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Zustandsbericht veröffentlicht: Ostsee weiterhin stark belastet

Zustandsbericht veröffentlicht: Ostsee weiterhin stark belastet Am 31.Oktober 2023 wurde ein neuer Zustandsbericht des Helsinki-Übereinkommens zum Schutz der Ostsee (HELCOM) der Öffentlichkeit präsentiert. Es ist die umfassendste Bewertung des ökologischen Zustands der Ostsee, die jemals erfolgt ist. Trotz der Schutzbemühungen ist das empfindliche Ökosystem Ostsee fast flächendeckend in keinem guten Zustand. Grund dafür sind menschliche Aktivitäten. Der dritte holistische Zustandsbericht von HELCOM (State of the Baltic Sea 2023) setzt sich aus einzelnen Indikatorberichten, thematischen Berichten und einem zusammenfassenden Bericht zu Artenvielfalt, Lebensräumen und menschlichem Handeln, das sich auf die Meeresumwelt auswirkt, zusammen. Eine solche umfassende Bewertung erfolgt alle 6 Jahre und ist das Ergebnis der gemeinsamen Arbeit einer Vielzahl von Experten*Innen, darunter auch Wissenschaftler*innen des UBAs und politischen Vertreter*innen der 10 HELCOM-Vertragsstaaten. Im Ergebnis zeigen die umfangreichen Bewertungen, dass das empfindliche Binnenmeer Ostsee aufgrund vielfältiger anthropogener Belastungen fast flächendeckend in keinem guten Zustand ist. Obwohl die Nährstoffeinträge weiter gesunken sind, sind immer noch 94 % der Ostsee eutrophiert. Besorgniserregend ist, dass im Bewertungszeitraum 2016-2022 steigende Nährstoffkonzentrationen in vielen Ostseebecken gemessen wurden. Diese resultieren aus hohen Nährstoffeinträgen in den 70ziger bis 90ziger Jahren, die sich in den Sedimenten am Meeresboden angereichert haben. Unter Sauerstoffmangelbedingungen gelangen sie in Lösung und treiben dadurch die ⁠ Eutrophierung ⁠ an. Es wird daher noch viele Jahrzehnte dauern, bis die Ostsee einen guten Zustand erreicht, wobei die Auswirkungen des Klimawandels diesen Zeitraum noch verlängern können. In Folge der Eutrophierung haben die Freiwasser-Lebensräume der Ostsee weitreichende Änderungen erfahren, beispielsweise in der Artenzusammensetzung und dem Vorkommen des Phyto- und Zooplanktons, mit negativen Auswirkungen auf das Nahrungsnetz. Die Schadstoffbelastung ist weiterhin zu hoch. Insbesondere Metalle und Stoffe, die sehr schlecht in der Umwelt abgebaut werden, die sich in Organismen anreichern und giftig sind, überschreiten ihre Bewertungsschwellen. Da weitaus mehr Schadstoffe die Ostsee belasten, als in einer Einzelstoffbewertung betrachtet werden, sind erstmals Sediment, Fisch- und Muschelproben in einer Screening-Studie untersucht worden. Die Müllmengen, die an Stränden gefunden werden, sind vielerorts weiterhin zu hoch. Dabei werden hauptsächlich Abfallteile aus Kunststoffen detektiert, die vor allem aus landbasierten Quellen stammen. Die Kabeljaubestände haben sich nicht erholt und die Heringsbestände verzeichnen einen weiteren Rückgang. Ursächlich ist das Zusammenwirken von Überfischung, Sauerstoffmangel und ⁠ Klimawandel ⁠. Die Auswirkungen des Klimawandels sind in der Ostsee bereits deutlich messbar, die ⁠ Versauerung ⁠ schreitet aber langsamer voran als in anderen Meeresgebieten. In den nächsten Jahren kommt es darauf an, die Ergebnisse dieses Berichtes zum Anlass zu nehmen, um die Umsetzung des 2021 beschlossenen ambitionierten Ostseeaktionsplans voranzutreiben. Das Umweltbundesamt engagiert sich in HELCOM-Arbeitsgruppen, um die HELCOM-Vision einer gesunden Ostsee zu erreichen.

