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Monitoring und Entwicklung von Versorgemassnahmen zum Schutz vor der Ausbreitung des Chytridpilzes Batrachochtyrium salamandrivorans (Bsal) im Freiland, Teilvorhaben Universität Trier

Der wohl aus Asien stammende Hautpilz Batrachochytrium salamandrivorans ist höchst wahrscheinlich durch den weltweiten Tierhandel nach Mitteleuropa gelangt, wo er 2013 erstmals von belgischen Wissenschaftlern beschrieben wurde. Inzwischen hat sich das Pathogen in einem fast 20.000 km2 großen Gebiet in Mitteleuropa ausgebreitet, welches (bisher) Teile der Niederlande, Belgiens und Deutschlands umfasst und in welchem der Pilz neben dem Feuersalamander auch Molche befällt. Die Ausbreitung der sogenannten 'Salamanderpest' in Deutschland und die langfristigen Folgen werden derzeit in einem FuE-Projekt des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) in Zusammenarbeit mit den Universitäten Trier und Braunschweig sowie den Biologischen Stationen der Städteregion Aachen und des Kreises Düren erforscht. Das Vorhaben mit dem Titel 'Monitoring und Entwicklung von Vorsorgemaßnamen zum Schutz vor der Ausbreitung des Chytridpilzes Batrachochytrium salamandrivorans ('Bsal') im Freiland' ist zum 1. Januar 2018 gestartet und läuft bis zum Jahresende 2020. Ziel des FuE-Projektes ist es, zu bestimmen wie, wo und in welcher Schnelligkeit sich der Hautpilz bei Feuersalamandern im Freiland ausbreitet, um eine erste Gefährdungsbeurteilung heimischer Feuersalamander-Populationen und weiterer betroffener Amphibienarten abgeben zu können. Zudem sollen Maßnahmen erarbeitet werden, um eine weitere Verbreitung des Erregers in wildlebenden Beständen von Amphibien zu verhindern. Die Projektumsetzung erfolgt durch intensive Freilandarbeit in der Eifel, bei welcher insbesondere Schwanz- aber auch Froschlurche mittels Hautabstrichen beprobt und mit molekulargenetischer Methodik im Labor auf eine Infektion untersucht werden. Zudem werden ausgewählte Populationen des Feuersalamanders (als die Art, die am sensibelsten reagiert) über ihre Larvenzahlen langjährig beobachtet. Die Grundidee hinter dem Larvenmonitoring erklärt sich wie folgt: Kommt es zu einem raschen Aussterben oder starken Rückgang einer Adult-Population, werden in der Folge auch keine oder kaum mehr Larven gefunden. Im Einzelfall gilt es dann zu prüfen, ob eine Infektion der Adult-Population mit dem Hautpilz die Ursache ist. Nicht zuletzt wird durch das Nachgehen bundesweiter Verdachtsfälle der Kenntnisstand zur Verbreitung des Pathogens in Deutschland erweitert.

Monitoring und Entwicklung von Versorgemassnahmen zum Schutz vor der Ausbreitung des Chytridpilzes Batrachochtyrium salamandrivorans (Bsal) im Freiland, Teilvorhaben Biologische Station im Kreis Düren e.V

