Die Ozonprognose und Aktualdatenbereitstellung waren bis 2001 Bestandteil des IT-Verfahrens Auswerte- und Auskunftssystem für Immissionsdaten (it019), das 1998 die Verfahren LIMBA und Smog-Frühwarnsystem (Smog-FWS) ablöste. Die Erledigung folgender Fachaufgaben wird mit Hilfe des Systems zur Ozonprognose und Aktualdatenbereitstellung unterstützt: - Beurteilung der aktuellen Ozonsituation und Erstellung bundesweiter Ozonprognosen (Erlass IG I 3-51140-4/10) - Aktualdatenbereitstellung zur Information der Öffentlichkeit gemäß Art. 8 EU-RL 1999/30/EG (1. Tochterrichtlinie) Art. 7 EU-RL 2000/69/EG und Art. 6 EU-RL 2002/3/EG - Information der Öffentlichkeit über die Immissionssituation in Deutschland, Beantwortung von Anfragen aus dem Parlament und der Öffentlichkeit zur aktuellen Immissionssituation. Seit dem Sommer 1994 erstellt das Umweltbundesamt bundesweite Ozonprognosen unter Verwendung von Ozonmessdaten aus den Messnetzen der Bundesländer sowie mit meteorologischen Daten des Deutschen Wetterdienstes. Es werden für den aktuellen und die zwei folgenden Tage die zu erwartenden maximalen einstündigen Ozonkonzentrationen prognostiziert. Diese werden als deutschlandweite Karte mit einem interpretierenden Prognosetext ins Internet gestellt. Den Messnetzzentralen der Länder werden darüber hinaus die prognostizierten Werte in Tabellenform übermittelt. Der Datentransfer zwischen UBA und den Ländern erfolgt über den ISDN-gestützten Datenverbund der Länder. Seit 1998 werden aktuelle Ozonmessdaten via Internet bereitgestellt. Im Juni 2001 wurde das Angebot der aktuellen Immissionsdaten um die Komponenten Schwefeldioxid, Stickstoffdioxid und PM10 gemäß den Anforderungen des Art. 8 der 1. Tochterrichtlinie (1999/30/EG) für die Information der Öffentlichkeit erweitert. Seit Dezember 2001 werden auch aktuelle CO-Daten im Internet veröffentlicht. Täglich von 7 bis 22 Uhr gesetzlicher Zeit werden Karten und Tabellen der Stundenmittelwerte der Schwefeldioxid-, Stickstoffdioxid-, Ozonkonzentration und einstündig gleitende Achtstundenmittelwerte der Kohlenmonoxidkonzentration 3-stündlich aktualisiert (im Sommer von 13 bis 22 Uhr gesetzlicher Zeit stündlich aktualisiert) bereitgestellt. Ergänzend dazu stehen die Karten und Tabellen der Stunden- bzw. Achtstundenmittelwerte der Nacht, die Karte und Tabelle der Tagesmittelwerte der PM10-Belastung sowie die Auswertungen für den jeweiligen Vortag täglich ab ca. 7.30 Uhr gesetzlicher Zeit bereit. Insgesamt ist zu berücksichtigen, dass das System zur Ozonprognose und Aktualdatenbereitstellung ein sehr dynamisches System ist, das permanent weiterentwickelt und den sich ändernden gesetzlichen Anforderungen angepasst werden muss. Mit der Umsetzung der Rahmenrichtlinie vom 27.09.1996 (96/62/EG) und deren Tochterrichtlinien werden sich die Anforderungen an die zeitliche Aktualität der bereitzustellenden und aufzuarbeitenden Daten erheblich erweitern. Darüber hinaus sind weitere Darstellungsformen zu entwickeln, die die Verständlichkeit der aufbereiteten Informationen für die Öffentlichkeit fördern. Im Jahr 2003 ist die Aktualdatenbereitstellung an die Anforderungen der neuen Ozonrichtlinie (2002/3/EG) anzupassen und die in 2002 begonnene Weiterentwicklung automatisierter Verfahren zur Aktualdatenbereitstellung und Entwicklung neuer Darstellungsmethoden fortzusetzen. Die Information wird um die Komponenten Blei und Benzol erweitert werden. Ab 2004 liegt der Schwerpunkt auf der Entwicklung und Integration von Echtzeitverfahren zur Datenprüfung und der Einbindung von Prognoseverfahren für andere Luftschadstoffe (PM10, NOX). Das große Echo der Öffentlichkeit zeigte in den vergangenen Jahren, dass aktuelle bundesweite Informationen über den Umweltzustand eine wichtige Funktion im Rahmen der staatlichen Umweltvorsorge spielen können.
REGIERUNGSPRÄSIDIUM FREIBURG LANDESAMT FÜR GEOLOGIE, ROHSTOFFE UND BERGBAU Regierungspräsidium Freiburg, Abteilung 9 ꞏ 79095 Freiburg i. Br. Freiburg i. Br. 02.07.2021 Name BGE mbH – Standortauswahl – Eschenstraße 55 31224 Peine Durchwahl 0761 208- Aktenzeichen 90-4646.1// 21_5823 E/Rup/Sok (Bitte bei Antwort angeben) Ihr Schreiben vom 19.05.2021 an die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg zur Datenabfrage Grundwasserstandshöhen (SG02101/1-4/1-2021#1) Sehr geehrter Herr sehr geehrte Frau das Regierungspräsidium Freiburg, Abt. 9 Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB) koordiniert als zuständige Behörde des Landes Baden-Württemberg die Datenanfragen der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) an die Landesbe- hörden in Baden-Württemberg. Mit diesem Schreiben erhalten Sie Informationen zur Datenabfrage Grundwasser- standshöhen vom 19.05.2021 an die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) (SG02101/1-4/1-2021#1). Die LUBW hat folgende Datensätze zusammengestellt: Zeitreihen des Grundwasserstands zwischen 01.01.1950 und 31.12.2020 für 47 in der Abfrage explizit aufgeführte Messstellen (104 232 Messwerte) Stammdaten für 47 in der Abfrage explizit aufgeführte Messstellen Mittlere Grundwasserstände zwischen 01.01.1970 und 31.12.2020 für 1452 Messstellen, sowie die Anzahl der in den Mittelwert eingehenden Messwerte, die auf das in der Abfrage genannte Teilgebiet inklusive eines 10 km breiten Pufferbereichs entfallen. In dieser Datei sind zusätzlich Min- und Max-Werte mit Datum sowie die Perzentile P10, P50 und P90 enthalten Stammdaten für 1452 Messstellen Die LUBW weist darauf hin, dass die in den Stammdaten enthaltenen Koordinaten nicht auf einer Informationsplattform im Internet (Listenform) veröffentlicht werden Dienstgebäude Albertstraße 5 ꞏ 79104 Freiburg i. Br. ꞏ Telefon 0761 208-3000 ꞏ Telefax 0761 208-393029 ꞏ abteilung9@rpf.bwl.de www.rp.baden-wuerttemberg.de ꞏ www.service-bw.de VAG-Linien 4, 5, 27 ꞏ Haltestelle Europaplatz ꞏ Parkmöglichkeiten Parkleitsystem Parkzone Altstadt RP Freiburg, LGRB Az. 90-4646.1// 21_5823 vom 02.07.2021 Seite 2 dürfen, um den Datenschutzrichtlinien des Staatlich-Kommunalen Datenverbunds Baden-Württemberg (SKDV) Rechnung zu tragen. Die Daten werden bis zum 02.07.2021 vom LGRB auf Ihren Server hochgeladen und Sie anschließend umgehend informiert. Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne unter der E-Mail abteilung9@rpf.bwl.de zur Verfügung. Freundliche Grüße Abteilungspräsident Abt. 9
Bereits 1984 wurde im damaligen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Umwelt und Forsten Baden-Württemberg die Idee eines Umweltinformationssystems des Landes entwickelt und in das Landessystemkonzept eingebracht. Zwei Jahre später resultierte daraus die erste Konzeption des UIS Baden-Württemberg. Seit 1987 liefert das UIS als ressortübergreifendes Gesamtsystem umfassende und aktuelle Informationen über die Umwelt, seit 1996 auch per Internet. Begleitet von einer Rahmenkonzeption (RK UIS) wird das UIS kontinuierlich weiterentwickelt und den aktuellen Anforderungen angepasst. Das seit 2001 bestehende Umweltportal Baden-Württemberg wurde inhaltlich und technisch grundlegend modernisiert, denn das bisherige Konzept als fast reines Suchportal war nicht mehr zeitgemäß. Auch optisch haben große Änderungen stattgefunden. Berücksichtigt sind geänderte Rahmenbedingungen etwa bei Datenschutz, Informationssicherheit und Barrierefreiheit. Das Portal umfasst neben Umweltthemen und -daten auch Umwelterlebnisse und bietet Möglichkeiten zur Rückmeldung von Informationen, etwa an die Umweltmeldestelle. Das Portal soll weiter zum zentralen Zugangspunkt für Umweltinformationen gemäß Umweltverwaltungsgesetz (UVwG) ausgebaut und sukzessive um redaktionelle Inhalte ergänzt werden. Bei der Modernisierung wurden Erfahrungen aus der seit rund 15 Jahren bestehenden Kooperation Landesumweltportale (LUPO) mehrerer Bundesländer genutzt. Im Projekt "WIBAS wird mobil" wurde eine App entwickelt, die Kommunen und Regierungspräsidien bei der mobilen Erfassung und Bearbeitung von Umweltdaten im Außendienst unterstützt. Das Projekt wendet sich an Nutzende des WIBAS (Informationssystem Wasser, Immissionsschutz, Boden, Abfall, Arbeitsschutz), aber auch an den Naturschutzbereich. Die Arbeit mit analogen Karten und anderen Papierakten im Feld ist oft umständlich. "WIBAS wird mobil" löst dieses Problem durch die Möglichkeit, Daten und Karten vorab aus zentralen Datenbanken herunterzuladen und offline abzurufen. Möglich ist auch das Erfassen neuer Objekte oder Zuordnen von Audioaufnahmen, Bildern und Notizen, etwa bei Kontrollen von Gewässerverunreinigungen. Die App steht nun im Regelbetrieb, hat zur Vermeidung technischer Insellösungen beigetragen und spart dank medienbruchfreier Datenverarbeitung Papier ein. Weiterentwicklungen richten sich insbesondere auf Außendienstaufgaben der Gewerbeaufsicht. Schon seit 2013 können Bürgerinnen und Bürger mit der kostenlosen App „Meine Umwelt“ von Umweltministerium und LUBW aktuelle und standortbezogene Daten zu zahlreichen umweltrelevanten Themenfeldern mobil abrufen oder auch selbst Informationen zurückmelden. Die in vier Bundesländern genutzte App wurde grundlegend überarbeitet und erweitert, etwa um Personalisierungsmöglichkeiten, Einblendung von Orthofotos oder Warn- und Gefahrenkarten, beispielsweise zu Waldbrandstufen. Erneuert wurde auch die auf gleicher technischer Grundlage entwickelte App „Meine Pegel“, die deutschlandweit über aktuelle Wasserstände informiert. Für Baden-Württemberg besonders interessant sind neu eingebundene Pegeldaten aus der Schweiz. Die Hochwasservorhersagezentrale (HVZ) der LUBW verantwortet gemeinsam mit dem Landesamt für Umwelt in Bayern den technischen Betrieb des länderübergreifenden Hochwasserportals. Das Flutinformations- und Warnsystem (FLIWAS) wird seit Jahren zur Information und Kommunikation im Hochwasserkrisenmanagement auf allen Ebenen der öffentlichen Verwaltung sowie von Wasserverbänden in Baden-Württemberg eingesetzt. Neben der Webanwendung stellt auch eine App eine breite Funktionsauswahl zur mobilen Nutzung von FLIWAS zur Verfügung. Stetige Verbesserungen tragen zur Bewältigung und Schadensminderung von Hochwasserfällen bei. So sind nicht nur Niederschlagsprognosen dazugekommen, sondern auch Erleichterungen bei der Erfassung von Lagemeldungen und Erstellung von Maßnahmenplänen. Nach gut fünfjähriger Arbeit ist es geschafft: Die fast 50 Einzeldatenbanken des Informationssystems Wasser, Immissionsschutz, Boden, Abfall, Arbeitsschutz (WIBAS) der Kreise und Regierungspräsidien sind in einer gemeinsamen, zentralen Produktionsdatenbank zusammengeführt. WIBAS umfasst als wichtige UIS-Komponente etwa 35 Fachanwendungen für die staatliche und kommunale Verwaltung aus den Bereichen Abfallwirtschaft, Bodenschutz und Altlasten, Immissionsschutz, Wasserwirtschaft und Arbeitsschutz. Die in behördenübergreifender Zusammenarbeit gelungene Zentralisierung in Form einer „WIBAS-Cloud“ bei der Dienstleisterin Komm.ONE bringt viele fachliche und technische Vorteile mit sich: Die rund 3.500 Anwenderinnen und Anwender im Land können Daten auch über Kreisgrenzen hinweg einfacher nutzen, die nun außerdem oftmals tagesaktuell sind. Zudem sind Betrieb und Betreuung nun effizienter möglich und insgesamt eine gute Basis für den Aufbau zentraler mobiler Fachanwendungen gelegt. Die zentrale Datenbank bildet damit ein wichtiges Schlüsselprojekt der Umweltverwaltung im Land. Das Onlinezugangsgesetz (OZG) fordert eine Bereitstellung der wichtigsten Verwaltungsleistungen in Form standardisierter, digitaler Prozesse bis 2022. Davon ist auch das Umweltressort betroffen, beispielsweise in der Gewerbeaufsicht, Wasserrecht oder beim Natur- und Artenschutz. Baden-Württemberg nutzt dazu überwiegend die Plattform service-bw. 2019 wurde eine E-Government-Vereinbarung Land – Kommunen Baden-Württemberg geschlossen und 2020 als Sofortlösung des Innenministeriums ein Universalprozess (UNIP) geschaffen. Dieser UNIP wurde im Hinblick auf Einsatz auch bei komplexeren Verwaltungsdienstleistungen wei-terentwickelt. Wo fachlich notwendig, sollen auch Fachanwendungen direkt angebunden werden. Von herausragender Bedeutung ist hierbei die Unterstützung bei der Beschleunigung der Erneuerbaren Energien. Soweit rechtlich, fachlich, technisch und wirtschaftlich sinnvoll, soll nach Möglichkeit einmal Erstelltes auch nachnutzenden Behörden anderer Länder verfügbar gemacht werden (EfA-Prinzip: „Einer für alle“). Im Rahmen des digital@bw-Projekts SAMOSEE-BW untersuchte das Institut für Seenforschung (ISF) der LUBW, wie Fernerkundungsdaten aus Satellitenmissionen für das behördli-che Gewässermonitoring nutzbar gemacht werden können. Das Kürzel steht für „Satellitenbasiertes Monitoring von Seen in Baden-Württemberg“. Ziel ist es, die Rohdaten möglichst automatisiert so aufzubereiten, dass sie von der Umweltverwaltung direkt genutzt werden können. Aus stehenden Gewässer – im Land gibt es 260 Seen größer als 10 ha – können nur sehr be-grenzt regelmäßig vor Ort Wasserproben genommen werden. Deshalb sind Daten, die aus Satelliten-Überfliegungen der europäischen Copernicus-Mission stammen, eine willkommene Ergänzung. In den Blick genommen werden dabei beispielsweise Chlorophyllgehalt, Trübungen, Blaualgenblüten, Oberflächentemperatur und Sichttiefe. Dank Fernerkundung lässt sich die Datenlage zu Binnengewässern im Land somit künftig dauerhaft substanziell bereichern. Die Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württemberg (HVZ) der LUBW stellt seit 1991 aktuelle Wasserstands-, Abfluss- und Niederschlagsdaten sowie Vorhersagen und Lageberichte über Hochwasserverläufe bereit. Diese Informationen fließen sowohl an die Verwaltung als auch an die Öffentlichkeit. Daneben leistet die HVZ Hilfestellung bei der optimalen Steuerung der Hochwasserrückhalteräume am Oberrhein. Anfangs verfügte die HVZ über einen automatischen Datenabruf von rund 30 Pegeln an Rhein, Neckar, Donau und Main und erstellte Vorhersagen für drei Rheinpegel, später kam eine Vorhersage für den Bodensee hinzu. Heute liefern über 300 Pegel kontinuierlich Kenndaten für Flüsse und Bäche im Land, und für über 100 Pegel werden zudem auch Hochwassermodelle und Vorhersagen für Mittel- und Niedrigwasser erstellt. Seit Ende 2021 werden die Vorhersagen nicht nur bei Hochwasser, sondern auch im Regelbetrieb stündlich aktualisiert. In Hochwassergefährdungslagen und im Hochwasserfall ist die HVZ rund um die Uhr besetzt. Die LUBW Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg verfügt über langjährige Erfahrung in der Entwicklung spezieller Umweltfachanwendungen zur Auswertung erhobener Daten. Diese entstammen beispielsweise den umfangreichen Messnetzen für Luft, Wasser und Boden, die dann als Grundlage zur Hochwasservorhersage, für Schadstoff-Ausbreitungsrechnungen und viele andere Aufgaben dienen. Gemeinsam mit den IT-Dienstleistern für Land und Kommunen in Baden-Württemberg werden diese Prozesse und