Für die Bewertung von per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC), weiteren aufkommenden organischen Schadstoffe und Kunststoffen in Böden werden bundesweite Hintergrundwerte (HGW) benötigt. Eine wesentliche Grundlage für die Festlegung von Bodenwerten nach BBodSchV und für die Bewertung lokaler Belastungen sind Kenntnisse der Hintergrundbelastung von Schadstoffen in land- und forstwirtschaftlich genutzten Böden. HGW dienen der Fortschreibung von Anforderungen an eine vorsorgeorientierte Begrenzung von weiteren Stoffeinträgen in Böden. Für die Ableitung von bundesweiten HGW für PFC und weitere organische Verbindungen werden 400 Acker- und 200 Grünlandproben benötigt. Ziel A des Projekts ist für organische Schadstoffe (1) die Erarbeitung eines Probenahmekonzepts, (2) die Entnahme von 600 Proben, (3) die Probenaufbereitung und (4) die Probenlagerung. Ziel B des Projekts ist die Entnahme von Proben für eine spätere, nicht in diesem Projekt vorgesehene Analyse von Kunststoffen in Böden. Kunststoffe gelangen über diverse Eintragspfade in Böden. Die Grenzwerte für Fremdstoffe in der DüMV führen rechnerisch zu einem möglichen jährlichen Eintrag von ca. 24.000 t Kunststoffen über Klärschlämme, Gärreste und Komposte. Andere Einträge können nur abgeschätzt werden. Der Nachweis von Kunststoffen in Böden und Bodenmaterialien stellt eine notwendige fachliche Grundlage zur Begründung von ggfs. notwendigen materiellen Maßstäben dar. Es ist von großem Bundesinteresse, Hintergrundbelastungen von Kunststoffen in Böden zu kennen, um weitere Handlungsbedarfe ableiten zu können. An den für Ziel A ausgewählten 600 Standorten sollen auch Proben für die Kunststoffanalyse genommen werden. Anforderungen an die Probenahme werden vom UBA formuliert, die Kunststoffanalyse und die Kosten für die Probenlagerung sind nicht Bestandteil des Projekts. Die Kunststoffproben werden in der Umweltprobenbank gelagert.
Zielsetzung und Anlass:
Als Folge von Düngung in Landwirtschaft und Gartenbau ist das Grundwasser in Deutschland vielerorts mit Nitrat belastet. In den letzten Jahren gab es verschiedene Ansätze, das Problem zu verringern (z. B. durch eine neue Düngemittelverordnung und Maßnahmen wie das Anlegen von Blühstreifen oder das Vermeiden von offenen brachliegenden Flächen). Nach wie vor sind die Nitratkonzentrationen im Grundwasser von landwirtschaftlich genutzten Flächen häufig erhöht. Dies verursacht Probleme z. B. für die Trinkwassergewinnung. Der Dialog von Akteur:innen ist häufig nicht konfliktfrei, die Fronten sind bisweilen verhärtet.
Zentrale Zielsetzung des Projekts ist die Entwicklung von Bildungsmodulen zur Vermittlung systemischer Zusammenhänge im Themenfeld Düngung und Nitrat im Grundwasser. Ziel der Entwicklung dieser Module als Lehr- und Lern-Tools ist es, Akteur:innen für die Problematik erhöhter Nitratgehalte im Grundwasser zu sensibilisieren, sie zu befähigen, Handlungsoptionen zu erwägen und gemeinsam Lösungsansätze für nachhaltiges Handeln zu erarbeiten. Beim Entwickeln der Module werden vier der Nachhaltigkeitsziele (SDGs) der Vereinten Nationen adressiert: SDG 2 (nachhaltige Ernährung, nachhaltige Landwirtschaft), SDG 4 (hochwertige Bildung), SDG 6 (sauberes Wasser) und SDG 12 (nachhaltiger Konsum). Die Toolbox der Mikromodule wird als Sammlung übertragbarer Lehr- und Lernkonzepte gemeinsam mit verschiedenen Gruppen erarbeitet, weiterentwickelt und am Ende der Projektlaufzeit der Öffentlichkeit verfügbar gemacht.
Im Hinblick auf das Nährstoffmanagement bietet sich im Ökolandbau ein vielfältiges Bild: im langjährigen Ökoackerbau geraten alle Hauptnährstoffe zunehmend ins Minimum, im Ökogemüsebau hingegen treten Imbalance und P-Überversorgung auf. Hinsichtlich Bodenanalysen und deren Interpretation herrscht in der Praxis große Unsicherheit. Die Wissenschaft versteht die Probleme großteils gut, aber es gelingt ihr bisher nur unzureichend, dieses Wissen in die landwirtschaftliche Praxis zu transferieren. Hier setzt das NutriNet an, indem es das Format der Praxisforschung nutzt. Dieses dialogische Format mit langer Tradition im Ökolandbau stärkt die Innovationskraft und stellt die Umsetzbarkeit neuer Maßnahmen durch Praxisbeteiligung und direkte Praxisanwendung sicher. dazu werden 60 Biobetriebe in sechs Regio-Netzwerken eng in das NutriNet eingebunden und in jeder Region von einem Regio-Berater betreut. Das NutriNet verfolgt folgende übergeordneten Ziele: Es zielt darauf ab, Verbesserungsmöglichkeiten für ein effizienteres Nährstoffmanagement im Ökolandbau in der Praxis erproben, die Umsetzung wirkungsvoller Maßnahmen in der Praxis zu verankern und daneben auch Rückmeldungen aus dem Ökolandbau zur Anwendung der gesetzlichen Vorgaben zur Düngeverordnung erfassen. Im Verbund des NutriNets arbeiten bundesweit zehn Akteure der (Öko-)Landbauforschung zusammen. Außerdem findet über Runde Tische und Akteursplattformen eine enge Vernetzung mit anderen Praxisforschungsnetzwerken und F&E Vorhaben zum Nährstoffmanagement im Bundesgebiet statt.