Bei der Haupttätigkeit der Berliner Wasserbetriebe Klärwerk Ruhleben , Inspire-ID: https://registry.gdi-de.org/id/de.be.pf.lisa/1480_3297_0) handelt es sich um Beseitigung oder Verwertung von Abfällen in Abfallverbrennungsanlagen oder Abfallmitverbrennungsanlagen für nicht gefährliche Abfälle mit einer Kapazität von mehr als 3 Tonnen pro Stunde (NACE-Code: 37.00 - Abwasserentsorgung). Es wurden keine Freisetzungen oder Verbringungen nach PRTR berichtet zu: Freisetzung in die Luft, Freisetzung in den Boden, Verbringung von Schadstoffen mit dem Abwasser, Verbringung gefährlicher Abfälle im Ausland. Bei der Haupttätigkeit der Berliner Wasserbetriebe Klärwerk Ruhleben , Inspire-ID: https://registry.gdi-de.org/id/de.be.pf.lisa/1480_3297_0) handelt es sich um Beseitigung oder Verwertung von Abfällen in Abfallverbrennungsanlagen oder Abfallmitverbrennungsanlagen für nicht gefährliche Abfälle mit einer Kapazität von mehr als 3 Tonnen pro Stunde (NACE-Code: 37.00 - Abwasserentsorgung). Weitere Nebentätigkeiten beinhalten: Kommunale Abwasserbehandlungsanlagen > 100 000 Einwohnergleichwerten. Es wurden keine Freisetzungen oder Verbringungen nach PRTR berichtet zu: Freisetzung in die Luft, Freisetzung in den Boden, Verbringung von Schadstoffen mit dem Abwasser, Verbringung gefährlicher Abfälle im Ausland.
Problemstellung: Gereinigte kommunale Abwässer enthalten neben Nährstoffen auch pathogene Mikroorganismen und eine Vielzahl von organischen Spurenstoffen aus häuslichem und gewerblichem Gebrauch. Von besonderem Interesse sind hierbei pharmazeutisch aktive Substanzen wie z.B. Diclofenac und endokrin wirksame Stoffe (endocrine disrupting compounds; EDC). Insbesondere bei Letzteren können bereits Konzentrationen im unteren ng/LBereich negativen Einfluss auf aquatische Organismen haben. Vorgehensweise: Teilprojekt 1: Vergleich von vier Kläranlagen und drei Oberflächenwasseraufbereitungsanlagen hinsichtlich ihrer Eliminationsleistung gegenüber organischen Spurenstoffen. Identifizierung von verfahrentechnischen Parametern, die Einfluss auf die Entfernung von Spurenstoffen haben. Teilprojekt 2: Betrieb einer Pilotanlage in Berlin-Ruhleben; Etablierung eines biologischen Schnellfilters mit dem Ziel verbesserter Spurenstoffentfernung; Untersuchung des Einflusses von Eisenschlämmen auf die Entfernungsleistung; Möglichkeiten und Grenzen einer Kombination von Spurenstoff-, Nährstoff- und Mikroorganismenentfernung aus gereinigtem Abwasser. Ergebnisse: Teilprojekt 2: Eine Reihe von Stoffen wurde durch biologische Schnellfiltration aus gereinigtem Abwasser entfernt. Besonders effektiv ließen sich EDCs (kursiv) entfernen, wobei hier der Einfluss der Adsorption genauer untersucht werden muss. Insgesamt ist das Verfahren jedoch hinsichtlich seiner Wirkung begrenzt, da sich die Mehrzahl der untersuchten Stoffe zu weniger als 40 Prozent aus dem Wasser entfernen ließen. Die Dosierung von Eisenschlämmen führte bei einigen Stoffen z.B. Phenazon zu einer Erhöhung der Abbauleistung. Auf die Entfernung von Phosphor hatte die Dosierung jedoch keinen Einfluss; Adsorption von Phosphat an den Eisenschlamm fand nicht statt. Durch die Dosierung von Flockungsmittel in den Filterzulauf (1 mg Fe3+/L) ließen sich Phosphorkonzentrationen um 75 ìg/L (PT) erzielen, ohne dass die Spurenstoffentfernung hiervon beeinflusst wurde.