Anwendungen fortentwickelt und optimiert. Die dazu notwendige Kompetenz aus Umwelt- und IT-Fachwissen wird nun in einem Kompe-tenzzentrum Umweltinformatik (KUI) gebündelt, was die Nutzung zukunftsfähiger IT innerhalb der Umweltverwaltung, ihre wirtschaftliche Entwicklung und den Betrieb sicherstellt. Das KUI der LUBW geht aus dem bisherigem Informationstechnischen Zentrum Umwelt (ITZ) hervor. Mit dem 2012 geschaffenen Staatlich-Kommunalen Datenverbund Baden-Württemberg (SKDV BW) wurde die elektronische Zusammenarbeit der Umweltbehörden des Landes und der Kommunen vereinfacht und vereinheitlicht. Vorhandene Datengrundlagen der beteiligten öffentlichen Stellen werden so besser ausgeschöpft und die Kosten bzw. Aufwände aller Beteiligten dank arbeitsteiliger Datenführung reduziert. Den Kern der gemeinsam nutzbaren Datenbasis bilden dabei der automatisierte Austausch umweltbezogener Fachdaten und eine einheitliche Datendokumentation in einem sogenannten Objektartenkatalog. Nunmehr ist eine Novellierung der Regelungen erfolgt, die seitherige Entwicklungen und neue Rahmenbedingungen berücksichtigt. So wurden die bisherigen Schwerpunktbereiche – Wasserwirtschaft, Immissionsschutz, Bodenschutz, Abfallwirtschaft und Arbeitsschutz - um den Bereich Naturschutz erweitert. Weitere Änderungen betreffen unter anderem Anpassungen an die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) und Transparenzvorgaben. Das UIS-Berichtssystem (UIS-BRS) steht allen Dienststellen der Umweltverwaltung zur Verfü-gung, für die Öffentlichkeit auch in Form eines Daten- und Kartendienstes. Mit dem UIS-BRS lassen sich Geo- und Sachdaten aus einer zentralen Datenbank sowie der eigenen Dienststelle abfragen und darstellen. Zur Nutzung von Karten und Sachdaten im Außendienst sollen ver-stärkt mobile Geräte eingesetzt werden. Mit BRSMobil wurde eine App geschaffen, die den Mitarbeitenden der Umweltverwaltung Möglichkeiten zur mobilen (Offline-)Nutzung von UIS-Daten und von Geofachdaten in Form einer mobilen Fachkarte bietet. Zudem können über ein grafisches Notizbuch im Feld Geoobjekte und Medien (wie Texte oder Fotos) neu erfasst wer-den. BRSMobil ist nach positiven Erfahrungen der Pilotphase nun in den Einführungsbetrieb übergegangen. Hauptnutzungen liegen derzeit vorwiegend in den Bereichen Wasser, Boden, Altlasten und Naturschutz, weitere sollen hinzukommen. BRSMobil ist zugleich Basis für eine weitere Ausbaustufe, die eine Direktanbindung von UIS-Fachverfahren mit Datenrückübertragung erlauben wird. Für die notwendige Anwenderbetreuung und als Schnittstelle zu den Unteren Verwaltungsbehörden konnten in allen vier Regierungspräsidien Stellen für UIS-Mobil-Managerinnen bzw. -manager besetzt werden. Die EU-Richtlinie INSPIRE (Infrastructure for Spatial Information in the European Community) verfolgt das Ziel, Geodaten auffindbar, nutzbar und vergleichbar zu machen. In ihrer Umsetzung wurde nun ein wichtiger Meilenstein erreicht: Nachdem bis 2017 alle vorhandenen Geodatensätze einer ersten Themengruppe, darunter Schutzgebiete, Gewässer- und Verkehrsnetze, den Vorgaben gemäß bereitzustellen waren, war dies bis 2020 auch für die weiteren INSPIRE-Themengruppen gefordert, etwa in den Bereichen Gesundheit (Beispiel Lärmkarten) oder Energiequellen (Beispiel Wasserkraft). Die dazu nötigen Schritte umfassten Betroffen-heitsanalysen, korrekte thematische Zuordnung und Einbindung von Fachexpertise bis hin zur technischen Umsetzung. Die LUBW Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg hat so fristgerecht 30 UIS-Themen bereitgestellt. Eine wichtige Rolle bei der übergreifenden Nutzung spielen qualitätsgesicherte Metadaten („Daten über Daten“). INSPIRE-Daten sind beispielsweise über die RIPS-Metadatenauskunft bzw. das Geoportal des Landes zu finden. Die Digitalisierung bietet uns neue Möglichkeiten für einen effizienten Umwelt-, Klima- und Naturschutz. In mehreren Handlungsfeldern zur Nachhaltigen Digitalisierung treibt das Umweltministerium Baden-Württemberg die strategische Weiterentwicklung des UIS BW voran. Im Themenfeld „Smarte Umweltdaten“ beispielsweise steht der Einsatz von neuen digitalen Technologien und Werkzeugen zur Erhebung, Analyse, Speicherung und Bereitstellung von Umweltdaten im Vordergrund. Mit Hilfe neuer digitaler Technologien kann das UIS zukünftig den Vollzug innerhalb der Verwaltung besser unterstützen, aber auch den Zugang der Öffentlichkeit zu Umweltinformationen erleichtern. Mittels moderner Sensorik und Crowd-Sourcing können etwa Bürgerinnen und Bürger aktiv Umweltdaten sammeln und melden. Dies wird im Projekt „CrowdSensing“ für Bodensee Online demonstriert und evaluiert. Das Projekt SAMO-SEE-BW zeigt, wie sich mit Hilfe von Satellitendaten Gewässer aktueller bewerten und Kontrollen zielgerichteter planen lassen. Hierdurch wird es zum Beispiel möglich sein, Veränderungen, wie etwa das Auftreten von Blaualgenblüten, rechtzeitig zu erkennen. So kann die Verwaltung frühzeitig eingreifen und handeln. Bei der Hochwassergefahrenabwehr müssen Entscheidungsträger viele Informationen unter oft hohem Zeitdruck beschaffen und bewerten. Speziell dafür wurde das Flutinformations- und Warnsystem FLIWAS 3 als moderne Webplattform entwickelt. Damit lassen sich alle verfügbaren lokalen und landesweiten Hochwasserinformationen an einer Stelle bündeln, was einen schnellen Situationsüberblick und die effiziente Koordinierung von Maßnahmen und Akteuren erlaubt. Pegelmesswerte und -prognosen, Wetter- und Hochwasserwarnungen sowie Lagemeldungen von Hochwasserschutzanlagen können in einem „Cockpit“ individuell zusammengestellt werden. Zusätzlich ist eine App verfügbar, um möglichst rasch Lagemeldungen und weitere Informationen in FLIWAS bereitzustellen. Eine neue Potenzialanalyse zur Windenergie hat eine Berechnung von 2011 abgelöst. Das verfeinerte Rechenmodell ergab im Vergleich zu den älteren Abschätzungen wesentlich mehr windkrafttaugliche Flächen im Land mit dementsprechend auch deutlich höherem Windenergiepotenzial als bisher gedacht. Die Ergebnisse wurden in den Energieatlas Baden-Württemberg der LUBW und des Umweltministeriums eingearbeitet. Damit steht eine weiter verbesserte Informationsgrundlage bereit, um die Planungen von Windkraftanlagen zu unterstützen. Im Energieatlas sind neben den landesweiten Potenzialen dieser erneuerbaren Energiequelle auch Daten für die einzelnen Regionen, die Stadt- und Landkreise sowie die Gemeinden dargestellt. Amtliche Geodaten der Landesvermessung sind unverzichtbare Grundlage bei der Darstellung und Auswertung von Umweltdaten. Die Umweltverwaltung musste daher auf eine Vereinbarung der Vermessungsverwaltungen reagieren, die Lagekoordinaten ihrer Geobasisdaten vom bisherigen Gauß-Krüger-System auf das bundeseinheitliche Koordinatensystem ETRS89/UTM umzustellen. Eine enge Abstimmung zwischen dem LGL und der LUBW war notwendig, um auch die Geofachdaten entsprechend umzuformen und die Datenbereitstellung im neuen Format zu ermöglichen. Der Bezugssystemwechsel war mit aufwendiger Qualitätssicherung verbunden, um einerseits dadurch erkannte Fehler in Altdaten, und andererseits durch Rundungsvorgänge der verwendeten Software neu entstandene Geometriefehler zu beheben. Die neue Internet-Plattform LGRBwissen ist ein Portalangebot mit geowissenschaftlichem Schwerpunkt des Landesamts für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB) im Regierungspräsidium Freiburg. Es umfasst fachübergreifende Karten und Erläuterungen zu den Themen Bodenkunde, Geologie, Hydrogeologie, Geothermie, Ingenieurgeologie, Rohstoffgeologie und Geotourismus. Zwar ist das Portal vorwiegend für Fachleute und Kunden des LGRB konzipiert, bietet aber in den Rubriken „Unser Land“ und „Geotourismus“ auch für interessierte Laien leicht verständliche Informationen zu Ausflugszielen wie Höhlen, Besucherbergwerken und Lehrpfaden. LGRBwissen wächst als dynamische Wissensbasis: Vorhandene Themen werden laufend vervollständigt und um weitere ergänzt. So kann es auch bislang gedruckte Erläuterungswerke zu den Geodaten des LGRB ersetzen. Mit dem Kürzel „WIBAS wird mobil“ wurde ein Projekt gestartet, das auf die breite Nutzung von Umweltfachanwendungen nicht nur am Schreibtisch, sondern auch im Außendienst bzw. Freiland, abzielt. Fachdaten und -karten können so künftig auf Mobilgeräten nicht nur mitgenommen und angezeigt, sondern auch korrigiert, ergänzt und dann ohne Papier-Zwischenstufen wieder gespeichert werden. Beispielsweise kann nach einem Ölunfall direkt vor Ort mit dem Mobilgerät geprüft werden, ob Schutzgebiete gefährdet sind. Dies erleichtert die Arbeit der vielen Anwenderinnen und Anwender von WIBAS (Informationssystem Wasser, Immissionsschutz, Boden, Abfall, Arbeitsschutz) in der staatlichen und kommunalen Verwaltung, darüber hinaus werden Anwendungen des Naturschutzes einbezogen. Das Vorhaben dient auch der weiteren Kommunikationsverbesserung zwischen Umweltverwaltung und Unternehmen bzw. Bürgerschaft und ist zugleich ein Leuchtturmprojekt der Landesstrategie digital@bw. Die Landesstrategie Green IT 2020 ist unter dem Logo „Green IT für Baden-Württemberg“ mit ihrer Website online gegangen. Damit wurde eine Kommunikationsplattform geschaffen, über die sich die Landeseinrichtungen zu Zielen, Maßnahmen und Fördermöglichkeiten im Rahmen von Green IT informieren und austauschen können. Außerdem bietet sie der am Umweltministerium angesiedelten Kompetenzstelle Green IT die Möglichkeit, sich mit ihren Aktivitäten zu präsentieren. Während die Beratungs- und Förderleistungen auf Landeseinrichtungen beschränkt sind, steht das Informationsangebot auch der Öffentlichkeit zur Verfügung. Die Landesstrategie Green IT 2020 verfolgt unter anderem das Ziel, den IT-bedingten Energieverbrauch der Landesverwaltung – ausgehend vom Bezugsjahr 2015 – bis 2020 um 10 % zu senken. In ihrem Abschlussbericht zur Projektphase II hat die UIS-Forschungskooperation INOVUM („Innovative Umweltinformationssysteme“) erneut hochaktuelle Themen aus der Umwelt-IT aufgegriffen. Sie reichen von Handlungsfeldern des Umweltressorts innerhalb der Digitalisierungsstrategie des Landes digital@bw über die Nutzung von Big-Data-Technologien bis zur Sensortechnik oder neuen Komponenten und Diensten für die Verarbeitung und Präsentation von Umweltdaten. In INOVUM kooperieren Umweltministerium und LUBW mit weiteren Beteiligten aus Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft. Das Daten- und Kartenangebot des Energieatlas Baden-Württemberg wurde um geplante Maßnahmen zum Ausbau der Stromnetze ergänzt. Veröffentlicht werden sowohl überregionale Maßnahmen als auch regionale Ausbauvorhaben. Details wie Trassenlängen, Art der Maßnahme oder Spannungsebene können abgerufen werden. Neu berechnet wurde auch das Flächenpotenzial für Photovoltaik-Freiflächenanlagen auf Basis der 2017 von der Landesregierung verabschiedeten Freiflächenöffnungsverordnung. Zudem wurde ein neues Informationsangebot zum Ausbau und Bestand von Wärmenetzen geschaffen. Der Energieatlas Baden-Württemberg ist das gemeinsame Internet-Portal von Umweltministerium und LUBW für Daten und Karten zum Thema erneuerbare Energien. Die „Umweltdaten“ für Baden-Württemberg werden regelmäßig alle drei Jahre herausgegeben. Der Bericht informiert umfassend und detailliert über den Zustand und die Entwicklung in allen Bereichen der Umwelt im Land. Der diesjährige Bericht belegt unter anderem den fortschreitenden Klimawandel, dessen Folgen gerade im Jahr 2018 mit überdurchschnittlich hohen Temperaturen und langanhaltender Trockenheit spürbar wurden. Informationssicherheit zielt auf den Schutz von Informationen aller Art ab, seien sie digital oder anderweitig gespeichert. Die Landesverwaltung ist sich ihrer Verantwortung bei Erhebung, Speicherung, Übermittlung und Nutzung von Daten bewusst. So hat das Innenministerium eine „Verwaltungsvorschrift zur Informationssicherheit“ erarbeitet. Sie ist Grundlage für eine vom Umweltministerium entwickelte „Leitlinie für Informationssicherheit“. Wichtiges Ziel ist der Aufbau eines Informationssicherheits-Managementsystems, das dabei den Standards des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI-Grundschutz) folgt. Für die UIS-Fachverfahren gilt, dass im Zuge von Neuentwicklungen stets entsprechende Sicherheitskonzepte erstellt werden müssen, aber Zug um Zug auch in etablierte Prozesse zu integrieren sind. Mit dem Umweltinformationssystem wird seit über 30 Jahren im Sinne der Digitalisierung darauf hingearbeitet, Bürgerinnen und Bürgern über Datenportale vielfältige Zugänge und Nutzungen für Umweltdaten zu ermöglichen. Auch in die neue Digitalisierungsstrategie des Landes digital@bw sind strategische Ansätze der Umweltverwaltung eingeflossen. So spielt die Nachhaltige Digitalisierung darin eine wesentliche Rolle als Querschnittsthema, für das eine eigene Koordinierungsstelle am UM eingerichtet wurde. Die Teilstrategie Umwelt mit entsprechenden Leuchtturmvorhaben umfasst die Bereiche Ressourcen- und Energieeffizienz, Intelligente Energiesysteme, Umweltinformation, -simulation und -planung, Green IT sowie Digitale Umweltbildung und -partizipation. Zur Zukunft der Umweltverwaltung im Land hat das UM ein wissenschaftliches Gutachten erstellen lassen. Das Gutachten belegte unter anderem, dass Baden-Württemberg im Vergleich mit anderen deutschen Flächenländern über sehr wenig Personal für den Vollzug seiner Umweltaufgaben verfügt und gab Empfehlungen für die künftige Weiterentwicklung. Ausgehend von dem Gutachten wurde in einem umfassenden Diskurs unter Einbeziehung von Verbänden und Organisationen 2017 geprüft, wie die Umweltverwaltung für die heranstehenden Herausforderungen der Zukunft gewappnet werden kann. Herausgekommen ist eine Reihe von Vorschlägen, die umgesetzt werden. Beispiele: Ausbau des Wissensmanagements; Verfahrensbeschleunigung; personelle Stärkung in Schwerpunktbereichen und eine Forcierung der Digitalisierung von Verwaltungsprozessen. Maßnahmen im Umweltinformationssystem sind u.a. der Ausbau des mobilen Arbeitens oder die beschleunigte Zentralisierung im WIBAS (s. u.). Das Naturschutzinformationssystem (NAIS) mit seinen Fachanwendungen ist seit langem Bestandteil des UIS BW. NAIS unterstützt die Naturschutzbehörden bei den Stadt- und Landkreisen, die Regierungspräsidien sowie die LUBW bei der Erledigung ihrer Fachaufgaben. Im Zuge der Umressortierung des Naturschutzes zum Umweltministerium wurde die Zusammenarbeit mit der Nationalparkverwaltung Nordschwarzwald (NLP) unter UIS-Aspekten intensiviert. Die NLP als Obere Naturschutzbehörde verfügt über eigene Monitoring- und Messnetzprogramme sowie breites Know-how im Bereich Geoinformationssysteme und Fernerkundung. Im Austausch zwischen LUBW und NLP werden Möglichkeiten wechselseitiger Nutzung von Fachverfahren untersucht, auch mit dem Ziel, die NLP-Entwicklungen breiter für das UIS