API src

Found 422 results.

Related terms

Erwerbstätige der Umweltwirtschaft NRW

Der Datensatz "Erwerbstätige der Umweltwirtschaft NRW" beschreibt die Anzahl der Erwerbstätigen in den einzelnen Teilmärkten und Marktsegmenten der Umweltwirtschaft für das Jahr 2010 und 2021. Des Weiteren zeigt er die prozentuale Änderung zwischen den Jahren 2010 und 2021. Außerdem zeigt der Datensatz den Anteil der jeweiligen Erwerbstätigen eines Teilmarktes an der Gesamtzahl aller Erwerbstätigen in der Umweltwirtschaft für das Jahr 2021 in Prozent.

Strukturdaten: Chemikalien und chemisch-pharmazeutische Industrie

Strukturdaten: Chemikalien und chemisch-pharmazeutische Industrie Die chemisch–pharmazeutische Industrie gehört in Deutschland zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen. Gleichzeitig gehört sie auch zu den größten Energieverbrauchern und Erzeugern von Abwasser und gefährlichen Abfällen. Am Gesamtumsatz hatten die Produktionsbereiche „Chemische Grundstoffe“ und pharmazeutische Produkte den größten Anteil. Die chemisch-pharmazeutische Industrie in Deutschland Unternehmen, die in Deutschland Chemikalien oder aus ihnen chemische Produkte wie Arzneimittel, Biozide, ⁠ Pflanzenschutzmittel ⁠, Chemiefasern, Farben, Kitte, Wasch- und Reinigungsmittel, Körperpflegemittel, Duftstoffe oder Seifen herstellen, setzten im Jahr 2023 mit diesen Produkten mehr als 225 Milliarden (Mrd.) Euro um. In der Chemie- und Pharmaindustrie arbeiteten 2023 etwa 480.000 Menschen. Das sind mehr als ein Prozent aller Erwerbstätigen. Damit gehört der Wirtschaftszweig zu den wichtigsten Industriesektoren in Deutschland (siehe Abb. „Beschäftigte im ⁠ verarbeitenden Gewerbe ⁠ in Deutschland 2023“ und Abb. „Umsatz im verarbeitenden Gewerbe in Deutschland 2023“). Zur chemisch-pharmazeutischen Industrie gehört der Bereich „Chemische Grundstoffe“, der im Jahr 2022 einen Umsatz von ca. 132 Mrd. Euro erwirtschaftete. Das entspricht mehr als 50 % des Gesamtumsatzes (siehe Abb. „Gesamtumsatz der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Deutschland 2022“). Unter dem Industriezweig „Chemische Grundstoffe“ wird die Herstellung von anorganischen Grundstoffen wie Industriegasen und Düngemitteln, von organischen Grundstoffen und Chemikalien wie Petrochemikalien und Polymeren sowie von Fein- und Spezialchemikalien erfasst. Beschäftigte im verarbeitenden Gewerbe in Deutschland 2023 Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF Diagramm als Excel mit Daten Umsatz im verarbeitenden Gewerbe in Deutschland 2023 Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF Diagramm als Excel mit Daten Gesamtumsatz der chemischen Industrie in Deutschland 2022 Quelle: Verband der Chemischen Industrie Diagramm als PDF Diagramm als Excel mit Daten Chemisch-pharmazeutische Industrie belastet die Umwelt In der Chemie- und Pharmaindustrie fielen im Jahr 2022 über 5 % der gefährlichen Abfälle und 2016 fast zwölf Prozent des gesamten Abwassers der deutschen Wirtschaft an (siehe Abb. „Gefährliche Abfälle nach Erzeugergruppen in Deutschland 2022“ und Abb. „Abwasser nach Emittentengruppen in Deutschland 2016“).  Die Branche hatte im Jahr 2021 einen hohen Ressourcenverbrauch und nutzte etwa 14 % der gesamten ⁠ Primärenergie ⁠ Deutschlands. Rund 4 % der Kohlendioxid-Emissionen stammten aus der Herstellung chemischer und pharmazeutischer Erzeugnisse (siehe Abb. „Primärenergieverbrauch nach Sektoren in Deutschland 2021“ und Abb. „Kohlendioxid-Emissionen nach Sektoren in Deutschland 2021). Gefährliche Abfälle nach Erzeugergruppen in Deutschland 2022 Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF Diagramm als Excel mit Daten Abwasser nach Emittentengruppen in Deutschland 2016 Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF Diagramm als Excel mit Daten Primärenergieverbrauch nach Sektoren in Deutschland 2021 Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF Diagramm als Excel mit Daten Kohlendioxid-Emissionen nach Sektoren in Deutschland 2021 Quelle: Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF Diagramm als Excel mit Daten Chemikalien in der Europäischen Union Wie viele verschiedene Chemikalien verwendet werden, ist nicht bekannt. Im Einstufungs- und Kennzeichnungsverzeichnis ( C lassification L abeling & P ackaging-Verordnung) der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) sind 147.500 Stoffe verzeichnet. Dazu kommen noch Stoffe für die keine Meldepflicht ins Verzeichnis besteht (insbesondere nicht nach ⁠ REACH ⁠ registrierungspflichtige Stoffe soweit diese nicht als gefährlich im Sinne der ⁠ CLP ⁠-VO einzustufen sind). Bis zum Jahr 2018 mussten Chemikalienhersteller und -importeure schrittweise fast all jene Chemikalien registrieren, von denen sie innerhalb der Europäischen Union (EU) mehr als eine Tonne jährlich herstellen oder in die EU einführen. Bis zum 30.06.2024 wurden mehr als 22.700 verschiedene Stoffe bei der ECHA in Helsinki registriert bzw. gelten als registriert. Deutsche Unternehmen haben davon 11.773 Stoffe (mit-)registriert (ECHA Registrierungsstatistik) .

Fachtagung aller Ausländerbehörden Sachsen-Anhalts – Themenschwerpunkt: Ausländische Fachkräfte

