Im Vorhaben „Operationalisierung von DAS -Indikatoren mit Fernerkundungsdaten" (DASIF) wurden ausgewählte Indikatoren der Deutschen Anpassungsstrategie Klimawandel (DAS) mittels Verfahren aus dem Bereich Satellitenfernerkundung weiterentwickelt. Im Fokus der Studie standen die fünf Indikatoren „Cyanobakterienbelastung von Badegewässern“, „Frühjahrsalgenblüte in Seen“, „Wassertemperatur in stehenden Gewässern“, „Eisbedeckung von Seen und „Gründächer“. Neben einer Lückenanalyse zu bestehenden Indikatoren, wurde eine Validierung von Algorithmen und Satellitendaten anhand von Fallstudien vorgenommen sowie Verfahren für die bundesweite Ableitung von Indikatoren entwickelt. Drei der DASIF-Indikatoren wurden als fernerkundungsbasierte Klimawandel-Indikatoren in den DAS-Monitoringbericht 2023 aufgenommen. Mithilfe eines interaktiven Dashboards lassen sich die Ergebnisse visualisieren und vergleichen. Das Vorhaben konnte für die Indikatoren aufzeigen, dass die Satellitenfernerkundung eine effektive und präzise Methode darstellt, um die Datenbasis für Klimawandelindikatoren zu verbessern. Veröffentlicht in Climate Change | 50/2024.
Im Vorhaben „Operationalisierung von DAS-Indikatoren mit Fernerkundungsdaten" (DASIF) wurden ausgewählte Indikatoren der Deutschen Anpassungsstrategie Klimawandel (DAS) mittels Verfahren aus dem Bereich Satellitenfernerkundung weiterentwickelt. Im Fokus der Studie standen die fünf Indikatoren „Cyanobakterienbelastung von Badegewässern“, „Frühjahrsalgenblüte in Seen“, „Wassertemperatur in stehenden Gewässern“, „Eisbedeckung von Seen und „Gründächer“. Neben einer Lückenanalyse zu bestehenden Indikatoren, wurde eine Validierung von Algorithmen und Satellitendaten anhand von Fallstudien vorgenommen sowie Verfahren für die bundesweite Ableitung von Indikatoren entwickelt. Drei der DASIF-Indikatoren wurden als fernerkundungsbasierte Klimawandel-Indikatoren in den DAS-Monitoringbericht 2023 aufgenommen. Mithilfe eines interaktiven Dashboards lassen sich die Ergebnisse visualisieren und vergleichen. Das Vorhaben konnte für die Indikatoren aufzeigen, dass die Satellitenfernerkundung eine effektive und präzise Methode darstellt, um die Datenbasis für Klimawandelindikatoren zu verbessern.
Die Begriffe Klima und Wetter sind eng miteinander verbunden und müssen doch klar voneinander getrennt betrachtet werden. Beide hängen von meteorologischen Größen wie etwa der Temperatur, dem Niederschlag, dem Luftdruck oder dem Wind ab. Während das Wettergeschehen aber auf kurze Zeitabschnitte und lokale bzw. regionale Räume begrenzt ist, fasst das Klima charakteristische Wettererscheinungen (z.B. Extreme, Mittelwerte) in einem Gebiet über lange Zeiträume zusammen, d.h. eine Periode von wenigstens 30 Jahren (nach Empfehlung der Weltorganisation für Meteorologie, WMO). Zudem beschreibt das Klima in einer Region die komplexen Wechselwirkungen zwischen der Lufthülle der Erde (Atmosphäre) sowie dem Eis (Kryosphäre), der Tier- und Pflanzenwelt (Biosphäre) und dem Wasser (Hydrosphäre) auf der Erde. Wesentliche Faktoren, die die Entstehung oder Veränderung des Klimas beeinflussen, sind (nach Rahmstorf & Schellnhuber, 2007): Alle diese Faktoren sind grundsätzlich zunächst einmal natürlichen Ursprungs. Sie können darüber hinaus durch Rückkopplung mit anderen Prozessen z.T. auch