Indikator: Grünlandfläche Die wichtigsten Fakten Die Grünlandfläche hat in Deutschland von 1991 bis 2024 um knapp 12 % abgenommen. In den letzten Jahren blieb die Dauergrünlandfläch auf nahezu gleichem Niveau. Der Grünlandverlust konnte mit der EU-Agrarpolitik ab 2014 un dem Ordnungsrecht weitestgehend gestoppt werden, die Grünlandfläche sank seitdem nicht mehr unter das Niveau von 2013. Um dieses Ziel auch dauerhaft zu erreichen, sind weiterhin ambitionierte Anstrengungen notwendig. Welche Bedeutung hat der Indikator? Extensiv bewirtschaftetes Grünland ist wichtig für artenreiche Pflanzengesellschaften, die nährstoffarme Böden benötigen und mittlerweile in der Agrarlandschaft selten sind. Rund 40 % aller in Deutschland gefährdeten Farn- und Blütenpflanzen kommen im Grünland vor ( BfN 2023 ). Darüber hinaus sind Dauergrünlandflächen wichtig für den Boden- und Gewässerschutz und leisten als Kohlenstoffspeicher einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz . Relevant ist dabei vor allem „Dauergrünland“: Es umfasst Wiesen und Weiden, die seit mindestens fünf Jahren nicht als Ackerland genutzt wurden. Der Grünlandrückgang resultierte zum einen aus der steigenden Nachfrage nach Futter- und Energiepflanzen: Auch ökologisch besonders wertvolle Standorte wie Grünland auf kohlenstoffreichen Moorböden wurden umgebrochen und in Ackerland umgewandelt. Damit verlieren die Flächen ihre oben beschriebenen positiven Eigenschaften für den Umwelt- und Klimaschutz. Zum anderen sind auch ertragsarme und schwer zugängliche Standorte gefährdet: Können solche Standorte nicht ökonomisch genutzt werden, wird ihre Nutzung oft eingestellt. Diese Standorte „verbuschen“, wodurch seltene Pflanzenbestände und die darauf angepasste Fauna verloren gehen. Wie ist die Entwicklung zu bewerten? In Deutschland ist das Dauergrünland in den letzten Jahrzehnten unter Druck geraten. 1991 wurden noch über 5,3 Millionen Hektar (Mio. ha) als Dauergrünland bewirtschaftet. Im Jahr 2024 waren es nur noch 4,7 Mio. ha. Das sind knapp 12 % weniger als noch im Jahr 1991. Mit der EU-Agrarpolitik ab 2014 wurde der Erhalt von Dauergrünland über die „Greening“-Auflagen als Voraussetzung für flächengebundene Direktzahlungen geregelt. Mit einer allgemeinen Genehmigungspflicht für den Umbruch von Dauergrünland und einem vollständigen Umwandlungs- und Pflugverbot für besonders schützenswertes Dauergrünland sollte der Verlust gestoppt werden. Auch in der aktuellen Förderperiode der GAP, die seit Januar 2023 gilt, wird der Erhalt des Grünlands über die sogenannte Konditionalität in der ersten Säule gesichert. Landwirt*innen, die Direktzahlungen erhalten, dürfen ihr Grünland nur unter bestimmten Voraussetzungen und nur nach Genehmigung umbrechen. Zudem gibt es in einigen Bundesländern (z.B. in BW, MV, SH) Landesgesetze, die den Umbruch von Grünland generell verbieten. Seit 2013 sind die Dauergrünlandflächen und ihr Anteil an der landwirtschaftlich genutzten Fläche wieder leicht angestiegen bzw. blieben zuletzt auf nahezu gleichem Niveau. Nach wie vor sind die übergeordneten Treiber des Grünlandumbruchs jedoch weitgehend unverändert. Dies gilt insbesondere für den hohen Bedarf an ackerbaulichen Futtermitteln, die Förderung des Anbaus von Energiepflanzen, den Flächenverbrauch von Siedlung und Verkehr und die Nutzungsaufgabe (s. o.). Deshalb ist davon auszugehen, dass das Grünland weiterhin unter Druck stehen wird. Ein wirksamer Grünlandschutz bleibt damit von herausragender Bedeutung. Wie wird der Indikator berechnet? Der Indikator basiert auf Ergebnissen der Bodennutzungshaupterhebung 2024 des Statistischen Bundesamtes. Die Ergebnisse werden in Tabelle 41271-0003 Landwirtschaftliche Betriebe, Landwirtschaftlich genutzte Fläche: Deutschland, Jahre, Bodennutzungsarten sowie im Statistischen Jahrbuch des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft und auf der Webseite des Statistischen Bundesamtes zum Thema Grünland veröffentlicht. Eine ausführliche Beschreibung des Verfahrens findet sich im Qualitätsbericht zur Bodennutzungshaupterhebung (Destatis 2022). Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie im Daten-Artikel "Grünlandumbruch" .
