Das Landschaftsschutzgebiet besteht aus den benachbarten Waldgebieten Großer und Kleiner Hakel. Diese liegen inmitten der großflächig entwaldeten Löß-Ackerlandschaft in der Landschaftseinheit Nordöstliches Harzvorland zwischen Heteborn und Cochstedt nordwestlich von Aschersleben. Der Hakel ist ein bewaldetes Gebiet, das zu 4/5 aus dem Großen Hakel und zu 1/5 aus dem Kleinen Hakel gebildet wird. Beide sind durch einen Ackerstreifen voneinander getrennt. Die kompakte Waldfläche ist in die umliegende offene Ackerlandschaft eingebettet. Durch die teilweise stark aufgelappte Fläche ergibt sich eine sehr hohe Grenzlinienlänge zur umgebenden Ackerlandschaft. Morphologisch steigt der Hakel von etwa 170 über NN aus Nordosten zu einem Plateau auf 230 m über NN an, das von der Domburg überragt wird. Der Besucher empfindet jedoch nur die Domburg als bemerkenswerte Erhebung. Die Wälder des Hakels beeindrucken durch ihre markanten Bestände der Trauben-Eiche, in denen vielfach die Mittelwaldstruktur noch gut zu erkennen ist. Die Rot-Buche tritt dagegen im heutigen Waldbild zurück. Aus der Beschreibung der Wald-, Wild- und Jagdgeschichte geht hervor, daß der Hakel um die Jahrtausendwende bedeutend größer gewesen sein muß. Die großen Rodungen waren etwa um 1300 abgeschlossen und in vielen Gegenden fielen die Siedlungen, vermutlich aufgrund von grassierenden Seuchen, wieder wüst. Der Hakel wird 934 das erste Mal urkundlich erwähnt. Um 900 bis 1500 stand das Land unter der Herrschaft des Bistums Halberstadt, 1648 fiel es an den Brandenburgisch-Preußischen Staat, 1807 bis 1813 war es ein Teil des Königreichs Westfalen, danach fiel es wieder an Preußen zurück. Der Name ”Hakel” leitet sich wohl von der deutschen Wurzelbezeichnung ”Hag” ab, die immer in Zusammenhang mit Wald, Busch oder Gesträuch gebraucht wurde. ”Hakelwald” wird dabei gleichgesetzt mit dem Begriff ”Hegewald”, also gehegter, geschonter Wald. Andererseits gibt es auch Begriffsdeutungen, die den Namen von den Worten Hag, Hagen oder Gehege ableiten, die alle Bezeichnungen der altgermanischen Malstätte, d. h. Gerichtsstätte, sind. Aus vor- und frühgeschichtlicher Zeit stammen drei Grabhügel der jungsteinzeitlichen Schurkeramikkultur und eine Befestigung unbekannter Zeitstellung. Letztere deutet auch darauf hin, daß das Gebiet des LSG damals weitgehend entwaldet war. Von der Domburg, einer alten Ritterburg, die vermutlich im 13. Jahrhundert in die vor- und frühgeschichtliche Befestigung hineingebaut wurde (Ersterwähnung 1310), sind heute noch die Ruinenreste und ein tiefer Burggraben erhalten. Sie wurde als Raubritternest 1367 durch den Erzbischof Dietrich von Magdeburg mit den Städten Halberstadt, Quedlinburg und Aschersleben belagert. Vor der Verwüstung der Burg gaben die Ritter jedoch das Raubgut zurück und zahlten eine Strafe. Nach wechselnden Besitzverhältnissen war die Burg noch 1496 erhalten. Wann sie verwüstet oder aufgegeben wurde, ist nicht bekannt. Der Hakel gehört neben dem Huy und dem Fallstein zu den herzynisch streichenden Höhenrücken des nördlichen Harzvorlandes. Das Hakelplateau liegt bei etwa 230 m über NN und erreicht mit der Domburg (245 m über NN) seinen höchsten Punkt. Der Untergrund des LSG wird überwiegend von Gesteinen des Unteren Muschelkalks gebildet, der im Hakelsattel großflächig oberflächennah ausstreicht. Im Bereich Hakelforst und südlich der Domburg kommen an der zentralen Scheitelstörung der Hakelstruktur Röttone an die Oberfläche. Die Muschelkalk- und Rötgesteine werden von einer geringmächtigen Lößdecke überzogen. Eingeschaltet in die Schichtenfolge des Röts, finden sich lösliche Gesteine in Form von Karbonaten und Sulfaten (Dolomit, Anhydrit/Gips). Mindestens seit dem Tertiär unterliegen diese Schichtglieder einer intensiven Auslaugung, die sich an der Oberfläche durch Karsterscheinungen manifestiert. Einen Hinweis auf das Alter der Verkarstungsprozesse geben die lokal noch vorhandenen Ausfüllungen mit tertiären Sanden und Tonen. Das heutige Verkarstungsrelief zeigt eine deutliche Abhängigkeit des anstehenden Gesteins. Im weicheren Röt finden sich Erdfälle in Form flacher Senken. Das Verbreitungsgebiet des Unteren Muschelkalks ist dagegen durch steil abfallende Dolinen mit Durchmessern bis zu mehreren zehn Metern gekennzeichnet. Der Hakel liegt auf