Klimawandel begünstigt Virenverbreitung durch Stechmücken In Deutschland lebende heimische und exotische Stechmücken können Überträger für Chikungunya- und Zika-Viren sein – so eine Analyse im Auftrag des Umweltbundesamtes. Das Risiko nimmt zu, wenn es durch den Klimawandel wärmer wird. Kehren Menschen beispielsweise von Fernreisen mit den Viren infiziert zurück, können diese bei Stichen von Mücken aufgenommen und auf andere Menschen übertragen werden. In dem Projekt „Vektorpotential einheimischer Stechmücken“ wurden sowohl ausgewählte einheimische Stechmückenarten als auch die eingewanderte Asiatische Tigermücke als mögliche Überträger für Chikungunya- (CHIKV) und Zika-Viren (ZIKV) in Deutschland berücksichtigt. Das Übertragungsrisiko durch die verschiedenen Stechmückenarten wurde in Abhängigkeit von Temperatur, Stechmückenverbreitung und der Populationsdichte des Menschen untersucht. Grundsätzlich konnte durch die datenbasierte Risikoanalyse gezeigt werden, dass nicht nur neu auftretende exotische Arten wie die Asiatische Tigermücke, sondern auch einheimische Stechmückenspezies als Überträger von eingeschleppten Erregern in Betracht gezogen und bei zukünftigen Risikobetrachtungen berücksichtigt werden müssen. Bei den untersuchten einheimischen Culex- und Aedes -Arten konnte kein Übertragungspotential für ZIKV nachgewiesen werden, mit Ausnahme der ausschließlich in Küstengebieten verbreiteten Stechmückenart Ae. detritus . Die exotische Spezies Ae. albopictus zeigte ein Übertragungspotential für ZIKV, allerdings ausschließlich bei höheren Umgebungstemperaturen. Diese Stechmücken hingegen übertragen das CHIKV bereits bei niedrigen Temperaturen. In geringerem Ausmaß übertragen auch die Überschwemmungsmücke Ae. sticticus und die weit verbreitete Art Culex torrentium das CHIKV. Durch die starke Temperaturabhängigkeit von ZIKV in Ae. albopictus und der sehr lokalen Verbreitung von Ae. sticticus in Überflutungsgebieten besteht für die Übertragung von ZIKV deutschlandweit aktuell ein sehr geringes Risiko. Im Gegensatz dazu besteht ein erhöhtes Risiko für die Zirkulation von CHIKV: Die Kombination von Temperatur, Verbreitung der übertragenden Stechmückenart und Bevölkerungsdichte führt zu einem erhöhten Risiko einer Übertragung in Nordrhein-Westfalen, dem Oberrheingebiet und dem zentralen Ostdeutschland. Mit steigender Temperatur aufgrund des Klimawandels muss langfristig mit der weiteren Ausbreitung der Asiatischen Tigermücke und damit mit einem steigenden Risiko der lokalen CHIKV-Übertragung in Deutschland gerechnet werden. Bisher sind hierzulande aber Krankheitsausbrüche, die mit dieser Stechmückenart assoziiert sind, ausgeblieben. Welche Gefahren gehen von Chikungunya- und Zika-Viren aus? Die meisten ZIKV-Infektionen verlaufen symptomlos, allerdings kann eine Infektion während der Schwangerschaft zu Fehlbildungen beim Fötus führen (zum Beispiel Mikrozephalie). Die Hauptbeschwerden des CHIK-Fiebers sind starke Muskel- und Gliederschmerzen, die eine schmerzhaft zusammengekrümmten Körperhaltung auslösen und über Monate anhalten können. Wie kann die Ausbreitung der Asiatischen Tigermücke in Deutschland eingedämmt werden? Präventivmaßnahmen, insbesondere gegen die weitere Ausbreitung der Asiatischen Tigermücke, spielen im Hinblick auf den Schutz der menschlichen Gesundheit eine wichtige Rolle. Dazu gehören neben professionellen Überwachungsmaßnahmen auch Maßnahmen, die durch die Bevölkerung durchgeführt werden. Diese betreffen insbesondere die Verhinderung und Beseitigung von potentiellen Brutstätten. Nähere Informationen finden Sie dazu in den Handlungsempfehlungen der Nationalen Expertenkommission „Stechmücken als Überträger von Krankheitserregern“ .
