Im vorliegenden Bericht wurde das thermochemische Kunststoffrecycling auf Basis der Prozesse Verölung/Verflüssigung, Pyrolyse und Gasifizierung untersucht. Die Verfahren wurden detailliert untersucht und mittels Nutzenkorbmethode mit mechanischem Recycling und energetischer Verwertung verglichen. Diese zeigte, dass chemische Recyclingverfahren dem mechanischen Recycling hinsichtlich Energieverbrauch und THG-Emissionen deutlich und der Verwertung im Zementwerk moderat unterlegen sind. Veröffentlicht in Texte | 154/2024.
Die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ist im gesamten Schulalltag der integrierten Sekundarschule fest verankert. Die Schülerinnen und Schüler können sich in diversen Arbeitsgruppen (AGs) engagieren, das Wahlpflichtfach Nachhaltigkeit wählen und an zahlreichen Projekten teilnehmen. Zudem wird an der Ressourcenschule auf einen müllvermeidenden und ressourcenschonenden Schulalltag geachtet. Ressourcenschule: Abfallvermeidung und Wertstoffrecycling Zum Umgang mit Ressourcen und Abfall gelten an der Schule an der Jungfernheide für Schülerinnen wie Mitarbeiter verbindliche Regeln. Auf dem gesamten Schulgelände stehen Sammelbehälter zur Mülltrennung aus. Zudem verfügt die Schule über eine eigene Recyclingecke: Dort werden Geräte und Objekte abgegeben, die nicht in den normalen Müll gelangen sollen – etwa Kerzen, Altmetall, Toner- und Druckerkartuschen oder Batterien. Die abgegebenen Gegenstände werden entweder verkauft, für kreative Bastelaktivitäten genutzt oder ordnungsgemäß entsorgt. Besonderes Highlight ist das regelmäßig stattfindende Repair-Café, welches von Schülerinnen und Schülern selbst betrieben wird. Kleine Elektronikgeräte und Fahrräder werden unter Beaufsichtigung und Anleitung repariert, sodass sie nicht im Abfall landen sondern weiter genutzt werden können. Damit leisten die Schülerinnen und Schüler mit dem Repair-Café nicht nur einen aktiven Beitrag zur Abfallvermeidung, sondern schärfen mit jedem reparierten Objekt ihr Bewusstsein für den Wert vermeintlich kaputter oder alter Geräte. Die Jugendlichen der Schule an der Jungfernheide können sich in zwei AGs intensiv mit dem Thema der Biodiversität auseinander setzen und einen nachhaltigen Beitrag zur Artenvielfalt in der Großstadt beitragen. Die Schulgarten-AG hegt und pflegt die Pflanzen des Schulhofs. Aus alten Europaletten wurden Hochbeete gebaut, die mit blühenden und schattenspendenden Gewächsen bepflanzt wurden. Das Bee-Team, die Bienen-AG, kümmert sich um die beiden Bienenvölker der Schule. Diese zogen 2014 in ihre neue Heimat an der Jungfernheide. Die fleißigen Insekten werden zudem fächerübergreifend im Unterricht behandelt – sei es in Biologie, Mathematik oder Kunst. Für seinen Einsatz wird das Bee-Team von den Bienen belohnt: Rund 40 Kg Bio-Honig produzieren die beiden Völker jedes Jahr. Im Wahlpflichtfach Nachhaltigkeit befassen sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit dem Thema der Nutzung natürlicher Ressourcen durch den Menschen. Die Bandbreite der Aktionen ist groß: Von der Teilnahme am World-Cleanup-Day über die Veranstaltung von Upcycling-Workshops hin zu Ausflügen ins Grüne. Den Jugendlichen eröffnen sich auf diesem Weg vielfältige Perspektiven auf den Themenkomplex der Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes. Auch bei allgemeinen Klassenfahrten und Exkursionen liegt in der Regel ein besonderer Fokus auf Nachhaltigkeit und Umweltschonung. So besuchten die Schülerinnen und Schüler