sog. Verstärkermechanismen darstellen (Bsp.: eine erdbahnbedingte Erwärmung lässt Eisbedeckungen schmelzen, dadurch verringert sich die Albedo und die Erdoberfläche erwärmt sich noch stärker). Einige dieser Faktoren können zusätzlich auch durch den Menschen beeinflusst werden, etwa die Konzentration bestimmter Gase in der Atmosphäre oder die Landnutzung. Die Klimaforschung versucht heutzutage das komplexe Geschehen der klimawirksamen Prozesse anhand historischer Spuren aus der Vergangenheit zu rekonstruieren, diese Erkenntnisse zusammen mit aktuellen Messdaten mittels leistungsstarker Rechner zu erfassen und zu verarbeiten und schließlich Szenarien aufzustellen, wie sich das Klima zukünftig unter bestimmten Voraussetzungen verändern könnte. Weiter zum Thema Klimaparameter
Indikatorkennblatt Klimafolgenindikatoren ST Indikator G5 Schiffbarkeit Nr. des IndikatorsG5 BezeichnungBeeinträchtigung der Schifffahrt auf der Elbe ThemenfeldInfrastruktur Unterindikator 1)Sperrung wegen Hochwasser Unterindikator 2)Sperrung wegen Eis Unterindikator 3)Räumliche GliederungBeeinträchtigung wegen Niedrigwasser Elbe-Strecke 5 (Saalemündung bis zur Einfahrt Industriehafen Magdeburg) Stand10.03.2021 Definition und Berechnungsvorschrift Datenquelle, Aufbereitung Bedeutung Intervall der Zeitreihe Eine Beeinträchtigung der Schiffbarkeit der Elbe kann auf Grund bestimmter Ereignisse entstehen, z. B.: - Hochwasser (der höchste Schifffahrtswasserstand wird überschritten) - Eisbedeckung - Niedrigwasser (die Fahrrinnentiefe liegt unter 1,60 m). Die Erfassung der Tage, an denen eine solche Beeinträchtigung der Schifffahrt vorlag, erfolgte im Folgenden vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Magdeburg betreuten Elbeabschnitt: Elbe-Strecke 5 (Saalemündung bis zur Einfahrt Industriehafen Magdeburg). Der Bezugspegel für die Berechnung der Fahrrinnentiefe ist der Pegel Magdeburg/Strombrücke. Als Höchster Schiffbarer Wasserstand wird der Wasserstand festgelegt, welcher beim Erreichen bzw. Überschreiten an den einzelnen Richtpegel für den jeweiligen Streckenabschnitt eine Einstellung der Schifffahrt ganz oder teilweise zur Folge hat. Für die Elbestrecke 5 im Bereich von km 314,5 bis 332,8 gilt als Richtpegel Magdeburg/Strombrücke von 550 cm. Grundlage für die Ermittlung des Niedrigwasserstandes ist der Gleichwertige Wasserstand. Dieser bezeichnet diejenigen Wasserstände, die sich aus gleichwertigen Abflüssen für einen bestimmten Zustand des Gewässerbettes eines Fließgewässers ergeben. Sie stellen einen Niedrigwasserstand dar, der im langjährigen Mittel an 20 eisfreien Tagen im Jahr an den jeweiligen Richtpegeln unterschritten wird. Am Pegel Magdeburg/Strombrücke beträgt dieser 87,5 cm. Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Magdeburg Die Nutzbarkeit der Binnenschifffahrtsstraßen hängt entscheidend von der meteorologischen und hydrologischen Situation im Flusseinzugsgebiet der Wasserstraße ab. Wichtigste Größe ist das Wasserdargebot im Einzugsgebiet der Binnenwasserstraßen. Seine Höhe und jahreszeitliche Verteilung bestimmen die Abfluss- und Wasserstandverhältnisse und die auch unter aktuellen Bedingungen mitunter stark variierenden Wasserstände. Hoch- und Niedrigwasser können dabei gleichermaßen zu Einschränkungen der Binnenschifffahrt führen. Im Zuge des Klimawandels könnte es zur