These data sets are based on approx. 1400 stations sampled in the German Baltic Sea by the Leibniz Institute for Baltic Sea Research (IOW) during the past 15 years (as part of the regular monitoring or within different research programmes). Benthic samples were taken with a 0.1 m² van Veen grab. Depending on sediment composition, grabs of different weights were used. As a standard three replicates of grab samples were taken at each station. Additionally a dredge haul (net mesh size 5 mm) was taken in order to obtain mobile or rare species. All samples were sieved through a 1 mm screen and animals were preserved in the field with 4% formaldehyde. For sorting in the laboratory, a stereomicroscope with 10–40 magnification was used, species were counted and weighted. Total ash free dry weight biomass was derived using random forests statistical analysis (Breiman, 2001) in R environment (Version 3.0.2, The R Foundation for Statistical Computing, 2013) and the package ‘random Forest’ (RF, Version 4.6–7, Liaw and Wiener, 2002). Total biomass shows AFDW biomass g per m².Environmental data used as predictors: Substrate (Tauber 2012), Depth (FEMA project), Salinity mean, temperature mean JJA, bottom velocity max (GETM, Klingbeil et al. 2013) Light penetration depth (mean over growth period), oxygen deficit zones (number of days / year smaller 2 ml / l) and detritus rate (mm / year) (ERGOM, Friedland et al. 2012).
These data sets are based on approx. 1400 stations sampled in the German Baltic Sea by the Leibniz Institute for Baltic Sea Research (IOW) during the past 15 years (as part of the regular monitoring or within different research programmes). Benthic samples were taken with a 0.1 m² van Veen grab. Depending on sediment composition, grabs of different weights were used. As a standart three replicates of grab samples were taken at each station. Additionally a dredge haul (net mesh size 5 mm) was taken in order to obtain mobile or rare species. All samples were sieved through a 1 mm screen and animals were preserved in the field with 4% formaldehyde. For sorting in the laboratory, a stereomicroscope with 10–40 magnification was used, species were counted and weighted. Macrobenthic species richness was derived from stations based data by ordinary kriging of centered-point-data acquired via fishnet of 5 km x 5 km cell size. Macrobenthic species richness shows the number of species for 1 km grid.Environmental data used as predictors: Substrate (Tauber 2012), Depth (FEMA project), Salinity mean, temperature mean JJA, bottom velocity max (GETM, Klingbeil et al. 2013) Light penetration depth (mean over growth period), oxygen deficit zones (number of days / year smaller 2 ml / l) and detritus rate (mm / year) (ERGOM, Friedland et al. 2012).
These data sets are based on approx. 1400 stations sampled in the German Baltic Sea by the Leibniz Institute for Baltic Sea Research (IOW) during the past 15 years (as part of the regular monitoring or within different research programmes). Benthic samples were taken with a 0.1 m² van Veen grab. Depending on sediment composition, grabs of different weights were used. As a standard three replicates of grab samples were taken at each station. Additionally a dredge haul (net mesh size 5 mm) was taken in order to obtain mobile or rare species. All samples were sieved through a 1 mm screen and animals were preserved in the field with 4% formaldehyde. For sorting in the laboratory, a stereomicroscope with 10–40 magnification was used, species were counted and weighted. Abundance was derived by ordinary kriging interpolation of median total abundance within a fishnet cell (ArcGIS 10.2). Abundance shows the individuals per m².Environmental data used as predictors: Substrate (Tauber 2012), Depth (FEMA project), Salinity mean, temperature mean JJA, bottom velocity max (GETM, Klingbeil et al. 2013) Light penetration depth (mean over growth period), oxygen deficit zones (number of days / year smaller 2 ml / l) and detritus rate (mm / year) (ERGOM, Friedland et al. 2012).