der Cochstedter Löß-Hochfläche, die zu den tschernosembetonten Löß-Landschaften Sachsen-Anhalts gehört. In den nordöstlichen Randlagen des Waldgebietes sind Parabraunerde-Tschernoseme aus Löß entwickelt. Auf der überwiegenden Fläche der Hänge sind humose Parabraunerden bis Tschernosem-Parabraunerden aus Löß über lehmig-tonigen Fließerden und über grusigem Schutt, seltener über anstehendem Gestein, ausgebildet. Das Vorkommen von Braunerde-Rendzinen und Braunerden aus tonigem Löß und Bergton über Fließerden und Gestein beschränkt sich auf die Hänge der Seitentäler und die Kammlage. Charakteristisch für den Hakel mit seiner Lage im Regenschatten des Harzes sind geringe jährliche Niederschlagssummen zwischen 500-525 mm. Im zentralen Waldgebiet um die Domburg kann aber durch örtlich begrenzte Gewitterregen mit durchschnittlichen Niederschlägen bis 600 mm gerechnet werden. zwischen 8-9 o C schwankt die mittlere Lufttemperatur im Jahr. Im Januar liegt sie bei 0 o C, im Juni zwischen 17-18 o C. Die Waldvegetation des Hakels wird nahezu ganzflächig von Laubwäldern gebildet. Die Leitgesellschaft ist der lindenreiche Eichen-Hainbuchenwald (Galio sylvatici-Carpinetum betuli). Auf oberflächig leicht versauerten Standorten stockt als spezielle Ausbildung ein Waldreitgras-Eichen-Lindenmischwald mit Seidelbast, Maiglöckchen, Verschiedenblättrigem Schwingel und Nickendem Perlgras. Nährstoffreiche Standorte besiedelt die Ausbildung des Braunwurz-Eichen-Lindenmischwaldes, in dem der Sanikel vorkommt. Neben einer Hainrispengras-Ausbildung auf leicht stauenden Standorten mit dominierender Trauben-Eiche in der Baumschicht tritt auf Lößschleierstandorten über tonigen, wasserstauenden Röttonen und Kalkmergeln eine Bingelkraut-Ausbildung mit den kalkliebenden Arten Waldgerste, Rauhes Hartheu, Breitblättrige Sitter und Erdbeer-Fingerkraut auf. Auf Rendzinen der aus Muschelkalk aufgebauten Domburg ist ein Leberblümchen-Buchenwald ausgebildet. Dieser Waldtyp und eine Fingerkraut-Ausbildung des Eichen-Lindenmischwaldes leiten zu den Fingerkraut-Eichenwäldern über, wie sie vor allem im Kleinen Hakel angetroffen werden. Diese Wälder sind durch Weißes Fingerkraut, Ebensträußige Margerite, Schwarze Platterbse, Färberscharte, Zypressen-Wolfsmilch und Weidenblättrigen Alant gekennzeichnet. Geringere Flächenanteile werden von Nadelforsten eingenommen. Im Hakel wurden über Jahrzehnte intensive wildbiologische Untersuchungen, insbesondere am Dam- und Rehwild, aber auch an Feldhase, Rotfuchs, Schwarzwild sowie Dachs und anderen Marderartigen durchgeführt. Weitere Studien widmeten sich dem Eichhörnchen sowie den Kleinsäugergesellschaften. Der Große und der Kleine Hakel zeichnen sich durch einen außerordentlichen Greifvogelreichtum aus; über die Bestandsdynamik liegen lange Zeitreihen vor. Neben dem Rotmilan, für den das Gebiet auch einen bedeutenden Überwinterungsplatz darstellt, kommen Schreiadler, Wespenbussard, Habicht und Schwarzmilan als Brutvögel vor. 1995 erfolgte hier die erste erfolgreiche Brut des Zwergadlers in Deutschland. Insgesamt sind bis 1992 97 Arten als Brutvögel nachgewiesen worden. Davon schreiten 75 Arten regelmäßig zur Brut. Hervorhebenswert sind neben den Greifvögeln Waldkauz, Waldohreule, Mittelspecht, Hohltaube und Kolkrabe. Waldschnepfe, Grauspecht, Zwergschnäpper und Sperbergrasmücke sind brutverdächtig bzw. gelegentliche Brutvögel. Durch Nahrungsanalysen sind sowohl die Bedeutung der umgebenden Feldflur als Nahrungshabitat als auch die gravierenden Folgen der Intensivierung in der Landwirtschaft auf die Beutetiere, insbesondere den Feldhamster, dokumentiert. Neben den Wirbeltieren liegen auch für eine größere Zahl wirbelloser Tiergruppen faunistische Daten vor, so daß der Hakel zu den am besten bearbeiteten LSG des Landes gezählt werden kann. Zu nennen sind unter anderem Weichtiere, Tausendfüßler, Hundertfüßer, Webspinnen, Weberknechte, Pseudoskorpione, Köcherfliegen, Libellen, Wanzen, Zweiflügler, Schmetterlinge, Blattwespen, Wasserkäfer, Rüsselkäfer, Marienkäfer, Kurzflügler, Blatthornkäfer und Laufkäfer. Auffallend ist der insgesamt hohe Anteil thermophiler und südeuropäisch verbreiteter Arten, die als Leitarten des lindenreichen Eichen-Hainbuchenwaldes gelten können. Durch das Vorkommen von Aegopinella minor und Euomphalia strigella weist beispielsweise die Schneckenfauna einen subkontinental-pontischen Charakter auf. Da das LSG „Hakel“ flächengleich mit dem Naturschutzgebiet „Hakel“ ist, bestimmen die fachlichen und rechtlichen Bestimmungen für das Naturschutzgebiet die Entwicklungsziele des Gebietes. Nach den Darstellungen im Buch „Die Naturschutzgebiete Sachsen-Anhalts“ wird der Zustand der Wälder im Naturschutzgebiet als gut eingeschätzt. Entsprechend der Verordnung des NSG sind die Termine der naturnahen Waldbewirtschaftung zu sichern. 