Zunahme der Häufigkeit und der Länge der Einschränkungen der Schifffahrt kommen. Beispielsweise könnten länger andauernde Trockenperioden, so wie in den letzten Jahren, vermehrt zu tage- oder sogar wochenlangen Beeinträchtigungen durch Niedrigwasser führen. Hingegen ist mit Einschränkungen durch winterlichen Eisgang zukünftig eher weniger zu rechnen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass bei Niedrigwasser eine Schifffahrt in der Regel mit Einschränkungen (z. B. mit geringerer Zuladung) noch möglich ist, wohingegen die Wasserstraßen bei einer Überschreitung des Höchsten Schifffahrtswasserstands oder bei stärkerem Eisgang ganz für die Schifffahrt gesperrt werden müssten. 01.01.1975 bis 31.12.2019 Seite 1/5 Erstellt im Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt Indikatorkennblatt Klimafolgenindikatoren ST Indikator G5 Schiffbarkeit Aktualisierungsintervalljährlich, zum Ende des I. Quartals 1) Kommentierung des Indikatorverlaufs Sperrung wegen HochwasserHochwasser wurden auf dem Elbeabschnitt 5 immer wieder verzeichnet. Oft wurden diese durch extreme Niederschläge im Einzugsgebiet der Elbe und ihrer Nebenflüsse verursacht, wie beispielsweise in den Jahren 2002 und 2013. In beiden Jahren ist die Elbeschifffahrt über mehr als zwei Wochen wegen Überschreitung des Höchsten Schifffahrtswasserstands eingestellt worden. Zu Sperrungen kommt es aber erst, wenn der höchste schiffbare Wasserstand überschritten wird. Zumeist waren diese auf nur einige Tage beschränkt. Ein Trend zu einer Änderung der Häufigkeit der Sperrtage wegen Überschreitung des Höchsten Schifffahrtswasserstandes ist nicht erkennbar. 2) Kommentierung des Indikatorverlaufs Sperrung wegen EisEisgang auf Flüssen entsteht durch länger andauernde winterliche Kälteperioden. Zu einer längeren Beeinträchtigung der Schifffahrt auf der Elbe wegen Eis kam es zuletzt nach der Kältewelle 1996/1997. Danach traten Sperrungen aus diesem Grund seltener und nur über kürzere Zeiträume auf, zuletzt in der Kältewelle 2012. Insgesamt ist bei der Beeinträchtigung der Schifffahrt durch Eisgang eine abnehmende Tendenz zu erkennen, die ihre Ursache in den steigenden Wintertemperaturen hat. 3) Kommentierung des Indikatorverlaufs Beeinträchtigung wegen NiedrigwasserDer Wasserstand eines Flusses steht grundsätzlich in Abhängigkeit vom natürlichen Wasserdargebot, welches durch Niederschlag oder Schneeschmelze beeinflusst wird. Die Möglichkeit, auf Wasserstände aktiv Einfluss zu nehmen, wäre nur bei staugeregelten Flüssen (durch Veränderung der Wehrstellung, Einschränkung des Schleusenbetriebes u. a.) gegeben. Dazu gehört die Elbe jedoch nicht. Bis zum Anfang der 2000er Jahre kam es aufgrund von Niedrigwasser nur vereinzelt und wenn, dann auch nur zu kurzzeitiger Beeinträchtigung des Schiffsverkehrs auf der Elbe. Erst ab 2016 musste eine überproportional starke Zunahme dieser Tage erfasst werden. Diese gehen mit den länger andauernden Dürreperioden der vergangenen Jahre einher. Seit 2016 kam es auf der Elbe in den Monaten Mai bis zum Spätherbst und länger zu starken Einschränkungen hinsichtlich der Abladetiefe und somit auch der transportierten Tonnage, zum Teil sogar zum Erliegen der Schifffahrt. Seite 2/5 Erstellt im Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt Indikatorkennblatt Indikator G5 Schiffbarkeit