Lebensraum der benthischen Wirbellosen (Makrozoobenthos (MZB) = Makrofauna) ist der Meeresboden und die Pflanzenbestände, die den Meeresboden bewachsen. Das Makrozoobenthos lebt meist im Boden selbst (Infauna). Dabei gibt es nahezu ausschließlich Wirbellose, die im Sediment also den Weichböden siedeln, aber kaum Arten, die befähigt sind in Gestein zu bohren also im Hartsubstrat vorkommen. Viele Wirbellose leben aber nicht im sondern auf dem Meeresboden (Epifauna) und zwar sowohl auf Weich- als auch Hartböden. Viele epibenthisch lebende Wirbellose sind vagil, also frei beweglich, doch auch am Untergrund anhaftende oder verankerte und damit sessile Tiere gibt es unter ihnen. Von der Epifauna können Wirbellose, die mit Pflanzenbeständen vergesellschaftet sind, weiter spezifiziert werden. Viele verschiedene Tiergruppen besiedeln den Meeresgrund. Zu den artenreichsten und zahlenmäßig dominierenden Gruppen zählen die Borstenwürmer (Polychaeta), Flohkrebse (Amphipoda), Muscheln (Bivalvia) und Schnecken (Gastropoda). Der Sedimenttyp bestimmt, welche Tiere sich auf oder im Meeresboden ansiedeln. So sind die Weichbodengebiete (z. B. Sand, Schlick oder Kies) ohne Vegetation dominiert von Borstenwürmern und Muscheln. Gebiete mit Vegetation und Hartbodengebiete (z. B. Steine, Blöcke oder Buhnen) sind typischerweise geprägt von Epifauna, wie Flohkrebsen und anderen Krebstieren sowie Schnecken. Abb. 1: Die Ein- und Ausstromöffnungen der im Weichboden lebenden Sandklaffmuscheln (oben links), eine Wellhornschnecke auf tiefliegendem Schlickgrund (oben rechts), eine Seescheide, Meeresassel auf Seegrasblättern (unten links) und eine Ostseegarnele in mitten von Seescheiden auf einem Brauntang (unten rechts). Die bestimmenden Faktoren für die Verteilung einzelner Arten und die Zusammensetzung der Faunengemeinschaften sind Salzgehalt, Wassertiefe und, wie oben beschrieben, die Form des Untergrundes. Dabei hängen Salzgehalt und Wassertiefe eng zusammen. Eine sogenannte Sprungschicht, die sich in etwa bei 15 m Wassertiefe in den offenen Küstengewässern befindet, trennt eine obere Wasserschicht mit niedrigerem Salzgehalt und höherer Temperatur von einer tieferen Wasserschicht mit höherem Salzgehalt und niedrigerer Temperatur. Die Artenvielfalt ist höher in den salzreicheren, tiefer liegenden Meeresböden. Der überwiegende Teil der Küstengewässer liegt oberhalb der saisonalen Sprungschicht. Neben dem vertikalen gibt es auch einen horizontalen Salzgehaltsgradienten mit ca. 18 - 20 psu im westlichen und ca. 6 - 8 psu im östlichen Teil der Außenküste. Auch am Übergang zwischen den inneren und äußeren Küstengewässern ergibt sich ein Salzgehaltsgradient. In den innersten Bereichen mancher Ästuare und Bodden herrschen nahezu Süßwasserverhältnisse, wodurch Faunenelemente wie Insekten(larven), Oligochaeten (Wenigborster) oder Schnecken zum Artenspektrum hinzutreten. Innerhalb dieser Salzgehaltsgradienten ergibt sich ein Artenminimum, das bei einem Salzgehalt zwischen 5 und 8 psu liegt. Die Wirbellosen nehmen die Vermittlerrolle zwischen den Primärproduzenten, den Pflanzen, und den oberen Stufen des Nahrungsnetzes ein. Sie ist also ein wichtiger Sekundärproduzent und Nahrungsgrundlage der meisten Fische und einiger Vogelarten. Gleichzeitig ernähren sich die meisten Arten der Wirbellosen von Plankton und Detritus, einzelne auch von Großalgen oder Angiospermen. Sie bilden also einen essentiellen Teil der marinen Nahrungsnetze. Als Besonderheit der marinen Wirbellosenfauna kann angesehen werden, dass einige Arten ähnlich wie die Pflanzen einen eigenständigen Lebensraum auf der Oberfläche des Meeresbodens bilden können. Dies trifft vor allem auf die Muschelbänke, aber auch auf die Kolonien von Schwämmen oder Moostierchen. Diese epibenthischen Arten „übernehmen“ die Schutzfunktion, die Vegetationsbestände für Wirbellose haben. Entsprechend ähnlich sind sich auch die Lebensgemeinschaften, die sich innerhalb dieser Lebensräume ausbilden. Abb. 2: Strandkrabbe auf Beutefang in einer Miesmuschelbank (links) und eine Kolonie von Blättermoostierchen (rechts), die ähnliche Wuchsformen wie Rotalgen dieser Tiefenbereiche annehmen. Aktuell stehen verschiedene Verfahren zur Bewertung der benthischen Wirbellosenfauna in Nord- und Ostsee zur Verfügung: Ostsee MarBIT ( Mar ine B iotic I ndex T ool) ( MARILIM 2015 , Berg et al. 2017). Nordsee M-Ambi (M ultimetric A ZTI M arine B iotic I ndex ) ( Borja et al. 2000, Muxika et al. 2007) modifiziertes MarBIT -Verfahren für Helgoland (Boos et al. 2009)
Durch enge Bindung an zurückgehende Habitate hochgradig gefährdete Art. Aus fast allen Regionen historisch gemeldet, aber nur sporadisch und sehr lokal in feuchten Biotopen, auch Salzwiesen. In Ostdeutschland vermutlich nicht indigener Bestandteil der Fauna ( Rößner 2012). Lebensweise: Im Detritus an Gewässerufern. Nach 1950 in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Westfalen, Weser-Ems, Niederelbe, Schleswig-Holstein und Thüringen ( Rößner et al. 2016). Aktuell in Baden: Schwetzingen, Brühl 2006 (Reibnitz mdl. 2019), Hessen: Ober-Moos, Obermooser Teich 2004 (det. Höhner, Hofmann mdl. 2019), Münzenberg, Salzwiesen 2017 ( Brenner 2019), Niederelbe: Gorleben 2013 (Gürlich mdl. 2019). Eine Meldung aus Westfalen 2005 konnte nicht überprüft werden.