Noch bis morgen tagen die Vertreterinnen und Vertreter der Ausländerbehörden Sachsen-Anhalts zu aktuellen Themen des Asylrechts und allen damit verbundenen Aspekten. Schwerpunkt ist in diesem Jahr die Gewinnung ausländischer Fachkräfte für den Arbeitsmarkt. Dazu sind Vertreterinnen und Vertreter der IHK und HWK Magdeburg sowie sowie des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung eingeladen, um die aus ihrer Sicht bestehenden Probleme bei der Gewinnung ausländischer Arbeitnehmer für den deutschen und speziell sachsen-anhaltinischen Arbeitsmarkt zu schildern. „Zwar gibt es hier bereits zahlreiche Unterstützungsangebote seitens des Landes, dennoch sind wir gemeinsam gefordert, Verfahren und Abläufe zu optimieren.“, erklärte heute der Präsident des Landesverwaltungsamtes, Thomas Pleye. Das WelcomeCenter Sachsen-Anhalt ist die zentrale Anlauf- und Beratungsstelle des Landes Sachsen-Anhalt für Zuwanderungsinteressierte. Es informiert, berät und unterstützt Unternehmen in Sachsen-Anhalt ebenso wie interessierte Personen, Fachkräfte und Familien bei allen Fragen der Zuwanderung und des Zuzugs aus dem In- und Ausland sowie bei der erfolgreichen und nachhaltigen Integration in Betrieb, Arbeitswelt und in das soziale Leben. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Netzwerke, wie das IQ-Landesnetzwerk Sachsen-Anhalt, die beraten und unterstützen. Die Zahl der Arbeitskräfte aus dem Ausland hat sich laut einer Studie* in Sachsen-Anhalt zwischen 2013 und 2022 um das Vierfache von 11.700 auf 51.100 Personen erhöht. Nach Informationen der Studie kommen die meisten der ausländischen Beschäftigten in Sachsen-Anhalt mit 11.100 Personen aus Polen. Rumänische Beschäftigte folgen mit 6.600 und syrische Beschäftigte mit 4.300 Personen. „Und dennoch gibt es Optimierungsbedarf. Um hier die richtigen Stellschrauben herauszuarbeiten ist es wichtig, alle Beteiligte an einen Tisch zu holen.“, so Pleye weiter. Darüber hinaus werden weitere aktuelle Themen diskutiert. Neben neuer Rechtsentwicklungen berichten die Fachleute des Landesverwaltungsamtes über die Bereiche Rückführung und freiwillige Ausreise, die Situation in der Erstaufnahme, die kommunale Unterbringung und den Arbeitsstand bei der Einführung einer Bezahlkarte. Zu Fragen der Grenzkontrollen und Tendenzen der Flüchtlingsströme informiert die Bundespolizeiinspektion Magdeburg. Aufgrund des Ausbruchs des Krieges gegen die Ukraine hat Sachsen-Anhalt etwa 32.500 Geflüchtete aufgenommen. Darüber hinaus suchten seit Beginn dieses Jahres ca. 4000 Menschen Asyl in Sachsen-Anhalt. 2023 betrug die Gesamtzahl der von Sachsen-Anhalt aufgenommenen Asylsuchenden 7.754 Personen, 2022 waren es 5.931 Personen. „Die Krisenherde in der Welt werden nicht weniger und fordern uns in besonderer Form. Die Ausländerbehörden aller Ebenen müssen hier oftmals schnell reagieren. Die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten war bislang Garant für die professionelle Arbeit, deshalb ist es so wichtig, dass wir uns regelmäßig zu einem solchen Austausch zusammenfinden.“, so Pleye abschließend. Dieser behördenübergreifende Fachaustausch findet einmal jährlich statt. *Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der (IAB) der Bundesagentur für Arbeit führte 2023/24 eine Studie zur Entwicklung und Struktur der Beschäftigung von Ausländer*innen in Sachsen-Anhalt durch. Diese kann unter folgendem Link abgerufen werden: Publikation - IAB - Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung Impressum: Landesverwaltungsamt Pressestelle Ernst-Kamieth-Straße 2 06112 Halle (Saale) Tel: +49 345 514 1244 Fax: +49 345 514 1477 Mail: pressestelle@lvwa.sachsen-anhalt.de

Auswahl aus den Terminen am Landgericht Magdeburg im August 2024 (Stand: 2. August 2024)

