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Willingmann wirbt für Einsatz grüner Biotechnologie zur Sicherung der Nahrungsmittelversorgung

Extremwetter-Ereignisse infolge des fortschreitenden Klimawandels führen in der Landwirtschaft zunehmend zu Ernteeinbußen. Sachsen-Anhalts Klimaschutzminister Prof. Dr. Armin Willingmann wirbt deshalb für den verstärkten Einsatz grüner Biotechnologie. „In Zukunft werden wir Pflanzensorten benötigen, die widerstandsfähiger gegen Dürren und andere extreme Klimaereignisse sind. Die weniger Düngemittel und Pestizide benötigen, resistenter gegen Krankheiten sind und höhere Erträge ermöglichen“, erklärte der Minister am Freitag. „Wir sollten daher die Chancen nutzen, die insbesondere neue genomische Verfahren bieten.“ Der Minister verwies auf Forschungseinrichtungen in Sachsen-Anhalt, die über weltweit anerkannte Expertise im Bereich grüner Biotechnologie verfügen. „Gemeinsam mit Einrichtungen wie dem Leibniz-Institut für Kulturpflanzenforschung und Pflanzengenetik in Gatersleben und dem Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie in Halle kann es gelingen, innovative und verantwortungsbewusste Lösungen für die zentrale Probleme in der Landwirtschaft zu entwickeln“, so Willingmann. Das IPK in Gatersleben etwa betreibt mit Blick auf Kulturpflanzen entsprechende Grundlagenforschung. Aktuelle Forschungsprojekte widmen sich intensiv der Widerstandsfähigkeit etablierter Kulturpflanzen wie Gerste, Weizen, Mais oder Raps sowie „vergessener“ Kulturpflanzen wie Bohne, Linse oder Kichererbse. Ganz zentral sind hierbei eine verbesserte Trocken- und Hitzeresistenz sowie die Anpassung an extreme Wetterereignisse wie etwa Starkregen. Zum Einsatz kommen neue Züchtungen aber bislang kaum. Das europäische Gentechnikrecht schränkt die Nutzung modifizierter Pflanzensorten bislang stark ein. Willingmann begrüßt vor diesem Hintergrund Pläne der EU-Kommission, den Umgang mit bestimmten gentechnischen Methoden in der Landwirtschaft zu lockern. „Der Vorstoß der EU-Kommission ist freilich nicht unumstritten“, so der Minister. „Sichergestellt werden müsste unter anderem, dass es bei etwaigen Lockerungen nicht nur um Patente und Profite der Branche geht. Doch trotz verschiedener Vorbehalte möchte ich dafür werben, den Anlauf für einen zeitgemäßen Rechtsrahmen für Gentechnik konstruktiv zu begleiten.“ Der Schlüssel sei eine differenzierte Regulierung bei der Züchtung neuer Pflanzensorten. Willingmann verwies in diesem Zusammenhang auf eine Stellungnahme der Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina, die bereits 2019 eine Liberalisierung forderte, weil das geltende Recht die die Erforschung, Entwicklung und Anwendung verbesserter Nutzpflanzen hemme. Aktuelle Informationen zu interessanten Themen aus Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt gibt es auch auf den Social-Media-Kanälen des Ministeriums bei Facebook, Instagram, LinkedIn, Mastodon und Twitter.