Grünlandumbruch Grünland (Wiesen und Weiden) sind ökologisch wertvolle Flächen in der Agrarlandschaft und Bestandteil einer multifunktionalen Landwirtschaft. Als Dauergrünland gelten Wiesen und Weiden, die mehr als fünf Jahre nicht als Acker genutzt wurden. Der Flächenanteil hat seit Anfang der 1990er Jahre abgenommen. Der Verlust wurde gestoppt, jedoch muss Dauergrünland erhalten werden, damit das so bleibt. Gefährdung des Grünlands Grünlandflächen wie Mäh- und Streuwiesen sowie Weiden werden intensiv oder extensiv zur Nahrungs- und Futtermittelherstellung sowie zur Biomassegewinnung für die Energieerzeugung bewirtschaftet und sind wichtig für den Naturschutz. In den Jahren vor 2013 ist das Grünland in Deutschland stark unter Druck geraten, denn es wurde häufig zu Ackerland umgebrochen (umgepflügt). Erst ab 2014 sind die Dauergrünlandflächen und ihr Anteil an der landwirtschaftlich genutzten Fläche wieder leicht gestiegen. Dies liegt zum einen an der EU-Agrarreform 2013, die den Erhalt von Dauergrünland über sogenannte „Greening“-Auflagen ab 2015 regelte sowie an landesrechtlichen Regelungen einzelner Bundesländer. Über eine allgemeine Genehmigungspflicht für den Umbruch und ein vollständiges Umwandlungs- und Pflugverbot für besonders schützenswertes Dauergrünland soll der Verlust nachhaltig gestoppt werden. Nach wie vor sind die Ursachen des Grünlandumbruchs jedoch nicht beseitigt. Dies gilt besonders für den Bedarf an ackerbaulichen Futtermitteln, die Förderung des Anbaus von Energiepflanzen sowie die Nutzungsaufgabe, also das Einstellen der Bewirtschaftung. Jedes Jahr gehen zudem landwirtschaftliche Flächen, v.a. für Siedlungs- und Verkehrsflächen, verloren. Deshalb ist davon auszugehen, dass das Grünland auch zukünftig unter Druck stehen und die Nutzung weiter intensiviert wird. Ein wirksamer Grünlandschutz bleibt damit von herausragender Bedeutung. Die Abbildung "Gesamtfläche von Dauergrünland und Anteil an der landwirtschaftlich genutzen Fläche" zeigt den Rückgang des Dauergrünlands absolut und als Anteil an der landwirtschaftlich genutzten Fläche (LF) in Deutschland. Während 1991 noch über 5,3 Millionen Hektar (Mio. ha), beziehungsweise 31,1 % der LF als Dauergrünland bewirtschaftet wurden, waren es 2024 nur rund 4,7 Mio. ha bzw. 28,5 % der LF. Gegenüber 2023 ist die Gesamtfläche des Dauergrünlands 2024 um rund 10.000 ha leicht gestiegen. Aktuelle Daten für das Grünland in den Bundesländern liegen derzeit noch nicht vor (siehe Tab. „Dauergrünlandflächenanteil und Veränderung in den Bundesländern“). Gesamtfläche von Dauergrünland und Anteil an der landwirtschaftlich genutzten Fläche Quelle: BMEL / Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF Diagramm als Excel mit Daten Tab: Dauergrünlandflächenanteil und Veränderung in den Bundesländern Quelle: BMEL / Umweltbundesamt Tabelle als PDF Table as Excel Ökologische Bedeutung des Grünlands Das Grünland erfüllt über die landwirtschaftliche Produktion hinaus vielfältige Funktionen in der Agrarlandschaft. Es bietet Möglichkeiten für Freizeit und Erholung und hat einen hohen ästhetischen Naturwert. Auf Grünlandstandorten kommen über die Hälfte aller in Deutschland beobachteten Tier- und Pflanzenarten vor. Damit haben sie große Bedeutung für den Artenschutz und den Erhalt der Artenvielfalt ( Biodiversität ). Extensiv bewirtschaftetes Grünland mit nährstoffarmen Böden ist ein wichtiger Lebensraum für artenreiche, seltene Pflanzengesellschaften und daran angepasste, zum Teil gefährdete Tierarten. Rund 40 % aller in Deutschland gefährdeten Farn- und Blütenpflanzen kommen im Grünland vor (BfN 2023) . Wegen der ganzjährigen Vegetation ist der Boden im Grünland gegenüber Austrocknung und Erosion durch Wind und Wasser geschützt und verfügt über besonders hohe Humusgehalte sowie eine hohe Wasserspeicherkapazität. Aufgrund der guten Aggregatstabilität des Humus und des hohen Makroporenanteils des Bodens neigen Grünlandstandorte weniger zu Verschlämmungen. Das Niederschlagswasser kann auch bei Starkregen gut versickern. Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund sich wandelnder Klimaverhältnisse mit extremen Witterungsereignissen wichtig. Bedeutung für den Boden- und Klimaschutz Dauergrünlandflächen sind wichtig für den Boden- und Gewässerschutz und leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz . Der Humusanteil des Bodens speichert Kohlenstoff (der damit der Atmosphäre entzogen wird) und dient als Kohlenstoffsenke. Der Erhalt und die Ausdehnung von Dauergrünland in empfindlichen Lagen, wie landwirtschaftlich genutzten Hangbereichen oder Überschwemmungsgebieten, schützt den Boden vor Abschwemmung. Im Randbereich von Gewässern übernimmt Grünland Pufferfunktionen, verhindert den Eintrag von Nähr- und Schadstoffen und trägt so zum Schutz der Oberflächengewässer und zum Trinkwasserschutz bei. Ein Umbruch des Grünlands zu Ackerflächen belastet die Hydro- und Atmosphäre, da mit dem einhergehenden Humusabbau verstärkt Nitrat (NO 3 - ), Lachgas (N 2 O) und Kohlendioxid (CO 2 ) freigesetzt werden. Schutz des Grünlands Seit 2015 ist die Umwandlung des Grünlands durch die Greening-Regelungen beschränkt. Außerdem greifen für den Schutz von Dauergrünland auch nationale ordnungsrechtliche Regelungen wie z.B. das Wasserhaushaltsgesetz, das Bundesnaturschutzgesetz und landesrechtliche Regelungen zum Schutz des Dauergrünlands. Der Verlust des Grünlands konnte damit weitestgehend gestoppt werden. Auch in der aktuellen Förderperiode der Gemeinsamen Agrarpolitik, die 2023 startete, wird der Erhalt des Grünlands in der sogenannten Konditionalität geregelt und ist damit Voraussetzung für den Erhalt von Direktzahlungen. Die Regelungen zum Erhalt des Dauergrünlands werden unter GLÖZ 1 fortgeführt. Demnach besteht für die Umwandlung von Dauergrünland eine Genehmigungspflicht und ist nur bei gleichzeitiger Neuanlage von Dauergrünland auf Ackerland möglich. Dies ist zwar generell zu begrüßen, allerdings ist zu bedenken, dass eine Umwandlung von Dauergrünland wesentlich schneller und mehr CO 2 freisetzt, als durch Neuanlage gebunden werden kann ( Poeplau et al. 2011 ). Außerdem gibt es Ausnahmeregelungen, die z.B. für den Zeitpunkt der Einsaat und die Größe der umzubrechenden Flächen gelten. Einige Bundesländer (z.B. Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg) haben zudem landesrechtliche Regelungen zum Umbruch von Grünland erlassen. In diesen Bundesländern ist jede Umwandlung von Dauergrünland in Acker grundsätzlich verboten. Verstöße gegen dieses Verbot sind Ordnungswidrigkeiten, allerdings sind Ausnahmen und Befreiungen möglich. Ausschließlich für sensibles Dauergrünland auf sogenannten Natura-2000 -Flächen in FFH-Gebieten ( Flora - Fauna - Habitat -Gebieten) gilt ein absolutes Umwandlungs- und Pflugverbot. Der Schutz von Dauergrünland ist eine wichtige Maßnahme für den Klimaschutz und den Erhalt der Biodiversität . Auch die nächste Reform der Europäischen Agrarpolitik ab 2027 muss mit ihren Fördermechanismen das Grünland konsequent schützen und fördern.