Steigende Anforderungen an die Reinigungsleistung von Kläranlagen verlangen Verfahrensabläufe mit hoher Betriebssicherheit und Prozessstabilität sowie die Reduzierung des Ressourcenverbrauches. Dabei beschränkt sich das Wirken nicht nur auf die Prozesskosten und die Ökobilanz, es sind auch eine Vielzahl von Randbedingungen (Einhaltung von Grenzwerten) zu berücksichtigen. Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, ist der Einsatz moderner Regelungs- und Steuerungsmethoden notwendig. Abhängig von der eingesetzten Technologie werden bei Klärprozessen die Belüftung und die Hydraulik geregelt. Charakteristisch ist, dass die Wirkungen auf den Prozess unterschiedliche Zeithorizonte aufweisen und äußere Einflüsse wie z.B. der des Zulaufes nicht vorhersagbar sind. Mit dem patentierten 'Verfahren und Vorrichtung zur Erfassung der Klasse von System- und Prozesszuständen'der Firma 3S wird das Fachwissen des Klärwerkspersonals bewertbar konserviert und der Einfluss der Zulaufsqualität und -menge bestmöglich berücksichtigt. Dies soll sich in einer geringeren Anzahl typischer Ablaufspitzen bemerkbar machen und den Energieeinsatz und den Schlammanfall reduzieren. Der Einsatz des Systems über einen längeren Zeitraum in dem Klärwerk Ruhleben der Berliner Wasserbetriebe soll klären, in welchem Umfang das System Optimierungsreserven erschließen kann.
Die Berliner Wasser Betriebe erweitern ihre Kläranlage Berlin-Ruhleben um ein Online-Simulationssystem zur Betriebsunterstützung. Im Rahmen dieses Projektes war das ifak an der Erstellung bzw. Ergänzung des Online-Simulationsmodells für die biologische Abwasserreinigung beteiligt. Außerdem wurde das Prozeßmodell um die Komponente eines Beobachters erweitert. Dieses Beobachtermodell ist eine Modellnachführkomponente, die einen Abgleich des Prozeßmodells mit dem realen Prozeß ermöglicht. Das komplette Prozeßmodell wurde in ein Assistenzsystem zur Betriebsführung von Kläranlagen integriert. Das Projekt ist abgeschlossen, der Probebetrieb wurde erfolgreich absolviert.
Als Vorhaben gilt im vorliegenden Fall entsprechend § 2 Abs. 4 Nr. 2. a) die Änderung der Hausmüllverbrennungsanlage in Berlin Ruhleben. Geplant ist die derzeit zulässige genehmigte jährliche Durchsatzmenge an Verbrennungsabfällen (Siedlungsabfällen) von 520.000 t auf 580.000 t pro Jahr zu erhöhen. Dies soll ausschließlich durch die Erhöhung der Verfügbarkeit der insgesamt 5 Kessellinien und deren erhöhten Betriebsstundenzahl erreicht werden. Die stündliche Durchsatzmenge an Abfall bleibt ebenso wie die Art des zu verbrennenden nicht gefährlichen Abfalls unverändert. Ebenfalls unverändert bleiben die genehmigte Lage, die Beschaffenheit und der Betrieb der Anlage. Vorhandene technische Einrichtungen und die (Gesamt-) Leistung als thermische Leistung der Kessellinien ändern sich ebenfalls nicht. Gleichzeitig soll zukünftig nur noch nicht gefährlicher Abfall angenommen und verbrannt werden. Die Anlage unterliegt der Nr. 8.1.1.2 UVPG (Durchsatzkapazität von 3 t nicht gefährlichen Abfällen oder mehr je Stunde). Für das beantragte Änderungsvorhaben war nach § 9 Abs. 2 Nr. 2 eine Allgemeine Vorprüfung auf UVP-Pflicht durchzuführen.