nutzbar zu machen. Fast jedes Jahr kommt es im Land zu Starkniederschlägen, die katastrophale Auswirkungen haben können. Das Flutinformations- und -Warnsystem FLIWAS ist ein webbasiertes Managementsystem für die kommunale Hochwasserabwehr. Mit seiner Hilfe kann im Hochwasserfall der hohe Informations- und Kommunikationsbedarf verschiedener Stellen schnell gedeckt werden. Hochwasseralarm- und -einsatzpläne können mit Hilfe von FLIWAS automatisiert, vernetzt und auf einfache Weise aktualisiert werden. Der Land-Kommunen-Kooperation FLIWAS sind bereits viele Gemeinden, Landkreise und Wasserverbände beigetreten. Die komplett modernisierte Version FLIWAS 3 stellt ein hochkonfigurierbares „Cockpit“ bereit, mit dem sich eine Vielzahl von Daten und Informationsquellen bündeln lässt, etwa Mess- und Prognosewerte von Landespegeln, Wetter- und Hochwasserwarnungen, Statusmeldungen technischer Hochwasserschutzanlagen, lokale Pegelstände sowie eigene Unterlagen, die dann in Einsatz- und Alarmpläne einfließen können. Ergänzend wurde eine mobile App zur Übertragung von Lagemeldungen entwickelt. Das Informationssystem Wasser, Immissionsschutz, Boden, Abfall, Arbeitsschutz (WIBAS) ist eine wichtige, modular aufgebaute Komponente des UIS BW. WIBAS umfasst etwa 35 Fachanwendungen für die staatliche und kommunale Verwaltung, u. a. in den Bereichen Abfallwirtschaft, Bodenschutz und Altlasten, Immissionsschutz, Wasserwirtschaft und Arbeitsschutz. Nachdem in den zurückliegenden Jahren ihr Zusammenspiel durch Vereinheitlichungen bei Software und Datenmodell verbessert wurde, sind nun auch die technisch-organisatorischen Voraussetzungen geschaffen worden, um die bisher dezentralen Datenhaltungen bei den Landkreisen auf eine gemeinsame, zentrale Produktionsdatenbank in einem Rechenzentrum umzustellen. Der nun eingeleitete Umstellungsprozess wird nach gegenwärtiger Planung etwa fünf Jahre dauern. Die Zentralisierung der WIBAS-Datenhaltung bringt eine Reihe fachlicher und technischer Vorteile mit sich, so die einfachere übergreifende Datennutzung über Kreisgrenzen hinweg, Zugriff auf stets tagesaktuelle Datenbestände sowie Schaffung einer Grundlage für künftige mobile Fachanwendungen. Eine neue UIS-Rahmenkonzeption („RK UIS 2015“) ist an die Stelle der letzten Gesamtkonzeption aus dem Jahr 2006 getreten. Ihre Grundsätze wurden 2016 im Ministerrat verabschiedet. Die RK UIS 2015 ist Grundlage zur Weiterentwicklung der zahlreichen Fach- und Querschnittskomponenten des UIS BW, das für die Landespolitik ein strategisches Instrument zur Umsetzung eines vorsorgenden, effektiven und nachhaltigen Umwelt- und Klimaschutzes bildet. Die RK UIS 2015 beschreibt die geänderten rechtlichen, fachlichen, technischen und organisatorischen Anforderungen und untersucht ihre Auswirkungen. Daraus werden Empfehlungen und Entwicklungsziele für die Anpassung des UIS BW an die aktuellen Rahmenbedingungen abgeleitet, wie sie etwa durch die IT-Neuordnung des Landes entstanden sind. Die neue RK UIS bietet auch der interessierten (Fach-)Öffentlichkeit umfassenden Einblick in Aufbau und Strukturen des UIS BW. Als eine der wesentlichen UIS-Komponenten gewährleistet das Räumliche Informations- und Planungssystem (RIPS) die querschnittsorientierte Bereitstellung und Verarbeitung von Geoinformationen. Im Zusammenhang mit der Neufassung der UIS-Rahmenkonzeption wurde auch das RIPS auf eine neue konzeptionelle Basis gestellt. Teils katastrophale Niederschlagsereignisse im Land haben auch 2016 gezeigt, wie wichtig rechtzeitige Informationen und Vorwarnungen bei drohenden Überschwemmungen sind. 1991, also vor 25 Jahren, wurde die Hochwasservorhersagezentrale (HVZ) eingerichtet, die bei der LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg in Karlsruhe angesiedelt ist. Die HVZ ruft täglich mehrfach die Abfluss- und Wasserstandswerte an rund 300 Pegeln ab, führt sie mit meteorologischen Daten zusammen und berechnet daraus laufend aktuelle Wasserstandsprognosen. Im Hochwasserfall werden diese stündlich neu kalkuliert und veröffentlicht. Auf der Grundlage dieser Informationen und Warnungen lassen sich im Ernstfall rechtzeitig Maßnahmen ergreifen, die nicht nur Millionenschäden vermeiden oder zumindest reduzieren, sondern auch lebensrettend sein können. Die Daten und Prognosen der HVZ werden grafisch aufbereitet und auf verschiedenen Informationswegen veröffentlicht. Als neues Medium kam 2016 die kostenfreie App „Meine Pegel“ hinzu. Sie ermöglicht Nutzerinnen und Nutzern nicht nur in Baden-Württemberg, sondern deutschlandweit einen schnellen Überblick über aktuelle Wasserstände an Flüssen und Seen. Zur Information über steigende Wasserstände lassen sich auch automatische Benachrichtigungen aktivieren. Die App „Meine Pegel“ wurde in einer länderübergreifenden Kooperation gemeinsam entwickelt und ist technisch gesehen ein Geschwister der App „Meine Umwelt“ (vgl. Chronik 2013). Seit 1994 besteht eine Forschungs- und Entwicklungskooperation des UIS, in der Umweltverwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft zusammenarbeiten. Sie verfolgt als Hauptziel die Erforschung und Entwicklung neuer Lösungsansätze zur Informationsbereitstellung der Gebiete Umwelt, Klimaschutz, Energie und benachbarter Bereiche bei effizientem Ressourceneinsatz. Adressaten sind Verwaltung und Öffentlichkeit. Seit Sommer 2014 trägt die Kooperation den Namen INOVUM (Innovative Umweltinformationssysteme). 2016 konnte der Abschlussbericht der ersten Projektphase vorgelegt werden. Zu den Inhaltsschwerpunkten des Berichts zählen u.a. Landesumweltportale, Mobiltechniken sowie viele Anwendungsbeispiele neuer Werkzeuge und Methoden für das Management und die Präsentation von Daten verschiedenster Umweltbereiche. Die erfolgreiche Kooperation wird weiter fortgesetzt. Das neue Umweltverwaltungsgesetz Baden-Württemberg (UVwG) fasst das bisher über mehrere Gesetze verteilte Umweltverwaltungsrecht – inhaltlich modernisiert – in einem Gesetz zusammen. Im UVwG ist inhaltlich auch das bisherige Landesumweltinformationsgesetz (LUIG) aufgegangen. Wichtiger Aspekt ist die frühzeitige, mehrstufige Beteiligung der Öffentlichkeit und der Umweltverbände an Entscheidungsprozessen bei größeren Vorhaben. Bekräftigt werden auch die Pflichten der öffentlichen Verwaltung, Bürgerinnen und Bürger angemessen, leicht zugänglich und allgemeinverständlich über die Umwelt zu informieren. Dazu leistet das – unlängst technisch runderneuerte – Umweltportal Baden-Württemberg seit fast 15 Jahren einen wesentlichen Beitrag. Die LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg blickt auf ihr 40-jähriges Bestehen zurück. Sie war 1975 – damals noch als „LfU“ – die erste Institution auf Länderebene in der Bundesrepublik Deutschland, in der die Umweltmedien Wasser, Boden und Luft sowie der Natur- und Artenschutz unter einem Dach vereint wurden. Mit einem kooperativen, ressort- und ebenenübergreifenden Ansatz hat das Informationstechnische Zentrum der LUBW (ITZ) die Entwicklung der Umweltinformationssysteme in Deutschland maßgeblich beeinflusst. Dank der langjährigen Datenreihen aus den Messnetzen und Untersuchungsprogrammen der LUBW wurde eine solide Basis gelegt, um Veränderungen in der Umwelt des Landes fundiert nachzuvollziehen und politische Schlussfolgerungen für eine verbesserte Umweltvorsorge treffen zu können. Die LUBW informiert über ein breites Öffentlichkeitsangebot, digital und in Druckform. Künftig wird das ITZ zum „Kompetenzzentrum Umweltinformationsmanagement“ weiterentwickelt und mit den Anwender/innen der verschiedenen Verwaltungsebenen umweltpolitische und fachlichen Anforderungen aufgreifen, sie stufenweise in Konzepte umsetzen, modellieren und in standardisierte Leistungsbeschreibungen als Grundlage für deren Realisierung überführen. Mit der zum 1.7.2015 errichteten Landesoberbehörde IT Baden-Württemberg (BITBW) wurde eine zentrale Einrichtung geschaffen, die schrittweise eine umfassende Zuständigkeit für die Landes-IT übernehmen soll. Die Aufsicht über die BITBW wurde einem Chief Information Officer (CIO) übertragen. Die Tatsache, dass die Fachressorts künftig IT-Dienstleistungen zentral von der BITBW beziehen werden, stellt auch das UIS BW vor organisatorische und technische Herausforderungen, die 2015 in einer neuen UIS-Rahmenkonzeption untersucht worden sind. Die „Landesstrategie Green IT 2020“ definiert für die Landesverwaltung eine Vorgehensweise, mit der ein energie- und ressourceneffizienter Einsatz der Informationstechnik (IT) angestrebt wird, u.a. über einen umfassenden Maßnahmenkatalog, Meilensteine und Maßnahmen mit Signalwirkung. Zur Förderung der weiteren Umsetzung wurde am Umweltministerium eine „Kompetenzstelle Green IT“ eingerichtet. Sie wird die Strategie-Umsetzung gezielt unterstützen, Kennzahlen entwickeln, Ökobilanzierungen für Leuchtturmprodukte anstoßen, Erfolge in einem jährlichen Monitoring feststellen und für einen schnellen Wissenstransfer und Know-how-Zuwachs in der Verwaltung sorgen. Im Auftrag des Umweltministeriums hat die LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg den bestehenden „Potenzialatlas Erneuerbare Energien“ zu einem „Energieatlas Baden-Württemberg“ weiterentwickelt. Das vorhandene Informationsangebot wurde ausgebaut und um die neuen Themenbereiche Biomasse, Wärmebedarf, Versorgungsnetze sowie Praxisbeispiele zur Energiewende ergänzt. Neben der Erweiterung des Daten- und Kartenangebots wurde die Internetanwendung auch technisch weiterentwickelt. Durch die Umstellung auf die neue Liferay-Plattform, die sukzessive auch für weitere UIS-Angebote eingesetzt wird, konnten im Rahmen der Kooperation Landesumweltportale entwickelte Bausteine wiederverwendet und für den Energieatlas entwickelte Bausteine für andere Projekte zur Verfügung gestellt werden. Durch Responsive Design und die Sicherstellung der Hochverfügbarkeit der zentralen Elemente des Webauftritts wurde darüber hinaus auf gestiegene Nutzeranforderungen und zunehmend mobile Nutzung des Angebots reagiert. Die Anbindung eines interaktiven Recherchewerkzeugs auf Basis von Cadenza Web ermöglicht es Bürger/innen und weiteren Nutzern aus Kommunen, Verwaltung, Wirtschaft und Forschung, das umfassende Informationsangebot des Energieatlas zum Stand der dezentralen Energieerzeugung und zum regionalen Energiebedarf individuell auszuwerten. Die Entwicklung des UIS BW ist seit 1984 immer der Maxime gefolgt, Aufgaben über Strukturen zu stellen, um Umweltdaten den Nutzern möglichst medienbruchfrei, ressort- und ebenenübergreifend zur Verfügung zu stellen. Damit ist es gelungen, rechtlichen und strukturellen Änderungen flexibel zu folgen. Drehscheibe dieses Prozesses waren die strategischen Planungen des federführenden Umweltministeriums Baden-Württemberg (UM) und die operative Umsetzung durch die LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg. Die Infrastruktur des Umweltinformationssystems besteht aus mehr als 50 Umwelt-Fachanwendungen , die von über 4.500 Nutzern der öffentlichen Verwaltung des Landes zur Aufgabenerledigung eingesetzt werden. Gesteuert und entwickelt wird diese Infrastruktur durch ein kompetentes Team im Informationstechnischen Zentrum Umwelt (ITZ) bei der LUBW. In dieser Team-Organisation werden mit einem relativ geringen Gesamtbudget (ca. 2,6 % des Informationstechnischen Gesamtbudgets des Landes Baden-Württemberg) faktisch die gesamten landesweiten Umwelt- und Naturschutzanwendungen entwickelt und gepflegt. Dabei wurden auch die zunehmenden Anforderungen an die aktualisierte Gesetzgebung effizient umgesetzt. Dies betrifft: Die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL), das Hochwasser-Risiko-Management, die Flora-Fauna-Habitatrichtlinie, NATURA 2000, Artenerfassung und Artenschutz, das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG), das Erneuerbare Wärme Gesetz (EWärmeG), die Umgebungslärm-Richtlinie etc. Eine derartige Leistung war nur durch ein sehr hohes Maß an fachlichem und IT-technischem Know-how und interdisziplinär zusammenarbeitenden kleinen Teams möglich. Das über die Jahre aufgebaute und bestens vernetzte Entwicklungs-Team betreut zudem Vorhaben aus anderen Ressorts und dem kommunalen Bereich u.a. zu Daten- und Berichtsdiensten für die Stadt- und Landkreise, Naturschutzfachanwendungen für das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Aufbau eines Radverkehrsnetzes für das Ministerium für Verkehr und Infrastruktur, Badegewässerkartierung für das Sozialministerium usw. Wesentliche Entwicklungen und Neuerungen 2014: Mit dem seit 2001 existierenden Portal Umwelt-BW wurde jetzt ein erstes Web-Portal für die Öffentlichkeit auf die technische Basis der Open-Source-Software Liferay umgestellt, die für das UIS BW eine strategische Plattform bildet. Mit der Umstellung ist nicht nur ein runderneuertes Erscheinungsbild verbunden, vielmehr sind Umweltinformationen nun noch intuitiver zu finden. Es kommen dabei neue Suchtechnologien, Darstellungsdienste und Betriebsformen zum Einsatz. Die Portalanwendung besteht aus einzelnen, mehr oder weniger unabhängigen Teilanwendungen, sog. Web-Widgets, die miteinander kommunizieren und ihre Daten aus standardisierten, teils Cloud-basierten Diensten beziehen (z.B. zum Suchbegriff passende Karten und Messwerte). Die Möglichkeiten dieser neuen Technik werden gemeinsam mit anderen Partnern der Entwicklungskooperation Landesumweltportale (LUPO) genutzt und fortentwickelt. Mit Green IT soll erreicht werden, Energie und Ressourcen möglichst schonend über den gesamten Lebenszyklus von IT-Geräten hinweg einzusetzen. Hinzu kommen Lösungen zur Prozess-Optimierung in zahlreichen Bereichen. Die für die Landesverwaltung beschlossene Strategie definiert Maßnahmen und Ziele für Energie- und Ressourceneffizienz, Verbreiterung der Wissensbasis u.a. Neben vielen anderen Maßnahmenkomplexen sollen Prozesse und Strukturen auch des UIS BW selbst aus Green IT-Sicht beleuchtet und weiter optimiert werden. Die Landesstrategie Green IT ist eng verzahnt mit dem Ziel, die Landesverwaltung bis zum Jahr 2040 weitgehend klimaneutral zu organisieren. Pünktlich zum 40-jährigen Jubiläum der Umweltmeldestelle Baden-Württemberg hat die App „Meine Umwelt“ eine neue Funktion bekommen: Ob Gewässerverschmutzung, illegaler Abfall, Eingriff in Naturschutzgebiete oder Lärmbelästigung - Bürgerinnen und Bürger können beobachtete Umweltbeeinträchtigungen der Umweltmeldestelle nun unbürokratisch per Smartphone direkt vor Ort mitteilen. Neben Standortkoordinaten können auch Fotos, Ton- oder Videoaufzeichnungen mitgeschickt werden. Die Umweltmeldestelle veranlasst dann geeignete Abhilfemaßnahmen. Mit der kostenlosen App „Meine Umwelt“ bietet die baden-württembergische Umweltverwaltung seit 2013 der Öffentlichkeit einen intelligenten Umwelt-Assistenten, der zum Standort passende Daten und Angebote aus Natur und Umwelt liefert. Abfall wird immer mehr