Urteil verkündet – Freispruch 29 KLs 567 Js 4478/15 (5/19) – 9. Strafkammer (Wirtschaftsstrafkammer) In dem im September 2023 begonnenen Verfahren wurden die drei Angeklagten mit Urteil vom 31. Juli 2024 von dem Vorwurf der Lohnsteuerhinterziehung sowie des Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt freigesprochen. Die Kammer sah den Vorwurf, die Angeklagten hätten nicht den Sozialkassen gemeldete Arbeitnehmer beschäftigt und "schwarz" bezahlt, nicht als erwiesen an. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Auswahl aus den Terminen am Landgericht Magdeburg im August 2024 (Stand: 2. August 2024) Raubdelikt in Schönebeck 21 KLs 260 Js 6863/23 (7/24) – 1. Große Strafkammer 2 Angeklagte 3 Zeugen Prozessbeginn:                   Dienstag, 6. August 2024, 09.00 Uhr, Saal A23 Fortsetzungstermine:         14., 20. und 22. August 2024, jeweils 09.00 Uhr, Saal A23 Zwei zur Tatzeit 25 beziehungsweise 29 Jahre alten Männern wird vorgeworfen, einen vermeintlichen Autoverkauf initiiert zu haben, um bei der verabredeten Geldübergabe – gemeinsam mit weiteren unbekannt gebliebenen Tätern – unter Vorhalt eines Messers an den Hals des Geschädigten diesem die als Kaufpreis vereinbarten 10.000 € Bargeld wegzunehmen, was sie in Ausführung des entsprechend gefassten gemeinsamen Tatplans auch getan haben sollen. Nach diesem Geschehen soll der Begleiter des Geschädigten einen der Täter an der Flucht gehindert haben, wobei der Täter sich dadurch vergeblich gewehrt haben soll, dass er mit einem Springmesser in Richtung des Begleiters stach, der jedoch in der Lage gewesen sein soll, sich zu schützen. Einer der Angeklagten befindet sich in Untersuchungshaft, der andere ist unbekannten Aufenthalts. 2-facher Mord und 3-facher versuchter Mord in Magdeburg 22 KLs 164 Js 11264/24 (13/24) – 2. Große Jugend Strafkammer (Schwurgericht) 1   Angeklagter 3   Nebenkläger 3   Sachverständige 26 Zeugen Prozessbeginn:                   Dienstag, 6. August 2024, 09.00 Uhr, Saal 6 Fortsetzungstermine:         12. und 28. August, 3., 10., 16., 24. und 27. September 2024, jeweils 09.00 Uhr Dem zur Tatzeit 18-jährigen Angeklagten (Heranwachsender) wird vorgeworfen, am 3. März 2024 in Magdeburg seine Mutter sowie seinen jüngsten Bruder ermordet und daneben versucht zu haben, seine weiteren drei Geschwister zu ermorden. Das fortschreitende Gefühl, nicht genügend Privatsphäre in der mit seinen Geschwistern und seiner Mutter gemeinsam bewohnten Wohnung zu haben, soll ihn dazu veranlasst haben, nachts mit einem Küchenmesser auf seine zum Teil schlafenden Geschwister sowie seine Mutter in der Absicht, sie zu töten, vielfach Male eingestochen zu haben. Im Eröffnungsbeschluss hat die Kammer darauf hingewiesen, dass hinsichtlich aller Taten die Mordmerkmale Heimtücke und niedrige Beweggründe in Betracht kommen können Der Angeklagte befindet sich seit dieser Tat in Untersuchungshaft. Im Ermittlungsverfahren hat er von seinem Schweigerecht Gebrauch gemacht. Gefährliche Körperverletzung bei eingeschränkter Schuldfähigkeit 22 KLs 376 Js 47690/23 (10/24) – 2. Große Strafkammer (Jugendkammer) 1 Angeklagte 2 Sachverständige 2 Sachverständige Zeugen 9 Zeugen Prozessbeginn:                   Dienstag, 13. August 2024, 09.00 Uhr, Saal 6 Fortsetzungstermine:         20. und 27. August 2024, 4., 17. und 18. September 2024, jeweils 09.00 Uhr Der 35-jährigen, an einer psychischen Erkrankung leidenden, Angeklagten wird zur Last gelegt, im Oktober und November 2023 in Magdeburg im Zustand mindestens verminderter Schuldfähigkeit zwei gefährliche Körperverletzungen begangen zu haben. In einen Fall wird ihr vorgeworfen, den Geschädigten mit einem Baseballschläger mehrmals auf die Stirn und den Hinterkopf geschlagen und ihn anschließend am Hals gewürgt zu haben. Aufgrund der stumpfen Gewalt soll der Geschädigte einen Schädelbruch und Blutungen erlitten haben. In dem weiteren ihr vorgeworfenen Fall soll die Angeklagte ohne ersichtlichen Grund eine minderjährige Geschädigte in deren Wohnung mehrfach mit der Faust in das Gesicht geschlagen, diese zu Boden gebracht und gewürgt haben. Die Geschädigte soll dadurch Schmerzen und Blutungen im Gesicht sowie Rötungen im Halsbereich erlitten haben. Sollten der Angeklagten die Taten nachgewiesen werden und sie für die Allgemeinheit gefährlich sein, kommt eine dauerhafte Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus in Betracht. Dort ist die Frau bereits vorläufig untergebracht. Drogenhandel in Magdeburg 21 KLs 263 Js 56823/23 (9/24) – 1. Große Strafkammer 1 Angeklagter 1 Sachverständiger 1 Zeuge Prozessbeginn:                   Dienstag, 13. August 2024, 09.00 Uhr, Saal A23 Fortsetzungstermin:            15. August 2024, 09.00 Uhr, Saal A23 Einem 35 Jahre alten Mann wird vorgeworfen am 19.03.2024 in Magdeburg u.a. mit Amphetaminen (rund 340 g) und Kokain (rund 13 g) gehandelt zu haben. Der Angeklagte befindet sich in Untersuchungshaft. Im Ermittlungsverfahren hat er die Tat bestritten. bandenmäßiger Drogenhandel in Magdeburg 23 KLs 276 Js 33500/23 (5/24) – 3. Große Strafkammer 4 Angeklagte 1 Sachverständiger 6 Zeugen Prozessbeginn:                   Donnerstag, 22. August 2024, 09.30 Uhr, Saal C24 Fortsetzungstermine:         26. August,11., 12., 13 und 16. September 2024, jeweils 09.30 Uhr, Saal C24 Vier Männern im Alter zwischen 30 und 47 Jahren wird vorgeworfen 2019 eine Bande gegründet um mit verschiedenen illegalen Drogen in Magdeburg zu handeln. Konkret werden 4 Straftaten verhandelt die vom Spätsommer 2023 bis Januar 2024 begangen worden sein sollen. Dabei soll es um 1 kg Kokain, rund 4 kg Amphetamin, 1 kg Crystal und mehr als 10 kg Marihuana Blüten gegangen sein. Drei der Angeklagten befinden sich in Untersuchungshaft. Tankstellenüberfälle in Magdeburg 21 KLs 130 Js 16634/24 (11/24) – 1. Große Strafkammer 1 Angeklagter 1 Sachverständiger 4 Zeugen Prozessbeginn:                   Dienstag, den 27. August 2024, 09.00 Uhr, Saal A23 Fortsetzungstermin:            29. August 2024, 09.00 Uhr, Saal A23 Dem zur Tatzeit 24 Jahre alten Angeklagten wird vorgeworfen, am 4. April 2024 in Magdeburg zwei Tankstellen überfallen zu haben. Nach dem ersten Überfall, bei welchem er der Kassiererin unter vorgehaltener funktionsfähiger Softairwaffe drohte, aber gleichwohl lediglich 16 Packungen Zigaretten erbeuten konnte, soll sich der Angeklagte wegen der geringen Beute dazu entschieden haben, eine weitere Tankstelle zu überfallen. In Ausführung dieses Vorhabens soll der Angeklagte bei einer weiteren Tankstelle den dortigen Mitarbeiter ebenfalls unter vorgehaltener geladener Softairpistole zur Herausgabe von Geld aufgefordert haben. Aus Angst um seine körperliche Unversehrtheit soll der Mitarbeiter die Kassenschublade geöffnet und Bargeld in Höhe von 415 € in den vom Angeklagten vorgelegten Plastikbeutel gepackt haben. Daraufhin soll der Angeklagte die Tankstelle mit dem Geld verlassen haben. Aufgrund des von dem Angeklagten angegebenen Drogenkonsums wird das Gericht zu prüfen haben, ob eine Unterbringung des Angeklagten in einer Entziehungsanstalt in Betracht kommt. Der Angeklagte befindet sich derzeit in Untersuchungshaft. Löffler Impressum: Landgericht Magdeburg Pressestelle Halberstädter Str. 8 39112 Magdeburg Tel: 0391 606-2061 oder -2142 Fax: 0391 606-2069 oder -2070 Mail: presse.lg-md@justiz.sachsen-anhalt.de Web: www.lg-md.sachsen-anhalt.de