In dem F&E-Projekt "Abwasserdesinfektion" der Berliner Wasserbetriebe und des Umweltbundesamts wurden vier Desinfektionsverfahren für den Ablauf des Klärwerks Ruhleben auf ihre Effektivität getestet. Diese zeigen gegenüber den Indikatorbakterien E. coli und intestinale Enterokokken eine gute Desinfektionswirkung. Für die Elimination der besonders desinfektionsmittelresistenten Parasitendauerstadien erwies sich nur die Behandlung mit der Kombination Mikrosieb plus UV-Bestrahlung als durchgehend effektiv. Teilweise wurde auch mit Ozon eine Reduktion durch die Behandlung erreicht. Die chemische Desinfektion mit Perameisensäure konnte weder für die Viren noch für die Parasitendauerstadien eine ausreichende Reduktion bewirken. Die drei anderen Verfahren zeigten sich hinsichtlich der Elimination von Phagen/Viren prinzipiell geeignet, wobei mit der Ozonung tendenziell die beste Reduktion erreicht wurde. Allerdings muss durch weitere Versuche eine Optimierung erfolgen, da sich die Ergebnisse bei den Behandlungen an den einzelnen Versuchstagen teilweise stark unterschieden. Aufgrund der wenigen untersuchten Proben für humanpathogene Viren sind diese Ergebnisse nur für eine erste Orientierung geeignet. Quelle: http://www.dwa.de
Die Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR), Ringbahnstraße 96, 12103 Berlin beabsichtigen die wesentlichen Änderung einer Anlage zur Beseitigung/Verwertung nicht gefährlicher Abfälle (Siedlungsabfälle - MHKW/MVA Ruhleben) auf dem Grundstück Freiheit 24 in 13597 Berlin. Geplant ist die Errichtung und der Betrieb einer Entnahme-Kondensations-Dampfturbine nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung und dazugehöriger erforderlicher Nebeneinrichtungen. Das als „Energieverwertung Ruhleben (EVR)“ bezeichnete Projekt dient der Erhöhung der Energieeffizienz des MHKW. Die Turbine soll künftig den kompletten Eigenbedarf an Dampf und Strom erzeugen. Im Einzelnen sollen folgende Maßnahmen umgesetzt werden: - Bau eines Maschinenhauses für die Aufstellung des Turbosatzes, bestehend aus Turbine, Generator und allen Nebenaggregaten sowie Systemen und Komponenten des zum Betrieb des Turbosatzes notwendigen Wasser-Dampf-Kreises, - Bau eines luftgekühlten Kondensators (Luko) mit allen erforderlichen Nebeneinrichtungen, - Anbindung des Wasser-Dampf-Kreislaufs sowie sonstiger Medien an die Bestandsanlagen, - Installation einer Anlage zur Aufbereitung des VE- (voll entsalzten) Wassers im Maschinenhaus einschließlich VE-Wasserbehälter für Havariefälle sowie Anbindung an den Bestand, - Installation einer Kreislaufkondensatreinigungsanlage im Maschinenhaus. Durch die Erhöhung der Energieeffizienz ist auch der gleichzeitige Betrieb der Verbrennungslinien 1 bis 4 und der Verbrennungslinie A bei 100 % Last möglich. Dieser 5-Linien-Betrieb ist deshalb ebenfalls Gegenstand des Genehmigungsverfahrens. Die maximal genehmigte, stündliche und jährliche Durchsatzleistung der Anlage wird durch die geplanten Änderungen jedoch nicht verändert. Das Vorhaben ist in Nummer 8.1.1.2 der Anlage 1 UVPG aufgeführt. Es war eine allgemeine Vorprüfung nach § 9 Abs. 2 Nr. 2 UVPG vorzunehmen.
Natur und Grün In den Berliner Naturschutzgebieten lässt sich die Vielfalt und Schönheit der Natur auf besondere Weise erleben. In einer Faltblattserie stellen wir Naturschutzgebiete unserer Stadt vor. In diesem Flyer geht es um die Fließwiese Ruhleben, eines der ältesten Naturschutzgebiete Berlins.