Klimafolgenindikatoren ST Unterindikator 1)Beeinträchtigung der Schifffahrt auf der Elbe wegen Hochwasser Bezeichnung für DiagrammAnzahl der Tage eines Jahres mit einer Sperrung der Elbe-Strecke 5 wegen Überschreitung des höchsten Schifffahrtswasserstands (HSW) 20 Anzahl der Sperrtage 18 16 14 12 10 8 6 4 Überschreitung HSW linearer Trend (Überschreitung HSW) Datentabelle der Sperrtage wegen Überschreiten des höchsten Schiffahrtswasserstandes Elbe-Strecke 5 Elbe-Strecke 5 Elbe-Strecke 5 2019 2015 2011 2007 2003 1999 1995 1991 1987 1983 1979 0 1975 2 197519761977197819791980198119821983198419851986198719881989 50002566000011130 199019911992199319941995199619971998199920002001200220032004 0000000044801460 200520062007200820092010201120122013201420152016201720182019 0900008018000000 Seite 3/5 Erstellt im Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt
Wandernde Westwinde und warmes Tiefenwasser sind die treibenden Kräfte hinter dem zunehmenden Eismassenverlust in der Westantarktis. Zu diesem Ergebnis kommt ein internationales Geologenteam, dessen Studie am 5. Juli 2017 im Fachmagazin Nature erschienen ist. Die Wissenschaftler aus Deutschland, Großbritannien, Dänemark und Norwegen hatten mit Hilfe von Sedimentkernen das Zusammenspiel von Ozean und Eisströmen im Amundsenmeer für die zurückliegenden 11.000 Jahre rekonstruiert und deutliche Parallelen zwischen den aktuellen Ereignissen und großen Eisverlusten vor mehr als 7500 Jahren entdeckt. Die neuen Daten sollen nun helfen, die zukünftige Entwicklung des Westantarktischen Eisschildes besser vorherzusagen. Mit ihren neuen Erkenntnissen füllen die Wissenschaftler eine entscheidende Lücke in der Klima- und Eismodellierung. Für ihre Studie hatten die Wissenschaftler Sedimentkerne analysiert, die im Jahr 2010 auf einer Expedition des deutschen Forschungseisbrechers Polarstern in die Pine Island-Bucht des Amundsenmeeres geborgen worden waren. Die Bodenproben enthielten Überreste winziger Meeresorganismen, sogenannter Foraminiferen. Der geochemische Fingerabdruck ihrer Kalkschalen erlaubt Rückschlüsse auf die Umweltbedingungen zu Lebzeiten der Tiere. Auf diese Weise gelang es den Forschern, die Temperatur-, Strömungs- und Eisverhältnisse im Amundsenmeer für die zurückliegenden 11.000 Jahre zu rekonstruieren. Die in das Amundsenmeer mündenden Gletscher und Eisströme verlieren inzwischen so viel Eis, dass sie allein zehn Prozent des globalen Meeresspiegelanstieges verursachen. Weltweite Aufmerksamkeit erregen vor allem der Pine Island-Gletscher und der Thwaites-Gletscher. Beide haben ihr Fließtempo und ihre Rückzugsraten in den vergangenen Jahrzehnten enorm gesteigert. Zusammen genommen speichern die Eisströme der Region so viel Eis, dass sie im Falle ihres Abschmelzens den Meeresspiegel um 1,2 Meter ansteigen lassen könnten.
Das arktisches Meereis erreichte am 7. März 2017 seine größte Ausdehnung. Dieses Maximum ist 2017 so gering wie noch nie seit Beginn der satellitengestützten Messungen vor 38 Jahren. Das teilte das US-amerikanische Datenzentrum für Schnee und Eis am 22. März 2017 mit. Demnach waren in der Arktis etwa 14,4 Millionen Quadratkilometer mit Eis bedeckt. Im Vergleich zum Jahr 2016 ist das Eis um 100.000 Quadratkilometer geschrumpft. Das ist das dritte Jahr in Folge, in dem die Eisbedeckung geringer wird.
