Epidemiologische Untersuchungen ergaben Hinweise auf eine krebsfoerdernde Wirkung magnetischer Wechselfelder (50 oder 60 Hertz) bei Menschen an entsprechend exponierten Arbeitsplaetzen bzw. im Wohnbereich (z.B. in der Naehe von Hochspannungsmasten). Die tierexperimentellen Untersuchungen des Projekts sollen klaeren, ob Magnetfeldexposition zu einem vermehrten Auftreten und/oder Wachstum von Brustkrebs fuehrt und welche Mechanismen daran beteiligt sind.
Das Ziel dieses Forschungsvorhabens besteht in der Entwicklung effizienter Algorithmen zur numerischen Berechnung von langsam veränderlichen elektromagnetischen Feldern im menschlichen Körper unter Verwendung realitätsnaher Körpermodelle. Elektromagnetische Feldexpositionen des menschlichen Körper liegen im Alltag durch eine Vielzahl elektrischer Geräte und Maschinen am Arbeitsplatz oder im Haushalt und in der Nähe von Hochspannungsleitungen vor. Dieser sogenannte Elektrosmog ist seit geraumer Zeit besonders unter gesundheits- und arbeitsmedizinischen Aspekten von wissenschaftlichem Interesse. Aus diesem Grund ist die Vorhersage von Stärke und Verteilung langsam veränderlicher elektromagnetischer Feldverteilungen im menschlichen Körper ein Thema aktueller Forschungsbemühungen.
Bestimmung der Immissionen hochfrequenter elektromagnetischer Felder (EMF) durch systematische Messung und Prognose bei ausgewählten Mobilfunksendeanlagen der neuen LTE-Technologie im Regelbetrieb in NRW
Seit 2003 wurden durch das Bundesamt für Strahlenschutz mehrere bevölkerungsrepräsentative Untersuchungen zum Thema elektromagnetische Strahlung und Gesundheit durchgeführt. Quantitative Befragungen wurden in den Jahren 2003, 2004, 2005, 2006, 2009 und 2013 durchgeführt. Die vorliegende Untersuchung schließt zum einen an diese Befragungen an und bezieht zum anderen als weiteren großen Forschungsschwerpunkt das Thema 5G ein. Durch die Einführung des neuen Mobilfunkstandards 5G (im Folgenden kurz „5G“) erfährt das Thema „Mobilfunk und Gesundheit“ ein erhöhtes mediales und öffentliches Interesse. In der Corona-Krise wurde dieses Thema nochmals verstärkt, z.B. durch Gerüchte, dass 5G für den Ausbruch der Epidemie verantwortlich sei, so dass in einigen Ländern sogar 5G-Infrastruktur wie Mobilfunkmasten beschädigt wurden. Insgesamt scheint das Thema 5G eine ganze Reihe von öffentlichen Diskursen zu berühren: Neben dem Thema „Gesundheit“, z.B. rund um das Phänomen Elektrosensibilität, geht es auch um Themen wie „Datenschutz“ (z.B. im Kontext der Beteiligung chinesischer Investoren), „Umwelt & Gesundheit“ (Stichwort: Elektrosmog) oder das Thema „technischer Nutzen“ (Stichwort: Funklöcher). Verschiedene qualitative Untersuchungen deuten darauf hin, dass die persönliche Gesamtexposition und in Folge auch die Risikowahrnehmung bei Nahquellen wie den eigenen digitalen Endgeräten eher unterschätzt und der Beitrag der Fernfeldquellen wie Mobilfunkbasisstationen überschätzt werden könnte. Darüber hinaus geht der 5G-Standard mit einem vermehrten Einsatz technischer Neuerungen einher, wie etwa dem „Beamforming“ und kleineren Mobilfunkzellen. Nicht bekannt ist, welcher Wissenstand über die technischen Neuerungen in der Bevölkerung vorliegt, welche Ableitungen in Bezug auf die Risikoeinschätzung getroffen werden und ob bzw. von wem zwischen dem Mobilfunk als Ganzem und 5G unterschieden wird. Mit dem Ziel, den Informationsbedarf in der Gesellschaft differenziert zu erheben, gilt es, das Thema Wahrnehmung des Mobilfunks in seiner Vielschichtigkeit zu erfassen, Unsicherheiten beim Thema Mobilfunk und Gesundheit bzw. 5G und Gesundheit zu identifizieren und in Bezug zu Risikoein-schätzungen bei anderen Gesundheitsthemen zu stellen.