Wirtschaft und Umwelt

Wirtschaft und Umwelt Die derzeitige Wirtschaftsweise untergräbt unseren Wohlstand, weil sie die natürlichen Grundlagen des Wirtschaftens zerstört. Daher ist der Übergang zu einer Green Economy erforderlich, die in Einklang mit Natur und Umwelt steht. Das Umweltbundesamt arbeitet an der Umsetzung dieses Leitbilds. Es analysiert die vielfältigen Beziehungen zwischen Umweltschutz und wirtschaftlicher Entwicklung. Green Economy Die heutige Wirtschaftsweise zerstört die natürlichen Lebensgrundlagen und untergräbt dadurch den Wohlstand kommender Generationen. Die großflächige Abholzung von Wäldern, die Überfischung der Meere oder der Verlust fruchtbarer Ackerböden sind prägnante Beispiele für diese Entwicklung. Allein die Folgekosten durch den ⁠ Klimawandel ⁠ und den Verlust der biologischen Vielfalt könnten sich im Jahr 2050 auf rund ein Viertel des weltweiten Bruttosozialprodukts belaufen. Ein „Weiter so“, bei dem die Industrieländer ihre ressourcenintensive Wirtschaftsweise beibehalten und die Entwicklungs- und Schwellenländer diese Wirtschaftsweise übernehmen, stellt keinen gangbaren Weg dar. Daher ist der Übergang zu einer Green Economy erforderlich, die sich innerhalb der ökologischen Leitplanken bewegt und das Naturkapital erhält. Green Economy ist ein neues Leitbild für wirtschaftliche Entwicklung. Es verbindet Ökologie und Ökonomie positiv miteinander und steigert dadurch die gesellschaftliche Wohlfahrt. Ziel ist eine Wirtschaftsweise, die im Einklang mit Natur und Umwelt steht. Der Übergang zu einer Green Economy erfordert eine umfassende ökologische Modernisierung der gesamten Wirtschaft. Insbesondere Ressourcenverbrauch, Emissionsreduktion, Produktgestaltung sowie Umstellung von Wertschöpfungsketten müssen geändert werden. Die Förderung von Umweltinnovationen hat dabei eine zentrale Bedeutung. Das ⁠ UBA ⁠ arbeitet an der Konkretisierung des Green-Economy-Leitbildes und entwickelt Vorschläge für die Gestaltung des Transformationsprozesses, bspw. im Rahmen des Projektes "Übergang in eine Green Economy". Umweltschutz und wirtschaftliche Entwicklung sind keine Gegensätze, sondern bedingen einander. Die Steigerung der Energie- und Materialeffizienz wird im 21. Jahrhundert voraussichtlich zu einem entscheidenden Faktor für die internationale Wettbewerbsfähigkeit. Durch den Anstieg der Weltbevölkerung und die wirtschaftlichen Aufholprozesse in Entwicklungs- und Schwellenländern wird die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen weiter wachsen. Diese Nachfrage lässt sich bei begrenzten natürlichen Ressourcen auf Dauer nur befriedigen, wenn es gelingt, „mehr“ mit „weniger“ herzustellen. Das heißt, Wirtschaftswachstum und die Inanspruchnahme natürlicher Ressourcen zu entkoppeln. Daher wächst der Druck, Umwelt- und Effizienztechniken einzusetzen und fortzuentwickeln. Besonders deutlich zeigen sich die wirtschaftlichen Chancen eines fortschrittlichen Umweltschutzes am Beispiel der Leitmärkte der Umwelttechnik und Ressourceneffizienz. Zentral sind hierbei: Energieeffizienz, umweltfreundliche Energieerzeugung, nachhaltige Wasserwirtschaft und Mobilität, Materialeffizienz, Abfallmanagement und Recycling. Schätzungen zufolge wird sich das Weltmarktvolumen dieser zentralen grünen Zukunftsmärkte mehr als verdoppeln: von 4,6 Billionen Euro im Jahr 2020 auf 9,3 Billionen Euro im Jahr 2030. Deutschland gehört heute – auch wegen seiner ambitionierten Umweltpolitik – mit Weltmarktanteilen zwischen 7 und 17 Prozent mit zu den weltweit führenden Anbietern auf diesen Märkten. Allerdings verschärfte sich der globale Wettlauf um die grünen Zukunftsmärkte in den letzten Jahren deutlich. Viele Länder haben während der Finanzkrise Konjunkturpakete mit einem hohen Anteil von Umweltschutzmaßnahmen verabschiedet, zum Beispiel Südkorea mit einem „grünen" Anteil von 80 Prozent und China mit 38 Prozent. Diese Programme zielten auch darauf, im Wettbewerb um die grünen Zukunftsmärkte aufzuholen. Deutschland wird seine führende Rolle auf diesen Märkten deshalb nur verteidigen können, wenn es weiterhin eine Vorreiterrolle im Umweltschutz einnimmt und Umweltinnovationen systematisch fördert. Nutzen und Kosten des Umweltschutzes Keine Frage, Umweltschutz ist nicht zum Nulltarif zu haben. Meist sind aber die Nutzen höher als die Kosten. So führen Investitionen in integrierte Umweltschutztechniken und Effizienzmaßnahmen unter dem Strich vielfach zu erheblichen Kosteneinsparungen auf betrieblicher Ebene – etwa durch einen geringeren Material- und Energieverbrauch oder rückläufige Entsorgungskosten. Hinzu kommen zahlreiche weitere Vorteile des Umweltschutzes auf Unternehmensebene, die schwierig zu quantifizieren sind: zum Beispiel Imagegewinne, eine geringere Wahrscheinlichkeit von Störfällen. Der Einsatz von Umwelt- und Energiemanagementsystemen bietet dabei die Möglichkeit, die wirtschaftlichen Chancen des betrieblichen Umweltschutzes systematisch zu nutzen und die betriebliche Umweltleistung kontinuierlich zu verbessern. Außerdem wirkt der Umweltschutz häufig auch gesamtwirtschaftlich positiv, zum Beispiel indem er umweltbedingte Material- oder Gesundheitsschäden und andere Umweltkosten verringert. Nicht zuletzt ist eine hohe Umweltqualität auch ein positiver Standortfaktor für die Wirtschaft, die mit dem guten Umweltimage einer Region um qualifizierte Arbeitskräfte werben kann. Gesamtwirtschaftlich positiv sind auch die Beschäftigungswirkungen des Umweltschutzes. Die Zahl der Umweltschutzbeschäftigten ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Für das Jahr 2021 kann von 3,2 Millionen Erwerbstätige im Umwelt- und ⁠ Klimaschutz ⁠. Arbeitsplätze entstehen in den Bereichen der energetischen Gebäudesanierung, den Erneuerbaren Energien, in der Herstellung von nach Umweltschutzgütern und in umweltschutzorientierten Dienstleistungen. Anspruchsvolle ⁠ Klima ⁠- und Umweltschutzziele können zusätzliche Arbeitsplätze schaffen, etwa durch den Ausbau der erneuerbaren Energien oder die Steigerung der Energieeffizienz. Auch Maßnahmen zur Steigerung der Rohstoff- und Materialeffizienz können erhebliche positive Beschäftigungswirkungen hervorrufen. Umweltbelastungen verursachen hohe gesellschaftliche Kosten, zum Beispiel durch umweltbedingte Gesundheits- und Materialschäden, Ernteausfälle oder die Kosten des Klimawandels. Eine ambitionierte Umweltpolitik verringert diese. Grundsätzlich sollten Umweltkosten internalisiert, das heißt den Verursachern angelastet werden. Bisher geschieht dies nur unzureichend. Daher erhalten die Verursacher keine ausreichenden ökonomischen Anreize, die Umweltbelastung zu senken. Außerdem sagen die Preise ohne vollständige Internalisierung der Umweltkosten nicht die ökologische Wahrheit. Dies verzerrt den Wettbewerb und hemmt die Entwicklung und Marktdiffusion umweltfreundlicher Techniken und Produkte. Vor allem in sehr umweltintensiven Bereichen wie dem Energie- und Verkehrssektor ist es wichtig, die entstehenden Umweltkosten stärker in Rechnung zu stellen. Dies würde den Ausbau der erneuerbaren Energien fördern, die Energieeffizienz erhöhen und wesentlich zu einer nachhaltigen Mobilität beitragen. Zur Schätzung der Umweltkosten veröffentlicht das Umweltbundesamt regelmäßig die Methodenkonvention . Sie beinhaltet Kostensätze u.a. für die ⁠ Emission ⁠ von Treibhausgasen, Luftschadstoffen und Lärm, und gibt methodische Empfehlungen für die Ermittlung von Umweltkosten. Ein wichtiger Anwendungsbereich von Umweltkosten ist die Gesetzesfolgenabschätzung. Zur Unterstützung einer wissenschaftlich fundierten Gesetzesfolgenabschätzung stellt das Umweltbundesamt ein Werkzeug bereit. Es kann den Bundesministerien dabei helfen, eine umfassende und ausgewogene Gesetzesfolgenabschätzung durchzuführen, wie das Umweltbundesamt sie in seinem Positionspapier empfiehlt. Im Rahmen des Projektes „Übergang in eine Green Economy – Notwendige strukturelle Veränderungen und Erfolgsbedingungen für deren tragfähige Umsetzung in Deutschland“ hat der Projektträger Jülich (PtJ) im Auftrag des Umweltbundesamtes (⁠ UBA ⁠) eine Studie „ Internationale Bestandsaufnahme des Übergangs in eine Green Economy “ verfasst, die in der Reihe „Umwelt, Innovation, Beschäftigung“ veröffentlicht wurde. Diese Studie ist das Ergebnis des ersten von fünf Arbeitspaketen des Projektes, das PtJ gemeinsam mit dem Öko-Institut e.V. umsetzt. PtJ hat dabei die Gesamtkoordination inne. Auf der Grundlage der Green-Economy-Definition des Bundesumweltministeriums (⁠ BMUB ⁠) und des UBA wurde zu Beginn der Studie unter dem Gesichtspunkt der Übertragbarkeit auf Deutschland eine internationale Bestandsaufnahme von Green Economy-Strategien vorgenommen. Um aus den bisherigen Erfahrungen zu lernen und Empfehlungen für konkrete Schritte und Handlungsempfehlungen für den Übergang in eine Green Economy in Deutschland abzuleiten, wurde in einem breit angelegten internationalen Screening-Prozess in mehreren Stufen aus einem Kreis von 34 Ländern bzw. Regionen eine Gruppe von 19 ausgewählt und näher betrachtet. Durch weitere Analysen und Experten-Interviews wurden 8 Länder bzw. Regionen mit Modellcharakter selektiert und in Fallstudien vertieft untersucht: die Europäische Union, Japan, die Schweiz, die Niederlande, die Republik Korea, das Vereinigte Königreich, die USA, Kalifornien und die Volksrepublik China. Daran anknüpfend hat das PtJ-Team fünf besonders erfolgreiche und erfolgversprechende Maßnahmen vor dem Hintergrund ihrer Übertragbarkeit auf Deutschland ausgewählt und als Best-Practice-Beispiele detaillierter untersucht: das Öko-Modellstädte-Programm in Japan, den Aktionsplan Grüne Wirtschaft der Schweiz, die Fünfjahresplanung in der Republik Korea, die nachhaltige öffentliche Beschaffung im Vereinigten Königreich sowie das Green-Funds-Programm aus den Niederlanden. Ziel war es, ein besseres Verständnis für die strukturelle und kulturelle Einbettung der verschiedenen Ansätze zur Realisierung einer Green Economy zu entwickeln. Die Ergebnisse dieses ersten Arbeitspakets des Vorhabens sind in der o. g. internationalen Studie ausführlich dokumentiert. Die Best-Practice-Beispiele sind zudem in Form von prägnanten zweiseitigen Policy Briefs aufbereitet und stehen sowohl einzeln für die Länder Japan , Schweiz , Republik Korea , Vereinigtes Königreich und Niederlande als auch als Gesamt-Dokument zum Download zur Verfügung. Im zweiten Arbeitspaket des Projektes wurden die grundlegenden systemischen Transformationshemmnisse und Möglichkeiten zu ihrer Überwindung auf dem Weg zu einer Green Economy analysiert und auf Basis eines ausführlichen Hintergrundpapiers zu fünf Thesenblöcken durch das PtJ-Team zusammengefasst. Im Rahmen eines Fachworkshops mit Experten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft wurden diese Thesen kritisch hinterfragt und diskutiert. Die Beiträge zu diesem Workshop und die Ergebnisse der Analyse werden in Kürze in Form eines Tagungsbandes auf der Internetseite des UBA zum Download bereitstehen.