33,69 ha des Gebietes sind als Totalreservat der ungestörten natürlichen Entwicklung vorbehalten. Besonderer Wert soll auf die Entwicklung geschlossener Waldmäntel gelegt werden. Als Voraussetzung für einen individuenreichen Greifvogelbesatz muß das landwirtschaftlich genutzte Umland einen höheren Anteil von Dauerfutterflächen aufweisen. Bodenabbau und Windkraftanlagen im näheren Umfeld des Europäischen Vogelschutzgebietes und Europareservates sind mit den Zielen des NSG nicht vereinbar. Auf der Grundlage der Schutz- und Entwicklungsziele sollte eine Erweiterung des LSG auf die angrenzenden Agrarflächen geprüft werden. Die Waldgebiete des Hakel dürfen wegen ihres Schutzstatus als Naturschutzgebiet nur auf den Wegen betreten werden. Bei individuellem Besuch des Gebietes sind die Ge- und Verbote für das Reservat zu beachten. Von größeren Gruppenbesuchen sollte wegen der Störanfälligkeit des Gebietes Abstand genommen werden. Als Wanderung empfiehlt sich der Weg durch den Hakel von Cochstedt nach Heteborn und zurück in nördlicher Umgehung des Waldgebietes. In Cochstedt befindet sich eine im Kern gotische Kirche mit spätgotischem Flügelaltar (Anfang 16. Jahrhundert) und Sakramentsnische (1513) sowie in Heteborn eine barocke Kirche mit schlichter Ausstattung aus der Entstehungszeit. Für die Beobachtung von Greifvögeln sind die Feldwege nördlich des Hakel besonders geeignete Standorte für die Aufstellung der Spektive. Etwa 2,5 km nordöstlich von Heindorf befindet sich die obere Hakelberg-Quelle, ein hydrogeologisches Objekt. Die Quelle tritt aus dem Röt-Sandstein aus. Geschichte der Forstverwaltung Nach dem Westfälischen Frieden von 1648 wurde das Fürstentum Halberstadt säkularisiert und an das Kurhaus Brandenburg übergeben. Bald darauf wurde von Kurfürst Friedrich Wilhelm in Gröningen ein ”wohl Löbl. Forst-Ambt verordnet und bestellt, welches in dem benanten Halberstädtischen Fürstenthum und zugehörigen Graffschaften über die darinnen sämbtlich sich befindenden Wälder, Forsten, Höltzungen, und Jagden die Inspection und dirigirung haben solte”. Erster Königlich-Preußischer Oberforstmeister war 1687 Friedrich Wilhelm von Kallnein. Seine Vorgänger in der Forstverwaltung waren Joachim von Steinecker (1637 in den Adelsstand erhoben) und Andreas Prillwitz (gestorben 1673). Seit der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde der Hakel vom Forstamt Thale verwaltet, das wohl zeitweise in Stecklenberg untergebracht war. In der Holz-, Mast- und Jagdordnung von 1743 sind die Maßnahmen zur Holznutzung, zum Wert und Verkauf fixiert. Als Kuriosität sei erwähnt, daß es wegen des unerlaubten Pflückens der Haselnüsse und der Laubentnahme im Hakel wiederholt zu handgreiflichen Auseinandersetzungen zwischen den Forstbeamten und der Bevölkerung umliegender Orte kam. 1779 wurde das abgedruckte ”Publicandum” veröffentlicht. Nach der Holz-, Mast- und Jagdordnung von 1743 hatten die Forstbeamten und Holzarbeiter einen Eid zu schwören. Es gab einen ”Haide-Reiter-Eid” einen ”Haide-Läufer-Eid” und einen ”Holz-Hauer-Eid”. Letzterer hatte folgenden Wortlaut: ”Ich N.N. schwöre hiermit zu Gott dem Allmächtigen einen leiblichen Eid, daß, nachdem ich in den N. Gehölzen zum Holzhauer auf- und angenommen worden, ich mich dabei getreu und redlich verhalten, insonderheit aber, wo ich an jemandem Untreu oder Eigennutz verspüren würde, solches der Königl. Krieges- und Domainen-Cammer und dem Forst-Amte sofort ungescheuet anmelden, dagegen, was mir von dem Herrn Ober-Forstmeister und anderen über diese Gehölze gesetzten Forst-Bedienten an allerley Holze niederzuhauen angewiesen wird, solches von der Erde umhauen, die größesten Bäume also fällen, daß sie im Niederfallen dem andern Holze soviel möglich keinen Schaden thun können, auch keinen Baum