Faktische und vermutete Gefährdungslagen wie Elektrosmog, nanoskalige Materialien und BSE haben einen weiten Raum von öffentlichen und (sub-) politischen Risikodebatten geöffnet. Sie lassen unübersichtliche Arenen aus Expertisen, Gegenexpertisen und medialen Darstellungen entstehen, die für alle gesellschaftlichen Akteure durch ihre Komplexität und Dynamik immer schwerer zugänglich werden. Mit dem forschungsleitenden Stichwort systemische Risiken wird vor allem auf die Dynamik und Wandlungsfähigkeit dieser Risiken aufmerksam gemacht, die einen veränderten institutionellen Umgang erforderlich machen. Eine solche, stärker integrative Risikobetrachtung soll im Rahmen des Projektes durch eine Kartierung von Risikodiskursen ermöglicht werden. Projektziel: Angestrebt wird die Entwicklung eines Prototyps für die Darstellung von Risikokonflikten in Form von internetbasierten Argumentationslandkarten. Die Entwicklung des visualisierenden Verfahrens der Wissenserschließung und -kommunikation geschieht im Rahmen einer transdisziplinären Kooperation von Sozialwissenschaftlern, Informatikern und Praxispartnern. Die Argumentationslandkarten sollen eine neue Form des gesellschaftlichen Umgangs mit systemischen Risiken ermöglichen. Dazu werden drei beispielhafte Risikofelder (Mobilfunkstrahlung, Nahrungsergänzungsmittel und nanoskalige Materialien) mit den jeweils beteiligten Akteuren, Stoffen und Argumenten kartiert bzw. durch eine internetbasierte Verknüpfung von Zusammenhängen in Text und Bild rekonstruiert. Arbeitssschritte: Die Wissensansprüche, Risikoverständnisse und standortbezogene Beurteilungen der unterschiedlichen, am jeweils betrachteten Risikokonflikt beteiligten Akteure sowie ihre dynamische und aufeinander bezogene Entwicklung werden mit Hilfe sozialwissenschaftlicher Methoden der Diskursanalyse analysiert und beschrieben. Sodann wird ein Softwaretool für die verknüpfende Darstellung dieser Daten auf internetbasierten Oberflächen entwickelt. Liegen erste Versionen von Visualisierungsformen vor, die sowohl der Komplexität der Risikokonflikte als auch den Wünschen potentieller Nutzer gerecht werden können, wird in Stakeholderworkshops die Praxistauglichkeit solcher Kartierungen im Umgang mit strategischen Risiken optimiert.
Zielsetzung: Das Mikrowellen-Hören ist im Bereich der Radar-Strahlung ein bekanntes Phänomen. Zu Effekten hochfrequenter elektromagnetischer Felder des Mobilfunks auf das Hörsystem liegen dagegen nur wenige Studien vor. Diese deuten auf mögliche physiologische Effekte, nicht aber auf gesundheitliche Beeinträchtigungen hin. Demgegenüber stehen Hinweise aus der Bevölkerung und von niedergelassenen Ärzten, die von Hörstörungen sowie Tinnitus sprechen. Diese Diskrepanz soll geklärt werden. Ziel des Vorhabens ist es zu klären, ob und ab welcher Intensität hochfrequente elektromagnetische Felder des Mobilfunks Tinnitus auslösen können. Der Einfluss gepulster Felder des Mobilfunks nach GSM Standard auf die Entstehung von Tinnitus wird mit verhaltensphysiologischen und molekularbiologischen Methoden untersucht. Ein derartiger Versuchsansatz ist am Hörforschungszentrum Tübingen am Tiermodell Ratte etabliert. In diesem Vorhaben werden Ratten unterhalb und oberhalb der zulässigen Teilkörper-SAR-Werte exponiert und dann auf Tinnitus getestet werden. Die Schwellenwerte einer möglichen Wirkung und der Zeitablauf des Effekts sollen bestimmt werden. Der Wirkungsmechanismus wird nach Möglichkeit erläutert.
Das kommerzielle Mobilfunksystem TETRA , welches im Frequenzbereich 380 MHz - 400 MHz mit Mehrfachzugriff TDMA (ähnlich dem öffentlichen GSM-Mobilfunk) arbeitet, steht europaweit kurz vor der Einführung bei den BOS-Diensten. Später soll auf der Basis des TETRA-Standards ein allgemeines Betriebsfunksystem entwickelt werden. Da auf Grund der im Vergleich zum GSM-Mobilfunk niedrigen Trägerfrequenz die Eindringtiefe der elektromagnetischen Felder erheblich größer, die Pulsfrequenz dagegen wesentlich niedriger ist, sind bei gleicher Intensität der Felder stärkere biologische Wirkungen zu erwarten. Bisher sind nur wenige tierexperimentelle Untersuchungen zur biologischen Wirkung hochfrequenter elektromagnetischer Felder mit Pulsung nach dem TETRA-Standard durchgeführt worden. Untersuchungen an Menschen sind nicht bekannt. Ziel des Projektes ist es, mögliche Wirkungen solcher Felder auf das Befinden und die Leistung der Probanden in verschiedenen Anforderungssituationen und auf die bioelektrische Hirnaktivität von Menschen zu untersuchen und ein sich daraus ergebendes Gesundheitsrisiko für die Benutzer dieser mobilen Kommunikationstechnik zu erkennen.
| Organisation | Count |
|---|---|
| Bund | 53 |
| Land | 11 |
| Weitere | 6 |
| Wissenschaft | 9 |
| Zivilgesellschaft | 8 |
| Type | Count |
|---|---|
| Förderprogramm | 49 |
| Text | 8 |
| unbekannt | 7 |
| License | Count |
|---|---|
| Geschlossen | 14 |
| Offen | 50 |
| Language | Count |
|---|---|
| Deutsch | 64 |
| Englisch | 8 |
| Resource type | Count |
|---|---|
| Dokument | 4 |
| Keine | 46 |
| Unbekannt | 2 |
| Webseite | 14 |
| Topic | Count |
|---|---|
| Boden | 30 |
| Lebewesen und Lebensräume | 48 |
| Luft | 34 |
| Mensch und Umwelt | 64 |
| Wasser | 28 |
| Weitere | 64 |