Die Ameisenassel (Abb.: siehe Publikation für Abbildungsnummer) hat eine besondere Lebensweise. Sie ist als kleine, weiße Zwergform mit einer Länge von maximal 5mm in Ameisennestern, u.a. von Myrmica-, Lasius- und Formica-Arten zu finden. Selten tritt sie außerhalb von Ameisennestern auf. P. hoffmannseggii bevorzugt Erdnester bzw. Nestanlagen unter Steinen und lebt in den Gängen der Ameisennester. P. hoffmannseggii ernährt sich vor allem von Ameisenkot. Weitere Nahrungsbestandteile können Pilzsporen und zerfallender, pflanzlicher Detritus sein.
Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg Seefrosch Pelophylax ridibundus (Pallas, 1771) Der olivgrün bis bräunlich gefärbte Seefrosch ist die größte, in Mitteleuropa vorkommende (Grün-)Froschart. Man kann ihn an seinem robusten Körper mit einer rauen, warzigen Haut und einem hellgrünen bis gelblichen Streifen entlang der Rückenmitte gut erkennen. Charakteristisch sind auch die grauen, äußeren Schallblasen, die langen Hinterbeine und die Schwimmhäute. Der wissenschaftliche Name „ridibundus“ stammt von „ridere“ = lachen, da sein Rufen an menschliches Gelächter erinnert. Würmern und Krebsen bis hin zu Fröschen (auch der eigenen Art), Eidechsen und Kleinsäugern. Während der Paarungszeit - von Ende April bis Ende Juni - sind die charakteristischen „lachenden“ bzw. „meckernden“ Rufe der männlichen Seefrö- sche zu hören. Der Laich wird in Form mehrerer kleiner Bal- len an Pflanzen abgelegt, entweder an der Wasseroberfläche oder in bis zu 30 cm Tiefe. Ein Weibchen legt zwischen 1200 und 12000 Eier ab. Die Larven ernähren sich von pflanzlichem Material und Detritus, mit zunehmendem Alter auch von tie- rischer Kost. LEBENSRAUM Seefrösche halten sich bevorzugt in nährstoffreichen, besonnten, warmen Zonen von Seen und strömungsberu- higten Flussbereichen auf. Die Laichgewässer sind in der Regel durch eine gut entwickelte Unterwasser- und Uferve- getation gekennzeichnet und weisen sowohl flache, sonnen- exponierte Uferbereiche als auch über 50 cm tiefe Stellen auf. Solche Habitate finden sich in naturnahen Auen und Über- schwemmungsgebieten entlang der größeren Flüsse sowie in Altarmen, Baggerseen, Weihern und Teichen. LEBENSWEISE Seefrösche verbringen den Winter im schlammigen Gewäs- sergrund. Sie halten sich während ihres gesamten Lebens in unmittelbarer Gewässernähe auf und wandern nur selten über Land. Ihr Nahrungsspektrum reicht von Insekten, Schnecken, MASSE UND ZAHLEN Gesamtlänge: 6 bis 12 cm Gewicht: ca. 50 g VERBREITUNG Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet des Seefrosches reicht vom Rhein im Westen bis zum Uralfluss im Osten. Im Norden bilden in etwa die niedersächsische Nordseeküste sowie die Südküste der Ostsee bis St. Petersburg die Arealgrenze. Im Süden führt die Arealgrenze am Nord- und Ostrand der Alpen entlang bis nach Istrien. Von dort an bilden die Küstenregionen des Balkans sowie die Nordküsten des Schwarzen und des Kaspischen Meeres die Arealgrenze. Größere isolierte Vorkommen gibt es in Frankreich und der Schweiz. In einigen Gebieten wurden Seefrösche ausge- setzt, so z.B. in Südengland, Belgien, Luxemburg, Dänemark und Südfinnland, aber auch in einigen Teilen Deutschlands. Aus allen deutschen Bundesländern gibt es Artfunde, die Verbreitungs- schwerpunkte liegen in Bayern, Sachsen und