eher zu Klafter- und Malterholz oder sonsten fällen, als bis er von dem Beamten und Haide-Reiter angewiesen und angeschlagen, das Klafter-, Malter-, Axten- und Bartenholz in rechter Länge, und wie mir von dem Forst-Amte das ordentliche Maaß ausgestellt werden wird, wie auch das sogenannte Schiffholz, so wie es üblich, hauen, schlagen, rechte Klafter, Malter und Bunde machen, in die Höhe und Länge setzen, dabei aber mit dem Haide-Reiter richtige Kerb-Stöcke oder Bücher halten, auf selbige alles und jedes Holz, so ich Woche über hauen und schlagen werde, richtig aufschneiden oder einschreiben lassen, und solche so lange an mich behalten, und sonst an niemand aushändigen, als bis sie bei Abnahme der Forst-Rechnung von dem Königl. Forst-Amte mir abgefordert werden, in den Gehauichten eine der Holz-Ordnung gemäße Anzahl Laß-Reiser stehen lassen, die jungen Eichen und wilden Obstbäume, auch Espen, ausputzen, und niemanden mit dem Holzschlagen, Hauen und Setzen vervortheilen, auch darunter weder Geschenke noch Gaben nehmen, oder mir selbst davon einigen Vortheils und Genusses heimlich oder öffentlich nicht anmaßen, keinen Feierabend mit nach Hause nehmen, noch von den Meinigen holen, sondern an dem geordneten Lohne mich begnügen lassen, und mich überall nach Inhalt der Holz-Ordnung treu und ehrlich bezeigen will. So wahr mir Gott helfe durch seinen Sohn Jesum Christum.” Im Jahre 1817 wurden nach süddeutschen Vorbildern Oberförster, Revier- und Unterförster eingesetzt. Da sich dieses System nicht bewährte, setzte in den Jahren 1819/20 die Entwicklung des Oberförstersystems ein, bei dem der Oberförster der entscheidende Forstbeamte der unteren Ebene ist. Die Oberförster waren seit 1830 verantwortliche Verwalter des forstfiskalischen Vermögens innerhalb ihres Oberförsterei-Reviers, das sie nach den gesetzlichen und administrativen Vorschriften und genehmigten Etats- und Wirtschaftsplänen sowie unter der Aufsicht und Oberleitung der Regierung und der Forstinspektoren verwalteten. Aufgabe der Unterförster war die Ausführung der Betriebsarbeiten in den Forsten und aller damit zusammenhängenden Geschäfte wie beispielsweise die Leitung des Holzeinschlags, der Kultur- und Wegebauarbeiten sowie die Entlohnung der Waldarbeiter. Wald-, Wild- und Jagdgeschichte Im Jahre 1602 ließ Bischof Heinrich Julius den Hakel vermessen. Es gab zu dieser Zeit noch 40 Privathölzer von insgesamt 2 088 Morgen Fläche sowie einen königlichen Besitz von 3 172 Morgen. Mit einigen anderen Feldgehölzen zusammen betrug die Hakelfläche damals etwa 6 000 Morgen, das entspricht 1 500 ha. Während des Dreißigjährigen Krieges haben die Holzbestände des Hakels stark gelitten. Aufgrund einer Verordnung des Großen Kurfürsten bestimmte der Rat der Stadt Cochstedt 1668, daß Brautleute, ehe sie getraut wurden, vorher eine Anzahl Bäume im Hakel in der Ratsforst zu pflanzen hätten. 1721 wurde diese Verpflichtung aber durch Zahlung eines Talers in die Forstkasse abgelöst. Fietling, Westernholz und Lindholz verschwanden zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Noch 1781 hatten Fietling (384 Morgen) und Westernholz (204 Morgen) die gleiche Größe von 1602. Der letzte Bestand des Fietling wurde um 1860 abgeholzt. Weitere Rodungen erfolgten. Das Gelände der heutigen Gaststätte ”Waldfrieden” war Hakeborner Privatbesitz und wurde 1919 gerodet. Nach dem I. Weltkrieg fielen das Egeln’sche Klosterholz (150 Morgen zwischen dem Großen und Kleinen Hakel) sowie das von Oppen’sche Holz im Kleinen Hakel der Axt zum Opfer. Die geschlagenen Eichen dienten zur Ableistung der Kriegsschulden gegenüber der Entente. In der gesamten historisch dokumentierten Zeit spielte die Eiche im Hakel eine besondere Rolle. Über das wertvolle Nutzholz des Hakel wird zum Beispiel aus dem Jahre 1843 berichtet: ”Den höchsten Reinertrag zieht der Staat aus den ganz mit Eichen bestandenen, ringsum von den fruchtbarsten aber ganz holzarmen Gebieten umgebenen Heteborner oder Hakelrevier von 5 500 Mrg. 13 R., indem dessen Reinertrag nach dem Etat pro 1839/41 zu 10,950 Thlr. incl. 1,017 ½ Thlr. Gold (etwas über 2 Thlr. pro Mrg.) veranschlagt ist, die wirkliche Einnahme sich aber bei den sehr gestiegenen Holzpreisen wohl noch höher belaufen mag.” Die Eichenwälder des Hakel wurden seit eh und je für die Waldweide genutzt. 