Indikator: Ökologischer Zustand der Übergangs- und Küstengewässer

Indikator: Ökologischer Zustand der Übergangs- und Küstengewässer Die wichtigsten Fakten Kein einziges Gebiet (⁠ Wasserkörper ⁠) der Übergangs- und Küstengewässer in Nord- und Ostsee war 2021 in gutem oder sehr gutem Zustand. Laut europäischer ⁠ Wasserrahmenrichtlinie ⁠ sollten bis zum Jahr 2015 mit Fristverlängerung bis 2027 alle Gewässer mindestens in einem guten ökologischen Zustand sein. Es gilt nun die Zeit bis spätestens 2027 zu nutzen, um die anspruchsvollen Ziele zu erreichen. Dazu sind weitere erhebliche Anstrengungen erforderlich. Welche Bedeutung hat der Indikator? Die hohe Zufuhr von Nährstoffen wie Stickstoff und Phosphor in Nord- und Ostsee führt zu einem starken Wachstum von Algen. Eine hohe Algendichte führt zu Lichtmangel in tieferen Wasserschichten. Auf Licht angewiesene Pflanzen werden verdrängt. Sterben die Algen und Pflanzen ab, werden sie von Mikroorganismen abgebaut. Bei diesen Vorgängen wird Sauerstoff verbraucht, der Sauerstoffgehalt im Wasser nimmt ab. In der Folge können Tiere ersticken. In der Ostsee sind mittlerweile große Gebiete sauerstoffarm oder sauerstofffrei. In Bezug auf den Nährstoff- und Sauerstoffgehalt unterscheiden sich Ost- und Nordsee deutlich. Die Nordsee tauscht mit dem Atlantischen Ozean und dem Nordpolarmeer ständig Wasser aus und ist insgesamt turbulenter. Die Ostsee steht hingegen nur mit der Nordsee in Verbindung, die Verbindungswege sind sehr schmal. Sie hat daher den Charakter eines Binnenmeeres und reagiert empfindlicher auf zu hohe Nährstoffeinträge. Wie ist die Entwicklung zu bewerten? Von den Küsten- und Übergangsgewässern der Nord- und Ostsee war 2021 kein einziges Gebiet (⁠ Wasserkörper ⁠) in „gutem“ oder „sehr gutem“ ökologischen Zustand. Damit wurde das Ziel der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL, EU-RL 2000/60/EG) drastisch verfehlt, dass alle Gewässer bis 2015 mindestens in einem guten ökologischen Zustand sein müssen. Da dieses Ziel klar verfehlt wurde, gab es eine Fristverlängerung bis 2027 und es gilt den gemäß WRRL nächsten Bewirtschaftungszyklus zu nutzen, um bis dahin die anspruchsvollen Ziele zu erreichen. Der Grund für das Verfehlen der Ziele ist vor allem der übermäßige Eintrag von Nährstoffen in die Küsten- und ⁠ Übergangsgewässer ⁠ (⁠ Eutrophierung ⁠). Diese stammen vorwiegend aus der Landwirtschaft, aus Kläranlagen und der Schifffahrt. Die Nährstoffe werden über Flüsse oder die ⁠ Atmosphäre ⁠ in die Meere eingetragen (siehe Indikatoren „Eutrophierung von Nord- und Ostsee durch Stickstoff“ und „Eutrophierung von Flüssen durch Phosphor“ ). Bislang ergriffene Maßnahmen greifen (noch) nicht im geforderten Maße. Um die Nährstoffeinträge so weit zu verringern, dass der gute Zustand erreicht werden kann, müssen die Anstrengungen deshalb deutlich verstärkt werden. In beiden Meeren hat sich der Anteil „schlechter“ und „unbefriedigender“ Gebiete gegenüber 2015 erhöht. Dies lässt sich vor allem durch eine deutlich verbesserte Datenlage und geänderte Schwellenwerte für die Bewertung erklären. Real hat sich der Zustand kaum verschlechtert. Wie wird der Indikator berechnet? Um den ökologischen Zustand eines Küsten- und Übergangsgewässers zu bestimmen, wird vor allem die Artenzusammensetzung ausgewählter pflanzlicher und tierischer Lebensgemeinschaften mit Zeigerwirkung analysiert: Wie weit entspricht sie der typischen Zusammensetzung des jeweiligen Naturraumes? Je nach Grad der Abweichung vom natürlichen Zustand werden fünf Zustandsklassen zugeordnet: von „sehr gut“ bis „schlecht“. Eine ausführliche Beschreibung zur Gewässerbewertung wurde von Voß et al. (2010) veröffentlicht. Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie in den Daten-Artikeln „Ökologischer Zustand der Küstengewässer der Nordsee“ und „Ökologischer Zustand der Küstengewässer der Ostsee“ .

