Der Wasser- und Abwasserzweckverband Gotha und Landkreisgemeinden (WAG) ist Betreiber der vollbiologischen Verbandskläranlage Fröttstädt. Die Abwasserbehandlungsanlage ist auf eine Anschlussgröße von 15.000 Einwohnerwerten begrenzt. Durch die Thüringer Landesregierung wird die Entwicklung einer Industriegroßfläche am Standort Waltershausen Ost/Hörselgau (IG5) forciert. Die geplante Industriegroßfläche befindet sich im Einzugsgebiet der 3 km entfernten Verbandskläranlage Fröttstädt. Die Behandlung des im Bereich des Industriegebietes anfallenden Schmutzwassers ist aufgrund der örtlichen Nähe über die Verbandskläranlage zweckmäßig, jedoch aufgrund des aktuellen Auslastungsgrades nicht möglich. Zur Sicherstellung der Erschließung plant die Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen (LEG) in deren Funktion als Erschließungsträger die Erweiterung der Kläranlage Fröttstädt um 10.000 Einwohnerwerte mit einem finalen Anschlusswert von insgesamt 25.000 Einwohnerwerten im Endausbauzustand. Die Erweiterungsflächen befinden sich am Standort der bestehenden Verbandskläranlage in den Gemarkungen Fröttstädt und Teutleben. Das Erweiterungsvorhaben hat den Neubau eines Belebungsbeckens, je eines Vor- und Nachklärbeckens, eines Faulturms, eines Maschinengebäudes mit Schlammvorlagen, verschiedener Speicheranlagen sowie eines Mess-/Probenahme- und Speicherschachtes zum Gegenstand. Bestandsanlagen wie Sandfang, Phosphat-Fällmittel-Station, Gebläsestation, Betriebsgebäude und Rohrleitungsanlagen sollen umgebaut und erweitert werden. Zusätzlich ist der Ausbau vorhandener Verkehrsflächen, Leitungstrassen sowie die Profilierung des Geländes am Standort vorgesehen. Das gereinigte Schmutzwasser (Klarwasser) soll – wie bisher – dem Vorfluter Hörsel zugeführt werden, die Einleitungsmenge erhöht sich.
Eine bestehende Belebungsanlage soll so erweitert werden, dass der hohe Stickstoffgehalt durch Nitrifikation-Denitrifikation weitestgehend reduziert wird. Fuer ausreichende Information ueber die bestmoegliche Betriebsweise und den zu erreichenden Grad der Stickstoffelimination werden zwei Pilotanlagen betrieben. Bislang konnte weitgehende Nitrifikation und auch Denitrifikation erreicht werden. Um einen langfristig stabilen Reinigungsprozess mit gleichzeitig niedrigen Stickstoffablaufwerten zu erreichen, ist jedoch noch eine laengere Versuchsperiode erforderlich.
Mit der Abwasserbehandlung auf Kläranlagen gehen eine Vielzahl von chemischen und biologischen Prozessen simultan einher. Diese sich gegenseitig beeinflussenden Prozesse, deren Auswirkungen, wenn sich bestimmte Parameter im Prozess ändern und wie Veränderungen vorhergesagt werden können, stellt die Betreiber der Anlagen zum Teil vor große Herausforderungen. Die meisten Einflüsse auf den Prozess bei sich ändernden Umständen sind bereits bekannt, lassen sich aber nur mit großem Aufwand darstellen. Im laufenden Betrieb fällt eine große Anzahl an Messparametern mit entsprechenden Daten an, die zentral abgespeichert werden. Hierbei handelt es sich zum einen um fest eingestellte Betriebswerte, zum anderen aber auch um Daten zu Verbräuchen und sich in Abhängigkeit der Prozesse ergebende Daten. Diese Daten stehen dabei meistens direkt bzw. indirekt in Beziehung zueinander. Bedingt durch die sehr großen Mengen an Daten war es bisher nur sehr schwer möglich, alle anfallenden Messwerte hinsichtlich eines Zielparameters auszuwerten. Eine Möglichkeit zur Analyse, die in den letzten Jahren mehr Beachtung gewinnt, besteht über die Nutzung von künstliche Intelligenz (KI), die durch tausende Rechenoperationen pro Sekunde Muster aufdecken kann. Über die Auswertung historischer Daten kann mit Nutzung der KI ein mathematischer Zusammenhang hergestellt werden. Dieser Zusammenhang soll für die Erstellung zukünftiger Prognosemodelle verwendet werden. Das zum Einsatz kommende Prognosemodell beruht dabei auf einem Digitalen Zwilling der Kläranlage, welcher, verbunden über die Sensoren der Kläranlage, diese virtuell abbildet und in Echtzeit mit seinem wirklichen Vorbild vernetzt ist. Diesem Vorgehen liegt der pragmatische Annahme zugrunde, dass der genaue Einfluss eines bestimmten Parameters zunächst nicht bekannt sein muss, sofern er mathematisch beschrieben werden kann. Das erstellte Modell kann dann beliebig auf Zielparameter eingestellt werden. Im Zuge des Forschungsvorhabens soll dieser Ansatz für die Anwendbarkeit einer möglichen Prognose der Absetzbarkeit des Belebtschlamms vorgenommen werden, explizit der Schlammindexvorhersage (ISV) im Belebtschlammverfahren.