Brandenburg. VERBREITUNG IN BADEN-WÜRTTEMBERG In Baden-Württemberg lebt der Seefrosch wahrscheinlich an der Westgrenze seines Areals. Er besiedelt die (Auen-) Täler der großen Flüsse Rhein, Neckar, Main und Donau. Daneben gibt es Vorkommen im Kocher- und im Taubertal sowie im Bodenseege- biet. Einige Vorkommen sind durch bewusste oder versehentliche Aussetzungen entstanden, so z.B. am Hochrhein und möglicher- weise auch an der Donau. BESTANDSENTWICKLUNG IN BADEN-WÜRTTEMBERG Eine Beurteilung der Bestandsentwicklung beim Seefrosch ist schwierig, da aus vielen Landesteilen wenig historische Daten vor- liegen. Bei neueren Funden ist meist unklar, ob die Art selbständig diese Standorte neu besiedelt hat, dort ausgesetzt wurde oder ob sie lange Zeit einfach nur übersehen worden ist. Zumindest in den Tälern der großen Flüsse scheinen die Bestände zurzeit stabil zu sein. GEFÄHRDUNG UND SCHUTZ ROTE LISTE BW SCHUTZSTATUS D BNATSCHG 3*BESONDERS GEFÄHRDETUNGEFÄHRDETGESCHÜTZT GEFÄHRDUNGSURSACHEN VERORDNUNGEN UND RICHTLINIEN EG-VO 338/97FFH-RICHTLINIE ANHANGANHANG - - - V BARTSCHV BESONDERS GESCHÜTZT - SCHUTZMASSNAHMEN Grundwasserabsenkung, Entwässerung und Veränderung der Dynamik in Flussauen Tümpelverfüllung Heckenrodung Pestizideinsatz Fischbesatz in Laichgewässer Wiedervernässung trocken gelegter Moore und von Grün- land (Einplanung von Überschwemmungsflächen) Aufstauen von Entwässerungsgräben im Randbereich von Hochmoorresten und in großflächigen Feuchtgebieten Extensive Beweidung der Landlebensräume Erhaltung bzw. Schaffung von Trittsteinhabitaten und Wanderkorridoren zur Vernetzung von Populationen SCHUTZPROJEKTE Umsetzung FFH-Richtlinie FFH-RICHTLINIE Die FFH-Richtlinie ist eine Naturschutz-Richtlinie der EU, deren Namen sich von Fauna (= Tiere), Flora (= Pflanzen) und Habitat (= Lebensraum) ableitet. Wesentliches Ziel dieser Richtlinie ist die Erhaltung der Biologischen Vielfalt durch den Aufbau eines Schutzgebietssystems. Neben der Aus- weisung von Schutzgebieten (FFH-Gebieten) für Arten des Anhangs II wird der Erhaltungszustand dieser und der Arten des Anhangs IV und V überwacht. FFH-GEBIETE Für den Seefrosch, als Art des Anhangs V, werden im Rahmen der FFH-Richtlinie keine Schutzgebiete ausgewiesen. ERHALTUNGSZUSTAND IN BADEN-WÜRTTEMBERG EINZELBEWERTUNG GESAMTBEWERTUNG VERBREITUNGSGEBIETPOPULATIONHABITATZUKUNFTSAUSSICHTEN GÜNSTIGGÜNSTIGGÜNSTIGGÜNSTIG GÜNSTIG
Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg Wechselkröte Bufotes viridis Laurenti, 1768 Das charakteristische dunkelgrüne Fleckenmuster bei einer hellen Grundfärbung macht die Wechselkröte unverwechselbar. Die Art besitzt die Fähigkeit zu einem - allerdings recht schwach aus- geprägten - physiologischen Farbwechsel, was ihren deutschen Namen erklären könnte. Zur Paarungszeit geben die Männchen nachts trillernde, bis zu zehn Sekunden andauernde Rufe von sich, die wie „ürrr“ klingen und dem Zirpen der Maulwurfsgrille ähneln. LEBENSRAUM Als Steppenart besitzt die Wechselkröte eine enge Bindung an trocken-warme Landschaften mit geringer Walddichte und gerin- gen jährlichen Niederschlägen. In Mitteleuropa bewohnt sie vor allem Kies- und Sandgruben, Steinbrüche, Truppenübungsplätze, vegetationsarme Ruderalflächen und Industriebrachen sowie Felder und stillgelegte Ackerflächen. Selbst in Hausgärten, Parkanlagen, Bahndämmen