Das Forschungsschiff Polarstern ist von seiner 23. Arktisexpedition am 17. Oktober 2008 nach Bremerhaven zurückgekehrt. Es hat als erstes Forschungsschiff weltweit sowohl die Nordwest- als auch die Nordostpassage durchfahren und damit einmal den Nordpol umrundet. An Bord befanden sich bis zu 47 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus zwölf Nationen. Wegen der geringen Eisbedeckung konnten die Expeditionsteilnehmer in bisher nicht zugänglichen Seegebieten forschen.
Das Projekt "Wechselwirkungen zwischen saisonale arktische Meereisprozessen und Stabilität der Halokline – auf dem Weg zum Verständnis arktischer Gas- und Stoffflüsse" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Deutsche Forschungsgemeinschaft durchgeführt. In Folge des globalen Klimawandels hat sich die Meereisdecke in der Arktis dramatisch verändert. Im derzeitigen Zustand spielt die arktische Eisdecke eine wichtige Rolle; so schirmt sie das Oberflächenwasser, die sogenannte arktische Halokline (Salzgehaltsschichtung), von der Erwärmung durch die sommerliche Sonneneinstrahlung ab. Zudem wird die Halokline durch die Salze, welches beim Gefrierprozess des Meerwassers aus der Kristallstruktur austritt, gebildet und stabilisiert. Gleichzeitig wirkt die Halokline als Barriere zwischen der Eisdecke und dem darunter liegenden warmen atlantischen Wasser und trägt so zum Erhalt der arktischen Meereisdecke bei. Dieses Gleichgewicht ist nun durch die insgesamt wesentlich dünnere arktische Meereisdecke und ihre verringerte sommerliche Ausdehnung gestört. Im Meerwasser sind zudem Gase und biogeochemisch wichtige Spurenstoffen enthalten. Diese werden durch die Gefrierprozesse eingeschlossen, beeinflusst und wieder ausgestoßen. So beeinflusst die Meereisdecke die Gas- und Stoffflüsse zwischen Atmosphäre, Eis und oberer Wasserschicht. Durch die Eisbewegung findet außerdem ein Transport statt z.B. in der sogenannten Transpolarendrift von den sibirischen Schelfgebieten, über den Nordpol, südwärts bis ins europäische Nordmeer. Nun wird mit den weitreichenden Veränderungen des globalen und arktischen Klimawandels bereits von der „neuen Arktis“ gesprochen, da angenommen wird, dass sich die Arktis bereits in einem neuen Funktionsmodus befindet. Dabei ist jedoch weitgehend unbekannt wie dieses neue System funktioniert, sich weiterentwickelt und wie sich dies auf die Eisbildungsprozesse und damit die Stabilität der Halokline und die damit verbundenen Gas- und Stoffflüsse auswirkt. Für solche Untersuchungen werden über den Jahresverlauf Proben der oberen Wassersäule und der Eisdecke benötigt. Ermöglicht wird dies durch die wissenschaftliche Initiative MOSAiC. Mithilfe der stabilen Isotope des Wassers (?18O und ?D) aus dem Eis und der Wassersäule kann Rückschlüsse auf die Herkunftswässer und den Gefrierprozess gezogen werden und diese Ergebnisse sollen in direkten Zusammenhang mit Gas- und biogeochemischen Stoffuntersuchungen (aus Partnerprojekten) gesetzt werden. Dabei können z.B. Stürme, Schmelzprozesse, Schneebedeckung, Teichbildung und Alterungseffekte des Eises eine Rolle spielen. Untersucht wird parallel die Veränderung der Wassersäule welche z.B. durch Wärmetransport, wiederum die Eisdecke beeinflussen kann.Diese prozessorientierten Untersuchungen der saisonalen Eisbildungsprozesse in Eis und Wassersäule der zentralen Arktis, werden einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der Stabilität der arktischen Halokline und der arktischen Gas- und Stoffflüsse liefern. Da sich die Gase und Stoffe nicht-konservativ verhalten, während die Isotope im Gefrierprozess konservativ sind, erwarten wir aus der Diskrepanz wiederum wichtige Informationen z. B. über wiederholtes Einfrieren von Süßwasserbeimengungen ableiten zu können.