Beschäftigung und Umweltschutz

Beschäftigung und Umweltschutz Im Jahr 2021 waren in Deutschland ca. 3,2 Millionen Personen im Umweltschutz tätig. Mit einem Anteil von 7,1 % an allen Erwerbstätigen ist der Umweltschutz damit ein wichtiger Faktor für den gesamten Arbeitsmarkt. Im Bereich der umweltschutzorientierten Dienstleistungen hat die Beschäftigung erneut zugenommen. Hier wird nun eine Beschäftigung in Höhe von 1,8 Millionen Personen geschätzt. Aktuelle Ergebnisse und Entwicklung im Zeitablauf Die Beschäftigtenzahlen im Umweltschutz werden regelmäßig im Rahmen von Forschungsprojekten geschätzt. Demnach waren im Jahr 2021 insgesamt ca. 3,2 Millionen (Mio.) Personen in Deutschland für den Umweltschutz tätig. Mit einem Anteil von 7,1 % an allen Erwerbstätigen ist der Umweltschutz damit ein wichtiger, in seiner Bedeutung stabiler Faktor für den gesamten Arbeitsmarkt (siehe Abb. „Anzahl der Beschäftigten im Umweltschutz“ und Abb. „Anteil der Umweltschutzbeschäftigen an Beschäftigung insgesamt“). Aufgrund methodischer Änderungen sind die Daten eingeschränkt mit denen der Vorjahre vergleichbar. * vorläufige Angaben ** bis 2008: Erfassung der Beschäftigung, die durch Fördermaßnahmen der KfW angestoßen wurde; ab 2010 Erfassung der gesamten Beschäftigung durch energetische Gebäudesanierung Aufgrund methodischer Änderungen sind die Daten eingeschränkt mit denen der Vorjahre vergleichbar. * vorläufige Angaben Der Anteil der Umweltschutzbeschäftigten an den Gesamtbeschäftigten ist im Zeitablauf deutlich gestiegen. Wesentlich dafür war seit 2010 die Zunahme an umweltschutzorientierten Dienstleistungen. Auch die Beschäftigung, die durch die Nachfrage nach Umweltschutzgütern ausgelöst wird, ist seit 2010 gestiegen, vor allem in den letzten betrachteten Jahren. Im Bereich erneuerbare Energien hat sich die Beschäftigung nach einem zwischenzeitlichen Tief wieder erholt. Der Bereich der energetischen Gebäudesanierung hat zuletzt ebenfalls eine Steigerung an Beschäftigung zu verzeichnen. Dienstleistungen dominieren die Umweltschutzbeschäftigung Das Gros aller Arbeitsplätze im Umweltschutz (56,7 %) entfiel im Jahr 2021 auf umweltorientierte Dienstleistungen (siehe Abb. „Beschäftigte im Umweltschutz 2021 “). Das spiegelt die hohe Bedeutung der Dienstleistungen für die Umweltwirtschaft wider. Insgesamt gab es 1,8 Millionen Beschäftigte, die umweltorientierte Dienstleistungen erbrachten: zum Beispiel in Planungsbüros, bei Umweltschutzbehörden, im Handel mit Ökoprodukten und in der Umweltbildung. Die umweltorientierten Dienstleister verteilen sich aber auf alle Wirtschaftszweige, also auch auf solche, die laut amtlicher Statistik eigentlich dem produzierenden Gewerbe oder der Land- und Forstwirtschaft zuzurechnen sind. Gesamt: 3.189.000 Erwerbstätige Die Wirtschaftsbereiche mit den meisten Umweltschutzdienstleistungsbeschäftigten sind die Unternehmensdienstleister (357.400), gefolgt vom Handel und Kfz-Handwerk (273.300), der Entsorgung (235.600), der Energie- und Wasserversorgung (151.300) sowie des Baugewerbes (110.400) (siehe Tab. „Beschäftigte in umweltorientierten Dienstleistungen “). Zu dem vielgestaltigen Wirtschaftsbereich der Unternehmensdienstleister zählen Architektur- und Ingenieurbüros, Forschung und Entwicklung, Gebäudereinigung, Schornsteinreinigung, Garten- und Landschaftsbau und der große Bereich der sonstigen Unternehmensdienstleistungen. Leichter Anstieg bei den EE-Beschäftigten Für den Bereich der erneuerbaren Energien liegen bereits geschätzte Daten für das Jahr 2022 vor. Im Jahr 2022 waren in Deutschland rund 387.700 Personen aufgrund der Nutzung erneuerbarer Energien beschäftigt. Langfristig betrachtet hat sich die Anzahl der Beschäftigten gegenüber 2000 fast vervierfacht. Nach 2011 ging die Beschäftigung jedoch deutlich zurück. Diese negative Entwicklung war fast ausschließlich auf die Solarwirtschaft zurückzuführen, wo die Beschäftigung innerhalb von fünf Jahren um mehr als 112.000 Personen sank. Verantwortlich dafür war vor allem der starke Rückgang im wichtigsten Teilbereich der Solarwirtschaft, der Photovoltaik. Im gleichen Zeitraum wuchs die Anzahl der Beschäftigten in der Windenergiebranche zurückzuführen. Zwischen 2016 und 2019 kam es jedoch erneut zu einem Rückgang der Beschäftigung im Bereich erneuerbarer Energien. Am stärksten war der Rückgang in der Windenergiebranche (auf 122.000 Beschäftigte). Wesentlicher Treiber hierfür waren deutliche Einbußen im Außenhandel und ungünstige Rahmenbedingungen im Inland. Die anderen Bereiche der erneuerbaren Energien (⁠ Biomasse ⁠, Wasserkraft, Geothermie) wiesen nur geringe Veränderungen der Beschäftigung auf. In den Jahren 2020 bis 2022 kam es insgesamt zu einem Wachstum der Beschäftigung im Bereich der erneuerbaren Energien im Bereich der Geothermie, der Wärmepumpe mit einschließt, und im Solarenergiebereich (siehe Abb. „Anzahl der Beschäftigten im Bereich erneuerbare Energien“). *vorläufige Angaben Beschäftigungswirkungen der energetischen Gebäudesanierung Die Beschäftigung durch energetische Gebäudesanierung lag im Jahr 2021 bei 576.000 Personen. Davon entfallen rund 278.000 Beschäftigte auf die Bauwirtschaft. Der Rest ist in anderen Produktionsbereichen wie der Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren, Fenstern oder Türen. Zwischen den Jahren 2008 und 2010 zeigen die Schätzungen eine große Zunahme bei der energetischen Gebäudesanierung. Dieser Anstieg war jedoch hauptsächlich in einer verbesserten Datenerfassung begründet: Bis zum Jahr 2008 wurde nur die Beschäftigung erfasst werden, die durch Fördermaßnahmen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (⁠ KfW ⁠) angestoßen wurde. Auf Grund neu verfügbarer Daten kann seit 2010 die Beschäftigung für die energetische Gebäudesanierung insgesamt einbezogen werden. Stabile Beschäftigung durch die Nachfrage nach Umweltschutzgütern Abfallbeseitigung, Gewässerschutz, Lärmbekämpfung und Luftreinhaltung sind klassische Bereiche, in denen Arbeitsplätze entstehen, wenn Unternehmen und die öffentliche Hand in Umweltschutz investieren. Die Produktion der Güter, die für den Betrieb und die Wartung der Umweltschutzanlagen erforderlich sind, schafft ebenfalls Arbeitsplätze. Diese Arbeitsplätze werden in der Kategorie Nachfrage nach Umweltschutzgütern abgebildet. Die Anzahl der Beschäftigten in diesem Bereich betrug im Jahr 2021 451.000 Personen und hat sich in den letzten Jahren deutlich vergrößert. Weitere Informationen und Literaturhinweise Beschäftigungswirkungen des Umweltschutzes in Deutschland in den Jahren 2020 und 2021 Die Umweltwirtschaft in Deutschland – Aktualisierte Ausgabe 2023 Ökonomische Indikatoren von Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz - Aktualisierung 2023