Der Anbau von nachwachsenden Rohstoffe (NawaRo's) für die Erzeugung von Biogas und zur Herstellung von Biokraftstoffen wurde in Deutschland seit Anfang der 2000er Jahre erheblich ausgeweitet. Es wird untersucht, ob bzw. in welchem Umfang durch die Zunahme des NawaRo-Anbaus die Gewässer in Deutschland durch Einträge von Nitrat und Pflanzenschutzmitteln swie infolge verstärkter Bodenerosion möglicherweise belastet werden. Dazu wird zunächst die Entwicklung der Anbauflächen von Mais und Raps in den Kreisen dargestellt. Die Bewertung der Gewässergefährdung durch Nitrateinträge erfolgt anhand des Überschusses der Stickstoff-Flächenbilanz. Das Risiko für Oberflächengewässer durch den Eintrag von Pflanzenschutzmitteln aus der Anwendung im Mais- und Rapsanbau wird mit dem Modell SYNOPS modelliert. Zur Bewertung der Grundwasserbelastung werden die Fundhäufigkeiten in Grundwasser-Messstellen ausgewertet. Der Bodenabtrag von Ackerflächen wird schließlich anhand der Allgemeinen Bodenabtragsgleichung (ABAG) und der Sedimenteintrag in Oberflächengewässer mit dem Modell Terraflux ermittelt. Die Wirkungen des Energiepflanzenanbaus auf diese vier Komponenten der Gewässergüte werden mittels Szenario-Berechnungen bzw. aus dem Vergleich der Situation "ohne" und "mit" Anbau von Energiepflanzen abgeschätzt. Zusammenfassend werden die Auswirkungen des Energiepflanzenanbaus auf die Oberflächen- und Grundwasserbeschaffenheit für die drei Bereiche N-Überschuss, PSM im Grundwasser sowie Bodenerosion und Sedimenteintrag als weniger gravierend eingestuft. Auch in Bezug auf die PSM-Belastung von Oberflächengewässern hat nach SYNOPS-Modellergebnis das Risiko nicht zugenommen. Aktuelle Monitoringergebnisse an kleinen Gewässern legen allerdings die Vermutung nahe, dass das Risiko von Runoff-Einträgen in Oberflächengewässer mit SYNOPS nicht zutreffend ermittelt wird. Mögliche weitere Umweltbelastungen durch den Anbau von Energiepflanzen wie beispielsweise Humusabbau, Biodiversitätsverlust, Insektensterben, Veränderung des Landschaftsbildes und erhöhte Treib hausgas-Emissionen sind nicht Gegenstand dieser Untersuchung. Quelle: Forschungsbericht
Zukunfts- und Klimaschutzkongress Bild: Blue Planet Studio/Adobe Antworten auf Fragen und Kommentare der Übertragung auf Youtube Am 11. Juli 2022 fand im Landesamt für Umweltschutz in Halle (Saale) die Auftaktveranstaltung zum Zukunfts- und Klimaschutzkongress Sachsen-Anhalt statt. Diese Veranstaltung wurde auf dem Youtube-Kanal des Ministeriums für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt in Echtzeit übertragen (auf Youtube als Aufzeichnung verfügbar). Während der Übertragung gingen im zugehörigen Chatfenster Fragen und Kommentare ein: Frage 1: (zum Einführungsvortrag von Herrn Prof. Dirk Messner) Wie stellen Sie sich den Fortschritt mit Solarenergie vor in Kombination mit landwirtschaftlichen Ackerflächen? Herr Prof. Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes (UBA), hat im Rah- men der Veranstaltung sinngemäß wie folgt auf die obenstehende Frage geant- wortet (siehe Youtube-Aufzeichnung): Im Bereich „Agri-PV“ lassen sich technologische Fortschritte beobachten. Zu die- sem Thema hat das UBA kürzlich eine Studie vorgelegt. In dieser Studie wurde die Energieausbeute einer Fläche für zwei Fälle untersucht. Beim ersten Fall handelte es sich um den Anbau von Energiepflanzen (z. B. Raps), um „biobasiert“ Energie zu produzieren. Beim zweiten Fall handelte es sich um „Agri-Photovoltaik“, also Solar- anlagen auf landwirtschaftlich genutzten Flächen. Im Fall von „Agri-PV“ war die Energieausbeute 30- bis 60-mal höher als beim Anbau von Energiepflanzen. Die Kombination von Landwirtschaft und Solarenergie besitzt daher großes Potenzial. Informationen zum Thema Photovoltaikanlagen auf Ackerflächen finden Sie auf der UBA-Internetseite. Dort sind zwei aktuelle Studien veröffentlicht, die sich mit der Anpassung der Flächenkulisse im Zusammenhang mit den Ausbauzielen bei Photovoltaikanlagen befassen. Die eine Studie trägt den Titel: Anpassung der Flächenkulisse für PV-Freiflächen- anlagen im EEG vor dem Hintergrund erhöhter Zubauziele (Juli 2022). Die zweite Studie ist eine Art Leitfaden und trägt den Titel: Umweltverträgliche Standortsteuerung von Solar-Freiflächenanlagen (Handlungsempfehlungen für die Regional- und Kommunalplanung, August 2022). Frage 2:Wie lautet der Link zum „Das Gesellschaftsspiel“ von Jugend macht Zukunft? (zum Vortrag von Annemarie Bode von Jugend macht Zukunft)Der Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt hat nach der Veranstaltung folgen- den Link zur Bestellung des „Gesellschaftsspiels“ bereitgestellt: Link Der Versand des Spiels erfolgte ab 28.07.22 und kann kostenfrei bezogen werden. 1 Zukunfts- und Klimaschutzkongress Bild: Blue Planet Studio/Adobe Antworten auf Fragen und Kommentare der Übertragung auf Youtube Kommentar 1: (zur Vorstellung der Facharbeitsgruppen) „Ich vermisse Ansprechpartner/Expert*innen für den Bereich Schutz der Biodiversität.“ Die Arbeitsgruppen bestehen u. a. aus Verbandsvertretern, zu denen auch Umweltverbände eingeladen wurden und auch teilgenommen haben. Für die Auftaktveranstaltung am 11.07.2022 waren zudem ebenfalls Vertreter von Umweltverbänden eingeladen (vom BUND hatten Dieter Leupold und Ralf Meyer zugesagt). Während der Veranstaltung wurde die folgende Antwort gegeben: Für die Arbeitsgruppen sind Biodiversitätsexperten sehr willkommen. Bitte melden Sie sich gerne bei klimawandel@mwu.sachsen-anhalt.de. Frage 3: Wäre noch ein kurzer Blick auf das Thema Eutrophierung möglich, vor allem wenn es heißt, dass Flächen immer genutzt werden müssen, weil sie ansonsten eingehen würden? Das Thema der potentiellen Überdüngung von landwirtschaftlichen Flächen, was in der Tat erheblich zur Eutrophierung von Gewässern beitragen kann, wird im Rahmen der tagenden Arbeitsgruppen diskutiert. Frage 4: Wäre es nicht eine Option, das Thema Klimaschutz als separates Schulfach mit aufzunehmen in den Stundenplan? Bildung ist ein wichtiger Baustein in den Bemühungen zum Klimaschutz. Bereits heute spielt Umweltschutz durchaus eine relevante Rolle in den Lehrplänen der Schulen in Sachsen-Anhalt. Im Klima- und Energiekonzept des Landes Sachsen- Anhalt wurde schulische Bildung als ein Instrument im Rahmen der Reduzie- rung von Nahrungsmittelverschwendung hervorgehoben. Die Anregung nehmen wir aber gerne auf und haben sie an die Arbeitsgruppen weitergegeben. 2