Das Projekt "Ein hybrides Meereismodell zur Messung des Einflusses der Kopplung von Meereis-Ozean-Atmosphäre auf der Skala von Meereisschollen auf die antarktische Meereisverteilung" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Deutsche Forschungsgemeinschaft durchgeführt. Eine Reihe von Mechanismen wurden benannt, um die Abnahme und Zunahme der Meereisausdehnung im Südpolarmeer in den letzten Jahren zu erklären. Aber die Prozesse, die diese Entwicklung antreiben, sind bis jetzt noch nicht umfassend verstanden. Die Simulation des antarktischen Meereises in aktuellen Klimamodellen bleibt ein grundlegendes Problem. Es gibt einige Hinweise darauf, dass das Problem, neben der Formulierung von atmosphärischen und ozeanischen Prozesse, auch auf die Beschreibung der Meereisphysik im Südpolarmeer zurückzuführen ist. Obwohl ein großer Teil der gegenwärtigen Meereisbedeckung im Südlichen Ozean aus einer marginalen Eiszone besteht, lösen kontinuumsmechanische Meereismodelle die Meereisschollen normalerweise weder auf, noch parametrisieren sie dieses Regime und vernachlässigen somit wichtige Rückkopplungen zur Vorhersage von Klima und Wetter. Darüber hinaus ist die Anwendung von kontinuumsmechanischen Meereismodellen auf, oder unterhalb der Skala einzelner Schollen fragwürdig, da die zugrunde liegende Kontinuumsannahme dieser Meereismodelle wahrscheinlich nicht gegeben ist. In diesem Projekt möchten wir die Defizite der derzeitig verwendeten kontinuumsmechanischen Meereismodelle adressieren, indem wir ein hybrides Meereismodell entwickeln, das die Wechselwirkungen zwischen Atmosphäre, Meereis und Ozean bis zur Schollenskala explizit beschreibt. Das hybride Modell bietet einen nahtlosen Ansatz zur Vorhersage des Meereises, der von der Simulation einzelner Meereisschollen in der marginalen Eiszone bis hin zur Darstellung des Packeises reicht. Unser hybrides Modell, das Partikel- mit Kontinuumsmethoden kombiniert, wird zu einem besseren Verständnis und einer besseren Vorhersage des antarktischen Klimasystems beitragen, indem es Kopplungen zwischen Atmosphäre, Meereis und Ozean bis hin zu einer Schollenskala explizit miteinbezieht. Kleinskalige Prozesse, die sich auf einzelne Schollen beziehen, sind für das polare Klima wichtig, aber ihre Parametrisierung in kontinuumsmechanischen Meereismodellen bleibt eine offene Forschungsfrage.Um den Einfluss der schollenskaligen Wechselwirkungen auf die Entwicklung der Meereisbe-deckung im Südlichen Ozean zu analysieren, werden wir ein Diskretes-Elemente-Modell entwickeln, das auf der Beschreibung von DESIgn und dem Princeton-DEM basiert, und es in die kontinuumsmechanische Meereisformulierung im Klimamodell ICON einbetten. Unser Ziel ist, die Interaktion von Meereisschollen explizit in einem Teilgebiet wie der marginalen Eiszone darzustellen, denn es hat sich gezeigt, dass die Schollengrößenverteilung das simulierte Meereisvolumen signifikant beeinflusst. In Regionen, in denen eine hohe räumliche Auflösung nicht erforderlich ist, verwenden wir zur Simulation des Meereises das kontinuumsmechanische Modell, das ein geeigneter, recheneffizienter Ansatz ist, um die Meereisentwicklung auf großen Skalen und mit niedriger Auflösung zu beschreiben.