Partner von morgen

Mit dem Programm „Partner von morgen“ bereits heute die internationalen Geschäfte voranbringen Das Programm „Partner von morgen“ geht 2023 - 2025 in die Verlängerung. Kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Sachsen-Anhalt bietet sich bis Ende 2025 die Chance, mit der Unterstützung von Studierenden aus dem Ausland ihr internationales Geschäft weiterzuentwickeln. Im Mittelpunkt steht dabei ein sechs- bis zwölfwöchiges Praktikum mit einer genau definierten Aufgabe, die in Zusammenhang mit den außenwirtschaftlichen Plänen des Unternehmens steht, darunter zum Beispiel  das Analysieren potenzieller Zielmärkte, die Planung von Messebeteiligungen oder das Erstellen fremdsprachiger Internet-​Auftritte. Die Aufgabe wird von ausländischen Studierenden realisiert, die an einer Hochschule oder Universität in Sachsen-Anhalt immatrikuliert sind und ein entsprechendes Profil mitbringen, das den Anforderungen des jeweiligen Unternehmens gerecht wird. Die mitwirkenden KMU profitieren auch künftig in vielerlei Hinsicht von der Teilnahme an dem Programm. Durch den finanziell geförderten Zugang zu qualifizierten, internationalen Nachwuchskräften können Netzwerke aufgebaut und potenzielle Geschäftspartner in den Zielmärkten angesprochen werden. Motivierte, ausländische Studierende leisten durch die Bearbeitung von Projekten, für die sonst keine Kapazitäten vorhanden sind, einen Beitrag zur Erschließung neuer Absatz- oder Beschaffungsmärkte und unterstützen dadurch das Unternehmen nachhaltig. Zudem erhält der Betrieb aus erster Hand einen Einblick in das Zielland und lernt dortige Gepflogenheiten kennen. Auch kann gegebenenfalls frühzeitig ein fachlich kompetenter und fremdsprachlich versierter Arbeitnehmer gebunden werden. Das Wirtschaftsministerium fördert das branchen- und länderoffen gestaltete Programm bis Ende 2025 mit jährlich 80.000 Euro. Für die Umsetzung erhielt die Expert People Management GmbH nach einer öffentlichen Ausschreibung den Auftrag. Gemeinsam mit den teilnehmenden Unternehmen definieren Berater der Expert People Management GmbH ein konkretes Projekt, das auf die individuellen, außenwirtschaftlichen Vorhaben des Betriebes zielt. Ob es um die Analyse von neuen Zielmärkten, den Aufbau einer fremdsprachigen Homepage oder die Vorbereitung eines Messeauftritts geht: Bei der Entwicklung des Projektes stehen immer die spezifischen Anforderungen des KMU im Vordergrund. Darauf legt dieses Programm besonderen Wert. Erst nachdem die konkrete Aufgabe des Praktikums feststeht, wird ein dementsprechend qualifizierter Student für den Einsatz ausgewählt. Die Berater verstehen sich dabei als Bindeglied zwischen den KMU und den internationalen Studierenden. Für die Teilnahme am Programm werden kleine und mittlere Unternehmen in Sachsen-Anhalt gesucht, die ihre Auslandsaktivitäten ausbauen wollen. Kontakt: Expert People Management GmbH Am Fuchsberg 6 39112 Magdeburg Telefon: +49 391 5208 860-12 E-Mail: international(at)expert-pm.de Alles auf einen Blick finden Sie auf dem Flyer .