in der Vergangenheit beispielsweise bereits das Klimahaus in Bremerhaven und das Forschungsschiff MS Wissenschaft. In regelmäßigen Abständen werden alle an der Schule an der Jungfernheide vom Nachhaltigkeitsfieber gepackt. Während der Umweltwochen gilt es für alle Schulklassen, jeden Tag eine neue Umweltchallenge zu meistern, zu reflektieren und natürlich zu dokumentieren. Im Rahmen der Challenge wurden bienenfreundliche Blumen gepflanzt, Bäume gegossen, Müllsammel- und Upcycling-Aktionen durchgeführt und mehr. Ziel der Umweltwochen ist nicht nur die aktive Durchführung von Klimaschutzaktionen, sondern ebenfalls die Wissensvermittlung. Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wird bewusst, dass auch kleine Gesten in Sachen Umweltschutz große und nachhaltige Auswirkungen haben können. Einige Schülerinnen und Schüler erhielten eine „Auszeichnung für besonders herausragende und außergewöhnliche Leistungen während der Nachhaltigkeitschallenge 2020“. Abfallvermeidung | Abfalltrennung | Recycling | Upcycling | Schulgarten | Biodiversität | Umweltfreundliche Klassenfahrten | Schulprogramm | Projekte An der öffentlichen integrierten Sekundarschule betreuen derzeit 64 Lehrkräfte, Mitarbeiterinnen und Betreuer rund 400 Schülerinnen und Schüler. Die Schule an der Jungfernheide ist eine teilgebundene Ganztagsschule. Jeweils Dienstags und Donnerstags findet der Unterricht für die Jahrgangsstufen 7 und 8 bis 15:45 Uhr statt. An allen anderen Tagen sowie für die weiteren Jahrgänge gibt es ein ergänzendes Ganztagsangebot. Unter dem Motto „Etwas bewegen“ legt die Schule an der Jungfernheide einen starken Fokus auf Inklusion und das gemeinsame Lernen. Die inklusive Schwerpunktschule für den Förderschwerpunkt “Geistige Entwicklung” bildet gemeinsam mit der Schule an der Haveldüne, der B.-Traven-Gemeinschaftsschule und der Schule am Staakener Kleeblatt einen Verbund Gymnasialer Oberstufe. RessourcenSchule Stufe 2 Umweltschule in Europa Gütesiegel Berliner Klimaschulen Weitere engagierte Schulen in Spandau Übersicht: Diese Spandauer Schulen engagieren sich besonders im Klima- und Umweltschutz. Weitere Informationen Handlungsfelder Ressourcenschutz, Nachhaltigkeit, Klimabildung: In diesen Bereichen engagieren sich Schülerinnen und Schüler aller Altersgruppen für nachhaltige Verbesserungen im Klimaschutz. Weitere Informationen
Zur Eröffnung der 28. TASIMA (Tagung Siedlungsabfallwirtschaft Magdeburg) hat Umwelt-Staatssekretär Dr. Steffen Eichner die Unternehmen im Land ermuntert, noch stärker auf Recycling zu setzen. Eine große Chance liege dabei in innovativen chemischen Verfahren zur Aufbereitung von Kunststoffen. „Kunststoffe werden bisher noch zu oft verbrannt, etwa weil sie nicht gut genug sortiert sind oder der Recycling-Aufwand zu hoch erscheint. Hier müssen wir ansetzen und eine wirksame Kreislaufwirtschaft aufbauen. Auch Unternehmen aus Sachsen-Anhalt sollten dabei chemische Recyclingverfahren stärker in den Fokus nehmen. Denn davon könnte neben Umwelt und Klima auch die heimische Chemieindustrie profitieren, die auf dem Weg zur Klimaneutralität Alternativen für den Kohlenstoff braucht, der bislang aus fossilen Rohstoffen wie Erdgas oder Erdöl gewonnen wird. Wenn es in Sachsen-Anhalt gelingt, chemisches Kunststoff-Recycling im industriellen Maßstab aufzubauen, würde das unserer Wirtschaft zusätzlich Schub geben“, sagte Eichner am heutigen Mittwoch in Magdeburg. Die TASIMA ist die zentrale Landestagung zur Abfallwirtschaft