Der wohl aus Asien stammende Hautpilz Batrachochytrium salamandrivorans ist höchst wahrscheinlich durch den weltweiten Tierhandel nach Mitteleuropa gelangt, wo er 2013 erstmals von belgischen Wissenschaftlern beschrieben wurde. Inzwischen hat sich das Pathogen in einem fast 20.000 km2 großen Gebiet in Mitteleuropa ausgebreitet, welches (bisher) Teile der Niederlande, Belgiens und Deutschlands umfasst und in welchem der Pilz neben dem Feuersalamander auch Molche befällt. Die Ausbreitung der sogenannten 'Salamanderpest' in Deutschland und die langfristigen Folgen werden derzeit in einem FuE-Projekt des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) in Zusammenarbeit mit den Universitäten Trier und Braunschweig sowie den Biologischen Stationen der Städteregion Aachen und des Kreises Düren erforscht. Das Vorhaben mit dem Titel 'Monitoring und Entwicklung von Vorsorgemaßnamen zum Schutz vor der Ausbreitung des Chytridpilzes Batrachochytrium salamandrivorans ('Bsal') im Freiland' ist zum 1. Januar 2018 gestartet und läuft bis zum Jahresende 2020. Ziel des FuE-Projektes ist es, zu bestimmen wie, wo und in welcher Schnelligkeit sich der Hautpilz bei Feuersalamandern im Freiland ausbreitet, um eine erste Gefährdungsbeurteilung heimischer Feuersalamander-Populationen und weiterer betroffener Amphibienarten abgeben zu können. Zudem sollen Maßnahmen erarbeitet werden, um eine weitere Verbreitung des Erregers in wildlebenden Beständen von Amphibien zu verhindern. Die Projektumsetzung erfolgt durch intensive Freilandarbeit in der Eifel, bei welcher insbesondere Schwanz- aber auch Froschlurche mittels Hautabstrichen beprobt und mit molekulargenetischer Methodik im Labor auf eine Infektion untersucht werden. Zudem werden ausgewählte Populationen des Feuersalamanders (als die Art, die am sensibelsten reagiert) über ihre Larvenzahlen langjährig beobachtet. Die Grundidee hinter dem Larvenmonitoring erklärt sich wie folgt: Kommt es zu einem raschen Aussterben oder starken Rückgang einer Adult-Population, werden in der Folge auch keine oder kaum mehr Larven gefunden. Im Einzelfall gilt es dann zu prüfen, ob eine Infektion der Adult-Population mit dem Hautpilz die Ursache ist. Nicht zuletzt wird durch das Nachgehen bundesweiter Verdachtsfälle der Kenntnisstand zur Verbreitung des Pathogens in Deutschland erweitert.

Monitoring und Entwicklung von Versorgemassnahmen zum Schutz vor der Ausbreitung des Chytridpilzes Batrachochtyrium salamandrivorans (Bsal) im Freiland, Teilvorhaben TU Braunschweig

Der wohl aus Asien stammende Hautpilz Batrachochytrium salamandrivorans ist höchst wahrscheinlich durch den weltweiten Tierhandel nach Mitteleuropa gelangt, wo er 2013 erstmals von belgischen Wissenschaftlern beschrieben wurde. Inzwischen hat sich das Pathogen in einem fast 20.000 km2 großen Gebiet in Mitteleuropa ausgebreitet, welches (bisher) Teile der Niederlande, Belgiens und Deutschlands umfasst und in welchem der Pilz neben dem Feuersalamander auch Molche befällt. Die Ausbreitung der sogenannten 'Salamanderpest' in Deutschland und die langfristigen Folgen werden derzeit in einem FuE-Projekt des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) in Zusammenarbeit mit den Universitäten Trier und Braunschweig sowie den Biologischen Stationen der Städteregion Aachen und des Kreises Düren erforscht. Das Vorhaben mit dem Titel 'Monitoring und Entwicklung von Vorsorgemaßnamen zum Schutz vor der Ausbreitung des Chytridpilzes Batrachochytrium salamandrivorans ('Bsal') im Freiland' ist zum 1. Januar 2018 gestartet und läuft bis zum Jahresende 2020. Ziel des FuE-Projektes ist es, zu bestimmen wie, wo und in welcher Schnelligkeit sich der Hautpilz bei Feuersalamandern im Freiland ausbreitet, um eine erste Gefährdungsbeurteilung heimischer Feuersalamander-Populationen und weiterer betroffener Amphibienarten abgeben zu können. Zudem sollen Maßnahmen erarbeitet werden, um eine weitere Verbreitung des Erregers in wildlebenden Beständen von Amphibien zu verhindern. Die Projektumsetzung erfolgt durch intensive Freilandarbeit in der Eifel, bei welcher insbesondere Schwanz- aber auch Froschlurche mittels Hautabstrichen beprobt und mit molekulargenetischer Methodik im Labor auf eine Infektion untersucht werden. Zudem werden ausgewählte Populationen des Feuersalamanders (als die Art, die am sensibelsten reagiert) über ihre Larvenzahlen langjährig beobachtet. Die Grundidee hinter dem Larvenmonitoring erklärt sich wie folgt: Kommt es zu einem raschen Aussterben oder starken Rückgang einer Adult-Population, werden in der Folge auch keine oder kaum mehr Larven gefunden. Im Einzelfall gilt es dann zu prüfen, ob eine Infektion der Adult-Population mit dem Hautpilz die Ursache ist. Nicht zuletzt wird durch das Nachgehen bundesweiter Verdachtsfälle der Kenntnisstand zur Verbreitung des Pathogens in Deutschland erweitert.