Zum Tag der Arbeit am 1. Mai: Beschäftigtenbefragung zeigt insgesamt verbesserte Arbeitsbedingungen – Zeitdruck sorgt für Belastungen

Magdeburg. Die Zufriedenheit mit den Arbeitsbedingungen in Sachsen-Anhalt wächst weiter. Das zeigen die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) unter 900 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern aus Sachsen-Anhalt, die zu ihrer Sicht u.a. auf Einkommen, Arbeitsbelastung sowie Beschäftigungs- und Arbeitsplatzsicherheit interviewt wurden. Anlässlich des Tags der Arbeit am 1. Mai sagte Ministerin Grimm-Benne mit Blick auf den „DGB-Index Gute Arbeit“: „Unser Land ist auf einem guten Weg. Die Menschen in Sachsen-Anhalt haben weniger Sorgen um ihren Arbeitsplatz und vor der Arbeitslosigkeit. Immer mehr Beschäftigte sind mit ihrem Einkommen zufrieden. Männer sind mit ihrem Einkommen zufriedener als Frauen. Das zeigt: Gleichstellungspolitisch müssen wir auf dem Arbeitsmarkt noch weiter vorankommen.“ Gleichzeitig gingen die körperlichen Belastungen durch schwere Arbeit als auch die Wochenend- und Schichtarbeit deutlich zurück. Dennoch liegt der Anteil der besonders belastenden Nachtarbeit über dem Bundesdurchschnitt. 17 Prozent der Befragten aus Sachsen-Anhalt leisten oft oder sogar sehr häufig Nachtarbeit, wohingegen der Anteil im bundesweiten Durchschnitt nur neun Prozent beträgt. Während sich 2011 noch 37 Prozent der Befragten vor einem Jobverlust sorgten, waren es in der aktuellen Befragung nur 8,5 Prozent. Die Hälfte aller Beschäftigten glaubt, die aktuelle Tätigkeit nicht bis zur Rente ausüben zu können. „Unternehmen sind gefordert, stärker für gute und gesunde Beschäftigungsbedingungen zu sorgen“, appelliert Grimm-Benne an die Wirtschaft. Die IG Metall begrüßt die Verbesserungen bei den klassischen Indikatoren guter Arbeit wie körperliche Belastung, widrige Umgebungsbedingungen oder Wochenendarbeit. Gleichwohl sind in Sachsen-Anhalt die Belastungen bei den Themen Zeitdruck und – weiter gefasst – der zunehmenden Arbeitsverdichtung nach wie vor signifikant höher als im Rest Ostdeutschlands. „Das größte Defizit sehen wir allerdings nach wie vor bei der materiellen und sozialen Absicherung der Beschäftigten in Sachsen-Anhalt. Die Tatsache, dass über 80 Prozent der Befragten davon ausgehen, dass ihre spätere gesetzliche Rente für ein gutes Leben nicht ausreichen wird, ist allerdings ein Alarmsignal. Voraussetzung für eine auskömmliche Rente sind natürlich angemessene Einkommen und eine deutlich bessere betriebliche Altersvorsorge. Für beides tritt die IG Metall entschieden ein. Vor dem Hintergrund des hohen Fachkräftebedarfs kann gute Arbeit in Sachsen-Anhalt künftig nur heißen: attraktive Einkommen, gute betriebliche Altersvorsorge und eine Arbeit, die nicht krank macht“, so Dr. Frederic Speidel von der IG Metall Bezirksleitung in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt . Die Ergebnisse des DGB-Index‘ zeigen zudem: Gute Arbeitsbedingungen verbessern die Bleibeperspektive von Beschäftigten. Mitbestimmung und Mitgestaltung steigern die Zufriedenheit im Unternehmen. DGB-Landesleiterin Susanne Wiedemeyer : „Vor allem in Zeiten des Fachkräftemangels, des Strukturwandels und der Digitalisierung müssen die Unternehmen ihren Beschäftigten gute Arbeitsbedingungen bieten und sie bei der Anpassung an neue Qualifikationsanforderungen unterstützen. Die Betriebe müssen ihre Beschäftigten stärker fördern, wollen sie ihr Potential und Knowhow stärker erschließen. Betriebsräte tragen dazu bei, Arbeitgeber für die Themen Qualifizierung und Weiterbildung zu sensibilisieren, damit Beschäftigte adäquate Angebote erhalten.“ Hintergrund: Der DGB führt seit 2007 jährlich eine bundesweite Beschäftigtenbefragung durch, den „DGB-Index - Gute Arbeit". Damit liegt für die Bundesrepublik eine repräsentative Informationsquelle zur Entwicklung der Arbeitsbedingungen der abhängig Beschäftigten vor. Sachsen-Anhalt hat nach 2011, 2014 und 2019 auch im Jahr 2023 einen ergänzenden Landesbericht in Auftrag gegeben. Dazu wurden zwischen Ende Februar und Ende April 2023 900 Beschäftigte aus Sachsen-Anhalt interviewt, wie sie ihre persönlichen Arbeitsbedingungen einschätzen. Eine Zusammenfassung der Befragungsergebnisse findet sich anbei. Weitere Informationen erhalten Sie auf der Homepage des Arbeitsministeriums unter https://ms.sachsen-anhalt.de/themen/arbeit/dokumentenbibliothek/dgb-index-gute-arbeit . Impressum: Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung Pressestelle Turmschanzenstraße 25 39114 Magdeburg Tel: (0391) 567-4608 Fax: (0391) 567-4622 Mail: ms-presse@ms.sachsen-anhalt.de

Willingmann: Erfolgreiche Energiewende ist wichtige Grundlage für Wachstum, sichere Arbeitsplätze und Wohlstand

Zum Tag der Arbeit wirbt Sachsen-Anhalts Energieminister Prof. Dr. Armin Willingmann dafür, die Energiewende weiter konsequent voranzutreiben. „Gut bezahlte und sichere Arbeitsplätze wird es in Zukunft vor allem dann geben, wenn es gelingt, die Wirtschaft in den kommenden Jahren klimaneutral aufzustellen“, betonte Willingmann. „Sachsen-Anhalts Wirtschaft ist geprägt durch energieintensive Branchen wie etwa die Chemie- oder Glasindustrie. Hier gilt es, die Versorgung auf erneuerbare Energien und klimaneutral erzeugten Wasserstoff umzustellen. Das erfordert kurzfristig erhebliche Investitionen, zahlt sich aber langfristig nicht nur klimapolitisch, sondern auch wirtschaftlich aus. Wir sehen dies bereits bei den aktuellen Ansiedlungsentscheidungen verschiedener Unternehmen.“ Willingmann verwies in dem Zusammenhang auf die vom Energieministerium in Auftrag gegebene Wasserstoff-Studie, die zu dem Ergebnis kommt, dass bis 2045 mehr als 27.000 Arbeitsplätze entstehen könnten, wenn der Aufbau der Wasserstoffwirtschaft in Sachsen-Anhalt gelingt. Zugleich gehe es darum, mit erneuerbaren Energien und grünem Wasserstoff Arbeitsplätze in energieintensiven Unternehmen langfristig zu sichern. „Wir werden Erdgas fraglos als Brückentechnologie noch ein paar Jahre weiter benötigen. Langfristig werden aber auch in energieintensiven Unternehmen nachhaltige Lösungen umgesetzt“, so der Minister. „Es geht also jetzt darum, die richtigen Weichen zu stellen, auch im Interesse der Stabilität unserer Wirtschaft, insbesondere auch der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.“ Das Festhalten an fossilen Energieträgern lehnt Willingmann dagegen ab. „Die jahrelang einseitige Fixierung auf russisches Gas und ein verstellter Blick der Bundespolitik auf geopolitische Realitäten hat uns nach dem russischen Überfall auf die Ukraine vor zwei Jahren eine Energiekrise beschert, die uns nahe an den wirtschaftlichen Abgrund herangeführt hat“, betonte er. „Dank der Bundesregierung unter Führung von Olaf Scholz wurde die energiepolitische Abhängigkeit überwunden, haben wir uns mühsam aus dieser Krise herausgearbeitet. Wir tragen alle Verantwortung dafür, solche energiepolitischen Fehler in Zukunft zu vermeiden, um Wirtschaftswachstum, Arbeitsplätze und Wohlstand dauerhaft zu sichern. Auch diese Botschaft geht vom internationalen Tag der Arbeit aus!“ Aktuelle Informationen zu interessanten Themen aus Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt gibt es auch auf den Social-Media-Kanäle n des Ministeriums bei Facebook , Instagram , LinkedIn , Mastodon und X (ehemals Twitter ).