Das Projekt "Untersuchungen von Änderungen der Klimavariabilität während der letzten 130 000 Jahre basierend auf einem Eisbohrkern von Skytrain Ice Rise, Westantarktis (CliVarSky130)" wird vom Umweltbundesamt gefördert und von Deutsche Forschungsgemeinschaft durchgeführt. Die Westantarktis ist eine der Regionen der Erde, die am sensibelsten auf den aktuellen Klimawandel reagiert. Ein Zusammenbruch dieses Eisschildes in einem wärmeren Klima würde dramatische Folgen für den globalen Meeresspiegelanstieg haben. Dabei spielt nicht nur der Anstieg der globalen Mitteltemperatur eine Rolle, sondern in gleichem Maße auch Veränderungen der Klimavariabilität. Diese Veränderungen können das labile westantarktische System an Kipppunkte bringen, die wiederum zu unwiderruflichen eisdynamischen Prozessen führen. Um diese zum Teil abrupten Veränderungen in Zukunft besser einschätzen zu können, müssen diesbezügliche Modellprojektionen auf einer soliden Datenbasis stehen. Paläoklimatische Zeitreihen, in diesem Fall aus Eisbohrkernen, bieten solch eine Datengrundlage. Besonders interessant sind hierbei Zeitreihen, die zurückreichen in das letzte Glazial, oder idealerweise in die davorliegende letzte natürliche Warmzeit (ca. 110 000 - 130 000 Jahre vor heute). Solche langen Zeitreihen aus der Westantarktis sind allerdings bisher nur spärlich vorhanden. Im Rahmen des WACSWAIN Projekts (WArm Climate Stability of the West-Antarctic Ice sheet in the last iNterglacial) wurde kürzlich ein neuer Eiskern auf Skytrain Ice Rise gebohrt, der einen Zeitraum bis 126 000 Jahre vor heute abdeckt. Umfassende kontinuierliche Datensätze der stabilen Wasserisotope, der chemischen Spurenstoffe und der physikalischen Parameter wurden im Rahmen von WACSWAIN erhoben und stehen nun für weitere Analysen zur Verfügung. Außerdem wurden zum ersten Mal parallel zu den kontinuierlichen Messungen ausschnittweise Abschnitte des Kerns mit der ultra-hochauflösenden Methode der Laser Ablation (LA-ICP-MS) auf ihren Spurenstoffgehalt untersucht. Dies erlaubt die Analyse von Veränderungen in bisher nicht verfügbarer Detailliertheit. Das Ziel des hier vorgestellten Projektes ist es diese hochaufgelösten Signale zusammen mit den kontinuierlichen zu nutzen, um die Veränderungen der Klimavariabilität in dieser Region der Westantarktis in beispielloser Genauigkeit für den letzten glazialen Zyklus statistisch zu analysieren. Ein besonderer Fokus wird dabei auf Phasen mit abrupten Änderungen in den Temperatur- und Eisbedeckungsproxies, wie zum Beispiel einem signifikanten Anstieg der marinen Ionenkonzentration und der Wasserisotope im frühen Holozän, liegen. Die statistischen Analysen der vergangenen Klimavariabilität (Varianz, Amplitude, Skalierungsfaktoren) werden im Folgenden genutzt, um die aktuell zu beobachtenden Veränderungen in der Westantarktis besser verstehen zu können. Dies wird zusätzlich unterstützt durch das Testen der wissenschaftlichen Hypothesen über die Ursachen der Veränderungen mittels spezifischer, isotopengetriebener globaler Zirkulationsmodelle, sowie chemischer Transportmodelle atmosphärischer Spurenstoffe. Dieses Projekt wird somit einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der westantarktischen Klimasystems in der Vergangenheit und Zukunft leisten.
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