Monitoring und Entwicklung von Versorgemassnahmen zum Schutz vor der Ausbreitung des Chytridpilzes Batrachochtyrium salamandrivorans (Bsal) im Freiland, Teilvorhaben Biologische Station StädteRegion Aachen e.V

Der wohl aus Asien stammende Hautpilz Batrachochytrium salamandrivorans ist höchst wahrscheinlich durch den weltweiten Tierhandel nach Mitteleuropa gelangt, wo er 2013 erstmals von belgischen Wissenschaftlern beschrieben wurde. Inzwischen hat sich das Pathogen in einem fast 20.000 km2 großen Gebiet in Mitteleuropa ausgebreitet, welches (bisher) Teile der Niederlande, Belgiens und Deutschlands umfasst und in welchem der Pilz neben dem Feuersalamander auch Molche befällt. Die Ausbreitung der sogenannten 'Salamanderpest' in Deutschland und die langfristigen Folgen werden derzeit in einem FuE-Projekt des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) in Zusammenarbeit mit den Universitäten Trier und Braunschweig sowie den Biologischen Stationen der Städteregion Aachen und des Kreises Düren erforscht. Das Vorhaben mit dem Titel 'Monitoring und Entwicklung von Vorsorgemaßnamen zum Schutz vor der Ausbreitung des Chytridpilzes Batrachochytrium salamandrivorans ('Bsal') im Freiland' ist zum 1. Januar 2018 gestartet und läuft bis zum Jahresende 2020. Ziel des FuE-Projektes ist es, zu bestimmen wie, wo und in welcher Schnelligkeit sich der Hautpilz bei Feuersalamandern im Freiland ausbreitet, um eine erste Gefährdungsbeurteilung heimischer Feuersalamander-Populationen und weiterer betroffener Amphibienarten abgeben zu können. Zudem sollen Maßnahmen erarbeitet werden, um eine weitere Verbreitung des Erregers in wildlebenden Beständen von Amphibien zu verhindern. Die Projektumsetzung erfolgt durch intensive Freilandarbeit in der Eifel, bei welcher insbesondere Schwanz- aber auch Froschlurche mittels Hautabstrichen beprobt und mit molekulargenetischer Methodik im Labor auf eine Infektion untersucht werden. Zudem werden ausgewählte Populationen des Feuersalamanders (als die Art, die am sensibelsten reagiert) über ihre Larvenzahlen langjährig beobachtet. Die Grundidee hinter dem Larvenmonitoring erklärt sich wie folgt: Kommt es zu einem raschen Aussterben oder starken Rückgang einer Adult-Population, werden in der Folge auch keine oder kaum mehr Larven gefunden. Im Einzelfall gilt es dann zu prüfen, ob eine Infektion der Adult-Population mit dem Hautpilz die Ursache ist. Nicht zuletzt wird durch das Nachgehen bundesweiter Verdachtsfälle der Kenntnisstand zur Verbreitung des Pathogens in Deutschland erweitert.