und hat zugleich überregionale Bedeutung. Noch bis zum morgigen Donnerstag beraten in der Landeshauptstadt erneut mehr als 100 Vertreterinnen und Vertreter von Behörden, Entsorgern, Verbänden und Kammern über aktuelle Herausforderungen der Branche. Die Veranstaltung wird gemeinsam von der Hochschule Magdeburg-Stendal, der MHKW Rothensee GmbH und dem Umweltministerium organisiert. Aktuelle Informationen zu interessanten Themen aus Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt gibt es auch auf den Social-Media-Kanälen des Ministeriums bei Facebook, Instagram, LinkedIn, Mastodon und X (ehemals Twitter). Impressum: Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt Pressestelle Leipziger Str. 58 39112 Magdeburg Tel: +49 391 567-1950, E-Mail: PR@mwu.sachsen-anhalt.de , Facebook , Instagram , LinkedIn , Mastodon und X
Die Rohstoff-Recycling Gebrüder Gubisch GmbH beantragte am 16.12.2022 die immissionsschutzrechtliche Genehmigung nach § 16 BImSchG auf wesentlichen Änderung der Anlage zur zeitweiligen Lagerung von nicht gefährlichen Abfällen mit einer Gesamtlagerkapazität von 3.599,2 Tonnen, mit einer nichtgenehmigungsbedürftigen Anlage zur Lagerung von gefährlichen Abfällen mit einer Gesamtlagerkapazität von 49 Tonnen als Nebenanlage
Im vorliegenden Bericht wurde das thermochemische Kunststoffrecycling auf Basis der Prozesse Verölung/Verflüssigung, Pyrolyse und Gasifizierung untersucht.Die Verfahren wurden detailliert untersucht und mittels Nutzenkorbmethode mit mechanischem Recycling und energetischer Verwertung verglichen. Diese zeigte, dass chemische Recyclingverfahren dem mechanischen Recycling hinsichtlich Energieverbrauch und THG-Emissionen deutlich und der Verwertung im Zementwerk moderat unterlegen sind.
Jörg Schulze ist Vorsitzender der neu gegründeten Umweltvereinigung Mitteldeutsches Kompetenznetzwerk Kreislaufwirtschaft e. V. (UMK), die ihren Sitz in Halle (Saale) hat. Seit 2022 ist Herr Schulze einer von drei Botschaftern der Umweltallianz Sachsen-Anhalt. Wir haben ihn gefragt, was nachhaltiges Wirtschaften für ihn bedeutet, wie er dies in der Umweltvereinigung Mitteldeutsches Kompetenznetzwerk Kreislaufwirtschaft e. V. (UMK) umsetzt und was ihn in seinem Amt als Botschafter der Umweltallianz motiviert. Herr Schulze, was tun Sie durch Ihre Umweltvereinigung für den Umweltschutz? Unser wichtigstes Ziel ist es, dass wir sowohl die gesellschaftliche Akzeptanz als auch die technologische Weiterentwicklung vorantreiben und damit die Voraussetzungen schaffen, Abfall nicht nur als Ressource zu verstehen, sondern auch tatsächlich in stärkerem Maße wieder als Recyclat oder Produkt in den Wirtschaftskreislauf zurückzuführen. Das ist Aufgabe der Kreislaufwirtschaft. So beschäftigen wir uns beispielsweise mit mechanischem und, in Zusammenarbeit mit der chemischen Industrie, mit chemischem Recycling. Ein primäres Ziel hierbei ist, die Kunststoffabfälle, die in der gelben Tonne gesammelt werden, einer höheren stofflichen Verwertung zuzuführen. Als Netzwerk wollen wir dazu neue innovative Verfahren gemeinsam mit wissenschaftlichen Einrichtungen, Recyclern, Anlagen, Produzenten sowie Endnutzern der Recyclate und Produkte kreieren. Im Ergebnis sollen neue industrielle Anlagen entstehen. Dies muss nachhaltig geschehen und gesellschaftlich akzeptiert werden. Deshalb wollen wir alle Ideen zur Nachhaltigkeit in der Kreislaufwirtschaft bündeln und mit beiden Interessensgruppen und Bürgern diskutieren. Was bedarf es aus