1722 trieb die Gemeinde Heteborn ihre Schweine für 20 Taler zur Aufnahme der Sprengmast in den Hakel. Die Gemeinde besaß auch am Fietling und am Westernholz Hütungsrechte. Zum Schutz vor zu starker Behütung wurde als Bestandteil der Holz-, Mast- und Jagdordnung 1774 ein Rescript erlassen. Im Jahre 1788 kam es zum Eintrieb von 300 Stück Rindvieh aus umliegenden Orten. Noch 1808 wurden Regelungen zur Eichen- und Buchenmast in der Holz-, Mast- und Jagdordnung erlassen. Die Waldweide mit Rindern endete zu Beginn des 19. Jahrhunderts und ist auch seit Mitte bis Ende des vorigen Jahrhunderts mit Schweinen nicht mehr üblich. Im Verlauf des 10. bis 12. Jahrhunderts hörten der Harz und die umliegenden Waldungen auf, königlicher Bannforst zu sein und gingen in die Hände des geistlichen oder weltlichen Fürstentums als Lehen über. Das Recht des Wildbanns, die Hohe Jagd, wurde Bischof Arnulph von Halberstadt mit einer Urkunde aus dem Jahre 997 durch Kaiser Otto III. unter anderem für die Wälder das Hakels verliehen. Über den Wildreichtum im Hakel informiert ein Streckenergebnis aus dem Jahre 1590. An drei Tagen wurden damals 185 wilde Schweine abgefangen. Bischof Heinrich Julius erließ 1589 ein Jagdedikt, in dem bekannt gemacht wurde, daß er ”in allen Gehägen in Sonderheit im Hakel, Hägesäulen errichtet habe, vor denen jedermann beim Jagen kehrt zu machen habe”. Eine weitere Jagdordnung wurde bereits 1603 erlassen. An diesen Aktivitäten ist die besondere Stellung der Jagd in der damaligen Zeit ablesbar. Durch die hohe Wilddichte wurde auch erheblicher Wildschaden verursacht. So wurde versucht, die Domherren durch Schenkung von Wild, so im Jahre 1604 von 14 wilden Schweinen, für die eingetretenen Schäden zu beschwichtigen. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts hörten die Hetzjagden auf, an ihre Stelle traten die Parforcejagden. Der Hakel eignete sich jedoch nicht für letztere. Über die Jahre 1648 bis 1945 gibt es zahlreiche Angaben zur Jagd und zu den Jagdstrecken in der Literatur. In den ersten Jahren nach 1945 waren die Jagdverhältnisse im Hakel, wie auch anderswo, völlig ungeordnet. Es wurde mit Waffen und Schlingen gewildert. Polizei-Jagdkommandos, Soldaten der sowjetischen Besatzungstruppen und Jäger aus dem Institut für Kulturpflanzenforschung führten die Jagd durch. Bereits in diesen schweren Jahren wurden von Hans Stubbe, dem damaligen Direktor des Instituts für Kulturpflanzenforschung Gatersleben, alle Anstrengungen unternommen, um den Hakel als forstbotanisches und forstzoologisches Forschungs- und geschlossenes Wildeinstands- und Jagdgebiet zu erhalten. 1956 wurde der Hakel Rehwild-Forschungsgebiet, 1962 wurde eine ”Verfügung über die Ordnung der Wildforschungsgebiete” erlassen. veröffentlicht in: Die Landschaftsschutzgebiete Sachsen-Anhalts © 2000, Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, ISSN 3-00-006057-X Die Natur- und Landschaftsschutzgebiete Sachsen-Anhalts - Ergänzungsband © 2003, Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, ISBN 3-00-012241-9 Letzte Aktualisierung: 18.11.2025
[Redaktioneller Hinweis: Die folgende Beschreibung ist eine unstrukturierte Extraktion aus dem originalem PDF] LUA-BILANZ
TIERGESUNDHEIT & TIERSEUCHEN
Zahlen, Daten und Fakten für das Jahr 2025
© Nikola Tomašić / Pexels
Tierseuchen: 2025 dominiert von
Geflügelpest und Blauzungenkrankheit
Die Tierseuchenüberwachung des Jahres 2025 wur-
de von einem im Vergleich zu den Vorjahren mas-
siven Geflügelpestausbruch im Herbst 2025 bei
Wildvögeln und dem Wiederausbruch der Blauzun-
genkrankheit vom Serotyp 8 in Rheinland-Pfalz do-
miniert. Aber auch andere Tierseuchen haben das
Landesuntersuchungsamt (LUA) stark beschäf-
tigt: Die Afrikanische Schweinepest, die zusätz-
lich zum Geschehen in den Kreisen Mainz-Bingen
und Alzey-Worms und im Juni 2025 auch in Nord-
rhein-Westfalen nahe der Grenze zu Rheinland-
Pfalz festgestellt wurde; der Ausbruch der Maul-
und Klauenseuche in Berlin-Brandenburg im Januar
2025 und neue Seuchen wie die Epizootische Hä-
morrhagie der Hirsche (EHDV) und die Lumpy Skin
Krankheit (LSD), die aus dem Westen und Süden
Frankreichs immer näher rücken. Ein besonders be-
merkenswertes Ereignis war der Nachweis eines
Tuberkulose-Erregers bei einem Mähnenwolf aus
einem rheinland-pfälzischen Zoo.