Wasserversorgungskonzept bis zum Jahr 2040

Berlin wird sein Trinkwasserbedarf auch in Zukunft aus eigenen Ressourcen decken. Das wird durch das Wasserversorgungskonzept 2040 sichergestellt, das die ehemalige Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt – heute Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt – und die Berliner Wasserbetriebe (BWB) in Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro Dr. Möller entwickelt haben. Es steckt den Rahmen ab für die Wasserversorgung Berlins und des von den BWB versorgten Umlands mit Trinkwasser bis zum Jahr 2040. Anlass für die Entwicklung des Konzeptes waren die Bewilligungsverfahren für die Berliner Wasserwerke, in denen die wasserrechtliche Zulassung und auch die Umweltverträglichkeit dieser Werke zu überprüfen sind. Diese Bewilligungen werden in der Regel für 30 Jahre gewährt, daher mussten auch die zu erwartenden demografischen und klimatischen Entwicklungen berücksichtigt werden. Dem Wasserversorgungskonzept liegen folgende Grundsätze für die Wasserversorgung Berlins zu Grunde: Gewährleistung einer hohen Versorgungssicherheit und hohen Wasserqualität durch die Nutzung regionaler Ressourcen. Schonende Bewirtschaftung des Grundwassers und behutsamer Umgang mit der Natur. Naturnahe Aufbereitung mit einfachen technischen Mitteln. Wirtschaftlicher Betrieb der Wasserversorgungsanlagen für den Erhalt sozialverträglicher Wassertarife. Die Nutzung von Synergieeffekten zwischen Trinkwassergewinnung und Sicherung siedlungsverträglicher Grundwasserstände im Sinne einer nachhaltigen Wasserwirtschaft. In dem Konzept werden die zu erwartende Entwicklung des Trinkwasseraufkommens und des Trinkwasserverbrauchs bis zum Jahre 2040 untersucht, beschrieben und prognostiziert. So wurde untersucht, welche Wasserwerke weiter betrieben werden sollten, um die stadtweite Versorgung dauerhaft zu sichern und gleichzeitig den Aufgaben des Grundwassermanagements zu entsprechen. Alles mit dem Ziel, im Interesse der Verbraucherinnen und Verbraucher sozialverträgliche Trinkwassertarife auch in Zukunft gewährleisten zu können. Untersucht wurde welche Wasserwerke zum Erhalt der stadtweiten Versorgungssicherheit und der Ziele des Grundwassermanagements weiter betrieben werden sollten, ohne im Interesse der Verbraucher das Ziel, sozialverträgliche Trinkwassertarife zu gewährleisten, aus den Augen zu verlieren. Das Trinkwasser für Berlin soll auch zukünftig zu 100 % aus dem Grundwasser und nahezu vollständig im Stadtgebiet gewonnen werden. Das hat auch den Vorteil, dass siedlungsverträgliche Grundwasserstände weiterhin gewährleistet werden können. Die gegenwärtig betriebenen neun Wasserwerke (Spandau, Tegel, Tiefwerder, Beelitzhof, Kladow im westlichen Teil Berlins, Friedrichshagen, Kaulsdorf und Wuhlheide im Ostteil der Stadt sowie das nordwestlich Berlins gelegene Wasserwerk Stolpe) werden bestehen bleiben. Das Wasserwerk Johannisthal wird neu aufgebaut und ab 2014 ans Netz gehen. Diese Versorgungsstruktur ermöglicht es, flexibel auf Änderungen reagieren zu können, wenn sich die Qualität der oberirdischen Fließgewässer Spree, Dahme und Havel beispielsweise auf Grund einer höheren Sulfatbelastung, des Auftretens von Spurenstoffen oder auch durch Havarien verändert. Die Wasserwerke Altglienicke, Buch und Jungfernheide werden nicht mehr benötigt. Die Wasserschutzgebiete für diese drei Werke können daher aufgehoben werden. Das Wasserschutzgebiet Jungfernheide umfasst Teile von Charlottenburg Nord und von Siemensstadt, u.a. befinden sich dort Siemens, BMW, Osram, BSR, Klärwerk Ruhleben und das Olympiastadion. Im Wasserschutzgebiet Buch liegen Teile des Campus Berlin Buch der Charité und der Helios Kliniken. In Altglienicke existiert auch in der engeren Schutzzone eine gewachsene Siedlungsstruktur. Für alle diese Flächen entfallen die bisherigen Nutzungseinschränkungen bzw. Handlungsgebote. So fallen auch die Bauverbote in den jeweiligen engeren Schutzzonen weg. Damit trägt das Wasserversorgungskonzept auch zu einer Deregulierung bei, verbunden mit wirtschaftlichen Entlastungen der Grundstückseigentümer. Die bestehenden Schutzgebietsverordnungen werden ab sofort nicht mehr vollzogen, das Verfahren zu ihrer förmlichen Aufhebung ist eingeleitet. Der Wasserpreis wird vor allem von den Betriebskosten bestimmt. Daher war auch die wirtschaftliche Betriebsführung mit ausschlaggebend für die Entscheidung, welche Wasserwerke künftig die Wasserversorgung Berlins sichern sollen. Da die bisher genutzten neun Wasserwerke weiter arbeiten und das Wasserwerk Johannisthal neu aufgebaut wird, werden die Investitionen für die BWB ganz wesentlich auf das für die Erhaltung notwendige Maß begrenzt. Die Versorgungssicherheit zu angemessenen Preisen hängt natürlich auch vom künftigen Grundwasseraufkommen und dessen Qualität ab. Das Grundwasser bildet sich in Berlin aus Versickerungen der Niederschläge sowie aus dem Uferfiltrat der oberirdischen Fließgewässer Havel, Spree und Dahme. In den Untersuchungen wurden die Auswirkungen des Klimawandels berücksichtigt. Einbezogen wurden auch Erkenntnisse darüber, wie sich die chemischen Inhaltsstoffe der Zuflüsse (z.B. Sulfatanstieg in der Spree) künftig verändern und welche Auswirkungen die Einleitung des gereinigten Abwassers aus den Klärwerken haben. Im Wasserversorgungskonzept werden dazu Szenarien beschrieben, wie auch unter veränderten Bedingungen die Versorgung der Bevölkerung Berlins mit Trinkwasser gesichert ist.

