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s/balkon/Balkan/gi

Sonderforschungsbereich (SFB) 806: Unser Weg nach Europa: Kultur-Umwelt Interaktion und menschliche Mobilität im Späten Quartär, Teilprojekt E07 (D06): Schwarzer Kohlenstoff als Indikator für Mensch-Umwelt Interaktionen in den letzten 190.000 Jahren

Teilprojekt E7 hat in Phase 1 (als F3) Methoden zur Analysen von schwarzem Kohlenstoff entwickelt und, in Phase 2 (als D6), auf verschiedene geoarchäologische Archive angewendet, um Paläoumwelt- und menschliche Einflüsse auf die lokale Brandgeschichte zu rekonstruieren. Die Feuersignale korrelieren mit menschlicher Aktivität und Paläoklima . Ziel ist, die Feuersignale aus den Geoarchiven und archäologischen Fundstellen des SFB von NE-Afrika bis zum Balkan zwischen 190-15 kaBP zu vernetzen, auch durch räumliche Modellierung der Transportweiten von Brandrückständen. Wir erwarten, dass die Interaktion zwischen Feueraktivität, Paläoklima und menschlicher Mobilität sich entlang des Korridors von Afrika nach Europa verändert. Die Synthese der natürlichen und menschlichen Feuergeschichte wird helfen, die Rolle von Feuern für unseren 'Unseren' Weg nach Europa zu verstehen.

openSenseMap: Sensor Box Bad Abbach

Sensortechnik u. Akku in einem Verteilerkasten IP65 Stromversorgung über Solarpanel -Nova SDS011 Feinstaubsensor -BME280 für Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftdruck -NodeMCU ESP8266 -Waveshare Solar Manager Mod.A -Li-Ion Akkupack 10.000mAH -12V 30W Solarmodul -Messdaten 4 min. Intervall

Errichtung und Betrieb einer integrierten H2-Pilotanlage als Vorstufe der großindustriellen Produktion und des Exports von grünem Wasserstoff und Derivaten an diversen Standorten in der Republik Serbien

Errichtung und Betrieb einer integrierten H2-Pilotanlage als Vorstufe der großindustriellen Produktion und des Exports von grünem Wasserstoff und Derivaten an diversen Standorten in der Republik Serbien, Errichtung und Betrieb einer integrierten H2-Pilotanlage als Vorstufe der großindustriellen Produktion und des Exports von grünem Wasserstoff und Derivaten an diversen Standorten in der Republik Serbien

Verbesserung der Konnektivität am Grünen Band Balkan

Das Projekt zielt darauf ab zu einer Verbesserung der Raum- und Landnutzungsplanung am Grünen Band Balkan (BGB) beizutragen. Die Aktivitäten legen einen Schwerpunkt auf die Rolle der Raum- und Landnutzungsplanung bei der Umsetzung von Grüner Infrastruktur (GI) zur Sicherung und Entwicklung des BGB. Beispielhaft liegt ein räumlicher Fokus auf Albanien und Nordmazedonien. In einer grenzübergreifenden Modellregion 'Jablanica-Shebenik', bestehend aus mehreren Gemeinden beider Länder, wird ein konkretes Praxisbeispiel erarbeitet.

Messergebnisse zur Radioaktivität in: Balkan Pfanne (02.02.2021)

Messdaten zur Überwachung der Radioaktivität in der Umwelt, in Lebens- und Futtermitteln