Rieselfeldnutzung seit 1874 Als erstes Rieselgut erwarb die Stadt Berlin im Jahre 1874 das Rittergut Osdorf. Nach Fertigstellung der Druckleitung und Einrichtung des Rieselfeldes Osdorf wurde hier im Jahre 1876 mit der Verrieselung Berliner Abwässer begonnen. In den darauffolgenden Jahren wurden 20 Rieselfeldbezirke und zwei Rieselfeldkleinstandorte in Betrieb genommen (vgl. Tab. 1). Etwa um 1928 wurde mit etwa 12.500 ha aptierter Fläche die maximale Ausdehnung erreicht. Seit den 1920er Jahren kam es zu immer schwerwiegenderen Problemen auf den Rieselböden. Die anfänglich hohen landwirtschaftlichen Erträge gingen seit dieser Zeit erheblich zurück. Bei zu schneller Aufeinanderfolge der Berieselungen wurde die Oberfläche des Bodens durch sedimentierte Abwasserbestandteile verschlämmt, wodurch der Lufthaushalt des Standorts beeinträchtigt wurde. Zusätzlich führten Ungleichgewichte im Nährstoffhaushalt sowie die zunehmende Schadstoffbelastung der Böden zu Ertragsminderungen bei den angebauten Kulturen. Dieser sogenannten ”Rieselmüdigkeit” versuchte man durch Belüftung im Rahmen einer regelmäßigen Bodenbearbeitung sowie durch Gefüge verbessernde Maßnahmen, wie z. B. Kalkung und die Aufbringung von Stallmist, entgegenzuwirken. Dabei zeigte sich jedoch, dass die Ertragsfähigkeit des Bodens nur durch eine Herabsetzung der verrieselten Abwassermenge erhalten werden konnte. Nach 1945 wurden im Zuge der Intensivierung der Landwirtschaft immer mehr Flächen für den Anbau von Hackfrüchten und Getreide in Anspruch genommen. Aufgrund der veränderten Produktionszyklen verringerte sich für diese Standorte der für die Verrieselung nutzbare Zeitraum, so dass insgesamt weniger Abwasser aufgebracht werden konnte. Diese Kapazitätseinbußen versuchte man durch die intensivere Beaufschlagung auf den verbliebenen Grünlandstandorten auszugleichen. Nach dem Mauerbau 1961 wurde die Mehrzahl der Rieselfelder von der Wasserversorgung und Abwasserbehandlung Ost-Berlin weiterbetrieben. Ein Teilbereich des Rieselfelds Karolinenhöhe ist von den Berliner Wasserbetrieben weitergeführt worden. Ein Großteil der südlichen Rieselfelder wurde seit den 1960er Jahren durch die WAB Potsdam betrieben. Trotz der getrennten Verwaltung wurden Abwässer aus West-Berlin auch weiterhin auf Rieselfeldern in Ost-Berlin bzw. im Umland entsorgt (vgl. Tab. 1). Der Ausbau des Klärwerks Nord in Schönerlinde wurde zur Verbesserung der Wasserqualität in Panke, Tegeler Fließ und Nordgraben vom Land Berlin finanziell unterstützt. Bis in die 1960er Jahre blieb der Rieselfeldbestand weitgehend erhalten. Stilllegungen von Rieselland erfolgten nur kleinflächig, etwa für den Straßenausbau oder im Bereich des ehemaligen Grenzgebietes. Großflächige Stilllegungen erfolgten erst mit dem Ausbau der Berliner Klärwerke . So wurden im Bereich des Rieselfelds Karolinenhöhe für die Verrieselung genutzte Flächen nach Erstellung des Klärwerks Ruhleben 1963 erheblich verkleinert. Mit der Inbetriebnahme des Klärwerks Falkenberg (1969) erfolgten die großflächigen Stilllegungen der Rieselfelder Falkenberg , Malchow und Hellersdorf . Ein Großteil der Flächen wurde für Wohnungsbau und Gewerbeansiedlung zur Verfügung gestellt. Nach Inbetriebnahme des Klärwerks Marienfelde (1974) erfolgte 1976 die Stilllegung des Rieselfeldgebietes Osdorf . Die Rieselfelder Münchehofe und Tasdorf wurden ab 1976 mit der Inbetriebnahme des Klärwerks Münchehofe aus der Nutzung genommen. Ab Mitte der 1970er Jahre wurden die in Ost-Berlin und im Umland verbliebenen Rieselfelder im Hinblick auf die notwendige Entsorgung der steigenden Abwassermengen mit besonders hohen Abwassermengen beschickt. Hierzu wurden