Gewässergüte (Chemie) 2001

Temperatur (02.01.2) Die Temperatur ist eine bedeutende Einflussgröße für alle natürlichen Vorgänge in einem Gewässer. Biologische, chemische und physikalische Vorgänge im Wasser sind temperaturabhängig , z.B. Zehrungs- und Produktionsprozesse, desgleichen Adsorption und Löslichkeit für gasförmige, flüssige und feste Substanzen. Dies gilt auch für Wechselwirkungen zwischen Wasser und Untergrund oder Schwebstoffen und Sedimenten sowie zwischen Wasser und Atmosphäre. Die Lebensfähigkeit und Lebensaktivität der Wasserorganismen sind ebenso an bestimmte Temperaturgrenzen oder -optima gebunden wie das Vorkommen unterschiedlich angepasster Organismenarten und Fischbesiedelungen nach Flussregionen in Mitteleuropa. Die Darstellung der Heizkraftwerke in der Karte sowie deren Einfluss auf die Gewässertemperatur sind bei der Betrachtung zu berücksichtigen. Aus der Temperaturverteilungskarte wird deutlich sichtbar, dass die Wärmeeinleitungen in die Berliner Gewässer in den letzten Jahren rückläufig war, vor allem im Bereich der Spreemündung und der Havel. Die kritische Schwelle von 28° C wurde nicht überschritten, die Maxima bzw. 95-Perzentile liegen im Bereich um 25° C. Ende der neunziger Jahre wurden sporadisch noch Temperaturen über 28° C gemessen. Der Rückgang der Wärmefrachten der Berliner Kraftwerke in die Gewässer beträgt seit 1993 ca. 13 Mio. GJ und ist im Wesentlichen auf den Anschluss des Berliner Stromnetzes an das westeuropäische Verbundnetz zurückzuführen. Durch die Liberalisierung des Strommarktes bedingte sinkende Strombeschaffungskosten und damit verbundene geringere Erzeugung in den Berliner Kraftwerken hat zur Stilllegung bzw. Teilstilllegung von Kraftwerken geführt, die zum Teil mit Modernisierungen zur Effizienzsteigerung verbunden waren. Die derzeitige Wärmefracht beträgt ca. 10 Mio. GJ. Sauerstoffgehalt (02.01.1) Der Sauerstoffgehalt des Wassers ist das Ergebnis sauerstoffliefernder und -zehrender Vorgänge . Sauerstoff wird aus der Atmosphäre eingetragen, wobei die Sauerstoffaufnahme vor allem von der Größe der Wasseroberfläche, der Wassertemperatur, dem Sättigungsdefizit, der Wasserturbulenz sowie der Luftbewegung abhängt. Sauerstoff wird auch bei der Photosynthese der Wasserpflanzen freigesetzt, wodurch Sauerstoffübersättigungen auftreten können. Beim natürlichen Abbau organischer Stoffe im Wasser durch Mikroorganismen sowie durch die Atmung von Tieren und Pflanzen wird Sauerstoff verbraucht . Dies kann zu Sauerstoffmangel im Gewässer führen. Der kritische Wert liegt bei 4 mg/l, unterhalb dessen empfindliche Fischarten geschädigt werden können. Sowohl aus den Werten der Messstationen als auch aus den Stichproben ist eine Verbesserung des Sauerstoffgehaltes der Berliner Gewässer nur teilweise ablesbar. Kritisch sind nach wie vor die Gewässer, in die Mischwasserüberläufe stattfinden. In der Mischwasserkanalisation werden Regenwasser und Schmutzwasser in einem Kanal gesammelt und über Pumpwerke zu den Klärwerken gefördert. Dieses Entwässerungssystem ist in der gesamten Innenstadt Berlins präsent. (vgl. Karte 02.09) Im Starkregenfall reicht die Aufnahmekapazität der Mischkanalisation nicht aus und das Gemisch aus Regenwasser und unbehandeltem Abwasser tritt in Spree und Havel über. Infolge dessen kann es durch Zehrungsprozesse zu Sauerstoffdefiziten kommen. Besonders extreme Ereignisse lösen in einigen Gewässerabschnitten (v.a. Landwehrkanal und Neuköllner Schifffahrtskanal) sogar Fischsterben aus. Um die Überlaufmengen künftig deutlich zu verringern, werden im Rahmen eines umfassenden Sanierungsprogramms zusätzliche unterirdische Speicherräume aktiviert bzw. neu errichtet. Die kritischen Situationen im Tegel Fließ sind auf nachklingende Rieselfeldeinflüsse bzw. Landwirtschaft zurückzuführen. TOC (02.01.10) und AOX (02.01.7) Die gesamtorganische Belastung in Oberflächengewässern wird mit Hilfe des Leitparameters TOC (total organic carbon) ermittelt. Die Summe der “Adsorbierbaren organisch gebundenen Halogene” wird über die AOX -Bestimmung wiedergegeben. Bei der Bestimmung des Summenparameters AOX werden die Halogene (AOJ, AOCl, AOBr) in einer Vielfalt von Stoffen mit ganz unterschiedlichen Eigenschaften erfasst. Dieser Parameter dient insofern weniger der ökotoxikologischen Gewässerbewertung, sondern vielmehr in der Gewässerüberwachung dem Erfolgsmonitoring von Maßnahmen zur Reduzierung des Eintrags an “Adsorbierbaren organisch gebundenen Halogenen”. Beide Messgrößen lassen prinzipiell keine Rückschlüsse auf Zusammensetzung und Herkunft der organischen Belastung zu. Erhöhte AOX – Befunde in städtischen Ballungsräumen wie Berlin dürften jedoch einem vornehmlich anthropogenen Eintrag über kommunale Kläranlagen zuzuschreiben sein. TOC-Einträge können sowohl anthropogenen Ursprungs als auch natürlichen Ursprungs z.B. durch den Eintrag von Huminstoffen aus dem Einzugsgebiet bedingt sein, was die ökologische Aussagefähigkeit des Parameters teilweise einschränkt. Bewertungsmaßstab ist für beide Messgrößen das 90-Perzentil. Unter Anwendung dieses strengen Maßstabs wird die Zielgröße Güteklasse II für den TOC bereits in den Zuflüssen nach Berlin und im weiteren Fließverlauf durch die Stadt in sämtlichen Haupt- und Nebenfließgewässern überschritten . Für AOX liegen die Messwerte nicht durchgängig für alle Fließabschnitte der Berliner Oberflächengewässer vor. Dennoch lässt sich ableiten, dass lediglich in den Gewässerabschnitten, die unmittelbar den Klärwerkseinleitungen ausgesetzt sind (Neuenhagener Fließ, Wuhle, Teltowkanal, Nordgraben), leicht erhöhte AOX – Messwerte auftreten und die Zielvorgabe knapp überschritten wird (Güteklasse II bis III). Ammonium-Stickstoff (02.01.3), Nitrit-Sickstoff (02.01.5), Nitrat-Stickstoff (02.01.4) Stickstoff tritt im Wasser sowohl molekular als Stickstoff (N 2 ) als auch in anorganischen und organischen Verbindungen auf. Organisch gebunden ist er überwiegend in pflanzlichem und tierischem Material (Biomasse) festgelegt. Anorganisch gebundener Stickstoff kommt vorwiegend als Ammonium (NH 4 ) und Nitrat (NO 3 ) vor. In Wasser, Boden und Luft sowie in technischen Anlagen (z.B. Kläranlagen) finden biochemische (mikrobielle) und physikalisch-chemische Umsetzungen der Stickstoffverbindungen statt (Oxidations- und Reduktionsreaktionen). Eine Besonderheit des Stickstoffeintrages ist die Stickstofffixierung, eine biochemische Stoffwechselleistung von Bakterien