Bodenfunktionsbewertungsverfahren des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt (BFBV-LAU) Handlungsempfehlungen zur Anwendung Stand: April 2022 Inhaltsverzeichnis 1. Vorwort3 2. Rechtliche Grundlagen4 •Relevante Gesetze4 •Ziele des vorsorgenden Bodenschutzes7 3. Bodenfunktionen7 4. Bodenfunktionsbewertungsverfahren-LAU (BFBV-LAU)9 •Datengrundlagen9 •Anwendung10 •Gesamtbewertung und Interpretation der Ergebnisse11 5. Handlungsoptionen 13 •Vermeidung und Minderung13 •Ausgleich und Ersatz15 •Sonderfall Archivfunktion17 6. Checklisten19 7. Zusammenfassung der Arbeitsschritte23 8. Datennutzung23 Tabellenverzeichnis24 Abkürzungsverzeichnis25 Gesetz- und Quellenverzeichnis26 Anlagenverzeichnis29 Anhang Handlungsempfehlung Bodenfunktionsbewertungsverfahren LAU, Stand 04/2022 2 1. Vorwort Böden sind das Ergebnis einerJahrtausende währenden Entwicklung und können in ihrer derzeitigen Ausprägung und Einmaligkeit unter den gegebenen klimatischen Bedingungen kaum wieder entstehen. Sachsen-Anhalt ist mit einer großen Vielfalt unterschiedlicher Böden ausgestattet, die insbesondere aufgrund ihrer natürlichen Standorteigenschaften zu über 60 % landwirtschaft- lich und zu rund 26 % als Waldflächen genutzt werden. Die Erhaltung und nachhaltige Nutzung dieser Böden stellen aktuell vor dem Hintergrund des Klimawandels und der Ernährungssicherung für künftige Generationen besondere Herausforderungen des vorsorgenden Bodenschutzes dar. Siedlungs- und Verkehrsflächenbau, Rohstoffabbau, Ver- und Entsorgung, Tourismus und Erholung, landwirtschaftliche Produktion, regenerative Energien und Energiepflanzenanbau sowie diverse andere Wirtschaftszweige konkurrieren um die Verfügbarkeit von Böden, was die Einführung eines Instrumentes zur qualitativen Bewertung von Böden und Steuerung der Bodeninanspruchnahme erforderlich macht. Die vorliegende Handlungsempfehlung richtet sich als Anleitung zur Berücksichtigung und Einbeziehung des vorsorgenden Bodenschutzes im Rahmen räumlicher Planungen an alle für den Bodenschutz zuständigen Stellen und beauftragte Planungsträger sowie an die Träger öffentlicher Belange. Die nachfolgenden Ausführungen sollen helfen, auf Grundlage des Bodenfunktionsbe- wertungsverfahrens des Landesamtes für Umweltschutz (BFBV-LAU) die Belange des vorsorgenden Bodenschutzes im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben zielgerichtet vertreten zu können. Die Aspekte des nachsorgenden Bodenschutzes (beispielsweise in Form stofflicher Bodenbeeinträchtigungen) sind nicht Gegenstand der folgenden Betrachtungen, müssen aber ggf. im Abwägungsprozess zum Planungsvorhaben berücksichtigt werden. Die Handlungsempfehlung beschränkt sich auf kurze Beschreibungen der rechtlichen Grund- lagen, des Inhalts sowie der Anwendung des Bodenfunktionsbewertungsverfahrens des LAU (BFBV-LAU) und zeigt entsprechende Minimierungsmöglichkeiten sowie Handlungsoptionen bei Eingriffen in den Boden auf. Unterstützend sind diverse