als wertvolle Ressource erkannt, die nicht mehr bedenkenlos verbrannt oder vergraben, sondern in möglichst großem Umfang recycelt werden sollte, um Baden-Württemberg unabhängiger von internationalen Rohstoff- und Energiemärkten zu machen. Eine so gestärkte Kreislaufwirtschaft trägt auch zum Klimaschutz bei. Ein neuer Infobereich im Themenpark Umwelt bietet dazu aktuelle Fakten und Daten, Grafiken und Videosequenzen, die zeigen, wie im Land hinter den Kulissen aus Abfall wieder Rohstoff wird. Mit dem Themenpark Umwelt als Teil des UIS BW wird der interessierten Öffentlichkeit auf fast 3.000 Seiten die Bedeutung der Umwelt in vielerlei Facetten allgemeinverständlich und fachlich fundiert vermittelt. Seit 1994 arbeiten in einer beispielgebenden Kooperation Umweltverwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft zusammen, um das UIS BW auf technisch aktuellem Stand halten zu können und die immer größeren Datenbestände für unterschiedlichste Aufgaben adäquat nutzbar zu machen. Um den sich ändernden Inhaltsschwerpunkten gerecht zu werden, wechselt das von UM und LUBW getragene Vorhaben in regelmäßigen Abständen seine Bezeichnung. Nach MAF-UIS (Moderne anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung für Umweltinformationssysteme) trägt die Kooperation seit Sommer 2014 den Namen INOVUM (Innovative Umweltinformationssysteme). Hauptziele sind Erforschung und Entwicklung neuer Lösungsansätze zur Bereitstellung von Informationen der Gebiete Umwelt, Klimaschutz, Energie und benachbarten Bereichen für Verwaltung und Öffentlichkeit unter effizientem Ressourceneinsatz. Zu den Schwerpunkten von INOVUM zählen u.a. Landesumweltportale sowie Cloud- und Mobiltechniken. Der von der LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz im Auftrag des Umweltministeriums entwickelte „Potenzialatlas Erneuerbare Energien“ ermöglicht erstmals landesweite Übersichten zu Nutzungsmöglichkeiten regenerativer Energieformen auf einheitlichen Berechnungsgrundlagen. Momentan werden die Potenziale für Wind- und Sonnenenergie (Dach- und Freifläche) sowie Wasserkraft dargestellt, ein weiterer thematischer Ausbau ist geplant. Der Atlas liefert Behörden, Investoren sowie Bürgerinnen und Bürgern wertvolle und anschaulich aufbereitete Informationen. Auf deren Grundlage können eigene Konzepte entwickelt werden, um die Umsetzung der Energiewende im Land weiter voranzubringen. Mit der kostenlosen App „Meine Umwelt“ von Umweltministerium und LUBW können Bürgerinnen und Bürger aktuelle Daten zu den Themen Luft, Wasser, Energie, Risiko- und Schutzgebiete mobil abrufen und standortbezogene Attraktionen aus den Bereichen Boden, Natur und Wasser anzeigen. Baden-Württemberg ist das erste Bundesland, das seine vielfältigen Umweltinformationen der breiten Öffentlichkeit auch speziell über Mobilgeräte zugänglich macht. Durch die Möglichkeit, selbst Informationen melden zu können (etwa zu Standorten der eingeschleppten Ambrosia -Pflanze), kann jeder mithelfen, diesen Datenbestand zu vergrößern. Die App ist in einer Entwicklungskooperation mit anderen Bundesländern entstanden, für mehrere Plattformen bzw. Betriebssysteme verfügbar und soll künftig um weitere Inhalte ergänzt werden. Im Rahmen einer Konzeptstudie gemeinsam mit dem KIT und weiteren Stellen wurden Empfehlungen für eine zukünftige Ausrichtung der Internet-basierten Informationssysteme des UIS Baden-Württemberg erarbeitet. Dazu wurde untersucht, welche Web-Plattform(en) zukünftig für die UIS-Angebote und Anwendungen genutzt werden sollten. Es ergab sich u.a., dass neben der Konzentrierung auf wenige Portale und Content-Management-Systeme künftig verstärkt auf eine modulare, lose durch Services koppelbare, weitgehend web-basierte Softwareumgebung gesetzt werden sollte. Damit wird auch der hohen Gerätevielfalt insbesondere im Mobilbereich Rechnung getragen. Mit dem Beginn einer Medienübergreifenden Umweltbeobachtung (MUB), die Boden, Wasser und Luft umfasst, war die LUBW vor 30 Jahren Vorreiter in Deutschland und nimmt bis heute eine Spitzenposition ein. Umweltveränderungen und -belastungen wirken auf Ökosysteme wie Wald, Grünland und Fließgewässer, aber auch Siedlungsbereiche oft schleichend. Einflüsse auf Lebensräume und Artengefüge können vielfach nur durch Dauerbeobachtung sicher erkannt werden. Die MUB signalisiert positive Entwicklungen wie den Rückgang des sauren Regens ebenso wie problematische Wirkungen neuer synthetischer Stoffe oder Änderungen von Flora und Fauna als Anzeiger des Klimawandels. Insgesamt dient sie zugleich als Frühwarnsystem wie auch als Erfolgskontrolle für Entwicklungen in unserer Umwelt. Der interaktive Dienst „Umwelt-Daten und -Karten Online“ (UDO) der LUBW wurde komplett runderneuert und nutzerfreundlicher gestaltet. So werden nun die dynamisch erzeugten Karten, Diagramme oder Tabellen automatisch an das jeweilige Endgerät angepasst und auf Bildschirm oder Tablet gleichermaßen gut dargestellt. UDO ermöglicht den Zugriff auf vielfältige Umweltdaten und digitale Kartenbestände. Die Daten stammen aus Mess- und Untersuchungsprogrammen der LUBW und dem Informationsverbund der kommunalen und staatlichen Umweltdienststellen im Land. Es handelt sich um Offene Daten (Open Data), also Datenbestände, die im Interesse der Allgemeinheit gesammelt und veröffentlicht werden. Sie sind dementsprechend frei von rechtlich geschützten, personenbezogenen Angaben und für alle Interessenten einseh- und nutzbar. Mit dem Staatlich-Kommunalen Datenverbund (SKDV) wurde für die Umweltbehörden des Landes und der Kommunen ein einheitlicher Zugang zu Umweltdaten geschaffen. Der elektronische Datenaustausch wird nun durch gemeinsam getragene fachliche, datenschutzrechtliche und organisatorische Regelungen vereinfacht. Inhaltliche Schwerpunkte bilden die umweltrelevanten Bereiche Wasserwirtschaft, Immissionsschutz, Bodenschutz, Abfallwirtschaft und Arbeitsschutz, aber auch das Krisenmanagement. Wichtige Aspekte sind der kostenfreie, automatisierte Fachdatenaustausch untereinander und eine einheitliche Datendokumentation in einem Objektartenkatalog (SKDV-OK). Angesichts inzwischen weit verbreiteter mobiler Endgeräte haben im Auftrag des UM die LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz und weitere Partner eine Strategie entwickelt, die mobile Lösungen im UIS-Umfeld unter Aspekten einer kooperativen, einheitlichen Entwicklung betrachtet. Grundsätzlich werden webtechnologiebasierte, plattformübergreifende Anwendungen angestrebt, deren Kern eine Mehrfachnutzung erlaubt. Durch mobile Umweltanwendungen werden einerseits Fachanwender unterstützt, beispielsweise über mobile Fachkarten, andererseits soll der Öffentlichkeit eine mobile Variante des Umweltportals bereitgestellt werden. Mehrere Teststellungen im Land laufen bereits bzw. sind geplant. Landesumweltportale helfen mit, Umweltinformationsgesetze in die Praxis umzusetzen, die Behörden verpflichten, Umweltinformationen aktiv zu verbreiten und der Öffentlichkeit einfach zugänglich zu machen. Baden-Württemberg hat 2004 als erstes deutsches Bundesland ein Umweltportal im Internet eingerichtet. Auf dieser technischen Basis haben seitdem die Länder Sachsen-Anhalt, Thüringen, Bayern und Rheinland-Pfalz eigene Landesumweltportale aufgebaut. In einer Kooperation werden gemeinsam neue Komponenten entwickelt, um das Finden, Präsentieren und Interpretieren von Umweltinformationen zu erleichtern. Mit Nordrhein-Westfalen wurde nun ein weiteres Kooperationsmitglied gewonnen. Darüber hinaus wurde vom Innenministerium Baden-Württemberg ein Open Data Portal Baden-Württemberg als Prototyp freigeschaltet. Es soll künftig einen umfassenden öffentlichen Zugang zu den Informationen, Daten und Dokumenten der ganzen Landesverwaltung erlauben. Der Umweltbereich praktiziert Open Data schon länger und kann mit seinen standardisierten Datenbeständen und Schnittstellen auch ein solches Portal wesentlich bereichern. Für Open Data sollen insbesondere bereits vorhandene UIS-Webdienste aus dem Angebot „Umwelt-Daten und -Karten Online“ der LUBW genutzt werden. Die gemeinsam vom Umweltministerium und der LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz herausgegebenen „Umweltdaten“ zeichnen seit über 30 Jahren regelmäßig, zuletzt alle drei Jahre, ein umfassendes Bild aller relevanten Umweltbereiche in Baden-Württemberg. Die neuen „Umweltdaten 2012“ richten sich an breite Nutzerkreise und dokumentieren neben positiven Entwicklungen etwa in den Bereichen Wasser, Boden oder Luftqualität auch kritische Bereiche, etwa den voranschreitenden Klimawandel. Eine standardisierte Kartengrundlage sorgt für ein einheitliches Kartenbild des Landes über alle Umweltthemen hinweg. Die „Umweltdaten 2012“ sind digital oder in gedruckter Form erhältlich. Der neue Windatlas Baden-Württemberg gibt Auskunft zum landesweiten Potenzial dieser regenerativen Energieform anhand mittlerer Windgeschwindigkeiten in Höhen von 80 bis 160 Meter über Grund. Mit ihm steht eine wichtige Planungshilfe zur Verfügung, um Flächen erkennen zu können, die für den Ausbau der Windkraftnutzung im Land geeignet sind. Neben exakten topographischen Informationen sind Daten aus Messnetzen und Erträge bereits vorhandener Windkraftanlagen in die Berechnungen eingeflossen. Der Windatlas ist über den Daten- und Kartendienst der LUBW für alle Interessierten abrufbar. Für Krisenbewältigung bzw. Katastrophenschutz verfügt das Land über mehrere Fachsysteme. Dazu gehören das Flut-Informations- und -Warnsystem (FLIWAS) für den Hochwasserschutz sowie die Elektronische Lagedarstellung (ELD) zum Einsatz im radiologischen Notfall. Da alle Systeme bestimmte Teilaufgaben in ähnlicher Weise erfüllen müssen (z. B. Kartendarstellungen, Steuerung des Informationsflusses, elektronische Kommunikation), sollen sie stärker vernetzt und harmonisiert werden. Das Umweltministerium hat gemeinsam mit dem Innenministerium und weiteren Partnern eine Studie erarbeitet, die entsprechende Empfehlungen liefert und weitere Entwicklungsschritte vorbereitet. Das Informationszentrum für betrieblichen Umweltschutz (IBU) wird im Zuge der Regierungsneubildung aus dem Wirtschaftsministerium zum Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft überführt. Auf der vom IBU gepflegten Plattform "Betrieblicher Umweltschutz in Baden-Württemberg" finden sich praxisnahe, ausführliche und anschaulich aufbereitete Informationen für zwölf Branchen. Das Portal wird von baden-württembergischen Wirtschaftsorganisationen inhaltlich unterstützt und gemeinsam mit einem Team von Fachleuten laufend aktualisiert. Das Räumliche Informations- und Planungssystem (RIPS) des UIS BW setzt zunehmend auf eine neue Form leistungsfähiger Geodienste, die so genannten Web Processing Services (WPS). Sie ermöglichen über einfache Visualisierungen von Landkarten im Webbrowser hinaus auch komplexe Rechenoperationen auf den Servern, die diese Dienste bereithalten. Hierzu gehören die interaktive Gewinnung von Höhenprofilen oder Volumenberechnungen anhand dreidimensionaler Daten. Vorteile von WPS liegen in der effizienten, wirtschaftlichen Mehrfachnutzung und der Zugriffsmöglichkeit durch einfache Anwenderprogramme, zum Beispiel aus einem Lagezentrum im Katastrophenfall. Dem Umweltministerium Baden-Württemberg (UM) werden im Zuge einer Umressortierung die Bereiche Verkehr, Straßenbau und Naturschutz zugeschlagen; es erhält damit die Bezeichnung "Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr" (UVM). Bereits 2011 wird es im Rahmen einer erneuten Umressortierung zum "Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft", abgekürzt wiederum UM. Moderne Softwaretechnik unterstützt die Landesverwaltung bei der automatisierten Erschließung und Auswertung ihrer komplexen Datenbestände. Dies betrifft auch den Bereich Naturschutz, in dem regelmäßig Zustandsberichte erstellt werden müssen. Von der Unterstützung, die das UIS-Berichtssystem hier leistet, profitiert auch die interessierte Öffentlichkeit: Der Daten- und Kartendienst der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg bietet per Mausklick eine Vielfalt von Abfragemöglichkeiten zum Thema Natur und Landschaft. In Baden-Württemberg wird eine Geodateninfrastruktur (GDI-BW) aufgebaut. Moderne Informations- und Kommunikationstechnik erleichtert dadurch den Zugang zum immer reichhaltigeren Geodaten-Angebot, was Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Öffentlichkeit gleichermaßen zugutekommt. An der nun vorliegenden "Gesamtkonzeption GDI-BW" haben das damalige Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr Baden-Württemberg sowie die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg maßgeblich mitgewirkt. Die LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg veröffentlicht ihre Daten zur Qualität von Flüssen und Bächen sowie der Grundwasserqualität und -menge im Land erstmals im Internet. Damit können auch interessierte Bürgerinnen und Bürger in den umfangreichen Sammlungen chemisch-physikalischer und biologischer Daten nun komfortabel recherchieren. Das Internetportal "Themenpark Umwelt" informiert in leicht verständlicher Form zu vielen Sachgebieten aus Natur und Umwelt Baden-Württembergs. Im wichtigen neuen Bereich "Umwelt und Klima" finden interessierte Besucher beispielsweise eine Zusammenstellung von Exkursionszielen zu Wetter und Klima oder können erfahren, welche Veränderungen der Klimawandel direkt vor unserer Haustüre mit sich bringen wird. Die führende Position Baden-Württembergs im Bereich der Umwelttechnik wird weiter ausgebaut. Eine Landesinitiative Umwelttechnik und Ressourceneffizienz soll dazu beitragen, dass Baden-Württemberg zu einem "Umweltinnovationslabor Europas" werden kann. Kernbausteine der Landesinitiative sind die Gründung eines Technologie- und Innovationszentrums Umwelttechnik und die Erstellung eines Umwelttechnik-Atlanten. Für ihre webbasierte Darstellung von Hochwassergefahren in Baden-Württemberg wird die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz (LUBW) mit dem „GIS Best Practice Award“ des Deutschen Vereins für Vermessungswesen e. V. ausgezeichnet. Hochwassergefahrenkarten (HWGK) sind für die Kommunal- und Regionalplanung, den Katastrophenschutz und alle von Hochwasser Betroffenen eine wichtige Informationsquelle, um Vorsorge zu treffen. Mit dem Wissen über mögliche Ausdehnung und Höhe einer Überflutung können Schutzmaßnahmen optimiert oder neu geplant werden. Das „Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie 2007/2/EG des Europäischen Parlaments und des Rates (INSPIRE) sowie zur Änderung bodenschutzrechtlicher, wasserrechtlicher und abfallrechtlicher Vorschriften“ enthält insbesondere das Landesgeodatenzugangsgesetz (LGeoZG), das die INSPIRE-Richtlinie in Landesrecht umsetzt. Basierend auf dem entsprechenden Bundesgesetz (GeoZG) bleibt der Datenschutz mit seinem traditionell hohen Stellenwert im