und Blaualgen (Cyanobakterien), die molekularen gasförmigen Stickstoff aus der Atmosphäre in den Stoffwechsel einschleusen können. Innerhalb Berlins ist der Eintrag über die Kläranlagen die Hauptbelastungsquelle . Durch die Regenentwässerungssysteme werden sporadisch kritische Ammoniumeinträge verursacht. Ammonium kann in höheren Konzentrationen erheblich zur Belastung des Sauerstoffhaushalts beitragen, da bei der mikrobiellen Oxidation (Nitrifikation) von 1 mg Ammonium-Stickstoff zu Nitrat rd. 4,5 mg Sauerstoff verbraucht werden. Dieser Prozess ist allerdings stark temperaturabhängig. Erhebliche Umsätze erfolgen nur in der warmen Jahreszeit . Bisweilen überschreitet die Sauerstoffzehrung durch Nitrifikationsvorgänge die durch den Abbau von Kohlenstoffverbindungen erheblich. Toxikologische Bedeutung kann das Ammonium bei Verschiebung des pH-Wertes in den alkalischen Bereichen erlangen, wenn in Gewässern mit hohen Ammoniumgehalten das fischtoxische Ammoniak freigesetzt wird. Nitrit-Stickstoff tritt als Zwischenstufe bei der mikrobiellen Oxidation von Ammonium zu Nitrat ( Nitrifikation ) auf. Nitrit hat eine vergleichsweise geringere ökotoxikologische Bedeutung. Mit zunehmender Chloridkonzentration verringert sich die Nitrit-Toxizität bei gleichem pH-Wert. Während für die Spree, Dahme und Havel im Zulauf nach Berlin die LAWA – Qualitätsziele (Güteklasse II) für NH 4 -N eingehalten werden, werden die Ziele überall dort überschritten, wo Gewässer dem Ablauf kommunaler Kläranlagen und Misch- und Regenwassereinleitungen ausgesetzt sind. Die Ertüchtigung der Nitrifikationsleistungen in den Klärwerken der Berliner Wasserbetriebe seit der Wende führte stadtweit zu einer signifikanten Entlastung der Gewässer mit Gütesprüngen um drei bis vier Klassen . Viele Gewässerabschnitte konnten den Sprung in die Güteklasse II schaffen. Die Werte für die Wuhle und in Teilen für die Vorstadtspree sind für den jetzigen Zustand nicht mehr repräsentativ, da mit der Stilllegung des Klärwerkes Falkenberg im Frühjahr 2003 eine signifikante Belastungsquelle abgestellt wurde. Mit der Stillegung des Klärwerkes Marienfelde (Teltowkanal, 1998) und der Ertüchtigung von Wassmansdorf konnte die hohe Belastung des Teltowkanals ebenfalls deutlich reduziert werden. Das Neuenhagener Mühlenfließ ist nach wie vor sehr hoch belastet. Hier besteht Handlungsbedarf beim Klärwerk Münchehofe . Die Stadtspree (von Köpenick bis zur Mündung in die Havel) weist durchgängig die Güteklasse II bis III auf und verfehlt damit die LAWA – Zielvorgabe ebenso wie die Unterhavel , der Teltowkanal und die mischwasserbeeinflussten innerstädtischen Kanäle . In 2001 ist eine Überschreitung der LAWA – Zielvorgabe für Nitrit-Stickstoff (90-Perzentil) in klärwerksbeeinflussten Abschnitten von Neuenhagener Fließ und Wuhle (s. Anmerkung oben) sowie in drei Abschnitten des Teltowkanals zu verzeichnen. Die Nitratwerte der Berliner Gewässer sind durchgehend unkritisch. Chlorid (02.01.8) In den Berliner Gewässern liegt der natürliche Chloridgehalt unter 60 mg/l. Anthropogene Anstiege der Chloridkonzentration erfolgen durch häusliche und industrielle Abwässer sowie auch durch Streusalz des Straßenwinterdienstes. Einem typischen Jahresverlauf unterliegt das Chlorid durch den sommerlichen Rückgang des Spreewasserzuflusses und der damit verbundenen Aufkonzentrierung in der Stadt. Bei Chloridwerten über 200 mg/l können für die Trinkwasserversorgung Probleme auftauchen. Die Chloridwerte der Berliner Gewässer stellen kein gewässerökologisches Problem dar. Sulfat (02.01.9) Der Beginn anthropogener Beeinträchtigungen im Berliner Raum wird mit etwa 120 mg/l angegeben. Die Güteklasse II (< 100 mg/l) kann somit für unsere Region nicht Zielgröße sein. Die Bedeutung des Parameters Sulfat liegt im Spree-Havel-Raum weniger in seiner ökotoxikologischen Relevanz, als vielmehr in der Bedeutung für die Trinkwasserversorgung. Der Trinkwassergrenzwert liegt bei 240 mg/l (v.a. Schutz der Nieren von Säuglingen vor zu hoher Salzfracht). Die Zuläufe nach Berlin weisen Konzentrationen von 150 bis 180 mg/l auf. Hier ist in Zukunft mit einer Zunahme der Sulfatfracht aus den Bergbauregionen der Lausitz zu rechnen. Folgende Einträge in die Gewässer sind im Spreeraum von Relevanz: Eintrag über Sümpfungswässer aus Tagebauen Direkter Eintrag aus Tagebaurestseen, die zur Wasserspeicherung genutzt werden indirekter Eintrag über Grundwässer aus Tagebaugebieten Einträge des aktiven Bergbaus Atmosphärischer Schwefeleintrag (Verbrennung fossiler Brennstoffe) Diffuse und direkte Einträge (Kläranlageneinleitungen, Abschwemmungen, Landwirtschaft) In gewässerökologischer Hinsicht können erhöhte Sulfatkonzentrationen eutrophierungsfördernd sein. Sulfat kann zur Mobilisierung von im Sediment festgelegten Phosphor führen. Gesamt-Phosphor (02.01.6) Phosphor ist ein Nährstoffelement, das unter bestimmten Bedingungen Algenmassenentwicklungen in Oberflächengewässern verursachen kann (nähere Erläuterungen siehe Karte 02.03). Unbelastete Quellbäche weisen Gesamt-Phosphorkonzentrationen von weniger als 1 bis 10 µg/l P, anthropogen nicht belastete Gewässeroberläufe in Einzugsgebieten mit Laubwaldbeständen 20-50 µg/l P auf. Die geogenen Hintergrundkonzentrationen für die untere Spree und Havel liegen in einem Bereich um 60 bis 90 µg/l P. Auf Grund der weitgehenden Verwendung phosphatfreier Waschmittel und vor allem auch der fortschreitenden Phosphatelimination bei der Abwasserbehandlung ist der Phosphat-Eintrag über kommunale Kläranlagen seit 1990 deutlich gesunken , vor allem in den Jahren bis 1995. Der Eintrag über landwirtschaftliche Flächen ist ebenfalls rückgängig. Die Phosphorbelastung der Berliner Gewässer beträgt für den Zeitraum 1995-1997: Zuflüsse nach Berlin 188 t/a Summe Kläranlagen 109 t/a Misch- und Trennkanalisation 38 t/a Summe Zuflüsse und Einleitungen 336 t/a Summe Abfluss 283 t/a In den Zuflüssen nach Berlin überwiegen die diffusen Einträge mit ca. 60 %. Der Grundwasserpfad ist mit ca.50 % der dominante Eintragspfad (diffuser Eintrag 100 %). Beim Gesamtphosphor wird der Mittelwert der entsprechenden Jahre zugrundegelegt. Deutlich wird die erhöhte P-Belastung der Berliner Gewässer etwa um den Faktor 2 bis 3 über den Hintergrundwerten. Eine Ausnahme bildet der Tegeler See . Der Zufluss zum Hauptbecken des Tegeler Sees wird über eine P-Eliminationsanlage geführt und somit der Nährstoffeintrag in den See um ca. 20 t/a entlastet.