Übersichten und Anlagen enthalten. Die „Checkliste zum vorsor- genden Bodenschutz in Planverfahren“ (Anlage 1), wird als Vorlage für die Erstellung von Planunterlagen zum Schutzgut Boden bzw. zur Anwendung und Prüfung als Kriterienkatalog für die Träger öffentlicher Belange-Bodenschutz empfohlen. Hinweisblätter (Anlagen 2 bis 5) informieren über die jeweils verwendete Datenbasis und Methodik sowie die Klassifizierungen bzw. Wertstufenbildungen für die einzelnen Bodenfunk- tionen. Für die Erarbeitung der Handlungsempfehlung wurde insbesondere der LABO-Leitfaden /1/, „Bodenschutz in der Umweltprüfung“ herangezogen. Handlungsempfehlung Bodenfunktionsbewertungsverfahren LAU, Stand 04/2022 3
Das Projekt ist Teil des Verbundprojektes „Lebendige Agrarlandschaften – Landwirte gestalten Vielfalt“. Dieses erprobt im Rahmen von drei Teilprojekten in Modellregionen, wie die konventionelle Landwirtschaft zur Sicherung ausgewählter Ökosystemleistungen beitragen kann.
Erfolsggeschichten können mehr Menschen dazu inspirieren, ähnliche Initiativen an eigener Stelle zu wiederholen und ländlichen Gebieten dabei helfen, die vielfältigen wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu meistern. Das Thema der diesjährigen "“ Rural Inspiration Awards (RIA) ” 2021 lautet "Unsere ländliche Zukunft". Es wurden 125 Projekte aus 22 Mitgliedstaaten der EU vorgeschlagen und durch eine Jury jeweils 5 Projekte in vier thematischen Kategorien nomminiert: Green Futures, Digital Futures, Resilient Futures und Socially Inclusive Futures. Das Themenfeld “Green Futures” verweist auf wegweisende Projekte oder Initiativen, die sich mit dem Klimawandel befassen, Nachhaltigkeit demonstrieren und zur grünen Wertschöpfung beitragen. Deutscher Beitrag "MUNTER" in die engere Auswahl gezogen MUNTER zeigt, wie mehr Umwelt- und Naturschutz regionale Wirtschaftskreisläufe stärken kann, in dem mehr Wertschöpfung und Entwicklungspotenziale für die Region erschlossen werden. Das gelingt, wenn Landwirte, Kommunen, Behörden und die Wasserwirtschaft über den eigenen „Tellerrand“ hinausschauen und zusammen arbeiten. Hilfreich ist dabei aus dem Verständnis füreinander unsinnige „Hemmnisse und Regeln“ zugunsten einer gemeinsamen guten Regionalentwicklung abzubauen und eben dafür MUNTER kooperative Lösungen zu entwickeln. Entwicklung ist eine Frage des lokalen Engagements! Aber es ist auch noch viel zu tun, um die Rahmenbedingungen & Unterstützung für die Landwirte und Kommunen weiter zu verbessern. Das MUNTER-Netzwerk ist auf zwei Ebenen aktiv: Einmal lokal in den Dörfern mit den Leuten und Bürgermeistern und zum anderen überregional bei der Landesregierung und den Genehmigungsbehörden. Die Landwirte sollen mit den Gemeinderäten und Behörden an einen Tisch gesetzt werden, damit Lösungen besprochen werden können z. B. für die Hochwasservorsorge und Energiebereitstellung durch Energiepflanzenanbau. Mehr Information über das MUNTER Projekt erhalten Sie hier . MUNTER wurde koordiniert vom IfaS, dass wichtige Ergebnisse auch in die Stadt-Land-Partnerschaften im Verbundvorhaben WERTvoll und das Cluster Regionale Produkte einbringt.