Denkanstöße 14 - Der Luchs in West- und Mitteleuropa

[Redaktioneller Hinweis: Die folgende Beschreibung ist eine unstrukturierte Extraktion aus dem originalem PDF] DER LUCHS IN WEST- UND ­MITTELEUROPA Denkanstöße 14 D 14 | Mai 2023 Empfehlungen für den Schutz des Eurasischen Luchses Lynx lynx in West- und Mitteleuropa Schlussfolgerungen aus dem Workshop der „Bonn Lynx Expert Group“ in Bonn, Deutschland,16. bis 19. Juni 2019 Die Denkanstöße basieren auf den Schlussfolgerungen aus dem Workshop der „Bonn Lynx Expert Group“ in Bonn, Deutschland, 16. bis 19. Juni 2019. Diese wurden ursprünglich in englischer Sprache veröffentlicht in den CATnews Nr. 14 – Herbst 2021. Bei dieser Veröffentlichung handelt es sich um eine Übersetzung des Newsletters CATnews – Special Issue – The Eurasian lynx in Continental Europe. Herausgeber: Christine und Urs Breitenmoser. Co-Chairs IUCN / SSC, Cat ­Specialist Group, KORA, Stiftung KORA, Talgut-Zentrum 5, CH-3063 Ittigen CATnews ist der Newsletter der Cat Specialist Group, einer Sektion der Species Survival Commission SSC der International Union for Conservation of Nature (IUCN). Die Bezeichnung der geografischen Einheiten in dieser Veröffentlichung und die Darstellung des Materials bedeuten nicht, dass dies der Meinung der IUCN über den rechtlichen Status eines Landes, eines Territoriums oder eines ­Gebiets oder seiner Behörden oder über die Abgrenzung oder Grenzen entspricht. Wir danken für die gute Kooperation! INHALT 1. Herausforderungen für die ­Erhaltung des Eurasischen ­Luchses in Kontinentaleuropa – eine Einführung4 2.Erhaltungszustand des Eura­sischen Luchses in West- und Mitteleuropa7 3.Erhaltung der nordosteuropäischen Tieflandpopulation des Eurasischen Luchses14 4.Erhaltungsbedarf der Luchs­population in den Karpaten 19 5.Balkanluchs und das „Balkan Lynx Recovery Programme“ 26 6.Herausforderungen bei der Erhaltung der böhmisch-bayerisch-öster­reichischen ­Luchspopulation  7. 31 Der Eurasische Luchs im Dinarischen Gebirge und in den südöstlichen ­Alpen und die Notwendigkeit einer Bestandsstärkung 35 8.Die Entwicklung der Harzer Luchs­population 41 9.Situation des Luchses im Juragebirge 48 10. Situation des Eurasischen Luchses in den Vogesen 56 11. Wiederansiedlung des E ­ urasischen Luchses im Pfälzerwald, ­Deutschland 62 12. Die Rückkehr des Luchses in den Nordwesten Polens 71 13. Schritte zu einer Luchspopulation im Schwarzwald? 74 14. Der Beitrag von Trittstein-­Ansiedlungen zur Verbesserung der Verbreitung des Luchses 76 15. SCALP: Monitoring des Eurasischen Luchses in den Alpen und darüber hinaus  82 16. Günstiger Erhaltungszustand und Management auf Populations­ebene – die böhmisch-bayerisch-öster­reichische Luchspopulation als Fallbeispiel  87 17. Grenzüberschreitende Zusammen­arbeit bei der Erhaltung des ­Luchses unter der Schirmherrschaft der Oberrheinkonferenz 91 18. Auswirkungen der Fragmentierung und Vernetzung von Luchs­habitaten auf die Populationsgenetik in K ­ ontinentaleuropa 94 19. EUROLYNX: Wissenschaftliche Zusammen­arbeit bei der Untersuchung der Bewegungsökologie des Eurasischen Luchses in seinem Verbreitungs­gebiet  99 20. Gesundheitsüberwachung im Wildtierschutz: Erfahrungen mit dem ­Eurasischen Luchs in der Schweiz 21. EAZA-Zuchtprogramme als Quelle für Luchswiederansiedlungen  105 124 22. Empfehlungen für den Schutz des Eurasischen Luchses Lynx lynx in West- und Mitteleuropa 127 3| URS BREITENMOSER1*, JOCHEN KREBÜHL2, CHRISTOPH HEIDER3 & CHRISTINE ­BREITENMOSER-WÜRSTEN4 1. HERAUSFORDERUNGEN FÜR DIE ­ERHALTUNG DES EURASISCHEN ­ LUCHSES