Liberalisierung Sonn- und Feiertagsgesetz und Novellierung Ladenöffnungszeitengesetz

Die Landesregierung Sachsen-Anhalt hat in der heutigen Kabinettssitzung dem Gesetzentwurf zur Änderung des Gesetzes über die Sonn- und Feiertage und des Ladenöffnungszeitengesetzes des Landes Sachsen-Anhalt zugestimmt. Der Gesetzentwurf wird nun dem Landtag zur Befassung zugeleitet. Mit der Novellierung wird das Sonn- und Feiertagsgesetz in Sachsen-Anhalt liberalisiert, zudem das Ladenöffnungszeitengesetz des Landes im Hinblick auf die rechtssichere Beurteilung der Zulässigkeit von Sonntagsöffnungen durch die Städte, Gemeinden und Verbandsgemeinden als Erlaubnisbehörden angepasst. Sachsen-Anhalts Innenminister Michael Richter: „Der Gesetzentwurf ist ein wichtiger Schritt zur zeitgemäßen Fortentwicklung des Sonn- und Feiertagsrechts und des Ladenöffnungszeitenrechts. Der Schutz stiller Feiertage bleibt weiterhin gewährleistet, die Einschränkungen werden jedoch zeitlich deutlich und auf das notwendige Maß zum Schutz stiller Tage reduziert. Der Sonntag als Tag der Arbeitsruhe sowie die gesetzlichen Feiertage bleiben geschützt. Die Zahl der Feiertage in Sachsen-Anhalt bleibt unverändert“. Das Änderungsgesetz umfasst insbesondere folgende Neuerungen: Hintergrund: Da der Schutz von Sonn- und Feiertagen in einem engen Zusammenhang mit dem Ladenöffnungszeitengesetz Sachsen-Anhalt steht, wurde der Gesetzentwurf gemeinsam mit dem Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt erarbeitet. Im Rahmen der Vorbereitung der Gesetzesnovellierung hatte das Ministerium für Inneres und Sport des Landes Sachsen-Anhalt Ende 2019 zwei öffentlichen Diskussions-Veranstaltungen in Lutherstadt Wittenberg und in Magdeburg durchgeführt. Bei diesen gesellschaftspolitischen Dialogen wurde öffentlich unter Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern sowie Vertreterinnen und Vertretern der Kirchen, der Gewerkschaften, der Arbeitgeberverbände und von Sportverbänden diskutiert. Schwerpunkt war die Frage „Wie begehen wir unsere Feiertage?“ im Spannungsfeld von Tradition, christlichen Werten und Arbeitnehmerschutz auf der einen und Säkularisierung sowie Freizeitgestaltung auf der anderen Seite. Die Ergebnisse der beiden Diskurs-Veranstaltungen haben Einfluss auf die Vorbereitung der Gesetzesnovellierung genommen. Die Gesetzesnovellierung war durch die regierungstragenden Landtagsfraktionen im Koalitionsvertrag für die laufende Legislaturperiode vereinbart worden. Impressum: Staatskanzlei des Landes Sachsen-Anhalt Pressestelle Hegelstraße 42 39104 Magdeburg Tel: (0391) 567-6666 Fax: (0391) 567-6667 Mail: staatskanzlei@stk.sachsen-anhalt.de

Bestandsaufnahme zu den Auswirkungen von Fernbusreisen auf Verkehrsentwicklung und Emissionen in Deutschland

Durch die Liberalisierung des Fernbusverkehrs ist eine neue Verkehrsart in den Fernverkehrsmarkt der Personenbeförderung vorgedrungen. Die verkehrlichen Auswirkungen des Fernbusverkehrs und dessen Emissionsbilanz sind bislang noch weitgehend unbekannt. Ziel der Untersuchung ist es, Hinweise auf Die Untersuchung schließt mit einer Emissionsbilanz der Fernbusse unter Berücksichtigung des Verhaltens der Fahrgäste. Veröffentlicht in Texte | 33/2018.