insbesondere in den nördlichen Rieselfeldgebieten Hobrechtsfelde , Mühlenbeck , Schönerlinde und Buch sowie in den südlichen Gebieten Waßmannsdorf , Boddinsfelde und Deutsch-Wusterhausen Intensivfilterflächen angelegt. Ende der 1970er Jahre wurde dann die endgültige Aufgabe der Rieselfelder beschlossen. Die Voraussetzungen hierfür wurden mit der Inbetriebnahme des Klärwerks-Nord in Schönerlinde (1986) sowie der Erweiterung des bereits seit 1931 bestehenden Klärwerks Stahnsdorf geschaffen. Mit dem Ausbau des Klärwerks Waßmannsdorf konnten Ende der 80er Jahre weitere Rieselfeldflächen aus der Nutzung genommen werden. Die genannten Klärwerke wurden häufig auf ehemaligem Rieselland errichtet. Im engeren Umfeld der verschiedenen Klärwerke werden Teilbereiche der stillgelegten Rieselfelder weiterhin im Rahmen der Abwasserbehandlung, insbesondere für die Lagerung und Kompostierung von Schlämmen genutzt. Anfang der 1980er Jahre wurden Untersuchungen zur Schadstoffbelastung und Nährstoffsituation der Rieselfeldböden begonnen (BBA 1982, Metz/Herold 1991, Salt 1987). Dabei zeigten sich in Böden und angebauten Nahrungspflanzen erhebliche Belastungen mit Schwermetallen. Ausgehend von diesen Ergebnissen wurde z. B. der Gemüseanbau im Bereich des Rieselfeldes Karolinenhöhe 1985 untersagt. Zu ähnlichen Konsequenzen führten Untersuchungen im Bereich der südlichen und nordöstlichen Rieselfelder. Auch hier wurde der Anbau von Nahrungspflanzen zugunsten von Futtermitteln eingeschränkt bzw. auf Kulturen umgestellt, die Schadstoffe in geringerem Maße anreichern. Bis 1994 wurden noch etwa 1.250 ha zur Abwasserverrieselung genutzt. Dabei handelte es sich um Teilflächen der Rieselfeldbezirke Karolinenhöhe , Sputendorf , Großbeeren , Deutsch-Wusterhausen und Wansdorf . Allerdings wurden insbesondere aufgrund von Teilflächenstilllegungen deutlich geringere Abwassermengen aufgebracht als noch in den 1970er Jahren. So verminderte sich die Beaufschlagungsmenge im Bereich Sputendorf von 1971 von 21 auf 7,6 Mio. m³/Jahr Anfang der 1990er Jahre. Gleiches gilt für das Rieselfeld Großbeeren . Dort sank die verbrachte Abwassermenge von 25,0 bis auf 3,2 Mio. m³/Jahr Anfang der 1990er Jahre. Nach der Vereinigung ging die Betriebshoheit über die verbliebenen Rieselfelder mit Ausnahme von Wansdorf , Deutsch-Wusterhausen und dem in Brandenburg gelegenen Teil des Rieselfelds Karolinenhöhe wieder auf die Berliner Wasserbetriebe über. In Teilbereichen des Rieselfelds Sputendorf wurde täglich bis zu 30.000 m³ mechanisch-biologisch gereinigtes Klarwasser aus dem Klärwerk Stahnsdorf versickert. Im Fall einer Überlastung des Klärwerks war die Aufbringung von mechanisch gereinigtem Abwasser vorgesehen. Auf der als Schlammlagerplatz ausgewiesenen Teilfläche des Rieselfelds Sputendorf wurde daher eine Schlammdekantierungsanlage errichtet. Hier sollten Klärschlämme des Klärwerks Stahnsdorf durch Zentrifugen entwässert werden. Das dabei anfallende Abwasser wurde zur Kläranlage zurückgeführt. Die Abwassermengen für das Rieselfeld Großbeeren wurden über die dortigen Absetzbecken, für das Rieselfeld Wansdorf über die vor Ort befindliche Vorreinigungsanlage mechanisch gereinigt. Das auf das Rieselfeld Deutsch-Wusterhausen geleitete Abwasser wurde in der Kläranlage Königs-Wusterhausen mechanisch gereinigt. Auf dem Berliner Teil des Rieselfelds Karolinenhöhe wurden 1990 etwa 0,9 Mio. m³ mechanisch-biologisch gereinigtes Abwasser aus dem Klärwerk Ruhleben sowie weitere 1,7 Mio. m³ vor Ort mechanisch gereinigtes Abwasser versickert. Vorrangiges Ziel der Beschickung war die andauernde Immobilisierung der im Boden angereicherten Nähr- und Schadstoffe sowie