IN KONTINENTALEUROPA – EINE EINFÜHRUNG Der Eurasische Luchs Lynx lynx besiedelte einst ganzGegenwärtig gibt es in Kontinentaleuropa drei kleine bis Kontinentaleuropa, wurde aber einerseits mit demmittelgroße autochthone und elf winzige bis kleine wieder- Rückgang der Wälder und des Wildtierbestandes undeingeführte Populationen, die sich auf 23 Länder verteilen andererseits dem menschlichen Bevölkerungswachstum,(von Arx et al. 2021). In den letzten Jahren wurden neue der Ausdehnung der Anbauflächen und der Zunahme derWiederansiedlungsprojekte initiiert (z. B. Idelberger et Viehbestände allmählich verdrängt. Die endgültige Aus-al. 2021, Tracz et al. 2021). Es wurden Anstrengungen rottung der Restpopulationen erfolgte im Laufe des 19.unternommen, um getrennte Populationen miteinander zu Jahrhunderts. Eine Ausnahme bildeten die Populationenverbinden (Molinari et al. 2021), und die genetische Sa- im nordosteuropäischen Tiefland, in den Karpaten undnierung früherer Wiederansiedlungspopulationen wurde im südlichen Dinarischen Gebirge, die alle in den spätendiskutiert und – in einem Fall (Fležar et al. 2021) – bereits 1940er Jahren ein Minimum erreichten, aber schließlichin Angriff genommen. Solche Projekte erfordern den Zu- überlebten (für einen Überblick über den historischengang zu geeigneten Ausgangstieren und den Transport Rückgang und die Originalliteratur siehe Breitenmoser &von umgesiedelten Luchsen über internationale Grenzen Breitenmoser-Würsten 2008). Die Wiederansiedlungspro-hinweg. Gemäß den IUCN-Leitlinien für Wiederansied- gramme begannen vor fast 50 Jahren; nicht ausschließ-lungen und andere Umsiedlungen zu Erhaltungszwecken lich, aber meistens mit Fundtieren aus der slowakischen(IUCN/SSC 2013), aber auch gemäß den EU- und/oder Population. Bis heute wurden Eurasische Luchse innationalen Rechtsvorschriften müssen für solche Er- Kontinentaleuropa in Frankreich, der Schweiz, Deutsch-haltungsmaßnahmen eine geeignete Ausgangspopulation land, Polen, der Tschechischen Republik, Italien, Öster-ermittelt, der Erhaltungszustand der Ausgangspopulation reich und Slowenien wieder angesiedelt (siehe Beiträge inbewertet und tierärztliche Gesundheitsvorkehrungen ge- dieser Sonderausgabe). Einige Wiederansiedlungsprojek-troffen werden, um die Übertragung von Krankheitserre- te scheiterten bereits in einem frühen Stadium, und allegern zu verhindern. Die „traditionellen“ Quellpopulationen neu entstandenen Populationen der Wiederansiedlungenin den Karpaten und vor allem in der Slowakei haben sind immer noch relativ klein, meist isoliert und weisenjedoch ihre eigenen Erhaltungsprobleme (Kubala et al. einen recht hohen Grad an Inzucht auf, unter anderem2021), was (erneut) die Diskussion über die Nutzung von aufgrund der begrenzten Anzahl von NachzuchttierenErhaltungszuchtprogrammen als Quelle für Wiederansied- (Breitenmoser & Breitenmoser-Würsten 2008).lungen ausgelöst hat (Lengger et al. 2021). Letztendlich sollten diese jetzt isolierten Populationen alle zu wenigen 1 2 3 4 |4 IUCN/SSC Cat Specialist Group, Stiftung KORA, Muri, Schweiz *Email: u.breitenmoser@kora.ch Stiftung Natur und Umwelt RLP, Mainz, Deutschland HIT Umwelt- und Naturschutz Stiftungs-GmbH, Siegburg, Deutschland IUCN/SSC Cat Specialist Group, Stiftung KORA, Muri, Schweiz großen und lebensfähigen Metapopulationen zusammen-Die Ergebnisse des Symposiums sind in dieser Sonder- geführt werden, um die negativen Auswirkungen derausgabe zusammengefasst. Im Anschluss an die Be- Fragmentierung ihres Lebensraums abzumildern (Premierstandsaufnahme erarbeiteten