Ihrer Sicht, um nachhaltig zu wirtschaften? Beim nachhaltigen Wirtschaften spielt eine umweltökonomische Betrachtungsweise eine wesentliche Rolle. Auf dem Transformationspfad zur Klimaneutralität wollen wir die Maßnahmen prioritär umsetzen, die sowohl einen hohen ökologischen als auch ökonomischen Mehrwert bieten. Wir betrachten alle Aufgaben völlig technologieoffen und ziehen die Maßnahmen vor, die technologisch ausgereift sind. Grundlage bildet dabei die Ökobilanzierung. Damit kann analysiert werden, wie die Umweltwirkungen von Geschäfts- und Produktionsprozessen aussehen, was man als Unternehmen bereits erreicht hat und an welchen Stellen noch Potenziale zur Weiterentwicklung bestehen. Im Ergebnis dessen können Ziele für die Zukunft festgelegt werden, die mit wirksamen Maßnahmen zu erreichen sind. Danach gilt es den Pfad zu beschreiben, mit welchen Maßnahmen die gesetzten Ziele auch tatsächlich erreicht werden können. Dabei sind gezielt die Maßnahmen zu wählen, bei denen der größte ökologische aber auch ökonomische Hebel vorhanden ist. Denn wenn man als Unternehmer kein oder nur unzureichend Geld verdient, sind auch keine Freiräume für Maßnahmen zur Förderung der Nachhaltigkeit vorhanden. Warum ist die UMK Mitglied der Umweltallianz Sachsen-Anhalt geworden und was motiviert Sie persönlich in Ihrer Arbeit als Botschafter, die Umweltallianz bekannter zu machen? Unsere Mitgliedschaft geht auf eine längere Tradition zurück. Der Vorgänger der UMK – das Kompetenznetzwerk Mitteldeutsche Entsorgungswirtschaft – war bereits Mitglied der Umweltallianz. Wir als Netzwerk versuchen alle Stakeholder, die mit der Abfall- und Kreislaufwirtschaft zu tun haben, zu vernetzen, um daraus optimale Ergebnisse zu generieren. Die Umweltallianz ist gleichermaßen ein Netzwerk, das jedoch branchen- und ressortübergreifend aufgestellt ist und das Ziel verfolgt, den betrieblichen Umweltschutz voranzubringen. Da die beiden Netzwerke ähnliche Ziele verfolgen, ist es aus meiner Sicht selbstverständlich, die Arbeit der Umweltallianz zu unterstützen. Als Botschafter kann und werde ich die Umweltallianz nach außen hin bekannter machen und versuchen neue Mitglieder zur Teilnahme zu animieren, denn ein Netzwerk lebt von seinen Mitgliedern. Welche Relevanz hat die Umweltallianz aus Ihrer Sicht für die regionale Wirtschaft? Ich denke, dass der Umweltschutz einen breiten Konsens in der Gesellschaft und damit natürlich auch in der Wirtschaft findet. Das zeigen alle Entwicklungen, die wir jetzt wirtschaftlich auch in Sachsen-Anhalt erleben. Deshalb ist das, was die Umweltallianz als Austauschplattform für die Wirtschaft bieten kann, sehr wichtig. Die Umweltallianz kann uns Richtungen aufzeigen, Vorschläge machen und dabei unterstützen, den bereits erwähnten umweltökonomischen Ansatz umzusetzen. Noch eine letzte Frage: Was liegt Ihnen in Bezug auf den Schutz unserer Umwelt besonders am Herzen? In meinem Fall ist es völlig klar, dass mir die Kreislaufwirtschaft besonders am Herzen liegt. Seit Jahren ist es eines der wichtigsten Themen der Gesellschaft, Abfall zu vermeiden oder zu verwerten. Unser Ziel ist es, so viel wie möglich aus dem Abfall wieder in den Stoffkreislauf zurückzuführen. Das ist die wichtigste Aufgabe der Kreislaufwirtschaft. Ich möchte daher auch weiterhin aktiv daran mitarbeiten, den Transformationsprozess der Kreislauf- und Ressourcenwirtschaft in der Region und länderübergreifend zu fördern und zu gestalten. Vielen Dank für das Gespräch!