Behörtliche Überwachung von Abwassereinleitungen in Gewässern.
Die Kläranlage Altena in Nordrhein-Westfalen wird seit 1984 vom Ruhrverband betrieben. Der Ruhrverband betreibt über 60 Kläranlagen und behandelt Abwässer von über zwei Millionen Menschen sowie aus zahlreichen Gewerbebetrieben. Konzipiert wurde die Kläranlage Altena für 52.000 Einwohnerwerte (EW) mit biologischer Stufe nach dem Belebungsverfahren und anaerober Schlammstabilisation. Da die Anlage umfassend saniert, modernisiert und aufgrund der gesunkenen Einwohnerzahl auf eine Ausbaugröße von 20.000 EW angepasst werden musste, wurde eine Machbarkeitsstudie durchgeführt, in der drei Verfahrensvarianten miteinander verglichen wurden. Das innovative Nereda®-Verfahren wurde als wirtschaftlichste Lösung ausgewählt. Die Umsetzung geht mit dem Neubau der Biologie nach „Nereda®“ und dem Rückbau der Schlammbehandlung am Standort (zentrale Schlammbehandlung auf einer Nachbarkläranlage) einher. Ein Ziel ist es die Anlage künftig als Satellitenanlage betreiben zu können. Technologisch basiert das Nereda®-Verfahren auf aerober granularer Biomasse und wird im Sequencing-Batch-Verfahren betrieben. Biologische Prozesse zur Stickstoff- und Phosphorelimination laufen in kompakten Granulen, welche die herkömmlichen Belebtschlammflocken ersetzen, gleichzeitig ab. Das Verfahren soll sich durch eine hohe und zuverlässige Nährstoffelemination bei einem geringen Platzbedarf und vergleichsweise niedrigen Investitionskosten auszeichnen. Zwei wesentliche Projektziele wurden mit der Umsetzung des UIP-Vorhabens in Altena verfolgt: Mit der umfassenden Sanierung der Anlage sollte, trotz des geringen Platzbedarfs am Standort, die langfristige Sicherstellung einer betriebssicheren Abwasserbehandlung gewährleistet werden und dies möglichst wirtschaftlich und ressourceneffizient. Zum anderen sollte mit der erstmaligen großtechnischen Umsetzung des Nereda®-Verfahrens in Deutschland gezeigt werden, dass es für die spezifischen Bedingungen kommunaler Kläranlagen geeignet ist. Auf der Kläranlage Altena wurde das bestehende Vorklärbecken zu einem Zulaufausgleichsbecken und das Nachklärbecken zum Ablaufausgleichsbecken umgebaut. Weiterhin wurde die Installation von drei Nereda®-Becken samt Maschinenhaus vorgenommen. Die bestehende Schlammbehandlung (Faulung und maschinelle Entwässerung) kann zurückgebaut werden, anfallender Schlamm wird künftig abtransportiert und zentral behandelt. Das Nereda®-Verfahren ist besonders umweltentlastend, weil es mit einem geringen Flächenbedarf auskommt und somit materialeffizient umgesetzt werden kann. Es kann dabei eine gute Reinigungsleistung erreicht werden, die sich in Altena in deutlich verbesserten Ablaufwerten beim Ammonium- und Gesamtstickstoff sowie beim Phosphor zeigte. So werden Umweltbelastungen für das Einleitgewässer vermindert und vermieden. Das Verfahren verspricht außerdem einen verminderten Energie- und Fällmitteleinsatz. Durch die in Altena vorliegenden Rahmenbedingungen konnten die Zielvorstellungen jedoch bisher nicht erreicht werden. Die Umsetzung des innovativen Nereda®-Verfahrens in Altena kann dennoch als erfolgreich