und Weinbergen trifft man die Art gelegentlich an. Als Laichgewässer dienen der Art in Baden-Württemberg stark sonnenexponierte, vegetationsarme Stillgewässer mit flach auslau- fenden Ufern, wie z.B. wassergefüllte Senken auf Äckern und Wie- sen, Tümpel, Teiche, Rückhaltebecken, Altarme und Baggerseen. Als Pionierart kann die Wechselkröte neu entstandene Gewässer spontan besiedeln. MASSE UND ZAHLEN Kopf-Rumpf-Länge: 4 bis 9 cm Gewicht: ca. 40 g LEBENSWEISE Durch die natürliche Besiedelung mit Wasserpflanzen eignen sich die von den Wechselkröten genutzten Laichgewässer oft nach wenigen Jahren nicht mehr für die Fortpflanzung. Daher sind Wechselkröten häufig gezwungen, sich auf die Suche nach neu entstandenen Gewässern zu machen, wobei sie Strecken von mehreren Kilometern zurücklegen können. Die Tiere sind vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv und erbeuten Regen- würmer, Insekten und Schnecken. Die Laichperiode fällt in den Zeitraum zwischen Ende April und Juni. Ein einzelnes Weibchen kann in seiner paarigen, 2-4 m langen Laichschnur mehr als 10.000 Eier abgeben. Die Larven ernähren sich von Detritus und Algen- aufwuchs und können sich meist nur in fischfreien Gewässern entwickeln. VERBREITUNG Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich von der Mongolei im Osten über die Steppengebiete Eurasiens als ursprüngliche Heimat der Wechselkröte bis nach Mitteleuropa und Italien im Westen. Nach Süden hin reicht das Areal über den Iran, die Türkei und die Levante bis zur nordafrikanischen Mittel- meer- und Atlantikküste. Die nördlichsten Vorkommen in Europa befinden sich auf den dänischen Inseln, in Südschwe- den sowie in Estland. In Deutschland umfasst das geschlos- sene Verbreitungsgebiet in etwa die östlichen Bundesländer. Getrennt davon gibt es kleinere Areale in Bayern, Südwest- deutschland und im Rheinland. VERBREITUNG IN BADEN-WÜRTTEMBERG In Baden-Württemberg besiedelt die Wechselkröte die tro- cken-warmen Gebiete, so die nördliche Oberrheinebene, den Kraichgau, die Weinanbaugebiete am unteren Neckar sowie die im Regenschatten des Schwarzwaldes gelegenen Oberen Gäue. BESTANDSENTWICKLUNG IN BADEN-WÜRTTEMBERG Bezogen auf das ganze Bundesland ist eine Abnahme der Bes- stände erkennbar. Da Abbaugebiete für die Wechselkröte eine große Bedeutung haben und diese oft einem schnellen Wan- del unterliegen können, muss jedoch immer mit kurzfristig einsetzenden Bestandsveränderungen gerechnet werden. GEFÄHRDUNG UND SCHUTZ ROTE LISTE BW SCHUTZSTATUS D BNATSCHG 23BESONDERSSTRENG STARK GEFÄHRDETGEFÄHRDETGESCHÜTZTGESCHÜTZT GEFÄHRDUNGSURSACHEN VERORDNUNGEN UND RICHTLINIEN EG-VO 338/97FFH-RICHTLINIE ANHANGANHANG - - IV - BARTSCHV - - SCHUTZMASSNAHMEN Verfüllung oder sonstige Rekultivierung von Abbaugebie- ten wie Kiesgruben und Steinbrüchen bzw. deren natürli- che Wiederbewaldung Veränderung der Uferstruktur (z.B. Beseitigung von Flach- wasserzonen) Grundwasserabsenkung in den Flussauen, Trockenlegen von Überschwemmungswiesen, Tümpelverfüllung Heckenrodung Fischbesatz in Laichgewässern Gewährleistung der fortwährenden Neuschaffung von Laichgewässern in Sekundärlebensräumen wie Kiesgru- ben und Truppenübungsplätzen auch nach Nutzungsauf- gabe Erhaltung des offenes Charakters des Landlebensraumes Erhaltung bzw. Schaffung von Trittsteinhabitaten und