Im Projekt sollen nach einer Analyse der Verwendungsarten von Bioziden der eingesetzten Produktarten 2, 3, 10 und 14 und deren Eintragspfade in die Umwelt, die Möglichkeiten zur nachhaltigen Verwendung dieser Biozide untersucht werden, um eine Minderung der Risiken zu erreichen. Durch eine EU-weite Anwender- und Verbändebefragung sollen mögliche Maßnahmen zur nachhaltigen Verwendung von Bioziden der Produktarten 2, 3, 10 und 14 eruiert werden. Darauf aufbauend soll ein Entwurf eines nationalen und EU-weiten Maßnahmenpaketes zur nachhaltigen Verwendung von Bioziden mit konkreten, auf die verschiedenen Adressaten bezogenen Maßnahmen, erstellt werden. Die in der Richtlinie 2009/128/EG zur nachhaltigen Nutzung von Pestiziden und im vorangegangenen Projekt beschriebenen Maßnahmen dienen hierbei als Richtschnur, sollen jedoch um weitere Vorschläge ergänzt werden. Beispielsweise könnten Auflagen an den Verkauf für bestimmte Biozidprodukte eingeführt werden, Umweltzeichen für schadstoffarme Bauprodukte weiterentwickelt und gefördert werden oder die Europäische Maschinenrichtlinie 2006/42/EG erweitert werden. Bei Bautenschutzmitteln ist auch die Gebrauchsphase zu berücksichtigen, beispielsweise anhand technischer Baunormen und Anforderungen für die Reinigung von Fassaden oder die Ableitung von Regenwasser. In diesem Zusammenhang sollen geeignete qualitative und quantitative Indikatoren vorgeschlagen werden, mit denen die Umsetzung und der Erfolg der Maßnahmen überwacht werden kann. Beispiele für Indikatoren sind Verbrauchsdaten an Bioziden, die Erhebung von Monitoringdaten in Umweltmedien, die Erfassung von Vergiftungsfällen oder die Entwicklung von Resistenzen gegenüber Rodentiziden. Im Bereich Indikatoren erfolgt eine Zuarbeit durch das Forschungszentrum OPERA der Universität Cattolica del Sacro Cuore (UCSC) in Italien, das entsprechende Erfahrungen insbesondere aus dem Agrarbereich vorweisen kann. Die Einhaltung der Maßnahmen zur nachhaltigen Verwendung entzieht sich meist einer behördlichen Überwachung. Daher soll im Projekt auch eine Strategie entwickelt werden, wie die Maßnahmen innerhalb der Zielgruppen national kommuniziert werden können, so dass Verbraucher und Unternehmen davon überzeugt werden, die vorgeschlagenen Maßnahmen zu befolgen.Im Rahmen des Projektes sollen ein nationaler und ein Europäischer Workshop konzeptionell vorbereitet, durchgeführt und nachbereitet (protokolliert) werden.