Jahrestag: Erster Ostsee-Aktionsplan vor 13 Jahren verabschiedet

Jahrestag: Erster Ostsee-Aktionsplan vor 13 Jahren verabschiedet Von Juli 2020 bis Juni 2022 hat Deutschland den Vorsitz der Helsinki Kommission zum Schutz der Meeresumwelt der Ostsee (HELCOM) inne. Eine der aktuellen Herausforderungen ist es, den Ostsee-Aktionsplan zu aktualisieren und die Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen intensiver voranzubringen. Die Verabschiedung des ersten Ostsee-Aktionsplans in Krakau im Jahr 2007 jährte sich am 15. November. Deutschland ist eine der zehn Vertragsparteien, die sich aktiv mit der Verbesserung des Umweltzustands bzw. der Gesundheit des stark genutzten Binnenmeeres auseinandersetzen. Seit dem 1. Juli 2020 hat Deutschland, vertreten durch das Bundesumweltministerium, den HELCOM-Vorsitz inne. Dr. Lilian Busse, Leiterin des Fachbereichs „Gesundheitlicher Umweltschutz, Schutz der Ökosysteme“ am Umweltbundesamt und derzeitige HELCOM-Vorsitzende betont: „Nur mit guten Aktionen, also effektiven Maßnahmen, können wir die Ostsee in einen besseren Zustand bringen. Wichtig ist es, für die Meeresumwelt und die menschliche Nutzung eine gesunde Balance zu finden. Der Ostsee-Aktionsplan gibt dafür seit 2007 den Rahmen und wird aktuell von den Mitgliedsstaaten überarbeitet.“. Mit Frau Dr. Busse und den Vizevorsitzenden Dr. Johannes Oelerich (Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung Schleswig Holstein) und Dr. Andreas Röpke (Ministerium Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg Vorpommern) fokussiert sich Deutschland auf folgende Schwerpunkte: Ocean Governance stärken BSAP aktualisieren – umsetzen – spezifische Anforderungen voranbringen Neue Lösungen für altbekannte dringende Herausforderungen angehen (Munition und Unterwasserschall) Marine ⁠ Biodiversität ⁠ stärken ⁠ Klimawandel ⁠ und Ostsee – verstehen und reagieren. Für einen nachhaltigen Schutz weltweit – und so auch für die Ostsee – ist es essentiell, die Bedeutung gesunder Meere für Wirtschaft und Gesellschaft zu verdeutlichen. Das Umweltbundesamt bringt seine Expertise seit vielen Jahren in verschiedene HELCOM-Gremien und Arbeitsgruppen ein. Trotz guter Erfolge in den letzten Jahrzehnten sind beispielsweise die Nähr- und Schadstoffbelastung der Ostsee noch immer zu hoch. Diese Belastungen können nur durch weitere gemeinsame Anstrengungen, sowohl transdisziplinäre als auch grenzübergreifende, reduziert werden. Die Ziele zur Reduktion von Belastungen sind in dem regelmäßig aktualisierten Ostsee-Aktionsplan („ Baltic Sea Action Plan “) festgehalten. Ergänzt und konkretisiert werden diese Ziele durch die Umsetzung des regionalen Aktionsplans zu Meeresmüll aus dem Jahr 2015, an dessen Erstellung das Umweltbundesamt maßgeblich beteiligt war. Ein unmittelbar vor der Verabschiedung stehender neuer Aktionsplan soll die Maßnahmen zur Reduktion von Unterwasserschall-Belastungen spezifizieren. Die Überarbeitung des thematisch übergreifenden Ostsee-Aktionsplans soll 2021 mit einer Ministerkonferenz abgeschlossen werden.