NABU: Stärkung und Vernetzung von Gelbbauchunken-Vorkommen in Deutschland - Naturschutzgenetik, Phylogeographie und Ökologie der Gelbbauchunke (Bombina variegata) in Deutschland

Viele Amphibienpopulationen sind von Rückgang betroffen. Dieses ist in erster Linie auf die Fragmentierung ihrer Habitate und damit Zerstörung von Metapopulationen zurückzuführen. Eine weitere Bedrohung stellen Krankheiten dar. Eine besonders bedrohte Art in Deutschland ist die Gelbbauchunke, Bombina variegata, deren Populationen vor allem im Norden stark isoliert sind. Im Bundesprogramm Biologische Vielfalt wurde vom NABU das Projekt Stärkung und Vernetzung von Gelbbauchunken-Vorkommen in Deutschland gestartet, das darauf abzielt Populationen zu stärken, zu vernetzen und wieder anzusiedeln. Die Aufgabe der TiHo ist es, das NABU-Projekt wissenschaftlich zu begleiten. Es werden populationsgenetische, phylogeo-graphische, molekulare und ökologische Methoden angewandt, um Hinweise auf Populationsstruktur, evolutionäre Linien, Krankheitsbefall (Chytridiomykose) und Überlebens-Wahrscheinlichkeit der Gelbbauch-unkenpopulationen zu erhalten. Die Ergebnisse sollen verwandt werden, um besonders gefährdete, genetisch verarmte Populationen zu identifizieren, den Genfluss zwischen isolierten Populationen zu verbessern und der Ausbreitung von Krankheiten entgegen zu wirken.

Ökologie, Evolution, Genetik, Artenschutz - Darwins Nasenfrosch (Rhinoderma darwinii): Ökologie und Schutz in Chile

Unter den Amphibien werden derzeit weltweite Rückgänge verzeichnet. Sie sind stärker vom Aussterben bedroht als Vögel oder Säugetiere. Dieses Muster zeigt sich auch, trotz des hohen Endemismus, unter den heimischen Amphibien in Chile. Um einen weiteren Rückgang zu vermeiden, muss ein Basiswissen über Biologie und Anforderungen der einzelnen Arten erworben und anhand dessen angemessene Erhaltungs- und Schutzpläne erstellt werden. Rhinoderma ist eine einzigartige und bedrohte chilenische Amphibiengattung, und die einzige weltweit, bei welcher die Männchen die Kaulquappen in ihren Kehlsäcken bebrüten. Leider ist erst sehr wenig über die Ökologie und den Populationszustand von Rhinoderma bekannt. Aus diesem Grund wurde zwischen 2006 und 2011 eine Untersuchung in Chile durchgeführt, bei der neben Individuen und Informationen zu Mikrohabitaten auch Proben für genetische Untersuchungen, Informationen zu Batrachochytrium dendrobatidis (Bd) und zur Altersanalyse gesammelt wurden. Als Ergebnis war es nicht möglich den Verdacht zu widerlegen, dass Rhinoderma rufum bereits ausgestorben ist, da keine Individuen dieser Art gefunden werden konnten. Ein möglicher Grund für das Verschwinden dieser Art könnte die Zerstörung ihres Lebensraumes sein, denn ihr potentielles Habitat befindet sich in Gebieten in Chile, die stark durch den Menschen beeinflusst sind. Außerdem konnten an konservierten Individuen keine Hinweise auf eine Infektion durch Bd gefunden werden. Allerdings wurde Bd zum ersten Mal an heimischen, chilenischen Amphibien gefunden. Infizierte Individuen wurden in zwei Populationen gefunden: in Coñaripe und in Raúl Marín Balmaceda. Rhinoderma darwinii potentielles Habitat variierte leicht zu der bisher bekannten Ausbreitung aufgrund nicht berücksichtigter Daten zur nördlichen und südlichen Ausbreitung. Die Verbreitung von R. darwinii wird sich in Zukunft unter den dann herrschenden klimatischen Bedingungen Richtung Süden verschieben. Hinsichtlich der Life history wurde an der Coñaripe Population beobachtet, dass Individuen mindestens sieben Jahre alt werden können und sich mit drei Jahren zum ersten Mal fortpflanzen. Es konnten drei verschiedenen Körperfärbungen und fünf unterschiedliche Dorsalmuster verzeichnet werden. R. darwinii besitzt einen sexuellen Dimorphismus, bei dem die Männchen im Gegensatz zu den Weibchen kleiner, grüner und variabler in der Dorsalmusterung und -färbung sind. Außerdem konnte zum ersten Mal fotographisch dokumentiert werden, dass sich die Körperfärbung von braun zu grün ändern kann. Die Körperfärbung stand in Bezug zur Farbe des Substrats und Körperfärbung und -musterung standen ebenfalls in Zusammenhang mit Habitatcharakteristika. Innerhalb einer Population zeigten die Individuen Unterschiede in der Wahl des Mikrohabitats, insofern als brütende Männchen im Gegensatz zu rufenden Männchen häufiger an wärmeren und exponierten Orten gefunden werden wurden. (Text gekürzt)