die Teilnehmenden Empfeh- et al. 2021). Erschwerend kommt hinzu, dass Kontinen-lungen (Bonn Lynx Expert Group 2021), um den Schutz taleuropa drei phylogenetisch unterschiedliche Linien desdes Luchses in Kontinentaleuropa zu koordinieren. Die Eurasischen Luchses beherbergt, die als gültige Unter-Ergebnisse des Bonner Workshops wurden dem Sekreta- arten anerkannt sind (Kitchener et al. 2017). Ist also jederriat und dem Ständigen Ausschuss des Übereinkom- Luchs überall willkommen? Wie sollen wir Gebiete für diemens über die Erhaltung der europäischen wildlebenden Unterarten in denjenigen Regionen abgrenzen, in denenPflanzen und Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume wir keine Informationen über die ursprünglichen Bewoh-(Berner Konvention) des Europarates vorgelegt, der am 6. ner haben?Dezember 2019 die Empfehlung Nr. 204 (Ständiger Aus- schuss 2019) verabschiedete. Diese ist mit den am Ende Diese Fragen und die komplexe Situation erfordern einedieses Sonderheftes vorgestellten Empfehlungen (Bonner einvernehmliche Strategie zum Schutz des EurasischenLuchsexpertengruppe 2021) deckungsgleich. Luchses, vereinbarte Standards und Protokolle, die die internationale und interregionale Zusammenarbeit erleich-Die geografische Bezeichnung ‚Kontinentaleuropa‘ be- tern, sowie gemeinsame Leitlinien und einen koordiniertenzieht sich im Kontext des vorliegenden Tagungsbandes Ansatz für den Erhalt des Luchses in Kontinentaleuropa.und der Empfehlungen auf das historische und aktuelle Aktuelle Herausforderungen sind z. B.Verbreitungsgebiet des Eurasischen Luchses südlich der 1. die Abgrenzung von Erhaltungseinheiten, 2. die genetische Sanierung von Inzuchtpopulationen, 3. die Ausgangspopulationen für weitere Umsiedlungen, 4. die Vernetzung kleiner Populationen und 5. das Management von Luchspopulationen im Hinblick auf die Koexistenz mit Menschen. großen autochthonen Populationen in Fennoskandina- vien und Russland. Die Bonner Konferenz konzentrierte sich auf die biologischen und ökologischen Aspekte im Hinblick auf die Wiederherstellung lebensfähiger Meta- populationen des Luchses in dieser Region. Obwohl wir uns der Bedeutung der menschlichen Dimension eines solchen Unterfangens voll bewusst sind, konnten wir Vom 16. bis 19. Juni 2019 trafen sich rund 50 Luchsex-aus praktischen Gründen nicht auch die sozialwissen- pertinnen und -experten in Bonn (Abb. 1, Anhang I), umschaftlichen Aspekte der Luchserhaltung behandeln. Alle über den Erhalt des Eurasischen Luchses in Kontinental-Teilnehmenden waren sich jedoch einig, dass die Dis- europa zu diskutieren. Ziele des Workshops waren,kussionen in Bonn fortgesetzt werden sollten und dass in 1. den Erhaltungszustand der kontinentalen Luchspo- pulationen und die Durchführung von Projekten zur Erhaltung des Luchses zu überprüfen, 2. Empfehlungen für einen koordinierten langfristigen An- satz zur Wiederansiedlung und Erhaltung des Luchses in West- und Mitteleuropa zu diskutieren und 3. sich auf die Entwicklung von Standards und gemein- samen Protokollen für die praktische Erhaltungsarbeit zu einigen. Zukunft weitere Themen des Luchserhalts in Kontinental- europa behandelt werden müssen. Die Bonner Luchskonferenz wurde gemeinsam von der HIT Umwelt- und Naturschutz Stiftung, der Stiftung Natur und Umwelt (SNU) Rheinland-Pfalz, der IUCN SSC Cat Specialist Group und der Stiftung KORA organisiert. Finanzielle Unterstützung wurde großzügig von der HIT Umwelt- und Naturschutz Stiftung, der SNU, dem EU-Förderprogramm LIFE und dem Europarat (Berner Konvention) gewährt. 5|