Organische Bestandsaufnahme von Fluessen, Seen und Binnenmeeren. Analysen auf geloeste organische Kohlenstoffe, Aminosaeuren und Zucker

Das Projekt "Organische Bestandsaufnahme von Fluessen, Seen und Binnenmeeren. Analysen auf geloeste organische Kohlenstoffe, Aminosaeuren und Zucker" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Universität Hamburg, Geologisch-Paläontologisches Institut durchgeführt.

Zyklische Redoxreaktionen organischer Kohlenstoffverbindungen in Binnengewässern

Das Projekt "Zyklische Redoxreaktionen organischer Kohlenstoffverbindungen in Binnengewässern" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Forschungsverbund Berlin, Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei durchgeführt. Das vorliegende Forschungsprojekt zielt auf die Verknüpfung zweier, bisher als unabhängig angesehener, aquatischer Transport- und Transformationsprozesse:(a) In tiefen Gewässern können sich Wasserkörper unterschiedlicher Dichte stabil übereinander schichten. Die dort ablaufenden Umsatzprozesse werden so räumlich entkoppelt und es kommt zur Bildung einer aquatischen Grenzzone. Bei deren Durchtritt können sich physikochemische Parameter, wie etwa die Sauerstoffverfügbarkeit, abrupt ändern.(b) Die Verfügbarkeit des Elektronen-Akzeptors Sauerstoff entscheidet über die Reaktionspfade, auf denen aquatische Mikroorganismen Energie gewinnen. Unter Ausschluss von Sauerstoff können sie gelöstes organisches Material als alternativen Elektronen-Akzeptor nutzen. Die Elektronen werden von redox-aktiven Verbindungen innerhalb des organischen Materials (Quinone) aufgenommen die daraufhin antioxidativ, also empfindlich auf Änderungen der Sauerstoffverfügbarkeit reagieren. Die hohe räumliche- und zeitliche Dynamik aquatischer Grenzzonen in Binnengewässern haben zur Folge, dass antioxidatives organisches Material vom sauerstoffarmen in sauerstoffreiche Wasserkörper transportiert werden kann. Die dort rasch ablaufende Re Oxidation macht gelöstes organisches Material daher zu einem vollständig regenerierbaren Elektronenakzeptorsystem. Mikrobielle Konsortien, die ihre Energiegewinnung an diesen zyklisch regenerierten organischen Elektronenakzeptor koppeln, könnten einen entscheidenden Beitrag zum Kohlenstoffumsatz in aquatischen Grenzzonen leisten. Mikroorganismen beeinflussen maßgeblich, zu welchem Anteil umgesetztes organisches Material als Kohlendioxid oder als Methan in die Atmosphäre entweicht oder stattdessen dem Kohlenstoffkreislauf durch Sedimentation entzogen wird. Da Grenzzonen durch überproportional hohe Reaktionsraten und Biodiversität gekennzeichnet sind, ist die Kenntnis der dort ablaufenden Material- und Energieflüsse von großer Bedeutung für das grundlegende Verständnis des Kohlenstoffumsatzes in Binnengewässern. Die Binnenseen der borealen Zone haben großen Anteil an den globalen Süßwasservorräten und sind durch zukünftig steigende Frachten terrestrischen organischen Kohlenstoffs gefährdet. Das beantragte Forschungsprojekt hat daher zum Ziel, durch Prozessstudien auf verschiedenen Skalen und mechanistische Modellierung einen wichtigen Beitrag zu einem besseren Verständnis der Rolle organischen Materials als Elektronendonor und -akzeptor in diesen dynamischen Ökosystemen zu leisten.