Land zentraler Leitgedanke. Das LGeoZG ist Grundlage für die Geodateninfrastruktur Baden-Württemberg (GDI-BW). Landesbehörden, Kreise und Kommunen werden verpflichtet, die in INSPIRE genannten Geodaten in festgelegter Art und Weise für Fachanwender und Allgemeinheit zu erschließen. Zudem wird ein „Geoportal Baden-Württemberg“ als zentraler Zugang zum elektronischen Netzwerk der GDI-BW eingerichtet. Mit der Anwendung „Solare Effizienz auf Hausdächern“ informiert die LUBW interessierte Hausbesitzer über die Eignung ihres Hausdachs zur Sonnenenergie-Nutzung. Eine Internetkarte zeigt für Teile der Landesfläche anhand von Luftbildern, wie gut ein Dach aufgrund seiner Lage, Ausrichtung und Neigung geeignet ist. Auf Grundlage von Topographie, Gebäude- und Laserscan-Daten wurde der theoretisch erreichbare Solarertrag auf Dächern berechnet, und das Resultat in 3 Eignungsstufen dargestellt. Mit dem Bericht „Umweltdaten 2009“ blickt das Land auf 30 Jahre systematische Umweltberichterstattung zurück. Der Bericht steht vollständig im Internet, ist aber auch gedruckt erhältlich. Er gibt jedem die Möglichkeit, Entwicklungen in Umweltbereichen wie Gewässerschutz, Luftreinhaltung, Bodenschutz oder auch dem topaktuellen Thema Klimaschutz nachzuvollziehen. Die erstmals 1979 veröffentlichten Umweltdaten Baden-Württemberg werden in dreijährigem Turnus von der LUBW aufgelegt. An etwa 8.000 Entnahmestellen im Land werden regelmäßig Wasserproben entnommen und auf chemische und mikrobielle Reinheit untersucht. Infolge erweiterter Überwachungsaufgaben geht 2009 ein neues webbasiertes Trinkwasserinformationssystem (TrIS) in Betrieb. Das in JAVA programmierte System unterstützt die zuständigen Behörden vor allem bei den Berichtspflichten von Bund und EU nach der Trinkwasserrichtlinie. Erste Nutzer von TrIS sind die Chemischen und Veterinäruntersuchungsämter (CVUA). Die für die Trinkwasserüberwachung zuständigen Gesundheitsämter folgen. TrIS steht in Verbindung zur Grundwasserdatenbank und dem Laborinformations- und -managementsystem (LIMS) der LUBW. Als erste Verwaltung im Land setzt das Umweltministerium mit der GSA (Google Search Appliance) eine unternehmensinterne Suchmaschine ein. Davon profitiert jeder, der die Suchfunktionen im Umweltportal Baden-Württemberg oder auf den Seiten des Umweltministeriums und der LUBW benutzt. So finden Sie nun auch Inhalte aus Umweltdatenbanken, Landkarten oder Bilder, die bisherige Suchverfahren nicht erfasst haben. Zur Erweiterung der Suche werden automatisch inhaltlich verwandte Fachbegriffe herangezogen. Insgesamt erfasst die Suche rund eine halbe Million Webseiten und Dokumente aus dem Umweltbereich. Der neue Fachdokumentendienst FADO bietet unkomplizierten Zugriff auf Berichte und Dokumente der LUBW, des Umweltministeriums und weiterer Stellen zu den Themen Altlasten, Boden, Chemikalien und Arbeitsschutz, Natur und Landschaft sowie Umweltforschung. Er nutzt das von den Umweltbehörden des Landes eingesetzte Content-Management-System WebGenesis, das die Pflege der Inhalte online ermöglicht. FADO ersetzt "XfaWeb", eine 1995 eingeführte Reihe von Fachinformationssystemen und wird schrittweise auf weitere dokumentbasierte Umweltinformationen des Landes ausgedehnt. Im Zusammenhang mit dem Aufbau von Geodateninfrastrukturen (GDI) und internationalen Anforderungen wie der EU-Richtlinie INSPIRE wird es immer wichtiger, Geodaten mit Hilfe sogenannter Metadaten (z. B. Aktualität, Maßstab, Thematik oder Zugangsmöglichkeit zu den Daten) auf standardisierte Art und Weise zu beschreiben. Für die Daten aus dem Räumlichen Informations- und Planungssystem (RIPS) ist dies inzwischen geschehen. Die LUBW stellt ein entsprechendes Recherche-Werkzeug bereit. Ein neues Diensteverzeichnis geht in Betrieb, das alle verfügbaren Online-Berichtsdienste des UIS nach dem UDDI-Standard beschreibt. So können UIS-Komponenten automatisch von anderen Diensten (innerhalb und außerhalb des UIS) erkannt und genutzt werden. Für menschliche Anwender gibt es zusätzlich Beschreibungstexte, die über eine Wiki-Oberfläche gepflegt werden. Neben der Übersichtsfunktion für alle UIS-Nutzer ist das Verzeichnis vor allem für Systementwickler wichtig, die so vorhandene Komponenten leichter in ihre Arbeit einbeziehen können. Seit 2008 wird das Flut-Informations- und -Warnsystem (FLIWAS) in Baden-Württemberg landesweit eingeführt. Seine Hauptaufgabe ist es, den für die Hochwasser-Gefahrenabwehr zuständigen Einrichtungen im Hochwasserfall die benötigten Informationen schnell und unkompliziert zu liefern. Hierzu werden auch UIS-Daten und -Informationsdienste in FLIWAS eingebunden. Als internationales Verbundprojekt und Teil des EU-Vorhabens "NOAH" wird das System im Land vom Regierungspräsidium Karlsruhe unter Mitwirkung der betroffenen Stadt- und Landkreise sowie des Innenministeriums und des Umweltministeriums betrieben. Um den Zugang zu öffentlichen Umweltinformationen einheitlicher zu gestalten, wird die seit 2003 bestehende BodenseeWebsite aktualisiert und in den Themenpark Umwelt integriert. Sie erhalten damit einen konzentrierteren und übersichtlicheren Zugang zu allgemein verständlichen Umweltinformationen mit regionalem Bezug. Seit 2008 nutzen auch die Multimedia-Terminals am Bodensee Teile des neuen Online-Systems und den zentralen Geodienst der LUBW. Der Bodensee wird zum Modell für das Seen-Management, besonders im Hinblick auf Integrierten Gewässerschutz und Störfallvorsorge. Im Projekt BodenseeOnline werden Strömungsverhältnisse und Einflüsse von Witterungsfaktoren ebenso wie Aspekte der Gewässerökologie mit modernen Simulationsmethoden nachgebildet. So kann man beispielsweise bei Schiffsunglücken eine mögliche Gefährdung der Trinkwasserversorgung punktgenau vorhersagen. Viele aktuelle See-Daten (z. B. Temperatur oder Nährstoffgehalte) können auf der Projekt-Homepage graphisch abgerufen werden. Das Europäische Parlament und der Rat der EU haben am 14. März 2007 die Richtlinie 2007/2/EG zur Schaffung einer Geodateninfrastruktur in der Europäischen Gemeinschaft (INSPIRE) unterzeichnet. Sie ist am 15. Mai 2007 in Kraft getreten. Ausgehend vom breiten Umweltschutzgedanken ist eine umfassende Regelung getroffen worden, die weit über die Umweltverwaltung hinausgeht. Sie verpflichtet die Mitgliedsstaaten, dass die öffentlichen Stellen ihre georeferenzierten digitalen Daten in Stufen bis spätestens 2012 für Dritte zugänglich und nutzbar machen. Das UM und die LUBW stellen ihre Pressemeldungen jetzt auch im elektronischen Nachrichtenformat RSS (Really Simple Syndication) zur Verfügung. Diese Nachrichtenform lässt sich als sogenannter RSS-Feed abonnieren und informiert die Nutzer aktiv über Neuigkeiten, ohne dabei die entsprechende Website direkt aufrufen zu müssen. Die RSS-Feeds werden auch in das Umweltportal Deutschland (PortalU) übernommen. Die LUBW hat ihr Informationsangebot zum Thema Luftqualität erweitert. Anhand von zwei Kennzahlen zur Luftqualität, die tagesaktuelle Daten und Jahresmittelwerte fünf wichtiger, für die Gesamtbelastung repräsentativer Schadstoffe verwenden, gibt es nun einen leicht verständlichen Überblick in Form von Schulnoten von 1 (sehr gut) bis 6 (sehr schlecht). Natürlich sind darüber hinaus auch zahlreiche Hintergrundinformationen und die einzelnen Luftmessdaten vieler Stationen im Land abrufbar. Das neue Informationssystem Zielartenkonzept Baden-Württemberg (ZAK) unterstützt Gemeinden bei der Planung des lokalen Arten- und Biotopschutzes. ZAK formuliert regionale Rahmenziele zur Erhaltung ausgewählter Tier- und Pflanzenarten, die besonderen Schutzes bedürfen und definiert ökologische Mindeststandards in der Landschaftsplanung. Anfang 2007 wurden die Abschlussergebnisse der - landesweit ersten - Regionalen Klimaanalyse Südlicher Oberrhein (REKLISO) vorgestellt, die vom Umweltministerium gefördert und begleitet wurde. Sie gibt der Regionalplanung Material an die Hand, mit dessen Hilfe den Auswirkungen globaler Klimaveränderungen lokal begegnet werden kann. Die Prognosen lassen für die Region Südlicher Oberrhein zukünftig unter anderem eine gesteigerte Hitzebelastung und erhöhte Hochwassergefahr erwarten. Lärm ist ein ernstzunehmendes Umweltproblem geworden. Hier setzt die EU-Umgebungslärmrichtlinie an, die mit einer europaweit einheitlichen Bewertungsgrundlage für Umgebungslärm Impulse für dessen Bekämpfung gibt. Grundlage ist die Erarbeitung sogenannter Lärmkarten, die z. B. Stuttgart, Mannheim und Karlsruhe bereits in diesem Jahr fertigstellen; weitere Großstädte werden folgen. Das Umweltministerium stellt für die nächsten beiden Jahre insgesamt eine Million Euro zur Erstellung von Lärmaktionsplänen für die Ballungsräume bereit. Schlechte Nachrichten für Allergiker: der Korbblütler Ambrosia hat den Atlantik überquert und verstärkt nun bei uns den Pollenflug. Unter allen bekannten Pflanzen besitzt die Beifuß-Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia) das stärkste Pollenallergen. Ein neues UIS-Angebot zeigt die aktuellen Bestände im Land und informiert rund ums Thema Ambrosia. Im März 2006 tritt das baden-württembergische Landes-Umweltinformationsgesetz in Kraft. Damit ist nun Ihr Recht auf aktuelle Information über die Umwelt in Baden-Württemberg auch in gesetzlicher Form verankert. Die Umweltbehörden sind unter anderem verpflichtet, Informationen durch geeignete elektronische Medien - wie das UIS BW - bereitzustellen. Großteils bezieht sich das Landesgesetz auf das Umweltinformationsgesetz des Bundes (UIG) von 2005 und auf die entsprechende EU-Richtlinie von 2003. (Nachtrag: Zum 1.1.2015 ist ein noch umfassenderes Umweltverwaltungsgesetz des Landes an seine Stelle getreten) . Die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) bündelt seit dem 1. Januar 2006 die Arbeit der Landesanstalt für Umweltschutz (LfU) und des Zentrums für Umweltmessungen, Umwelterhebungen und Gerätesicherheit (UMEG) unter einem gemeinsamen Dach. Eine wichtige Aufgabe der LUBW ist auch weiterhin die Betreuung und Entwicklung des UIS BW und des Umweltportals durch das Informationstechnische Zentrum Umwelt (ITZ). Die Anforderungen an das UIS BW haben sich in letzter Zeit stark verändert, z.B. durch das neue Umweltinformationsgesetz, die Verwaltungsstrukturreform 2005 und das E-Government-Konzept des Landes. Dazu ist die Nachfrage nach digitalen geographischen Daten enorm gewachsen. Auf der anderen Seite ermöglichen es heute neue Technologien wie Web Services, eine Vielzahl von elektronischen Dienstleistungen sicher über das Internet anzubieten. Die Rahmenkonzeption UIS ist die Leitlinie für die weitere Entwicklung des UIS BW, um den Anforderungen der Zukunft gewachsen zu sein. Sie liegt seit Ende 2006 in einer Neuversion mit der Kurzbezeichnung "RK UIS 06" vor und stellt den aktuellen Stand des UIS BW (4. Generation) dar. Mitgewirkt haben Umweltministerium, LUBW und Datenzentrale sowie weitere beteiligte Ministerien, der kommunale Bereich und Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft. Die LUBW hat in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Wetterdienst einen neuen Klimaatlas Baden-Württemberg erstellt, der im Internet sowie in einer detaillierteren CD-ROM-Version vorliegt. In über 130 farbigen Karten werden neben gängigen meteorologischen Größen wie Temperatur- und Niederschlagsmittel auch Themen wie Bioklima, Einstrahlung oder Phänologie (Zeitpunkt bestimmter Pflanzenentwicklungsphasen) dargestellt und erläutert. Als Kenngrößen für die Entwicklung des Umweltzustands im Land wurden 20 repräsentative Umweltindikatoren festgelegt, deren Tendenz jetzt auch im Internet abgerufen werden kann. Die teils direkt gemessenen, teils berechneten Zeigerwerte (z. B. CO 2 -Emissionen oder Flächenverbrauch) decken eine breite Themenpalette ab, von Energie und Verkehr über Luftschadstoffe bis zum Naturschutz. Den jährlichen Entwicklungen werden Ziele der Landesregierung bzw. gesetzliche Vorgaben gegenübergestellt. Die meisten Umweltdaten sind mit geographischen Koordinaten verknüpft. Um diese Fülle von Geodaten verwalten und damit effektiv nutzen zu können, wurde 1989 das Vorhaben RIPS (Räumliches Informations- und Planungssystem) ins Leben gerufen, das heute eine der wichtigsten Komponenten des UIS BW darstellt. Zeitgleich mit der UIS-Rahmenkonzeption 2006 ist auch eine neue RIPS-Konzeption erschienen, die vor allem die neuen Anforderungen hinsichtlich der Verwaltungsstrukturreform berücksichtigt. Das Arten- und Biotopschutzprogramm des Landes wurde infolge der Konferenz von Rio 1992 gestartet und dient der Erhaltung der biologischen Vielfalt. Gefördert durch die Stiftung Naturschutzfonds erschienen in diesem Zusammenhang zahlreiche Grundlagenwerke, welche die Flora und Fauna Baden-Württembergs umfassend dokumentieren. Ein neues Webangebot stellt Ergebnisse und ausgewählte Arten dieses bundesweit einmaligen Artenschutzprogramms vor. Der neue UIS-Service "Umwelt-Datenbanken und -Karten online" nimmt seinen Betrieb auf. Erstmals können Sie jetzt per Internet direkt Informationen aus Datenbanken der Umweltbehörden in Baden-Württemberg beziehen. Eingesetzt wird dazu das bewährte UIS-Berichtssystem. In einem Gemeinschaftsprojekt erstellen Land und Kommunen bis 2010 Hochwasser-Gefahrenkarten für 12.500 km Gewässer in Baden-Württemberg. Diese zeigen z. B. die Bedrohungssituation für gewässernahe Gebäude und helfen so, Schäden zu vermeiden. Das UIS stellt seit 2005 die ersten Karten für den Neckarraum interaktiv zur Verfügung. Luftverunreinigung macht nicht an Grenzen halt. Deshalb werden im Rahmen des EU-Programms Interreg III Projekte wie dieses gefördert. Ein Internet-Portal führt Luftmesswerte aus Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Frankreich und der Schweiz zusammen und stellt sie als digitale Karten dar. In den vergangenen Jahren wurden die Systeme der Kernreaktor-Fernüberwachung (KFÜ) kontinuierlich ausgebaut und verbessert. Auf den Seiten der KFÜ können Sie jetzt auch die aktuellen Strahlenpegel der einzelnen Messstationen abrufen. Da die radioaktive Strahlung durch den Betrieb der Kernkraftwerke extrem gering ist, wird im Regelbetrieb nur die natürliche Strahlung angezeigt. 