In Sachsen-Anhalt werden die Aufgaben der Trinkwasserversorgung und der Abwasserbeseitigung von einer Vielzahl von Verbänden, Gemeinden und kommunalen Anstalten des öffentlichen Rechts wahrgenommen. Die Fläche und die Anzahl der Einwohnerinnen und Einwohner der einzelnen Aufgabenträger sind sehr unterschiedlich. Eine Übersicht mit den Kontaktdaten der Wasser- und Abwasserzweckverbände in Sachsen-Anhalt sind hier zu finden. Die Landesregierung hat einen Vorschlag zu leistungsfähigen Organisationseinheiten in der Wasserversorgung und in der Abwasserbeseitigung erarbeitet. Die Wasserversorgung und die Abwasserbeseitigung sind Pflichtaufgaben der Gemeinden, die sie in eigener Hoheit wahrnehmen. Das bedeutet, dass sie selbst entscheiden, wie und in welchen Strukturen sie diese Aufgaben erledigen. Als Folge der Organisationshoheit der Gemeinden sind die Wasserversorgung und die Abwasserbeseitigung in Sachsen-Anhalt unterschiedlich organisiert. Die Aufgabenerledigung erfordert großen technischen und betriebswirtschaftlichen Fachverstand und kann nur durch hochspezialisiertes Personal ordnungsgemäß durchgeführt werden. Kleine Organisationseinheiten verfügen in der Regel über einen kleinen Personalbestand, der sämtliche Aufgabenfelder abzudecken hat. Eine Spezialisierung des Personals ist daher nur begrenzt möglich. Kleinteilige Strukturen sind nicht automatisch weniger leistungsfähig als größere Einheiten. Organisationsuntersuchungen haben aber gezeigt, dass größere Strukturen günstigere Voraussetzungen dafür bieten, dass die Aufgaben mit hoher Qualität und niedrigeren Verwaltungs- und Betriebskosten je Einwohnerin und Einwohner erledigt werden können. Die Vorstellungen der Landesregierung zu den Organisationsstrukturen in der Wasserversorgung und in der Abwasserbeseitigung hat der Landtag in seiner Sitzung am 12. März 2015 beschlossen. Der Bericht mit den Übersichtskarten der Aufgabenträger der Abwasserbeseitigung und der öffentlichen Wasserversorgung steht hier zum Download bereit: Drs. 6/3925 Im Rahmen von Benchmarkingprojekten vergleichen die Aufgabenträger der Wasserversorgung oder der Abwasserbeseitigung untereinander Kennzahlen ihrer Unternehmen. Benchmarking ist in der Wasserwirtschaft ein wichtiges Instrument, um Verbesserungsmöglichkeiten aufzuspüren und dann Kosten einzusparen. Deshalb verbindet das Land Sachsen-Anhalt die Bewilligung von Investitionsfördermitteln mit der Teilnahme an Benchmarkingprojekten. Doch für Benchmarking sprechen nicht nur finanzielle Aspekte. Benchmarking führt auch zu einer Verbesserung der Qualität der Aufgabenwahrnehmung und zu einer höheren Kundenzufriedenheit. Die aktuellen landesweiten Kennzahlenvergleiche Trinkwasserversorgung und Abwasserbeseitigung Sachsen-Anhalt können hier eingesehen werden: Kennzahlenvergleich Trinkwasserversorgung Sachsen-Anhalt Kennzahlenvergleich Abwasserbeseitigung Sachsen-Anhalt Das Land Sachsen-Anhalt fördert den Bau von Wasserversorgungs- und Abwasseranlagen, um die Beiträge und Gebühren des geförderten Vorhabens herabzusetzen. Die Förderung dient zum Ausgleich der unterschiedlichen räumlichen Bedingungen in Sachsen-Anhalt. Die Antragsunterlagen über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von wasserwirtschaftlichen Vorhaben (RZWas 2016) stehen hier zum Download bereit. Gemäß Nummer 15.1 der Richtlinien über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von wasserwirtschaftlichen Vorhaben (RZWas 2016) sind Mittel aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) - lediglich für Vorhaben im Gebiet der Landkreise Burgenlandkreis, Mansfeld-Südharz und Saalekreis - verfügbar. Den Ablauf des Zuwendungsverfahrens für die ELER-Förderung kann dem Merkblatt "Antragsaufruf" entnommen werden, veröffentlicht auf ELAISA (Elektronischer Agrarantrag in Sachsen-Anhalt) unter Trinkwasser FP 6303/Abwasser FP 6304 . Es ist sinnvoll, Investitionsvorhaben im Bereich der Abwasserbeseitigung vor der Ausführung auf ihre Wirtschaftlichkeit zu prüfen. Wenn Fördermittel beantragt werden und die Kosten über 3.000 Euro je Einwohnerin oder Einwohner liegen, ist eine derartige Betrachtung vorzulegen. Dazu bietet das Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt (MWU) den Antragstellern eine Matrix an. Diese Matrix kann per E-Mail zur Verfügung gestellt werden. Damit ist es dem Zweckverband und der Gemeinde leicht möglich, die Auswirkungen von geplanten Investitionsmaßnahmen auf die Abwassergebühren abzuschätzen. Im kommunalen Bereich ist die Abwasserbeseitigung der größte und die Trinkwasserversorgung ein wesentlicher Einzelverbraucher von Energie. Daher ist es sowohl ökonomisch als auch ökologisch geboten, hier die energetischen Optimierungspotentiale zu erkennen und zu nutzen. Ziel muss es sein, durch die Aus- und Umrüstung die Energieeffizienz von Abwasseranlagen aber auch von Wasserversorgungsanlagen zu steigern. Durch die eingesparte Energie sinken die Kosten und die Kohlendioxidausstoß kann verringert werden. Für die Umsetzung von Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz von öffentlichen Trink- und Abwasseranlagen stehen in Sachsen-Anhalt Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung.