Basales Schmelzen im Grönlandischen Eisschelf und die Auswirkungen auf Meeresspiegelschwankungen

Das Projekt "Basales Schmelzen im Grönlandischen Eisschelf und die Auswirkungen auf Meeresspiegelschwankungen" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Universität Bremen, Institut für Umweltphysik, Abteilung Ozeanographie durchgeführt. Basales Schmelzen der Eisschelfe Grönlands (GrIS) ist einer der Hauptquellen für den GrIS Masseverlust und für den Meeresspiegelanstieg. Darüber hinaus ist das beschleunigte Abschmelzen in den letzten 20 Jahren auch durch den Einstrom von wärmerem Wasser in die Fjorde verursacht. Die basalen Abschmelzraten sind jedoch unsicher und offene Fragen bestehen bezüglich der relevanten Prozesse in den Fjorden, und wie viel und wie das Schmelzwasser aus den Fjorden in den Randstrom und weiter in den offenen Ozean gelangt. Diese Unsicherheiten können in Klimamodellen zu Fehlern in der zukünftigen Rolle des Schmelzwassers für die Zirkulation und Wassermassen Verteilung und somit zu Fehlern in der Projektion des regionalen Meeresspiegels führen. Bis jetzt gibt es nicht genügend geeignete Messungen, um Schmelzwasser im Inneren des Ozeans zu quantifizieren und die Pfade zu identifizieren. Wir beantragen hier die Messung von Helium und Neon Verteilungen um zu verfolgen wo und wie viel Schmelzwasser aus GrIS in den Randstrom und ins Ozeaninnere gelangt. Dazu wird eine Prozessstudie am 79N Gletscher durchgeführt sowie Messungen im Randstrom und im Inneren der Labradorsee. Die Ziele sind: (i) Abschätzung der basalen Schmelzwasseranteile im Nah und Fernfeld des 79N Gletschers, und der Menge an Schmelzwasser, die in den Randstrom befördert wird, (ii) Berechnung der Anteile an Schmelzwasser, die aus dem Randstrom in die Labradorsee gelangen, einer der Schlüsselregionen für die Atlantische Meridionale Umwälzbewegung, Abschätzung der Zunahme seit Anfang 2000, (iii) Auswertung von hochauflösenden Modellläufen die mit basalen Schmelzwasserquellen versehen wurden, um die Verteilung des Schmelzwassers und die beteiligten Prozesse zu analysieren und um (iv) die Auswirkungen der zunehmenden Schmelzraten auf die Entwicklung des regionalen Meeresspiegels im subpolaren Nordatlantik abzuschätzen.