2005 ist auch das Jahr der Reformen in Baden-Württemberg. Im Zuge der Verwaltungs-Strukturreform werden zahlreiche Behörden im Land zusammengelegt. Dabei zeigt das UIS BW seine Stärke: durch seine flexible Struktur und den konsequenten Einsatz von Datennetzen lassen sich Aufgaben leicht umorganisieren. Das Informationstechnische Zentrum der LfU unterstützt die Behörden bei der Einführung der UIS-Systeme. Im UIS BW wird ein spezieller Infobereich zum Umweltmanagement nach dem EU-Projekt EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) eingerichtet. Bei uns besser bekannt unter dem Namen "Öko-Audit", steht EMAS für freiwillige Maßnahmen zum betrieblichen Umweltschutz. Zertifizierte Teilnehmer erhalten das EMAS-Prüfsiegel. Als Konsequenz des Klima-Protokolls von Kyoto (1997) beginnt der europaweite Handel mit Emissions-Zertifikaten. Unternehmen, die Energie einsparen und nachhaltig wirtschaften, können ihre "Verschmutzungsrechte" an andere Teilnehmer verkaufen und sparen dadurch bares Geld. Die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) am Umweltbundesamt überwacht den Handel. Unter der Adresse www.umwelt-bw.de finden Sie seit 2004 das Umweltportal Baden-Württemberg als zentralen Zugang zu Umweltinformationen der Behörden von Land und Kommunen. Technisch wurde das Portal mit Hilfe des Web Contentmanagementsystems "WebGenesis" realisiert, bei dem alle Angebote in einer Datenbank verzeichnet sind. Mit diesem Angebot geht eine neue Kategorie von Umweltinformation ans Netz. Auf fast 1.000 Internetseiten stellt der Themenpark landesspezifische Umweltthemen leicht verständlich und fachlich fundiert dar. Interaktive Karten und zahlreiche Hinweise auf Erlebnisziele in Baden-Württemberg runden das Angebot ab. Schauen Sie rein, es lohnt sich! 2004 beginnt mit der ökologischen Bestandsaufnahme der Gewässer im Land die Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) aus dem Jahr 2000. Das UIS unterstützt die Arbeiten unter anderem durch einen digitalen Kartenservice. Im Webangebot des UIS BW werden erstmals dynamisch generierte Karten zur Verfügung gestellt. Je nach Interessensgebiet können Sie unterschiedliche Umweltthemen per Mausklick einblenden. Das Innenministerium des Landes gibt das e-Government-Konzept Baden-Württemberg heraus, ein Rahmenwerk für den sicheren Zugang zu öffentlichen Daten per Internet. Auch das UIS BW wird in diesem Rahmen zukünftig verstärkt sogenannte e-Bürgerdienste anbieten. Das Internet-Portal service-bw vermittelt Zugang zu den neuen Dienstleistungen des Landes. Die Ministerien und nachgeordneten Behörden in Baden-Württemberg erhalten ein einheitliches Webdesign mit spezifischer Farbgestaltung. Damit bekommt auch das UIS BW ein "neues Gesicht". Alle Seiten entsprechen nun den Spielregeln des "barrierefreien Internet", damit alle die Informationen gleichermaßen ohne Einschränkungen nutzen können. Mit dem System BodenseeWeb eröffnete das UIS BW die Ära der multimedialen Umweltinformation. Daten und Hintergründe zum Ökosystem Bodensee wurden aus allen Anrainerstaaten zusammengeführt und in animierter Form präsentiert. Nachtrag: Das BodenseeWeb ist inzwischen in anderen Informationsangeboten aufgegangen. Die Hochwasservorhersagezentrale (HVZ) Baden-Württemberg richtet mit dem Portal "Bodensee Hochwasser" einen übersichtlichen Dienst zu den Wasserständen am und um den Bodensee ein. Hier sind alle Messstellen, auch in Bayern, Österreich und der Schweiz, mit einem Klick zu erreichen. Das UIS-Berichtssystem "Cadenza" erhält nun auch einen Web-Ableger. Die Plattform agiert inzwischen bei vielen Internetdiensten im Hintergrund und sorgt für reibungslosen Zugriff auf Daten der Umweltverwaltung. Nähere Informationen zum UIS-Berichtssystem erhalten Sie auf der entsprechenden Sonderseite. Seit 1995 läuft in Baden-Württemberg das Naturschutzprojekt PLENUM (Projekt des Landes zur Erhaltung und Entwicklung von Natur und Umwelt). Es fördert in ausgewählten Projektgebieten eine nachhaltige Regionalentwicklung im Einklang mit der Umwelt. PLENUM bekommt nun eine eigene Website. Die neue Ausgabe des Umweltberichts "Umweltdaten" des Landes Baden-Württemberg erscheint erstmals auch als barrierefreie Website. Die Landesanstalt für Umweltschutz führt ein Funkwellen-Messprojekt in vier repräsentativen Gebieten durch, um der tatsächlichen Belastung der Bevölkerung auf die Spur zu kommen. Die Ergebnisse sind ausführlich im Internet dokumentiert. Im UIS BW entsteht ein neuer Infobereich zum Modellprojekt Ökokonto. Hier können sich vor allem die Kommunen des Landes informieren und erhalten praktische Arbeitshilfen für die Durchführung von Ausgleichsmaßnahmen bei geplanten Eingriffen in Natur und Landschaft. Die Webmaster des UIS BW erhalten Unterstützung durch automatische Funktionen zur Erstellung von aktuellen Websites. Eingesetzt wird hierzu die universelle Internet-Skriptsprache PHP. Das Institut für Seenforschung (ISF) in Langenargen am Bodensee genießt als Vorreiter in der Gewässerforschung und im Gewässerschutz international einen hervorragenden Ruf. Und das bereits seit 1920! Heute ist das ISF Teil der LUBW und seit 2002 mit eigener Website im UIS vertreten. Wenn Sie mehr über die Qualität Ihrer heimischen Badegewässer erfahren wollen, kostet Sie das nur noch einen Klick. Die ständig aktuellen Werte finden Sie in Verbindung mit Detailinformationen zu den Badestellen auf einer interaktiven Karte, auf der Sie sich mit der Maus bewegen oder nach einzelnen Orten und Kreisen suchen können. Also auch eine Anregung für Ihren Badeausflug! Alles Wissenswerte zum Thema Luft und Luftverunreinigung erfahren Sie nun durch das UIS-Themenportal "Luft in Baden-Württemberg". Die zuständige Fachabteilung der LUBW hat dort grundlegende Infos über einzelne Substanzen, Verkehrs-Emissionen und die aktuellen Messwerte für Sie zusammengestellt. Seit einigen Jahren beschäftigt das rätselhafte Phänomen der "Tieffrequenten Brummtöne" unser Land. Viele Mitbürger leiden erheblich unter der Wahrnehmung dieser Geräusche, deren Ursprung unbekannt ist. Im Jahr 2001 hat die LfU ein Forschungsprojekt zu diesem Phänomen durchgeführt. Sauberes Grundwasser ist die wichtigste Quelle für unser Trinkwasser. Nicht immer sprudeln die Quellen aber gleich. Grundwasserstände und Quellschüttungen werden in Baden-Württemberg kontinuierlich beobachtet und kontrolliert. Informationen zur aktuellen Grundwasser-Situation erhalten Sie auf der Seite "GuQ". Treten Sie ein - wichtige Umweltinformationen sind jetzt nur noch einen Mausklick entfernt! Die neue Strategie, verteilte Informationen übersichtlich auf einer Einstiegsseite zu bündeln, setzen das Ministerium für Umwelt und Verkehr und die LfU erstmals mit ihrem neuen Portal Umwelt in die Praxis um. Dazu gehören auch eine Volltextsuche sowie Zugriffsmöglichkeiten auf das zur Expo2000 in Betrieb gegangene Umweltinformationsnetz Deutschland gein® (German Environmental Information Network). Die umfangreichen Umweltberichte des Landes Baden-Württemberg, die in dreijährigem Turnus aufgelegt werden, bilden ein wichtiges Informationsmedium für Öffentlichkeit und Politik. Nun gibt es, beginnend mit den Umweltdaten 2000, die Druckberichte komplett auch in einer Internet-Version. Etwa drei Viertel unseres lebenswichtigen Trinkwassers stammen aus dem Grundwasser. Seit 1985 hat die LfU federführend ein Messnetz zur landesweiten Grundwasserüberwachung aufgebaut. Inzwischen umfasst es etwa 2.200 Beschaffenheits- und 2.600 Wasserstands-Messstellen. Die Berichte können Sie jetzt auch per Internet beziehen. Die Schadstoffbelastung unserer Gewässer hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verringert. Einen wichtigen Schwerpunkt bildet heute die Gewässerrenaturierung, da naturnahe Gewässerläufe nicht nur für Pflanzen und Tiere einladender sind, sondern auch den Erholungswert für die Menschen erhöhen. Die "Lebensadern unserer Landschaft" sind jetzt auch ausführlich im Web dargestellt. Die Landesregierung beschließt den Umweltplan Baden-Württemberg. Am Beginn des 21. Jahrhunderts werden darin die Ziele für eine dauerhaft umweltgerechte Entwicklung des Landes formuliert. Für verschiedene Bereiche gibt es nun auch quantitative Zielvorgaben. Das neu entwickelte Informationssystem XfaWeb geht in Betrieb. Es erschließt fachlich relevante Umweltdokumente aus Baden-Württemberg. Nach und nach entstehen Teilsysteme für Abfall, Altlasten, Bodenschutz, Chemikalien, Naturschutz und Umweltforschung. Das gesamte Angebot ist seit 2009 über den Dienst "Fachdokumente Online" zugänglich. Mit dem Deutschen Umweltinformations-Netzwerk gein® (German Environmental Information Network) entsteht das erste umfassende Internetportal im Umweltbereich. Damit können Sie eine halbe Million Webseiten und 7 Datenbanken von Bund und Ländern nach Umweltinformationen durchsuchen. Geographische, chronologische und thematische Webassistenten helfen Ihnen bei der Suche. Und die Entwicklung geht weiter. Seit 2006 löst das modernisierte PortalU den Dienst gein® ab. Nachtrag: Die Verwaltungsvereinbarung zwischen Bund und Ländern über den Betrieb von PortalU lief am 31.12.2014 aus, das Angebot wurde eingestellt Mit diesem EU-Projekt sollen zur Erhaltung der biologischen Vielfalt natürliche Lebensräume über ganz Europa hinweg vernetzt werden. Die Länder müssen dazu sogenannte "FFH-Gebiete" als Schutzzonen ausweisen und nach Brüssel melden. Im UIS informiert der Naturschutzdienst "NafaWeb" regelmäßig über den Stand der Umsetzung. Die zugehörigen Karten liefert der Dienst Umwelt-Datenbanken und -Karten online seit 2005 unter der Rubrik "Natur und Landschaft". Die Europäische Union setzt die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) in Kraft. Ziel ist die Herstellung eines guten ökologischen und chemischen Zustands aller Gewässer. Die Länder haben nun die Aufgabe, entsprechende Maßnahmen durchzuführen. Dies wird 2003 auch im baden-württembergischen Wassergesetz verankert. Mit der Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg entstand 1975 eine der ersten Umweltbehörden in Deutschland. Das Jubiläum wird mit Veranstaltungen und einer neuen Website gefeiert. Die Zuständigkeit für Umweltfragen verteilt sich inzwischen häufig auf mehrere Dienststellen, die speziell in der Wasserwirtschaft kooperieren müssen. Daher wird hier das Datenverarbeitungssystem KIWI (Kommunikativ integriertes wasserwirtschaftliches Informationssystem) durch ein moderneres System ersetzt. Dieses ermöglicht einen Datenverbund vieler Dienststellen bei gleichzeitig zentraler Datenhaltung. 1999 gehen erste Module des neuen Systems WAABIS (Informationssystem Wasser, Abfall, Altlasten, Boden) in Betrieb. Positiver Nebeneffekt: Während der herannahende Jahrtausendwechsel bei vielen Besorgnis auslöst ("Jahr-2000-Problem"), garantiert WAABIS, dass die wertvollen Daten erhalten bleiben. Wegen Aufgabenumschichtung im Zuge der Verwaltungsstrukturreform wird WAABIS 2005 unter Zusammenführung mit den Fachanwendungen der Gewerbeaufsicht durch das System WIBAS abgelöst. Am 26.12.1999 fegt das Orkantief "Lothar" mit Windgeschwindigkeiten bis über 200 km/h über das Land. Die dadurch entstandenen Kahlflächen in den Wäldern (in Baden-Württemberg ca. 40.000 ha) sind an vielen Stellen bis heute zu sehen. Aufforstungsmaßnahmen setzen vermehrt auf Laubholzarten, da die Sturmschäden sich zu etwa 80% auf Nadelhölzer konzentriert haben. 1999 vereinbaren die Länder Baden-Württemberg und Bayern mit dem Deutschen Wetterdienst eine Zusammenarbeit zum Thema "Klimaveränderungen und Konsequenzen für die Wasserwirtschaft" (KLIWA). Bisherige Ergebnisse zeigen, dass mit deutlichen Klimaänderungen zu rechnen ist. Diese erscheinen im Einzelfall vielleicht positiv (z. B. Vergrößerung der Weinbaugebiete im Land), bringen jedoch größere Probleme mit sich. Mehr Hitzetage im Sommer, mehr Niederschlag im Winter und steigende Hochwassergefahr sind nur einige Auswirkungen. Anhaltender Starkregen und Schneeschmelze in den Alpen führen zu Pfingsten 1999 an vielen Gewässern in Baden-Württemberg zu Rekord-Wasserständen. So wird beispielsweise am Bodensee der höchste Pegelstand seit 1890 gemessen. Das Magazin "Seespiegel" berichtet. Seit April 1998 unterstützt das Agenda-Büro der LfU (heute LUBW) die Kommunen beim Einstieg und der Durchführung einer Lokalen Agenda 21. Informationen zu Workshops, Leitfäden, Aktionsbörsen und Vieles mehr werden in einem neuen Web-Angebot übersichtlich zusammengefasst. Wer an einer Lokalen Agenda 21 mitwirkt, sollte hier regelmäßig vorbeischauen. Mit der zunehmenden Technisierung und Elektrifizierung ist die Belastung durch elektromagnetische Felder stark gestiegen. Jeder von uns ist täglich fast überall solchen Feldern ausgesetzt. Wie und wo entstehen solche Felder und wie wirken sie auf den Menschen? Welche Grenzwerte gibt es? Ab 1998 stellt die LfU, beginnend mit dem Bericht "Elektrische und magnetische Felder im Alltag", die jeweils neuesten Erkenntnisse dazu ins Netz. Mit dem Jahresbericht 1996/97 der LfU wird zum ersten Mal neben der Druckversion auch eine HTML-Fassung für das Internet bereit gestellt. Das seit 1996 entwickelte neue Altlasteninformationssystem (AlfaWeb) wird in einer ersten, noch funktionell eingeschränkten Demoversion im Web präsentiert. Eine AlfaWeb-CD kann käuflich erworben werden. Bis heute werden - in mittlerweile stark ausgebauter Form - fachspezifische Dokumentensammlungen mit Materialien und Berichten angeboten. AlfaWeb ist inzwischen Bestandteil des Dienstes "Fachdokumente Online". Das UIS BW als komplexes Gesamtgebilde benötigt einen "Bauplan". Diesen bildet die Rahmenkonzeption, die 1986 erstmals gefertigt und 1990 ressortübergreifend erstellt wurde. Sie enthält wichtige Leitlinien, um das UIS BW technisch auf dem neuesten Stand zu halten und rechtzeitig auf geänderte Anforderungen reagieren zu können. Die neu bearbeitete Fassung von 1998 (3. Generation) rückt besonders die neuen Internet-Techniken wie WWW und JAVA sowie die Wirtschaftlichkeit ins Blickfeld. Das Ministerium für Umwelt und Verkehr, die Landesanstalt für Umweltschutz und das Forschungsinstitut für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung (FAW) entwickeln die RK UIS'98 und stimmen sie breit ab. Als neuen Service veröffentlicht die LfU nun regelmäßig ihre Pressemitteilungen im Web. Das Archiv beginnt am 24. April 1996 mit der Meldung: "10 Jahre nach Tschernobyl - Auswirkungen in Baden-Württemberg noch feststellbar, aber radiologisch unbedeutend". Die erste Meldung von 1997 lautet: "LfU legt Ersten Öko-Bericht als erste Dienststelle der Landesverwaltung in Baden-Württemberg vor". Auch das Veröffentlichungsverzeichnis der LfU geht 1997 online. Es gibt dort zu einer Vielzahl von Umweltthemen aktuelle und wissenschaftlich fundierte Materialien. Vieles kann kostenlos heruntergeladen oder bestellt werden. Schauen Sie doch öfters rein, das Verzeichnis wird jeden Monat aktualisiert. Mit der Website des Zentrums für Umweltmessungen, Umwelterhebungen und Gerätesicherheit (UMEG) erhält das UIS-Angebot eine wichtige Ergänzung. Das UMEG liefert hauptsächlich die aktuellen Luftmesswerte und gehört seit 2006 zur LUBW. Über eine interaktive Karte der ersten Generation - bei Mausklick auf bestimmte Koordinaten werden Zusatzinformationen eingeblendet - kann die Windverteilung 1996/1997 im Land in Form von Windrosen sichtbar gemacht werden. Eine weitere Facette unserer nicht immer leisen Umwelt beleuchtet der 1997 ins Web gestellte Bericht "Lärmbekämpfung - Ruheschutz". Inzwischen gibt es für diese Thematik eine eigene Portalseite. Dort finden