Risk ascertainment and assessment of Chytridiomycosis in European amphibians

Europe's Amphibians are disappearing: 18 of 81 species are experiencing some degree of extinction threat and even widespread species are disappearing from large portions of their ranges. A newly emerged infectious pathogen, Batrachochytrium dendrobatidis, a previously undiagnosed threat to Europes amphibians, is infecting over a third of European amphibian species and at least 1/10 of our amphibians are dying in the wild from the disease chytridiomycosis. To address this lack of knowledge and conservation activities addressing this cryptic killer of amphibians, RACE will assess the risk that Bd poses to European amphibians and will implement the first pan-European attempt to mitigate disease. This is a first-of-its-kind tool aimed at leveraging the power of smart mobile communications technologies to rapidly acquire spatial disease and biodiversity data from field-teams of researchers Europe-wide. Outputs of the EpiCollect system will be databased at our core analysis tool www.spatialepidemiology.net/bd. This web-portal is the central site for the global Bd surveillance effort, and will allow EU-related data to be seamlessly integrated into the global amphibian disease surveillance effort. Alongside field-data on the prevalence, intensity and timing of infection/mortalities, spatial-genetic information will be integrated with the global genotype dataset to identify the timing, and frequency, of Bd introduction(s) into Europe, as well as assessing the differential virulence of genotypes. These spatial and genetic data will be used to parameterise epidemiological models focused on defining the principle drivers of chytridiomycosis including identifying the importance of introduced non-native amphibian species in vectoring spread of the disease. The environmental envelope associated with chytridiomycosis within Europe will be described and projected using current models of climate change in order to assess future risk. Data on individual-species risk will be acquired by phylogenetic comparative methods, combined with direct assessment of species susceptibility under a range of different ecological conditions within controlled laboratory environments. We will develop approaches to understanding where in situ and captive-breeding conservation efforts are most necessary to mitigate the effects of chytridiomycosis and to preserve amphibian biodiversity; these approaches will be formalised into a European Threat Abatement Plan (ETAP). Implementation and use of the outputs of RACE will be used to advise policy on an international level by involving partners in other EU-projects and the United Nations Environment Programmes 2010 biodiversity targets.

Landeskonzept zum Umgang mit dem Chytridpilz Bsal für Nordrhein-Westfalen

Seit 2015 gibt es in NRW Nachweise des Chytridpilzes Bsal, der vornehmlich für Schwanzlurche, insbesondere Feuersalamander pathogen sein kann. Mittlerweile konnte Bsal in vielen Regionen Nordrhein-Westfalens (z. B. Eifel, Ruhrgebiet, Wuppertal, Hochsauerlandkreis) nachgewiesen werden. Es wird vor allem bei Feuersalamandern mit gewaltigen Bestandseinbrüchen gerechnet. Ziel des vom LANUV vorgelegten Landeskonzeptes ist eine Verbesserung des aktuellen Kenntnisstandes zur Aus- und Verbreitung von Bsal und eine verbesserte Vernetzung der Akteure innerhalb des Landes, um daran anschließend schneller und besser, gegebenenfalls schon präventiv, eingreifen zu können. Relevante Daten sollen hierzu in Form eines landesweiten Monitorings erfasst und in aktueller Form dargestellt werden, um den regionalen Gefährdungsstatus besser einschätzen und entsprechende Maßnahmen einleiten zu können und die derzeit bestehende genetische Vielfalt zu bewahren. Zudem soll durch Öffentlichkeitarbeit dazu beigetragen werden, das Wissen über Bsal, ebenso wie zu anderen Amphibienkrankheiten und deren Auswirkungen, zu verbreiten.