Das LUA ist die zentrale Einrichtung des Lan-
des Rheinland-Pfalz für die Diagnostik von Seu-
chen sowie von Zoonosen und sonstigen Erkran-
kungen bei Tieren. Hier werden Untersuchungen
an Proben erkrankter oder verendeter Tiere zur
Feststellung oder zum Ausschluss von Seuchen
durchgeführt. Diese werden ergänzt durch Un-
tersuchungen im Rahmen von Sanierungs- und
staatlichen Monitoring-Programmen sowie so-
genannte Handelsuntersuchungen, durch die si-
chergestellt wird, dass der Seuchenstatus der Be-
stände überwacht wird und nur gesunde Tiere in
andere Betriebe verbracht werden. Die Untersu-
chungen ermöglichen einen steten Überblick über
den Gesundheitsstatus der Nutz- und Wildtierpo-
pulation und tragen somit dazu bei, den Gesund-
heitsschutz für Mensch und Tier zu gewährleisten.
Denn nicht zuletzt wird hierdurch sichergestellt,
dass nur Lebensmittel von gesunden Tieren in den
Handel gelangen.
Zur Überwachung des Gesundheitsstatus der
Nutz- und Wildtierpopulation wurden im LUA
2
2025 insgesamt 207.687 Proben untersucht. Da
viele Proben auf verschiedene Parameter und mit
unterschiedlichen Methoden untersucht werden
müssen, ist die Zahl der tatsächlich durchgeführ-
ten Untersuchungen wesentlich höher. Von be-
sonderem Interesse sind dabei die Nachweise der
nach dem Tiergesundheitsrecht gelisteten Tier-
seuchen, die aufgrund ihrer wirtschaftlichen und
gesundheitlichen Bedeutung für die Allgemeinheit
staatlich bekämpft oder überwacht werden.
Im LUA ist auch die Fachaufsicht in den Berei-
chen Tierseuchenbekämpfung, Tierschutz und tie-
rische Nebenprodukte als wichtige Schnittstel-
le zwischen dem Ministerium und den Kommunen
angesiedelt. Sie sorgt unter anderem dafür, dass
die geltenden Rechtsnormen landesweit einheit-
lich ausgelegt werden. Darüber hinaus verfügt das
LUA über spezialisierte Tiergesundheitsdienste für
Rinder, Schweine und kleine Wiederkäuer, die die
Tierbesitzer vor Ort in Sachen artgerechter und
hygienischer Haltungsbedingungen beraten.
Krankheiten, die durch Vektoren übertragenen
werden, wie die die Epizootische Hämorrhagie der
Hirsche (EHDV) und die Lumpy Skin Krankheit,
haben im LUA zusammen mit der Maul- und Klau-
enseuche an Bedeutung gewonnen. Denn sie sind
bei Tieren, die eine klinische Symptomatik aufwei-
sen, differentialdiagnostisch relevante Erreger zur
Blauzungenkrankheit.
Das Virus der Epizootischen Hämorrhagie
(EHDV) der Hirsche ist wie das Blauzungenvirus
ebenfalls ein Orbivirus aus der Familie der Reovi-
ridae und diesem sowohl in Hinsicht auf die klini-
schen Symptome als auch in Hinblick auf die Aus-
breitung sehr ähnlich. Überträger sind wie beim
Blauzungenvirus sogenannte Gnitzen. Die höchste
Empfänglichkeit wurde bei Antilopen und Weiß-
schwanzhirschen beobachtet. Rinder können aber
auch erkranken. Unterschieden werden zurzeit sie-
ben Serotypen.
Im November 2022 wurde das Virus erstmals in-
nerhalb Europas in Sardinien und Südspanien
nachgewiesen. Im weiteren Verlauf der letzten
BVD, BHV-1, Blauzunge: Mehrere Tierseuchen gefährden die Gesundheit von Rindern. © Christina & Peter / Pexels
Jahre hat sich das Virus vor allem über Frankreich
weiter nach Norden verbreitet. 2025 wurden im
LUA 675 Proben von Rindern, Schafen und Ziegen
aus 329 rheinland-pfälzischen Beständen, sowie
33 Wild- und Zootiere auf das EHD-Virus unter-
sucht. Alle Proben waren negativ.
Bei der Lumpy Skin Krankheit (LSD) handelt es
um eine Erkrankung, die durch ein Virus der Gat-
tung Capripocken verursacht wird. Das Virus ist
nahe verwandt mit den Erregern der Schaf- und
Ziegenpocken. Die Übertragung erfolgt vor allem
durch blutsaugende Insekten.