Schwerpunktprogramm (SPP) 1006: Bereich Infrastruktur - Internationales Kontinentales Bohrprogramm, Teilprojekt: Auswirkungen von Klimavariabilität auf terrestrische Ökosysteme in Südosteuropa während MIS 12-11 und MIS 19 anhand hochauflösender Pollenanalysen der Ohridsee-ICDP-Kernsedimente

Mit dem Ziel eines verbesserten Verständnisses der terrestrischen Ökosystem- und Klimaentwicklung während extremer Glaziale und Interglaziale des Quartärs generiert das Projekt neue Pollen-Datensätze für die marinen Isotopenstadien (MIS) 12 und 11 sowie (als neues Element innerhalb des hier gestellten Fortsetzungsantrags) 19c in SE-Europa. Dies geschieht durch hochauflösende palynologische Analysen von ICDP-Kernen aus dem Ohridsee (SW-Balkan). Die Arbeitspakete (1) und (2) der ersten zwei Projektjahre haben folgende Ergebnisse erbracht: (i) einen palynologischen Datensatz in jahrhundertskaliger (ca. 450 Jahre) Auflösung für MIS 11 mit hohen Zählsummen für Pollen ( größer als 500 Pollenkörner), Sporen und Algen sowie darauf basierenden quantitativen Klimarekonstruktionen; (ii) den ersten jahrhundertskalig (ca. 400-800 Jahre) aufgelösten palynologischen Datensatz für MIS 12 in Europa. Die Integration der palynologischen Daten mit sedimentologischen und geochemischen Daten von Partnern des Ohridsee-Konsortiums sowie der Vergleich mit anderen Proxy-Datensätzen aus dem Mittelmeerraum hat zu einem erheblichen Wissenszuwachs zur terrestrischen Ökosystem- und Klimadynamik während MIS 12-11 in SE-Europa und darüber hinaus geführt. Die wichtigsten Projektresultate sind aktuell (d.h. nach 23 Projektmonaten) wie folgt: (i) Nachweis eines starken Kälteereignisses bei ca. 405 ka unter voll interglazialen Rahmenbedingungen, was belegt, dass jahrtausendskalige Klimavariabilität während MIS 11 in SE-Europa ca. 7 kyrs vor Ende des wämsten Sub-Stadiums 11c und früher als im marinen Bereich einsetzte; (ii) Nachweis der kurzfristigen Expansion thermophiler Taxa während MIS 12, was eine sensitive Reaktion terrestrischer Ökosysteme auf Dansgaard-Oeschger (D-O)-artige Wärmeevents während vollglazialer Rahmenbedingungen dokumentiert; (iii) Nachweis seltener Taxa im Einzugsbereich des Ohridsees während MIS 12, was dessen Rolle als pleistozänes Refugium unterstreicht. Das hier beantragte Projektjahr wird auf Arbeitspaket (3) fokussieren. Dieses umfasst: (i) eine noch höhere zeitliche Auflösung der Pollendaten für MIS 12, wodurch die Charakteristika der (D-O)-artigen Wärmeevents klarer hervortreten; (ii) als zusätzlichen Erkenntnisgewinn gegenüber dem ursprünglichen Antrag einen neuen, jahrhundertskalig aufgelösten Pollen-Datensatz für MIS 19c und damit ein Interglazial, das wie MIS 11 als enge orbitale Analogie zum Holozän gilt; sowie (iii) eine Synthese aller Projektergebnisse. Die neue hinzugekommene Projektkomponente zu MIS 19c wird erstmalig erlauben, die Reaktion terrestrischer Ökosysteme in Europa auf geringes Exzentrizitäts-Forcing durch hochauflösende Pollendaten über drei Interglaziale (MIS 1, 11c und 19c) an einer Lokalität (d.h. unter identischen geographischen Rahmenbedingungen) zu betrachten. (Text gekürzt)

Integriertes Wassermanagementsystem für das grenzübergreifende Drin-Buna Flusseinzugsgebiet im westlichen Balkan unter Berücksichtigung multipler Nutzer sowie des klimatischen Wandels und der beiden EU-Wasserrichtlinien