Wanderkorridoren zur Vernetzung von Populationen Entfernen von Besatzfischen aus Laichgewässern SCHUTZPROJEKTE Umsetzung FFH-Richtline Art des 111-Arten-Korbs Art des Zielartenkonzepts Baden-Württemberg FFH-RICHTLINIE Die FFH-Richtlinie ist eine Naturschutz-Richtlinie der EU, deren Namen sich von Fauna (= Tiere), Flora (= Pflanzen) und Habitat (= Lebensraum) ableitet. Wesentliches Ziel dieser Richtlinie ist die Erhaltung der Biologischen Vielfalt durch den Aufbau eines Schutzgebietssystems. Neben der Aus- weisung von Schutzgebieten (FFH-Gebieten) für Arten des Anhangs II wird auch der Erhaltungszustand dieser und der Arten des Anhangs IV und V überwacht. FFH-GEBIETE Für die Wechselkröte, als Art des Anhangs IV, werden im Rah- men der FFH-Richtlinie keine Schutzgebiete ausgewiesen. ERHALTUNGSZUSTAND IN BADEN-WÜRTTEMBERG VERBREITUNGSGEBIET EINZELBEWERTUNG GESAMTBEWERTUNG GÜNSTIG POPULATION HABITAT ZUKUNFTSAUSSICHTEN UNGÜNSTIG-UNGÜNSTIG-UNGÜNSTIG- UNZUREICHENDUNZUREICHENDUNZUREICHEND UNGÜNSTIG- UNZUREICHEND
Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg Kreuzkröte Epidalea calamita Laurenti, 1768 Die Kreuzkröte als die kleinste einheimische Krötenart verdankt ihren Namen dem „Kreuz“, das sich bei den meisten Tieren als schmaler, gelber Streifen über den Rücken zieht. Ihre Körperoberseite ist oliv-bräunlich mit roten Warzen, die Unterseite schmutzig weiß bis hellgrau gefärbt, die Pupillen stehen waagerecht .Aufgrund der kurzen Beine bewegt sie sich nicht springend fort, sondern eher mäuseähnlich laufend. Die große, kehlständige Schallblase der Männchen ermöglicht ein lautes, weithin hörbares Rufen, meist im Chor. verstecken, unter flachen Steinen oder in Mäusegängen. Nachts erbeuten sie vor allem Käfer, Ameisen, Fliegen und Spinnen. Zwischen April und Juli halten sich die paarungsbereiten Tiere in der Umgebung der Laichgewässer auf. Als Anpassung an das hohe Austrocknungsrisiko der stark besonnten, flachen Tümpel besitzt die Kreuzkröte die kürzeste Entwicklungszeit aller heimischen Froschlurche: vom Ei zur Jungkröte benötigt sie im Extremfall nur 2,5 Wochen, meistens zwischen 4 bis 12 Wochen. Außerdem ist nach erfolgloser Frühjahrsbrut ein erneutes Ablaichen möglich. Die Larven fressen organisches Material wie Detritus, Algen, Kot, Laich und Tierleichen. Die erwachsenen Tiere überwintern im Erdreich. LEBENSRAUM Die ursprünglich genutzten Habitate der Kreuzkröte, wie offene Sand- und Kiesbänke sowie Überschwemmungstümpel in den naturnahen Flussauen existieren kaum noch. Daher besiedelt die Kreuzkröte heutzutage offenes bis halboffenes, trocken-warmes Gelände mit meist lockerem Untergrund, das sie in Sekundärbi- otopen wie Kies- und Sandgruben sowie Truppenübungsplätzen vorfindet. Als typische Laichplätze bevorzugt die Art sonnige, flache Kleinstgewässer mit spärlichem Pflanzenbewuchs, da diese fischfrei und oft arm an wirbellosen Fressfeinden sind. Größere Gewässer können besiedelt werden, wenn sie entsprechende Flachwasserzonen aufweisen. Die zunehmende Verbuschung in Land- und Laichhabitaten führen zum Verschwinden der Kreuz- kröte, was typisch für eine Pionierart ist. LEBENSWEISE Tagsüber verstecken sich Kreuzkröten in selbst gegrabenen Boden- MASSE UND ZAHLEN Gesamtlänge: 4 bis 8 cm Gewicht: ca. 20 g VERBREITUNG Das Verbreitungsgebiet der Kreuzkröte erstreckt