Sie beispielsweise auch einen "Lärmrechner" zum Herunterladen. Im japanischen Kyoto einigen sich bei der Weltklima-Konferenz im Jahr 1997 die meisten Industriestaaten auf Minderungsziele von sechs besonders klimaschädlichen Treibhausgasen, darunter Kohlendioxid und Methan. Auch Baden-Württemberg hat sich zur Reduktion der Emissionen verpflichtet. Es bedarf weiter erheblicher Anstrengungen, um die angestrebten Ziele zu erreichen. Die regionalen Klimaschutzziele beschreibt der Umweltplan Baden-Württemberg. Es ist soweit: Unter dem Motto "Mit uns hat Umwelt Zukunft" gehen am 29. April 1996 die ersten Websites des Umweltministeriums und der Landesanstalt für Umweltschutz an den Start. Baden-Württemberg bietet aktuelle Umweltinformationen im World Wide Web des Internets an. Im Auftrag des Umweltministeriums nimmt die LfU den ersten WWW-Server des Umweltinformationssystems in Betrieb. Angesichts des 10. Jahrestages der Tschernobyl-Katastrophe gilt der erste Schwerpunkt dem Thema Radioaktivität. Ab sofort werden mehrmals täglich Daten aus dem Radioaktivitätsmessnetz und der Kernreaktorfernüberwachung (KFÜ) veröffentlicht. Außerdem kann sich seither jeder über die aktuelle Belastung seiner Region durch Luftschadstoffe (z. B. Ozon, Stickoxide) ein Bild machen. Auch die Hochwasser-Vorhersage-Zentrale (HVZ) der LfU nutzt das neue Medium Internet. In der 1991 gegründeten HVZ laufen stündlich Wasserstands- und Abflussdaten von etwa 220 Pegeln im Land zusammen. Unter Berücksichtigung der meteorologischen Faktoren werden daraus Prognosen erstellt, die z.B. Anwohnern bei Hochwassergefahr den entscheidenden Zeitvorsprung für Vorsorgemaßnahmen geben. Der Umweltdatenkatalog (UDK) ist ein gemeinsam entwickeltes System von Bund und Ländern. Er hilft bei der Suche nach Umweltdaten der staatlichen Umweltverwaltungen. Dabei enthält er nicht die Daten selbst, sondern beschreibt diese durch sogenannte Metadaten. Im UDK finden sich nicht nur Messwerte, sondern auch Dokumente, Berichte und aktuelle Forschungsvorhaben zum jeweiligen Thema. Seit 1996 ist der - stetig weiterentwickelte - UDK per Internet jedem zugänglich. Mittlerweile ist er in das Umweltportal Deutschland (PortalU) integriert. Nachtrag: Die Verwaltungsvereinbarung zwischen Bund und Ländern über den Betrieb von PortalU lief am 31.12.2014 aus, das Angebot wurde eingestellt Für Unternehmen besteht seit 1995 die Möglichkeit, ein Öko-Audit oder Umwelt-Audit durchzuführen. Kernelement dieser EU-Verordnung (EMAS, Eco-Management and Audit Scheme) ist der Aufbau eines "Umweltmanagementsystems" mit dem Ziel, den Materialien- und Ressourcenverbrauch (z.B. Wasser und Energie) zu verringern. Im Web-Angebot des UIS finden Sie alle notwendigen Informationen für eine Teilnahme an EMAS. Seit 1998 können auch Kommunen teilnehmen. Die technische Entwicklung des UIS BW erfolgt in vielfältigen Kooperationen zwischen Umweltministerium, Dienststellen sowie Wissenschaft und Wirtschaft. Ein wichtiges Entwicklungsvorhaben war GLOBUS (Globale Umweltsachdaten), bei dem beispielsweise Anwendungen der damals neuen Programmiersprache JAVA für den Praxiseinsatz getestet wurden. Die GLOBUS-Berichte wurden ab 1996 ins Internet gestellt. Später folgten die Berichte der Nachfolge-Kooperation AJA (Anwendung JAVA-basierter und anderer leistungsfähiger Lösungen in den Bereichen Umwelt, Verkehr und Verwaltung). Die Reihe wird seit 2005 fortgesetzt mit den Projekten KEWA (Kooperative Entwicklung wirtschaftlicher Anwendungen für Umwelt und Verkehr in neuen Verwaltungsstrukturen), MAF-UIS (Moderne anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung für Umweltinformationssysteme) und INOVUM (Innovative Umweltinformationssysteme). Seit 1995 entwickelt die LfU das PLENUM-Konzept. PLENUM steht für "Projekt des Landes zur Erhaltung und Entwicklung von Natur und Umwelt". Zur Zeit wird die PLENUM-Konzeption in 5 Projektgebieten umgesetzt, die 13% der Landesfläche umfassen. Mit dem Altlasten-Fachinformationssystem (AlfaWeb) beginnt die Entwicklung WWW-basierter Fachsysteme auf Grundlage von Internet-Technologien. Eine effektive Bereitstellung von Arbeitshilfen zur landeseinheitlichen Altlastenbearbeitung mit modernen Mitteln ist dadurch möglich. Auf AlfaWeb folgen weitere Fachinformationssysteme zu Themen wie Boden, Abfall oder Naturschutz, die unter dem Begriff "XfaWeb" zusammengefasst werden. Eine fortentwickelte Lösung zur Dokumentenverwaltung mit der Bezeichnung "Fachdokumente Online" (FADO) ist Ende 2008 an ihre Stelle getreten. Umweltministerium, LfU und Forschungseinrichtungen in Karlsruhe erstellen eine Vorstudie zur Konzeption und prototypischen Realisierung einer aktiven Auskunftskomponente für globale Umweltsachdaten im WWW. Der Grundstein für eine langjährige Kooperation des UIS BW wird damit gelegt. An die Stelle älterer Systeme treten mit der stetig wachsenden Zahl von Umweltdaten, die in den Fachsystemen verarbeitet werden müssen, zunehmend modernere Datenbanken der Fa. ORACLE. Damit wird eine effizientere und zentralisierte Datenhaltung ermöglicht. LfU und UM erarbeiten gemeinsam mit Diebold-Deutschland GmbH das Feinkonzept zum Aufbau des Informationsmanagements im UIS BW und stellen es im Bund/Länder-Arbeitskreis Umweltinformationssysteme (BLAK UIS) vor (die Arbeit des BLAK UIS führt seit 2005 der Ständige Ausschuss Umweltinformationssysteme (StA UIS) der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Klima, Energie, Mobilität - Nachhaltigkeit (BLAG KliNa) fort). Der Grundsatz der Welt-Umweltkonferenz 1992 in Rio de Janeiro "Global denken - lokal handeln" setzt auch auf regionaler und lokaler Ebene eine Vielzahl von Prozessen in Gang, die auf eine umweltverträgliche und nachhaltige Entwicklung abzielen (z. B. Agenda 21, PLENUM, Öko-Audit). Eine Novellierung des Naturschutzgesetzes legt fest, dass bestimmte, besonders gefährdete Biotoptypen im Land (z.B. Moore, Röhrichte und Riede, naturnahe Auwälder, Wacholderheiden oder Magerrasen) nun unmittelbar per Gesetz geschützt sind. Nach dem entsprechenden Gesetzesabschnitt wurden diese oft auch als §24a-Biotope (seit 2006 §32-Biotope) bezeichnet. 1992 beginnt die exakte Kartierung und Zustandserhebung dieser Biotope, die knapp 2% der Landesfläche ausmachen. Nach drei Jahren konzeptioneller Arbeit am ressortübergreifenden Umweltinformationssystem Baden-Württemberg wird die "UIS-Projektgruppe" im Umweltministerium zum 30.04.1992 aufgelöst. In der Landesanstalt für Umweltschutz entsteht zum 01.05.1992 ein neues Referat "Entwicklungszentrum übergreifende UIS-Komponenten". An der LfU wird das Informationstechnische Zentrum (ITZ) als zentrale Entwicklungs- und Betreuungsstelle für das Umweltinformationssystem Baden-Württemberg geschaffen. Von dort aus erhalten die Mitarbeiter der Umweltbehörden im Land seit 1991 praxisnahe technische Unterstützung bei der Erledigung ihrer Umweltschutzaufgaben. Durch die Einrichtung der Hochwasser-Vorhersage-Zentrale (HVZ) können drohende Hochwasserereignisse jetzt präziser und längerfristiger vorhergesagt werden. Zahlreiche Wetterdaten und Pegelstände laufen dort zusammen und stehen vielfach auch direkt für die Öffentlichkeit im Web zur Verfügung. Das Landesbodenschutzgesetz ist wichtige Grundlage dafür, dass die schon 1986 begonnene Bodendauerbeobachtung fest im Aufgabenspektrum der LfU verankert wurde. Grundmessnetz und Intensivmessnetz ergänzen einander. Sie gewährleisten einerseits die Beobachtung langfristiger Änderungen und fungieren andererseits als Frühwarnsystem. Die EWG regelt das Recht auf freien Zugang zu Informationen über die Umwelt mit der ersten Umweltinformations-Richtlinie. Ziel ist es, bei den Behörden vorhandene Informationen den Bürgern möglichst effektiv zur Verfügung zu stellen. Mit der Phase V "Umsetzung" endet 1990 die im Jahr 1987 begonnene stategische Unterstützung durch die McKinseyCompany für die Konzeption des ressortübergreifenden UIS BW der zweiten Generation. Mit dem neuen Landesabfallgesetz werden die Entsorger verpflichtet, jährliche Abfallbilanzen zu erstellen. So werden Abfallart, Menge, Herkunft und die Art der Entsorgung nachvollziehbar. Alle Umweltdienststellen im Land brauchen einen möglichst schnellen Zugriff auf die aktuellsten Geodaten. Hierzu wird an der LfU ab 1989 das Räumliche Informations- und Planungssystem (RIPS) konzipiert. Es stellt einen zentralen Pool aller Geodaten dar, die für den Umweltschutz im Land benötigt werden. Zu allen Geoobjekten gibt es Zusatzinformationen (z.B. Messwerte), die bearbeitet und in digital gefertigten Karten dargestellt werden können. Etwa 38% der Fläche Baden-Württembergs sind von Wald bedeckt. 1989 beginnt eine systematische Waldbiotopkartierung, bei der naturnahe und seltene Waldgesellschaften erfasst werden. Die schon 1976 begonnene Kartierung und Erhebung ökologisch wichtiger Bereiche im Land findet ihren Abschluss. Am Ende dieser Biotopkartierung sind annähernd 45.000 Biotope erfasst. Unter Federführung der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg schließt sich ab 1989 eine landesweite Waldbiotopkartierung an, die den hohen Stellenwert der Wälder für Biotop- und Artenschutz unterstreicht. Wegen der wachsenden Hochwassergefahr beschließt die Landesregierung das Integrierte Rheinprogramm (IRP) . Damit sind die Weichen für verbesserten Hochwasserschutz und eine Auenrenaturierung am Oberrhein gestellt. Vergleichbare Konzeptionen werden inzwischen auch für Donau und Neckar umgesetzt: 1992 folgt das Integrierte Donauprogramm (IDP), 1998 die Integrierende Konzeption Neckar-Einzugsgebiet (IKoNE). Der Ministerrat beschließt die „Konzeption zur Behandlung altlastverdächtiger Flächen und Altlasten in Baden-Württemberg“. Damit beginnt eine flächendeckende Erhebung altlastverdächtiger Flächen in mehreren Stufen mit dem Ziel, das davon ausgehende Gefährdungspotenzial zu reduzieren. In Baden-Württemberg wird zum 01.07.1987 ein eigenständiges Umweltministerium gebildet. Dem neu geschaffenen Umweltministerium wird die bereits seit 1975 bestehende Landesanstalt für Umweltschutz (LfU) nachgeordnet. Als Konsequenz der Tschernobyl-Katastrophe von 1986 beschließt die Landesregierung den Aufbau eines landesweiten Radioaktivitätsmessnetzes (RAM). Seine beiden Komponenten (Strahlenpegel-Messnetz und Radioaerosol-Messnetz) bilden gemeinsam mit der Kernreaktor-Fernüberwachung (KFÜ) einen automatischen und sensiblen Warndienst, der schon bei geringen Abweichungen gegenüber der natürlichen Strahlung die zuständigen Behörden alarmiert. Auch in Folge der Tschernobyl-Katastrophe wird im Juni 1986 das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) gegründet. Der Bund trägt damit der wachsenden Bedeutung von Umweltschutz und Umweltinformation Rechnung. Am 26. April 1986 ereignet sich im Kernkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine die weltweit bislang schwerste Reaktorkatastrophe. Der radioaktive Niederschlag erreicht auch das knapp 2000 km entfernte Baden-Württemberg. Der Informationsbedarf der Öffentlichkeit an aktuellen Messdaten ist groß, kann aber nur teilweise gedeckt werden. Auch heute sind von Tschernobyl stammende Radionuklide wie Cäsium-137 noch in der Umwelt nachweisbar. Allerdings ist die mittlere Strahlenbelastung durch den Reaktorunfall im Vergleich zur natürlichen und medizinischen Belastung relativ gering. Dank dem UIS BW erhalten Sie heute Strahlenwerte aktuell aus dem Internet. Am 1. November 1986 werden nach einem Brand in der Firma Sandoz bei Basel Tonnen giftiger Chemikalien mit dem Löschwasser in den Rhein geschwemmt, mit verheerenden Folgen besonders für Fische und Kleintiere. Die Trinkwasserentnahme aus dem Rhein bis nach Holland muss für längere Zeit eingestellt werden. Die Sandoz-Katastrophe wird ein wichtiger Ausgangspunkt für ein Umdenken im Gewässerschutz. Heute ist die Wasserqualität des Oberrheins deutlich besser als vor dem Unfall. Im Mai 1986 legt eine interministerielle Projektgruppe des Ernährungsministeriums, an der auch die LfU maßgeblich beteiligt ist, eine Konzeption für das Umweltinformationssystem Baden-Württemberg vor. Diese Rahmenkonzeption UIS (1. Generation) zeigt Bedarf und Möglichkeiten der Zusammenführung unterschiedlicher Datenbestände und spezieller Umwelt-Fachanwendungen zu einem einheitlichen Umweltinformationssystem auf. Die Landesregierung von Baden-Württemberg trifft 1985 grundsätzliche Entscheidungen zur Umsetzung des LSK-Gutachtens. Unter anderem werden der Aufbau eines Landesverwaltungsnetzes (LVN) und die Konzeption und Realisierung des Umweltinformationssystems (UIS) Baden-Württemberg beschlossen. Unter Federführung der LfU entsteht ein landesweites Messnetz zur Erfassung und Überwachung der Grundwasserbeschaffenheit. Heute umfasst das von der LUBW betriebene Landesmessnetz über 2000 Messstellen (ergänzt durch fast ebenso viele Messstellen der Wasserversorger), die ständig Informationen liefern und Entwicklungstendenzen anzeigen. Ihre Bedeutung wird klar, wenn man bedenkt, dass etwa 75% des Trinkwassers im Land aus Grundwasser gewonnen wird. Im Dezember 1984 legt die Arbeitsgemeinschaft Diebold - Dornier - Ikoss ein Gutachten zur Erstellung eines Landessystemkonzepts für einen rationellen und wirtschaftlichen Einsatz der Informations- und Kommunikationstechniken in der öffentlichen Verwaltung des Landes Baden-Württemberg vor. Das Umweltinformationssystem ist dabei eines der zehn Szenarien des Landessystemkonzepts, das das Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Umwelt und Forsten Baden-Württemberg einbringt. Das Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Umwelt und Forsten Baden-Württemberg beginnt mit der Entwicklung von Fachsystemen im Umweltbereich und arbeitet intensiv an der bundesweiten Erstellung eines Grunddatenkatalogs für Umweltinformationssysteme mit. Die LfU baut ein landesweites Untersuchungsnetz auf, in dem Pflanzen und Tiere über den Zustand der Umwelt Auskunft geben. Die dabei verwendeten sogenannten Bioindikatoren reagieren mit sichtbaren Schäden auf eingetragene Schadstoffe oder reichern diese an. Sie können so als empfindliche Frühwarnsysteme dienen.
Die modulare Architektur des UIS BW verfolgt einen serviceorientierten Ansatz mit loser Kopplung von Komponenten in einer größtenteils webbasierten Softwareumgebung mit universellen Schnittstellen. Dies ermöglicht an vielen Stellen den Einsatz von Standardsoftware der Webtechnologie. Die Fachanwendungen der Umweltverwaltung basieren teils auf zentraler, teils auf dezentraler Datenhaltung. Alle wichtigen Datenbestände sind nach dem UIS-Kerndatenmodell abgelegt und über UIS-weite Referenzdatenbanken für die meisten Dienststellen direkt verfügbar. Die weitere Zentralisierung der Datenhaltung wird im Rahmen des Staatlich Kommunalen Datenverbunds (SKDV BW) vorangetrieben. Schwerpunkt der technischen Weiterentwicklung ist aktuell der Bereich des mobilen Internets.