Bild: Michal Jarmoluk auf Pixabay Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) in Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) lud am 06. und 07. September nach Berlin zur Veranstaltung „Es dreht sich weiter! Systemische Kreislaufwirtschaft als Treiber ländlicher Entwicklung“ ein. Dies war die Abschlussveranstaltung zum Forschungsvorhaben „Potenzial der Kreislaufwirtschaft für die ländliche Entwicklung in Deutschland und Europa “. Dieses hatte seit 2021 das Ziel, dieses Potenzial unter räumlichen Gesichtspunkten anhand von 12 Fallbeispielen europaweit zu untersuchen. Die auf der Veranstaltung vorgestellten Ergebnisse sind in der Abschlussbroschüre „Kreislaufwirtschaft für die ländliche Entwicklung“ zusammengefasst. Dabei wird Kreislaufwirtschaft aus Perspektive der Regionalentwicklung betrachtet. Diese Perspektive erfordert umso mehr eine systemische Betrachtungsweise der Kreislaufwirtschaft, wie sie auch dem Aktionsplan der EU für die Kreislaufwirtschaft zugrunde liegt. So hat Kreislaufwirtschaft Potentiale, funktionale Strukturen zu stärken, vor allem im ländlichen, strukturschwachen Raum. Welche Faktoren dafür förderlich sind und wie Kreislaufwirtschaft und Raumentwicklung stärker miteinander verknüpft werden könnten, wurde während der Veranstaltung in Berlin diskutiert. Die Fallbeispiele und Ansprechpartner:innen aus Deutschland und Europa wurden vorgestellt. Durch verschiedene interaktive Formate sowie Workshops am zweiten Veranstaltungstag war die Vernetzung der diversen Teilnehmer:innen ein Selbstläufer. Die Stadt-Land-Plus-Verbundvorhaben sowie das Querschnittsvorhaben und das PtJ waren vertreten, um die Gelegenheit für Vernetzung und Erfahrungsaustausch zu nutzen. Generell ist in diesem Herbst in Deutschland einiges los in Sachen Kreislaufwirtschaft: Grund dafür ist der Prozess zur Erstellung der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie , der vom Bundesministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz (BMUV) durchgeführt wird. Hier haben diverse Beteiligungsformate wie Runde Tische, Dialogwerkstätten und Stellungnahmen stattgefunden. Darüber hinaus sind diverse Akteurinnen und Akteure derzeit sehr aktiv dabei, ihre Erfahrungswerte einzubringen und Empfehlungen zu formulieren. Ein Beispiel dafür ist das Gemeinsame Leitbild zu einer Kreislaufwirtschaft mit Kunststoffen in Deutschland , den der Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft (BDE), PlasticsEurope Deutschland e.V. und Verband der chemischen Industrie (VCI) ebenfalls am 6.9.2023 in Berlin vorgestellt haben . Darin bekennt sich die Industrie sowohl zur Priorität für das mechanische Recycling als auch zu angemessenen Rahmenbedingungen für das chemische Recycling. Sie mahnt aber auch an, dass bereits beim Produktdesign auf eine mechanische Recyclingfähigkeit sowie auf eine Reduzierung des Materialeinsatzes im Sinne der Abfallvermeidung zu achten ist. Trotz der diversen Perspektiven und Positionen auf die Kreislaufwirtschaft bleiben zwei Dinge festzuhalten: Das Thema Kreislaufwirtschaft ist in den letzten Jahren zunehmend ins Bewusstsein gerückt. Und es wird weiter an Fahrt aufnehmen. Es bleibt spannend, inwiefern sich regionale oder Stadt-Land-Bezüge in der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie wiederfinden werden. Ihre Veröffentlichung ist für 2024 geplant. Im Frühjahr soll es in die Ressortabstimmung gehen.