sich von der Iberischen Halbinsel im Südwesten über Frankreich, die Beneluxstaaten, die nördliche Schweiz, Deutschland, Polen und Tschechien bis in die Baltischen Staaten, Weißrussland und die nordwestliche Ukraine im Osten. Die nördlichsten Vorkommen befinden sich in Dänemark und Südschweden, außerdem werden Teile Großbritanniens und Irlands besie- delt. In Deutschland ist die Art weit verbreitet und fehlt nur in den Marschgebieten und in höheren Mittelgebirgs- und Hochgebirgslagen. VERBREITUNG IN BADEN-WÜRTTEMBERG In Baden-Württemberg besiedelt die Kreuzkröte vor allem das Hochrhein- und Oberrheintal, die Baar, das Donautal und Teile des Alpenvorlandes. Bewaldete Mittelgebirge wie Schwarzwald und Odenwald werden gemieden. Die Region am mittleren Neckar sowie der Nordosten des Landes sind nur spärlich besiedelt. BESTANDSENTWICKLUNG IN BADEN-WÜRTTEMBERG Eine deutliche Abnahme ist überwiegend in den östlichen Landesteilen zu verzeichnen, im Bereich der Oberrheinebene werden die Bestände weitgehend als stabil eingeschätzt. Am nördlichen Oberrhein und am Hochrhein konnten etliche Vorkommen in den letzten Jahren nicht mehr bestätigt wer- den. GEFÄHRDUNG UND SCHUTZ ROTE LISTE BW SCHUTZSTATUS D BNATSCHG 2VBESONDERSSTRENG STARK GEFÄHRDETVORWARNLISTEGESCHÜTZTGESCHÜTZT GEFÄHRDUNGSURSACHEN VERORDNUNGEN UND RICHTLINIEN EG-VO 338/97FFH-RICHTLINIE ANHANGANHANG - - IV - BARTSCHV - - SCHUTZMASSNAHMEN Verfüllung oder sonstige Rekultivierung von Abbaugebie- ten wie Kiesgruben und Steinbrüchen bzw. deren natürli- che Wiederbewaldung Veränderung der Uferstruktur (z.B. Beseitigung von Flach- wasserzonen) Grundwasserabsenkung und Zerstörung der Dynamik in Flussauen Entwässerung, Tümpelverfüllung, Heckenrodung, Pesti- zideinsatz Unfallopfer durch Barrierewirkung von Straßen und Stra- ßenentwässerungsanlagen (Gullys) Aussetzen von Fischen in Laichgewässer Förderung der Fließgewässerdynamik zur Schaffung von Primärhabitaten (z.B. durch Rückbau von Uferbefesti- gungen) Gewährleistung der fortwährenden Neuschaffung von Laichgewässern in Sekundärlebensräumen wie Kiesgru- ben und Truppenübungsplätzen auch nach Nutzungsauf- gabe (durch umfangreiche Pflegemaßnahmen) Erhaltung des offenes Charakters des Landlebensraumes Erhaltung bzw. Schaffung von Trittsteinhabitaten und Wanderkorridoren zur Vernetzung von Populationen Entfernen von Besatzfischen aus Laichgewässern SCHUTZPROJEKTE Umsetzung FFH-Richtline Art des Zielartenkonzepts Baden-Württemberg FFH-RICHTLINIE Die FFH-Richtlinie ist eine Naturschutz-Richtlinie der EU, deren Namen sich von Fauna (= Tiere), Flora (= Pflanzen) und Habitat (= Lebensraum) ableitet. Wesentliches Ziel dieser Richtlinie ist die Erhaltung der Biologischen Vielfalt durch den Aufbau eines Schutzgebietssystems. Neben der Aus- weisung von Schutzgebieten (FFH-Gebieten) für Arten des Anhangs II wird auch der Erhaltungszustand dieser und der Arten des Anhangs IV und V überwacht. FFH-GEBIETE Für die Kreuzkröte, als Art des Anhangs IV, werden im Rah- men der FFH-Richtlinie keine Schutzgebiete ausgewiesen. ERHALTUNGSZUSTAND IN BADEN-WÜRTTEMBERG VERBREITUNGSGEBIET EINZELBEWERTUNG GESAMTBEWERTUNG GÜNSTIG POPULATION HABITAT ZUKUNFTSAUSSICHTEN UNGÜNSTIG-UNGÜNSTIG-UNGÜNSTIG- UNZUREICHENDUNZUREICHENDUNZUREICHEND UNGÜNSTIG- UNZUREICHEND
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