Mit dem steigenden Informationsbedürfnis einer ökologisch sensibilisierten Öffentlichkeit wird die ständige Verfügbarkeit aktueller, qualitativ hochwertiger Umweltinformationen erwartet, auch mobil an jedem Ort. Basierend auf der Umweltinformationsrichtlinie der EU schreibt das Umweltverwaltungsgesetz Baden-Württemberg von 2015 deshalb vor, den öffentlichen digitalen Zugang zu Informationen über die Umwelt möglichst bürgerfreundlich und barrierefrei zu gestalten. Dazu gehört es auch, die Bevölkerung aktiver zu informieren und die sozialen Netzwerke stärker einzubinden. Wo eine direkte Kommunikation mit Bürgerinnen und Bürgern stattfindet, sind insbesondere die Anforderungen der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) zu berücksichtigen. Auch die Anforderungen an die Umweltverwaltung nehmen im Zuge der Digitalisierung weiter zu. Gesetzliche Pflichtaufgaben erfordern ein breites Spektrum spezialisierter Fachanwendungen, die intensiv betreut und laufend der technischen Entwicklung angepasst werden müssen. Das UIS BW ist darauf ausgerichtet, die für Verwaltungsaufgaben benötigten Umweltinformationen möglichst situations- und bedarfsgerecht zur Verfügung zu stellen und ein durchgängiges Berichtswesen gemäß der EU-Fachrichtlinien wie der Hochwasserrisikomanagementrichtlinie (HWRM-RL), Wasserrahmerichtlinie (WRRL) oder Natura 2000 zu gewährleisten. Nur eine konsequente Durchgängigkeit der Daten in der Systemarchitektur ermöglicht, dass Berichtsdaten weitgehend ohne manuelle Eingriffe direkt aus den Primärdaten der Fachdienststellen erzeugt werden können. Dabei leistet das UIS-weit einheitliche Berichtssystem entscheidende Unterstützung. Voraussetzungen eines reibungslosen Zusammenspiels der UIS-Komponenten sowie einer effizienten Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Kommunen beim E-Government sind technisch-organisatorische Standards im IuK-Bereich. Das UIS BW hat sich hier als fester Bestandteil zur Planung und Steuerung des IT-Einsatzes bewährt. Das E-Government-Gesetz (EGovG) des Bundes von 2013 soll die elektronische Kommunikation mit der Verwaltung erheblich erleichtern. Es ermöglicht Bund, Ländern und Kommunen die Einrichtung effizienter, nutzerfreundlicher elektronischer Verwaltungsdienste. Das nachgeordnete Gesetz zur Förderung der elektronischen Verwaltung des Landes Baden-Württemberg (EGovG BW) von 2015 regelt u.a. das elektronische Bezahlen, die elektronische Vorlage von Nachweisen, die Barrierefreiheit und Informationssicherheit sowie die flächendeckende Einführung der elektronischen Akte bis 2022. Das EGovGBW regelt auch die Zuständigkeiten für IT-Aufgaben neu. Damit verbunden ist die Einsetzung eines Landesbeauftragten für Informationstechnologie (Chief Information Officer, CIO) sowie eines IT-Rates und eines IT-Kooperationsrates. Zuvor war bereits mit dem BITBW-Gesetz die Bündelung der IuK der gesamte Landesverwaltung in der "Landesoberbehörde IT Baden-Württemberg" (BITBW) als zentralem Dienstleister beschlossen worden. Auch im kommunalen Bereich wurde mit der 2018 erfolgten Fusion der drei regionalen Rechenzentren mit der Datenzentrale Baden-Württemberg zur zentralen Datenanstalt ITEOS eine zukunftsfähige Neustruktur zur IT-Versorgung der Kommunen in Baden-Württemberg geschaffen. Von einer Zentralisierung der IT, verbunden mit der Verringerung von Serverstandorten sowie weiterer Standardisierung und Automatisierung, verspricht sich die Landesregierung eine gesteigerte Wirtschaftlichkeit, mehr Informationssicherheit und ein verbessertes Dienstleistungsangebot. Die Bündelung staatlicher Ressourcen mit zentraler Budgetierung soll es bei weiter sinkenden, bestenfalls gleichbleibenden Finanz- und Personalmitteln ermöglichen, den technologischen Standard zu halten. Das UIS BW ermöglicht dabei durch sein ressortübergreifendes und aufgabenorientiertes Gesamtkonzept einen weitgehend reibungslosen Übergang von Aufgaben an die neuen Dienststellen. Um fachübergreifende Umweltaufgaben effizient erledigen zu können, werden hochwertige Sach- und Geodaten benötigt, die in unterschiedlichen Verwaltungsebenen erhoben bzw. gesammelt werden. Daher gibt es seit langem einen intensiven Datenaustausch zwischen dem Land, seinen Kreisen und den Kommunen, der im Staatlich-Kommunalen Datenverbund Baden-Württemberg (SKDV BW) verbindlich geregelt ist. Dieser erleichtert den staatlichen und kommunalen Stellen einen Online-Zugang zu allen verfügbaren Umweltdaten der Verwaltung und deren effektive Nutzung zur Erfüllung der Dienstaufgaben. Der SKDV BW unterstützt außerdem den Aufbau der Geodateninfrastruktur Baden-Württemberg durch Bereitstellung der nach dem Landesgeodatenzugangsgesetz (LGeoZG) vorgesehenen Geodaten. Unter anderem beruht der SKDV BW auf einer Verwaltungsvorschrift, die den Pflichtdatenbestand für den Umwelt- und Arbeitsschutz sowie das Krisenmanagement regelt. Hierzu dient ein spezieller Objektartenkatalog (SKDV-OK), der die Geo- und Sachdaten nach einem einheitlichen Objektmodell strukturiert, so dass die Objekte entsprechend zusammenführt werden können. RIPS spielt eine wichtige Rolle beim Auf- und Ausbau einheitlicher Geodateninfrastrukturen (GDI) mit dem Ziel, allen staatlichen Stellen sowie der Wirtschaft und Öffentlichkeit einen einfachen Zugang zu vorhandenen Geodaten zu ermöglichen. Die rechtliche Grundlage dazu wurde mit dem Landesgeodatenzugangsgesetz (LGeoZG) von 2009 geschaffen. In Kooperation mit dem GDI-Kompetenzzentrum des Landesamts für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg (LGL) wird die Umsetzung der EU-Richtlinie "Infrastructure for Spatial Information in the European Community" (INSPIRE) in Verbindung mit der bundesweiten GDI DE und der landesweiten GDI BW realisiert. INSPIRE hat als Initiative der Europäischen Kommission das Ziel, eine europäische Geodaten-Basis mit integrierten raumbezogenen Informationsdiensten zu schaffen. Ein bedeutender Aspekt der Geodateninfrastruktur ist die Bereitstellung standardisierter Metadaten, konform zu GDI-DE und INSPIRE. Dies sind Informationen, die Geodaten bzw. -dienste und ihre Nutzungsrechte detailliert beschreiben und so fundierte Recherchen ermöglichen. Zur Geodatensuche wurde daher die RIPS-Metadaten-Auskunft entwickelt . Gesamtkonzeption GDI BW (2010) Zusammenwirken von UIS BW - GDI-BW - INSPIRE (2011) Durch die Digitalisierung in der öffentlichen Verwaltung sollen u.a. Ressourcen eingespart werden. Daher muss die IT-Infrastruktur auch den Anforderungen der Landesstrategie Green IT genügen. Etwa 30 % des Stromverbrauchs der Landesverwaltung werden durch die IT verursacht. Hier liegt ein großes Einsparpotenzial etwa durch zentrale, energieeffizientere Rechenzentren oder die Beschaffung sparsamer Endgeräte (Handlungsfeld "green in der IT"). Durch digitale Prozess-Optimierung sowie die Dematerialisierung im Bereich der Logistik und physischen Präsenz, z.B. mittels Videokonferenzen oder den Einsatz von Geoinformationssystemen statt Ortsbegehungen, trägt aber auch die Digitalisierung selbst zur Ressourceneinsparung bei (Handlungsfeld "green durch IT"). Diese Paradigmen sind auch bei der Weiterentwicklung des UIS BW zu berücksichtigen. Im Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft wurde zur Koordinierung von Green IT-Maßnahmen eine "Kompetenzstelle Green IT" eingerichtet. Ihr Hauptziel ist es, die Landesverwaltung für eine ressourcenschonende Digitalisierung fit zu machen. Das neue Webportal green-it.baden-wuerttemberg.de versorgt dazu alle Betroffenen in der Verwaltung mit praktischen Tipps für den Betrieb der Rechenzentren, den IT-Arbeitsplatz sowie Hinweisen und Fördermöglichkeiten zur Projektentwicklung.
Das Informationssystem Wasser, Immissionsschutz, Boden, Abfall, Arbeitsschutz (WIBAS) ist ein zentraler Baustein des vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg (UM) koordinierten Umweltinformationssystems Baden-Württemberg (UIS BW). Seit 2006 sind in WIBAS zwei früher eigenständige Systeme (deren Entwicklung in die 1990er-Jahre zurückreicht) technisch integriert: Das Informationssystem Wasser, Abfall, Altlasten, Boden (WAABIS) sowie das Informationssystem der Gewerbeaufsicht (IS-GAA). WIBAS vereinigt seitdem die Bereiche Wasserwirtschaft, anlagenbezogener Umweltschutz und Arbeitsschutz in einem informationstechnischen Gesamtsystem. Schema zur Datenorganisation im Schwerpunktvorhaben WIBAS WIBAS umfasst rund 30 Fachanwendungen mit insgesamt rund 3.500 Nutzenden. Es unterstützt die Stadt- und Landkreise sowie die Regierungspräsidien (RP) bei der Wahrnehmung eines breiten Aufgabenspektrums. Dieses reicht von Fach- und Vollzugsaufgaben (Genehmigungen, Überwachungen, Beteiligungen etc.) bis zur Umweltberichterstattung. Dafür wurden zahlreiche Abfrage-, Auswerte- und Ausgabefunktionen geschaffen, bis hin zur elektronischen Kommunikation zwischen Bürgerinnen und Bürgern sowie der Verwaltung. Zur Auswertung und Visualisierung von Berichtsdaten wird das UIS-Berichtssystem (BRS) eingesetzt. Für Kartendarstellungen werden Geodaten genutzt, die das Räumliche Informations- und Planungssystem (RIPS) bereitstellt. Heute werden die WIBAS-Fachanwendungen überwiegend zentral betrieben, mit zentraler Datenhaltung bei Komm.ONE. Hier erfolgt ein täglicher Datenaustausch zur UIS-Referenz-Datenbank, die zusätzlich noch Daten aus anderen Fachanwendungen – u.a. aus dem WIBAS- und dem Naturschutzbereich – aufnimmt. Die bereits weitgehend zentrale Architektur bildet eine zukunftsfähige Basis zur vereinfachten Umsetzung neuer Anforderungen, die im Rahmen des E-Governments und der fortschreitenden Digitalisierung gefordert sind. Umfang und Beschaffenheit der Daten für die verschiedenen Aufgabengebiete werden im WIBAS-Objektartenkatalog (WIBAS-OK) definiert, u.a. mit Vorgaben für die Pflichtdatenführung und deren Qualitätssicherung. Datenbereitstellung, -Austausch und -Nutzung werden über den Staatlich-Kommunalen Datenverbund geregelt. Die systembegleitende Konzeption WIBAS 2006 strukturierte die informationstechnische Unterstützung des Aufgabenvollzugs nach der Verwaltungsstrukturreform von 2005 neu, regelt Datenorganisation und Qualitätssicherung im Gesamtvorhaben WIBAS und beschreibt die strategische Weiterentwicklung der Fachanwendungen. Mit ihrem Erscheinen im Jahr 2006 wurde auch die Entwicklung eines gemeinsamen Kerndatenmodells für alle WIBAS-Komponenten eingeleitet, ohne dabei wesentlich in die spezifischen Datenmodelle der einzelnen Fachanwendungen einzugreifen. Auf dieser Grundlage und mit dem Ziel einer zentralen, landesweiten WIBAS-Datenbank wird die Datenhaltung nun schrittweise zentralisiert. Eine zentrale Datenhaltung erleichtert und beschleunigt Datenzugriffe (unter Berücksichtigung spezieller Datenschutzbestimmungen) und ermöglicht die tagesaktuelle Bereitstellung von Daten der Regierungspräsidien und Unteren Verwaltungsbehörden für alle Dienststellen. WIBAS bietet so eine deutlich aktuellere Entscheidungsgrundlage für Umweltfragen und hilft, Verwaltungsprozesse zu beschleunigen. Auch die Voraussetzung für den Einsatz webbasierter, mobiler Anwendungen ist damit geschaffen. Die Fortschreibung der Konzeption WIBAS befindet sich in Arbeit. Konzeption WIBAS 2006
Das Lagezentrum ermöglicht die zusammenfassende Sicht auf den Betrieb der kerntechnischen Anlagen (KFÜ), deren nähere Umgebung (Umgebungs-überwachung) sowie die weiträumige Überwachung der Umweltradioaktivität (IMIS), mit der auch Einwirkungen aus dem Ausland erfasst werden. Die einzelnen Systeme sind räumlich zusammengefasst und untereinander vernetzt sowie integriert in einen bundesweiten Datenverbund mit dem RODOS-System, den numerischen Prognosesystemen des Deutschen Wetterdienstes, dem IMIS-System und der elektronischen Lagedarstellung des Bundes. Aufgrund der Nähe des Kernkraftwerkes Emsland zu den Niederlanden besteht ein enger Datenverbund des radiologischen Lagezentrums mit den entsprechenden Systemen auf niederländischer Seite.
Bedingungen für die Abgabe von Daten aus dem Umweltinformationssystem (UIS) der LUBW Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg Die LUBW Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg ist Nutzungsrechtsinhaber von Geometrie- und Sachdaten, Dokumenten und Bildern aus dem Staatlich-Kommunalen Datenverbund (SKDV), kurz: "UIS-Daten". Der Nutzer kann die UIS-Daten von der LUBW unter folgenden Bedingungen herunterladen: Die derzeit angebotenen Schnittstellen können sich aufgrund technischer oder organisatorischer Rahmenbedingungen ändern. Garantien für ihre Beibehaltung können nicht übernommen werden, für entstehende Schäden wird eine Haftung ausgeschlossen. Bedingungen für die Nutzung von Geobasisdaten des Landesamts für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg (LGL) Als Kartenhintergrund werden folgende Geo-Basisdaten der Vermessungsverwaltung verwendet: Die Nutzungsregelungen des Landesamts für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg (LGL) sind zu beachten, siehe www.lgl-bw.de . Bedingungen für die Nutzung von Geobasisdaten des Bundesamts für Kartographie und Geodäsie (BKG) Als Kartenhintergrund werden folgende Geo-Basisdaten des BKG verwendet: Die Nutzungsregelungen des Bundesamts für Kartographie und Geodäsie (BKG) sind zu beachten, siehe www.bkg.bund.de .
Das Projekt "Zum Verständnis der Entstehung und Trajektorien von großem Hagel (LIFT)" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Deutsche Forschungsgemeinschaft durchgeführt. Derzeitige radar-basierte Nowcastingverfahren basieren auf der Annahme, dass die zeitliche Entwicklung von Hagelereignissen in erster Linie durch Advektionsvorgänge gesteuert ist; die relevanten physikalischen Prozesse, die für die Entstehung und das Größenwachstum von Hagel entscheidend sind, bleiben dabei unberücksichtigt. In Verbindung mit der komplexen internen Struktur und Dynamik von Hagelstürmen ergeben sich daraus große Unsicherheiten bei der Vorhersage der Hagelgrößenverteilung und der von Hagel betroffenen Fläche am Boden. Das Ziel des Projekts LIFT (Large Hail Formation and Trajectories) ist es, die Hagelentstehung und Hageltrajektorien besser zu verstehen, um daraus als wichtige Komponenten eines physikalisch-basierten Nowcastings erstmals ein radar-basiertes Verfahren für das Hagelwachstums zu entwickeln. Zu diesem Zweck wird im Rahmen von LIFT eine Messkampagne Süddeutschland durchgeführt, wo die größte Hagelwahrscheinlichkeit in Deutschland auf vielfältige Beobachtungssysteme trifft, die im Rahmen der Messkampagne Swabian MOSES mit einem dichten Netzwerk betrieben werden. Zum ersten Mal werden im Rahmen von LIFT moderne Radargeräte, In-situ Messgeräte, Fotogrammetrie und numerische Modellierung synergistisch kombiniert und ein umfassender Datensatz zur Rekonstruktion der zeitlichen Entwicklung des Hagelwachstums erstellt. Betroffene Bürger werden aktiv in die Messaktivitäten mit einbezogen und aufgerufen, Hagelkörnern einschließlich ihrer Haupteigenschaften in die WarnWetter App des DWD zu melden. Die Messkampagne mit ihrem mobilen und flexiblen Konzept beinhaltet die Anwendung neuer, innovativer Messtechniken, darunter Lagrangesche Trajektorien mittels kleiner Messsysteme, die in die Wolken eingebracht werden, und dronengesteuerte Luftbildaufnahmen zur Bestimmung der Hagelspektren. Aus Fernerkundungsdaten gewonnene Signaturen von Hagelereignissen liefern Informationen über die Charakteristika der Hagelereignisse und werden mittels numerischer Simulationen sorgfältig auf Messungenauigkeiten und Sensitivitäten bzgl. atmosphärischer Umgebungsvariablen evaluiert. Indikatoren für die Hagelentstehung und das Hagelwachstum werden aus Beobachtungsdaten und Simulationen identifiziert, und liefern die Grundlage für ein beobachtungs-basiertes Hagelwachstumsmodell. Schließlich wird dieses Multi-Parameter Hagelwachstumsmodell mit den bestimmten Hageltrajektorien und Schmelzprozessen kombiniert, um zu bestimmen, welche Prozesse am wichtigsten sind für das Nowcasting von Hagel. Das Projekt LIFT liefert damit einen wichtigen Betrag für zukünftige radar-basierte Hagelwarnsysteme mit einer verbesserten Vorhersagezeit und Vorhersagequalität.
Das Projekt "Flow Regimes from International Experimental and Network Data" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Bundesanstalt für Gewässerkunde durchgeführt.
Origin | Count |
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Bund | 113 |
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Förderprogramm | 111 |
Text | 7 |
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License | Count |
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geschlossen | 7 |
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Boden | 82 |
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