Die Lumpy Skin Krankheit oder Dermatitis No-
dularis ist in der Hauptsache eine Erkrankung
bei Rindern und Büffeln. Klinisch zeigen die Tie-
re zunächst hohes Fieber, Milchrückgang und
Hautveränderungen (Knoten/ Knötchen). Auch
die Schleimhäute können betroffen sein. In den
letzten Jahren wurde LSD in Europa nur in den
südlichen Ländern nachgewiesen. Ein Nach-
weis in Frankreich in 2025 nahe der Grenze zur
Schweiz führte zu vermehrten Untersuchungen in
Deutschland, da aus den daraufhin eingerichteten
Restriktionszonen zuvor Rinder nach Deutschland
transportiert worden waren. Im LUA wurden 2025
insgesamt 78 Proben aus 15 rheinland-pfälzischen
Beständen virologisch auf Capripocken und 72
Proben aus elf Beständen auf Antikörper unter-
sucht. Auch hier waren alle Proben negativ.
Andere Tierseuchen, die schon länger Bekämp-
fungsmaßnahmen unterliegen, werden im Rah-
men von Monitoring und diagnostischen Untersu-
chungen und Handelsuntersuchungen überwacht.
Das für Rinder hoch ansteckende Bovine Her-
pesvirus Typ 1 (BHV-1) etwa führt zu einer le-
benslang bestehenden Infektion, die sich häufig in
Leistungsminderung, grippeartigen Erscheinungen
und Störungen der Fruchtbarkeit äußert. 2025
hat das LUA in zwei rheinland-pfälzischen Betrie-
ben bei insgesamt zwölf Tieren BHV-1-Antikörper
nachgewiesen. In einem Fall wurden Tiere bei ei-
nem Viehhändler wegen einer Transportüberla-
dung vorübergehend eingestellt und untersucht.
3
Die drei Reagenten wurden aus dem Bestand
zur Schlachtung verbracht. Nach zwei negativen
Nachuntersuchungen des Restbestandes gilt der
Betrieb wieder als BHV-1 frei.
In dem zweiten Fall wurden bei einer Routineun-
tersuchung in dem Bestand bei zwei Tieren BHV-
1-Antikörper nachgewiesen. Die Untersuchung
des Gesamtbestandes ergab weitere Reagen-
ten. Nach der Entfernung der Reagenten und der
Nachuntersuchung des Gesamtbestandes nach
etwa sechs Wochen wurden keine weiteren BHV-
1-Antikörper mehr nachgewiesen.
Das Auftreten der BHV-1-Infektion zeigt nach-
drücklich, dass die Tierhalter weiterhin streng da-
rauf achten müssen, ausschließlich Tiere aus
seuchenfreien Beständen einzustallen und Biosi-
cherheitsmaßnahmen konsequent einzuhalten,
um den Eintrag und die Ausbreitung einer Infek-
tion zu verhindern. Insgesamt wurden im LUA im
Rahmen der Überwachung der bestehenden Seu-
chenfreiheit 54.186 Blutproben aus 2.887 rhein-
land-pfälzischen Beständen sowie 5.458 Tank-
und Einzelmilchproben aus 941 Beständen auf
BHV-1 untersucht.
Die zu den wirtschaftlich bedeutsamsten Erkran-
kungen der Rinder zählende Bovine Virusdiarr-
hoe (BVD) geht mit Durchfall, grippeartigen Er-
scheinungen und Fruchtbarkeitsstörungen einher.
Ziel der staatlichen Bekämpfung ist es, sogenann-
te persistent infizierte Kälber, die den Erreger le-
benslang ausscheiden ohne selbst zu erkranken,
möglichst rasch aus den Beständen zu entfernen
und vom Handel auszuschließen. Daher werden
den Kälbern bereits bei der innerhalb der ersten
sieben Lebenstage erforderlichen Kennzeichnung
mit Ohrmarken Hautstanzproben entnommen
und auf das BVD-Virus untersucht.
Im Jahr 2025 wurden im LUA insgesamt 108.741
Ohrstanzproben aus 3.214 rheinland-pfälzischen
Beständen untersucht. Dabei wurde das Virus der
BVD bei keinem Kalb nachgewiesen. Im Rahmen
von Handelsuntersuchungen und zu diagnosti-
schen Zwecken wurden zusätzlich weitere 1.017
4
Blut- und Organproben von diversen Wiederkäu-
ern auf das Vorhandensein von BVD mit negati-
vem Ergebnis getestet.
Nach dem erstmaligen Nachweis des Erregers des
West Nil Fiebers (WNF) in Rheinland-Pfalz bei
einer Schnee-Eule im Jahr 2023 wurde 2024 erst-
mals der Nachweis einer WNF-Infektion bei Pfer-
den geführt. In 2025 gab es keine weiteren Nach-
weise. Pferde können zwar an WNF erkranken
und auch verenden, spielen bei der Ausbreitung
des Infektionsgeschehens des durch blutsaugen-
de Stechmücken übertragenen Erregers aber kei-
ne Rolle. Die Erkrankung tritt insbesondere bei
Vögeln auf und kann insbesondere bei Greif- und
Rabenvögeln zu schweren Verläufen mit neuro-
logischen Symptomen und gehäuften Todesfäl-
len führen. Der Erreger kann auch auf Menschen
übertragen werden und verursacht eine grippe-
ähnliche Erkrankung. In seltenen Fällen entwickelt
sich eine Hirnentzündung, die einen tödlichen
Verlauf nehmen kann.