Kapitel 56 Schwarzkäfer Rote Listen Sachsen-Anhalt 2020

Rote Listen Sachsen-Anhalt Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt Halle, Heft 1/2020: 705–709 56 Bearbeitet von Sebastian Schornack, Ringo Dietze und Manfred Jung * unter Mitarbeit von Wolfgang Bäse, Holger Breitbarth, Klaus Graser, Wolfgang Gruschwitz, Manfred Jung, Torsten Pietsch, Andreas Rössler, And- reas Schöne, Peter Strobl, Günther Schumann, Gerhard und Richard Wahn und Thomas Wolsch (2. Fassung, Stand: August 2019) * Aktualisierung Einführung Die allgemeine Bekanntheit der Schwarzkäfer außer- halb der Spezialistenkreise beruht besonders auf der Tatsache, dass einige Vertreter gefürchtete Vorrat- schädlinge sind (Tenebrio molitor, Tribolium-Arten). Obwohl meist düster gefärbt, sind nicht alle Schwarz- käfer schwarz, vielmehr enthält die Gruppe eine Vielzahl Arten uneinheitlicher Form und Färbung. Es scheint, als ob in dieser Käferfamilie einige „Doppel- gänger“ anderer nicht verwandter Käfergruppen versammelt sind. Die Familie Tenebrionidae ist mit etwa 20.000 Arten die fünftgrößte Käferfamilie weltweit. Der Schwerpunkt ihrer Verbreitung liegt in trockeneren, wärmeren Gebieten. Für Deutschland sind rezent 89 Arten registriert, in Sachsen-Anhalt kommen 67 Ar- ten vor. Dabei sind die beiden Arten Myrmechixenus vaporariorum Guérin-Méneville und M. subterraneus Chevrolat erst kürzlich aus der Familie Colydiidae (Rin- denkäfer) in die Familie Tenebrionidae eingegliedert worden (Schawaller 1998). Die Alleculidae (Blüten- mulmkäfer) sowie die beiden Arten der Gattung Lag- ria (Lagriidae/Wollhaarkäfer) gehören nach neuester Nomenklatur ebenfalls zu den Schwarzkäfern. Typische Bestimmungs-Merkmale sind die durch die vorgezogenen Wangen nierenförmigen Augen, das bei einigen Arten vorhandene Mukro (eine zipfel- förmige Verlängerung der Flügeldecken an der Naht, z.B. Blaps lethifera, Stenomax aeneus). Die Fühler sind relativ dick und perlschnurartig. Zahlreiche Arten sind durch Verwachsung der Elytren flugunfähig. Schwarzkäfer sind meist ausgesprochene Spezialis- ten. Es werden zahlreiche ökologische Nischen be- siedelt. Die Käfer leben im Holz (Corticeus fasciatus), Pilzen (Eledona agricola, Diaperis boleti, Bolitophagus reticulatus, Platydema violaceum), sind Bewohner von Ameisennestern (Myrmechixenus subterraneus) oder von Grassteppen (Melanimon tibiale, Pedinus femoralis, Opatrum sabulosum), salzbeeinflussten Dünen (Phaleria cadaverina, Phylan gibbus), leben in faulenden Pflanzenstoffen (Alphitophagus bifasciatus, Pentaphyllus testaceus) und in trockenen, stärkerei- Schwarzkäfer (Coleoptera: Tenebrionidae) chen Substraten (meist synanthrop, Lagerschädlinge, s.u.). Einige Arten sind aufgrund ihrer engen Habitat- bindung selten bzw. nur sehr selten nachweisbar (Tenebrio opacus, Platydema dejeanii, Corticeus sp.). Larven und Imagines sind meist Allesfresser, einige Arten leben räuberisch, andere sind myceto- phag oder phytodetritophag. Zu den Vorratsschäd- lingen zählen sowohl heimische Vertreter als auch Tiere anderer Faunenkreise, die mit dem Handel eingeschleppt worden sind (Tribolium destructor, Latheticus oryzae, Gnatocerus cornutus) und sich zeit- weise oder dauerhaft etabliert haben. In ihrer natür- lichen Umgebung sind die Tiere selten und hier meist unter trockener Borke im Holzmehl zu finden (z.B. Tribolium castaneum, T. confusum). Da sie aufgrund ihrer Lebensweise bei Bedrohung der natürlichen Lebensräume die Rückzugsmöglichkeit der Vorrats- lager haben, kann eine landesweite Gefährdung nicht eingeschätzt werden, auch werden als Vorratsschäd- linge