Umweltbelastungen der Landwirtschaft

Umweltbelastungen der Landwirtschaft Die Landwirtschaft ist Deutschlands größte Flächennutzerin. Gleichzeitig ist sie ein wichtiges Standbein unserer Volkswirtschaft. Sie sichert die Ernährung und produziert nachwachsende Rohstoffe. Darüber hinaus spielt sie eine wesentliche Rolle für den Erhalt und die Entwicklung der Kulturlandschaft. Doch mit der zunehmenden Intensivierung sind vielfältige Umweltbelastungen verbunden. Landwirtschaft in Deutschland Rund die Hälfte der Fläche Deutschlands, das sind insgesamt 16,6 Millionen Hektar, wurden 2023 landwirtschaftlich genutzt. Über zwei Drittel (71 Prozent) der landwirtschaftlich genutzten Fläche wird ackerbaulich und knapp ein Drittel (28 Prozent) als Dauergrünland bewirtschaftet. Hinzu kommen Dauerkulturen und sonstige landwirtschaftliche Nutzflächen (1 Prozent). Auf knapp 60 Prozent der Landwirtschaftsflächen werden Futtermittel für die Tierhaltung angebaut. Auf den Anbau nachwachsender Rohstoffe für die Erzeugung von Biogas (vor allem Mais) und Biokraftstoffe (vor allem Raps), sowie zur stofflichen Verwertung entfallen weitere knapp 16 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen. Die verbleibenden Flächen dienen der Lebensmittelproduktion. Obwohl Land- und Forstwirtschaft und Fischerei zusammen nur etwa 1 Prozent der Bruttowertschöpfung in Deutschland erbringen und der Anteil der Beschäftigten bei lediglich 1,2 Prozent liegt, hat die Landwirtschaft wegen ihrer engen Vernetzung mit anderen Wirtschaftsbereichen nach wie vor eine beachtliche volkswirtschaftliche Bedeutung. Zu den 876.000 Beschäftigten (Familienarbeitskräfte, ständige Arbeitskräfte und Saisonarbeitskräfte) in den rund 255.000 landwirtschaftlichen Betrieben, kommen weitere Arbeitskräfte in den vor- und nachgelagerten Bereichen. Im so genannten Agribusiness waren 2022 rund 4,6 Millionen Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen direkt oder indirekt mit der Herstellung, Verwendung und Weiterverarbeitung landwirtschaftlicher Produkte beschäftigt. Jeder zehnte Arbeitsplatz steht mit der Landwirtschaft in Verbindung. Insbesondere in ländlichen Gebieten sind die Landwirtschaft und ihre angrenzenden, verarbeitenden Bereiche wie Gastronomie, Handwerk und Einzelhandel bedeutende Arbeitgeber und entscheidend für die Erhaltung und nachhaltige Entwicklung des ländlichen Raums. 2022 erwirtschafteten deutsche Landwirtinnen und Landwirte einen Produktionswert von 79,5 Milliarden Euro. Diese enormen Mengen und Summen wurden nicht immer erzeugt. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts erzeugte ein Landwirt/eine Landwirtin Lebensmittel für die Versorgung von vier Personen, 1950 konnten bereits zehn Menschen und heute sogar rund 140 Personen von den Erträgen versorgt werden. Grund für diese Produktivitätssteigerung sind technische Fortschritte und der Einsatz von hochleistungsstarken Maschinen, Präzisionstechniken, Dünge- und Pflanzenschutzmitteln sowie Fortschritte in der Züchtung. Dabei geht diese Intensivierung nicht spurlos an der Umwelt und ihren Kompartimenten (Boden, Wasser, Luft und Biosphäre) vorbei. Intensivierung hinterlässt Spuren Der Landwirtschaft kommt für den Schutz der Umweltmedien eine hohe Bedeutung und große Verantwortung zu. Schützende Fabrikmauern und abgeschlossene Räume sind nicht vorhanden. Die Landwirtschaft arbeitet in offenen Systemen. Der Einsatz von Maschinen zur Bodenbearbeitung und Ernte sowie die Ausbringung von Pflanzenschutz- oder Düngemitteln findet in der Landschaft statt und beeinflusst den Boden, das Wasser, die Luft und die in der Agrarlandschaft lebenden Tiere und Pflanzen (allgemein ⁠ Biodiversität ⁠). Die auf Ertragssteigerung ausgerichtete Intensivlandwirtschaft hinterlässt nicht nur eintönige, ausgeräumte Agrarlandschaften. Der Einsatz von schweren Maschinen und die intensive Bodenbearbeitung kann Bodenverdichtungen, eine steigende Gefahr für Wasser- und Winderosionen und einen Verlust der Bodenfruchtbarkeit verursachen. Für Nitratbelastungen des Grundwassers und die Nährstoffüberversorgung (⁠ Eutrophierung ⁠) von Flüssen, Seen und Meeren ist vor allem die intensive Stickstoffdüngung (organisch und mineralisch) verantwortlich. Ausgebrachte ⁠ Pflanzenschutzmittel ⁠ und in den Düngemitteln enthaltene Schwermetalle, Schadstoffe und Rückstände von Arzneimitteln aus der Intensivtierhaltung stellen weitere potenzielle Gefahren für terrestrische und aquatische Ökosysteme dar. Weitere Folgen sind der Verlust der Artenvielfalt und der mit Landnutzungsänderungen (vor allem Grünlandumbruch, Moornutzung und Rodung von Wäldern), der Ausbringung von Düngemitteln, der Bodenbearbeitung und Tierhaltung verbundene Ausstoß klimawirksamer Treibhausgase. Im Jahr 2022 betrug der Anteil der Landwirtschaft an den gesamten Treibhausgasemissionen Deutschlands 7,4 Prozent (ohne landwirtschaftliche ⁠ Landnutzung ⁠ und Landnutzungsänderungen, ohne Emissionen aus Mineraldüngerproduktion).

1 2 3 4 541 42 43