Es muss aber weiterhin mit dem Auftreten des
WNF in Rheinland-Pfalz gerechnet werden. Die
Infektion unterliegt zwar der staatlichen Tierseu-
chenüberwachung; tierseuchenrechtliche Maß-
nahmen sind bislang allerdings nicht vorgeschrie-
ben. Impfstoffe gegen das West-Nil-Virus für
Menschen und Vögel existieren nicht, aber ein
Schutz der Pferde vor schweren klinischen Sym-
ptomen kann mit einer Impfung erreicht werden.
Daher gilt die Empfehlung, Pferde und Ponys imp-
fen zu lassen. Die Impfung gegen das West Nil-Vi-
rus wird von der rheinland-pfälzischen Tierseu-
chenkasse mit einer Beihilfe finanziell unterstützt.
Untersuchungen an 5.047 verendeten Rindern,
Schafen, Ziegen und Wildwiederkäuern und 347
geschlachteten Rindern, Schafen und Ziegen aus
Rheinland-Pfalz und dem Saarland auf Transmis-
sible spongiforme Enzephalopathie (BSE, Scra-
pie, CWD) ergaben 2025 erfreulicherweise nur
negative Untersuchungsergebnisse.
Die mit Verhaltens- und Bewegungsstörungen
einhergehende, tödlich verlaufende Erkrankung
Als Hauptreservoir der Salmonellen gelten Tie-
re. Eine Salmonelleninfektion führt besonders bei
Jungtieren zu klinischen Symptomen mit Durch-
fall und teilweise hohem Fieber. Bei Rindern,
Schafen, Schweinen und Pferden kann es in Ein-
zelfällen zu Fehlgeburten kommen. Ausgewach-
sene Tiere erkranken zwar eher selten klinisch,
können die Erreger aber über längere Zeit aus-
scheiden und damit unerkannt weiterverbreiten
und die Umwelt kontaminieren. Die hohe Wider-
standsfähigkeit gegen äußere Einflüsse ermöglicht
den Bakterien dort ein langes Überleben.
Keine Scrapie: Die mit Verhaltens- und Bewegungsstö-
rungen einhergehende, tödlich verlaufende Erkrankung
wurde 2025 bei keinem Tier aus dem Land nachgewie-
sen. © Studio Lichtfang / Pexels
tritt spontan auf. Tierseuchenrechtliche Maßnah-
men erfolgen in der Regel nicht, da fast immer nur
Einzeltiere betroffen sind. Die Nachweise aus den
Jahren 2023 und 2024 zeigen aber, dass die Moni-
toring-Untersuchungen zum Vorkommen der Er-
krankung weiterhin erforderlich sind, um deren
verstärktes Auftreten erfassen und einen Eintrag
in die Nahrungsmittelkette verhindern zu können.
Zu den wechselseitig zwischen Tier und Mensch
übertragbaren Erregern (sogenannte Zoonosen)
zählen die Salmonellen. Diese bakteriellen In-
fektionserreger werden meist bei differenzialdi-
agnostischen Untersuchungen zur Feststellung
der Erkrankungs- oder Todesursache nachgewie-
sen. 2025 wurden die Salmonellen bei 16 Rin-
dern, Schafen und Ziegen in zwölf Betrieben
nachgewiesen. Darüber hinaus wurden die Bakte-
rien auch bei 15 Wild- und Zootieren sowie in vier
Umgebungsproben aus Hühner- und Gänsehal-
tungen in zwei Beständen festgestellt.
Landwirtschaftliche Nutztiere und die daraus er-
zeugten Lebensmittel tierischen Ursprungs stehen
an der Spitze der möglichen Infektionsquellen für
den Menschen. Die Infektion erfolgt in der Regel
über die Aufnahme kontaminierter Nahrungsmit-
tel; aber auch Schmutz- und Schmierinfektionen
an Haustieren sind möglich. Die Infektion äu-
ßert sich beim Menschen meist als akute Darm-
entzündung mit plötzlich einsetzendem Durchfall,
Kopf- und Bauchschmerzen sowie einer Störung
des Allgemeinbefindens und leichtem Fieber. Die
oft mehrere Tage anhaltenden Symptome können
insbesondere bei Kleinkindern oder älteren Perso-
nen zu einer ausgeprägten Dehydratation (Aus-
trocknung durch Wasserverlust) führen.
In die Kategorie der Zoonosen fällt auch die bak-
teriell bedingte Tularämie (oder Hasenpest). Das
LUA hat im vergangenen Jahr 38 Tiere aus Rhein-
land-Pfalz auf Tularämie untersucht, und dabei
die Zoonose bei 19 Feldhasen aus sieben Kreisen
nachgewiesen. An der Zahl der Nachweise ist er-
kennbar, dass die Erkrankung bei Feldhasen relativ
weit verbreitet ist. Erkrankte Wildtiere wie Hasen
oder Kaninchen wirken matt und teilnahmslos, sie
verlieren ihre Schnelligkeit und angeborene Scheu.
Grundsätzlich können sich auch Hunde mit dem
Erreger der Hasenpest infizieren und diesen weit-
geben. Die Tiere zeigen Appetitlosigkeit, Fieber so-
wie geschwürige Veränderungen im Rachen und
Schwellungen der Körperlymphknoten. Ausgangs-
punkt für Infektionen des Menschen ist aber meist
der direkte Kontakt mit erkrankten Wildtieren
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