliche Auflösung der Pollendaten für MIS 12, wodurch die Charakteristika der (D-O)-artigen Wärmeevents klarer hervortreten; (ii) als zusätzlichen Erkenntnisgewinn gegenüber dem ursprünglichen Antrag einen neuen, jahrhundertskalig aufgelösten Pollen-Datensatz für MIS 19c und damit ein Interglazial, das wie MIS 11 als enge orbitale Analogie zum Holozän gilt; sowie (iii) eine Synthese aller Projektergebnisse. Die neue hinzugekommene Projektkomponente zu MIS 19c wird erstmalig erlauben, die Reaktion terrestrischer Ökosysteme in Europa auf geringes Exzentrizitäts-Forcing durch hochauflösende Pollendaten über drei Interglaziale (MIS 1, 11c und 19c) an einer Lokalität (d.h. unter identischen geographischen Rahmenbedingungen) zu betrachten. (Text gekürzt)

Integriertes Wassermanagementsystem für das grenzübergreifende Drin-Buna Flusseinzugsgebiet im westlichen Balkan unter Berücksichtigung multipler Nutzer sowie des klimatischen Wandels und der beiden EU-Wasserrichtlinien

Schwerpunktprogramm (SPP) 1006: Bereich Infrastruktur - Internationales Kontinentales Bohrprogramm, Teilprojekt: Einblicke in die Entstehung eines mediterranen Biodiversitäts-Hotspots auf Basis palynologischer und Biomarker-Analysen von Sedimenten des Ohrid-Sees aus dem Unteren Pleistozän ( größer als 1,2 Ma)

Die Biodiversitäts-Hotspots im Mittelmeerraum, so wie die heutige Ohrid-Region, werden üblicherweise mit südlichen Baumrückzugsgebieten während der Glaziale assoziiert. Bisherige paläobotanische Untersuchungen lassen darauf schließen, dass der SW Balkan den Baumarten der gemäßigten Zone in den letzten fünf Klimazyklen als Rückzugsraum diente. Ziel des Forschungsprojektes ist es, mittels hochaufgelöster palynologischer, Holzkohle- und Biomarker-Analysen die Ursprünge der Pflanzen-Biodiversität in einem südlichen Rückzugsraum zu untersuchen und Veränderungen von terrestrischen und aquatischen Ökosystemen als Reaktion auf Klimaschwankungen während des Unteren Pleistozäns im Ohrid- Becken zu rekonstruieren. Unsere bisherigen Kenntnisse der Entwicklung von Klima und Flora während dieser Periode im Mittelmeerraum basiert überwiegend auf fragmentarischen terrestrischen Bohrkernen, ergänzt durch marine Bohrkerne. Um unser Verständnis der Entwicklung von Klima und Flora während dieser Periode zu verbessern, wurde 2013 während der ICDP- Bohrung im Ohrid-See ein 550m-Bohrkern entnommen. Vorläufige geochemische, Pollen- und Kieselalgen-Analysen zeigen eine kontinuierliche Sedimentation über die letzten 1,36 Ma und weisen auf wesentliche Veränderungen der Gehalte an anorganischem Kohlenstoff, Pollen und Kieselalgen hin, korrespondierend zu den marinen Isotopenstufen (MIS). Unter Berücksichtigung des verringerten globalen Eisvolumens und der neigungsbedingt kürzeren Klimazyklen während dieser Periode, die in marinen Bohrkernen beobachtet wurde, sind die Untersuchungsziele diese Antrags: (i) die Bestimmung der Pflanzenvielfalt in einem südlichen Rückzugsraum während der Entstehung des Ohrid-Sees und vor dem Übergang zum Mittleren Pleistozän mit Fokus auf Überreste subtropischer Arten, (ii) die Rekonstruktion von Umwelt- und hydrologischen Veränderungen im Ohrid-Becken, die zur Entstehung des Sees geführt haben, (iii) die Bestimmung der Haupteinflussfaktoren für terrestrische und aquatische Ökosystemveränderungen seit der Entstehung des Sees in einem neigungsbestimmten Klima (41-ka-Zyklen) zwischen MIS 43 und MIS 35, und (iv) die quantitative Rekonstruktion und Bewertung der Natur und des Umfangs der Klimaschwankungen zwischen MIS 43 und MIS 35 im östlichen Mittelmeerraum. Diese Ziele werden in drei Schritten bearbeitet und werden die ersten hochaufgelösten Pollen- und Nicht-Pollen-Palynomorphen- und Holzkohle-Daten liefern, ein Lipid-Biomarker Verzeichnis für Fluvial-, Torfmoor- und See-Phasen sowie die erste aus Pollen und Biomarkern abgeleitete quantitative Klimarekonstruktion des Untersuchungsraums während des Unteren Pleistozäns. Ergänzende tephrochronologische, sedimentologische, geochemische und Kieselalgen-Analysen des gleichen Zeitraums werden unabhängige chronologische Kontrollpunkte liefern und unser Verständnis für Veränderungen der Seehydrologie, die Artenwechsel bei aquatischen Organismen vorantreiben, verbessern.