Seen: Seen

Ein See ist ein Stillgewässer mit oder ohne Zu- und Abfluss durch Fließgewässer, das vollständig von einer Landfläche umgeben ist. Er stellt ein weitgehend geschlossenes Ökosystem dar (siehe Ökosystem See). Ein See ist ein Binnengewässer, das eine (größere) Ansammlung von Wasser in einer Bodenvertiefung einer Landfläche darstellt und im Gegensatz zu einem Binnenmeer (zum Beispiel dem Mittelmeer) auf der 0-Meter-Höhenlinie keine direkte Verbindung zum Weltmeer hat. Damit weist er keinen durch Meeresströmungen bedingten Zu- und/oder Abfluss auf. Zu- und Abflussmenge sind in der Regel gegenüber der Gesamtwassermenge eines Sees gering. Im Gegensatz zu einem Fließgewässer weist ein See kein Gefälle auf. In Sachsen-Anhalt gibt es derzeit 27 Seen mit einer Fläche von mehr als 50 ha und mehrere hundert kleinere Seen. Sachsen-Anhalt ist relativ arm an natürlichen Seen. Unter den 10 flächenmäßig größten Seen ist lediglich der Arendsee (514 ha) als natürlicher See zu nennen. Die meisten größeren Seen des Landes sind aufgrund intensiver bergbaulicher Tätigkeit des Menschen entstandene künstliche Gewässer (Restseen des Braunkohlentagebaues oder der Kiesgewinnung). Die drei flächenmäßig größten künstlichen Seen sind die Tagebaurestseen Geiseltal (1840 ha) und Goitsche (1370 ha) sowie der Muldestausee (605 ha). Ebenfalls von Bedeutung ist das System der Talsperren im Harz, die überwiegend der Trinkwasserversorgung dienen. Seen sind empfindliche Gewässerökosysteme, da einmal eingetragene Nährstoffe oder Schadstoffe durch die seeinternen Stoffumsetzungs- und ablagerungsprozesse sowie den relativ geringen Wasseraustausch sehr lange im Gewässer verbleiben. Um in Sachsen-Anhalt die Anforderungen der Wasserrahmenrichtlinie hinsichtlich des Monitorings umzusetzen, wurde eine Rahmenmonitoringkonzeption erarbeitet. Darauf aufbauend wird durch den Gewässerkundlichen Landesdienst jährlich ein Gewässerüberwachungsprogramm Sachsen-Anhalt (GÜSA) erstellt und die Ergebnisse des Monitorings werden veröffentlicht. Das Monitoring hat u.a. folgende grundsätzliche Zielstellungen: Das Monitoring umfasst die Ermittlung der physikalisch-chemischen Beschaffenheit der Gewässer, die Erfassung biologisch-ökologischer Parameter sowie verschiedene Sondermessprogramme (z.B. Arzneimittelwirkstoffe, Pflanzenschutzmittel). Die zu untersuchenden Gewässer (Messnetz) und der erforderliche Untersuchungsumfang (Parameter und Untersuchungshäufigkeit) werden jährlich im „Gewässerüberwachungsprogramm Sachsen-Anhalt“ (GÜSA) festgelegt. Weitere Informationen zum Thema finden Sie hier . Hinweis: Mit dem Download der Daten aus dem Gesamtdatenexport akzeptieren Sie die Nutzungsbedingungen des Datenportals. Gesamtdatenexport: Messreihen herunterladen .

Wärme- und Stofftransport in Seen unter saisonaler Eisdecke

Das Projekt "Wärme- und Stofftransport in Seen unter saisonaler Eisdecke" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Forschungsverbund Berlin, Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei durchgeführt. Der Wärme- und Stoffaustausch in einem See während der Eisbedeckung ist Im Vergleich zur eisfreien Zeit nur schlecht untersucht. Und das, obwohl eine quantitative Abschätzung der Transportprozesse unter dem Eis von entscheidender Bedeutung für das Verständnis der Dynamik des Ökosystems eisbedeckter See ist. Auch lässt sich die Antwort, die der See während der Eisbedeckung auf die klimatisch bedingten Veränderungen gibt nur mit dem Wissen um die Austauschprozesse unter der Eisdecke beurteilen. Das vorliegende Projekt bringt drei Forschergruppen aus Deutschland. Finnland und Russland mit dem Ziel zusammen, die hydrodynamischen Prozesse und ihre Auswirkungen auf den Stofftransport, die Sauerstoffdynamik und die Planktonentwicklung in saisonal eisbedeckten Binnenseen zu untersuchen. Dabei sollen räumliche Skalen von der Größenordnung der Mikrostrukturturbulenz genauso berücksichtigt werden wie synoptische bis saisonale Veränderungen. Ein komplexes Feldmessprogramm wurde konzipiert, um mit modernsten experimentellen Techniken an ausgewählten finnischen und russischen Seen die Mechanismen aufzudecken, die für die Wärmespeicherung, den vertikalen und lateralen Stofftransport, die Sauerstoffzehrung und die Frühentwicklung des Planktons noch unter dem Eis verantwortlich sind. Ergänzt wird dieses Feldmessprogramm durch ein Arsenal von numerischen Modellen und Laboruntersuchungen.