Fernbusreisen in Deutschland

Im Hintergrundpapier wird auf Basis eines ⁠ UBA ⁠-Forschungsberichts eine Bestandsaufnahme zu den Emissionen von Treibhausgasen und Luftschadstoffen sowie zur Verkehrsentwicklung des Fernbusverkehrs in Deutschland beschrieben. Seit der Liberalisierung des Fernbusverkehrs im Jahr 2013 sind Angebot und Nachfrage stark gestiegen. Im Hintergrundpapier werden die wesentlichen Zahlen und Fakten dargestellt und analysiert. Zudem werden die ökologischen Wirkungen der Verkehrsmittelwahl im Personenfernverkehr aufgezeigt sowie Empfehlungen für eine umweltorientierte Verkehrspolitik gegeben. Veröffentlicht in Hintergrundpapier.

Fernbusreisen in Deutschland

Im Hintergrundpapier wird auf Basis eines UBA-Forschungsberichts eine Bestandsaufnahme zu den Emissionen von Treibhausgasen und Luftschadstoffen sowie zur Verkehrsentwicklung des Fernbusverkehrs in Deutschland beschrieben. Seit der Liberalisierung des Fernbusverkehrs im Jahr 2013 sind Angebot und Nachfrage stark gestiegen. Im Hintergrundpapier werden die wesentlichen Zahlen und Fakten dargestellt und analysiert. Zudem werden die ökologischen Wirkungen der Verkehrsmittelwahl im Personenfernverkehr aufgezeigt sowie Empfehlungen für eine umweltorientierte Verkehrspolitik gegeben. Quelle: https://www.umweltbundesamt.de

Bestandsaufnahme zu den Auswirkungen von Fernbusreisen auf Verkehrsentwicklung und Emissionen in Deutschland

Durch die Liberalisierung des Fernbusverkehrs ist eine neue Verkehrsart in den Fernverkehrsmarkt der Personenbeförderung vorgedrungen. Die verkehrlichen Auswirkungen des Fernbusverkehrs und dessen Emissionsbilanz sind bislang noch weitgehend unbekannt. Ziel der Untersuchung ist es, Hinweise aufdas Verhalten der Fahrgäste,eine Einschätzung zur durchschnittlichen Schadstoffklasse der eingesetzten Fahrzeuge undzur Auslastung der Fernbusse zu erhalten.Die Untersuchung schließt mit einer Emissionsbilanz der Fernbusse unter Berücksichtigung des Verhaltens der Fahrgäste.

