Fischotter stehen an der Spitze der aquatischen Nahrungskette und sind hervorragende Indikatoren für Umweltbelastungen von Gewässern. In einem Vorläuferprojekt wurde ein bundesweites Netzwerk aus Sammelstellen (Länder, Naturkundemuseen, Otterzentren, etc.) aufgebaut sowie Standardverfahren zur Sektion und Probennahme etabliert, um Rodentizid-Rückstände in den Tieren zu analysieren. Die bestehende Infrastruktur sowie das vorhandene Know-How bieten eine einmalige effiziente und kostengünstige Möglichkeit, um ein vollzugsbegleitendes Biotamonitoring im Fachbereich IV zu etablieren und es als Instrument zur Bewertung von Umweltschadstoffen allen Vollzügen für gezielte Fragestellungen zugänglich zu machen. Auch durch die Mehrfachnutzung von Proben für verschiedene Stoffe/Vollzüge kann das Vorhaben effizient und kostengünstig wertvolle Ergebnisse liefern. Anhand der Rückstandsanalytik von Rodentiziden konnte bereits die hohe Verwertbarkeit der Monitoringergebnisse für den Biozidvollzug (national und EU weit) gezeigt werden. Im Vorhaben sollen 10 - 15 Analyten aus verschiedenen Vollzügen pro Probe (Leber/Muskelgewebe) gemessen werden. Eine Vielzahl von Bestandsproben sowie ca. 100 Fischotterproben pro Jahr sollen dafür genutzt werden. Neben der Erfassung des Gesundheitszustands und des Alters der Tiere, sollen Nahrungsanalysen (Hartbestandteile und Metabarcoding) sowie Begleitdaten zum Fundort Aufschluss über die Expositon der Tiere geben und somit eine gezielte Regulierung ermöglichen.
Im Rahmen dieses Forschungsvorhabens wurden Untersuchungen durchgeführt, um Grundlagen für ein geeignetes Konzept zur Überwachung von prioritären Stoffen in Fischen zu erarbeiten, das den Anforderungen der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) genügt und dabei die verschiedenen Ziele des Gewässermonitorings, insbesondere die Überwachung von Umweltqualitätsnormen (UQN) sowie das Trendmonitoring, integriert. Dazu wurden an sechs Standorten in Oberflächengewässern jeweils ca. 20 Fische von jeweils drei unterschiedlichen Fischspezies beprobt, biometrische Daten erfasst (z.B. Gewicht, Länge, Alter) und Mischproben von Filet und Restfisch getrennt auf prioritäre Stoffe untersucht. Aus den Messdaten wurden die Konzentrationen der prioritären Stoffe im Ganzfisch berechnet. Bei der Projektbearbeitung wurden die Hinweise des Arbeitspapiers IV.3 zur Rahmenkonzeption Monitoring (RAKON) der LAWA (Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser) berücksichtigt und geprüft, inwieweit das empfohlene Vorgehen an den Standorten umsetzbar war. Auf Basis der Untersuchungsergebnisse wurden Empfehlungen für die Umsetzung des WRRL-Biotamonitorings abgeleitet. Da das Routine-Gewässermonitoring Aufgabe der Bundesländer ist, wurden Aspekte der praktischen Umsetzung mit den zuständigen Kolleginnen und Kollegen aus Einrichtungen der Bundesländer im Rahmen von zwei Fachgesprächen diskutiert. Quelle: Forschungsbericht