Berichtsjahr: 2022 Adresse: Hammermühle 41 51491 Overath Bundesland: Nordrhein-Westfalen Flusseinzugsgebiet: Rhein Betreiber: RWR Remondis Wertstoff-Recycling GmbH & Co.KG Haupttätigkeit: Beseitigung nicht gefährlicher Abfälle > 50 t/d
EU-Verpackungsverordnung: Von Anfang an im Kreislauf denken Mit dem Entwurf einer Verpackungsverordnung hat die EU KOM einen Regelungsvorschlag vorgelegt, um die Umweltwirkungen von Verpackungen mit Maßnahmen entlang des gesamten Lebensweges zu mindern. Das UBA begrüßt den Fokus auf Abfallvermeidung und Mehrweg sowie Recyclingfähigkeit und Kunststoffrezyklateinsatz. Das Anforderungsniveau bleibt an einigen Stellen jedoch hinter den Erwartungen zurück. Mit dem am 30. November 2022 vorgelegten Entwurf einer Verpackungsverordnung setzt die EU-Kommission darauf, die von Verpackungen und Verpackungsabfällen ausgehenden Umweltwirkungen entlang des gesamten Lebensweges zu mindern. Das Umweltbundesamt unterstützt ausdrücklich diesen umfassenden Ansatz, denn Verpackungen verursachen einen erheblichen Ressourcenverbrauch in Verbindung mit einer sehr kurzen Nutzungsphase. So führt der Entwurf an, dass 40 Prozent der in der EU verwendeten Kunststoffe und 50 Prozent des Papiers für Verpackungen benötigt werden und Verpackungsabfälle 36 Prozent der kommunalen festen Abfälle ausmachen. Insofern ist die spezielle Betonung von Abfallvermeidung und der Förderung von wiederverwendbaren Verpackungen, wie Mehrwegverpackungen besonders zu begrüßen. Bislang ist vorgesehen, die Verordnung ausschließlich auf den Artikel 114 AEUV (Vertrag zur Arbeitsweise der Europäischen Union) abzustützen, welcher auf das Funktionieren des Binnenmarktes abzielt. Um nationalen Besonderheiten und erreichten Erfolgen insbesondere bei Sammlung und Recycling gerecht zu werden und nationale Gestaltungsmöglichkeiten für ambitioniertere Regelungen aufrecht zu erhalten, bedarf es der zusätzlichen Abstützung auf Artikel 192 zum Umweltschutz. Denn neben eher ambitionierten Vorgaben bleibt der Entwurf in einigen Punkten hinter dem in Deutschland erreichten Niveau zurück bzw. führt anspruchsvolle Anforderungen erst sehr spät ein. Zum Beispiel sollen erst Ende 2030 mindestens 70 Prozent der Verpackungen recycelt werden. Der Entwurf verfolgt das Ziel des EU-Aktionsplans Kreislaufwirtschaft, alle Verpackungen bis 2030 auf wirtschaftlich tragfähige Weise wiederverwendbar oder recycelbar zu machen. Es ist erfreulich, dass die Vorgaben zur Bewertung der Recyclingfähigkeiten vom Regelungskonzept her teilweise dem Vorbild des Mindeststandards zur Bemessung der Recyclingfähigkeit nach dem Verpackungsgesetz folgen. Bedauerlich ist jedoch, dass alle Verpackungen erst ab 2035 im industriellen Maßstab recyclingfähig sein sollen; relevant ist dabei auch, ab wann von einer „recyclingfähigen Verpackung“ ausgegangen werden kann (Anteil der zurückzugewinnenden Wertstoffe). Die Kriterien zur Bemessung der Recyclingfähigkeit und zum Design for Recycling werden erst mit einem „delegierten Rechtsakt“ der EU-Kommission festgesetzt. Wir begrüßen indes, dass die Beteiligungsentgelte der Hersteller anhand der Recyclingfähigkeit ihrer Verpackungen zu bemessen sind, wobei auch die Kriterien hierfür erst in einem delegierten Rechtsakt festgelegt werden. Als besonders wichtig erachten wir die Bekämpfung von überdimensionierten Verpackungen mit verbindlichen Vorgaben zur Minimierung der Verpackungsgröße (Gewicht, Volumen), auch wenn für die Umsetzung noch eine Reihe von Fragen zu beantworten sind. Die Zulässigkeit von bis zu 40 Prozent gerechtfertigtem Leervolumen zum Beispiel bei Versandverpackungen bleibt dabei jedoch weit hinter unseren Erwartungen zurück. Die Vorgabe von konkreten Quoten für die Vertreiber für den Anteil von wiederverwendbaren Verpackungen und Nachfüllsystemen in bestimmten Bereichen, wie im Bereich der Getränke- oder Transportverpackungen sind ein außerordentlich wichtiger Schritt für die EU-weite Stärkung von Mehrwegsystemen. Allerdings werden die Quoten erst sehr spät eingeführt und die erste Stufe für 2030 bleibt z.B. für die