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49 Thomas Leipholz, Kerstin Biedermann, Rainer Kießling 25 Jahre Prüfungsausschuss in den Ausbildungsberufen der Geoinformationstechnologie LSA VERM 1/2017 25 Jahre Prüfungsausschuss in den Ausbildungsberufen der Geoinformationstechnologie Von Thomas Leipholz, Kerstin Biedermann und Rainer Kießling, Magdeburg, Halle Zusammenfassung Aus Sicht von 25 Jahren Erfahrung Prüfungsausschuss Sachsen-Anhalt wird die geschichtliche Entwicklung der Berufsausbildung für den Beruf des Vermessungstechnikers/in mit der klassischen Erfassung und Verarbeitung von Geodaten hin zur Einführung eines neuen modernen Berufsfeldes des/der Geomatikers/in mit dem Schwerpunkt in der Analyse und Visualisierung der Geodaten dargelegt. Geodaten können so mit der Geoinformationstechnologie weiter verarbeitet werden. 1 Einleitung Raumbezogene Informationen sind für die Gesellschaft von hoher Bedeutung. Durch die Globalisierung und vor allem durch die immer stetig vorangetriebene Digitalisierung nimmt in der Gesellschaft des öffentlichen und privaten Lebens die Bedeutung der Berufe im Vermessungs- und Geoinformationswesen ebenfalls deut- lich an Bedeutung zu. Verschiedenste Bereiche und der rasante sowie technische und wissenschaftliche Fortschritt führen auch zu einem Bedeutungszuwachs für die Ausbildungsberufe in der Geodäsie [Eichhorn, Kummer, Schultze 2015]. Dieser Artikel gibt einen Überblick aus Sicht des Prüfungsausschusses über die bei- den aktuellen Ausbildungsberufe. Zudem soll auch das kleine Jubiläum von 25 Jahre Prüfungsausschuss, das von den Mitgliedern und dem/der Vorsitzenden(r) im Ehrenamt ausgeführt wird, für die geo- dätischen Berufe in Sachsen-Anhalt gewürdigt und historisch betrachtet werden. 2 Rechtliche Grundlagen Rechtliche Grundlage für die Berufsausbildung des/der Geomatiker(s)/in (GM) und des/der Vermessungstechniker(s)/in (VT) ist das Berufsbildungsgesetz (BBiG). Beide Berufe – Geomatiker und Vermessungstechniker – sind damit staatlich anerkannte Ausbildungsberufe mit bundeseinheitlichen Standards. Die Ausbildung erfolgt dabei dual (Ausbildungsbetrieb/Berufsschule) nach deutschem Kooperationsmodell der beruflichen Bildung. Die Grundsätze der dualen Ausbildung sind im BBiG verankert. Die bundeseinheitliche Verordnung über die Berufsausbildung in der Geoinformati- onstechnologie (GeoITAusbV) wird durch die Prüfungsordnung für die Zwischen- und Abschlussprüfung sowie die Umschulungsprüfung in den Ausbildungsberufen in der Geoinformationstechnologie im Land Sachsen-Anhalt – Ausbildungsordnung (PO-Geo) – konkretisiert, die u.a. die Prüfungsleistung für die Zwischen- und Ab- schlussprüfung sowie die Umschulungsprüfung in den Ausbildungsberufen in der Geoinformationstechnologie für Sachsen-Anhalt regelt. In der Ausbildung müssen von den Ausbildungsbetrieben neben den o.g.Vorschriften auch arbeitsrechtliche Vorschriften sowie weitere Vorschriften wie das Jugendar- Rechtliche Grundlage der Ausbildung: Berufsbildungsgesetz (BBiG) LSA VERM 1/2017 Thomas Leipholz, Kerstin Biedermann, Rainer Kießling 25 Jahre Prüfungsausschuss in den Ausbildungsberufen der Geoinformationstechnologie 50 beitsschutzgesetz, das Mutterschutzgesetz, das Sozialbuch oder das Betriebsverfas- sungsgesetz beachtet werden. Ein privatwirtschaftlicher Ausbildungsvertrag zwischen der Ausbildungsstätte und dem Auszubildenden regelt das Ausbildungsverhältnis individuell. Beide Seiten haben hier Rechte und Pflichten. 3 Geschichtliche Entwicklung Geodätische Berufe können auf eine lange Tradition zurückschauen, haben aber zu- gleich auch eine vielversprechende Zukunft. Seit jeher wird versucht, die Erdober- fläche zu erfassen, grafisch darzustellen und mit ihrer Umwelt zu verbinden. Die Tätigkeiten der geodätischen Fachkräfte reichen von der klassischen Erfassung der Geodaten u.a. via vermessungstechnischem Außendienst bis zur digitalen Kar- tenerstellung und objektstrukturierten Modellierung der Geodaten bzw. deren Ver- fügbarkeit über webbasierte Dienste. Einfache Arbeiten werden dabei vom klassischen Gesellenberuf auch eigenständig übernommen, zudem wirken ausgebil- dete Geomatiker und Vermessungstechniker auch bei komplexen Vorgängen tat- kräftig mit. 3.1 Hoher Bedarf an der Ausbildung zum VT und an Umschulungs- maßnahmen Die Zeit zwischen 1992 und 1995 – hohe Ausbildungszahlen inkl. Umschulung Der Prüfungsausschuss für Vermessungstechniker des Landes Sachsen-Anhalt ist seit dem Jahr 1992 aktiv. Grundlage für die Arbeit der Prüfungsausschüsse ist eine Prü- fungsordnung, die die notwendigen Vorgaben und Regelungen zur Durchführung der Zwischen-, Abschluss- und Umschulungsprüfung enthält. Die Prüfungsordnung für die Abschlussprüfung in der Ausbildung Vermessungstechniker/in wurde am 22.04.1992 im Gesetz- und Verordnungsblatt des Landes Sachsen-Anhalt veröffent- licht. Auf dieser Grundlage und mit der Novellierung zur PO-Geo im Jahr 2012 wurden durch die Prüfungsausschüsse des Landes Sachsen-Anhalt sämtliche Auszu- bildende und Umschüler der Geoinformationstechnologie geprüft. Begonnen wurde mit der Berufsausbildung zum/zur Vermessungstechniker/in nach dem im BBiG vorgeschriebenen dualen Ausbildungssystem im Jahr 1991. Entspre- chend wurden ab dem Jahr 1994 die ersten Abschlussprüfungen in Sachsen-Anhalt abgenommen.Aufgrund des enormen Bedarfes an Vermessungstechnikern begannen in den ersten Jahren ca. 100 Auszubildende pro Jahr ihre Ausbildung. Die betriebli- che Ausbildung wurde dabei in über 100 Ausbildungsstätten durchgeführt. Die Hälf- te der Auszubildenden wurde durch die Vermessungs- und Katasterverwaltung (VuKV) und andere Behörden, die andere Hälfte vornehmlich durch Öffentlich be- stellte Vermessungsingenieure (ÖbVermIng) und Vermessungs- und Ingenieurbüros, ausgebildet. Neben der klassischen 3-jährigen Ausbildung wurden gerade zu Beginn der 90er Jahre auch umfangreiche Umschulungsmaßnahmen durchgeführt, die in einer 24- monatigen Ausbildung geeignete Personen zum/zur Vermessungstechniker/in ausbil- deten. Nach [Kelterer 2000] haben bis zum Jahr 2000 ca. 364 Personen an der Um- schulung teilgenommen, von denen aber nur 291 die Umschulung mit Erfolg abschließen konnten. 51 Thomas Leipholz, Kerstin Biedermann, Rainer Kießling 25 Jahre Prüfungsausschuss in den Ausbildungsberufen der Geoinformationstechnologie LSA VERM 1/2017 Unabhängig, ob die Ausbildung auf klassischem Wege in 3 Jahren oder durch eine Umschulungsmaßnahme in 24-monatiger Ausbildung erfolgte, alle Prüflinge wurden durch die Prüfungsausschüsse mit denselben Leistungsanforderungen geprüft. Dabei kamen zum Teil in dieser Zeit mehrere Prüfungsausschüsse zum Einsatz. Stel- lenweise bis zu 4 gleichzeitig tätige Prüfungsausschüsse (inkl. einem Prüfungsaus- schuss nur für Umschüler) waren in dieser Zeit aktiv, wobei grundsätzlich die Zuständigkeiten der Prüfungsausschüsse sich an den Berufsschulstandorten Dessau, Halle und Magdeburg orientierten. 3.2 1995-2004 – Konsolidierung der Berufsausbildung Ab dem Jahr 1995 beginnt die Anzahl der Auszubildenden von ca. 130 auf knapp 70 Auszubildende pro Jahr zu sinken, obwohl die Zahl der Ausbildungsstätten von 110 auf knapp 140 anstieg [Kelterer 2002]. Zunächst erscheint dabei die zu verzeich- nende Erhöhung der Ausbildungsbetriebe widersprüchlich, aber dieser Faktor lässt sich an der Liberalisierung des Arbeitsmarktes der damaligen Schwarz/Gelben Bun- despolitik bis 1998 durchaus erklären. Die Zeit Ende der 90er Jahre war geprägt durch die Konsolidierung des Arbeits- Konsolidierung des marktes für den Berufsbereich der Vermessung und Geoinformation, die sich Arbeitsmarktes selbstverständlich auch auf die Ausbildungszahlen bemerkbar machte. Hinzu kam die allgemeine Krise in der Baubranche, die erfahrungsgemäß schon immer einen star- ken Einfluss auf das Berufsfeld des Vermessungswesens ausgeübt hat. Zudem sind die neuen Techniken und Berufsbereiche der Geoinformation, die mit der zunehmenden Globalisierung und Digitalisierung sich ergeben, noch nicht voll ausgebildet, wie man rückblickend feststellen kann. Das Berufsbild von der klassi- schen Vermessung/Kartographie hin zur Geoinformation steckte im Wandel bzw. befand sich gegen Ende der 90er Jahre gerade am Anfang des Umbruches. Bereits in dieser Zeit waren erste Anzeichen zum Personalabbau im Öffentlichen Dienst vorhanden.Auch daran lässt sich der leichte Rückgang der Ausbildungszahlen erklären. 3.3 2004-2012 – Einbruch der Ausbildungszahlen Ein großer Einschnitt in der Zahl der Auszubildenden erfolgt ab dem Jahr 2004. Infolge des von der Landesregierung vorgegebenen Stellenabbaus [Stellen- und Personalabbaukonzept Sachsen-Anhalt 2002; Personalentwicklungskonzept Sach- sen-Anhalt 2007-2020 2007] nahm auch die Anzahl der in der Geoinformations- verwaltung ausgebildeten Vermessungstechniker/innen von 50 auf ca. 22 Personen pro Jahr weiter ab. Bereits hier ist der Druck der Politik auf eine Reduzierung der Ausbildung der Verwaltung aufgrund der in dieser Zeit enorm in Schieflage gerate- nen öffentlichen Haushalte deutlich zu spüren. Durch einen Einstellungs- und Ausbildungsstopp des Landes Sachsen-Anhalt im Jahr 2010 konnten schließlich keine Ausbildungsplätze zum/zur Vermessungstechniker/in durch das LVermGeo mehr angeboten werden, so dass die Gesamtzahl der auszubildenden Vermessungstechniker/innen im Land Sachsen-Anhalt auf einen Tiefststand von 10 Auszubildenden sank. Einbruch der Ausbildungszahlen infolge des Personal- entwicklungskonzeptes der Landesregierung