bewertet werden, da es eine hohe Prozessstabilität aufweist und durch die effiziente Reinigungsleistung Kläranlagenablaufwerte sicher eingehalten werden. Das Vorhaben hat Modellcharakter für kommunale Kläranlagen mit begrenztem Platzangebot und Modernisierungsbedarf. Branche: Wasser, Abwasser- und Abfallentsorgung, Beseitigung von Umweltverschmutzungen Umweltbereich: Wasser / Abwasser Fördernehmer: Ruhrverband Bundesland: Nordrhein-Westfalen Laufzeit: 2019 - 2021 Status: Abgeschlossen
Veraenderungen im physiologisch-chemischen Bereich, die durch Anwesenheit von Pollutantien, insbesondere chemischen, verursacht werden, soweit sie DNA-, RNA und/oder Proteinsynthese betreffen. In der Gruppe stehen alle Enzyme und viele hoehere Komplexe zur Verfuegung. Bisher wird an wenigen biologischen Modellen gearbeitet, wie Klaerschlamm, Spongien, Echinodermata, Moos. Ziel ist es, Induktionsvorgaenge und die daraus folgenden Regulationsfolgen, wie sie unter Umwelt-relevanten Bedingungen hervorgerufen werden, zu verstehen.
Der Wasserverband Eifel-Rur, Eisenbahnstraße 5, 52353 Düren, hat gemäß § 57 Absatz 2 des Landeswassergesetzes für das Land Nord-rhein-Westfalen (Landeswassergesetz - LWG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 25. Juni 1995 (GV. NRW. S. 926/SGV. NRW. 77), neu gefasst durch Artikel 1 des Gesetzes vom 8. Juli 2016 (GV. NRW.S. 559 ff.) beantragt, die wasserrechtliche Genehmigung zur Außerbetriebnahme des Belebungsbeckens BB03 auf der Kläranlage Aachen-Horbach erteilt zu bekommen. In Anlage 1 des o. a. Gesetzes ist das genannte Vorhaben unter Nr. 13.1.2 organisch belastetes Abwasser von 600 kg/d bis weniger als 9.000 kg/d biochemischen Sauerstoffbedarfs in fünf Tagen (roh) oder anorganisch belastetes Abwasser von 900 cbm bis weniger als 4.500 cbm Abwasser in zwei Stunden (ausgenommen Kühlwasser), ausgewiesen. Gem. § 9 Abs. 2, Satz 2 i. V. m. § 7 Absatz 1 Satz 1 ist in einer allgemeinen Vorprüfung des Einzelfalls zu prüfen, ob das Vorhaben einer Umweltverträglichkeitsprüfung gem. den Vorgaben dieses Gesetzes unterzogen werden muss. Nach Prüfung der Antragsunterlagen und unter Beachtung der genannten Kriterien der Anlage 3 des UVPG wurde entschieden, dass die Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung entbehrlich ist, da keine erheblichen nachteiligen Umweltauswirkungen auf UVP - relevante Schutzgüter zu erwarten sind.
Behördliche Überwachung von Abwassereinleitungen in Gewässern.
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 760 |
| Kommune | 20 |
| Land | 131 |
| Weitere | 12 |
| Wirtschaft | 11 |
| Wissenschaft | 413 |
| Zivilgesellschaft | 50 |
| Type | Count |
|---|---|
| Chemische Verbindung | 13 |
| Daten und Messstellen | 1 |
| Förderprogramm | 751 |
| Text | 15 |
| Umweltprüfung | 41 |
| WRRL-Maßnahme | 1 |
| unbekannt | 8 |
| License | Count |
|---|---|
| Geschlossen | 84 |
| Offen | 742 |
| Unbekannt | 4 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 819 |
| Englisch | 41 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Archiv | 10 |
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| Boden | 310 |
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