die Grundwasseranreicherung. Nach der Fertigstellung der technischen Voraussetzungen wurde nur noch im Klärwerk Ruhleben mechanisch-biologisch gereinigtes Abwasser aufgebracht. Gleichzeitig wurden die Flächen als Havarieflächen für einen eventuellen Klärwerksausfall freigehalten. Bis 1994 wurden die Rieselfelder Sputendorf , Großbeeren , Deutsch-Wusterhausen und Karolinenhöhe vollständig stillgelegt. Das Rieselfeld Wansdorf befand sich noch bis 1998 in der Nutzung. Mit dem Abschluss der Elutionsstudien zur Klarwasserverrieselung der Berliner Wasserbetriebe auf den Flächen des Rieselfeldes Karolinenhöhe endete 2010 die fast 135-jährige Geschichte des Rieselfeldbetriebes in Berlin und Umland. Exemplarisch für ökologische Nachnutzungen ehemaliger Rieselfeldstandorte wird ein Großteil der Fläche dieses Rieselfeldes sei 1987 als „Landschaftsschutzgebiet Rieselfelder Karolinenhöhe“ ausgewiesen, um Vielfalt und Eigenart des Landschaftsbildes zu schützen, die Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts wiederherzustellen und dauerhaft zu erhalten sowie eine großräumige Erholungslandschaft zu bewahren (Verordnung Karolinenhöhe 1987, Abgeordnetenhaus Berlin 2021). Die Karte und Tabelle 1 zeigen die maximale Ausdehnung der Rieselfeldbezirke im jeweiligen Betriebszeitraum. In Abbildung 3 und Tabelle 1 wird die Landbedeckung nach Stilllegung zum Zeitpunkt 2018 veranschaulicht. Hierfür wurden die Landbedeckungsdaten aus den „Corine Land Cover 5ha“-Daten (© GeoBasis-DE / BKG (2018)) zu sechs Klassen zusammengefasst: Städtisch geprägt / bebaut (clc18: 111, 112, 121, 122, 132, 133), Städtisches Grün / Sportflächen (clc18: 141, 142), Landwirtschaft inkl. Wiesen und Weiden (clc18: 211, 231), Wald (clc18: 311, 312, 313), Natürliches Grün (clc18: 321, 324, 411, 412), Gewässer (clc18: 512) (Bundesamt für Kartographie und Geodäsie 2021).
In Berlin gibt es derzeit zwei grundsaetzlich verschiedene Entsorgungswege fuer Klaerschlamm: Zum einen die Verbrennung in Ruhleben, zum anderen die Faulung und Trocknung in Wassmannsdorf mit anschliessender Vergasung im Sekundaerverwertungszentrum Schwarze Pumpe. Ziel des derzeit bearbeiteten Forschungsprojekts ist der Vergleich der verschiedenen Entsorgungspfade und die Verbesserung der Klaerschlammentsorgung durch Schulung und Stoffflussanalyse. Die Schulung erfolgt mit Hilfe des am Fachgebiet entwickelten Systems PROPER EDUCT (PRocess OPERation - EDUCation and Training). Das Bedienungspersonal lernt in der Schulung das geeignete Verhalten bei Stoerungen, so dass die moeglichen Auswirkungen auf Luft, Boden und Wasser minimiert werden. Mit der Schulung wird zudem eine den hohen Umweltstandards entsprechende Ausbildung unterstuetzt. Mit Hilfe von Stoffflussanalysen wird die derzeit fuer Berlin aus oekologischer Sicht beste Loesung ermittelt und die Moeglichkeit zur Untersuchung von Trendszenarien fuer die zukuenftige Klaerschlammbehandlung geschaffen.
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 9 |
| Land | 14 |
| Weitere | 1 |
| Wissenschaft | 5 |
| Type | Count |
|---|---|
| Chemische Verbindung | 1 |
| Daten und Messstellen | 1 |
| Förderprogramm | 8 |
| Text | 13 |
| Umweltprüfung | 2 |
| unbekannt | 1 |
| License | Count |
|---|---|
| Geschlossen | 13 |
| Offen | 11 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 24 |
| Englisch | 1 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Dokument | 6 |
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| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 12 |
| Lebewesen und Lebensräume | 24 |
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| Mensch und Umwelt | 24 |
| Wasser | 15 |
| Weitere | 22 |