Trophic magnification factors (TMFs) have been derived in a variety of different aquatic eco-systems worldwide to investigate accumulation patterns of environmentally relevant chemicals. Not only is the TMF interesting for chemicals’ risk assessment related questions, but also for monitoring aspects under the European Water Framework Directive (WFD). This study is the first TMF study con-ducted in a German freshwater ecosystem, that is, Lake Templin near Potsdam. Aim of the study was to investigate the food web magnification following existing guidance to derive reliable TMFs that could be used for regulatory purposes. A sampling campaign yielded 15 biota samples covering about three trophic levels, which have been processed and cryo-preserved following standardized protocols of the German Environmental Specimen Bank (ESB). The samples remain available for future analysis and, thus, form a “food web on ice”. These large-scale food web samples are ready-to-use for a broad variety of analyses. In a first step, a plausibility check was performed. Different persistent organic pollutants (POPs), which are known to magnify in food webs and are not readily metabolized, serve as benchmarks. It could be shown that for nearly all of the POPs analyzed, the TMFs are significantly above 1. In a few cases, an enrichment is also seen, but not statistically relevant. Since not only POPs with lipophilic accumulation properties were analyzed, it could be concluded that the food web on ice samples from Lake Templin can be used to characterize the trophic magnification potential of further substances with less investigated bioaccumulation properties present in the samples. To this end, several PFAS , pharmaceuticals, pesticides and methyl siloxanes were investigated in the samples to derive their TMFs. Veröffentlicht in Texte | 137/2022.
Dieses Gutachten zielt darauf ab, den Begriff "vernachlässigbare Exposition" gegenüber endokrinen Disruptoren im Zusammenhang mit den europäischen Pflanzenschutzmittelverordnungen zu klären. Es wurde eine gründliche Recherche der wissenschaftlichen, politischen und rechtlichen Literatur durchgeführt. Sie resultierte in 3.087 zwischen 2010 und 2023 veröffentlichten Publikationen, von denen sich 204 überwiegend auf die Verwendung und das Verständnis des Begriffs in den Bereichen Umwelt und menschliche Gesundheit konzentrierten. Definitionen des Begriffs "vernachlässigbare Exposition" wurden aus einer Untergruppe von 49 Veröffentlichungen zu (chemischen) Stoffen in der Umwelt extrahiert. Die Ergebnisse wurden nach narrativen, qualitativen und quantitativen Definitionen des Begriffs gruppiert. Narrative Definitionen umschrieben "vernachlässigbar" als nicht signifikant, unwichtig, ohne Bedeutung oder nicht bedenkenswert. Qualitative und quantitative Definitionen waren komplizierter und kontextabhängig und definierten vernachlässigbare Konzentrationen/Expositionen/Auswirkungen anhand von niedrigen Werten, Werten unterhalb der Nachweisgrenze und Vergleichswerten wie einer Kontrolle, einem Benchmark oder einem gesetzlichen Schwellenwert. Aus diesen Erkenntnissen wurde eine Definition der "vernachlässigbaren Exposition von endokrin aktiven Substanzen" abgeleitet, die von den Ergebnissen der Identifizierung und Umweltrisikobewertung dieser Stoffe und deren Unsicherheiten abhängt. Eine quantitative Definition kann auf die Exposition endokrin aktiver Stoffe gegenüber Arten angewandt werden, bei denen die Wirkungsweise bekannt ist und Testmethoden zur Verfügung stehen, die ein akzeptables Maß an Unsicherheit zulassen (risikobasierter Ansatz). Bei größerer Ungewissheit ist eine Definition angemessener, die darauf abzielt zu verhindern, dass endokrin wirksame Stoffe in die Umwelt gelangen, indem ihre Verwendung auf geschlossene Systeme beschränkt wird (gefahrenbasierter Ansatz). Quelle: Forschungsbericht
Monitoring methodologies reflecting the long-term quality and contamination of surface waters are needed to obtain a representative picture of pollution and identify risk drivers. This study sets a baseline for characterizing chemical pollution in the Danube River using an innovative approach, combining continuous three-months use of passive sampling technology with comprehensive chemical (747 chemicals) and bioanalytical (seven in vitro bioassays) assessment during the Joint Danube Survey (JDS4). This is one of the world's largest investigative surface-water monitoring efforts in the longest river in the European Union, which water after riverbank filtration is broadly used for drinking water production. Two types of passive samplers, silicone rubber (SR) sheets for hydrophobic compounds and AttractSPETM HLB disks for hydrophilic compounds, were deployed at nine sites for approximately 100 days. The Danube River pollution was dominated by industrial compounds in SR