Vergangenheit trifft Zukunft − Historische Daten und Citizen Science erhöhen die Nachweisdichte des Feuersalamanders in der Sächsischen Schweiz

Für den Schutz des in Sachsen stark gefährdeten Feuersalamanders (Salamandra salamandra) ist − nicht zuletzt wegen zunehmender Gefährdung durch Klimawandel und Pathogene wie den Chytridpilz Batrachochytrium salamandrivorans (Bsal) − ein detailliertes Wissen zu dessen Verbreitung essenziell. Dabei sollten vorhandene Artnachweise aus allen verfügbaren rezenten und historischen Quellen herangezogen und für zielgerichtete Freilanderfassungen berücksichtigt werden. Zur Verdichtung der Fundpunkte von Feuersalamandern in Sachsen und speziell im Verbreitungsschwerpunkt Sächsische Schweiz wurden historische Nachweise revalidiert und mittels einer Citizen-Science-Kampagne durch aktuelle Nachweise ergänzt. So konnte die Anzahl der bislang in etablierten Artdatenbanken verfügbaren Nachweise erheblich gesteigert werden. Durch eine Synthese der multiplen rezenten und historischen Quellen kann somit erstmals die zeitliche Entwicklung der Vorkommen bis auf Gewässerebene nachvollzogen werden. Darauf basierend sind nunmehr ein gezieltes Langzeitmonitoring sowie eine prädiktive Analyse der Bestands- und Habitatentwicklung möglich.

Alytes obstetricans (Laurenti, 1768) Geburtshelferkröte Amphibien Stark gefährdet