Schwerpunktprogramm (SPP) 1006: Bereich Infrastruktur - Internationales Kontinentales Bohrprogramm, Teilprojekt: Die treibenden Kräfte von evolutionären Veränderungen und Dynamiken von Artengemeinschaften im Langzeitsee Ohrid: Eine Synthese von molekularen, paläontologischen und Sedimentkern-Daten

Der auf dem Balkan gelegene Ohridsee ist der älteste europäische Langzeitsee, gekennzeichnet durch eine außergewöhnlich hohe Biodiversität und Endemismusrate. Die Prozesse, die diese Biodiversität generiert haben, sind jedoch noch weitgehend unbekannt.Vorläufige genetische Analysen ausgewählter benthischer Tiergruppen des Ohridsees in Verbindung mit molekulare Uhr-Abschätzungen haben gezeigt, dass die meisten endemischen Taxa intralakustrin entstanden. Da darüber hinaus keine Änderungen von Diversifikationsraten über die Zeit erkennbar waren, liegt die Vermutung nahe, dass im Laufe der Seengeschichte möglicherweise keine katastrophalen Ereignisse stattgefunden haben.Diese Hypothese hat u.a. die ICDP (SCOPSCO) Bohrkampagne im Ohridsee inspiriert, die Anfang April 2013 begonnen hat. Sie wurde zu einer der erfolgreichsten ICDP-Seebohrung überhaupt, und bis Ende Mai 2013 konnten ca. 2100 laufende Meter an Sedimenten gewonnen werden. Die Gesamtausbeute an vier verschiedenen Bohrlokalitäten betrug dabei größer als 95 %. Erste Analysen deuten darauf hin, dass die Kerne ein kontinuierliches Archiv von qualitativ hochwertigen paläolimnologischen Daten darstellen und reich an Mikro- und Makrofossilien sind. Weiterhin zeigen vorläufige Analysen von Proben aus den Kernfängern, dass über die Zeit signifikante Änderungen in den Diatomeengemeinschaften stattgefunden haben.Aus diesem Grunde wird in dem vorliegenden Antrag eine Kombination von Molekular-Uhr-Informationen von rezenten endemischen Arten sowie Mikro- und Makrofossil-Daten auf der einen Seite und Paläoumweltdaten (sedimentologische, tephrostratigraphische und Paläo-Habitat-Informationen) aus Sedimentkernen auf der anderen Seite genutzt, um sowohl die treibenden Kräfte für evolutionäre Veränderungen als auch mögliche Turnover von Artengemeinschaften im Langzeitsee Ohrid für verschiedenen höhere Taxa zu ermitteln.Als Arbeitshypothese wird angenommen, dass das Fehlen von katastrophalen Ereignissen im Ohridsee und dessen hohe Ökosystem-Resilienz Effekte von Umweltänderungen auf die See-Taxa abgemildert haben und stattdessen diese Umwelteinflüsse primär für Änderungen in den Artengemeinschaften verantwortlich sind.Das beantragte Projekt verfolgt einen konzeptionell neuen Ansatz in Langzeitsee-Studien. Basierend auf den durch das SCOPSCO-Bohrprogramm entstandenen Synergien kombiniert es zeitlich explizite molekulare, evolutionäre und Paläoumwelt- Informationen von verschiedenen Tier- und Protisten-Gruppen. Diese Informationen stammen aus alterskontrollierten Sedimentdaten, welche die gesamte Geschichte eines Langzeitsees abdecken.

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