Risikoabschätzung möglicher Auswirkungen von Salzwassereinstrom auf die Strandseenbiozönosen im Großen Binnensee und Windebyer Noor

Das Projekt "Risikoabschätzung möglicher Auswirkungen von Salzwassereinstrom auf die Strandseenbiozönosen im Großen Binnensee und Windebyer Noor" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Universität Rostock, Institut für Biowissenschaften, Lehrstuhl Aquatische Ökologie durchgeführt. Von den an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste gelegenen Strandseen verfügen heute nur noch wenige über eine offene Verbindung zur vorgelagerten Ostsee. Ein Großteil dieser Seen wurde seit dem 19. Jahrhundert durch die Einrichtung von Bauwerken (Siele usw.) zunehmend vom Ostseeeinfluss abgeschottet. Durch die daraus resultierende Aussüßung der Strandseen veränderte sich auch die ehemals an die brackig-marinen Verhältnisse angepasste Flora und Fauna und entspricht heute einer fast reinen Süßwassergemeinschaft. Nur noch wenige Relikte im Arteninventar deuten auf die brackige Vergangenheit dieses ehemaligen Küstengewässer-Lebensraumes hin. Im Zuge dieser Veränderung ist damit ein seltener Lebensraum in Schleswig-Holstein nahezu verschwunden, der an der gesamten Ostseeküste einzigartig ist und dessen mögliche Wiederherstellung daher nicht nur unter dem Gesichtspunkt der Umsetzung der EU-WRRL lohnenswert ist. So sind einige Seen wie der Große Binnensee auch für die FFH-Richtlinie gemeldet, um die küstentypischen Lebensraumkomplexe, insbesondere Strandwall- und Dünenformationen, einschließlich der charakteristischen Arten zu erhalten, zu sichern und zu fördern. Der derzeitige ökologische Zustand der ausgesüßten Strandseen wird anhand der Makrophyten und des Phytoplanktons aufgrund der hohen Nährstoffbelastung als mäßig bis unbefriedigend beurteilt (SAGERT et al. 2007). Zum Erreichen des guten ökologischen Zustandes sind daher Maßnahmen zu ergreifen, die auch eine Annäherung an die potentiell natürlichen Salzgehaltsbedingungen beinhalten. Da eine völlige Öffnung der Strandseen aus Gründen des Hochwasserschutzes des Binnenlandes und der bestehenden landwirtschaftlichen Nutzungen im Einzugsgebiet nicht möglich ist, wird als geeignete Maßnahme eine Optimierung des Sielbetriebes dahingehend angestrebt, dass eine Maximierung des Einstromes von Ostseewasser stattfinden kann. Ziel ist in erster Linie die Erhöhung des Salzgehaltes, die eine Ansiedlung der typspezifischen, d.h. der ehemals brackigen, Lebensgemeinschaften ermöglichen soll. - Das Forschungsprojekt dient der wissenschaftlichen Begleitung der geplanten Maßnahme an den ausgewählten Strandseen Großer Binnensee und Windebyer Noor. Es sollen die biologischen Planungsgrundlagen für entsprechende Maßnahmen für die Umsetzung der WRRL- und FFH-Richtlinie liefern. Dazu werden folgende Komplexe bearbeitet bzw. untersucht: - Komplex 1: Einschätzung des Wiederbesiedlungspotentials von brackwassertypischen Vegetationsbeständen nach Salzwasserzufluss anhand von Vegetationsdaten - Komplex 2: Einschätzung des Wiederbesiedlungspotentials von brackwassertypischen Vegetationsbeständen anhand des Diasporenpotentials in den Seensedimenten - Komplex 3: Einschätzung der aktuellen Nährstoffsituation: Analyse der externen Nährstoffeintragspfade aus dem EZG und der Nährstoffpotentiale in den Sedimenten usw.