Die Geburtshelferkröte ist eine westeuropäisch verbreitete Art, welche von Zentralspanien bis an den Rand der Norddeutschen Tiefebene vorkommt. Im äußersten Norden ihres Verbreitungsgebietes dringt sie entlang der Mittelgebirgsschwelle am weitesten nach Osten in kontinentalere Regionen, bis an den östlichen Harzrand, in das Thüringer Becken und den Thüringer Wald vor. Vorkommen existieren in weiten Teilen des Saarlandes, in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, im Süden Niedersachsens und dem angrenzenden Sachsen-Anhalt (Harz und Harzvorland), im westlichen Thüringen sowie im nördlichen Hessen und dem äußersten Nordwesten Bayerns. Von der Schweiz und dem Elsass aus erreicht die Geburtshelferkröte zudem den Süden Baden-Württembergs. Die TK25-Q-Rasterfrequenz (Zeitraum 2000 – 2018) beträgt 4,98 %, daraus folgt die Kriterienklasse „selten“. In zahlreichen TK25-Q wurde die Art nach dem Jahr 2000 nicht mehr nachgewiesen. Dieser Befund wird durch zahlreiche Berichte über einen rapiden Bestandsschwund bei noch vorhandenen Populationen und das Verschwinden ganzer Populationen untermauert (z. B. Kordges 2003, Böll & Hansbauer 2008, Schlüpmann 2009, Kronshage et al. 2011, Brückmann & Thiesmeier 2012, Westermann & Seyring 2015, Uthleb 2016, Wagner et al. 2019 a). Während die Art ein breites Spektrum an möglichst fischfreien Gewässern für die Larven nutzt, stellt sie an das nahegelegene Landhabitat hohe Ansprüche. Bevorzugt werden vegetationsarme bis -freie Böden, die gut besonnt sind. Diese sollten entweder gut grabfähig sein oder als Versteck geeignete Spalten und Hohlräume aufweisen. Traditionell fand die Geburtshelferkröte diese Bedingungen in ausgedehnten Hutelandschaften sowie in Dörfern und auf Höfen. Die Veränderungen in diesen Landschaftsbereichen führten im langfristigen Bestandstrend zu einem starken Rückgang. Aktuell werden die Habitatanforderungen fast nur noch in Abgrabungen erfüllt. Die Konzentration auf wenige große Abbaustellen, Veränderungen in der Abbau-Technologie sowie Rekultivierungen bedingen weitere Bestandseinbußen. Erhöhter Nährstoffeintrag führt zu verstärkter Sukzession, die den Landlebensraum entwertet und den Raumwiderstand für die zunehmend isolierten Populationen erheblich erhöht. Die Art besitzt zudem eine besonders hohe Prävalenz gegenüber dem Chytridpilz Batrachochytrium dendrobatidis (Ohst et al. 2013, Böll et al. 2014), der insbesondere für Metamorphlinge regelmäßig letal ist (Böll et al. 2012). Dies alles führt zu der sehr starken Abnahme im kurzfristigen Bestandstrend. Insgesamt ergibt sich die Rote-Liste-Kategorie „Stark gefährdet“. Sowohl der langfristige Bestandstrend als auch der kurzfristige Bestandstrend wurden um jeweils eine Kriterienklasse schlechter eingestuft als in der letzten Roten Liste. Gründe sind verbesserte Kenntnisse durch eine bessere Datenlage sowie aktuelle Bestandseinbrüche. Damit ändert sich die Rote-Liste-Kategorie von vormals „Gefährdet“ auf „Stark gefährdet“. Die wichtigsten Gefährdungsursachen für die Geburtshelferkröte sind: Rückgang extensiver Beweidung; Verlust von Habitaten in Dörfern und auf Höfen; Fischbesatz in Reproduktionsgewässern; Verfüllung und Rekultivierung von Abbaustätten; Vernichtung von Kleinstrukturen im Offenland, die als Versteck geeignet sind (z. B. unverfugte Steinmauern); Sukzession der Landlebensräume; Ausbreitung des Chytridpilzes Batrachochytrium dendrobatidis durch Vektoren (z. B. durch Fischbesatz); Isolierung verbliebener Vorkommen. Wichtig für die Geburtshelferkröte ist die unmittelbare Nachbarschaft von geeigneten Landlebensräumen und Reproduktionsgewässern (Entfernung möglichst < 100 m). Die Gewässer sollten nur gelegentlich austrocknen, fischfrei sein und Versteckmöglichkeiten für die Larven enthalten. Auf den Einsatz von Agrochemikalien sollte im Umfeld verzichtet werden. Als Landlebensräume werden auch kleinflächige Böschungen und Böschungsanrisse mit lückiger Vegetation genutzt; Böschungssicherungen sollten daher im Landlebensraum möglichst unterbleiben. Analog sollten Hangrutschungen in Abgrabungen zugelassen werden. Abgrabungen sollten nach Nutzungsaufgabe nicht verfüllt werden, sondern dem Artenschutz dienen (siehe Kirschey & Wagner 2013). Durch extensive Pflegemaßnahmen (Mahd, Rückschnitt aufkommender Gehölze) muss der offene Charakter dieser Abgrabungen gewahrt bleiben. Extensive Weideprojekte sind eine hervorragende Schutzmaßnahme, soweit geeignete Gewässer vorhanden sind oder angelegt werden. In Dörfern, auf Höfen und im Wald sollten Kleingewässer mit nahegelegenen steinigen Böschungen, Steinschüttungen und Trockenmauern gefördert werden. Im Wasserbau können durch Revitalisierung von Bächen im Hügel- und Bergland Stillwasserbereiche mit angrenzenden Prallhängen und Uferböschungen geschaffen werden; bereits bestehende Stillwasserbereiche mit den genannten Eigenschaften sollten toleriert werden. Hilfreich ist das Belassen von Totholz im Gewässer. Biber (Castor fiber) schaffen vielfach geeignete Strukturen, indem sie kleine Bäche stauen und durch ihre Baumfällungen besonnte Bereiche entstehen (Dalbeck et al. 2007). Das Wirken dieses „Ökosystemingenieurs“ ist aus Autorensicht in Vorkommensgebieten der Geburtshelferkröte zu fördern.

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