samplers and by industrial compounds together with pharmaceuticals and personal care products in HLB samplers. Comparison of the Estimated Environmental Concentrations with Predicted No-Effect Concentrations revealed that at the studied sites, at least one (SR) and 4-7 (HLB) compound(s) exceeded the risk quotient of 1. We also detected AhR-mediated activity, oxidative stress response, peroxisome proliferator-activated receptor gamma-mediated activity, estrogenic, androgenic, and anti-androgenic activities using in vitro bioassays. A significant portion of the AhR-mediated and estrogenic activities could be explained by detected analytes at several sites, while for the other bioassays and other sites, much of the activity remained unexplained. The effect-based trigger values for estrogenic and anti-androgenic activities were exceeded at some sites. The identified drivers of mixture in vitro effects deserve further attention in ecotoxicological and environmental pollution research. This novel approach using long-term passive sampling provides a representative benchmark of pollution and effect potentials of chemical mixtures for future water quality monitoring of the Danube River and other large water bodies. © 2023 The Author(s).
Abstract
More than 20 years ago, acrylamide was added to the list of potential carcinogens found in many common dietary products and tobacco smoke. Consequently, human biomonitoring studies investigating exposure to acrylamide in the form of adducts in blood and metabolites in urine have been performed to obtain data on the actual burden in different populations of the world and in Europe. Recognizing the related health risk, the European Commission responded with measures to curb the acrylamide content in food products. In 2017, a trans-European human biomonitoring project (HBM4EU) was started with the aim to investigate exposure to several chemicals, including acrylamide. Here we set out to provide a combined analysis of previous and current European acrylamide biomonitoring study results by harmonizing and integrating different data sources, including HBM4EU aligned studies, with the aim to resolve overall and current time trends of acrylamide exposure in Europe. Data from 10 European countries were included in the analysis, comprising more than 5500 individual samples (3214 children and teenagers, 2293 adults). We utilized linear models as well as a non-linear fit and breakpoint analysis to investigate trends in temporal acrylamide exposure as well as descriptive statistics and statistical tests to validate findings. Our results indicate an overall increase in acrylamide exposure between the years 2001 and 2017. Studies with samples collected after 2018 focusing on adults do not indicate increasing exposure but show declining values. Regional differences appear to affect absolute values, but not the overall time-trend of exposure. As benchmark levels for acrylamide content in food have been adopted in Europe in 2018, our results may imply the effects of these measures, but only indicated for adults, as corresponding data are still missing for children. © 2022 by the authors
Acrylamide, a substance potentially carcinogenic in humans, represents a very prevalent contaminant in food and is also contained in tobacco smoke. Occupational exposure to higher concentrations of acrylamide was shown to induce neurotoxicity in humans. To minimize related risks for public health, it is vital to obtain data on the actual level of exposure in differently affected segments of the population. To achieve this aim, acrylamide has been added to the list of substances of concern to be investigated in the HBM4EU project, a European initiative to obtain biomonitoring data for a number of pollutants highly relevant for public health. This report summarizes the results obtained for acrylamide, with a focus on time-trends and recent exposure levels, obtained by HBM4EU as well as by associated studies in a total of seven European countries. Mean biomarker levels were compared by sampling year and time-trends were analyzed using linear regression models and an adequate statistical test. An increasing trend of acrylamide biomarker concentrations was found in children for the years 2014-2017, while in adults an overall increase in exposure was found to be not significant for the time period of observation (2000-2021). For smokers, represented by two studies and sampling for, over a total three years, no clear tendency was observed. In conclusion, samples from European countries indicate that average acrylamide exposure still exceeds suggested benchmark levels and may be of specific concern in children. More research is required to confirm trends of declining values observed in most recent years. © 2022 by the authors
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