WRRL - Bewertung von Strandseen anhand der Makrophytenvegetation - Bewertung von Strandseen anhand submerser Makrophyten nach EU-WRRL

Das Projekt "WRRL - Bewertung von Strandseen anhand der Makrophytenvegetation - Bewertung von Strandseen anhand submerser Makrophyten nach EU-WRRL" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Universität Rostock, Institut für Biowissenschaften, Lehrstuhl Aquatische Ökologie durchgeführt. Ziel dieses Projektes ist es, in Anlehnung an bestehende Verfahren, ökologische Qualitätskriterien für Strandseen festzulegen, die eine Bewertung dieser Gewässer nach den Vorgaben der Europäischen Wassserrahmenrichtlinie (WRRL) erlauben und gleichzeitig den Erfordernissen der FFH-Richtlinie (Richtlinie zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen) gerecht werden. Der Untersuchungsschwerpunkt liegt zunächst auf den Qualitätskomponenten Makrophyten und Phytoplankton. Strandseen sind durch Abtrennung einer Meeresbucht (Nehrung) entstanden, wobei die Verbindung zur vorgelagerten Ostsee je nach Entwicklungsstufe und Wasserstand mehr oder weniger breit aber auch ganz geschlossen sein kann. Durch den geringen Wasseraustausch mit der Ostsee bzw. einen stärkeren landseitigen Süßwasserzufluss sind Strandseen häufig durch wechselnde Salzgehalte geprägt, die sich entscheidend auf die Zusammensetzung der dort lebenden Tier- und Pflanzenarten auswirken. An der Ostseeküste Schleswig-Holsteins wurde die natürliche Entwässerung in vielen Fällen - weitgehend technisch - neu organisiert und durch Pumpwerke intensiviert. Überflutungen mit Salz- oder Brackwasser sind in diesen Fällen stark eingeschränkt oder ausgeschlossen. Die vorgelagerten Strandwälle, die eine große Bedeutung als Standort für Salzwiesen oder Brackwasserröhrichte haben, wurden durch Baumaßnahmen wie Deiche und technische Anlagen, aber auch durch zahlreiche Campingplätze stark verändert und überformt. Die hohe ökologische bzw. naturschutzfachliche Bedeutung der Strandseen findet Ausdruck in der FFH-Richtlinie, die bestimmte Ausprägungen von Strandseen als FFH-Lebensraumtyp 'Lagune' unter prioritären Schutz stellt. Für die Berichterstattung und das Monitoring zur WRRL und zur FFH-Richtlinie werden durch das Projekt Untersuchungsmethoden und Bewertungsverfahren für marin geprägte, stehende Gewässer erarbeitet. Um die Bewertung vornehmen zu können, sind zunächst Bewertungskriterien auszuwählen, mit deren Hilfe der Referenzzustand oder Referenzwert beschrieben und eine ökologische Klassifizierung erarbeitet werden kann. Im Anschluss daran soll eine Erprobung, mit der Möglichkeit vorhandene Datenlücken zu schließen, an den folgenden Strandseen (größer 50 ha) erfolgen: Schwansener See, Hemmelmarker See, Windebyer Noor, Großer Binnensee, Sehlendorfer Binnensee, Neustädter Binnenwasser, Hemmelsdorfer See.

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