Durch den Anbau sogenannter Energiepflanzen für die Verstromung in Biogasanlagen kommt es zumindest regional zu einem starken Nutzungswandel, wobei u.a. Grünland in Ackerland umgewandelt wird. Zusätzlich steigt der Anteil von Energiepflanzen, insbesondere Mais, im Ackerbau stark an (BfN 2014; Nitsch et al. 2012; UBA 2018). Das Ausmaß ist vor allem im Bereich und Umfeld der Natura 2000-Gebiete nur unzureichend bekannt. Vor diesem Hintergrund wurde das UFOPLAN Vorhaben „Bedeutung und Auswirkungen Erneuerbarer Energien auf Natura 2000-Gebiete“ (FKZ: 3515 82 3800) initiiert und von der Firma EFTAS GmbH im Zeitraum 2016-2018 durchgeführt.
Der Einsatz für den Naturschutz zeigt Wirkung, muss aber gerade im Bereich der Agrarlandschaft noch deutlich verstärkt werden. Das geht aus dem zweiten Rechenschaftsbericht zur Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) hervor, den das Bundeskabinett am 2. August 2017 beschlossen hat. Der Rechenschaftsbericht zur NBS stellt die Entwicklungen der biologischen Vielfalt von 2013 bis 2017 dar. Der zentrale Indikator "Artenvielfalt und Landschaftsqualität" zeigt einen negativen Trend. Ein wesentlicher Grund dafür sind die Intensivierung der Landbewirtschaftung und die Zunahme von intensiv genutzten Flächen für den Anbau von Energiepflanzen. Auch der anhaltende Ausbau der Verkehrsinfrastruktur und das Wachstum von Siedlungen und Gewerbeflächen führen zu Zerschneidungen von Lebensräumen. Insgesamt wird die gesetzliche Verpflichtung der Länder, ein Netz verbundener Biotope zu schaffen, das mindestens 10 Prozent der Fläche eines jeden Landes einnimmt, noch zu langsam umgesetzt. Zu den positiven Entwicklungen zählt, dass 14 Bundesländer mittlerweile eigene Biodiversitätsstrategien oder-programme auf Grundlage der NBS entwickelt haben. Der Flächenanteil streng geschützter Biotope konnte gesteigert werden und lag im Jahr 2014 bei 4,4 Prozent der Landesfläche Deutschlands. Das Ziel, bis 2020 zehn Prozent des öffentlichen Waldes in Deutschland der Natur zurückzugeben, hat der Bund für seinen Waldbesitz im Rahmen des Nationalen Naturerbes bereits übertroffen. Auch für die Renaturierung von Auen und Flüssen wurden wichtige Grundlagen gelegt: Mit dem im Februar 2017 vom Bundeskabinett beschlossenen Bundesprogramm "Blaues Band" sind die Voraussetzungen für umfangreiche Renaturierungsmaßnahmen in den nächsten Jahrzehnten geschaffen. Beim zentralen Förderinstrument zur Umsetzung der NBS, dem "Bundesprogramm Biologische Vielfalt", konnte die Finanzierung des Bundes von zuvor 15 Millionen Euro auf 20 Millionen Euro im Jahr 2017 gesteigert werden.
Der Band enthält Autorenbeiträge zu den Themen der Tagung „Natura 2000 und Artenschutz in der Agrarlandschaft". Neben der Analyse der Rahmenbedingungen, wie z. B. Wirkung von neuartigen Pestiziden und Saatgutbeizen, erhöhte Stickstoffmengen, Biomasseanbau und Fragmentierung der Landschaft, werden auch Analysen von Bestandsentwicklungen bei Vögeln und Rückgängen der Insekten vorgestellt.
Origin | Count |
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Bund | 499 |
Land | 14 |
Type | Count |
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Ereignis | 3 |
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License | Count |
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Language | Count |
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