geltende Arten generell nicht in Rote Listen aufgenommen. Folgende Arten werden deshalb nicht berücksichtigt: Tribolium madens, T. castaneum, T. de- structor, T. confusum, Gnatocerus cornutus, Latheticus oryzae sowie Tenebrio molitor. Der anscheinend einzige rezente Fund von G. cor- nutus nach 1950 erfolgte am 31.3.1979 in Athenstedt bei Halberstadt, hier wurde totes Exemplar in einem frischen Brötchen aus der ortsansässigen Bäckerei gefunden. L. oryzae, der Indische Reiskäfer, ist mittler- weile aus fast allen Regionen Deutschlands gemeldet, was auf eine dauerhafte Einbürgerung schließen lässt. In der Lichtfalle des Autors in Athenstedt erscheinen seit dem Jahre 2007 ziemlich regelmäßig Käfer, bisher insgesamt fast 50 Exemplare, sobald die Temperaturen tagsüber mindestens 28 Grad Celsius betragen und auch nachts nicht unter 20 Grad fallen. Anscheinend werden solch hohe Temperaturen benötigt, damit die Käfer ihre geschützten Bruthabitate verlassen. Interessant erscheint der Umstand, dass G. cor- nutus sowie drei der vier zu den Vorratsschädlingen zählenden Tribolium-Arten (außer T. castaneum) in Sachsen-Anhalt (und teils auch in vielen anderen deutschen Regionen) in den letzten dreißig bis vier- zig Jahren nicht nachgewiesen wurden. Hier scheint die Rückzugsmöglichkeit in Vorratslager nicht mehr zu greifen, da sich durch Wegfall vieler potenziel- ler Lagerstätten für Mehl und andere stärkehaltige Produkte und eine stark verbesserte Lagerhygiene die Existenzgrundlage dieser Arten drastisch verschlech- tert. Es ist also durchaus nicht abwegig, dass sie Ihren Status als Vorratsschädlinge zumindest in Deutsch- land verlieren und zukünftig als verschollen oder aus- gestorben gelten werden. 705 Schwarzkäfer Tab. 1: Übersicht zum Gefährdungsgrad der Schwarzkäfer Sachsen-Anhalts. Artenzahl (absolut) Anteil an der Gesamtartenzahl (%) Gefährdungskategorie R 1 2 - 8 6 - 13,3 10,0 0 7 11,7 Rote ListeGesamt 30 50,060 Sonstige GesamtGesamt 3 5,060 3 8 13,3 Tab. 2: Übersicht zu den sonstigen Kategorien. Artenzahl (absolut) Anteil an der Gesamtartenzahl (%) G - - Kategorien D 1 1,7 12 34 V 2 3,3 Abb. 1: Blaps lethifera lebt sowohl synantrop als auch im Freiland und ist doch Veränderungen im Siedlungs- und Ackerbau stark rückläufig. (Foto: F. Köhler). Abb. 2: Laena viennensis als Präglazialrelikt der Ostalpen und des Balkans wurde im Fallstein bei Osterwieck als neue Art für Deutschland nachgewiesen (Foto: F. Köhler). Abb. 3: Mycetochara humeralis entwickelt sich in morschem Laubholz und ist bei uns nur sehr selten anzutreffen (Foto: P. Bornand). Abb. 4: Omophlus pubescens ernährt sich als Larve, wie die anderen Arten der Gattung, subterran von Pflanzenwurzeln. Die Imagines sind auf Blüten zu finden (Foto: P. Bornand). Datengrundlagen Aus Sachsen-Anhalt sind durch historische Daten (besonders Rapp 1934, Horion 1956, Borchert 1951) zahlreiche Arten belegt, wobei sowohl Horion als auch Borchert teilweise auf die Daten von Rapp verweisen. Schwarzkäfer wurden zwar oft als Bei- oder Zu- fallsfänge gesammelt, jedoch liegen im Vergleich zu anderen gut bearbeiteten Artengruppen (Laufkäfer, Bockkäfer) vergleichsweise weniger gesicherte rezen- 706 te Datensätze vor. In Museen mögen zusätzliche Fun- de einer Indentitätsprüfung harren. Bisher wurden nur die Daten aus dem Museum für Naturkunde und Vorgeschichte Dessau (MNVD) berücksichtigt. Erst in neuerer Zeit werden Tenebrionidae auch bei faunistisch-ökologischen Gutachten erfasst (z.B. Bussler & Schmidl 1997, Sprick 2000, Dietze & Schornack 2002). Seit dem Erscheinen der 1. Fassung im Jahre 2004 wurden mit