betroffenen Getränkeverpackungen im Bereich der alkoholfreien Erfrischungsgetränke mit 10 Prozent deutlich hinter dem in Deutschland angestrebten Ziel von 70 Prozent und dem aktuellen Stand von 43,1 % in 2020 für die pfandpflichtigen Getränkesegmente zurück. Die Einführung von Inverkehrbringungsverboten für bestimmte Einwegverpackungen z.B. für frisches Obst und Gemüse ist ebenfalls ein wichtiger Beitrag zur Abfallvermeidung. Bedauerlicherweise sind bereits im Entwurf umfangreiche Ausnahmen vorgesehen, die die neuen Regelungen schwächen. Die Vorgabe von Quoten für den Einsatz von Rezyklaten aus Nachgebrauchsabfällen (Post-Consumer- Rezyklate ) in Kunststoffverpackungen unterstützen wir. Die gestaffelten Quoten sind allerdings sehr ambitioniert und speziell für den Lebensmittelkontaktbereich muss die EU-Kommission dann auch geeignete mechanische Verwertungsverfahren zulassen (gemäß EU-Verordnung (EU) 2022/1616). Andernfalls sind Quoten in dieser Höhe nur durch chemisches Recycling erfüllbar. Fragen des ökologischen Nutzens und der ökonomischen Machbarkeit der erforderlichen chemischen Recyclingverfahren sind jedoch noch nicht geklärt. Eine stärkere Differenzierung der Quotenhöhen nach Packmittelsegmenten in Abhängigkeit von Verfügbarkeiten und unter Berücksichtigung des technisch Machbaren wäre aus unserer Sicht sinnvoller. Neu ist die Vorgabe, dass die Finanzbeiträge der Hersteller zur Erfüllung ihrer erweiterten Herstellerverantwortung nach dem Rezyklatgehalt gestaffelt werden sollen. Eine Förderung der Verwendung von Rezyklaten halten wir grundsätzlich für wichtig. Das UBA -Forschungsvorhaben zur Evaluierung der Wirksamkeit des § 21 Verpackungsgesetz zeigt allerdings, dass eine solche Incentivierung des Rezyklateinsatzes dann ökologisch sinnvoll ist, wenn die Verpackung gleichzeitig auch hochgradig recyclingfähig ist. Weiterhin müsste die Kontrolle des Einsatzes von Rezyklaten ausreichend sicher gewährleistet sein. Die Methode für die Berechnung und Überprüfung des Rezyklatgehaltes wird jedoch erst in einem delegierten Rechtsaktfestgelegt werden. Bedauerlich ist, dass keine ausreichende Einbeziehung der elektronischen Marktplätze und Fulfilmentdienstleister auf europäischer Ebene erfolgt, da durch derartige Regelungen im deutschen Verpackungsgesetz eine deutliche Verbesserung des rechtstreuen Verhaltens von Herstellern insbesondere auch aus Drittstaaten außerhalb der EU erreicht werden konnte. Im Hinblick auf effiziente Kontrollmöglichkeiten durch die Behörden sehen wir an verschiedenen Stellen noch Prüfungsbedarf.
Ziel des Projektes war es unterschiedliche thermische Prozesse hinsichtlich ihre Eignung zur energetischen und rohstofflichen Verwertung verschiedener carbonfaserhaltiger Abfälle zu untersuchen. Dafür wurden sowohl Laboruntersuchungen als auch Messungen an großtechnischen Anlagen durchgeführt. Die Ergebnisse des Projekts zeigen, dass sowohl die gezielte Entsorgung von Carbonfasern als auch deren Eintrag mit anderen Abfällen in Siedlungs- und Sonderabfallverbrennungsanlagen zu vermeiden ist. Auch die Entsorgung in Zementofenanlagen sollte wenigstens solange unterbleiben, bis in Langzeitversuchen nachgewiesen wurde, dass ein relevanter Eintrag von Fasern in das Produkt Klinker ausgeschlossen werden kann. Die rohstoffliche Verwertung von carbonfaserhaltigen Materialien im Elektroniederschachtofen der Calciumcarbidherstellung ist prinzipiell möglich, erfordert allerdings eine aufwändige Aufbereitung der Einsatzmaterialien. Vorher sind zudem weitergehende Untersuchungen zur Optimierung der CFK-Zugabe in den Ofen durchzuführen, um den Faseraustrag mit dem Ofengas zu reduzieren. Als unmittelbare Maßnahme sollten geeignete separate Erfassungswege und Sortier- bzw. Aufbereitungstechniken für carbonfaserhaltige Rest- und Abfallströme etabliert werden. Dies ist die Voraussetzung für eine umweltverträgliche Entsorgung von carbonfaserhaltigen Abfällen. Veröffentlicht in Texte | 131/2021.
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Bund | 267 |
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