Sind Fernlinienbusse umweltfreundlich?

Sind Fernlinienbusse umweltfreundlich? Der Fernlinienbusverkehr ist erheblich preisgünstiger als die Bahn. Ist er auch umweltfreundlicher? Seit dem 1. Januar 2013 fahren deutlich mehr Busse auf Straßen und Autobahnen. Der Grund dafür ist die Liberalisierung des Fernlinienbusmarktes. Dieser unterlag davor erheblichen Einschränkungen. Nach alter Gesetzeslage konnte ein fahrplanmäßiger Fernlinienbusverkehr nur genehmigt werden, wenn keine parallele Eisenbahnverbindung vorhanden war. Seit der Liberalisierung gibt es ein enormes Angebotswachstum. Bis 31. März 2014 stieg die Zahl der bedienten Strecken von 86 auf 247 – das entspricht einem Anstieg um 187 Prozent. Dabei nahm nicht nur die Anzahl der Linien zu, sondern auch deren Bedienungshäufigkeit. Nach einem weiteren Anstieg konsolidiert sich inzwischen der Markt und Anbieter fusionieren oder ziehen sich aus dem Wettbewerb zurück. Es wird erwartet, dass sich dadurch auch die extrem niedrigen Preise normalisieren und die wahren Kosten widerspiegeln werden. Denn das Preisniveau beim Fernlinienbus liegt derzeit erheblich unter dem Preisniveau des Schienenverkehrs. Ein Grund dafür ist auch, dass er – im Gegensatz zur Bahn – bisher von der Maut und Stationsentgelten an Busbahnhöfen befreit ist. Das vergleichsweise preisgünstige neue Fernlinienbusangebot führt zu mehr Verkehr auf den Straßen. Es ist anzunehmen, dass Fahrten unternommen werden, die ohne dieses Angebot nicht stattgefunden hätten. Außerdem kann das günstige Preisniveau bei den Reisewilligen einen Wechsel von der Bahn zum Fernlinienbus fördern. Beide Entwicklungen können zu zusätzlichen Umweltbelastungen führen. Zudem nimmt der Fernlinienbus – wie andere Verkehrsträger auch – Fläche in Anspruch und trägt damit zur Versiegelung von Flächen bei. Mehr Fernlinienbusverkehr kann auch zu mehr Lärm führen. Welche Emissionen von Treibhausgasen und Luftschadstoffen vom Fernlinienbusverkehr konkret ausgehen zeigt die Tabelle zum UBA-Verkehrsträgervergleich . Man kann sagen, dass Bus und Bahn deutlich umweltfreundlichere Reisemittel sind als Auto und Flugzeug. Der gut besetzte Fernlinienbus ist also besser als der Pkw, in dem wenige Personen sitzen. Der Fernbus macht den Mobilitätsmarkt variantenreicher und bietet eine attraktive Beförderungsalternative. Die Fahrradmitnahme zum Beispiel ist bequem und problemlos möglich und kostenloses WLAN gehört zum Standard. Das bewegt auch die Bahn, ihr Angebot kundenfreundlicher und serviceorientierter auszurichten.

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