Laena viennensis im Fallstein bei Osterwieck durch Weigel (Weigel & Jung 2014) und Schwarzkäfer Tab. 3: Änderungen in der Anzahl der Einstufungen in die Gefährdungskategorien im Vergleich der Roten Listen der Schwarzkäfer Sachsen- Anhalts aus den Jahren 2004 und 2020. Gefährdungskategorie 0 – Ausgestorben oder verschollen R – Extrem seltene Arten mit geographischer Restriktion 1 – Vom Aussterben bedroht 2 – Stark gefährdet 3 – Gefährdet Gesamt Rote Liste 2004 (AZ = 39) (absolut) (%) 5 12,8 ---- 2 3 7 175,1 7,7 17,9 43,58 6 8 3013,3 10,0 13,3 50,0 Neomida haemorrhoidalis bei Wittenberg durch Bäse zwei Arten neu für Sachsen-Anhalt nachgewiesen, erstere zugleich als Neufund für Deutschland. Dabei ist die Herkunft von L. viennensis, einem Präglazialre- likt, außerhalb ihres angestammten Verbreitungsge- bietes vom östlichen Österreich bis zu den Karpaten bisher nicht erklärbar. Grundlage für die Einschätzung der Gefährdung der Tenebrionidae in Sachsen-Anhalt war neben der Auswertung der faunistischen Arbeit von Bor- chert (1951) und des online-Verzeichnisses der Käfer Deutschlands vor allem die Zusammenfassung zahl- reicher Funddaten. Insgesamt wurden etwa 2.900 Datensätze berücksichtigt. Die Nomenklatur richtet sich nach Bleich et al. (2018). Bemerkungen zu ausgewählten Arten, Gefährdungs- ursachen und erforderliche Schutzmaßnahmen Die Hauptgefährdung für Schwarzkäfer ist die Beein- flussung oder das Verschwinden ihrer Habitate. Arten der sandigen, trockenen Habitate (z.B. Blaps lethifera, Pedinus femoralis) sind durch Nährstoffein- trag (Eutrophierung) in ihren Vorkommen bedroht. Außerdem besteht in vielen Fällen die Notwendigkeit der Sukzessionsverhinderung (z.B. Binnendünen im Gebiet der Mittelelbe). Holzpilz- (z.B. Platydema violaceum, Platydema dejeanii) und Holzbewohner (z.B. Corticeus fasciatus, Art (wiss.) Allecula rhenana Bach, 1856 Blaps lethifera Marsham, 1802 Blaps mortisaga (Linnaeus, 1758) Blaps mucronata Latreille, 1804 Corticeus bicoloroides (Roubal, 1933) Corticeus fasciatus Fabricius, 1790 Corticeus fraxini Kugler, 1794 Corticeus linearis Fabricius, 1790 Corticeus longulus Gyllenhal, 1827 Corticeus pini Panzer, 1799 Diaclina fagi (Panzer, 1799) Rote Liste 2020 (AZ = 60) (absolut) (%) 8 11,7 Tenebrio opacus, Neatus picipes) sind Besiedler von in- takten Totholzhabitaten, deren Struktur und Qualität durch Holzeinschlag, Beräumung der Wälder, Nadel- holz-Forstungen negativ beeinflusst werden (detail- lierte Angaben hierzu in Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt 2003). Im Einzelnen bedeutet der Wegfall spezifischer Nischen (z.B. Tenebrio opacus: alte Eichen mit größe- ren Mulmhöhlen) einen Verlust der Nahrungsgrund- lage. Als Schutzmaßnahme gilt deshalb besonders der Erhalt dieser Habitate. Zusätzlich ist eine genau- ere, flächendeckende Erfassung der Schwarzkäfer, z. B. im Rahmen von Gutachten besonders in Wald- gebieten und auf Trockenrasen notwendig, um eine Abschätzung der Gefährdungstendenzen möglich zu machen. Deshalb soll die vorliegende Klassifizierung als Anreiz angesehen werden, weitere Daten einzu- bringen und kritisch zu diskutieren. Danksagung Dank gebührt insbesondere Herrn Dr. Peer Schnitter vom Landesamt für Umweltschutz in Halle, den Fach- kollegen der Planungsbüros Myotis (Halle/S.) und ÖKOTOP/Halle für die Überlassung von Fallenmaterial sowie den Herren Wolfgang Bäse (Wittenberg) und Andreas Weigel (Wernburg) für die Übermittlung von Funddaten. Kat. 0 1 3 0 2 2 0 2 2 0 V Bem. H, 1951 01) S S, 1951 01) H H, 1951 01) H H H, 1951 01) 707

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